für die Amtsbesirke Offenburg, den 8. November 1839 45 Verordnung. Nro. 24437. Das Viehtreiben auf den Land« straßen betreffend. Es ist zur Kenntniß Großh. hochpr. Ministeriums des Innern gekommen, daß Viehtransportanten, welche als Straßenfrevler zur Anzeige gebracht worden waren, weil sie ihr Vieh auf den Fußwegen der Landstraßen dahin getrieben hatten, aus dem Grunde freizesprochen wurden, weil die Straßenordnung vom 14. Mai 1810 (Ziffer 17) nur das Reiten und Fahren auf den Fuß-, wegen, nicht aber das Viehtreiben bei Strafe verbiete. Da nun aber das Viehtreibcn auf den Fußwegen eben so nachtheilig wie das Reiten, für die Sicherheit der Fußgänger aber noch gefährdender erscheint, so hat hochdasselbe unterm 27. September d.J., Nro. 10305, verordnet, daß das Viehtreiben auf den Fußwegen mit der in der Straßenordnung vom 14. Mai 1810 (Ziffer 17) gegen das Fahren und Reiten auf den Fußwegen gesetzten Strafe gleichfalls belegt werden solle. Dieses wird sämmtlichen Großh. Ober«, Bezirks« und Polizeiämtern dieses Kreises zur Nachachtung und weitern Verkündung durch die Localblätter bekannt gemacht. Rastatt, den 15. Oktober 1839. Großh. Regierung des Mittelrheinkreises. 3 - E. e. D. v. Stockhorn. vckt. Eberstein. Bekanntmachungen. Offenburg. sDiebstahl.(> Der Krämerin Johanna Fischer von Hausen bei Hechingcn sind am 4. d. M- auf dem Appenweierer Jahrmarkt 27 Stück schwarze seidene Mannshalstücher von verschiedener Breite entwendet worden, was behufs der Fahndung hiermit bekannt gemacht wird. Offenburg, den 5. November 1839. Großherzoglichcs Oberamt. Bausch. Oberkirch. ^Landesverweisung.^ Friedrich Kilgus, Metzgerknecht von Glatten, Konigl. Württemb. Oberamts Freudenstadt, wurde durch hohes llrtheil Großherzogs. Hofgerichts deS Mtttelrheinkreises vom 24. August d. I. Nro. 9347, III. Sen., wegen begangenen Diebstahls verurtheilt und der Großh. Lande verwiesen. Nachdem der Jnculpat seine Strafe erstanden, bringen wir dieses unter Beifügung seiner Personalbeschreibung zur öffentlichen Kenntniß. Alter: 23 Jahre. Große: 5' 6". Körperbau: besetzt. Augenbraunen: roth. Augen: grau. Nase: dick. Haare: rdth. Gesichtsform: länglich. Gesichtsfarbe: gesund. Be« sondere Kennzeichen: keine. Oberkirch, den 31. Oktober 1839. Großherzogl. Bezirksamt. Fauler. Oberkirch. fSchuldenliquidation.^ Die Ignaz Ott« scheu Eheleute von Ulm wollen nach Nordamerika aus« wandern. Es wird daher Tagfahrt zur Schuldenliquidation auf Montag den 18. Novemb., Vormittags 8 Uhr, anberaumt, und werden dazu die Gläubiger mit dem Be» merken vorgeladen, ihre Forderungen gehörig zu liquidiren, andernfalls ihnen von hier aus nicht mehr zu ihrer Be» friedigung verhelfen werden kann. Oberkirch, den 21. Oktober 1839. Großherzogliches Bezirksamt. Jüngling. vät. Burger. (1) Kork. fSchuldenliquidation.(j Der ledige Georg Ludwig Schurter, Metzger von Auenheim, welcher sich in Nordamerika befindet, bat um Verabfolgung seines Vermögens. Es werden daher alle Diejenigen, welche Forderungen an denselben zu machen haben, aufgefordert, solche am Mittwoch den 21. November d. I., Morgens 8 Uhr, um so gewisser dahier anzumelden, als ihnen sonst nicht mehr zu ihrer Befriedigung verhelfen werden könnte. Kork, den 28. Oktober 1839. Großherzogl. Bezirksamt. Eichrodt. (2) Gengenbach. fMundtodt« Erklärung und Schul« denliquidalion.^ Durch Beschluß vom Heutigen wurde Jakob Brüderle von Reichenbach im ersten Grad für mundtodt erklärt, und unter Beistandschaft des Hofbauern 178 Lorenz Beißer gestellt, ohne dessen Mwirkung er keine der im L. R. S. 513 bezeichneten Rechtsgeschäfte gültig abschließen kann. Zugleich wird zur Erhebung des gegenwärtigen Verwogensstandes des Jakob Bruderle eine Schuldenliquidation auf Montag den 11. November, Vormittags 9 Uhr, mit dem Anfügen anberaumt, daß die Gläubiger vor dem Theilungs-Commissär Derndinger dahier ihre Forderungen um so gewisser anzumelden haben, als sie sonst die aus Unterlassung desselben entstehenden Rechtsnachtheile sich selbst zuzuschreiben hätten. Gengenbach, den 20. Oktober 1839. Großherzogliches Bezirksamt. Wasmer. (1) Kork. ^Aufforderung.^ Der im Zahr 1837 in Gant gerathene Handelsmann Nikolaus Köhler von Stadt Kehl hat bei dem diesseitigen Gerichte um seine Wiederbefähigung als Handelsmann nachgesucht. Unter Bezug auf die Art. 265 und 266 des Handelsrechts werden alle Diejenigen, welche gegen dieses Gesuch Einwendungen zu machen haben, aufgefordert, solche innerhalb 42 Tagen um so gewisser dahier vorzubringen , als sonst nach Umlauf dieser Frist über die Statthaftigkeit dieses Gesuchs nach Lage der Acten er» kannt werden wird. Kork, den 28. October 1839. Großherzogl. Bezirksamt. Eichrodt. Nro. 2854. Am 11. d. M. beginnt die alle 3 Jahre vorgeschriebene, Volkszählung in hiesiger Stadt, wovon wir die hiesigen Einwohner in Kenntniß setzen. Offenburg, den 2. November 1839. DaS Bürgermeisteramt. K. Burger. vdt. Huber. Nro. 2857. Diejenigen Hausbesitzer dahier, welche Ursache haben, das Brandversicherungstapatum ihrer Gebäulichkeiten erhöhen oder vermindern zu lassen, werden andurch aufgefordert, solches sogleich auf der Stadtkanzlei anzuzeigen. Offenburg, den 2. November 1839. DaS Bürgermeisteramt. K. Burger. vdt. Huber. Nro. 2884. Das Ab - und Zuschreiben in der Grund« und Häusersteuer für hiesige Stadt pro 1840 wird am Freitag den 15. d. M. für die Ortseinwohner und am Samstag den 16. d. M. für die Ausmärker, jedesmal Morgens von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 5 Uhr im Rathssaale dahier vorgenommen; was andurch bekannt gemacht wird. Offenburg, den 5. November 1839. Das Bürgermeisteramt. K. Burger. vdt. Huber. Nro. 2820. Die Güterbesitzer der hiesigen Gemarkung werden aufgefordert, die Gräben an den Feld «und Bizinalwegen und in den Feldern, soweit sie mit ihren Gütern daran stoßen, binnen 3 Wochen um so gewisser aufzvheben, als dies sonst auf ihre Kosten vorgenommen werden wird, und sie noch überdies die gewöhnliche Feldfrevelstrafe zu gewärtigen haben. Offenburg, den 26. Oktober 1839. Bürgermeistermil. K. Burger. vdt. Huber. Nro. 2670. Diejenigen hiesigen Einwohner, welche Weinhandlungspatente für das Steuerjahr 1840/41 losen wollen, werden andurch aufmerksam gemacht, daß solches im Laufe dieses Monats auf der Stadtkanzlei zu geschehen habe. Offenburg, den 5. November 1839. Das Bürgermeisteramt. K. Burger. vdt. Huber. Offeoburg. fNaturalienlieferung/ Die Lieferung der, für das Jahr 1839 der Pfarrei Durbach gebührenden Besoldungs-Naturalien, nämlich: 15 Malter, 6 Sester, 3 Meßle, 4 Becher Halbwaizen, 4 „ 5 „ 6 „ Haber und 20 Ohm, 9 Stützen, 4 Maas, 7 Glas Wein, Trübich, soll in Soumission gegeben werden. Die Lieferungslustigen werden hiernach aufgefordert, ihre Preisangebote bis zum 20. l. M. November verschlossen und mit der Aufschrift: „Besoldungslieferung für die Pfarrei Durbach" bei der Unterzeichneten Stelle einzureichen, und wird denselben dabei bemerkt, daß die Lieferung frei in den Pfarrhof zu Durbach zu machen ist, daß die Früchte wohl gereiniget und von guter Beschaffenheit sein müssen, und der Wein aus diesjährigem Gewächs mittlerer Qualität von Durbach bestehen soll, und daß endlich Lieferungsanmeldungen, welche nach dem 20. Nov. einkvmmen, nicht wehr berücksichtigt werden können. Offenburg, den 5. November 1839. Großherzogl. Domainenverwaltung. Brückner. Offenburg. sHolzhauerlohn-Versteigerung.^ Montag den 11. d. M., Vormittags 9 Uhr, wird in diesseitiger Schreibstube der Hauerlohn 1) von circa 350 Klaftern Scheitholz und 27000 Wellen vom städtischen Walddistrikte Gellgerst, 2) von circa 20 Klaftern Scheitholz und 45000 Wellen aus deni Distrikte Brandhau abstrichsweise versteigert, wozu die Holzhauer eingeladen werden. Offenburg, den 6. November 1839. Stadtverrechnung. Schweizer. Nordrach. sHolzversteigerung.^ Durch den Stiftungs- Vorstand in Nordrach werden aus den Kirchenwaldungen daselbst, in schicklichen Loosabtheilungen, gegen baare Zahlung vor der Ahfuhr 393 Stämme tannenes, noch aufrecht stehendes, vorzügliches Bau- und Nutzholz öffentlich versteigert. Die Zusammenkunft der Steigerungsliebhaber findet auf dem Stubenwirthshause zu Nordrach, am Montag 179 den 11. November d. I., Morgens 9 Uhr, und die Verhandlung, >e nach den Witterungsverhältnissen, ent-, weder eben daselbst oder in dem Walde statt. Nordrach, den 3. November 1839. Großherzogl. Bezirksforstei. Käßer. Offen bürg. [Güterverpachtung.] Am Dienstag den 12. d. M., Nachmittags 2 Uhr, werden auf hiesiger Stadlkanzlei nachbenannte, der minderjährigen Emilie Broßmer von hier gehörige Grundstücke auf 6 Jahre in Pacht versteigert: 1) 1 % Haufen Feld an der Ortenberger Straße, neben Georg Bühler. 2) 1 Vi Haufen Feld daselbst, neben Georg Lahner. 3) 2 Haufen Feld im Lerchenrain, neben Lav. Secklers Wittwe. Offenburg, den 2. November 1839. Rathsschreiberei. Kornmayer. Das Steuer «Ab« und Zuschreiben pro 1840 wird vorgenommen: in Bohsbach: Montag den 11. d. M., Morgens von 9 Uhr bis Abends 4 Uhr, im Gerichtszimmer allda; in Altenheim mit Rohrburg: Mittwoch den 13. d. M-, Morgens von 9 Uhr bis Abends 5 Uhr, im Stubenwirthshause allda; was die löblichen Bürgermeisterämter in ihren Gemeinden gehörig verkünden lassen wollen. Den ö. November 1839. Die Bürgermeisterämter. Dorf Kehl. [Wucherstiere«Verkauf.] Es sind in hiesiger Gemeinde zwei Wucherstiere, ein 1 % jähriger und ein 2 % jähriger, zu verkaufen. Nähere Auskunft er. theilt der Unterzeichnete. Dorf Kehl, den 31. Oktober 1839. Bürgermeister Silber. ,(1) Zell a. H. [Niederlage von Kunstmehl.] Das berühmte Kunstmehl von Gebrüder Kuenzer in Freiburg > im BreiSgau ist bei I. 91. Brunner in Zell am Har-, mersbach zu folgenden Preisen zu haben: Nro. 1. ä 13 fl. — Nro. 2. ä 11 ff. 48 kr. — Nro. 3. ä 10 fl. 30 kr. — Nro. 4. ü 8 fl. 40 kr. — Nro. 5. si 8 fl. — per 100 Pfund in Säcken von V? t V/, u. 1 / s Zentner. Gries per 100 Pfund 13 ff. — Raumehl per Sack von 10 Sester a 4 fl. 40 kr. _ Kleien per Sack von 10 Sester ä 2 fl. 30 kr. Offenburg. [Gewehr- und Jagdtasche-.Verkaufs Ein noch beinahe, ganz neues Doppelgewehr, für dessen Güte man Gewährschaft leistet, und eine lederne Jagdtasche , sind um billigen Preis zu verkaufen — wo? sagt die Redaktion dieses Blattes. , Offenburg. [Lehrlingsgesuch.] Bei einem hiesigen Bäckermeister kann ein Lehrling Aufnahme finden. Ausgeber dieses Blattes sagt bei welchem. (1) Offenburg. [Empfehlung.] Unterzeichneter empfiehlt sich in neu angekommenen, % breiten Persen neuester und geschmackvollster Dessins, feinen u. ordinären Casimirs zu Westen, Buckskings zu Hosen und sonstigen Winterartikeln, so wie in Wachskerzen, Wachs-Tafel» und Wachslaternen-Lichtern an Chaisen, Talglichtern, Wachsstöcken; in allen Sorten Oelen, als: feinst stark, schmeckendes Provencer-Oel in Bouteillen, Salat-, Rüb» Lampen- und Leinöl, Fischthran, Specereiwaaren und bestem Emmenthaler Käse auf das Beste. Franz Christian Dreher. (2) Offenburg. [Anzeige und Empfehlung.] Einem verehrten Publikum macht Unterzeichneter die geziemende Anzeige, daß er sein Geschäft als. Zimmer- Meister angefangen hat; er empfiehlt sich daher sowohl in Hochgebäuden als in laufenden Werken und allen seinem Fach einschlagenden Arbeiten, unter Zusicherung billiger und guter Bedienung. Anton Kili, Zimmermeister. (2) Offenburg. [Zimmervermiethung u. Dung- Verkaufs Christian Schrempp in der Linde hat zwei möblirte Zimmer zu vermielhen, welche sogleich bezogen werden können. — Auch hat derselbe einen Haufen Dung zu verkaufen. (3) Offeaburg. [Breankesselverkauf.] Ein 186 Maß haltender, noch ganz neuer Brennkessel mit Hut ist zu verkaufen — von wem? sagt Ausgeber dieses. (2) Kehl. [Anzeige.] Einem yerehrten Publikum mache ich hiermit die Anzeige, dass ich mein Geschäft im Hauben- und Chemisetten- machen, so wie alle’daliin einschlagende Arbeiten mit dem 4. d. M. anfaögen werde, und empfehle mich durch prompte Bedienung und billige Preise. Kehl, den 1. November 1839. Babette Mercy. (>) Offenburg. [Pferde- und Fuhrgeschirr-Ver- steiqerung.] Der Bürger und Fuhrmann Johann Schüle von UnterharmerSbach läßt DienSfag den ig. November, Nachmittags > Uhr, im Gasthause zum ZZhrinqerhof dahier einer .öffentlichen Versteigerung gegen gleich baare Bezahlung auSsetzen: Sechs Pferde, nämlich ein Rapp, i}/ 2 — ein Schimmel, 5 V 2 — ein Hengst, '2% — ein Fuchs, 10 — ein Braun, 12— u. ein Fuchs, 14 Jahre alt. Ein Wagen mit 5 französischen Zoll breiten Rädern; ein neuer dito mit schmalen Rädern, ungefähr 80 Ctr. tragend; ein dito mit gleichen Rädern zum Ochsenfuhrwerk; ein dito zum Pferdfuhrwerk, ungefähr 30 Ctr. nagend; beiläufig 10 Stück Spannketten; 2 starke Sperrketten mit Scblempen, ungefähr 100 Centner zu krepen; 2 Kappensperren; 2 Kettenkreber, ungefähr 100 Centner zu kreben; 3 Wagengewinder; 2 Paar Wagenleitern; 3 Pferdgeschirre; ein Sattel und ein Hintergeschirr. 180 (2) Ortenberg. ^ Ansuchen. ^ Alle, welche Lieferungen zum Bau des Schlosses Ortenberg machten, werden ersucht, ihre Rechnungen bald möglichst einzureichen. (1) Legelshurst. sOelpressen-Verkaufs Georg Ehrhardt in Legelshurst hat 2 englische Oelpreffe» zu verkaufen. Kapitalien auszuleihen. (1) Aus einer Verlaffenschafts - Curatie können mehrere hundert Gulden dargeliehen werden. Näheres bei Ausgeber dieses Blattes. (1) Fünfhundert Gulden Privatgeld sind zu 5 pCt. gegen gerichtliche Versicherung auszuleihen — von wem? sagt Ausgeber dieses Blattes. (1) Nepomuk Seigel, Schneidermeister in Griesheim, hat 300 fl. zu ü pCt. gegen Obligation auszuleihen. (2) Messerschmied Augustin Schirrmann in Offenburg hat 127 fl. 57 kr. Pflegschaftsgeld zu 5 pCt. gegen gerichtliche Versicherung auszuleihen. Theater-Anzeige. Sonntag den 10. November (zum Erstenmale): Der Zeitgeist, oder: Die Wilden in Europa; ein Original-Lustspiel in 4 Aufzügen, von Dr. E. Raupach. Vorher geht: Der Wittwer, Lustspiel in einem Akt, von Deinhardstein. Eingesandt. Welches flnd die Ursachen derBesuchsabnahme unserer Casino'S? Der walire Geselligkeitssinn kommt erst mit den ruhiger» Jahren; die jüngere Welt ist zu sehr mit gewissen iarte« An, aelegenheiten, ich möchte sagen, sie ist zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um sich um da? Allgemein« zu bekümmern. Die älter» männlichen Mitglieder der Gesellschaft haben sich von den Abendunterhaltungen zurückgezogen: eS ist nur das Tanzen übrig geblieben! Die gute Mutter, die unter solchen Umständen nur der Tochter zu lieb auf's Casino geht, fängt — es sc»e ihr Vorhaben noch so fest, es nicht zu thun — doch reckt bald an, gewisse Zeichen der Langweile zu geben z und dies« wirken bekanntlich furchtbar sumvathetisch. Woher nun dieses Zurückzieben der altern Mitglieder? Es käNt schwer, es zu sagen ; aber eS ist eine angenommene Sache, daß das Vorqreifen der jünger» Herren überhauvt, insbesondere aber auf den Generalversammlungen, Schuld daran seye. Sie zahlen gleich den älter«. Gut, meine Herren >. Aber — und beantworten Sie sich dies« Frage selbst — haben Sie auch gleiche Ansprüche auf sonstige Eigenschaften, des Einflusses z. B. ? Nun, wie könnte abgeh olsen werden? Uns scheint e?, dadurch, daß die älter» Mitglieder sich ihres Rechtes wieder bedienen, daß nämlich die möglich größte Anrahl der Unterschriebenen auf der Generalversammlung erscheine, und daß sogar kein Beschluß gefaßt werden könne, ohne daß wenigstens zwei Drittheil« der Gesammtanzahl gegenwärtig seve. Die Art, Beschlüsse zu fassen, senk eine ruhige; sie seven nur solche, die Allen angenehm sind; man trete der Beauemlichkeit nicht zu nahe; man untersage das BorauS - „Enqagiren", damit Derjenige < welcher nur wenig tanzen will, dock auch tanzen könne; man weise den Zusehenden einen anständigen Platz an; die Ballaufsicht wirke so still als thunlich ic. ic. ' Dann, meine Herren des ruhiger» Alters, kommen Sie aber auch; damit eS mit den Casino'S nicht bei dem frommen Wunsch« bleibe! Der Fuchs. Allerheil'gentag erschien Und mit ihm der Wunder viele, Nu» will ich mich auch bemüh'«, Eins zu sagen Euch zum Spiele. G'rade war es Mitternacht, >« oder besser, halber Zwölfe, Da ward ein Geschrei gemacht, Als wenn jammernd schrieen Wölfe. Doch, Geliebte: —so war's nicht. Denn ich schwör' bei meinem Leben, Weil's an Wölfen uns gebricht, Kann es keine bei uns geben. Besser glaub' ich war's ein Fuchs, Der so jämmerlich geschrieen, Der sich zu der Höhle flugs Wollte retirirend ziehen. Doch von den Verfolgern gleich Als ei» grimmes Thier ergriffen. Gab man ihm so manche» Streich, Darum hat er so gexsiffen. Hat er Ein'ge auch belurt, Sich so schlau der Spur entzogen, Ward er dennoch abgeburt, Weil er hat so dreist gelogen. In der Vorstadt hörte man Sein erbärmlich. wildes Heulen, Niemand wußte, wie daran, Öb es Katzen oder Eulen. And're sah'» ihn wie ein Luchs, D'rum ward er so stark getroffen, In die Falle ging Herr Fuchs, Konnte nimmer Rettung hoffen. Daher rührt der Jammerschrei, Den man in der Vorstadt hörte, Immer rief er: Holz herbei, Daß er all« Nachbarn störte. Wie? der Winter wird jetzt kalt. So nun hört man Alle sagen, Weiber, Männer, Jung und Alt, Hörten so »aS Füchscken klagen. Weil der Fuchs so früh geklafft, Darum ward er so geschlagen, Wenn die böse Zunge schafft, Wird man ihn in's Wasser jagen. Wenn er sich nur einmal murt, dann ja geht'S ihm bunter, Gleich wird er dann abgefurt, das ist's größte Wunder. Frucht-Mittelpreise. Ein Malter Offei 2. Rov. 'bürg 5. No«. Obeckirch 31. Öct. Gengenbach 31. Set. fl. kr. fl. kr. fl. kr. fl. kr. Waizen . . 15 45 15 45 13 — 14 48 Kernen . . '— — — — 14 — 15 — Halbwaizen 10 15 10 20 9 30 10 30 Korn . . . 10 6 10 15 7 15 9 30 Gerste . . . 9 30 9 36 6 30 — — Welschkorn — — — — 7 20 8 — Haber . . . 4 18 4 18 4 15 4 30 Die Marktgerichte. Hiezu eine Beilage. Redaktion, Druck und Verlag von I. Otteni. i