ffmkurg, 31. für vie Amtsbezirke * engenbach, Offenburg, den 31. Juli 1840. Bekanntmachungen. Oberkirch. fBürgermeisterwahl.^ Bei der in Nußbach vorgenommenen Bürgermeisterwahl wurde der Gemeinde« rath Joseph Pfisterer als Bürgermeister gewählt, von Staatswegen bestätigt und sogleich verpflichtet; was wir zur öffentlichen Kenntniß bringen. Oberkirch, den 17. Juli 1840. Großherzogliches Bezirksamt. Fauler. Gengenbach. fBürgermeisterwahl.^ Bei der am 25. d. M. zu Ohlsbach stattgehabten Bürgermeisterwahl wurde der Bürger Aloys Bau durch Stimmenmehrheit zum Bürgermeister der Gemeinde Ohlsbach erwählt; was wir hiemit zur öffentlichen Kenntniß Dringen. Gengenbach, den 25. Juli 1840. Großherzogliches Bezirksamt. Wasm^r. (1) Offenburg. fSchuldenliquidation.^ Gegen Xaver Widmaier von Zimmern ist Gant erkannt, und Tagfahrt zum Richtigstellungs« und Vorzugs-Verfahren auf Montag den 31. August d. I., Vormittags 7 Uhr, auf diesseitiger Oberamtskanzlei festgesetzt, wo alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Masse zu machen gedenken, solche, bei Vermeidung des Aus« schlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Be» vollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs« oder Unterpfandsrechte, welche sie geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden oder Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln. Zugleich werden in der Tagfahrt ein Maffepfleger und ein Gläubiger «Ausschuß ernannt, Borg« und Nachlaß« vergleiche versucht, und sollen in Bezug auf Borgvergleiche und Ernennung des Massepflegers u. Gläubigerausschuffes die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Offenburg, den 28. Juli 1840. GroßherzoglicheS Oberamt. v. Laroche. vdt. Gaa. Offenburg. [(Sntmunbigung.] Katharina Trunken« bold von Altenheim wird wegen Gemüthsschwäche für entmündigt erkannt und Johannes Trunkenbold von dort alS ihr Pfleger bestätigt. Offenburg, den 15. Juli 1840 Großherzogliches Oberamt. Kern. (2) Offenburg. ^Gläubiger - Vorladung.^ Anton Stirn er von Urloffen, welcher im Jahre 1836 mit seinem Vater Silver Stirner nach Amerika gereist ist und sich dort niedergelassen hat, ist um Staatserlaubniß zum Auswandern und Et'portiren seines Vermögens da» hier eingekommen. Zur Liquidation dessen Schulden haben wir Tagfahrt auf Dienstag den 4. August d. I., früh 9 Uhr, auf dresseitiger Amtskanzlei anberaumt, wozu alle Die« jenigen, welche Ansprüche zu machen haben, mit dem vorgeladen werden, daß man ihnen sonst später zu ihrer Befriedigung nicht mehr verhelfen könne. Offenburg, den 16. Juli 1840. Großherzogliches Oberamt. Kern. vdt. Klett. (2) Gengenbach. ^Aufforderung.^ Alle Diejenigen, welche Ansprüche an die Verlaffenschaft der am 20. December v. I. mit Tod abgegangenen Paulina Finkenzeller von Berghaupten zu haben glauben, werden in Gemäß« heit des L. R. S. 770 — 773 aufgefordert, solche binnen 3 Monaten dahier um so gewisser geltend zu machen, alS sonst die zwei natürlichen Kinder der Erblasserin, Katharina und Gregor Finkenzeller, vermöge des L. R. S. 758 in die Gewähr der Erbschaft eingesetzt werden würden. Gengenbach, den 1. Juli 1840. Großherzogliches Bezirksamt. Wasmer. (2) Oberkirch. fSchuldenliquidation.^ Gegen Isidor Armbruster, Webermeister von Renchen, ist Gant erkannt, und Tagfahrt zum Richtigstellungs« und Vorzugsverfahren auf Montag den 10. August d. I., Vormittags 8 Uhr, auf diesseitiger Amlskanzlei festgesetzt, wo alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an 236 - die Masse zu machen gedenken, solche, bei Verniet» düng des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs» oder Unterpfandsrechke, welche sie gellend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden oder Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln. Zugleich werden in der Tagfahrt ein Massepfleger und ein Gläubigerausschuß ernannt, Borg» und Nachlaß» vergleiche versucht, und sollen in Bezug auf Borgver« gleiche und Ernennung des Massepflegers und Gläubiger» Ausschusses die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Oberkirch, den 10. Juli 1840. Großherzogliches Bezirksamt. Jüngling. Offenburg. fBeistandbestellung.^ Da der frühere Beistand des im ersten Grade mundtodt erklärten Gallus Litterst von Bohlsbach gestorben ist, so ist demselben der Bürger Wendelin Pfeifer zum Beistand gegeben worden; was andurch bekannt gemacht wird. Offenburg, den 7. Juli 1840. Großherzogliches Oberamt. Kern. Offenburg. fRetour-Briefe.j Die Ausgeber nachstehender dahier zur Pvst gegebenen Briefe, die als unbestellbar zurückgekommen pnd, werden zu deren Rückempfang, gegen Entrichtung der darauf haftendm Taren re., hiermit aufgefordert. C. Nenck in Karlsruhe. — Fried. Stenz in Heilenbach. Aug. Hoffmann in Wiesloch. — B. Mayer in Stuttgart. Levi Klh6 in Würzburg. — Hrn. Stemmer in Oberweyer. Mich. Sack in Rastatt. — Hru. Pfarrer in Darmstadt. Offcnburg, den 30. Juli ,840. Großherzogliches Postamt. Harth. (2) Oberkirch. fDie Abhaltung der Jahrmärkte betreffend.^ Um eine mehr geregelte Ordnung in Auf» ftellung der Marktstände, als bisher, einzuführen, wird auf Veranlassung des Großh. wohllöblichen Bezirksamts Oberkirch Folgendes festgesetzt: 1) Groß-, Klein» und Galanteriehändler folgen der Reihe nach, daher hat 2) jeder Handelsmann, welcher willens ist, den Markt zu besuchen, sich persönlich Samstags den 8. August d. I. zu stellen oder glaubwürdige Zeugnisse über seine feilhabenden Waaren an diesem Tag portofrei hieher zu senden oder sonst einen Bevollmächtigten hier aufzustellen. 3) Die Preise der Marktstände bleiben wie sie früher» hin bestimmt worden sind. 4) Wer sich in die Marktliste eintragen läßt, ist verpflichtet, jeden Markt das Standgeld zu entrichten, andernfalls das Standrecht verloren gehet. 5) Die Marktordnung ist für 6 Jahre festgesetzt. Oberkirch, am 22. Juli 1840. Der Gemeinderath. Kappler. Offenburg. Die , Hanfrötzen hiesiger Stadt sind nun wieder zur Benutzung eingerichtet und insbesondere auch mit den zum Beschweren des Hanfes nöthigen Steinen vollständig versehen. Auswärtige, die von den hiesigen Hanfrötzen Gebrauch machen, haben, wie sonst, zu bezahlen: u. für eine halbe oder geringere Rotze ... 1 fl. b. für eine ganze Rötze ....... 2 ftt Hiesige Einwohner haben nur die Hälfte dieser Ansätze zu entrichten, und Jedermann muß sich vor der Abfuhr des gerötzten Hanfes beim diesfalls bestellten Aufseher über hierher geleistete Zahlung mit Quittung auSweisen. Offenburg, den 28. Juli 1840. Stadtverrechnung. Schweizer. (3) Ofsenburg. fWeinverkauf.^ Bei der unterzeich» neten Verwaltung wird 1837er reingehaltener Wein, die neue Ohm für 8 fl. 20 kr., aus der Hand verkauft; — es wird jedoch nicht unter einer großen Ohm abgegeben. Offenburg, am 16. Juli 1840. St. Andr. Hospitalverwaltung. König. Hon hurst, Amts Kork. f?lccordversteigerung.^ Die hiesige Gemeinde läßt am Mittwoch den 5. August d. I., Nachmittags 2 Uhr, auf dem Gemeindehause dahier die Maurerarbeit zur Einfriedigung der neu anzulegenden Begräbnißstätte an den Wenigstnehmenden versteigern; wozu die Accordlustigen eingeladen werden. Hvnhurst, den 27. Juli 1840. ^ * König, Bürgermeister. (1) Haslach, AmtsOberkirch. fAbstrichsversteigerung.^ Der Bau eines Schul» Oekonomiegebaudes nebst Wasch« köche und die Umzäunung des Schulgartens, im Anschlag zu 1707 fl. 7 kr., wird Donnerstag den 13. August d. 3 / Nachmittags 2 Uhr, im Rebstockwirthshause dahier öffentlich im Abstrich versteigert werden. Plan und Ueberschlag nebst Steigerungsbedingnissen können täglich in der Rathsstube dahier eingesehen werden. Auswärtige Steigerer haben sich mit legalen Ver« mögenszeugnlssen auszuweisen. Die Liebhaber werden hiezu eingeladen. Haslach, den 23. Juli 1840. Bürgermeisteramt. Spraul. vdt. Huber, Rathschrbr. Niederschopfheim. fKiesbeifuhr • Versteigerung.^ Am Montag den 3. August d. I., Nachmittags 2 Uhr, läßt die hiesige Gemeinde die Beifuhr von 400 bis 500 Meß Kies auf die Vicinalstraßen nach Diersburg, Jchen« heim und Dundenheim, an die Wenigstnehmenden im Lindenwirthshause dahier öffentlich versteigert,; waS die löblichen Bürgermeisterämter in ihren Gemeinden ver» künden lassen wollen. Niederschopfheim, den 23. Juli 1840. Bürgermeister Ehret. t (1) Nordrach. ^Liegenschafts-Versteigerung.) Zn Folge Ermächtigung des Großh. Bezirksamts Gengenbach vom 15. Zuli d. Z., Nro. 7099, wird am Montag den 17. August d. Z., Vormittags 9 Uhr, auf der Gemeinds- kanzle, dahier der ledigen Sabina Speth öffentlich versteigert werden: Ein halbes einstöckiges, mit Ziegeln und Stroh gedecktes Wohnhaus sammt Keller, nebst einem halben Sester Hofraithe und Bergfeld, vor Erndbach gelegen, stößt oben an Michael Vollmer, hinten an Andreas Riehle, vornen an Franz Oehler und unten an Andreas Riehle. Nordrach, den 22. Zul, 1840. Das Bürgermeisteramt. Spitzmüller. (2) Offenburg. fGüterverpachtung.) Dienstag den 4. August, Vormittags 9 Uhr, werden im^St. Andreas- Hospital dahier nachbeschriebene Grundstücke loosweise auf sechs Zahre öffentlich in Pacht versteigert, als: 1 Zeuch Acker im Galgenfeld, einers. Zos. Seng's Erben, anders. Franz Michael Fischer; 1 Zeuch beim Weingarten, im Frauenweg, neben Gemeinderath Wiedemer und Kaufmann Walter; 4 % Zeuch auf der Stegermatte, neben Oberbürgermeister Gottwald's Erben; 3 % 6 Zeuch am Tannweg, einers. die Tannweggaffe, anders. Gemeinderath Taver Henco; 3 Zeuch mit einem Stück Wiesfeld im Halbersweier, einers. Christian Dreier von Elgersweier, anders, der Gymnasiumsfond; 3 Zeuch daselbst, einers. Kaspar Regelsberger, anders, das Gymnasiumsgut; wozu man die Liebhaber mit dem Bemerken einladet, daß jeder Pächter einen annehmbaren Bürgen beizubringen habe. Offenburg, am 22. Zuli 1840. Die St. Andreas - Hospitalverwaltung. König. (3) Bühl. sAbstrichsversteigerung.) Die hiesige Gemeinde läßt Samstags den 1. August d. Z., Nachmittags 2 Uhr, im Kronenwirthshause dahier die Beifuhr von 30 Klafter Mauersteinen zu dem neuanzulegenden Fried- hoft an den Wenigstnehmenden versteigern; die nähern Bedingnisse werden am Steigerungstag eröffnet. Zugleich wird die Maurerarbeit versteigert. Riß und Urberschlag können bei Unterzeichnetem Bürgermeisteramt eingesehen werden. Bühl, den 13. Juli 1840. Bürgermeisteramt. Kern. (1) Diersburg. sBauaccordversteigerung.) Die Einrichtung eines Bades im israelitischen Schulhause in Diersburg, im Anschläge zu 335 fl. 59 kr., wird Mittwoch den 12. August d.J., Nachmittags 1 Uhr, im Lindenwirthshause allda an den Wenigstnehmenden versteigert, wozu die betreffenden Hand- 237 - Werksleute mit dem Anfügen eingeladen werden, daß inzwischen Plan und Kostenüberschlag bei dem Unterzeichneten eingesehen werden können. Diersburg, am 27. Juli 1840. Synagogenraths - Vorsteher Bodenheimer. Offenburg. fLiegenschaftsversteigerung.) Nächsten Dienstag den 4. August, Nachmittags 2 Uhr, läßt Unterzeichneter Bevollmächtigter in hiesiger Stadt-Kanzlei nachstehendes dem Hrn. Salmenwirth Karl Bilharz in Kenzingen gehöriges Grundstück zu Eigenthum, in drei Jahrsterminen zahlbar, öffentlich versteigern: 1 Zeuch 2 Viertel 40 Ruthen Acker (mit Haber an- gepflanzt) in der Gifitz, einers. Herr Rentamtmann Schuck, anderseits der Wässerungsgraben, oben der Güterweg, unten Zakob Junker von Elgersweier. Offenburg , den 28. Zuli 1840. Andreas Huber. Nußbach. sFahrnißversteigerung.) Die Erben des verstorbenen Joseph Schüler von Nußbach lassen folgende Fahrnißstücke am Dienstag den 4. August d. I., Vormittags 9 Uhr, in der Behausung daselbst versteigern, als: 1) Zwei Pferde (ein Braun und ein Schimmel), beide vierjährig. 2) Zwei starke große Zugkühe von schwarzer Farbe. 3) Zwei Wägen mit eisernen Achsen. 4) 150 Centner gutes Heu. 5) Vier Läuferschweine. 6) Sämmtliches Pferdgeschirr. 7) Ein Faß von 36 Oehmle, mit Eisen gebunden. 8) Ein Faß von 28 Oehmle. 9) Ein Faß von 22 Oehmle. 10) Ein Faß von 15 Oehmle. 11) Ein Faß von 8 Oehmle. 12) Ein Faß von 6 Oehmle. 13) Zwei Fässer von 4 Oehmle. 14) Ein neuer Pflug sammt Karren. 15) Eine eiserne und eine hölzerne Egge. (2) O ffe n b u r g. sFaßdaubenholz - Versteigerung.) Bis den 11. August l. I., Vormittags 11 Uhr, laßt der Unterzeichnete 10 Schchh langes Faßholz in dem s. g. Zwinger dahier in Steigerung veräußern; wobei bemerkt wird, daß das Holz ganz dürr und von bester Qualität ist, und sich seiner Starke wegen sowohl für Schreiner-, Glaser» als auch Wagnerarbeit eignet. Stricker. ( 2 ) Offenburg. sGüterverpachtung.) Am Montag den 3. August d.J., Nachmittags 3 Uhr, werden auf dem hiesigen Gemeindehause nachbeschriebene Liegenschaften in einen sechsjährigen Bestand versteigert werden: r % Zeuch Acker in der ober» Lower, neben Anr. Gremminger und Michael Schilli's Wittwe K /i Zeuch Acker allda, neben Anron Münchenbach und Chirurg Flasack. I tz - 238 % Zeuch Acker beim Schleißteich, neben Benedikt Faßler und Anwandern. Vz Zeuch Acker in der Bruchgaß, Ortenberger Banns, neben Simon Herp. % Zeuch Acker am Grün, Ortenberger Banns, neben Anton Buchert und dem Uhlgraben. % Zeuch Acker sammt Dreispitz im Schafgäßle oder Waldbach, neben dem Weq und dem Waldbach. 2 Zeuch Acker hinterm Kloster, neben dem Weg und Herrn Stadtrath Kapferer. % Zeuch Acker am Mühlbach, auf der Kinzigmatt, neben Amand Hahn's Wittwe und Anton Erhards Erben. i Haufen Platz beim Kalbsbrunnen, neben Tav. Mich! und Anton Glaser. Vz Zeuch Acker am großen Schambach, Bohls- bacher Banns, neben Paul Bahr und Jos. Braun'S Wittwe. > Zeuch Acker an der Hofweierer Straße, neben Joseph Fischer und Herrn Stadlrath Kapferer. > Zeuch Acker im Galgenfeld, neben Michael Vetter's Wittwe und Thomas Schwendenmann's Erben. 3 /& Zeuch Acker in der Sinzenlach, einers. Georg Hurst, anders. Lorenz Braun. i Zeuch Acker im Galgenfeld, neben Konrad Pfeffer. l/z Tauen Matt im Bruckenloch, Fessenbacher Banns, neben Valentin Hug und Joseph See. > Zeuch Acker an der Ortenberger Straße, neben Dreikönigwirch Tav. Gering und Metzger Karl Henco. % Zeuch Acker am Kähnerbach, neben Anton Schmitt und Konrad Pfeffer. Hiezu werden die Liebhaber eingeladen. Offenburg, den 22 . Mai > 640 . Die Verwaltung. Durnegger. (2) Freudenstadt. fPferdverkauf.H Ich verkaufe wegen Wohnsitz-Veränderung ein Pferd (Wallach-Braun), sechsjährig, fehlerfrei, von ansehnlicher Größe (15 % Faust) und Gestalt, zum ein- und zweispännigen, raschen oder halbschweren Zug, zum Reiten und Fahren an Schlitten erprobt. Freudenstadt, den 1. Juli 1840. v. Muschgay, ForstamtS - Assistent. Offenburg. (Warnung.^ Ich warne andurch Jeder, mann, meiner geisteskranken Frau weder Geld noch Waaren auf Borg zu geben oder sonstige Handlungen mit ihr einzugehen, indem ich für die aus solchen Handlungen entstehenden Nachtheile nicht hafte. Jg. Stebel d. j., Gerbermeister. Steinkohlen zu Berghanpten in pur Stücken, völlig gute Gattung, ä 24 kr. per Ctnr. in Stücken, mit Gries gemischt, . . . a 21 ft. „ „ . in GrieS oder Mehl.ü 18 kr. , „ gute Schmiedkohlen.ä 36 fr. „ „ Z. A. Derndinger. (3) Offenburg. fWohnungsvermiethung.^ Konrad Baumann in der Bauerngasse hat eine Wohnung im untern Stock, mit oder ohne Scheuer ».Stallung, auf Michaeli zu vermiethen. Offenburg. sLogisvermiethung.^ Bei Bäckermeister Kili an der Hauptstraße ist der obere Stock sammt Zu- gehörde zu vermiethen und sogleich oder auf Michaeli zu beziehen. (2) Offenburg. fWohnungsvermiethung.^ Bäckermeister Vollmer in der langen Straße hat eine schöne Wohnung im obern Stock auf Michaeli zu vermiethen. Offenburg. sZimmervermiethunq.^ Leihkutsche» Jakob Oßwald hat ein neu austapezirtes Zimmer —- sogleich beziehbar — zu vermiethen. (3) Offenburg. fWohnungsvermiethung.^ Bei Jakob Burg, Dreher in der Vorstadt, ist eine Wohnung im obern Stock vornen im Hause gegen die Landstraße hinaus, enthaltend eine Stube und ein daranstoßendes Zimmer, neu tapezirt und mit 2 gut ausgerüsteten Betten, Com- mode und Stühlen ausmoblirt, nebst Küche, so wie ferner ein Mansardenzimmer mit Küche zu vermiethen, und kann sogleich bezogen werden. Offenburg. sZuberverkauf.^ Ein ganz neuer, mit Eisen gebundener, sehr großer Bauchzuber ist wegen Mangel an Platz zu verkaufen — wo? sagt Ausgeber dieses Blattes. (1) Offenburg. fKapitalgesuch.^ Es werden 4000fl. Kapital gegen doppelten Verlag zu 4 pCt. aufzunehmen gesucht. Hierauf reflectirende Kapitalisten belieben ihr« Anmeldungen in portofreien Briefen bei dem Comptoir dieses Blattes zu machen. (1) Kork. fBranntweinguttern zu verkaufen.^ Bei Essigfabrikant Ehrhardt ist ein bedeutendes Quantum Branntweinguttern um sehr billigen Preis zu verkaufen. (1) Bodersweier bei Kehl. fAnzeige.^ Traft und hydraulischer oder schwarzer Kalk, anwendbar zu Wassergebäuden, sind billig zu haben bei I. Kahnhetmer. Offenburg. fAnzeige.^ BiS Mitte August nehme ich noch Leinwand zur zweiten Bleiche nach Zell im Wiesenthal an, was ich zum Benehmen der Aufgeber zur Anzeige bringe. Ferd. Hölzliu. (3) Offenburg. sSchweine zu verkaufen.^ Es ist dahier ein erstmals trächtiges Mutterschwein und ein junger Eber zu verkaufen; bei wem, sagt Ausgeber dieses Blattes. (1) Offenburg, [tfnjetge.] Ich wurde ermächtigt, das von den Herrn Gebrüder Kuenzer in Freiburg in Commission zu verkaufen habende, so sehr beliebte Kunstmehl zu folgenden Preisen herunterzusetzen: No. 1 a 12 fi. 24 kr. pr. Ctr. — in Paquets von 3 tt> pr. 24 kr No. 2 a 11 fl. pr. Ctr. — in Paquets von 3 « pr. 21 kr. ' No. 3 a 9 fi. 48 fr. pr. Ctr. — in Paquets von 3 u> pr. 20 kr No. 4 a 8 fl. pr. Ctr. und No. 5 k 7 fl. pr. Ctr. Feiner Grie« pr. a ä 9 fr. I. I. Castell. t - 239 - (1) Offenburg. sWohnungsvermiethung.^ Ignaz Stebel der Alte hat in seiner Behausung in der langen -Skkaße den untern Stock sammt Zugehörde auf Michaeli zu vermiethen. Näheres ist zu erfahren bei Handelsmann Castell. (1) Karlsruhe. Allen Eltern und Vormündern, deren Söhne und Pflegbesolene in die 1840er Loosziehung, mithin in die Conscription von 1841 fallen, dient hiermit zur Nachricht, daß die Aufnahmen in den Allgemeinen Militär-Stellvertretungs-Berei» von Gustav Schmieder in Karlsruhe jetzt stattfinden. Der Verein hat seit dessen Beginn folgende Resultate geliefert: Im 1836er Verein, 1837er Conscription, traf es an Einlage und Nachzahlung jedes Mitglied . , . . 167 fl. 8 kr. 2m 1837er Verein, 1838er Conscription, desgl. 196 57 > - 1838er - 1839er - - 171 - 31 - - 1839er - 1840er - - 162 - 50 - Wer Mitglied des Vereins ist, hat blos die gezogene LvvS- Numnier feiner Zeit dahin abzugeben, wo er ausgenommen wurde, und bei der Vifitation persönlich zu erscheinen; außerdem aber in Bezug seiner Conscriptions-Verhältniffe gar nichts weiter mehr zu thun, da alles Uebrige (statutengemäß) vom Vereine besorgt wird. Die Aufnahmen geschehen im Mittelrheinkreise: in Achern bei Herrn Weber, Rathsschreiber. - Baden - - Ferd. Seiber. - Bischofsheim - - F. Käst. - Brette» - - C. F. A. Paravicini. - Bruchsal - - Franz Kohner. - Bühl - - A. Berger, Rathsschretber. - Eppingen - - Raußmüller, Rathsschreiber - Ettlingen - - V. Pfeiffer. - Gengenbach - - Usländer, Posterpeditor. - Gernsbach - - Löhlein. - Haslach - - I. Stölker. - Kork - - Frosch, Cameralscribent. - » Reiß in Kehl. - Lahr - - G. F. Müller, Karls Sohn. - Oberkirch - - Aua. Braun. - Offenburg - - Ferd. Hölzlin. - Pforzheim - - Karl Bofinger. - Rastatt - - Fr. Werner, Hofbuchbinder. - Wolfach - - Jgn. Hodapp. Statuten des Vereins werden sowohl von obigen Herren Agenten, als auch von dem Unterzeichneten unentgeldlich verabfolgt, und über jede beliebige Anfrage Auskunft ertheilt. Karlsruhe, den 25. Juli 1840. Gustav Schmieder. Kapitalien auSzuleihen. (1) Altenheim. Zn der hiesigen Almosenkaffe sind 300 fl. zu 5 pCt. zum Ausleihen parat. Almosenverrechner Rinckel. (3) Anton Vollmer in Durbach hat 700 fl. Pflegschaftsgeld zu 5 Procent auf Obligation auszuleihen. (3) Offenburg. 100 fl. PflegschaftSgeld sind zu 5 pCt. auszuleihen bei Alexander Reiff. Vom Heiligenfond in Urloffen können 600 fl. zu 5 pCt. auf gesetzliches Unterpfand dargeliehen werden. VerrechnerAnton Stigler. (2) Bei dem Heiligenfond in Nesselried sind 800 fl. gegen gerichtliche Obligation zu 5 pCt. auszuleihen. Verrechner Vollmer. Anzeige. In der Chr. Fr. Müller'schen Hofbuchhandlung in Karlsruhe erschien so eben, und ist durch Fr. Braun in Offenburg zu beziehen: Das Lonscriptions - Gesetz vom 14. Mai 1825 und die dazu gehörigen Instructionen mit den nachträglich in Bezug hierauf erschienenen Gesetzen und Verordnungen. Broschirt. Preis 48 kr. Durch diese mit sämmtlichen bis jetzt erschienenen Nachträgen vermehrte vierte Auflage des Conscriptions - Gesetzes wird einem lange gefühlten Bedürfnisse abgeholfen, da solches schon seit geraumer Zeit gänzlich vergriffen war. Ferner ist bei Fr. Braun zu haben: Sammlung aller noch gültigen Gesetze und Verordnungen über die indirecten Steuern im Großherzogthum Baden. Amtlich herausgegeben. 2 Theile — enthaltend: Wem. Accis u. Ohmgeld, Bier-, Branntwein-, Fleisch-, Kauf-, Schenkungs- und Erbschafts-Accise; Salzregal; Strafen. Preis 3 fl. 30 kr. U e b e r Verfälschungen -er Nahrungsmittel und Getränke. Verfälschungen des Oels. DaS im Handel vorkommende Olivenöl, dessen feinste und beste Sorte Provenceröl heißt, hat man schon mit Blei verunreiniget gefunden, was von der Gewohnheit herrührt, es in Bleigefäßen aufzubewahren, damit es nicht ranzig werden soll. Fette Oele, zumal wenn sie ranzig geworden sind, und in schlecht glassirten, irdenen Töpfen aufbewahrt werden, schaden durch ihren Genuß nicht wenig. Obwohl die höchst schädlichen Wirklingen des Oeles, das in Bleigefässen aufbewahrt wird, schon lange bekannt sind, so erschien dennoch 1798 eine Schrift in Gotha, in welcher empfohlen wurde, schlechtere Oel« in Bleigefässen aufzubewahren, damit sie den zartem Geschmack des Oliven- oder Mandelöles erhalten. Schon um diese Zeit war der so gefährliche Gebrauch in Deutschland üblich, durch Bleizucker, Bleioxyde, Silberglärt« u. s. w. schlechte Oele und Fette wohlschmeckend zu machen. Häufiger erhält man gemischtes Oel, d. h. Olivenöl und Mohnöl zusammengemengt. Eine andere ganz schlechte Sorte, die gewöhnlich auch als Salatöl verkauft wird, bereiten die Oelfabrikanten dadurch, daß sie die ausgepreßten Oelkuchen mit heißem Wasser auskochen, und die Flüssigkeit abschäumen. Brennöl pflegt man häufig mit — 240 — Rüböl zu verfälschen. Um die Mischung des Olivenöls mit Mohnöl zu entdecken, dient das salpetersaure Queck« silber, welches das reine Olivenöl, wenn es damit ge-' schüttelt wird, in wenigen Stunden zum Erstarren bringt und in eine feste Masse umwandelt, während es auf die übrigen aus Samen ausgepreßten Oele ganz geringen Einfluß ausübt, sie orangengelb färbt und einen starken Niederschlag in ihnen bildet, der die Festigkeit und Härte des Olivengerinsels nie erlangt. Die hierüber bekannt gewordenen Resultate scheinen mir besonders für Jene interessant zu sein, welche Oliven« öl und Mohnöl in großer Quantität verwenden. Daher gebe ich sie in möglichster Kürze an. Wenn man acht Maaße dieser salpetersauren Quecksilberlösung mit 92 reinen Olivenöles vermischt, von Zeit zu Zeit schüttelt, so erstarrt die ganze Flüssigkeit nach einigen Stunden zu einer gelblichen, mit weißem Schaume 'bedeckten Masse, die des andern Tages fest wird. Behandelt man reines Mohnöl auf die gleiche Weise, so behält es seine Flüssig« keit, wird orangegelb und zeigt einen unbedeutenden Nieder-, schlag von grünlich «gelber Farbe. Mischt man zu einem Gemenge Olivenöl und Mohnöl die salpetersaure Quecksilberlösung, so erstarrt dasselbe nach wenigen Stunden, erlangt aber die Festigkeit bei weitem nicht, welche das reine Olivenöl auszeichnet. Wenn die Menge des dem Olivenöle zugemischten Mohnöles bis zu einem Zehntel steigt, erlangt die Mischung, mit der Quecksilberlösung zusammengebracht, die Consistenz des Honigs und wird gelblich. Ist aber noch mehr Mohnöl beigemischt, so bleibt ein Theil des Gemisches beständig flüssig und durchscheinend in der Quecksilberlösung und die Menge des Gerinsels vermindert sich in dem Verhältnisse als die Menge des Olivenöls vermindert wird. Als vollkommen gewiß kann man annehmen, daß das Olivenöl unrein und mit Mohnöl verfälscht ist, wenn in einer halben Stunde, nachdem die Mischung in Fläschchen geschüttelt wurde, die Streifen an letzterm, trotz alles Rüttelns, fest haften und die Flüssigkeit beinahe durchscheinend ist, und endlich, wenn das Oel 6 — 7 Stunden, nachdem es gemischt wurde, nicht erstarrt und wenigstens theil« weise in diesem Zustande verbleibt, so, daß das Oel zwischen einem Viertel und der Hälfte auf der Oberfläche einer undurchsichtigen körnigen Masse, von der Beschaffen« heit eines dicken körnigen Breies, oben auf schwimmt. Die Farbe der verfälschten Oele ist nach dem Schütteln mit der genannten salpetersauren Quecksilberlösung mehr gelb als an reinem Olivenöl. Repsöl gibt ein tieferes Gelb als Mohnöl und wird braun, wenn es lange auf« bewahrt wird. Oliven« und Repsol, zu gleichen Theilen gemischt, erhalten eine schöne Orangenfarbe, und nur die Hälfte des Gemisches erstarrt. Nicht nur zur Verfälschung deS ProvencerölS wird das Mohnöl gebraucht, sondern man mischt es auch unter Mandelöl, Hasel« und Wallnußöl.^ Aus Schwaben, Elsaß und andern Gegenden sollen jährlich viele tausend Pfunde Mohnöl nach Tttest wandern, die dann von dorr aus wieder als Mandel« und Nußöl zu uns zurückkehren, und zu hohem Preise verkauft werden. Auf jeden Fall wirkt die Vermischung des ProvencerölS mit Mohnöl nicht nachtheilig auf die Gesundheit, und es ist, wo diese vorkömmt, blos ein freilich unrechtlicher Geldgewinn dabei im Spiele. Verfälschungen -er Milch. Die Milch, dieses höchst wichtige Nahrungsmittel, findet man an Orten, wo sie in bedeutender Menge ver« zehrt wird, häufig verfälscht. So namentlich in großen Städten. Wenn nun zwar die der Milch beigemischten Stoffe nicht schädlich auf die Gesundheit einwirken, so vermindern sie eben doch die guten Eigenschaften, durch welche gerade die Milch ein so vorzügliches Nahrungs« mittel wird. Unter allen bis jetzt bekannt gewordenen Verfälschungs« weisen der Milch ist offenbar jene die schädlichste und strafbarste, nach welcher man dieselbe in Bleigefäffe setzt, um hiedurch eine leichtere Rahm« oder Sahnebildung zu erzielen. Wir wissen aus der Erfahrung, daß fette Flüssigkeiten das Blei aüfzulösen vermögen, und können uns deßhalb auch sehr leicht die Folgen denken, welche hieraus entstehen. Eine auf diese Weise behandelte Milch ist ein wahres Bleigift. Die Anwesenheit des Bleies in der Milch läßt sich folgendermaßen leicht entdecken: Man setzt der verdächtigen Milch etwas weniges Salpe« lersaure zu und leitet nun einen Strom von Schwefel« wasserstoffgas hinein. Es bildet sich nun ein schwarzer Niederschlag, der aus Schwefelblei besteht. Reducirt man den trockenen Niederschlag auf der Kohle, unter Zusatz von kohlensaurem Natron, vermittelst des Löthrohres, so erhält man Blei in metallischer Gestalt. Eine Ver« fahrungsweise, die man in diesem Falle stets beobachten muß, um seiner Sache vollkommen gewiß zu sein. Es wurde auch schon beobachtet, daß man die Milch mit feingepülverter Kreide verfälschte. Da aber die Kreide vermöge ihrer eigenkhümlichen Schwere sich bald zu Bo« den senkt, so wird diese Verfälschungsweise wohl nicht häufig verkommen. Sehr wahrscheinlich rühren die weißen, unauflöslichen Bodensätze, welche man in den Gefässen der Milchverkäufer wahrnimmt, daher. Das Pfeilwurzmehl (Arrow Root), so wie feinet Stärkmehl, auch Reiß« und gemeines Mehl, werden häufig verwendet, um den Rahm der Milch zu verfäl« schen. Diese Beimischungen sind indeß für die Gesund« heit nicht nachrheilig- Ihre Entdeckung geschieht leicht, indem man auf einen Löffel voll verfälschten Rahm einige Tropfen von einer weingeistigen Jodlösung gießt, worauf sich bald eine dunkelblaue Färbung zeigen wird. Der ächte, unvermischte Rahm erhält durch die Beimischung einer geringen Menge von genannter Lösung eine licht« gelbe Farbe. Bei weitem am häufigsten wird aber die Milch mit Wasser verfälscht, wodurch sie eine bläuliche Farbe und einen wässerigen Geschmack erhält. Außerdem, daß ihr t — 241 die gesättigte weiße Farbe mangelt, welche achter Milch eigen ist, scheidet sich auch weniger Sahne von ihr aus, wenn sie der Luft ausgesetzc wurde. Um die Güte der Milch und der Sahne zu bestimmen, bedient man sich in neuerer Zeit eines eigenen Instrumentes, daS unter dem Namen Lactometer (Milchmesser) bekannt und in den Mittheilungen des Gewerbsvereines zu Lahr (1837) be-, schrieben worden ist. Dasselbe besteht aus einem in 100 gleiche Theile graduirten Glascylinder, der ungefähr acht Zolle hoch ist und % Zoll Durchmesser hat. Füllt man diesen Milchmesser bis an den obersten (den 0 Grad) mit Milch und läßt sie einige Stunden bei einer Temperatur von f 16 — 18 R. stehen, so scheidet sich der Rahm auf der Oberfläche ab, welche man von der Milch durch die gelbliche weiße Farbe leicht unterscheiden kann. So viele Hundertthcile diese einnimml, was leicht gefunden wird, da Null oben steht, und so abwärts jede Zahl die Prozentzahl bezeichnet, so viele Prozente enthält die Milch. Eine gute Milch soll nicht unter 10 Prozente Rahm enthalten. Sehr gute Milch enthält 20 Prozente Rahm und öfters noch mehr. M l s t t l l t n. (Bremen.) Wo das Gute, Schöne und Zweckmäßige, besonders neu ersunden, erniiltelt oder angetroffen wird, soll man es aus seiner Zurückgezogenheit herauszieheu und es so zu Nutz und Frommen für das Allgemeine zu verbreiten suchen; um so mehr, wenn durch eine solche gute Erfindung, kostspieligen und dennoch weniger den Zweck erfüllenden Einrichtungen ein Ziel gesetzt wird. Wir sahen unlängst in der hiesigen Glockengießerei und Feuerspritzen - Fabrik von den Herren Gebrüder Bartels am Walle, eine, nach einer eigenen Construction, neue Maschine, welche ein Wasferzubringer genannt wird und den Feuerspritzen in einer Entfernung von 3 — 4000 Fuß in einer Mnute eine außerordentliche Masse Wasser znführt. — Die seitherigen Maschinen dieser Art mußte« zudem von Pferden und zwar sehr behutsam tranöportirt werden; die in Rede stehende jedoch kann von 2, ja, im Stothsalle von eineni Mann auf das Schnellste an den Bestinimumzsort gebracht werden, weil dieser Wasserzubringer auf zwei hohen Rädern ruht; von diesem Gestell kann er ganz leicht durch einen Mann Herabgelaffen und nach dem Gebrauch wieder hinaufgesetzt, auch durch 2 Mann getragen dem Wasser ganz nahe gebracht tverden, was mit den seitherigen Maschinen dieser Art nicht zu bewerkstelligen ist. Der hierdurch erwachsende Vortheil besteht hauptsächlich darin, daß die Sangröhre der Maschine fftrjtr gebraucht werden kann, und die Maschine das Wasser nicht so hoch zu heben hat. Bei dem Bau der Maschine ist sowohl aus Dauerhafngkeit, als auch, unter Vermeidung aller unnöthigen Schwere, auf Leichtigkeit und zweckmäßige Einrichtung des ganzen Wasserzubringers die Nkßte Rücksicht genoniinen, so, daß sie bis jetzt keine ihres Gleichen hat. Auch ist diese Maschine von der Direction der hiesigen Brand-Löschungs-Anstalt in Augenschein genommen und in ihrer Gegenwart in volle Thätiakeit gesetzt worden, wo fssnn bwse Probe zur völligen Zufriedenheit aussiel. Man muß bei Ansicht und Untersuchung dieser herrlichen Maschine aufgefordert werden, ihre besondere Zweckmäßigkeit zu veröffentlichen, damit man allenthalben sich ihrer bedienen mochte. Kleinwelshcim bei Seligenstadt ging ein Mann von 34 Jahren eine Wette ein, eine halbe Maaß Branntwein auf tuimal auszutrtnken. Er gewann die Wette, war aber vier Stunden darnach todt. An»« H»« den. Ihr französischer AbbF, der, nach altem, was Sie mir von ihm melden, ein talentvoller nud achkungswürdiger Mann sein muß, dauert mich sehr; aber doch öffnet sich mir keine günstige Aussicht, ihm sein unverdientes hartes Schicksal zu erleichtern. Seit vielen Jahren schon sind unter dem hiesigen Adel die französischen Hofmeister aus der Diode gekommen, und je länger je mehr setzt man auf deutsche Sprache und deutsche Sitten den ihnen gebührenden Werth. Man sieht die Nothwendigkeit ein, daß einer, was er sein soll, ganz, folglich ein Deutscher ganz Deutscher sei. Dennoch hätten vielleicht diese patriotischen Gesinnungen nicht so geschwind über ein altes Vorurtheil gesiegt, ohne einen Vorfall, welcher zu drollig ist, als daß ich Ihnen denselben nicht mittheilen sollte. Der hiesige Graf D°ß* verlangte, für seine beiden Söhne einen französischen Hofmeister, und schrieb deswegen an seinen Correspondenten in Straßburg. Dieser, welchem vermukhlich ein solcher Auftrag von weniger Bedeutung schien, vehandelte ihn, wie eine mercantilische Speeulatiou, und es lag ihm nur daran, die Sache so kurz als möglich abzuthun. Eines Tages, als er über die Brücke bei Straßbnrg ging, begegnete ihm ein Abb4, den er nicht kannte, der ihm aber in seinem ärmlichen Aufzuge nirgends recht zu Hause zu sein und deswegen eines Unterkommens zu bedürfen schien. Er fragte ihn nach seinem Namen und ob er geneigt wäre, eine Hofmcisterftelle in Deutschland an- unehmen. Der AbbF sagte ja, ohne sich einen Augenblick zu edenken, und der Cvrrefpondrnt, ohne sich weiter zu erkundige», gab ihm die Adresse seines künftigen Patrons und spedirte ihn mit dem Postwagen nach H**. Mein Abbck langte an, führte seine ganze Habseligkeit in einem Schnupstuche bei sich, wußte aber dennoch sich eine solche Miene von Wichtigkeit zu geben, daß man nicht wenig von ihm erwartete. Die jungen Herren lernten in kurzer Zeit: je suis und j’aime, steugen auch bald an, mit französischen Phrasen um sich zu werfen, und, dreist, wie ihr Lehrer, sich um die Schnitzer, die sie machten, nicht zu bekümmern. Nun sollte das Namensfest der gnädigen Frau gefeiert werden. Der Abbe dachte bei dieser Gelegenheit auf einen ganz originellen coup de thealre, auf eine Ueberraschuug, durch welche er seinen bereits erworbenen Credit zu vergrößern hoffte. Zuerst mußten die beiden Knaben eine Gratulation in französischen Versen, die sie nicht verstunden, eiustudiren. Am Festtage selbst wurden früh Morgens im Museum des Herrn Hofmeisters große Anstalten bemerkt, deren eigentliche Absicht aber Niemand errietb. Endlich kam die feierliche Stunde zum Glückwünsche»; die Gräfin saß in froher Erwartung da, die Flngel- thüre» öffnen sich, und die Söhne traten mit ihrem Pädagogen herein. — Welch ein Anblick! Die Mutter starrte ihre Söhne an, und wäre vor Schrecken fast in Ohnmacht gesunken; denn der Abbe hatte — dem ältern das ganze Gesicht vergoldet und dem jüngern versilbert! — An das Hersagen der Verse war jetzt nicht zu denken. Sobald sich die Mutter ein wenig erholt hatte, schickte sie die Gratulanten fort, und befahl, sie zu waschen. Dieses aber war schwerer, als sie sich einbildete. Tie Gesichter waren mit Eierweiß bestrichen, Gold- und Silbcrschanm daraus S 'gt, und mit einem Wolfchahn geglättet worden. Man sah genöthigt, den Arzt herbeizuholen, der, nach einer schmerzlichen Operation, den jungen Herren ihre vorige Gestalt wieder gab. Eine Geschichte, wie diese, konnte nicht verschwiegen bleiben. In jedem Visikenzi,inner, an allen Spieltischen, selbst in der Bedientenflube wurde sie erzählt. Ter AbbF, welcher überall nur der Vergolder hieß, bekam scinen Abschied, und die übrigen Herrschaften hier wurden unter einander eins, daß sie lieber mit eineni weniger zugcstutzten deutschen Hofmeister sich behelfen, als sich der Unannehmlichkeit aussetzen wollten, ihre Kinder broncirt zu sehen. Leben St« wohl u. s. w. * * * 242 Anakreon risches Liedchen. Jugendsinn, leichter Sinn, Natten durch Fluren hin, Sammelt der Blüuichen viel, Liebt Sang und Minnespiel. Freuden und Leiden sind Fluchtig so wie der Wind. Liebe und kose nur, Folge der Rosenspur. Scherze und küsse du, Skimmer hat's Herzchen Ruh'. Wähle ein Mädchen dir, Liebe sie für und für. Sorge für morgen nicht, Leicht löscht des Lebens Llcht, Heute dir, morgen mir, Ist unsre Losung hier. Blind ist des Glückes Loos, Wirf dich ihm in den Schoos; Heute blinkt Sonnenschein, Morgen braußr Sturm herein. Deckt dich das kühle Grab, Ruht nur dein Wanderstab, Auch über Gräber hin Flieget der Jugendstmi. Frauenbestimmuiig. Freund! es gehört zur birtern Mirtur die süßliche Zwetschge: Nimmt doch männiglich auch sich zum Leben ei» Weib. — A n Lisette. Stolzer würdest du nur, Lisette, wenn ich dich rühmte! Also rühm' ich dich nicht; — stolz bist du ja schon genug. An mein Täubchen. Täubchen, du Botin der heiligsten Liebe, Senke mir Ruh' in die wogende Brust! Hast Karolinens tief-innigste Triebe, Hast du ihr Herz wohl zu rühren gewußt? Sprich, was vertraute dir wohl die Geliebte, Da du sie kosend und schmeichelnd umschwirrt? War sie noch immer dieselbe Betrübte, Als du ihr zärtlich-süß: „Lina!" gegirrt? Ewig sein, ewig? O hat sie's gesprochen, Hat sie's gelispelt bas selige Wort? Fühlst du die Pulse des Herzens wohl pochen? Sieh' die Ersehnte am Fenfterlein dort! Dort wohnt mein Leben, mein Lieben, mein Hoffen; Dort wohnt mein Alles, denn sie ist es mir! In ihrem Blick liegt der Himmel mir offen. Ewige Liebe und Treu' schwör' ich ihr! Straßburg. Theodor Klein. An Karoline. Karoline wärst du mein, O dann klagt' ich nicht! Aber immer, immer: „Nein!" Lockenköpfchen spricht. Ach, nur einen Hoffnungsstrahl Senk' in's wunde Herz .. Sieh' sonst tobtet Liebesqnal, Tödtet es der Schmerz! Straßbnrg. Theodor «lein. Kirchenbuch-- Auszüge von Offenburg. Geboren: Den 27. Juni. Karolina Bertha; Vater: Eduard Bischof, Bürger und Drehermeister. Den 7. Juli. Friedrich; Vater: Andreas Zinth, Bürger und Holzhändler. Den 11. — Anna Barbara; Vater: Cornel Bruder, Bürger und Ackersmann. Den 11. — Maria Anna, voy Anna Hund. Den 12. — Maria Anna; VPer: Xaver Mösch, Bürger und Maurer. Den 16. — Magdalena Mathilde Elisabeth« Amalia; Vater- Georg Pfähler, Bürger und Gastwirth zur Fortuna. Getraut: Den 6. Juli. — Johann Nepomuk Händel, Bürger und Schreinermeister, mit Maria Theresia Kleindienst. Den 30. — Lorenz Braun, Bürger und Schneidermeister, cknt Franziska Eistnger. De» 30. — Johann Baptist Lieht, Färber und Bürger in Kürzell, mit Franziska Dober. Gestorben: Den 6. Juli. Franz Glaser von Achern,. 34 Jahre all, lediger Nagelschmied. 's- Den 6. — Julius, 6 Woche».alt; Vater: Franz Grosch, Wevisionsgehülse. Den 10. — Agatha Immer, 61 Jahre alt, Laienschwestev. Den 12. — Louise, 12 Wochen alt; Vater: Xaver Schwert- bemann, Bürger und Bäckermetster. Den 26. — Maria Barbara, 14 Tage alt; Vater: Cornel Bruder, Bürger und Ackersmann. Frucht-Mittelpreise. Ein Malter Offei 25. Juli. iburg 28 . Juli. Oberkirch 23. Juli. Gengenbach 23. Juli. 6. kr. fl. kr. st. kr. fl. kr. Waizen . . 13 — 14 5 12 30 14 30 Kernen . . — — — — 15 — — — Halbwaizen 10 8 10 5 10 — 10 40 Korn . . . 8 25 8 10 8 30 9 40 Gerste. . . — — — — 7 — — ■— Welschkorn — — —• — — — — >— Haber . . . 5 — 5 — 4 48 5 Brov- und Fleischtaxe für den Zeitraum vom 1. bis mit dem 15. August. 1) Brodtaxe. Weißbrod: Das 1 kr.Brod soll wägen .... 4 Loth. „ 2 kr. „ „ .... 8 „ Halbweißbrod: Der 2pfundige Laib soll kosten . 7 kr. „ 4 psündige „ „ „ . 14 „ Schwarzbrod: „ 4psündige „ „ „ .12 „ 2) Fleischtaxe. DaS Pfund Ochsenfleisch soll kosten.11 ft. „ „ Kuhfleisch „ „ 8 » „ „ Schweinefleisch „ 11 „ „■ „ Kalbfleisch „ „ 7 „ » „ Hammelfleisch „ 8 „ Offenburg, am 30. Juli 1840. Großherzogliches Oberamt. Kern. Redaktion, Druck und Berlag von I. Otteni. i