für die Amtsbezirke flfenßimj, «Cgpcrluvcf), Wengenßach, ^ orü 23 . Offenburg, den 7. Juni 1839 . Bekanntmachungen. (z) Gengenbach. Aufforderung.^ Andreas Treier, Bürger und Bauer zu Nordrach, gerieth im Jahr 1837 in Gant; dessen Ehefrau, Magdalena geh. Gießler, mit welcher er in Errungenschafts--Gemeinschaft lebte, entschlug sich der Gemeinschaft und nahm ihr zugebrachtes Vermögen zurück, machte sich jedoch verbindlich, die bei der Liquidation angemeldeten und richtig gestellten Schulden daraus zu bezahlen, zu welchem Ende eine Gutsverstei-, gerung vorgenommen wurde. Dieser fehlt nun die Genehmigung des Ehemannes, welcher sich vor einiger Zeit von Hause entfernt hat, und dessen jetziger Aufenthalts- Ort diesseits unbekannt ist. Da nun die Andreas Treier'sche Ehefrau um gerichtliche Ermächtigung zur Gutsveräußerung nachgesucht hat, so wird deren Ehemann andurch aufgefordert, sich innerhalb vier Wochen dahier zu sistiren und auf deren Gesuch vernehmen zu lassen, widrigenfalls nach fruchtlosem Umlaufe dieser Frist dem gestellten Begehren von Gerichtswegen stattgegeben werden würde. Gengenbach, den 14. Mai 1839. Großherzcgliches Bezirksamt, von Berg. Schuldenliquidationen. Andurch werden alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde an die Masse nachstehender Personen Ansprüche machen wollen, aufgefordert, solche in der hier unten zum Richtigstellungs-, und Vorzugsverfahren angeordneten Tagfahrt, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs« und Unterpfandsrechte, unter gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden und Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln, zu bezeichnen, wobei bemerkt wird, daß, in Bezug auf die Bestimmung des Massepffegers, Gläubigerausschusses und den etwa zu Stande kommenden Borg- oder Nachlaßvergleich, die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beigetreten angesehen werden. — Aus dem Oberamt Offenburg (2) von Ortenberg, an den in Gant erkannten Rebmann Anton Münchenbach, auf Montag den 17. Zuni d.Z., Vormittags 8 Uhr, auf diesseitiger Oberamtskanzlei. (i) von Fessenbach, an den in Gant erkannten Simon Hauser, auf Freitag den 2. August d.Z., Vormittags 8 Uhr,'s auf diesseitiger Oberamtskanzlei. (Retvurhriefe .1 Bei diesseitigem PoKamte sind nach, verzeichnet« Briese retour gekommen, welch« gegen Entrichtung des darauf haftenden Portos wieder abgelangt werden können: I. H a b i ch in Rastatt. H. S ch e i d e l in Frankfurt. B. W i n k l e r in Mannheim. Bürgermeisteramt in D u d w «i l« r. W. Z i n k in A ch e r n. I. I u l i ch in H a u sa ch. Mist Louifa B r i st o n in R o r w i ch. Offenburg, den s. Juni 1539. Großherzogliches Postamt. Gaß. Nro. 1578» Der Bürger und Wollspinner Raver Armbruster dahier ist als dritter Polizeidiener für hiesige Stadt aufgestellt und von Grofiherzoglichem Oberamte veiPflichtet worden, was andurch zur allgemeinen Kennt- niß gebracht wird. Offenburg, den 5. Zuni 1839. Das Bürgermeisteramt. K. Burger. vät. Huber. Nro. 1569. Der allgemeine Badplatz für das männliche Geschlecht ist derselbe wi»das vorige Zahr und durch zwei Stöcke näher bezeichnet.' Man macht jedoch darauf aufmerksam, daß der Mühl, bach dortftlbst einzelne tiefe Stellen hat, wohin sich nur Diejenigen, welche im Schwimmen erfahren sind, begeben können. Gleich oberhalb dieses Badplatzes ist jener für die Schüler des Gymnasiums und der höher« Bürgerschule, und ist nur für diese bestimmt. Der allgemeine Badplatz für das weibliche Geschlecht ist wieder in dem s. g. Plaulbach hinter den Gärten. Wer badet, muß mit schicklicher Kleidung angethan % 90 s sein; auch mH das an di« Babplätze stoßende städtische und Privat-Eigenrhum geschont werden. Insbesondere ist der auf den allgemeinen Badplatz für das männliche Geschlecht führende und durch einen Stock bezeichnet« Fußweg genau einzuhalten. Wer diesen Bestimmungen zuwiderhandelt, verfällt in eine Strafe von 30 kr. bis 1 fl. Offenburg, den 4. Juni 1839. DaS Bürgermeisteramt. K. Burger. vdt. Huber. Nro. 1067. Da die hiesige Gemeinde bereits im Monat Jänner dieses Jahrs die Ablösung des Zehntens der Stadt-.Gemarkung verlangt hat, so dürfte dieser Umstand manchen Zehntpflichtigen hiesiger GemarkuH auf den Glauben bringen, daß in diesem Achr der Zehnten nicht Mehr in natura gegeben werden darf. Dem ist aber nicht so. Da wir von der gnädigsten Herrschaft die zur Ab« schließung des Ablösungs-. Vertrags nöthigen Vorarbeiten bis jetzt noch nicht erhalten haben, und somit auch nicht im Stande waren, den Zehntablosungs-.Vertrag abzu-. schließen, da ferner dies auch voraussichtlich nicht mehr geschehen kann, ehe und bevor der Zehnten gegeben werden muß, und da wir uns endlich aus ganz nahe liegenden Gründen auch in keine Sistirung des Zehntens vor Abschluß des Ablösungs-Vertrags einlassen können , so sehen wir uns veranlaßt, sämmtliche Zehntpflichtigen hiesiger Gemarkung darauf aufmerksam zu machen, daß sie auch in dem gegenwärtigen Jahr den Zehnten wie bisher zu geben haben. Die löblichen Bürgermeisterämter der umliegenden Gemeinden werden ersucht, dies in ihren Gemeinden ge« hörig verkünden zu wollen. Offenburg, den 3. Juni 1839. Der Gemeinderath. K. Burger. vdk. Kornmayer. Nro. 1065. Mit dem ersten des kommenden Monats beginnt die neue Periode der 4 städtischen Buschwirth« schäften, was den hiesigen Bürgern mit dem Anfügen andurch bekannt aemacht wird, daß die Gesuche wegen Verleihung dieser Wirthschaften längstens bis Freitag den 14. d. M. anher einzureichen sind. Offenburg, den 3. Juist 1839. Der Genieinderath. K. Burger. vdt. Kornmayer. Nro. 1489. Am Mittwoch den 12. Juni d. I., Vormittags von 7 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 biS 6 Uhr, wird im s.g. Bürgerhof die HauvthundS« Musterung dahier vorgenommen werden, was mit dem An« fügen andurch bekannt gemacht wird, daß die Besitzer von Hunden oder Hündinnen, welche über 6 Wochen alt sind, diese bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe von 4 fl. der Commission vorzuführen und die gesetzliche Taxe — für einen Hund 1 fl. 30 kr., für eine Hündin Ist. — baar zu bezahlen haben. Offenburg, am 29. Mai 1839. Das Bürgermeisteramt. vn * K. Burger. vdt. Huber. Reise-Gelegenheit nach Nordamerika. Regelmässige Post-Schifffahrt zwischen Havre Sf Neiv-York. Paquetboot. Capttaine. Abfahrt. Francois I. Thomson. 16. Juni. Utica. J. B. Pell. 24. „ Emerald. W. B. Orne. 1. Juli. Silvie de Grasse. L. Wiederholdt. 8. " Der Agent Karl Posselt in Karlsruhe. Offenburg. ^Verkaufs - Anzeige.^ Ein Quantum Heu und Grundbirnen ist zu verkaufen — von wem? sagt Ausgeber dieses Blattes. Festprogramm der am Sonntag den 8. d. M. stattfindenden Grundsteinlegung zum Bau der Heil« und Pflege-Anstalt bei Achern. I. Margens s Uhr verkünden Geschützes > Salven und das Geläut« der Glocken die Feier des Tages. ,. Um halb ll Uhr versammeln sich der Director der Anstalt , die hiesigen Staatsbeamten, die Geistlichkeit , der den Bau leitende BezirkS-Baumeister, der Bezirks-Ingenieur, die Architekten , der Gemeinderath und Bürgerausschuß, die Bürgermeister des Amtsbezirks und die eingelatenen Ehrengäste im Bezirksamts» Gebäude, wo sie von dem Oberamtmann Bach emvfangen iverden; die hehrer mit der Schuljugend beider Geschlechter in ihren Schulzimmern; die Bürger mit ihren Gewerbsfahnen vor dem Bezirksamtsgebäude. 3. um dceiviertel auf I t uhr begeben sich die Lehrer mit der Schuljugend, um i t Uhr der Festzug unter Begleitung der Bürgergarde in die Kirche, woselbst ei» Hochamt mit Te Deum unter Begleitung der Mnsik und unter Geschützes > Salven abgehalten wird. 1. Nack beendigtem Gottesdienste begibt sich der Festzug von der Kirche auf di« Bauftätte in folgender Ordnung: ». Die Bürgergarde. I>. Die Schuljugend, c. Die Zöglinge der Erwerb- schule. ck. Der Gesangverein des Bezirks Achern. e. Eine Dc»u. tatiou des landwirthfchaftlichen Bezirksvereins Achern. f. Sechs mit den Farben des Grvßherzoglichen Hauses geschmückte Jung, krauen, welche die in den Grundstein zu legenden Urkunden und übrigen Gegenstände in Blumenkörben tragen, g. Der landesherrliche Commissär, begleitet von dem Direktor der Anstalt und dem Bezirks < Baumeister und Bezirks - Ingenieur nebst den Architekten. d. Die anwesenden Staatsbeamten und ringeladenen Ehrengäste, i. Die Geistlichkeit beider Consefsionen. k. Der Gemeinderath und Bürgerausschuß der Stadt Achern. I. Die Bürgermeister der Amtsgemeinden, m. Der Handelsstand. n. Die Bürger nach ihren Zünften mit ihren Gewerbsfahnen. 91 Wenn der Zug auf dem Gebiet der Anstalt angekomme» ist, geleitet denselben auf beiden Seiten ein Spalier der Bauarbeiter bis zu den bestimmten Plätze». Ordnung wird lediglich von einer erwählten Anzahl hiesiger Bürger gehandhabt, welche durch eine Cvcarde von der Landesfarbe an dem Hute ausgezeichnet find, und denen Jeder« mann Folge zu leisten eingeladen wird. 5 . Die feierliche Handlung eröffnet ein Gesang deS Musik- Vereins des Amtsbezirks. «. Der landesherrliche Commiffär hält nun von der Rednerbühne die Festrede und verkündet die von Seiner Königlichen Hoheit dem Gr off Herzog crtheilte Benennung der Anstalt. 7 . Hierauf folgt die Grundsteinlegung mit den drei Hammer« schlügen unter dem Geläute aller Glocken von Ackern und Ober- ackern, den mit Musik begleiteten Gesängen: »Heil unserm Fürsten, Heil!" und unter Geschützes - Salven. In den Grundstein werden eingelegt: a. Eine Abschrift des Beschlusses Seiner Königlichen Hoheit des Gross Herzogs aus höchstpreislichem Staatiministerium vom 6. Avril (837, Rr. sssi durch welchen die Erbauung der Anstalt nach den vorgelegten Bauplänen und ueberscklägen angeordnet wurde, b. Des Anstalt« Direktors vr. R o l l e r's Grundsätze für die Errichtung neuer Heil - und Pflege-Anstalten, insbesondere der Heil« und Pflege« Anstalt bei Ackern, c. In diesem Jahre neu geprägte Münzen nach ihren Sorten, d. Der Bauplan des Gebäudes, e. Eine Flasche (834er Weins tSchelzbergcr). f. Eine Flasche mit Frucht des vorhergehenden Jahres, g. Das gegenwärtige Festprogramm. 8. Ein Gesang des Mustkvereins beschließt die feierliche Handlung. Rach beendigter Feier bewegt stch der Festzug in gleicher Ordnung, wie er «»gekommen, wieder zum Bezirksamtsgebäude zurück, wo er stck auslöst. (o. Die Feier des Tages wird durch ein Festmahl beschlossen. Die Ortsarmen erhalten Speise und Trank. M i s c e l l e n. Mehrere alte Gesetzbücher führten sonderbare Titel. So hieß «in altes nordisches Gesetzbuch die „ graue Gans" und ein alter Breslauer Criminalcoder die »Rauchwurst." Ein merkwürdiger Fall beschäftigt jetzt die erfahrensten Aerzte zu Neapel: Lord B*"on, der seit Jahren jeden Winter daselbst »»bringt, genoss seit lange nichts alS Milchspeisen; sechs aus der Schweiz aus Kosten des reichen Britten nach Neapel transportirte Kühe lieferten den nöthigen Bedarf. Bor z Monaten ergriff vlötzlich den Lord ein unwiderstehlicher Abscheu Vor seiner bisherigen Lieblingsnahrunq; einige gemachte Versuche, jenen zu überwinden, hatten schreckliche Krämpfe zur Folge. Seither bat Lord B""on zwar allen Milchgenuss sorgfältig vermieden, aber sehr oft träumt er, die fatale Speise zu stck genommen zu haben, und nach jedem solchen Traum wird er von Convulstonen befallen, als hätte er wirklich Milch gegessen. Alle angewandten Mittel, um solche Träume und ihre bösen Folgen zu verhindern, blieben bisher fruchtlos. Dem Papst hat eine einzige Messe, die er für eine indische Prinzesstn, die in Rom starb, hielt, , Friedlich ein in s Gotteshaus; Sing' im schönvereinten Chore Deinem Gott ein Feierlied, Last das Wort ins Herz dir dringen, Sei »u üben es bemüht; Sammle heut' am Ruhetage, Wo allein der Geist nur schafft, Für der neuen Woche Mühen Neue Lust und neue Kraft! — Kirchenbuchs - Auszüge von Gengenbach. Geboren: Den 37 . April. Emma; Vater -. Ignaz Stähle, Bürger und Schreinermeister. Den 3 . Mai. Barbara; Vater: Johann Baptist Biehler, Arbeiter auf der Ziegelfcheuer dahier. Den u. — Sophia; Vater: Christian Göppert, Bürger und Schuhmachermeister. Den i4. — Sophia; Vater: Dionysius Benz, Bürger und Nagelfchmiedmeister. Den is. — Wilhelm, von Anastasia Steiner. Den 16 . — Johann Baptist; Vater: Christian Fehrenbach, Bürger und Handelsmann. Gestorben: Den 3. April. Michael Müller, 54 Jahre alt, ledigen Standes. Den 33. — Juliana, » Wochen alt; Vater: Paul Kaufeisen, Bürger und Tagwerker. Den 34. — August Armbruster, ls Jahre alt, Sohn des Georg Armbruster, Bürgers und Ackersmanns. Den 3«. — Justin« Anna, % Jahr alt, Vater: Philipp Anna, Bürger und Tagwerker. Den 3o. — Ferdinand, 3 Jahre und g Monate alt; Vater: Alexius Huber, Bürger und Strumpfwebermeistcr. Den i. Mai. Cornelius, n Wochen alt; Mutter: Theresia Naffal. Den i. — Barbara, % Jahr alt; Vater: Benedikt Suhm, Bürger und Tagwerker. Den 7. — M. Anna Valentina und Sophia Anna Valentina, 19 Tage alt, Zwillings< Töchter von Johann Stegmllller, Bürger und Kiesermeister. Den io. — Franz ulerSberger, 6« Jahre alt, pensivnirter Großh. Bezirksförster. Frucht-Mittelpreise. Ein Malter Offe. 1 . Juni. >burg 4. Juni. Oberkirch 39. Mai. Gengenbach 39. Mai. st. kr. st. kr. st. kr. st. kr. Waizen . . IS 5 16 6 14 30 16 — Kernen . . — — — — 15 30 — — Halbwaizen 10 55 11 5 12 — 11 42 Korn . . . — — — — 10 — 9 54 Gerste. . . 8 15 8 55 8 30 — — Welschkorn — — — Haber. . . 4 42 4 36 4 36 4 20 Die Marktgerichte. Hiezu eine Beilage. t