Utodjenblrttt für die Amtsbezirke Offenbneg, Oberkirch, Achern, Nheinbifchofsheim, Kork, Gengenbach, Haslach und Wolfach. M 46. Offenburg, den 17. November 1843. Bekanntmachungen. Oberkirch. (Diebstahl.) Nro. 20,979. In der Nacht vom 27. auf den 28. v. M. wurden aus der Behausung des Bierwirths Anton Conrad von Renchen mittelst Cinsteigenö folgende Gegenstände entwendet: s) Sechs Stück Leintücher von reustenem Tuch mittlerer Qualität, 3 bis 3% Ellen lang und stark 2 Y 2 Ellen breit, in der Mitte zusammengesetzt; einige vornen mit K. rokh gezeichnet, einige davon nicht, b) Zehn Mannshemden, sämmrlich von hänfenem Tuch und noch ganz gut, einige sogar noch neu; alle waren unten neben dem Schlitze mir den Buchstaben a. k. oder A. c. roth gezeichnet mit dem Kreuzstich. Mr bringen diesen Diebstahl behufs der Fahndung auf die entwendeten Gegenstände und auf den zur Zeit noch unbekannten Thäter zur öffentlichen Kenntniß. Oberkirch, den 2. November 1843. Großherzogliches Bezirksamt. Häfelin. Offenburg. (Warnung.) Nro. 25348. Es sind in neuester Zeit falsche badische Guldenstücke mit der Jahrszahl 1843 in Umlauf gebracht worden, und wird deßhalb Jedermann vor deren Erwerb gewarnt, zugleich aber auch, und insbesondere das Polizeiperfonale, aufgefordert, unverweilt die Anzeige zu machen, wenn Jemand solch' falsches Geld auszugeben versucht. Die genannten Geldstücke sind von reinem Zinn und leicht als falsch zu erkennen; der Rand ist glatt und das Gepräg ganz schlecht. Offenburg, den 3. November 1843. Großherzogliches Oberamt. v. Laroche. Oberkirch. (Diebstahl.) Nro. 21511. In der Nacht vom 9. auf den 10. d. M. wurde der ledigen Regina Girmger von Ringelbach aus einem unverschlvffenen Schrank nachver- zeichnetes Geld entwendet: Drei Guldenstücke, drei Halbguldenstücke, fünf Vicrund- zwanzigkreuzerstücke und 1 fi. 30 kr. in Münze (Sechser, Groschen re.). Wir bringen diesen Diebstahl behufs der Fahildung auf das Entwendete und auf den zur Zeit unbekannten Thärer zur öffentlichen Kenntniß. Oberkirch, den 11. November 1843. Großherzogliches Bezirksamt. Häfelin. Haslach. (Diebstahl.) Dem Bürger und Köhler Aloys Armbruster auf dem Hammerwerke zu Hausach wurden in der Nacht vom 19. auf den 20. v. M. aus seiner Stubenkammer mittelst Einsteigens in dieselbe aus einem unverschlossenen Kasten , 4 Maas Schweineschmalz im Werth von 5 fl. 20 kr. und 3 Maas Rindschmalz im Werth von 4 fl., welche Gegenstände sich in 2 steinernen Häfen ohne besondere Kennzeichen im Werth von 1 fl. 36 kr. befanden, entwendet. Dies wird behufs der Fahndung auf die entwendeten Gegenstände und auf den zur Zeit unbekannntcn Thäter hiemit bekannt gemacht. Haslach, den 23. Oktober 1843. Großh. Bad. F. F. Bezirksamt. Dilger. Offenburg. (Urtheil.) Nro. 12431. in. Senat. In Untersuchungssachen gegen die Johann Woog'sche Ehefrau zu Straßburg, Ottilia geb. Lambert von Marlen, wegen Diebstahlsversuches, wird auf amkspflichtiges Verhör zu Recht erkannt: Die Johann Woog'sche Ehefrau, Ottilia geb. Lambert, sei der versuchten Entwendung von 23 Ellen Merinos im Werche von 23 fl. zum Rachtheil des Kaufmannes Sigmund Levis zu Karlsruhe für schuldig zu erklären und deßhalb zu Erstehung einer gemeinen Zuchthausstrafe von einem Jahre, so wie zu Tragung der Straferstehungsund Untersuchungs-Kosten zu verurthcilen und nach erstandener Strafe der Großh. Bad. Lande zu verweisen. Rastatt, den 21. October 1843. Großh. Bad. Hofgericht des Mittelrheinkreises. Thilo. (L.S.) v. Stockhorn. Deimling. Nro. 25190. Vorstehendes Urtheil wird hierdurch mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Verurtheilte am 30. v. M. in die Strafanstalt verbracht wurde. Offenburg, den 4. November 1843. Großherzogliches Oberamt. v. Laroche. Oberkirch. (Präclusivbescheid.) Nr. 21,278. In Sachen concurrirender Gläubiger gegen die Gant des Anton Schnurr von Petersthal, Forderung und Vorzugsrecht betreffend, werden alle diejenigen Gläubiger, die in der heutigen Liquida- tionsragfahrt ihre Forderungen nicht richtig gestellt haben, von dem vorhandenen Massevermögen ausgeschlossen. V. R. W. So geschehen, Oberkirch den 8. November 1843. Großherzogliches Bezirksamt. Jüngling. [2^ Offenburg. (Gamedictu.Aufforderung.) Gegen den früheren Bürgermeister. Ignaz Zeller von Durbach ist Gant erkannt, und Tagfahrt zum Richtigstellungs- u. Vorzugs- Verfahren auf Donnerstag den 30. November d. I., Vormittags 8 Uhr, auf diesseitiger Oberamtskanzlei festgesetzt, ! wo alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde I Ansprüche an die Masse zu machen gedenken, solche, bei 408 Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte, welche fle geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden oder Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln. Zugleich werden in der Tagfahrt ein Maffcpfleger und ein Gläubiger-Ausschuß ernannt, Borg- und Nachlaßvergleichs versucht, npd sollen in Bezug auf Boxvergleiche und Ernennung dK'Massepflegers'und Gläubiger-Ausschusses die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen bei- kretend angesehen werden. Der flüchtige Ganlmann wird gleichzeitig aufzefvrdert, an diesem Tage um so gewisser zu erscheinen, als sonst lediglich mit dem aufgestellten und verpflichteten Contradictor Mas»« verhandelt wird. Offenburg, den 27. Oktober 1843. Grvßhcrzvgliches Oberamt. v. Laroche. Offenburg. (Präclusivbefcheid.) Nro. 25462. Inder Gantsache des verstorbenen David Heilbronner von Diersburg werden alle diejenigen Gläubiger, welche in der heutigen Schuldenliquidations-Tagfahrt ihre Forderungen nicht ange- meldet haben, von der vorhandenen Masse ausgeschlossen. Offenburg, den 6. November 1843. Großherzogliches Oberamtr Braunstein. [2] Offenburg. (Bcistandsverpflichtung.) Nro. 25607. Heute wurde der zum Beistände nach L. R. S. 499 für Anton Vetter von Weier aufgestellte Gemeindebürger Amand Vetter von dort ordnungsmäßig verpflichtet. Offenburg, den 7. November 1843. Großherzogliches Oberamt. Kern. [3] Wolsach. (Entmündigung.) Die Wittwe des Seilers Landolin Armbruster, Theresia geb. Nopper, in Wolfach wird hiemit wegen Gemüthsschwäche nach L.R.S. 509 für entmündigt erklärt, und Wilhelm Neef, Küfcrmeister in Wolfach, als Pfleger für sie ernannt. Wolfach, den 26. Oktober 1843. Großh. Bad. F. F. Bezirksamt. Fernbach. s3) Kork. (Schuldenliquidation.) Die Erben der verstorbenen Müller Jakob Huk's Ehefrau in Willstätt haben den Antrag auf Abhaltung einer Schuldenliquidation gestellt. Es ergebt darum an Alle, die an gedachte Jakob Huk's Ehefrau, Barbara Schläger in Willstätt, eine Forderung zu machen glauben, der Aufruf, solche Montags den 20. November d. I., Morgens 8 Uhr, auf dem Gemeindezimmer in Willstätt vor dem Distrikts-Notar Meyer durch Vorlage der Beweisurkunden anzumelden und zu begründen. Kork, den 29. Oktober 1843. Großherzogliches Amtsrevisorat. Schweikhart. Wolfach. (Erbvorladung.) Die Brüder Leonhard und Johann Georg Heizmann von Kinzigthal wurden durch Amtsbeschluß vom 16. August d. I., Nro. 10735, für verschollen erklärt, und es soll nun ihr in 235 fl., 27 kr. bestehendes Vermögen den nächsten Verwandten in fürsorglichen Besitz gegen Sicherheitsleistung gegeben werden. Ihre Eltern: Mathias Heizmann, geboren auf der s. g. Grub zu Kinzigthal, und Magdalena Obertin, gebürtig zu Welschensteinach (Amts Haslach), wohnten in den 1770er und 1780er Jahren in Crzenbach (Gemeinde Biberach), Amts Gengenbach, und später zu Kinzigthal, wo Beide starben. Auf väterlicher Seite haben sich bis jetzt drei Personen im fünften Verwandtschaftsgrad als Erben der Verschollenen gemeldet; andere Verwandte sind nicht bekannt. Die diesseits unbekannten Verwandten der Vorschollenen werden daher auf- gefvrdert, sich innerhalb eines Vierteljahrs dahier zu melden, widrigens das Vermögen Denjenigen würde zugecheilt werden, welchen es zukäme, wenn die Vorgcladenen zur Zeit des Vermögensanfalls nicht mehr am Leben gewesen wären. Wolfach, den 7. November 1843. Großh. Bad. F. F. Amtsrevisorat. Müller. Offen bürg., Nrm 2461. Nachstehender hoher Erlaß des Großh. Hvchpreisl. Kriegsministeriums — die Verpflegung des vaterländischen Militärs während der diesjährigen Kriegs- Übungen und auf dem Marsche betreffend — wird zufolge verehelichen oberamtlichen Auftrags der hiesigen Bürgerschaft zur Kennmiß gebracht. Offenburg, den 14. November 1843. Das Bürgermeisteramt. Löffler. vdt. Huber. Kriegs-Ministerium. II. Sektion. Karlsruhe, den 27. Oktober 1843. Nro. 12,389. Höchste Entschließung Sr. König!. Hoheit des Großherzvgs vom 24. d. M., wornach Höchstdieselben aus dem unterthänigsten Vortrag des Kriegsministeriums vom 23. d. M. mit besonderem Wohlgefallen vernommen haben, daß nach den von allen Truppen-Commandeuren an das Armee - Corps - Kommando eingcgangenen Meldungen die sämnitlichen Truppenkörper nicht nur in den während der im Lause dieses Monats stattgefundenen Kriegsübungen gehabten Marsch- und Cantons-Quartirungen, sondern auch bei ihrer Rückkehr in den Garnisonsstädten die freundlichste Aufnahme mit guter Verpflegung gefunden haben, daher Seine Königliche Hoheit der Grvßherzvg dem Kriegsministerium auszugeben geruhten, nach dessen unterthänigstem Anträge den betreffenden Gemeinden die höchste Anerkennung hierüber zugehen zu lassen, (gez.) v. Frexdorf. [l] Offenburg. (Versteigerung von Erd- li arbeiten.) Samstags den 2. k. M. December, iL ~ Vormittags 10 Uhr, werden in Kehl im SfefesiiaBH Gasthause zum Rehfuß nachstehende Erd- arbeiten in schicklichen. Abtheilungen vergeben a) Die Auffüllung des Kehler Bahnhofes, veranschlaMzu. 21,000 fl. I)) Die Auffüllung der beiderseitigen Parallelstraßen neben dem Bahnhof, veranschlagt zu .. 5,000 fl. c) Die Herstellung des Eisenbahndaiymes von der Kreuzstraße bis zum Kehler Bahnhose, veranschlagt zu. 10,500 fl. d) Die Aushebung des Kinzigdurchstiches bei Kehl, nebst der Herstellung des linkseitigen Kinzigdammes, veranschlag t zu . 11,796 fl. Zusammen . . 48,296 fl. Offenburg, den 12. November 1843. Großh. Wasser- u. Straßenbau-Jnspection. Föhrenbach. [1] Petersthal, Amts Oberkirch. (Liegenschaftsversteigerung.) Zn Gemäßheit richterlicher Verfügung vom 8. d. M., Nro. 21,281, werden die zur Gantmaffe des Fuhrmanns Anton Schnurr dahier gehörigen Liegenschaften Montags den 4. December d. I., Mittags 12 Uhr, im Gasthause zum Schlüssel dahier im Wege der Vollstreckung mit dem Anfügen versteigert, daß der endgültige Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis oder darüber geboten wird. Die Realitäten bestehen in: 1) einer halben Behausung mit Keller und Stallung unter einem Dach, hinten an Nagelschmied Joseph Kafper angebaut, mit dem darauf ruhenden Waldrecht eines Tag- 409 löhners zu drei Klafter Holz und dem jeweiligen Bezug des Antheils am Harzgelde, welches 164 Bürger unter sich zu theilen berechtigt sind, nach Maaßgabe des Vergleichs vom 17. und 18. September 1841; 2) einen Gemüsgarten, beim Hause liegend, einers. die Pfarrkirche, anders. Schneidermeister Blasius Hoferer, oben sich ausspitzend, unten der Kirchweg. Petersthal, den 12. November 1843. Das Bürgermeisteramt. Feaer. ' [1] Offenburg. (Hvlzversteigerung.) Aus den Domainen- waldungen des Forstbezirks Nvrdrach wird durch Bezirksförster Kässer das sich ergebene Nutz- und Brennholz für das Wirthschastsjahr 1843/44 der öffentlichen Steigerung ausgesetzt, wie folgt: Montags den 27. November, im Schlag Nro. 1, Hilseck-Winterseite. 631 Stück tannene Sägklötze. 5 Stamme buchenes Nutzholz. 705 " tannenes Bauholz. 1530 » tannenes gemeines Flößholz. 5'4 Klafter buchenes Scheitholz. 234 % » tannenes t8‘/ 2 " tannenes Prügelholz. Mehrere Loose unaufgebundenes Reis. Dienstags den 28. November, Schlag Nro. 2, Brücklewald: 1360 Stück tannene Klötze. 30 Stamme buchenes Nutzholz. 800 •> tannenes Bauholz. 546 " gemeines Floßholz. 14 Klafter buchenes Scheitholz. 243'4 " tannenes Scheitholz. 24 » tannenes Prügelholz. Mehrere Loose unaufgebundenes Reis. Mittwochs den 29. November, Schlag Nro. 3, Klausenwand: 1300 Stück tannene Sägklötze. 1125 Stämme tannenes Bauholz. 700 " gemeines Flußholz. 10 Klafter buchenes Scheitholz. i 380 " tannenes Scheitholz. 30 " tannenes Prügelholz. Mehrere Loose unaufgemachtes Reisholz. Endlich außerhalb den, Schlägen: 170 Stück tannene Sägklötze. 125 Stämme tannenes Bauholz. 425 Klafter tannenes Scheitholz. Einige Loose unaufgebundenes Reisholz. Bei hinreichender Bürgschaft werden angemeffene Zahlungstermine bewilliget. Die Zusammenkunft ist jedesmal Morgens 9 Uhr im Ankerwirthshause auf der Fabrik zu Nordrach. Offenburg, den 7. November 1843. Großherzogliches Forstamt. von Ritz. vdt. Huber. Offenburg. (Dammbauversteigerung.) Die Wiederherstellung der durch das jüngste Hochwasser der Kinzig zerstörten Dämme zwischen dem Stelzenberg und Paulis-Schänzle auf der Gemarkung Schwaibach, veranschlagt zu 910 fl., wird künftigen Dienstag den 5. Dccember, Vormittags 9 Uhr, auf den Baustellen versteigert werden. Offenburg, den 31. October 1843. Grotzherzvgl. Wasser- u. Straßenbauinspection. Föhrenbach. Offenburg. (Holzhauerlohn-Versteigerung.) Nr.2462. Donnerstag den 23. d. M., Nachmittags 2 Uhr, wird im Gemeindehaussaale dahier der Holzhauerlohn von ca. 550 Klafter Scheitholz und 27,000 Stück Wellen, die im Stadtwald, Distrikt Gellgerst, gehauen werden sollen, öffentlich versteigert werden. Die löblichen Bürgermeisterämter der umliegenden Gemeinden werden ersucht, dieses verkünden zu lassen. Offenburg, den 15. November 1843. Das Bürgermeisteramt. Löffler. vät. Huber. Offenburg. (Weihrauch-Verkauf.) Nro. 2351. Eine Parthie Weihrauch, welcher dahier consiscirt worden ist, wird hiemit zum Verkauf aus der Hand ausgcboten. Offenburg, am 31. October 1843. Das Bürgermeisteramt. Löffler. väi. Huber. Zunsweier. (Fahrnißversteigerung.) Montags den 20. d. M. werden in der Behausung des Johann Vollmer dahier, auf erfolgtes Ableben seiner Ehefrau Magdalena geb. Stapfler, von Morgens 9 bis Abends 5 Uhr, der Erbtheilung wegen, nuchbenannte Fahrnißgegenstände gegen gleich baare Zahlung versteigert; als: Kleidungsstücke. Bettwerk und Getüch; Küche- und Eisengeschirr.; Schreinerwerk; Faß- und Bandgeschirr; Feld- und Handgeschirr; gemeiner Hausrath aller Art; Heu, Stroh und Frucht; ein.Kühwagen, Pflug und Egge; zwei Zugkühe; ; wozu man die Liebhaber einladet. Zunsweier, den 14. November 1843. Das Waisengericht. [1] Gaisbach bei Obcrkirch. (Aufforderung.) Wr-ir* Da Martini vorüber ist, so werden alle Diejenigen, welche in die freiherrlich von Schauenburg'sche Verwaltung, Ulrich Diebold'scher Linie, zu Gaisbach, Zahlungen zu machen haben, andurch aufgefordert,' solche innerbalb 4 Wochen um so gewisser zu berichtigen, als man sonst gegen die säumigen Schuldner richterliche Hülse in Anspruch nehmen und ihnm dadurch Kosten verursachen würde. Obcrkirch, den 14. November 1843. K. Kappler, grundherrl. Verwalter. [1] Gaisbach bei Obcrkirch. (Benachrichtigung.) Der Unterzeichnete Verwalter bringt hierdurch allen Denjenigen, welche zur freiherrlich von Schauenburg'schen Verwaltung, Ulrich Diebold'scher Linie, in Gaisbach, Gültfrüchte abzuliefern oder was immer für Zahlungen zu bewirken haben, zur Kenntniß, daß er, vom 23. d. M. an, jeden Donnerstag Morgens von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 1 bis 3 Uhr zur Abnahme der Gefälle sich im grundherrlichen Gebäude zu Gaisbach einfinden wrrde; die übrigen Wochentage aber in seiner Wohnung zu Obcrkirch neben dem städtischen Rathhause anzutreffen ist. Obcrkirch, den 14. November 1843. K. Kappler, grundherrl. Verwalter. Appenweier. (Abschied.) Den Bewohnern Appenweier's und der Umgegend, von welchen ich vier Jahre hindurch mannigfache Beweise der Zuneigung und des Vertrauens erhalten habe, sage ich bei meinem Uebertritt in einen andern Wirkungskreis ein herzliches Lebewohl. Gustav Schmidt, Amtschirurg. Offen bürg. (Verlorene Tabackspfeife.) Michael Oest- reicher hat am Sonntag den 12. d. M. eine Tabackspfeife mit silberbeschlagenem Marmorkopf, auf welchem ein 8 eingehauen ist, und beinernem Rohr verloren. Der redliche Finder wird ersucht, diese Pfeife dem Eigenthümer im Gasthause zum Ochsen dahier gegen ein Trinkgeld abzugeben. [2] Offenburg. (Gärtenverpachtung.) Ignaz Stebel d. ä. hat einen großen und einen kleinen Garten in der Nähe der Gerbhäuser zn verpachten. Näheres hierüber ist zu erfahren bei Handelsmann Castell. 410 O Allgemeine Bersorgungs-Anstalt im Oroßherzogthum Kaden. Unker Berufung auf die öffentlichen Bekanntmachungen des Vcrwaltungsraths zu Karlsruhe in der Karlsruher Zeitung Nro. 287 und Freihurger Zeitung Nro. 295 zeigt der Unterzeichnete hiemit an, daß die Verzeichnisse zur Zahlung über die von vollen Einlagen der Jahresgesellschaften 1835 bis mit 1840 zu bezahlenden Renten für das Jahr 1843 eingekommen sind, und die Renten von heute an während 8 Wochen bei ihm bezahlt werden. Zugleich ergeht an Diejenigen, welche noch Nachzahlungen machen und Mitglieder dieser Jahresgefellschaft werden wollen, die ergebenste Einladung, ihre Aufnahme in dem laufenden Monat zu bewirken, da spätere Anmeldungen zur diesjährigen Gesellschaft keine Berücksichtigung mehr finden können. Offenburg, den 15. November 1843. Geschäftsfreund König. Paris. (Empfehlung.) Zu Einkäufen aller Art auf hiesigem Platze empfehlen sich unter Zusicherung billiger Bedienung: Ernst, Müller et Coinp. Kue neuve St.Martin No. 32. Offenburg. (Danksagung.) Die Unterzeichnete erstattet allen jenen verehrlichen hiesigen Einwohnern, welche der Leiche ihrer Hingeschiedenen Schwester Elisabeth« Fritschi, geb.Hahn, durch das Geleite zum Grabe die letzte Ehre erwiesen haben, hierdurch öffentlich ihren herzlichen Dank. Franziska Hahn. Offenburg. (Anzeige.) Bis künftigen Montag kann Kartoffel-Abgang als bekanntes Nutz - und Mastfutter in meiner Brennerei abgegeben werden. Auch nehme ich noch bis Ende dieses Monats Kartoffeln zu 14 kr. per Sester an. Ferd. Hölzlin. fl) Offcnburg. (Logisveränderung und Empfehlung, so wie Zimmervermicthung.) Unterschriebener macht dem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebenste Anzeige, daß er aus der Steingaffe in die lange Straße gezogen ist. Zugleich empfiehlt er sich neuerdings in Kappen, Handschuhen, Hosenträgern, Cravatten und Bruchbändern, nebst allen übrigen in sein Fach einschlagendcn Artikeln, unter Zusicherung schneller und guter Bedienung. Auch kann bei ihm ein heizbares Zimmer sogleich bezogen werden. M. Maier, Säckler u. Kappenmacher. Offenburg (Anzeige.) Bei Bierbrauer Wagner kann Mergel weggeführt werden. (1) Offen bürg. (Anzeige.) Unterzeichneter hat eine Parthie 2 Ellen breite, acht wollene Merinos erhalten, welche zu 36 kr. bis 42 kr. per Elle abgegeben werden. Joseph Köhler. Griesheim. (Webstühle-Verkauf.) Egid Schuh hat zwei noch fast neue Webstühle zu verkaufen. [3] Offenburg. (Anzeige.) Die Unterzeichnete gibt sich die Ehre, einem hiesigen und auswärtigen verehrlichen Publikum die ergebenste Anzeige zu machen, daß sie eine neue Auswahl von feinen Nestel-Schuhen und Stiefeln, Salbandschuhen und seinen glacirren Handschuhen besitzt, welche sie um ganz billige Preise verkauft; daher sie um zahlreichen Zuspruch bittet. Säckler Heil's Frau, Regina geb. Faist. Offen bürg. (Rübenverkauf.) Der Rüben-Ertrag von einem halben Morgen Feld ist zu verkaufen. Ausgebeber dieses Blattes sagt von wem. Offenburg. (Dungverkauf.) Ein Haufen guter Dung ist zu verkaufen — von wem? sagt Ausgeber dieses Blattes. Kapitalien auszuleihen. [3] Es sind 400 fl. Privatgeld im Ganzen oder theilweise gegen gerichtliche Versicherung in den Oberamtsbezirk Offenburg auszuleihen — von wem? sagt Ausgeber dieses Blattes. [2] Vom Heiligenfond in Griesheim können 200 fl. auf gerichtliche Pfandverschreibung dargcliehen werden. Verrechner Markus Weber. [2] Offenburg. Der Unterzeichnete hat 250 fl. Privat- verwaltungögelder auszuleihen. Steuerperäquator Walther. [2] Aus dem Almvsenfond in Appenweier können 524 fl. und aus dem dortigen Heiligensond 163 fl. auf Obligation dargeliehen werden. Verrechner Bo schert. [2] Es sind 100 fl. Pflegschaftsgeld gegen gerichtliche Versicherung auszuleihen — von wem? sagt Ausgeber dieses Bl. [2] In hiesiger Stadt sind circa 300 fl. Pflegschaftsgeld gegen gerichtliche Versicherung auszuleihen. Ausgeber dieses Blattes sagt von wem. sl) Offenburg. Chirurg Walz hat 250 fl. Pflegschaftsgeld gegen gerichtliches Unterpfand auszuleihen. [1] Bei der Kirchenfondsverrechnung in Schutterwald liegen 4M fl. gegen gerichtliche Versicherung zum Ausleihen parat. sl) Offenburg. Die hiesige Bäckerzunft hat 150fl. auf Obligation auszuleihen. Verrechner A. Braun. [1] Bei Ignaz Stöhr in Offenburg sind 10M fl. gegen gerichtliche Versicherung auszulcihen. [1] 1000 fl. Privatgeld sind in den Oberamtsbezirk Offenburg zu 4 V 2 pCt. gegen gerichtliche Versicherung auszulcihen. Ausgeber dieses Blattes sagt von wem. [1] Schuhmacher Bandle in Niederschopfheim hat 116 fl. Pflegschaftsgeld auf Obligation auszuleihen. sij In dem hiesigen Gutleutfond liegen 8M fl. zum Ausleihen im Ganzen oder theilweise gegen gerichtliche Versicherung und zu 5 Procenk verzinslich bereit. Renchen, den 10. November 1843. Gurleutfonds - Verrechnung. K. Schlecht. Achern. (Die Brodtare betr.) Wenn man die Fruchtpreise mit den Brodtaren an den Marktplätzen Offenburg, Oberkirch, Gengenbach und Achern nach dem Offenburger Wochenblatt Nro. 44 vom 3. November d. I. vergleicht, so muß die große Verschiedenheit der Brodtare gegen den geringen Unterschied des Fruchtpreises in den verschiedenen Orten sehr anffallen. Während z. B. der Halbwaizen in Gengenbach 10 fl. 24 kr., in Offenburg t t fl. 38 kr. und in Oberkirch 12 fl. kostet, bekommt nian um 2 kr. i» Haslach 7 Loth, in Oberkirch 8 Loth und in Offenburg 9 Loth Weißbrob; der vierpfündige Laib Schwarzbrod soll kosten: in Haslach 15 kr., in Oberkirch 14 kr., in Offenburg 11 kr.*) In Achern will man sich in der Tare immer nach Offenburg richten. Bei einer oberflächlichen Ansicht ist man im Zweifel, ob die Haslacher und Oberkircher Polizei den Bäckern so außerordentlich günstig oder die Offenburger so streng gegen dieselben ist. Eine nähere Untersuchung führt indessen zu der Thatsache, welche leicht dadurch nachzuweisen ist, daß bieses Jahr das Malter Frucht im Durchschnitt 171 Pfund Mehl gibt, woraus 228 Pfund Brod gebacken werden können, dies gibt 57 Laibe st 4 Pfund. Kostet nun der Laib Brod 11 kr., so bringt der Bäcker aus einem Malter Frucht für 10 fl. 27 kr. Brod, mährend ihn das Malter 11 fl. 36 kr. Ankauf kostet, seine übrigen Auslagen und seinen *) Durch oberamrlichen Beschluß vom 9. Nov. wurde die Taxe des vierpfündigen Laibes Schwarzbrod auf ,z kr. erhobt. (Anm. der Redaceiou.) - 411 - Verdienst nicht gerechnet. Es ist nnn schwer zu berechnen, wie der Bäcker bei diesem Fruchtpreis und dieser Brodtare bestehen kann. Unsers Erachtens würde ein Bäcker bei diesen Umständen besser fahren, wenn er sich aus dem Gewerbe streichen ließe und Steine auf der Straße klopfen würde; bei dieser Arbeit würde er doch sein Vermögen nicht für Andere einbüßen. A. B. (Warnung.) In Frankreich ist es gebrauchiich, dag Fuhrwerke, die nicht in Federn hängen, an ihrer Deichsel mir einem Blech, welches den Namen, Wohnort und Annsdeiirk des Eigen- thümcrs trägt, versehen sein müssen. Ebenfalls gebräuchlich ist eS dorr, dass die Eigenthümer solcher Fuhrwerke, welchen dieses Blech fehlt, mit 27 Fr. so Cr. bestraft werden. Ebenfalls gebräuchlich ist's jenseits der groben Rheinbrüete von Kehl nach Strafiburg, daß die Inhaber unbeblechter Wäge» ungehindert eingelassen, aber beim Ausgang an genannter Stelle angehalten werden und mit 27 Fr. so Cc. Strafe ein andermal ohne Blech wieder kommen dürfen. — Da nun dieses Strafverfahren feit einiger Zeit stch häufig wiederholt, ohne dag die heute gewarnt werden, glaubt man es nicht am Unrechten Plaßc, wenn das diesseitige Publikum vor dergleichen Strafen gewarnt wird, was besonders den Hrn. Bürgermeistern der Umgegend zur Verkündigung in ihren Gemeinden zu emvfehlen wäre. Beschreibung des landwirthschastlichen Central- Festes firr 1843 in Offenburg. (Schluß.) ix. Preise für Pferdezucht. Die bei Veranlassung des landwirthschastlichen Central- festes in Offenburg abgehaltene Pferdeschau lieferte ein sehr günstiges Resultat, welches den befriedigenden Zustand der Pferdezucht jener Gegend, so wie ihr erfreuliches Voran- fchreircn und Gedeihen unter dem Einfluß der Großherzogl. Landesgestüts-Anstalt auf die evidenteste Weife beurkundet. Wenn gleich die schlechte Witterung viele Pferdezüchter abhielr, mir ihren Pferden beim Feste zu erscheinen, und wenn auch viele andere aus dem, obschon seltsamen, Grunde ausgeblieben sind, weil sie nicht um Preise concurriren wollten, so war doch die Anzahl der bei der Pferdeschau sowohl als beim Festzuge vorhanden gewesenen Pftrde sehr beträchtlich. Bei der eigentlichen Thierschau am 29. Septb. war eine große Anzahl von Pferdezuchtern aus den Amtsbezirken Ettenheim, Labr, Offenburg und Kork mit ihren selbstgezüchteten Stuten und Fohlen verschiedenen Alters und Geschlechts zur Preisbewerbung erschienen; über die Preiszuerkennung selbst gibt die nachstehende Preisliste Aufschluß. Besondere Erwähnung verdienen die vielen schönen und gut gehaltenen Pferde, welche aus den obengenannten Amtsbezirken beim Festzuge am 30. Sept. paradirten, und welche theils von ihren Bssitzern geritten wurden und tbeils in Zügen vor den mit den verschiedenen Erzeugnissen beladenen Wagen gingen. Die meisten Pferde beider Kategorien waren nach Hengsten der Großherzogl. Landcsgestüks- Anstalt gezüchtet und ließen sich von allen andern sowohl durch die unverkennbaren Merkmale der edlcrn Race, als durch schöne Figur, durch schöne Farbe und schönes glänzendes Haar, durch muthig kräftiges Wesen und besonders durch den Hauptvorzug des cdlern Pferdes, nämlich durch die größere Beweghaftigkeit, vortheilhaft unterscheiden. Am auffallendsten wurde das Voranschreiten in der Pferdezucht an den jüngern Thiercn bemerkt, die sich sowohl durch Größe und Stärke, als durch einen gleichzeitigen höhern Grad der Veredlung vortheilhaft auszcichneten. Sämmtliche Preisrichter waren über den Gegenstand im vorerwähnten Sinne nicht allein vollkommen einig, sondern sie fanden ihre Erwartungen durch die gemachten Wahrnehmungen weit ubertroffen, eben so wie diese Ansicht auch von dem versammelt gewesenen Publikum mit sichtbarem Interesse an der Sache getheilt uud vielfältig ausgesprochen worden ist. Allgemein wurde bei dieser Gelegenheit der Nutzen der Großherzogl. Landesgestüts-Anstalt und ihr vortheilhafter Einfluß auf die Landespferdezucht anerkannt und gerühmt. Verzeichniß derjenigen Pferdezüchter, welchen für Pferde Preise zuerkannt worden sind. A. Für Zuchtstuten. 1) Adlerwirtb Gerstle von Altdorf für einen fünfjährigen Fuchs 6 Dukaten. 2) Wcndelin Gaß von Bühl für einen fünfjährigen Schimmel 6 Dukaten. 3) Adlerwirth Speck von Altenheim für einen sechsjährigen Braunen 4 Dukaten. 4) Mathias Oswald von Schutterwald für einen sechsjährigen Braunen 4 Dukaten. 5) Adlerwirth Weber von Elgersweier für einen fünfjährigen Fuchs 4 Dukaten. 6) Bürgermeister Dolch von Dundenheim für einen fünfjährigen Rappen 4 Dukaten. L. Für Stutenfohlen. 1) Handelsmann Guerra v. Offenburg für einen zweijährigen Fuchs 3 Dukaten. 2) Jakob Götz v. Dundenheim für einen zweijährigen Braunen 3 Dukaten., 3) Matern Büttner von Altenheim für einen zweijährigen Rappen 2 Dukaten. 4) Joseph Fröhlich von Bühl für einen zweijährigen Braunen 2 Dukaten. 5) Joseph Meier von Schutterwald für einen einjährigen Fuchs 1 Dukaten. 6) Bernhard Kopf von Dundenheim für einen einjährigen Braunen l Dukaten. 7) Georg Junker von Schutterwald für einen einjährigen Fuchs t Dukaten. 8) Johannes Schilling von Kippenheim für einen einjährigen Fuchs I Dukaten. c. Für Hengstfohlen. 1) Jakob Anselm von Altenheim für einen zweijährigen Fuchs 1 Dukaten. 2) Johannes Roth von Dundenheim für einen zweijährigen Braunen 1 Dukaten. 3) Kronenwirth Burger von Kippenheim für einen zweijährigen Braunen 1 Dukaten. x. Preise für Rind Viehzucht. A. Für Faselochsen. 1) Bierwirth Simon von Renchen erhielt einen Preis von 6 Dukaten. 2) Schwanenwirth Gaß von Weier erhielt einen Preis von 4 Dukaten. B. Für tragende Milchkühe. 1) Gastwirth Göring von Offcnburg 6 Dukaten. 2) Bürgermeister Rubi von Hugsweier 6 Dukaten. 3) Kaufmann Walter von Offenburg 6 Dukaten. c. Für Kühe im Allgemeinen. 1 ) Bürgermeister Bürkle in Schutterwald 4 Dukaten. 2 ) Schullehrer Kaiser in Meissenheim 4 Dukaten. 3 ) Qelmüller Burger in Offenburg 4 Dukaten. 4) Ochsenwirth Henninge,- in Offenburg 3 Dukaten. 5) Säger Johann Armbruster in Offenburg 3 Dukaten, 6) Ignaz Naffal in Durbach 3 Dukaten. 7) Michael Spengler in Dundenheim 1 Dukaten. 8) Hirschwirkh Pfvtzer in Hesselhurst 1 Dukaten. 9) Michael Goos in Weier 1 Dukaten. D. Für tragende Kalbrinder. 1) Doctor Geiger in Offenburg 3 Dukaten. 2) Sonnenwirth Kappler in Offenburg 3 Dukats». 412 3) Georg Walter in Dundenheim 3 Dukaten. 4) Johann Fischer in Dundenheim 3 Dukaten. 5) Joseph Fröhlich in Bühl 3 Dukaten. E. Für Bullenrinder. Waisenrichter Roth von Dundenheim 3 Dukaten. Xk. Preise für Schweinszucht. A. Für Zuchteber. Andreas Huber von Offenburg 3 Dukaten. L. Für Ferkelzucht. 1) Kaufmann Walter in Offenburg 3 Dukaten. 2) Bierbrauer Rubi in Offenburg 3 Dukaten. 3) Müllermeister Müller in Offenburg 3 Dukaten. 4) Müller Nassal in Durbach 3 Dukaten. 5) Peter Sachs in Bühl 3 Dukaten. Beschreibung des Festzugs. Zu dem Interessanten, welches sich dem Beschauer bei dem landwirthschaftlichen Feste zu Offenburg am 30. Septbr. d. I. darbot, gehört unstreitig der Festzug, weil er ein treues Bild von den mit der Landwirthschast beschäftigten Bewohnern der Umgegend und von den mannigfaltigen Erzeugnissen ihres fruchtbaren Bodens darstellte. Schon in der Frühe fanden sich die auf die verschiedenste Weise verzierten und mit Fahnen von der Landesfarbe und mit andern Emblemen geschmückten Wagen, meistens von den Bürgermeistern begleitet, aus der Nähe und Ferne ein, gezogen von stattlichen Pferden und gelenkt von erfahrenen Führern. Die meisten Wagen hatten noch eine zahlreiche wvhlberittene Begleitung. Die Festwagen, welche mit der kräftigen Jugend beiderlei Geschlechts in ihren schonen, eigenthümlichen Trachten besetzt waren, sammelten sich vorder Stadt Offenburg auf der Wiese an der linken Seite der in die obere Gegend führenden Landstraße, und stellten sich in angemessener Ordnung auf. Die Theilnehmer an dem Festzuge erhielten Schleifen von blauen Seidenbändern, die an der linken Seite der Brust befestigt wurden, und zugleich als Zeichen für die Berechtigung zur Theilnahme an dem Festball am Abend des nämlichen Tages galten. Nachdem Se. Königs. Hoheit der Großherzog sich auf den Festplatz begeben hatten, erfolgte die Aufstellung des Zugs in geordneten Reihen, und die Ausdehnung desselben war so groß, daß die Spitze den Festplatz erreicht hatte, während sich noch eine Anzahl Wagen und Reiter auf dem Sammelplätze befand. Aus dem Oberamte Offenburg nahmen an dem Festzuge Theil und stellten die beigesetzten landwirthschaftlichen Verrichtungen dar: Altenheim und Niederschopfheim, 2 Wagen, Tabacksbau. Appenweier, 1 Wagen, Magsaamenbau. Griesheim, 1 Wagen, Flachsbau. Durbach, 1 Wagen, Einsammeln des Herbstes. Ortenberg, Fessenbach und Zell, 1 Wagen, Trotten des eingesammelten Herbstes. Weier, 1 Wagen, Repsernte. Urloffen, 1 Wagen, Schleißhanfbau. Schutterwald, 1 Wagen, Brechhanfbau. Bühl und Waltersweier, 1 Wagen, Heuernte. Bvhlsbach, t Wagen, Getreide-Ernte. Windschläg, 1 Wagen, Cichorienbau. Gvldfcheuer, t Wagen, Krautbau. Ebersweier, Rammersweier und Müllen, 3 Wagen mit verschiedenen Felderzeugniffen. Elgersweier, 1 Wagen, Kartoffelbau. Hofweier, 1 Wagen, Welschkornbau. „ Aus dem Amte Achern, 1 Wagen mit Fruchten und Obst. Aus dem Amte Rheinbischofsheim, 3 Wagen, auf welchen die Hanfbereitung durch alle Abstufungen dargestellt wurde. Aus dem Amte Kork, 5 Wagen, einen ländlichen Hochzeitszug vorstellend. Den Schluß des Zugs bildete eine Abtheilung Bergleute von Zunsweier. Die Beschreibung aller Einzelnheiten würde zu weit führen; allein das kann in Wahrheit behauptet werden, daß alle Wagen auf sinnreiche Weife verziert und ausgeschmückt waren, und daß das Ganze und Einzelne einen sehr freundlichen und heitern Anblick gewährte. Nach Berrheilung der ausgesetzten Preist setzte sich der Zug, unter der Anführung des Bürgermeisters von Kork, welchem 2 Fahnenträger und 12 junge Bürger zu Pferde folgten, in Bewegung, und desilirte vor dem Festpavillon, in welchem sich Se. Königs. Hoheit der Großherzog befanden, mit musterhafter, durch die Ungunst der Witterung nicht gestörter Ordnung vorbei, und ließ zahlreiche Lebehoch- Rufe für den geliebten Landesherrn erschallen. Der Gesang, den die Mädchen auf dem Wagen aus dem Amte Achern im Vorbeifahren anstimmcen, nahm sich sehl- gut aus, und die getreue und natürliche Darstellung des Herbst- und Trvttgeschäfts, bei welchem die Rebleute mit neuem Weine auf das Wohl Sr. Königl. Hoheit des Grvßherzogs tranken, erregte allgemeine Heiterkeit. Die eigenthümliche Tracht der Männer, jungen Bursche und Mädchen aus dem Hanauischen fand überall den verdienten Beifall, und erregte gewiß bei Vielen den Wunsch, daß die hergebrachten, meistens schönen Trachten der Landleute beibehalten und nicht dem Modernen zum Opfer gebracht werden möchten. Wenn wir in dieser kurzen Beschreibung einzelne Momente, die der Erwähnung werth gewesen wären, nicht angeführt haben, so bitten wir, uns dieses zugut zu halten, weil es nach der Natur der Sache nicht möglich war, die zu einer ganz vollständigen Beschreibung nörhigen Notizen im Verlaufe des Festes zu sammeln. Prvductenausstellung. Außer den allgemeinen Landesproducten, welche in festlichem Zuge auf Wagen auf dem Festplatze durch die Prv- ducenten aufgeführt wurden, fand noch eine weiter'e Ausstellung landwirthschastlicher Erzeugnisse Statt, welche in zwei, an die Festtribunen anschließenden halbkreisförmigen Buden sehr geschmackvoll einrangirt waren. Als Hauptgegenstand dieser Prvductenausstellung zeichnete sich die auf 700 Tellern und in 30 Körben zierlich aufgestellte Obstsammlung aus, indem sie nicht nur eine genaue Nachweisung über den Stand des Obstbaues und der verschiedenartigen Wirthschafts- und Tafelobstsorten des Landestheiles von Rastatt bis Müllheim gab, sondern auch durch die, bei jeder Sorte beigefügte Provinzialbcnennung interessante Belehrung für die Berichtigung der pomologischen Romenclaturen darbot. Nicht minder konnte man, zumal in den Obstsorten, die aus dem Distrikt von Achern bis Freiburg eingesandt wurden, das schönste Tafelobst erkennen, welches aus den französischen Gärten sich übergesiedelt hat, und mitunter in größerer Verbreitung heimisch geworden ist. Die reichhaltigsten Obstsammlungen wurden durch Herrn Oberamtmann Bach in Achern, Franz Guerra zu Offenburg, die landwirthschaftlichen Bezirksstellen Rastatt und Emmendingen, die Kreisstelle Freiburg, Gemeinderechner Schemmer zu Kirchhofen, landwirthschaftliche Bezirksstelle Müllheim, Georg Ristcrer zu Staufen, Gemeinde Altenheim und durch die Gemeinde Nvnnenweier, und die schönsten Tafelobstsorten durch Herrn Franz Guerra, Rentamtmann Schuck und Freiherrn v. Neveu zu Offenburg, Major Freiherrn v. Röder zu Diersburg, Pfarrer Ämter von Großweier und General v. Wangen in Bicnzen eingesandt. Sodann lieferten weitere Beiträge Herr Altvogt Risterer zu Grunern, Amtm. Hölzlin zu Heitersheim, die Gemeinden Herdern, Zähringen, Freiburg, Munzingen, Elgersweier, Ottenheim, Stab Zell, die Gemeinden Niederschopfheim, Ebersweier, Durbach, Wintersdvrf und viele andere Privat- 41 » Personen, deren Namen bei der Kürze der Zeit nicht alle ausgenommen werden konnten. Eine Traubcnausstellung, die ebenfalls beabsichtigt war, konnte nicht veranstaltet werden, weil der Reifegrad vieler Sorten noch sehr gering war; allein dennoch fanden sich verschiedene Trauben aus den Gärten des Herrn Guerra und Freiherrn von Reveu in Offenburg vor, die zur Decoration benutzt wurden. Von sonstigen Feld - und Gartengewächsen waren weiter ausgestellt: 1) Eine interessante Cerealiensammlung von ca. 40 Ge- rreidearten, auf dem Gute des Herrn Guerra erzielt. 2) Eine elegant eingerichtete Sammlung der Getreidearten aus Rippoldsau von Herrn Gehringer, worunter besonders die nackte Gerste und das Staudenkorn wegen ihrer Größe und Schönheit bemerkenswert!) waren. 3) Ein Büschel blauer englischer Winterwalzen von der Bezirksstelle Rastatt. 4) Schleiß - und anderer Hanf, so wie auch Stengelhanf von 12 Fuß Hohe und darüber, waren viele Muster von verschiedener Qualität vorhanden, aus denen man den vorzüglichen Hanfbau jener Gegend erkennen konnte. 5) Flachs in verschiedenen Parthien und von schöner Qualität war ebenfalls mehrfach aufgestellt. 6) Sieben Tabacke von meist guten Sorten waren von vorzüglicher Größe und Güte und wurden in dem Garten des Herrn Guerra erzielt. 7) Ein Sortiment Kartoffeln von 38 Sorten von Herrn Guerra erregte die. Aufmerksamkeit der Zuschauer, und nebst diesen waren noch äußerst große Knollen von den Nieren- und schwarzen Kartoffeln, so, wie noch andere von verschiedenen Producenten ausgestellt. 8) Hopfen, auf dem Felde von Offenburg erzielt, war von vorzüglicher Schönheit an Stangen aufgestellt und die Güte der Qualität nachgewiesen. Außer diesen fanden sich noch eine Menge von Feld- und Gartenproducten vor, die von der Umgegend zusammengebracht wurden, als: Gelbrüben, Weißrüben, Dickrüben, Cichorien, Rettige, Weiß- u. Rothkraut, Zwiebeln, Bohnen und andere, alle von ausgezeichneter Große und Schönheit, von denen man die Ueppigkeit des Bodens, den gesegnete» Jahrgang und den Fleiß der dortigen Producenten erkennen konnte. Beschreibung des Festflosses. Das Feststoß, welches die Wolfacher Schiffcrschaft zur Verherrlichung des landwirthschaftlichen Centralfestes am 30. September d. I. den Kinzigkanal herabgehcn ließ, hatte eine Länge von ca. 2000 Fuß, die Breite desselben wird auf 20 Fuß angenommen. Dieses Festfioß war ausnahmsweise mit 5 Sperren versehen. Auf demselben befanden sich Dielen, Stippichholz u. Schindeln. Dasselbe bestand aus 5l Gestöhren, gebildet aus gemeinem, gefrömtem und Holländer-Holz. Zur Ausschmückung des Floßes waren 4 Inschriften und 13 Flaggen von Badischer Hausfarbe angebracht. Die erste Inschrift auf einer blau grundirten Scheibe mit Eichenlaub und Strahlen: --Heil unserm Leopold!-- Die zweite Inschrift auf einer mit Säulen gestützten Scheibe: --Heil Seinem Fürstenhause!-- Die dritte Inschrift auf einem halbmondförmigen Triumphbogen: --Heil dem ■ Beschützer der Landwirthschaft!-- Die vierte Inschrift auf einer auf 2 Säulen ruhenden Tafel: --Schifferschaft Wolfach!-- Bei dieser letzten Inschrift stand der Floßführer Ld. Mayer, gesellschaftliches Mitglied, welcher dem Großherzog ein Lebehoch ausbrachte. Während der Durchfahrt des Floßes durch den Mühlkanal war eine Deputation der Schifferschast auf der Brücke anwesend. Auf dem Floße waren auch 2 Floßweiden, jede von 3" Durchmesser und 23 Schuh Länge, zur Schau ausgestellt, welche Weiden zum Einbinden der großen Holländer-Stämme gebraucht werden. Bewässerungsversuch nebst Anwendung der Siegen'schen Wiesenbau-Geräthe. In Ermangelung einer für die s. g. Schlangenberieselung mehr geeigneten, etwas stärker geneigten Fläche wurde oben an der Kinzig zwischen der städtischen Hanfrötze und dem Gewerbskanal eine städtische Wiese ausgewählt und darauf durch den Wiesenbau-Inspektor Schmidt die Arbeiten begonnen. Nachdem zuerst mit der Lothwaage die Richtung der Horizontalgräbchen gefunden und durch eingesteckte kleine Stäbchen bezeichnet worden, wurde die auf einem kleinen Haspel ausgewickelte Schnur längs dieser. Stäbchen gekannt, hierauf mit der Stechschippe der Schnur entlang zuerst das untere Ufer, dann die Schnur um 3" weiter nach oben gespannt und so auch das obere Ufer geschnitten, dann mit dem Wiesenbeil der Rasen in 7—8" lange Stücke getrennt und mit der dem Beil gegenüberstehenden Hacke 2" tief ausgehoben. Auf gleiche Weise verfuhr man mit den Berticalgräbchen, die in einer Entfernung von 6° in möglichst winkelrechter Richtung mit jenen abgesteckt wurden. Letztere haben den Zweck, einem jeden Waffergräbchen etwas frisches Wasser direct vom Hauptgraben zuzuführen und dadurch eine gleichmäßigere Ablagerung der Schlammtheile zu erzielen. Wegen des, niederen Wafferstandes im Gewerbskanal konnte nur zweimal durch gefällige Mitwirkung der Herren Gebrüder Armdruster das Wasser so weit geschwellt werden, um es zum Eintritt in die Gräbchen auf kurze Zeit zu vermögen. Damit es in den Berticalgräbchen nicht bis unten fortrinnen, sondern sich auch den Horizontalgräbchen mittheilen konnte, legte man unterhalb des Durchschneidungspunktes beider ein Stück Rasen — Stellrasen — ein, und reguliere damit den Wasserlauf; durch Aufheben des Rasens an den etwas zu tiefen und Riedertreren desselben an zu hohen Stellen nach dem Niveau des Wasserstandes selbst wurde das untere Ufer der Bewässerungsgrabchen genau waagerecht gestellt und somit ein gleichmäßiger Ueberlauf des Wassers bewirkt. Im Laufe des Tages fanden sich viele Landleute, Gutsbesitzer und Freunde der Landwirthschaft bei diesen Arbeiten ein, denen sämmtlich man Zweck und Anwendung der oben beschriebenen Werkzeuge, dann Abwägen, Anfertigen und Zweck der Gräben zeigte und erklärte; von allen Seiten sprach sich das lebhafteste Interesse für die Sache aus. Auch wurde ein Siegen'scher Heu rechen und eine dortige Sense vorgezeigt; letztere unterscheidet sich im Wesentlichen von der hiesigen nur durch einen mehr gekrümmten Baum und kurze Krücke in der Mitte desselben, welche nach der linken Seite steht, und wodurch sich das Instrument weit leichter handhaben läßt, als mit der langen Krücke, die nur durs^unnütze Anwendung der Hebclkraft die Arbeit erschweren f®i. Der Rechen har 2 Reihen Zinken an dem gegen den Stiel schief stehenden Kamm; es läßt sich derselbe daher rechts und links oder nach jeder Seite gebrauchen, ein weit größerer Bogen damit beschreiben, und daher zum Umwenden wie zum Zusammenschlagen und Reinrechen weit vvrtheilbafter anwenden, als der mit einer Reihe Zinken, was die Sachverständigen auch einstimmig anerkannten, weßhalb seine Verbreitung sehr zu wünschen wäre. M i s £ e l l e n. Von dem in den Gewässern von Calais vorigen Winter ge- ürandeten englischen Schiff „Reliance" waren -i bis rooo Tliee- kisten aufgcfangen und dieser Thce, in sehr verdorbenem Zustand, dag Pfund zu 25 St. verkauft worden. Ein ansebnliches Pariser Haus hatte gegen loo-ovo Kilogr. von dieser Waare an sich gebracht. Es war lauter schwarzer Thee, der so nicht verkäuflich war; daher wurde für gut gefunden, denselben in grünen Thce zu verwandeln, als welcher er rann zu 2 bis 3 Fr. bezahlt wurde. Die Sxeculation war im beste» Gang, als zwei Ar« 414 beiter, von heftiger Kolik befallen, sich in einem Spital meldeten und auf die Befragung des Arztes angaben, fie feien mir dieser Theefärbung mittelk Chromgelb und Bleierz beschäftigt. Da dies giftige Substanzen sind, so wurde sogleich auf den ganze» Vorrath von ObrigkeitSwegen Beschlag gelegt, und wahrscheinlich haben die gewinnsüchtigen Unternehmer noch eine namhaft« Strafe zu erwarten. Französische Blätter rheile» den Falt zur Warnung mit, die auch anderwärts zu beherzigen sein dürfte. Aus Eisenach wird berichtet: «In unserer Nähe hat ein Landpfarrer den Anfang zu einem unternehme» gemacht, welches, wie unvollkommen dasselbe auch wegen der Beschränktheit der Mittel bleiben mußte, dennoch von Jahr zu Jahr festeren Beistand gewinnt, sich weiter ausdehnt und dadurch allein den Beweis bietet, daß es ein zeitgemäßes, vielfach gefühlten Bedürfnissen entgegenkommendes ist. Voc s Jahren legte der Pfarrer Schwerdt zu Neukirchen eine kleine Büchersammlung an, die er besonders zu dem Zwecke bestimmte, den Mitgliedern feiner Gemeinde, die von Zeit zu Zeit zu ihm kamen, um sich «ein Buch zum Lesen" zu erbitten, zur Belehrung und nützlichen Unterhaltung zu dienen. Es entstand unter den Dorfqcnossen eine Art Wetteifer, der auf die Sitten derselben nicht ohne wesentlichen Einfluß bliebz bald wollte jeder die schönen Bücher des Herrn Pfarrers gelesen haben. Der Wirthshausbesuch nahm ab; das Kartensviel, welches sonst in den langen Winterabenden die Zeit tödtike, wurde immer mehr verdrängt, an seine Stille traten Gesvräche über das, was man gelesen hatte; und all- mählig schien in die ganze Gemeinde ein neuer Geist eingezogen zu fein. Bon Neukirchen verbreitete sich die Leselust nach den benachbarten Ortschaften. Pfarrer Schwerdt hakte nicht gering« Mühe, die Anfragen und Bitten, die an ihn gerichtet wurden, zu befriedigen. Dadurch kam er auf den Gedanken, eine wandernde VolkSbibliothek zu errichten, in der die Bücher nach bestimmte« Gesetzen unter den der Lesegeseüsckaft Beitretenden umlaufen; dadurch erweiterte der Kreis seiner Wirksamkeit sich ungemein, und gegenwärtig werden bereits t« Ortschaften durch seine Büchersammlunq, der er den doch wohl zu vornehmen Name» der Gutenbergsbiblioihek gegeben bat, mit ihrem Bedarf an geistiger Nahrung versorgt. Wir zweifeln keinen Augenblick, daß dieses Beispiel nur bekannt werden darf, um auch in andern Kreisen Nachahmung zu finden. Zu keiner früheren Periode ist das Bedürsniß, sich zu unterrichten, unter den arbeitenden Volksklaffeu auf dem Lande, wie in den Städten so allgemein gewesen, als in der gegenwärtigen. Zu bedauern ist es nur, daß wir immer noch so wenig Bücher haben, die nicht allein für das Volk geschrieben, sondern auch auf dessen Fassungskraft und Bedürfnisse berechnet find." Aus Wisby in Schweden wird gemeldet, dag ein Bauer, der ein Stück Land pflügte, auf einen ovalen kupfernen Kasten stieß, in welchem fick ein Schatz von mehr als srso Silbermünzen, nebst mehreren Silberklumpen, befand. Der kleDere Tbeil der Münzen, ungefähr rso, bestand aus angelsächfistmn, dänischen und norwegischen aus den Zeiten der Könige Ethelred, Knud, Harald, Hardeknud, Edvard und Sven Eriksv», der größere dagegen au§ deutschen, vornämlich Kölnischen, Magdeburgiscben, Mainzische», Straßburgischen und Augsburgischen Münzen, alle auS dem zehnten und eilfken Jahrhundert. (Der Krankmacher.) Wer die Hülfe eines Arztes in An. fpruch nimmt, steht in der Regel Heilung. I« den Gesetzen der Westgothe» finden wir sogar,, daß es im »teil Jahrhundert jenseits der Pyrenäen Gebrauch war, bei Annahme eines Arztes einen Vertrag mit ihm abzuschließen, demzufolge er eine bestimmte Summe erhielt, wenn er die Genesung herbeiführtc, — wo nicht, nichts. Hier lag offenbar die Abficht zu Grund, schnell und stcher geheilt zu werden. Kürzlich aber ist diesseits der Pyrenäen der sonderbare Fast vorgekommen, daß ein Gesunder mit einem Arzt den Vertrag abschloß, demzufolge dieser ihn krank machen sollte. Johann Bruzon auS dem Departement der Hoch- pyrenäen sollte die ehrenvolle Stelle eines VaterlandsvcrtheidigerS einnchmen, verspürte aber wenig Lust, diesem schmeichelhaften Ruf zu entsprechen. Er klagte einem Zahnarzt seine Noth, und dieser versprach, ihm einen Trank zu geben, dessen Genuß ihm ein tüchtiges Fieber verschaffen sollte, so daß er nach Verlauf einiger Zeit dienstuntauglich erschiene, ohne übrigens einen nach- rheiligen Schaden an seiner Gesundheit zu erleiden. Die Be- lohnung, welche der Zahnarzt für diesen Dienst ansprach, bestand in »o Franken. Bruzon bezahlte zum Voraus die Hälfte und kam mit dem unheilkünstler überein, die andern 4o Franken in die Hände eines Dritten zu legen, aus welchen jener fie empfange» sollte, wenn der Trank seine Wirkung gethan hätte. Die Zeit dieser Wirkung war auf höchstens sechs Monate bestimmt. Die sechs Monate verliefen und noch einige weiter. Bruzon aber, anstatt das Fieber und seinen Abschied zu bekommen, blieb frisch und gesund und wurde sogar zum Eorxoral befördert. Sehr mißvergnügt über diese Ehre und über de» Verlust seiner 4o Fr., verklagte er de» Zahnarzt. Dieser beeilte fich, daS Geld zurück- zugebe», ward aber dennoch als Betrüger vor Gericht gestellt. Man war begierig, den wunderbaren Trank kennen zu lernen, und erfuhr von dem Angeklagten, daß derselbe in Cickorien- wasser bestand. Zeugen sagten aus, daß Bruzon, so oft fie ihn über die Wirkung seines Trankes gekragt, zur Antwort gegeben hätte, je mehr er davon trinke, desto größeren Appetit verspüre er. Sb die Gourmands aus dieser Wahrnehmung Nutzen ziehe» können, müssen weitere Versuche lehre«. Auflösung der Charade iu No. 45: W o rtw ech sel. Frucht-Mittelpreise. Ei» Malter Offen ll.Rov. bürg !4.Nov. Oberkirch 9. Nov. Sichern 14. Novbr. lGengend. (10. Nov. fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. 1 « kr Waizen . . 15 15 15 40 15 45 14 42 16 6 Kernen . . — — — — 15 48 — — 1 -- — Halbwaizen 11 20 11 40 11 40 9 30 11 42 Fees . . . 5 30 Korn . . . 10 20 10 15 10 — 8 30 8 48 Gerste . . 9 25 9 45 — — 10 — 8 42 Welschkorn — — — — — — — — 11 — Haber . . 5 12 5 9 5 12 4 42 5 Frachtmarkt in Kehl am 8. November. Mittelpreise per Malter: Waizen 15 fl. 38 kr., Halbwaisen 10 fl. 38 kr., Gerste 8 fl. 45 kr., Haber 5 fl. 12 kr. Offenburger Fleischtare für den Zeitraum vom 16. bis 30. November 1843. Das Pfund Ochsenfleisch soll kosten . . . ., „ K'chfleisch .. ..... ,, „ Schweinefleisch« «... .. ., Kalbfleisch . „ „ Hammelfleisch „ «... Offenburg, am 16. November 1848. Großherzogliches Oberamt. Kern. 13 f>. 11 » 13 ,. 11 - 10 - Offenburg. (Die Brodtaxe für den Monat November 1843 dahier betr.) Nro. 25833. Die Taxe des vierpfündigen Laibes Schwarzbrod wird auf 13 kr. erhöht. Offenburg, den 9. November 1843. Grvßherzogliches Oberamt. Kern. Hiezu eine Beilage.