Wochenblatt für die Amtsbezirke Offenbuvg, Oberkirch, Achern, Rheinbischofsheim, Kork, Gengenbach, Haslach und Wolfach. M 6. Offenburg, Bekanntmachungen. Offenburg. (Aufforderung.) Nro. 2738. Metzger Amon Braun von Oberkirch, in Diensten bei Metzgermeister Henco dahier, hat sich den 28. v. M. mir dem Kunde feines Meisters und einer Baarschast von 18 fl. von seinem Meister fortbegeben, um Schlachtvieh cinzukaufen, und ist bis daher nicht mehr zurückgekvmmen, während der Hund, welchen er bei sich hatte, den i. d. M. Abends zurückkam. EL werden daher Diejenigen, welche über diesen Menschen und seinen Aufenthalt während dieser Zeit Auskunft geben können, aufgefordert, schleunige Anzeige anher zu machen. Offenburg, den 8. Februar 1843. Großherzogliches Oberamt. Kern. Signalement. Alter: 23 bis24Jahre; Größe: 5'5"; Statur: untersetzt; Gesichtsfarbe: gesund; Haare: hellbraun; Augen: blau. Derselbe trug bei seiner Entfernung von hier einen braunen tuchenen Tschoben, (s.g. Schappacher), dunkelblaue tuchene Hosen mit schmalen rvthen Streifen an den Nahten (roth passepoilirt), dunkelblaue Kappe mit einer Quaste (Gilet und Halstuch sind nicht bekannt) und Stiefeln. slU Offenburg. (Schuldenliquidation.) Nro.2741. Der hiesige Bürger u. Schneidermeister Joseph Wirth ist gesonnen, mit seiner Familie nach Nordamerika auszuwandern. Es wird daher Tagfahrt zur Schuldenliquidation auf Dienstag den 21. d. M., Vormittags 10 Uhr, auf diesseitiger AMtskanzlei anberaumt, und alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde eine Forderung an denselben zu machen haben, werden aufgefordert, solche in dieser Tagfahrt um so gewisser anzumelden und zu begründen, als ihnen sonst später nicht mehr zur Befriedigung verhelfen werden könnte. Offenburg, den 6. Februar 1843. Großherzogliches Oberamt. [3] Rheinbischofsheim. (Entmündigung.) Nro. 8045. Die volljährige Karolina Hänsel von Scherzheim ist wegen Blödsinns entmündigt und derselben in der Person des Schiffers David Rohr I. von Freistett ein Vormund und Vermögens- Verwalter bestellt worden; was hiermit bekannt gemacht wird. Rheinbischofsheim, den 31. December 1842. Großperzvgliches Bezirksamt. Jägerschmid. s3j Offenburg. (Vermögensverwaltungbetr.) Nr. 1192. Heinrich Ockenfuß, Wittwer von Griesheim, hat anher an- gezeigl, daß er wegen körperlichen Gebrechen sich der Verwaltung seines Vermögens begeben u. dieselbe an den dortigen Burger Edmund Broß übertragen habe. Es wird dieses mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß Heinrich' Ockenfuß keine den 10. Februar 1843. der in dem L. R. S. 513 aufgezählten Rechtshandlungen ohne Bciwirkung des erwählten Beistandes rechtsverbindlich abschließen kann. Offenburg, den 20. Jänner 1343. Großherzogliches Oberamt. Kern. slj Offenburg. (Gläubiger-Aufruf.) Nro. 2612. Auf Ansuchen des Lorenz Fey von Riedle wird Tagfahrt zum Versuche eines Borg- und Nachlaßvertrags auf Donnerstag den 2. Marz d. I., Morgens 8 Uhr, auf diesseitiger Amtskanzlei anberaumt, und haben hiebei sämmtliche Gläubiger des Lorenz Fe» zu erscheinen, widrigenS angenommen würde, sie treten hinsichtlich des Borgvertrags dem Beschlüsse der Mehrheit bei. Offenburg, den 31. Jänner 1843. Großherzogliches Oberamt. v. Laroche. ' -" Schuldes Liquidationen. .. Andurch werden alle Diejenigen, welche aus was immer für,einem Grunde an die Masse nachstehender Personen Ansprüche machen wollen, aufgefordert, solche in der hier unten zum Richrigstellungs- und Vorzugsverfahren angeordneten Tagfahrt, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vvrzuzs- und Unterpfandsrechte, unter gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden und Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln, zu bezeichnen, wobei bemerkt wird, daß, in Bezug auf die Bestimmung des Massepflegcrs, Gläubigeraus- schuffes und den etwa zu Stande kommenden Borg- oder Nachlaßvergleich, die Nichlerscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beigetreten angesehen werden sollen. Aus dem Bezirksamt Oberkirch: >Mf1) von Ulm, an den in Gant erkannten Weber Joseph In lg, auf Montag den 20. März d. I., Vormittags 8 Uhr, auf diesseitiger Amrökanzlei. — Aus dem Bezirksamt Wolfach: [2] von Wolfach, an den in Gant erkannten Sattlermeister Joseph Anton Keller, aufMiktwoch den 22. Febr. d.J., Vormittags 8 Uhr, auf diesseitiger Amtskanzlei. — Aus dem Bezirksamt Gengenbach: [3] von Unkerharmersbach, an den in Gant erkannten Bierwirth Xaver Lehmann, auf Samstag den 18. Februar d.J., Vormittags 8 Uhr, auf diesseitiger Amtskanzlet. Achern. (Schuldenliquidalien.) Die Paul Fischer'schen Eheleute von Waldulm haben die Auswanderungs-Erlaubniß nach Nordamerika erhalte». ES wird daher Tagfahrt zur Schuldenliquidalion auf Montag den 20. Februar d. I., Nachmittags 2 Uhr, anberaumt, und werden daher alle Die-- 42 jenigen, welche Forderungen oder sonstige Rechtsansprüche an die Paul Fischec'schen Eheleute zu machen haben, mit dem Anfügen anher vorgeladen, daß bei ihrem Ausbleiben ihnen nicht mehr zu ihren Forderungen verhölfen werden kann. Achern, den 31. Januar 1843. Großherzogliches Bezirksaint. Bach. Achern. (Mundtodt-Erklärung.) Nro. 1458. Georg Hu her von Serbach und dessen Ehefrau Blanda Blust werden wegen verschwenderischen Lebenswandels im ersten Grade mundtodt erklärt, und ist ihnen Johann Schnurr von Seebach als Rcchtsbeistand bcigegeben, ohne dessen Mitwirkung sie keines der im L.R. S. 513 'aufgeführten Rechtsgeschäfte vornehmen können. Achern, den 25. Jänner 1843. Grvßherzvgliches Bezirksamt. Bach. Achern. (Vermögenseinweisung.) Die Wittwe des Jak. Flink von hier wird nun, da die Erben ihres Ehemannes auf dessen Verlaffenschaftsmasse verzichtet haben und keine weitere Erbansprüche in der mit amtlichem Beschlüsse von 27. Oct. v. I. anberaumten Frist, der öffentlichen Bekanntmachung ungeachtet, angemeldet worden sind, in den Besitz und die Gewähr dieser Erbschastsmasse eingewiesen; was hiermit öffentlich bekannt gemacht wird. Achern, den 27. Jänner 1843. Grvßherzvgliches Bezirksamt. Wänker. Wolfach. (Schulhausbau-Versteigerung.) Nro. 1108. Am Samstag den 18. Februar d. I., Vormittags 9 Uhr, wird der Bau eines neuen Schulhauses zu Hauserbach, Gemeinde Einbach, im dortigen Gemeindshause nach folgendem Ueberschlag der Abstrichsveriieiaeruna ausaelekt werden - Maurerarbeit . . Steinhauerarveit . Zimmermannsarbeit Schreinerarbcit Schlofferarbeit Glaserarbeit . . Hafnerarbeit . . Anstreicherabeit 2619 fl. 44 kr. 338 " 24 " 1108 » 44 -- 434 " 20 " 296 " — „ 259 " 36 - 72 " —. „ 127 " 25 " Summa: 5256 fl. 13 kr. Bauplan, Kostenüberschag und Bedingungen können in der Zwischenzeit auf der hiesigen Amtskanzlci u. bei dem Bürgermeister in Einbach eingesehen werden. Wolfach, den 28. Jänner 1843. Grvßherzogl. Bad. F. F. Bezirksamt. Fernbach. [2] Osfenburg. (Bauaccord-Versteigerung.) Nr. 2159. Die Arbeiten zu dem Baue eines neuen Amtsgefängniffes dahier sollen an die einzelnen Handwerker, nämlich Maurer, Steinhauer, Tüncher, Zimmerleute, Schreiner, Schlosser, Glaser und Blechner, im Svumissionswege überlassen werdW Es werden demzufolge dieselben eingeladen, ihre Anerbieten längstens bis zum 18. k. M. Febr. versiegelt bei diesseitiger Stelle einzureichen, und können dieselben die Riffe und Ueberschläge, so wie die Baubedingungen in diesseitiger Registratur einsehen. Offenburg, den 27. Januar 1843. Grvßherzvgliches Oberamt. Kern. [2] Haslach. (Schulhausbau - Versteigerung.) Zur Abhaltung der Versteigerung des Schulhausbaues zu Welschsteinach, im Anschlag von 11,452 fl. 51 kr., wird Tagfahrt auf Samstag den 18. März 1843, Morgens 9 Uhr, im Wildenmann-Wirchshause zu Welschsteinach festgesetzt; wozu die Steigerungsliebhaber mit dem Ansügen eingeladen werden, daß die „Steigerungsbedingungen, Riß und Ueberschlag bei dem Bürgermeisteramt in Welschsteinach täglich eingesehen werden können, und daß sich auswärtige Steigerer über die Handwerkstuchtigkeit, das erforderliche Vermögen und den Leumund durch legalisirte Urkunden auszuweisen haben. Haslach, den 20. December 1842. Grvßherzogl. Bad. F. F. Bezirksamt. Dilger. sl) Kork. (Liegenschafts-Versteigerung.) Mit obervormundschaftlicher Ermächtigung vom 3. d. M., Nro. 1009, werden aus dem Nachlasse des verlebten Hutmachers Friedr. Schade in Wiüstän nachstehende Objecte, der Crbvertheilung wegen, einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt, nämlich: 1) Eine zu Willstätt stehende zweistöckige Behausung mit Scheuer und Stall, nebst Platz und Garten, neben Jakob Hetzel und der herrschaftlichen Mühle, vvrnen die Hauptstraße, hinten die Kinzig. Taxirt zu 1600 fl. 2) 2!4 Viertel Acker im Habgäffel, Millstätter Banns, neben Johann Pfozer 8. und Bernhard Müll. Werth: 350 fl. 3) l ‘/2 Viertel Acker im Loosenfeld, Sander Banns, neben dem Rötzgraben und Job. Metzger. Werth: 150 fl. 4) Vi Tauen Wiesen im Maiensumpf, Millstätter Banns, neben Johann Hilzinger und Johann Jäkler. Werth: 350 fl. Die Versteigerungsverhanolung findet am Montag den 6. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, im Gasthause zum Ochsen in Willstätt Statt, und es erfolgt der Zuschlag, sobald der Schätzungspreis oder darüber geboten werden wird. Kork, den 6. Februar 1843. Grvßherzvgliches Amtsrevisorat. Schweikhardt. T2] Offenburg. (Holzversteigerung.) Durch Fvrst- praktikant Föckler wird aus der Domaine Sandloch auf der Gemarkung Legelshurst in kleinen Loosabtheilungen, mit Zahlungsfrist bis 1. November d. I. bei hinreichender Bürgschaft, der öffentlichen Steigerung ausgesctzt: Montag den 13. und Dienstag den 14. Februar: 435 Stämme eichenes Bau- und Nutzholz. Mittwoch den 15., Donnerstag den 16. und Freitag den 17. Februar: 286 Vi Klafter eichenes Scheitholz. 187 >/z » do. Prügelholz. 9990 Stück eichene Wellen. Die Abfuhr vorbenannten, größtcntheils sehr schönen Holzes ist durch die Nähe der Hiebsstelle an dem Wege, der von Legelshurst über Odelshofen auf die Landstraße führt, sehr erleichtert. Die Zusammenkunft ist jeweils Morgens 9 Uhr auf der Hiebsstelle. Offenburg n den 29. Januar 1843. Großherzogliches Forstamt. von Ritz. Offenburg. (Faschinentransport.) Künftigen Donnerstag den 16. d. M., Nachmittags 3 Uhr, wird im Swben- wirthshause zu Altenheim der Transport v. pp. 28000 Bund Faschinen, Pfähle u. Gerten von dem Altenheimer Schmidtschollen per Schiff an verschiedene Baustellen auf Marlener und Kehler Gemarkung versteigert werden. Offenburg, den 7. Februar 1843. Großh. Wasser- und Straßenbau-Jnspection. Föhrenbach. s2j Offenburg. (Fahrnißvcrsteigerung.) Des Kartenmacher Xaver Gailer's Wittwe und Kinder lassen am Dienstag den 14. Februar d.J., von Morgens halb 9 bis 12 Uhr und Nachmittags von 1 bis 5 Uhr, in ihrer bisherigen Mieth- wohnung in der Gerberstraße nachbenannte Fahrnisse, der Erbtheilung wegen, öffentlich versteigern; nämlich: Bettwerk, Schreinwerk, Hausrach, einen eisernen Herd, Tapeten sür 40 bis 50 Zimmer von verschiedener Güte und Zeichnung, fertige Spielkarten und die Werkzeuge sammt Modeln zum Kartcnmachen. Offenburg, den 30. Jänner 1843. Großherzogliches Amtsrevisorat. Killy. 43 Offenburg. (Mauersteine - Lieferung.) Die Lieferung von 350 Klafter Mauersteinen zu den Bahnhofbauten bei Offenburg wird nächsten Diensrag den 14. d. M., Vormittags 10 Uhr, im Gasthause zum Zähringerhof dahier versteigert werden. Offenburg, den 7. Februar 1843. Großh. Wasser-,und Straßenbau-Jnspection. Föhrenbach. [1] Kork. (Liegenschafts-Versteigerung.) Zn Folge eingeholter obervormundschaftlicher Genehmigung vom 1. Febr. d. I., Nro. 933, werden aus dem Nachlasse der verstorbenen Michael Heß 3. Ehefrau, Magdalena Salomea Waag von Dorf Kehl, nachstehende Liegenschaften Samstag den 4. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, auf dem Gemeindshause in Dorf Kehl, der Erbtheilung wegen, versteigert werden, nämlich: 1) Eine zu Dorf Kehl stehende einstöckige Behausung mit Scheuer und Stall, fammt Hof, Hofraithe und Garten, der Platz V 3 Viertel groß, neben David Schütterle und Friede. Waller. Werth: 600 fl. 2) ty a Viertel Acker im Ried, Korker Gemarkung, neben Joh. Kleinmann und Leonhard Heid 8. Werth: 120 fl. Dabei wird bemerkt, daß der endgültige Zuschlag erfolgt, sobald der «chätzungspreis oder darüber geboren wird. Kork, den 6. Februar 1843. Großherzogliches Amrsrevisorat. Schweikhardt. [3] Stadt Bühl. (Realitäten - Versteigerung.) Aus der Verlassenschastsmaffe der Löwenwirth Huber's Wittwe von hier werden, der Erbtheilung wegen, Dienstag den 13. Februar d. I., Vormittags 9 Uhr, in dem Gasthause selbst folgende Realitäten öffentlich versteigert: 1) Eine zweistöckige Behausung von Holz mit Balken- kcller, Scheuer, Stallungen, Wagenschopf, Garten und Hofraum mit darauf ruhendem Reaiwirth- schaftsrecht zum goldenen Löwen; 2) eine daran angebaute zweistöckige Behausung von Stein mit gewölbtem Keller, cal 170 Ohm fassend; Alles dahier an der Hauptstraße in der Oberstadt liegend, neben Mehreren und Ignaz Edelmann. 3) Eine im s. g. Hänferdorf dahier liegende Scheuer mit gewölbtem Keller, ca. 330 Ohm fassend und mit 324 Ohm gutgehalteneu Fässern angelegt, neben Johann Schlegelmilch und Norbert Burkart. Dem Steigerer bietet sich Gelegenheit dar, alle zum Betrieb der Wirthschaft erforderlichen Geräthschaften, so wie Grundstücke, eigenthümlich und pachtweise zu erwerben. Die Realitäten können inzwischen täglich einge- sehcn und die Steigerungs-Bedingungen bei Handelsmann I. Wenk dahier vernommen werden. Auswärtige Steigerer haben sich mit legalen Vermögenszeugnissen auszuweisen. Bühl, den 19. Jänner 1843. Großherzogliches Amtörevisorat. Rheinboldt. flf Kork. (Liegenschaftsversteigerung.) Auf Antrag der Erben des David König zu Willstätt werden Samstag den 4. März d. I., Nachmittags 2 Uhr, auf dem Gemeindehause in Willstätt, der Erbtheilung wegen, versteigert: 1) Eine einstöckige, viergiebelige Behausung mit Wall in der Sandgaffc zu Willstätt, neben Johann König und Margaretba Wund; wert!' 300 fl. 2) 1 Viertel Acker auf der Weckerleercn, Odelshofer Gemarkung, neben Johann Krieg; wcrth 80 fl. Der Zuschlag erfolgt, sobald der Schätzungspreis oder darüber geboten wird. Kork, den 3. Februar 1843. Großherzogliches Amts-Revisorat. Schweikhardt. flf Offenburg. (Ersuchen.) Die Haupterbin des in Schutterwald verstobcnen Pfarrers Franz Xaver Geck, Anton Obert's Wittwe, Klara geb. Geck dahier, hat mich zur Besorgung ibrer Angelegenheiten in hiesiger Gegend bevollmächtigt; demnach ich alle Jene, die irgend eine rechtmäßige Forderung an dessen Masse zu machen haben, hiemik ersuchen muß, solche am nächsten Montag den 13. b. M. im Ochsenwirths- hause zu Schutterwald, frühe 9 Uhr, bei mir einzugeben, damit ich für deren Berichtigung noch vor dem Theilungsschluß sorge. — Desgleichen ersuche ich auch Jene, welche zur genannten Verlaffenschaftsmasse etwas schulden, an selbem Tage ihre Zahlungen mir zu leisten. Offenburg, den 8. Februar 1843. Trautvetter, Notar. [2] Hofweier, £5.51. Offenburg. (Aufforderung.) Alle Diejenigen, welche aus irgend einem Grunde an den Nachlaß des im vorigen Jahre verstorbenen hiesigen Armenfonds-Ver- rechners Georg Beyle Ansprüche zu machen haben, werden auf diesem Wege aufgefvrdert, diese bei der auf Montag den 13. d. M., Vormittags 9 Uhr, anbcraumten Liquidations- Tagfahrt auf dem hiesigen Rathszimmer, entweder schriftlich oder mündlich, um so gewisser anzumelden und zu begründen, als sie sonst bei der vor sich gehenden Derlassenschasts-Verhandlung unberücksichtigt bleiben müßten. Zugleich werden die Schuldner der Masse an die Berichtigung ihrer Schuldigkeiten erinnert, mit dem Anfügen, daß im Unterlassungsfälle gerichtliches Betreiben ohne Weiteres erfolge. Hofweier, den 1. Februar 1843. Das Bürgermeisteramt. Jsenmann. Offenburg. (Brennholzversteigerung.) Montag den 13. dieses Monats, Nachmittags 2 Uhr, werden im hiesigen Stadtwalde an der Schutterwälder Straße in der sogenannten Kartonlach 4 6 / 8 Klafter eichenes Scheitholz, 5!4 ", " Stockbvlz und 1025 Stück gemischte Wellen gegen baare Zahlung bei der Abfuhr öffentlich versteigert; wozu die Liebhaber eingeladcn werden. Offenburg, den 8. Februar 1843. Der Gemeinderath. Löffler. vdt. Kornmaper. [1] Griesheim, £5. 51. Offenburg. (Eichstämmeversteigerung.) Am Mittwoch den 15. d. M., Morgens 9 Uhr, werden in dem genossenschaftlichen Gottswalde 33 zu Boden liegende Eichstämme, welche sich vorzüglich zu Holländer- Stämmen eignen, gegen baare Bezahlung vor der Abfuhr öffentlich versteigert. Die Zusammenkunft ist aus der Hiebstelle. Griesheim, den 3. Februar 1843. Bürgermeister Ockenfuß. [2] Urloffen, £3.21. Offenburg. (Bauaccord - Versteigerung.) Die hiesige Gemeinde läßt am 20. Februar d.J., Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathszimmer dahier die Herstellung eines neuen Wucherstierstalles an den Wenigstnehmenden öffentlich versteigern; wozu die betreffenden Bauhandwerksleute mit dem Anfügen eingeladen werden, daß Plan, 44 Riß und Ueberschlag täglich auf hiesigem Rathözimmer eingesehen werden können, und daß sich auswärtige Meister mit Fähigkeits- und Vermögens-Zeugnissen bei der Steigerung auszuweistn haben. Die löblichen Bürgermeisterämter werden höflich ersucht, dieses in ihren Gemeinden verkünden zu lassen. Urlossen, den 28. Jänner 1843. Das Bürgermeisteramt. Baßler. [2] Berghaupten, Amts Gengenbach. (Bauversteigerung.) Die Herstellung der hiesigen Kirche wird am Dienstag den 21. Februar d.J., Nachmittags halb 2 Uhr, auf der Rathsstube dahier der öffentlichen Versteigerung ausgesetzt, und es sind zu diesem Behufe veranschlagt worden: 1) Die Maurerarbeit für .... 708 fl. 12 kr. 2) " Zimmerarbeit " .... 195 - 54 - 3) " Schreinerarbeit » .... 257 - 48 - 4) " Schlofferarbeit " .... 38 - 30 - 5) » Malerarbeit » .... 288 - 36 - 6) " Blechnerarbcit " ... . 850 - — - In Summa für . . 2239 fl. — kr. Die Ortsvorstände werden ersucht, dies gehörig bekannt zu machen, mit dem Anfügen, daß sich auswärtige Steigerer über ihre Tüchtigkeit mit Zeugnissen auszuweisen haben. Berghaupten, den 29. Jänner 1843. Der Stiftungsvvrstand. Burger, Pfarrverweser. [2] Zell bei Offenburg. (Rebenversteigerung.) Zufolge verehelichen Auftrags Großh. Amtsrevisvrats Offenburg vom 24. d. M., Nro. 101, wird aus der Gantmaffe des Mathias Herm von Albersbach Dienstags den 14. Februar d.J., Nachmittags 2 Uhr, im Gemeindehaus dahier nachbcschriebenes Rebstück einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzr: 1 Haufen Reben an der Länder!, einerseits Johann Schuhler, anderseits Norbert Vollmer. Zell, den 26. Jänner 1843. Bürgermeisteramt. Baßler. Oberkirch. (Liegenschaftsversteigerung.) In Folge richterlicher Verfügung vom 18. November v. I., Nro. 27333, werden den Max Mvritz'schen Eheleuten von hier Donnerstag den 16. d. M., Nachmittags 2 Uhr, im Gasthause zum Kreuz hier im Wege der Vollstreckung nachbenannte Liegenschaften öffentlich versteigert, als: 1) Die Hälfte einer einstöckigen, von Riegeln erbauten Behausuung, auf dem Rempart gelegen, neben Eiriak Pfeifer und Jvsepb Weinbrenner. 2,) Ein hinter dem Hause liegender, ca. 4 Ruthen großer Gemüsganen, neben den vorbemerkten Anstößern. Der Schätzungspreis ist 300 fl., und erfolgt der Zuschlag, wenn derselbe erreicht oder darüber geboten wird. Oberkirch, den 4. Februar 1843. Das Bürgermeisteramt. G. Braun. vdt. Mast. [2] Legelshurst, Amts Kork. (Eichstämme-Versteige- rung.) Montag den 13. Februar d.J., Vormittags 9 Uhr, werden im Legclshurster Korker-Wald-Antheil -- Heßschlag « gegen baare Zahlung 97 Stämme aufrechtstehende Eichen, welche sich zu Bau - und theilweise Holländerholz eignen, einer öffentlichen Steigerung ausgesetzr. Die Zusammenkunft ist vor dem hiesigen Gcmeindehause, von wo aus man sich in den Wald begeben wird. Legelshurst, den 22. Jänner 1843. Das Bürgermeisteramt. Herrel. Kl Freisten, Anus Rheinbischvfsheim. (Liegenschaft^' Versteigerung.) Zufolge richterlicher Verfügung vom 16. Nov. v. I., Nro. 7040, werden dem hiesigen Bürger und Tagner Jakob Volk Samstags den 4. März d.J., Vormittags 9 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause folgende Lie- genfchasten im Zwangswege öffentlich versteigert werden: 1) Die Hälfte an einer einstöckigen Behausung, Scheuer, Schopf und Stallung, so wie 2) die Hälfte an l l / 2 Viertel Haus-, Hof- und Gartenplatz, einers. Daniel Siehl, anders. Georg Anthoni. Der endgültige Zuschlag-erfolgt, wenn der Schätzungspreis oder darüber geboten wird. Freistett, den 30. Januar 1843. Das Bürgermeisteramt. Hauß. [3] Meissenheim, O.A. Lahr. (Hausversteigerung.) Montag den 13. Februar d.J., Nachmittags I Uhr, läßt der Unterzeichnete, als Bevollmächtigter des Eigenthümers, das ehemals Amksschultheiß Fischer'sche Haus nebst Oekonomie- Gebäuden rc. in Meisscnheim, Oberamrs Lahr, im WirthS- hause zum Hechten daselbst zu Eigenthum versteigern. Die Gebäude bestehen: 1) aus einem 150 Fuß langen und 50 Fuß breiten, größten- theils von Stein erbauten, zweistöckigren Hause, am schönsten und frequentesten Platz im Ort, gegen Süden an der Straße nach Lahr, gegen Westen an der Rheinstraße gelegen, gegen Norden und Osten der Hof, — enthaltend s. im untern Stock: einen geräumigen heizbaren Saal mit heizbarem Nebenzimmer, 4 andere Zimmer, wovon 3 heizbar sind, eine große Küche mit Speisekammer und breite durchgehende Kreuzgänge, 2 Holz- und 1 Chaisen-Remise; d. im obern Stock: 2 Säle und 9 Zimmer, wovon 6 heizbar sind, nebst Küche; c. drei große Speicher; d. unter dem Hause: zwei gewölbte und zwei Balken- Keller ; — 2) aus einem 130 Fuß langen und 40 Fuß breiten neuen Oekonomiegebäude von Eichenholz mit doppeltem Ziegeldach, welches enthält: i Wasch- und 1 Bauchhaus mit Backofen, 1 Bedientenzimmer, 1 Speicher, 1 Remise, eine mit Steinplatten belegte Tenne mit Fruchtbarren rc., 1 geräumigen Pferde- und 1 Rindviehstall, jeder wenigstens für 12 Stück Vieh, nebst Futtergang, 1 Schafstall, 9 Schwein- und Geflügelstälie; 3) aus einer 75 Fuß langen und 36 Fuß breiten Scheuer mit Tenne und Barren, 3 Stallungen mit Zurrergang und 2 Helmenkammern. Endlich gehört dazu ein schöner Gemüsgarten im Hof. Letzterer ist gepflastert, von allen Seiten mit Mauern eingefaßt und zur Durchfahrt mit zwei Thoren versehen. Das Ganze umfaßt einen Flächenraum von 1 Morgen, hat 3 Brunnen und eignet sich vorzüglich zu einer Fabrik, Bierbrauerei, Weinhandlung und Landökonomie. Auswärtige Steigerer haben legalisirte Vermögenszeug- niffe beizubringen. Ratification wird Vorbehalten. Sollte der Anschlag nicht erreicht werden, so werden die Gebäulichkeiten in 3 bis 4 Abtheilungen auf den Abbruch und das Terrain in 3 Abtheilungen zu Hausplätzen versteigert. Die resp. Herren Bürgermeister werden höflich ersucht, solches in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen. Meissenheim, den 17. Januar 1843. Der Bevollmächtigte des Eigenthümers: Kaiser, Rathschreiber. Offenburg. (Maskenkleider.) Bei Schneidermeister Görrmann in der Gerbergaffe ist über die gegenwärtige Ball- und Faschingszeit eine schöne Auswahl neuer Dominos und sonstiger Maskenkleider aller Art billig zu haben. LS [1] Offenburq. (Ballanzeige.) Am Sonntag den 19,-n d. M. wird der Unterzeichnete einen Ball halten, wozu die Honorationen und Bürgerschaft cingeladcn werden. Anfang Abends 8 Uhr. Eintrittspreis 30 kr. für die Person. L. Göring, zu den drei Königen. Offen bürg. (Heuverkauf.) Bierbrauer Rubi hier hat 40 Cenlner gutes Heu zu verkaufen. sl] Offenburg. (Hausverkauf.) Wagnermeister Martin Heg ist gesonnen, sein Haus nebst einem Gonen in der Waffer- gaffe unter der Hand zu verkaufen. flU Offcnburg. (Zimmervermiechung.) Bei Schneidermeister Huber in der Steingaffe sind zwei möblirte Zimmer zu vermiethen und aus den 1. April zu beziehen. flU Willstätt. (Handwerksgeschirr-Verkauf.) Bei Friedrich Schadt'S Wittwe ist verschiedenes Hutmacherhandwerks- geschirr, worunter zwei gute eiserne Kessel von 2 u. 4 Oehmlc Gehalt, billig zu verkaufen. [1] Offenburg. (Lvgisvermiethung.) In der langen Straße Nro. 311 ist ein Zimmer mit Alkove und Küche auf nächsten Frauentag zu vermiethen. [4] Offenburg. (Pferde-, Wägen-, Fuhr- und Pferd- ge/chirr-Verkauf.) Es sind drei starke Zugpferde im besten Alter, drei Wägen mit eisernen Achsen, worunter ein breiter ist, 20 Ketten, 2 Pflüge, 2 eiserne Eggen und ein ganz neues, 30 Oehmle haltendes Dunglachfaß, entweder im Ganzen oder theilweise, ganz billig zu verkaufen. Ausgeber dieses Blanes sagt von wem. [2] Offenburg. (Dungverkauf.) Kaiserwirth Friedrich B ä h r l e hat einen großen Haufen vorzüglich guten Dung zu verkaufen. slU Offcnburg. (Canapee-Verkauf.) In hiesiger Stadt ist ein neues Canapee zu verkaufen — von wem? sagt Ausgeber dieses Blattes. Offen bürg. (Kastenverkauf.) Ein großer tannener Kleiderkasten ist zu verkaufen — von wem? sagt Ausgeber dieses Blattes. Offen bürg. (Maskenkleider.) Da das Gerücht verbreitet wurde, daß ich für ein Maskenkleid per Stunde 1 fl. verlange, so bringe ich nachträglich zur öffentlichen Kenntniß, daß ich für einen Domino für die ganze Rächt hindurch nur 48 kr. bis l fl. berechne. Xaver Moppert, Schneidermeister. D u n g m e h l. Von meinem aus Thierknochen verfertigten Dungmehl, welches sich nach den beim landwirthschaftlichen Verein damit angesteilten Versuchen aufs Beste bewährt hat und deßhalb von der Direction im landwirthschaftlichen Wochenblatt Rr.25 vom 24. Juni 1842 den Landwirrhen empfohlen wurde, kann wieder abgegeben werden. Don diesem Dungmehl sind zur Düngung eines Morgen Wiesen 5 bis 6 Cenmcr auf 6 bis 7 Jahre und zur Düngung eines Morgen Ackerfeldes 4 bis 5 Centner auf 3 bis 4 Jahre erforderlich, und kostet der Cenmer 4 fl., hier genommen, gegen baare Zahlung. Die bei der Versendung nöthigen Säcke werden mit 36 kr. berechnet, bei deren Rückgabe dieser Betrag aber wieder zu- rückvergület. Freiburg, den 3. Februar 1843. G. Zuber. [3] Freibur g. (Heuverkauf.) In Nro. 337 in Freiburq sind noch circa 1000 Centner gutes Heu zu verkaufen. Briefe erbittet man franco. [1] Offenburg. (Wohnungsvermietbung.) Bäckermeister Moppert will die gewesene Wohnung seiner verstorbenen Mutter in der Kieftrgaffe, bestehend aus dem obern Stock nebst Zugchörde — sogleich beziehbar — vermiethen. CI] Offenburg. (Maskenkleider.) Bei Schneidermeister Schwägler in der langen Straße sind über die Ball- und Faschingszeit alle Arten von Maskenkleidern um billige Preise zu haben. Kapitalien auszuleihen. st] Gegen Obligation können vom Gewerbschulsond dahier 550 fl. und aus hiesiger Sparkasse 2200 fl. dargeliehen werden. Offenburg, den 8. Februar 1843. Stadtkaffe - Verrechnung. Schweizer. sl] Vom Kirchenfond in Niederschopfheim können 1224 st. zu 5 pCt. auf gesetzliche Pfandversicherung dargeliehen werden. Rechner Köhler. sl] 3m gemeinschaftlichen Almosen der Gemeinden Bischofsheim, Hausgereuth und Holzhausen liegen 200 fl. zu 5 Procent zum Ausleihen auf gerichtliche Obligation bereit. [1] Offenburg. Die hiesige Karcherzunft hat 200 fl. zu 5 Procent gegen gerichtliche Versicherung auszukeihen. Jos. Waidele, Derrechner. [1] Simon Matz von Weier hat 200 fl. Pflegschaftsgeld auf Obligation auszuleihen. [2] Von den diesseitigen Kaffen können mehrere Kapitalien auf pfandschastliche Versicherung dargeliehen werden. Offenburg, den 31. Jänner 1843. Kirchen-, Armen- und Prädicatur-Fonds-Verrechnung. Durnegger. [2] Auf den 1. April d. I. können bei hiesiger Gemeindekasse 800 fl. gegen doppeltes Unterpfand ausgeliehen werden. Wenn die Summe dem Einen oder dem Andern zu stark ist, so werden auch nur 400 fl. abgegeben, und zwar zu iV 2 pCt. verzinslich. Hesselhurst, den 20. Jänner 1843. Bürgermeisteramt. Jockers. [2] Es liegen 1000 fl. im Heiligenfond zu Oberkirch, die man theilweise oder im Ganzen lehnungsweise, zu 5 pCt. verzinslich, auf eine gesetzliche Pfandurkunde haben kann. [2] Die Maurer- und Zimmerzunft in Ortenberg hat 100 fl. auf Obligation auszuleihen. Verrechnet Peter Bürck. 13] Die Armenfonds - Verrechnung in Dorf Kehl hat 1650 fl. gegen gerichtliche Versicherung auszuleihen. [3] Es sind 500 fl. Pflegschaftsgeld zu 5 pCt. auf Obli- gattion auszuleihen— von wem? sagt Ausgeber dieses Blattes. Stand der Offenburger Sparkafse. Die Einlagen im Monat Jan. 1843 betrage» 1466 fl. 2 kr. Hlezu die Einlagen bis zum Schluffe des Monats December 1842 . . . . 22821 fl. 9 kr. Total . . 24287 fl. 11 kr. Die Rückzahlungen im Monat Januar 1843 betragen.. 303 st. 17 kr. Hiezu die Rückzahlungen bis zum Schluffe des Monats December 1842 . . . . 5317 fl. 22 kr. Zusammen . . 5620 fl. 39 kr. Offenburg, den 2. Februar 1843. Sparkasse- Commission. Theater in Offenburg. Sonntag den 12. Febr.: Zu ebner Erde und erster Stock, oder: Die Launen des Glückes; eine ganz neue Localpoffe mit Gesang, in drei Aufzügen, von I. Restroy; Musik von A. Müller. (Manuscript.) — Das Theater ist in den obern und untern Stock abgecheilt; die Handlung spielt zugleich in der Wohnung des Herrn von Goldfuchs im obern Stock und in der Wohnung des Tändlers Schlucker zu ebner Erde in einem und demselben Hause. 4« Das Unglücksjahr 1842. Wenige Jahre lassen sich in der Weltgeschichte auffinden, die sich in der Häufung von großen Unglücksfällen auf so betrübende Weise ausgezeichnet haben, wie das letzt zurückgelegte. Wir geben hier eine gedrängte Uebersicht der be- deutendsien Unglücksereigniffe desselben in chronologischer Ordnung: Januar. Brand von Drontheim in Norwegen. Es brannten 300 Häuser nieder. — Schreckliche Niederlage der Engländer durch die Afghanen. Februar. Untergang des Dampfboots Mohikan bei Neu-Orleans; durch das Springen des Kessels verursacht. März. Auf der Insel Java wird durch den Ausbruch eines Vulkans eine ganze Landschaft mit 400,000Kaffeebäumen verschüttet. April. Das neue Dampfschiff Medora (Dienst zwischen Baltimore und Norfolk) wird durch das Zerplatzen des Kessels mit 150 Personen in die Lust gesprengt. — Brand in Posega (Croatien); 200Häuser. — Brand von Povidz (Provinz Posen); 64 Gebäude brennen ab. — Brand von Pozeg (bei Agram); 200Häuser brennen ab. — Brand der preußischen Stadt Büren (Regbzk. Minden); 37 Gebäude. Mai (der furchtbarste Monat unter allen). Brand von Steyer in Oestreich; 273Häuser brennen ab.— Brand von Hamburg. Es wurden ein Raub der Flammen: 75 Straßen, 1749 Häuser, 1508Süle, 188Buden, 474Ke!ler; im Ganzen 4219 Feuerstellen, 102 Speicher und 9 Stallungen; die Zahl Derjenigen, die dadurch um ihre Wohnungen gekommen sind, beträgt 19,099 Seelen. — Großes Erdbeben auf der Insel St. Domingo. Die Stadt Cap-Hayti stürzt theils jn Trümmer, theils wird sie von einer Feuersbrunst in Asche gelegt; 7000 Menschen büßen ihr Leben dabei ein. — Unglück auf der Versailler Eisenbahn. Der Zug besteht aus 20 Wagen mit etwa 800 Passagieren. Zwischen Ela mark und Meudon bricht die Achse der ersten Lvcomotive; die zweite stößt darauf; die Waggons werden aus den Schienen geschleudert, fangen Feuer; 80 Menschen werden getödtet, theils zerschmettert, theils verbrannt; 150 sind mehr oder weniger verwundet. — Brand in den Nova Ußolky'schen Salzwerken (in Rußland); 600 Häuser, 15 Magazine und 80,000 Faden Brennholz werden in Asche verwandelt. — Brand von Niedereisenhausen; 46 Gebäude zerstört. — Brand in Hirschberg in Böhmen; 100 Häuser. — Brand von Berga (im Weimar'schen); 100 Häuser. — Brand in Jrsremow (Rußland); 110 Häuser. Juni. Einsturz der Decke des Reithauses in Schlei; während einer Theatervorstellung; 21 Todte und gegen 100 Verwundete. — Brand von Roltdorf (Hannover); das ganze Dorf pon 62 Häusern brennt nieder. — Brand von Wasser- bielitz (bei Trier); 80 Häuser. — Brand in Frimar (bei Gotha); 86Häuser. — Großer Sturm in den französischen Departements der Loire, Savne und Rhone; 130 Häuser und ganze Wälder werden niedergerissen und mehrere Menschen getödtet. — Brand von Tourreron (Depart. des Ardennes); 250 Häuser. — Brand von Steinbach (bei Gießen); 23 Wohn-, 112 Nebengebäude und 48 Scheunen, 284 Personen wurden obdachlos. — Brand im Bad Salzbrunn (in Schlesien); 31 Gebäude. — Brand in Masmünster (im Elsaß); 60Gebäude. Juli. Waldbrand bei Langhard (bei Coblenz); 200 Morgen Waldung werden in Asche gelegt. — Tod des Herzogs von Orleans; herbeigeführt durch einen Sprung aus dem Wagen, während die Pferde durchgingen; aus dem Wege zwischen Paris und Neuilly. — Brand von Lugos (in Ungarn); 300 Häuser. — Brand von Beretzk (in Ungarn); 700 Gebäude. — Brand von Szeet-Katolna (in Ungarn); 180 Häuser. — Brand in Knittel seid («steper- mark); 116Gebäude. — Brand des Städtchens Markdorf (im Badischen); über 100 Gebäude. — Brand in Lorch am Rhein; 28 Häuser — Brand in Villach (Kärnthen); 24 Häuser. August. Brand von Kamen; (in Sachsen); 300 Häuser. — Untergang des afrikanischen Sträflingsschiffes »Waterloo--; gegen 200 Menschen verlieren ihr Leben. — Brand von Möckern (bei Magdeburg); 200 Häuser. — Waldbrand bei Bensbcrg; 100 Morgen Waldung. — Brand von Rinschheim (im Badischen); 115 Gebäude.— Brand in Seeburg (beiMagdeburg); 52Häuser.— Niederlage der Russen durch die Tscherkessen. September. Brand von Osch atz (Sachsen); 153 Häuser. — Großer Waldbrand im Sächsisch-Böhmischen Waldgebirge. — Große Ueberschwemmung in der Gegend von Havre. — Brand von Perm (Sibirien); die ganze Stadt brannte ab. — Brand von Kasan; 1309 Häuser, 9 Kirchen und 1 Kloster. — Schiffbruch des Russischen Linienschiffs --Jngermanland-- von 74 Kanonen; 403 Personen verloren dabei das Leben. — Brand von Liverpool. , Oktober. Furchtbare Stürme in den spanischen Küstenländern, namentlich in der Provinz Valencia. — Die Stadt Ceuta (in Afrika) wurde von Stürmen und Wolkenbrüchen fast ganz zerstört. — Ausbruch der großen Rinderseuche in Egypten. — Ueberschwemmung der Stadt Smyrna in Kleinasien; 400 Menschen verloren das Leben. — Orkan und Wvlkenbruch auf der Insel Madeira, wodurch der größte Theil ihrer kostbaren Rebpfianzungen zu Grunde gerichtet ward. November. Blutiges Gefecht in den Straßen von Barcellona. December. Zwölfstündiges Bombardement von Barcellona. Den Einwohnern wird eine Contribution von zwölf Millionen Realen auferlegt. Das Kriegsgericht läßt 14 Insurgenten erschießen rc. — Am 1. Weihnochtsfeiertage: Zujammensturz der Galleriegelände in der Kirche zu Galway (Irland); bei 50 Menschen wurden erschlagen, viele verwundet. Heber die Art, das Fleisch z« verkaufen. Bekannt stnb die Klagen der Fleischkäufer über die ihnen von den Metzgern aufgedrungenen Zugaben von Bein und schlechten Stücken, und werden, aller polizeilichen Borschristen ungeachtet, nicht enden, so lange bei uns überhaupt die bisherig« Art des Verkaufes im Gange bleibt, nach welcher auch die schlechteren Theile eines Stückes Vieh zum gleichen Preise, wie die besseren verkauft werden müssen, da die Taxation der Fleischpreise darauf gebaut ist. Gewöhnlich sind es dann auch noch die ärmeren und kleinere Stücke kaufenden Kunden der Metzger, welche das minder gute Stück erhalte», aber dem Pfund nach eben so theuer zahlen müssen, als der reiche Wirth oder Privatmann sein großes, schönes Stück erhält, da der Metzger auf diesen mehr Rücksicht nimmt. Zn England herrscht ein anderer Gebrauch im Fleischhandel. Director v. Weckherlin in Hohenheim sagt in seiner kürzlich erschienenen gekrönten Preisschrist: Ueber englische Laudwirthschaft und deren Anwendung auf andere lanbwirthschastliche Verhältnisse, in dem Abschnitte über Rindviehzucht Folgendes: „Als vorherrschender Zweck bei der Rindviehzucht Englands wird die Mästung angegeben, d. h. die Erzeugung von möglich vielem Fleisch und Fett in möglich kurzer Zeit, mit verhältnißmäßig möglich wenigem Futter und das Fleisch von möglich guter Qualität. Ein besonderer Werth wird auf die Eigenschaft der Thiere, sich in der kürzesten Zeit zu entwickeln und auszubilden, gelegt, und diese auch durch kräftigste Nahrung unterstützt. Bei allen englischen Raffen ist diese Eigenschaft, natürlich in etwas verschiedenem Grade, zu bemerken, und es bringt dieselbe auch besonders da, wo Fleisch- productivn so wichtig ist, großen ökonomischen Nutzen. Auch jene Rücksicht, welche die Engländer auj die Qualität des Fleisches nehmen, ist von besonderer Wichtigkeit bei Beurtheilung des Ganzen der englischen Viehzucht und deren Betriebsweise. Es wird nämlich in England der Fleischverkauf und Einkauf so betrieben: der Fleischer zerlegt das Fleisch in die verschiedenen 47 theils größere», theils kleineren Stücke, und stellt diese, meistens auf großen Fleischmärkten, zum Verkaufe aus. Die Einkäufer sind in ihre» Forderungen sehr strenge, und es legen die Engländer. so großen Werth auf gutes Fleisch, den Hauptbestandtheil ihrer Nahrung, daß cs ganz gewöhnlich isi, daß die Hausherren, auch von höheren Ständen, den Fleischmarkt zur Auswahl ihres Bedarfs selbst besuchen. Wenn der Käufer das Fleisch nach seinem Geschmack und nach der Ausgabe, welche er ungefähr machen will, gewählt hat, so fragt er nach dem Preise, welcher dann theils dem Pfund, theils auch dem Stiicke nach festgesetzt wird. Es wird dabei natürlich erst berücksichtigt, welche Quantität von Knochen dabei ist, und dann von welcher Qualität das Fleisch, ob es fein- oder grobfaserig, saftig oder sehnig und trocken, durchwachsen (marmorirt), mehr oder weniger fett, von welchen Körpertheilen es sey u. dgl., kurz — viele Knochen sind dem englischen Fleischer Schaden; geringeres Fleisch wird bedeutend niederer bezahlt als besseres, rühre nun der Unterschied daher, daß es von einem Thiere oder einer Art, die überhaupt weniger gutes Fleisch gibt, daß es von solchen Körpertheilen seh, an welchen die Qualität des Fleisches niederer ist. Der Unterschied, welcher hiernach gemacht wird, ist sehr bedeutend. Der Preis wechselt nach Qualität des Fleisches von 8 kr. bis zu 32 kr. das Pfund. Mit diesem Gebrauche ist der weitere Vortheil verknüpft, daß, weil das bessere Fleisch dadurch Lurusartikel und hiernach auch sehr gut bezahlt wird, der ärmere Mann das eringere Fleisch desto billiger kaufen kann, was Alles den Ver- rauch außerordentlich steigert. Es ist unbegreiflich, daß jener so höchst natürliche und' praktische Betrieb des Fleischhandels nicht überall stattfindet, und daß wir z: B. in Deutschland so häufig nicht nur sch.echtes Fleisch, meistens noch überdies nach obrigkeitlicher %att, eben so theuer als gutes, sondern auch die Knochen milbezahlen müssen; baß es also unfern Fleischern oder Viehhändlern fast gleichgültig sein darf, ob ein Stück Schlachtvieh rauhes oder zartes Fleisch gibt, ob seine Knochen mehr oder weniger wiegen u. dgl. Hierin, und well in England weniger vorherrschend auf Milchergiebigkeit hingearbeitet wird, liegt unter Anderem offenbar der Aufschluß über die verschiedenen Anfichteu in Betreff der vortheilhastesten Körperformen des Rindviehs, welche zwischen den englischen und deutschen Viehzüchtern stattfinden. ’ M i s c e t l e n. Die »Signale' erzählen: Gluck zerbrach einmal in der Straße 8siirtHo20r6 in Paris die Fensterscheibe eines Gewölbes im Weril, von so Sous. Er gab einen Tbaler hin, und da ihm der Gewölbinhaber nichr tzerausgeben konnle, sagte Gluck: »behallen Sie de» ganzen Thaler," und zerschlug auch die zweite Scheibe. Im Schuldgefängnisse zu London Karb kürzlich ein hartnäckiger Schuldner; wegen einer Schuld von r«—»o Pfund eingesperrt, welche er wohl hätte zahlen können, blieb er u Jahre im Gefängnisse. Bei seinem Tode waren diese lt —3« Pfund durch die Zinsen und Kosten auf mo Pfund angewachsen. Ein Dankee in Boston empfiehlt in öffentlichen Blättern Aeltern und Vormündern unbotmäßiger Knaben seine neu errichtete ,, »ädagogische Prügelmaschiue von t Pferdekraft." — Die Preise find je nach Zahl und Qualität der zu eril,eilenden Streiche auf »—12 Cents festgesetzt. Aus dem Anschlagzettel eines zu Paris neu cröffneten Balls wird unter andern Bcrgnügcn eine Furiengallovpade mit Begleitung von Höllenftammen, Posaunen, Kettengeklirr, Schlau- gengezifch und Zähneknirschen angekündigt. Dem Herrn Pfarrer und Professor Schleiß von Gaibach ist es durch viele Mischungsversuche gelungen, mittelst der Torfasche aus anaemein verbreiteten Erdarten mehrere Mörtelforken ohne Sandbeimischung zu bereiten, welche fämmtlich an Feinheit, Zartheit, Festigkeit, Farbenhaltigkeit und Wohlfeilheit den gewöhnlichen Kalkmörtel überkrefft« und der Gesundheit hei ihrem schnellen Trockne» nicht nachtheilig find. Da er bereits mehrere Proben hiervon der König!. Regierung von Unterfrankcn und Afchaffenburg zur Einficht und Prüfung »orgelegt hat, so ist zu erwarten, daß diese so gemeinnützige und überdies fv viel Holz, Zeit und Mühe sparende Erfindung baldigst für de» allgemeinen Gebrauch bekannt gemacht werde. Der Stieselwichsefabrikant Wacren in London har jetzt 20,000 Pfd. jährliche Renten und verdankt dies nur dem großen Absatz feiner Waare durch Ankündigungen in Form von Novellen, Anekdoten ic., wozu er einen Dichler eigens hielt und ansehnlich besoldete. I» Berlin ist ein Adeliger wegen eines groben Verbrechens vom Adel ausgeschlossen und dem Bürgerstande zugewiesen worden. Der Bürgerstand hat jedoch für das Geschenk ablehnend gedankt und will es jetzt den Bauern übergeben. Was werden die jetzt damit ansangcn? Schade, daß wir den Namen des würdige« Mannes nicht ansühren können. Das Factum ist jedoch wahr und unser Gewährsmann der beliebte Dorszeitungsschrciber. Der Diamant wurde bekanntlich von den »euere» Mineralogen und Chemikern als crystallistrter Kohlenstoff erklärt, der sich nicht, wie andere Minerale, schmelzen läßt, sondern stch »der Kohlen in Dampf oder Gas auflöst und verflüchtigt. Nun hat Dr. Petzbold ans chemischem Wege gefunden, daß die ur- subfianz dieses Königs der Edelfieinc aus Pflaozentheilcn bestehe, oder vielmehr aus Pflanzenkräfren, die sich im Verlaufe von Jahrtausenden unter zusammentreffenden günstigen umständen zum Crystall erhärtet haben. Es bestand bisher allgemein der Grundsatz hei der land> wirthschasilichen Praxis, daß der Kleesame nur eine sehr schwache Bedeckung mit Erdkrumme zu seinem Gedeihen verlange: einige glaubwürdige Berichte beweisen aber gerade das Gegentheil, indem nach tiefem untervffügcn desselben auffallend schöne und neue Kleesaaten entstanden sind. Diese, für Freunde des Kleebaues gewiß interessante Beobachtung verdiente wohl mehrseitige Prüfung. Folgende Titulaturen kommen u. A. noch im Wiener Schematismus von i*43 vor: „ Kaisers Königs Bergwerks-Prvduktcn-Verschleiß-Directions« Factoric-Aecesstst." „Stadt Wien Banco-Amts-Hauxt-Caffa-Anticipations-Schein- kiguidators-Adjunkt." In Frankfurt: „K. K. Reichs-Sber-Post-Amts-Zeitungs- Ervekitions-Secretariats-Accesstst. In Darmstadr: „Großherr. Hess. Assessor des CoIIegii medici, wie auch Hof-, Stadtamts,, Hosvital-, Waisen-, Armen-, Corrections-, Stock- und Zuchthaus-Chirurg." rc. ic. (Mittel gegen die Wanzen.) Einsender, der früher in einem Miethguartiere viel von Wanzen zu leiden hatte, benutzte, auf den Rath eines Schneidemüllers, gewöhnliches Teichschilfrohr anstatt des Bettstrohes und wurde in kurzer Zeit seine ungebetenen Gäste, die allen früher angeweudeten Mittel« nicht weichen wollten, los. Wenn nun auch, da hier nur zwei Erfahrungen »orliegen, die unrrüglichkeit dieses Mittels nicht behauptet werden kann, so dürfte es stch doch bei dessen Einfachheit der Mühe lohnen, damit weitere Versuche anznstellen und de» Erfolg bekannt zu machen. (Hobes Alter.) In Schmieheim bei Lahr lebt zur Zeit ein Jsraelite, unter dem Namen „der alte Caffem (Vorsänger),' von bereits 10» Jahren und ist noch so lebensfroh, daß er noch etliche Jahre zu leben gedenkt; denn als letzthin sein Schuhmacher r« ihm kam, um das Maaß zu einem bestellten Paar neuer Schuhe zu nehmen, empfahl er dem Schuhmacher ausdrücklich, ja doch recht starke Sohlen dazu zu nehmen, damit fie ihm wieder auf 4 bis « Jahre halten! Seit einigen Jahren will ei der Zufall, daß die ältesten Israeliten seines Orts, wovon doch schon mehrere das so. Lebensjahr zurückgelegt haben, mir Vergnügen stch daran erinnerten, von ihm cvnfirmirt worden m 48 (et)«. Ueberdies ist er noch reckt rüstig nnd schon bei einigen Anlässe«, als ihn Fremde zu sehen wünschte», gad seine Stärke Veranlassung zu Wetten, indem er mit seiner starken Hand schon den Stärkste« aus ihren Händen daS darin gehaltene Geld, wo nicht selten einen Fünsfrankenthaler mit auffauender Behendigkeit zur Ueberraschung Aller entriß, und natürlich, ihn behalten durfte. Sein hohes Alter verdankt er nur seiner einfachen Lebensweise. (WaS aus einem Menschen nickt werden kann.) An der Küste Maeedoniens, unfern der Ruinen des alten Philippi, liegt ein kleiner Seehafen, Namens Kabala. Hier starb im Jahr 1773 einer der untersten Diener der dortigen türkischen (sogenannten) Polizei in der tiefsten Armuth. Nichts, gar nichts hinterliest er als — einen vierjährigen hübschen Knaben, dessen Glüek es war, den Aga des Städtchens, Namens Tusch»», einen ehrenhaften, mildthätigen Mann, zum Obeiin zu haben. Der Aga nahm den »erwaiseeen Knaben an Kindes-Statt zu stch, ließ ihn lernen ein Pferd zu regieren und den Carabiner zu handhaben, — Dinge, worauf stch fast allein nur der Nnterrickt der türkischen Jugend niederer Stände erstreckt. Wenn aber der Knabe «och außerdem lesen und schreiben lernte, so war hieran wobl nur ei« günstiger Zufall, vielleicht auch die angeborne Regsamkeit seines Geistes schuld. Die weitern Schicksale des Knaben mögen anderweitig 'geschildert werden; hier genügt, kurz anzudeuten, daß diese arme, gleichsam verlorene Waise jetzt der Welt bekannt ist in der Person — Mehemed Ali's, Vicekönigs von Aegyvken. Einem Gutsbesitzer in der Wiener Gegend wurde eia auf - seinen Gütern lebendig eingefangener Fuchs gebracht, dem er *Y .< ei» Glöckchen um den Hals befestigen und ihn frei laufen ließ. Der Fuchs entfloh zur allgemeinen Belustigung mit namenlosem Sckrecken. Nun ließ der Guthsherr auf Meilenweite verkünden, daß Derjenige, der ihm den Fuchs mit dem Glöckchen wieder brächte, eine namhafte Belohnung haben sollte. Erst nach acht Tagen erschien ein Knecht aus einem drei Meilen entlegenen Brauhofe und führte den Fuchs an einer Kette. „ Schon mehrere Tage," erzählte der Brauknecht, «hörten wir ein seltsames Läuten und Schellen in dem Braukeller, ohne enträthseln zu können, woher die Töne kamen. Endlich durchsuchten wir den ganzen Keller und erblickten in einer Mauernische, über welcher sich an dem Kellergewölbe ein Luftloch befand, dieses Thier, das wahrscheinlich durch die Oeffnung hineingefallen war. Regungslos und ohne sich zur Wehr zu setzen, ließ es sich fangen und widerstrebte nickt im Geringsten, als wir es kvrtführten." Der Gutsbesitzer lohnte den Brauknechr reichlich und ließ den Fuchs in einen Behälter bringen und mit Speise und Trank versehen. ^Das arme Thier nahm aber nur wenig Nahrung zu stch und saß fortwährend regungslos und blöde vor sich hin schauend. Er war nach dem Ausspruch mehrerer Tvierärzre im »ollsten Begrisse des Worts vor Schrecken wahnsinnig geworden. Logogriph. Wenn des unglückssckläge hart den Menschen drücken, Wenn auch Alles um ihn her Verderben droht, S» wird doch mein leiser Gang ihn stets beglücken, Mir entftrahlr für ihn ein bessres Morgenroth. Findest du mich nicht auf Erden hier, hieniede», £>, so hebe deinen Geist nur himmelwärts! O dann fächelt dir herunter süßer Frieden, Und ei träufelt Balsam dir in's wunde Herzt Doch ein Zeichen weg; um dieses mich verkürzet, Kennt die Küche mich und sie entbehrt es nicht. Auf ihm wird so manche Speise oft gewürzet Durch des Feuers Kraft und Gluthenlicht. Auch bin ich der Grund beim Bau im Wasser unten, Stege fleeS im Tiefsten als ei« Fundament; Bin ich schwach, so ist das Werk auch bald verschwunden; Mich umspült ei» kräft'ges, reges Element. Ebenfalls, nur etwas rascher noch gesprochen, Liegt's in den Zeiten und ihrer Allgewalt. Manchen blanken Stahl hat's öfters schon gebrochen, Setzt sich's einmal an, verdirbt's Metalle bald. Noch ein Zeichen weggenomine» und du blickest, Eb' dem Ruhelager man enrneigt, dorthin, Wo des Tages junge Göttin uns erquicket, Denn sie gibt das Zeichen zu des Tages Müh'n. Aenderst du den Sinn, so säuselt's dir entgegen, Spielet in den Locken, fächelt um daS Haupt. Kündet Sonnenschein, hier aber selten Regen, Wenn man so den alten Wetterregeln glaubt. Nock ein Zeichen: und es bleibet dir ein Zischen, Liebesheimliobkeiten immer auch bekannt, Läßt ein Liebespaar sich nicht so leicht erwiscken, Reicht es diesem freundlich stets die treue Hand. Und es zeiget immer sanftes, stilles Schweigen, Wenn eS aus dem Munde nur gebietend eilt, Milde herrschet ringsum und die Ohren neigen Sick zum Sprecher, wo das gier'ge Auge weilt. Fr. F...ch. Auflösung der Charade in Rro. 5: Char - Ade — Charade. F r u ch k - M i t t e l p r e i s e. Ein Malter Offenburg > Oberkirch Sichern Gengenb. 4. gebt. 7. gebt. 26. Jan. 24. Jan. l. gebt. fl. k>>. fl. kr. fl. kr. ft. kr. fl. kr. Walzen . . 14 27 14 20 14 2 — — 14 12 Kernen . . 12 44 12 45 13 32 — — 14 — Halbwaizen 12 40 12 40 12 30 — — 12 36 Fees . . . 6 30 — — Korn . . . 11 15 — — 10 30 11 — 11 — Gerste . . 10 — 10 — -- — 10 — 8 S Welschkorn 12 12 11 6 Haber . . 6 24 6 30 6 12 6 24 6 6 Die Marktgerichte. Oberkircher Brod- und Fleischtare für den Zeitraum vom 1. bis 28. Februar 1843. 1) Brodtare. Weißbrod: Das 1 kr. Brod soll wägen . . . ,, 2 kr. „ n „ . . . „ 3 fr. ,, ,, „ ... t* 4 kr. ,, ,, ,, . . Halbweißbrod: Der 2pfundige Laib soll kosten „ 4 pfundige „ „ Schwarzbrod: „ 2pfundige „ „ „ „ 4 pfündige „ „ „ 2) Fleischtare. Das Pfund Mastochienflcisch soll kosten. „ „ Ochsen-, Mastkuh- und Rindfleisch . . ,, „ Kalbfleisch. „ „ Hammelfleisch. „ „ Schweinefleisch .. Oberkirch, den 27. Januar 1843. Großherzogliches Bezirksamt. Häfelin. 4 Loth. 8 .. 12 „ 16 ,, 8 kr. . 16 „ . 7 „ . 14 . 10 kr. 6 ", 11 Redaction, Druck und Verlag von I. Otteni.