Wochenblatt für die Amtsbezirke OOenburg, Oberkirch, Ackern, Nheinbifckofsheim, Kork, Gengenbach, Haslach nnd Wolfach. Jä 58. Offenburg, den 3. August 1849. Bekanntmachungen. Die Herbeibolung von Fourege und sonstigen Lebensmitteln betreffend. Nr. 17759. Nach einem Armeebefehl Seiner Königlichen Hobelt des Prinzen von Preußen vom l8. d. M. haben die Truppenkheile zur Vermeidung der Borspannlasten die Her- beihvlung von Fourage und sonstigen Lebensmitteln soweit m Besitze von Privatpersonen verbleiben sollen, erachte 3ch es zur Erreichung des beabsichtigten Zweckes für angemessen, weiter zu bestimmen, daß auch keine Versendung von Waffen, sei es mittelst der Eisenbahn, Posten noch andern Gelegenheiten, anders als aus Grund eines von dem betreffenden Truppcnbefehlshaber ausgestellten Begleitscheinsstattßnden darf. Der Oberbesedlshaber der OperanonSarmee am Rhein: (gez.) Prinz von Preußen. Nro. 18073. Vorstehender Armeebefehl Seiner Königlichen Hohen des Prinzen von Preußen vom 20. d. M. wird zur allgemeinen Nachachkung mit dem Auftrag an die Groß- herzoglichen Aemter bekannt gemacht, solchen auch in die Lokalblätter unverzüglich einrucken zu lassen. Karlsruhe, den 28. Juli 1849. Großherzogliche Regierung des Mittelrheinkreises. Z. A. d. D.: Der versitzende Rath 0 . Srockhvrn. vdt. Neumann. Sie Rvtzkrankheit unter den Pferden detr. Rro. 17957. Da bei den großen Truppenbewegungen die Rvtzkrankheit und die damit verbundenen Leiden, die so- ' genannte Wurmkrunkhen, Drüse rc. rc bei den Pferden däu- siger Vorkommen, so werden sammUiche Großherzogl. Oberund Aemter angewiesen, durch Bekanntmachung in den Gemeinden auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, und den Pferdebesitzern möglichste Aufmerksamkeit und genaue Befolgung der Verordnung vom 4. Februar 1818 (Regbl. Nr. 4) anzuewpsehlen und sie insbesondere auf die nachtheiligen Folgen einer Unterlassung der Anzeige von einem vorkommenden Fall von Roy-Krankheit oder Rotz-Verdacht aufmerksam zu machen. Die Großherzvglichen Physikate werden zugleich angewiesen, die Tbierärzke ihres Bezirks zur besonderen Wachsamkeit zu ermahnen. Karlsruhe, den 27. Juli 1849. Großherzogliche Regierung der Mittelrheinkreises. J.A.d. O.: Der Vorsitzende Rath v. Stvckhvrn. vor. Müller. Achern. (Aufforderung.) Rro. 12209. Die Wittwe des Wendelin Hodapp von Kappelrodeck hat den Antrag auf Einweisung in Besitz und Gewähr der von dem Pfleger ihrer Kinder ausgeschlagenen Erbschaft ihres verstorbenen Ehemannes gestellt. Es werden nun alle Diejenigen, welche Ansprüche aut fragliche Erbschaft zu machen haben, ausgefordert, solche binnen 4 Wochen geltend zu machen, widrigenfalls sie damit ausgeschlossen werden. »chern, den 25. Juli 1849. Großherzogl. Bezirksamt. Bach. Wolfach. (Entmündigung.) No. 7733. Die ledige Anastasia Ben) von St. Roma», Gemeinde Kinzigthal, wurde wegen Gemüthsschwäche entmündigt und unter Vormundschaft des Joseph Faißr von Kinzigrhal gestellt, was hiemit veröffentlicht wird. Wolfach, den 18. Juli 1849. Großherzogl. Bezirksamt. Felleisen. Gaat-Kdieke. «ndurch werden alle Diejenigen, welche aus was «mmer für , einem Grunde an die Masse nachstehender Personen Ansprüche machen wollen, aufgefordert, solche in der hier unten zum Richtigstellungs- und Äorzugsverfahren angeordneren Tag- sahrt, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- und llnterpkandsrechte, unter gleichzeitiger Vorlegung der Be- weisurkundcn und Antretung des Beweises mit aiidern Beweismitteln, zu bezeichnen, wobei bemerkt wird, daß, in Bezug auf die Bestimmung des Maffepflegers, Gläubigeraus- schuffes und den etwa zu Stande kommenden Borg- oder Rachlaßvergleich, die Richterscheinenden als der Mehrheit oer Enchienenen beigetreten angesehen werden sollen. Aus dem Bezirksamt Oberkirch: [11 von Oppenau, an die in Gant erkannte Verlassen- schafr des verstorb. Lukas Lehmann, auf Montag den 3. September 1849, Vormittag« 9 Uhr, auf diesseitiger Amtskanzlei. 508 Mu« de« SesirMami Gen»endach: »oit Unterharmertbach, an die in Gam erkannte 8er- tasftnschoft der Joseph Rauer'« Wittwe, aus Freitag den ZI. August 1849» Vormittag« 8 Uhr, aus die«se>kiger «mtskanzlei; von Oberharmersdach, an die in Gant erkannte Der- lassenschaft des HauptlehrerS Walliser, aus Freitag den ZI. August 1849, Vormittag« 8 Uhr» aus diesseitiger AMkSkanzlei. Bus dem Bezirksamt Stört: [2] von Willstätt, an die in Gant erkannte Verlassen- fchaft de« Weber« Zakod Feist, aus Samstag den 25. August, Morgen« 8 Uhr, auf diesseitiger «mtskanzlei; 121 von Willstätt, an die in Gant erkannte Verlassen- schaft de« TaglödnerS Georg Staadt, auf Samstag den 25. Sugust, Morgen« 8 Uhr, auf diesseitiger «mtskanzlei. Au« dem Bezirksamt Haslach: 121 von Steinach, an den in Gant erkannten Augustin Kraier, auf vienstag den 21. August 1849, Vormittag« 8 Uhr, auf diesseitiger «mtskanzlei. [1] von Haslach, an den in Gant erkannten Marquardt Schmidt, auf Donnerstag den 16. August 1849, Bormittags 8 Uhr, auf diesseitiger «mtskanjlei. Kork. (Diebstahl.) Rro. 7170. In der Nacht vom 24. auf den 25. Zuli l. I. wurden dem Georg Ren von Kork aus einem Hübnerstallc 11 Stück jung«, geldlich gescheckte Hennen und Hahnen entwendet, waS zur Fahndung aus das Entwendete und den zur Zeit noch unbekannten Thäker öffentlich bekannt gemacht wird Kork, den 25. Juli 1849. Großherzogl. Bad. Bezirksamt. Bodmann. 121 Haslach. (Urtheil.) Nro. 6890. . Zn Sachen der Ehefrau des Zoseph Brücker, Luitgarde geborne Uhl, von Mühlenbach, gegen ihren Ehemann Joseph Brücker von da, 8ermögensabsonderung betr., wird auf gepfiogene Berhandlung zu Recht erkannt: LS sei dem Begehren der Klägerin um VerwögenSabson- derung stattzugeben, und habe der Beklagte die Soften zu ttagen. V. R. W. HaSlach, den 23. Zuli 18V. Großherzogliches Bezirksamt. JÜNgliNL. 131 K o r k. (Oeffentliche Vorladung.) Za Sachen des Jvh. Friedr. Schaaff von Dorf Kehl gegen Pelzhändler Gustav RooS von Stadt Kehl, Forderung betreffend, hat Kläger heute dahier vorgetragen: Am 25. Mai 1845 habe er dem Beklagten ein zu 5 pLl. verzinsliches Darlehen von 850 fl. unter dem Gedinge vierwöchentlicher Aufkündigung gegeben. Davon schulde ihm der Beklagte noch die Reftsumme von 700 fl. nebst Zinsen vom 25. Mai d. I., welche er ungeachtet der geschehenen Aufkündigung noch nicht habe erhalten können, «eßhalb er die Bitte stelle, ihn zur Zahlung diese« Betrages nebst Kosten binnen kurzer Frist bei Zwangsvermeidung zu verurteilen. Mit Bezug auf die gerichrskundige Landesflüchtigkeit des Beklagten und nach § 272, Ziffer 3 d. P. O. ergeht Beschluß: Rro. 6818. Wird Ladung aus die Klage erkannt, und Tagsahrt zur mündlichen Verhandlung anberaumt aus Samstag den 4. August dieses Jahres, Morgens 8 Uhr, in welcher Beklagter zu erscheinen und sich gesetzlicher Ordnung gemäß auf die Klage vernehmen zu lasten hat, widrigenfalls der thatsächliche Klagvortrag für zugestanden ^zid jede Schutzrede dagegen für versäumt erklärt würde. " Kork, den 21. Zuli 1849. Großherzogliche« Bezirksamt. Bodmann. Ossenburg. (:»etour-Briese.) Die Ausgeber nachstehender dahier zur Post gegebenen Briefe, die als unbestellbar zurückgekommen ftnd, werden zu deren Rückempsang, gegen Entrichtung der darauf hastenden Taxen Le., hiemit ausgefordert. ' Färber Wörter hier. Pfarrer Schäfte in Bitthingen. Pauline Lurk in Heidelberg. Maria Strngele in Lös- singen. Geheimer Hosrath und Professor in Heidelberg. Anton Schweiß in Tarar. Schell in Ortenberg. Werth heimer in Avdersweier. Ettiaer in Karlsruhe. I. Matt in Peterkthal. Blickle in Stvckach. Kühler in Reus- chaiel. Roth in Karlsruhe. Rohrer in Mannheim. Soldat Bender in Mannheim. Oberlehrer N. K. in Haslach. Bürgermeisteramt Ottenhofen. Vogl in Gone« au. Enninger in Oeislingen. Metz in Gottesau. Stehle- in Karlsruhe. Eisenleutd I» chaud de fonds. Keller in Neustadt. Pörrner in Frankfurt. Haag in Weierbach. Berger in Caftamere. Oimo in Straßdurg. Schreiner Lessing in Freiburg. Breu in Lahr. Neumeter in Ba den. Mathy, Fecht und Merker in Esringen. Ossenburg, den 31. Juli 1849. ^rvßherzogliches Post und Eisendabnamt. 131 Ossend-urg. (Brennholzliefcrung.) Rro. 3665. Der Brennholzbevars des hiesigen Gefängnisses und jenes in Gengenbach für den Winter 1849 auf 1850, in ea. 45 Klafter Vierschüvigem trockenem Buchenholz bestehend, soll an den Wenigstnedmenden in «ccord begeben werden. Angebote hieraus sind bis zum 15. August d. I. bei der diesseitigen Stelle schriftlich emzureichen, wvieltst auch die Lieferungsbedingungen eingesehen werden können. Offenburg, den 23. Zuli 1849. Großherzogliche «mtskasse. Knaufs. Ossenburg. (Waldhüteranstellung betr.) Rr. 1699. Durch d«e Entlassung des Waldhüters Michael Schmidt von hier ist die Anstellung eines anderen Waldhüter« dahier noch wendig geworden. — Die Bewerber um diesen Dienst haben sich bis zum 8. diese« Monat« schriftlich anher zu wenden. Osftaburg, den 1. August >849. Der Gemeinde-Rath. Wiedemer. vdt. Gütle Ossenburg (Versteigerung.) Künftigen Dienstag den 7. August läßt der Frauenverein vor dem diesigen Rath- hause eine Partdie weißer, grauer und blauer baumwollener Socken und Strümpfe, sowie Hemden gegen gleich baare Zahlung versteigern, was mit dem «nsügen bekannt gemacht wird, daß die Versteigerung um 9 Uhr ihren Anfang nimmt. Ossenburg, den 1. August 1849. Der Vorstand de« Frauenvereins. «.«. H. Schreiber. Ossenburg. (Güterverpachtung.) Dienstags den 14. d. M., Nachmittag« 2 Uhr, werden im hiesigen Rathha»«- saale die städtischen frisch beurbarten Güter in der Nachtweide, und zwar Loos-Nr. 4 bis mit Nro. 23, ferner LooS-Nr. 25, 26 und 27, jeuchweise anderweit m Pacht versteigert; wozu di« Pachtliebdaber eingeladen find. Ossenburg, den 1. August 1849. Stadtverrechnung. Schweizer. Zunsweier. (Liegenschaft«-Versteigerung.) In Folge richterlicher Verfügung vom 28. Zuni v. Z. No. 19069/ ch- wie vom 12: Mai derselbe« Jahres Nro. 13603, >n Foade- rungssachen mehrerer Gläubiger, werden den Philipp Zapf'« Eheleuten ihre sämmtlichen Liegenschaften am 509 Montag den 27. August, Nachmittags l Uhr, i« diesigen Rathszimmer im Bollstreckungswege öffentlich versteigert werden; wozu man die Steigerungsliebhaber mit dem Bemerken einkadet, daß der Zuschlag erfolgt, wenn der Anschlag oder darüber geboten wird. — Die Liegenschaften sind: 1) Sine einstöckige Behausung mit Scheuer und Stallung sammr Zugehörde, unten im Dorf, einers. Aloys SchMi'S Kinder, anders. Juliana Mattes. 2) - Wester Matte im Rächstenbach, einers. Augustin Riedinger, anders. Flvrennn Hilberer. 3) 1 Sester Acker allda, einers. Mathias Wetzel, anders. Wundarzt Hummel. 4) 50 Ruthen Acker aus dem Hohberg, einers. Johann Georg Zsemann, ander«. Anton Riedmger. "* 5) 30 Ruthen Reden im Mathäusen-Garten, einers. die Wolsgaffe, anders, der Fußweg. 6) 50 Ruthen Acker im hintern Brand, einers. Anwn Riedinger, anders, der Fußweg. 7) 40 Ruthen Reben im obern Rebberg, einers. Augustin Vetter, Taglöhner, anders. Johann Michael Scherer. 8) 25 Ruthen Reben allda, einers. Ferdinand Scherer, anders. Gerva« Walter. S > 15 Ruthen Reben im hintern Rebberg, einers. Ferdinand Obert, anders. Xaver Hilberer. 10) 33 Ruthen Reben in der untern Holl, einerseits Augustin Riedinger, anders. Anton Riedinger. 11-36 Ruthen Acker aus dem Hohberg, einers. selbst, anders. Johannes Stark. Zunsweier, den l. August 1849. Da« Bürgermeisteramt. Hilberer. vät. Hummel. [1] BohlSbach. (HauS- und Garten-Bersteigerung.) Mit obervormundschastl. Ermächtigung vom 12. März d. Z. Rro. 8551 .läßt der hiesige Bürger Michael Siebert, Pfleger der minderjadrigen Kinder der verstorbenen Joseph Sieden'» Eheleute, am Montag den 20. August d. I.» Nachmittags 2 Uhr, auf hiesigem Rathhause seinen Mündeln zum Eigenthum versteigern : Ein einstöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Schopf und Stallung oben im Dorfe, einers. Karl Siebert, anders. Sebastian Lurk. 25 Ruthe» Sarren, einerseits selbst, anderseits Lorenz Zockerft. Hiezu ladet man die Liebhaber mit dem Anfügen ein, daß die Bedingungen am Steigerungstage bekannt gemacht werden. Bvhlsbach, dev 1. August 1849. Da« Bürgermeisteramt. Bahr. 11] Offenburfl. (Gülerverpachrung.) Montags den 13. August, Nachmittags 2 Uhr, werden im WirkhShauft zum Großberzog in Waltersweier die aus dasiger Gemarkung liegenden 10V-Morgen (neues Maaß) Spitaläcker im s. g. Kappenacker in 12 Loose - Adiheilungen in einen weitern sechsjährigen Pachtbestand versteigert; wozu man die Pachtlieb- haber einlader. Ostenburg, den 30 Zuli 1849. Sr. Andr. Hvspitalverwalrung. . König. Griesheim, (vungversteigerung.) Am Montag den 8. August, Nachmittag« i ubr, läßt die hiesige Gemeinde einen Hausen Dung vom Wuchervieh beim Stall öffentlich versteigern. Grirsheiw, den 30. Zull 1849. Da« Bürgermeisteramt. '■BroS. m Ortenberg. (Liegenschaft«, Versteigerung.- Zn FvrderuugSsachen mehrerer Gläubiger gegen Andreas Brei, der'S Ehefrau dahier werden derselben am Montag den 13. August k. I., Nachmittags 2 Uhr, im hiesigen Vchsenwirth« bause nachbeschriebene Liegenschaften i« DollstreckuagSwege öffentlich versteigert werden, alt: 1. 1 Haufen Reben im Uhrftld, neben «n»on Bahr und Konrad Sieferle. 2 . >/r Haufen Reben in der Grund, neben Karl Falk und Anastasia Riehle. Ortenderg. den 31. Juli 1849. Da» Bürgermeisteramt. Herp. vdt, Göring. fl] Döttelbach, Amts Obrrkirch. (ZwangSliegen- fchafts - Bersteigerung.) Beider heure abgehaltenen Zwangs- Versteigerung der den Georg Huder'fchen Eheleuten dahier gehörigen Liegenschaften, bestehend: in einem Wohnhause, Back- und Waschhaus, Hau»- und Hofplatz, Manen- und Ackerland, in der Rench liegend, neben Xaver Gmeiner, Joseph Hofer, Anwn Tchmieder und der Rench, worauf der Waldgenuß eine» Taglöhnert ruht, laut Vergleich vom 16. Sept. 1841 — wurde der Schätzungspreis nicht erreicht; e« wird deßhalb Tagfahrt zur letztmaligen Versteigerung auf Mittwoch den 5. September l. Z., Nachmittag« 2 Uhr, im Gasthause zum Adler dahier ftstge- fttzt, mit dem Bemerken, daß der endgültige Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungeprei» auch nicht geboten wird. Döttelbach, den 31. Zul, 1849. Das Bürgermeisteramt. Ringwalb. vät. Straub fl] Döttelbach, Amts Oderkirch. (ZwangsliegenschaftS- Versteigerung.l Da bei der beute abgehaltenen Zwangsversteigerung der dem led. Bäcker Xaver Braun dahier zugehörigen Liegenschaften das unten beschriebene Grundstück den Schätz ungSprei« nicht erreich, hat, so wird Tagfahrt zur letztmaligen Versteigerung auf Donnerstag den 23. August l. I , Nachmittag» 2 Uhr, im Gasthaus« zum Adler dahier anbe- raumt, mit dem Bemerken, daß der endgültige Zuschlag um da« höchste Gebot erfolgt- wenn der Schätzungspreis auch nicht erreicht werden sollte. Beschreibung der Liegenschaft: Ein Haus und Hofplatz, Garten- und Ackerfeld, in der Rench liegend, — grenzt an den Renchweg, an Zos. Gmeiner, an Adlerwirth Franz Nock und an Georg Müller 2. Hierauf ruht ein Brandeotschädigungsgeld von 350 fl. und der Waldgenuß eines TaglöhnerS laut Vergleich vom 16. Sepr. 1841. Döttelbach, den 25. Zuli 1849. Das Bürgermeisteramt. R > n g w a l d. viit. Straub. fl] Ortenderg. (Liegenschaft» - Versteigerung.) Do bei der am 30. Zuli d. Z. abgehaltenen Liegenschaft-Versteigerung von Philipp Litterst und Gottfried Kiefer'« Kindern dahier der Schätzungspreis nicht erreicht wurde, so werden dieselben Liegenschaften, wie sie in Nro. 54, 55 und 56 de» Wochenblatts ausgeschrieben sind, am Montag den 13 August d. Z, Nachmittags 2 Uhr, im diesigen OchsenwirkhShause wieder Volt der Steigerung ausgesetzt, wir dem Bemerken, daß der endgüliige Zuschlag erfolgt, wenn der SchäyungSpreiS auch nicht erreicht wird. Ortenderg, den 31. Zuli 1849. Da» Bürgermeisteramt Herp. v« Göring, Rarhschr. fl] Zunsweier. (Liegenschaft«.Versteigerung.) Za Folge richterlicher Verfügung vom 15. Mai 1848 Nr. 15903, ivwie vom 20. Nov. und 5. vre. desselben Jahr» Nr. 39751 und Nr. 36520 in Forderung-fachen mehrerer Gläubiger gegen 510 Bernhard Oben'« Eheleute von hier werden Letzter» ihre sämmrlichen Liegenschaften am Montag Sen 27. August d- I., Nachmittags 2 Uhr, im hiesigen Raihszimmer im Vollstreckungswege öffentlich versteigert werden. Die Liegenschaften sind: 1) Ein Wohnhaus mit Scheuer und Stallung samwt Zugehörde auf dem Lehderg dahier, einers. Theresia Schillh, anders, der Allmeudweg. 2) 37 Ruthen Reden im Göhrenlöchle, einers. Johann Wetzel, anders, unbekannt. 3) 40 Ruthen Acker im hintern Brand, einers. Alvys Scherer, anders, unbekannt. 4) 75 Ruthen Reben im obern Rebberg, einers. Joseph Wagemano's Wittwe, anders, unbekannt. Hiezu werden die Sreigerungg- Liebhaber mit dem Bemerken eingeladen, daß, wenn der Schätzungspreis oder darüber geboten wird, der Zuschlag erkheilr wird. Zunsweier, den 1. August 1849. Das Bürgermeisteramt. Hilberer. vdt. Hummel, Rathschr [3] vurbach. (Liegenschasts- Versteigerung.) Der Wittwe de« verstorb. Joseph Schirrmann dahier werden in Folge richterlicher Verfügung vom 4. Juli b. I. Nro. 18788 die vorhandenen Liegenschaften im Zwangswege öffentlich am Montag den 6. August d. I., Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathhause dahier versteigert, wozu man die Liebhaber mit dem Bemerken einladek, daß, wenn der Schätzungspreis erreicht wird, der Zuschlag erfolgt. Die Liegenschaften sind folgende: 11 Eine einstöckige Behausung mit Keller und 2 Schweinställen, einers. Jos A. Naffall, anders. Karl Behr. 2) Circa 15 Ruthen Garten und Hausplatz, einerseits sich selbst, anders. Karl Behr. 3) 3 Hausen Reben im Hardwald mit Vvrge'.ände, einers. Michael Schönle, anders. Karl Winter's Wtb. (Bon diesen werden aber nur die Stöcke und Stecken versteigert.) Durdach, am 16. Juli 1849. Das Bürgermeisteramt. Plank. [3J Oppen au. (Liegenschaftsversteigerung.) Aus der Berlassenschastsmasse des Bäckers Joseph Hoserer von Ovpe- nau werden Dienstags den 7. August d. I., Vormittags 9 Uhr, in der Wohnung des vistrictsnotars K. Pezvld in Oppenau öffentlich versteigert werden: 1) Ein Stück Ackerfeld auf dem Fischerbof, Gemarkung Ramsbach, einers. Bärenwirlh Rvth, anders. Ehr. Müller, — taxirt zu. 1400 fl. 2) Circa l k Morgen Ackerfeld, Mengelsmatk genannt, einerseits Michael Friedmann, anderseits Michael Doll, — taxirt zu. 600 fl. Oberkirch, den 19. Juli 1849. Großherzogliches Amtsrevisvrat Link. vdt. Pezold. s3s Ossenburg. lGükerverpachiung.) Montags den 6. August, Nachmittags l Uhr, werden im Gastdause zum schwarze» Adler (Post) dahier folgende Güter des Herrn Oberstlieutenants Lerblin zu Karlsruhe für 6 Jahre zehnrfrei in Pacht versteigert; nämlich: In Offenburger Markung. 3 Viertel 60 Ruthen Acker am Rikkweg, einerseits der Käbnerbach, anderseits Schaffner Durnegger. s /2 Zeuch Acker hinterm Kloster, einerseits der Rittwcg, anderseits mehrere Anftößer. 3 Viertel 54 Ruthen Acker allda, neben Kaufmann Reiff's Erben und dem St. Andreas-Hospital. 3 Viertel Acker im Galgenfeld, neben Buchhändler Braun. 2 Zeuch Acker im Bühlerfeld, neben Andreas Mkamm von Rammersweier und Ignaz Falk im Riedle. Jeuch Acker im Kindleinogarten, neben der Eisenbahn und Johann Fieß. 1 Viertel 31 Ruthen Acker allda im Krummer, neben der Eisenbahn und Andreas Huber. V-j-i Haufen Rebplatz unten am Tannweg beim Riesfeld, neben Simon Kern von Fessenbach. 2 Viertel 59 Ruthen Rebplatz am Tannweg Weingarten , neben mehreren Anstößern. 40 Ruthen Gartenland im Schleiergrün, neben Johann Fieß und Andreas Müller's Wittwe. Bodlsbacher Markung. 1 Viertel 3! Ruthen Acker beim Frauenbild, neben Andreas Basler und Josepb Herp von Zell. 2 Viertel 3'/-Ruthen Acker beim Kreuzwirthshause, einers. die Eisenbahn, anders, dl. Wacker'S Erbschaft. 1 Viertel 89(2 Ruthen Acker allda, neben der Eisenbahn und BlasiuS Ritter. Bübler Markung. 1 Viertel 77 Ruthen Wiesen im Wörth, einers. Anton Wacker's Erden, anderseits Andreas Wacker. Weierer Markung. 1 Jeuch 63 Ruthen Wiesen beim Bröckle, einers. Altvogk Gaß> anderseits Anton Wacker's Erben. 1 Jeuch 8 M /4 Ruthen Wiesen am Angel, einerseits Kaufmann Walter von Offenburg, anderseits die Gemeinde Griesheim und Wendelin Sache' Erben von Bühl. 2 Viertel 300 Ruthen Wiesen aus der obern Matt, neben Kaufmann Bartiany von Offenburg und Georg Basler von Fessenbach. Die Pachtliebhaber sind hiezu eingeladen. Offenburg, den 25. Juli 1849. A. «.: Schweizer. s2) Windschläg. (Zwangsversteigerung.) Oer Job- Goos' Wittwe von hier wird nach oberamtlichem Beschluß vom 19. Juni 1849 Nro. 17980 im Zwangswege V» Jeuch Acker auf dem Kirchberg, einers. Joseph Ruf, anders. Ankerwirth Gloser's Wittwe, am Montag den 13. August d. I-, Nachmittags 2 Uhr, >m Rathhause dahier versteigert werden. Ferner wird dem Johann Fischer von hier am nämlichen Tag und zur nämlichen Stunde auf richterliche Verfügung vom 28. Juni 1849 No. 18670 V 4 Jeuch Acker im Stockfeld, einers. Jos. Krummer s Erben, anders N. Fischer, versteigert werben. Windschläg, den 19. Juli 1849 . > Das Bürgermeisteramt. Weiß. [ 1 ] Bühl bei Offenburq. (Güker-Verpachtung.) Am Sonntag den 12. August, Nachmittags 2 Uhr, läßt Unterzeichneter in feinem Haufe nachbenannke Grundstücke aufsechs Jahre in Pacht versteigern; als: Im Bohlsbacher Bann. 2 Jeuch Acker am Kreszenweg, einerseits Fanny Wacker von Offenburg, anderseits der Weg. I V- Zeuch Acker »1 der Tiefe, einers. Kronenwirth Wacker von Griesheim, anders. Franz Wacker von da. I V- Jeuch Acker am neuen Weg, einers. Wendelin Gaß von Bübl, anders. Altsonnenwirtb Lurk von Dohlsdach. 1 Zeuch Acker am Wassergaßle, einers. die Anstößer, anders, unbekannt.. V- Jeuch Acker am Gänsloch, einers. Peter Eggs von Bohls- bach, anders, unbekannt. Im Bühler Bann. 1 Jeuch Acker am Grestenweg, einers. Georg Link von Weier, anders. Psarrgut. 511 1 K, .ch Acker in der Simenlach, einen'. Andreas Lurk von Bühl, anders. Lorenz Lurker von Weier. l k Zeuch Acker allda, einer- und anders. Joseph Fröhlich von Büdl. l iz Zeuch Acker allda, einers. Mathias Zoggerst von Bühl, anders. Anstößer. l / a Zeuch Acker allda, einers. Roma» Geige! von Bü-l, anders. Jodann Bank von da. 1/2 HM Acker am Ledbübi, einers. Johann Kogler von Bridl, anders. Fanny Wacker von Ossenburg. Im Weirer Bann. t '/2 Viertel Acker aus der himern Allmend, einer!. Zoseph Fröhlich von Büdl, anders. GeorggWenkert von da. Die Löblichen Bürgermeisterämter in Büdl, Weier, Gries- deim, Bodlsdach und Rammersweier werden höflich ersucht, diese«, in ihren Gemeinden gegen die gesetzliche Gebühr einmal öffentlich verkünden zu lassen. Büdl, den Zl. Zuli >849. Kronenivirth G r 0 m e r. Ossenburg. (Fahrnißversteigerung.) Zn der Gcrber- straße Nrv. 381 dahier wird am Dienstag den 7. d. Monats, Vormittags S Udr, einiger Hausrarh gegen baare Zahlung versteigert werden. [2] Achern. (Anzeige.) Zch habe meinen Wohnsitz von Oderkirch nach Achern verlegt, und bin jeden Tag sicher von >0 dis 2 Uhr in meiner Wohnung bei Hrn. Clavier- macher Huber in der Hauptstraße zu sprechen. I. Mast, praktischer Arzt, Wundarzt und Geburtshelfer. slj Ossenburg. (Wohnungsvermierhung.) In der Schloffergaffe ist eine Wohnung im untern Stock zu ver- miethen, welche sogleich oder aus Michaeli bezogen werden kann. Bei wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. (Hundverkaus.) Es ist eine gut örefftrie Hühner- hündin von schönem Bau und 3 y 2 Jahre alt, für einen billigen Preis zu haben. Nähere Auskunft ertheilt aus fran- kirre Anträgen die Redaktion dieses Blattes. Oifenburg. (Schweineverkauf.) Zwei Muitcrschweine, das eine mit Zungen, das andere halbkrächkig, sind zu verkaufen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Reife-Gelegenheit nach New-Vork. Durch L. W. Renner in Mannheim werden Auswanderer, die sich am Freitag Vormittag ange- melder haben, jeden Samstag Morgen eingeschiffl. Derselbe bar zur Sicherheit sur die Reisenden eine Caukion von 10.000 fl. hinterlegt, und macht die billigsten Preise für die Uebersahrt. Agenten. Zn Achern: Herr Wilhelm Fautz. Zn Haslach: Herr Zraver Gvttrrbarm. Zn Ossenburg: Herr Theodor König. Zn Wolfach: Herr Z. B. Vivell. s2j Ossenburg. (Kapitalien-Gesuch.) Für zwei Gemeinden werden Kapitalpoften von 1000 fl. und 1500 fl. — ferner für einen Privatmann 15000 fl. gegen dreifache Ber- sicherung, in Acker- und Wiesseld bestehend, gesucht. Bon letzterer Summe werden auch theilweise Anlehen angenommen. Gefällige Anträge beliebe man an Buchdrucker Joseph Baumann zu richten, der sich überhaupt zur Unterbringung und Anschaffung von Kapitalien empfiehlt. [1] Offenburg. (Liegenschafts-Versteigerung.) Die Erben der dahier verlebten Barbara geb. Zäckle, gewesenen Wittwe des verstord. hiesigen Bürgers und Metzgermeister« Mathias Tritschler, lassen am Donnerstag den 9. d. M., Nachmittags 3 Uhr, aus dem Rakhhause dahier nachbeschrie- dene Liegenschaften, als: 1) 2 Haufen Platz am Tannweg, neben Handelsmann Walter und Joseph Klein von hier, mit Erdäpfeln an- gesetzk, und 2) 2 Haufen Feld in der Wann, neben Fabian Fey von Riedle und Konrad Baumann von hier, mit Welsch- kvrn angesetzr, der Erbrbeilung wegen zu Eigenrhum versteigern. — Die Stei- gerungsbedingungen werden vor der Versteigerung bekannt gemacht. Ossenburg, den l. August 1849. Rathsschreiberei G ü k l e. Ossenburg. (Hausvermieihung.) Ein zu jedem Geschäftsbetriebe geeignetes, neuerbaukes Wohnhaus ist auf Michaeli zu vermiethen - von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Nachricht für Schiffer und Rheinbau-Unternehmer. Zu verkaufen: Vier große, flache, kannene schiffe (Schweizer-Nachen) in gutem Zustande, zum Transport von Steinen, Holz, Faschinen und dgl. geeignet. — An der Rheinschleuße des RuvrechtSauer Canals, unterhalb Kehl, zu besichtigen. — Sich zu wenden an Herrn Moriz Hecht, Riklausstaden Nrv. 7 in Straßburg. Eisenbahn - Fahrplane für den jetzt wieder eingetretenen regelmäßigen Gommerdienst sind in der Buchdruckerei von Z. Okkeni zu haben. Erklärung. Das höchst unangenehme Gerede, als feie ich der Oenun- ciank der Lehrer im hiesigen Dekanate beim Herrn Dekan, nöihigt mich zu der öffentlichen Erklärung, daß ich seit meinem 1 '/«iäbrlgea Hiersein noch keinen Lehrer denuncirte. Den Verbreiter dieses, welcher ein Lehrer sein soll, erkläre ich für einen gemeinen Lügner und ehrlosen Menschen. Gengenbach, am 1. August 1849. A l l g a i e r, Lehrer. Inserat. Anzeige. Durch die außerordentlich schnelle und schmachvolle Beendigung des sogenannten Freiheilskamvses (Mord, Raub und Diebstahl) sehen wir un« zu der Erklärung bemüssigt, daß wir mit dem Vorraih von Kleidungs- und Verbandstücken re. nichts mehr ansangen können und jede weitere Sendung uns verbitten musien. Alle unsere Pläne find aisv zu Wasser geworden und unsere sauberen Männer durchge- brennr, um der gerechten Strafe zu entgeben. Statt in geschloffener Linie um die Fahne zu stehen und mit ihr zu siegen oder zu sterben, sitzen nun unsere Männer mir den andern bekannten Freiheits-Aposteln und Raubgesindel in den Gasthäusern des Auslandes, um mir den gestohlenen Geldern sich noch eine Zeit lang recht gütlich zu thun. Zum Andenken haben wir nun eine neue Fahne verfertigt, worauf die Bürgerin Hulda Stang das Work stickte: Elend und Finch den Räubern und Rebellen. Die Fahne reist im Lande herum und kann noch 25 Zahre lang gesehen und gefühlt werden. Anna Neunundneunzig. Amalia Gans v. Paßepr. 512 Zur Tagesgeschichte. Wenn wir in voriger Nummer die revolutionären Stände oder Berufsklassen besprochen haben, wollen wir heute die Revolution nach Gewerben betrachten. Man hat bereits in Paris dieser Aufgabe vorgearbell« und ganz eigenchümlichr Aufzeichnungen gemacht über die Verhältnisse der einzelnen Gewerbe zur Revolution: so fand man, daß niemals ein Zimmermann sich bei den Pariser Revolutionen betheiligt habe, während das Brenneisen der Haarkünstler, der Kochlöffel, das Bügeleisen, die Kneipe und der Hobel sich besonders thärig bei der Revolution zeigten. - Warum aber die Zimmerleuie in Paris durch die Bank sich entfernt hielten von den revolutionären Bewegungen, wird dadurch erklärt, daß die Zimmerleute in ganz Frankreich in einer Verbrüderung leben, die ein Muster von Einfachheit, Fleiß, Redlichkeit und Brudersin» ist. Die Gesellen nehmen von den Meistern gegen einen bestimmten, im Voraus ver- accordirten Lohn Arbeit; diese muß auf bestimmte Zen fertig sein, da muß also auf der Baustelle vüer dem Werkplatze geschafft werden, mag es daneben knallen oder nicht: das Bummeln und Revolutzen trägt nichts ein. Ist nun die Woche vorüber, so wird der Verdienst gleichmäßig unter alle Mitarbeiter vertheilr, und unter solchen Umständen wacht natürlich ein Jeder über dem Andern, daß er nicht faullenze und nicht schwänze. Zudem habe» die Znnmerleute noch eine zweite lobenswerthe Einrichtung: von dem gemeinschaftlichen Verdienst wird stets ein bestimmter Ankheil bei Seite gelegt; er ist für die -Mutter" — so nennen sie die «aste, welche bestimmt ist, für die Kranken, beim Geschäft Verunglückten oder für die Wikrwen und Waisen zu sorgen. Nach allen gesellschaftlichen Beziehungen ließen sich die revolutionären Stoffe einrheilen — sogar das Geschlecht be- cheiligre sich dabei nach beiden Seiten: ist es nicht vielfach beklagt worden, daß sogar Frauen und Jungfrauen gewühlt haben, und, statt zu siechten und zu weben himmlische Annuich ln's irdische Leben, die Flamme der Zwietracht und Partel-Wuth eifrig schürten; wir sprechen nicht von einer Madame «rruve, Blenker oder Hrrwegh — wir sprechen von sonst einfachen Bürgeröfrauen, die den Strickstrumpf mir dem Volksfüyrer und sogar den Kochlöffel oder Besen mir der Flinte verrauschten, wie wir von einer Elisaberhe Hauck, die beim Lichtenrhaler, und von einer Sophie Bürkle von Schunerwald, die beim Lahrer Aufgebot stand, hören. Ja, gar kein Lkand geht leer aus; oder meint etwa der geneigte Leser den Stand der Bediensteten des Staates oder der Kirche? — Wir si-gen, auch der hat einen Theil an der Schuld, unter deren Folgen wir seufzen. Hat doch dies eio SraatSdiener von Karlsruhe aus selbst ausgesprochen, wenn er sagt, das Mißtrauen des Volkes gegen die Beamten sei aus dem allgemeinen Urrheile entsprungen, daß bei vielen derielben der lebendige Sinn für das Gemeinwohl erstorben sei, und Manchem die nörhige sittliche oder geistige Kraft fehle: er fordert daher den Ernst und die Strenge des Gesetzes nach allen Seiten hin; und mit Recht: streng muß man erst gegen sich selbst, dann kan» man es auch gegen Untergebene fein. — Um so wohlthuender >n dieser Zeit, wo Eines das Andere beschuldigt, ist es, zu vernehmen, wie einzelne Beamte während der Zeit der Gefahr und des Au,ruhrs cnrschloffen, treu und kraftvoll ihren Posten behauptete», wie der Bürgermeister Schmidt >n Bruchsal, der sich durch Schmähungen, Berläumdungen und Drohungen nicht bewegen ließ, von seiner Stelle zu weichen; er blieb standhaft und muchig auf seinem gefährlichen Posten und rettete die Stadt vor einer Beschießung; harre die Schreckensherrschaft aber nur kurze Zeit länger gedauert, so hätte sein Haupt aus dem Block der Guillotine bluten muffen. Eine andere, sehr wohlthuendr Nachricht können wir bringen, daß die Beiträge Mi dem freiwilligen Gtaattanlehen von einer Million bereits feiner Deckung nahe kommen. Ei» braver Pforzheim» Bürger, der Fabrikant Joh. Adam Benckiser, hat gleich beim Ausschreiben 2000 si. eiiigefendet und weitere 1000 si. als Ge schenk auf den Altar des Vaterlandes niedergelrgk. In Rastatt fanden sich noch 1600 Fässer Pulver vor und eine bedeutende Masse anderer KriegSvorräthe; 180 Geschütze sind noch in brauchbarem Zustande und 5300 und Seitengewehre vorhanden. Die Festungswerke haben nicht gelitten, und es ist dieser wichtige Platz noch in völlig ver- kheidigungsfähigem Zustande. Der Verlust der Belagerungs- Armee während der tzaüzrn Zeit der Belagerung beträgt an Tobten 10 Mann; an Verwundeten 90 Mann, worunter 4 Ofsiciere. — Einen großen Verlust hat man zu bedauern: eS wurden die von dem Prinzen Ludwig von Baden 1701 erbeuteten türkischen Waffen und KriegSgeräthe von Sigel mitfvrtgeschleppr — wahrscheinlich als Ersatz für die nicht erbeuteten preußischen Waffen! — Die kriegSgesangenen Ofsiciere gaben den Wunsch zu erkennen, in von der übrigen Mannschaft getrennte Haft gebracht zu werden — allein man hielt ihnen ihr Stichwort: »Gleichheit und Brüderlichkeit» entgegen, und steckte sie mit den andern in die Kasematte». ES besinden sich im Fort A. 94 Ofsiciere und 2300 Mann; im Fort ». 48 Ofsiciere und 1661 Mann und im Fort c. 34 Ofsiciere und 1437 Mann; ein fatales abc und noch fatalere ABC-Schützen! Für Verpflegung, Reinigung und Lebensweise der Gefangenen wird aufs Zweckmäßigste gesorgt: sie erhalten täglich Morgens ihre Suppe, Mittags Suppe, Gemüse und Fleisch und Abends Brod, und dürfen wieder frische Luft genießen. ES herrscht eine abscheuliche Krankheit unter ihnen; unter den badischen Truppen sind 80 von sonstigen Krankheiten behaftet und 7V an Wunden krank; unter den Freischaaren 34 an Wunden und 30 an andern Krankheiten leidend. — Der König von Preußen hat aus die Nachricht von der Uebergabe der Festung und der vollständigen Bekämpfung des Aufstandes die Abhaltung eines feierlichen Gottesdienstes zur Danksagung angeordnet. Der Oberst Blenker hat einen säubern Adsuranten gehabt in der Person eines gewiffen Ludwig Branner aus Konstanz, dessen Bekanntschaft da» Offenburger Oberamt bereits ver wichenen Winter gemacht har; er war dort wegen Dieb- S ahlS in Untersuchung, und eS ergab sich bei derselben, aß er als ein Dieb von Handwerk schon vielseitig in Baden, der Schweiz und in Baiern Geschäfte gemacht und schon Jahre lang in verschiedenen Zuchthäusern eingesessen war; in den Augen von Oberst Blenker hak das freilich nichts auf sich gehabt, waren dies ja Vorstudien im praktischen Eom- munismus. — In Freiburg sind die schwarzen sogenannten Freischaarenhüte durchaus verboten, mit alleiniger Ausnahme derjenigen, welche die dortigen Zuchthäusler bei Gelegenheiten seit Jahren tragen. Aus dem Wiesenthale wird berichtet, daß unsere bad. Revolutionäre nur mit Verachtung und Wegwerfung von den Rheinpfälzern, als von Dieben, Fressern und Mem- j men sprachen; diese aber sprachen von sich, daß sie lauter : reiche Leute seien; unter 30,000 st. zu Hause gab es keinen; mindestens hakte jeder ein Weinlager in die Schanze geschlagen I für die Freiheit, und während sie an den Königen und Fürsten j keinen guten Fetzen ließen, thaten sie sich doch nicht wenig I auf die Abkunft der Frau von Blenker zu gut: »ja die ! isch nü von gemeinen Leuten her, dieisch e Fürstenkind. j Die preußischen Blätter rühmen die treffliche Einrichtung unserer Militär-Lazareche. — Das Zerwürfniß wegen Ver ! letzung des neutralen Schweizergebietes durch die Hessen auf ihrem Marsche nach Büsingen ist endlich beigelegk; die Compagnie Hessen ist zu Lande über Schweizergebiet, nicht auf dem Rhein, abgezogen. — Aus Rheinbaiern wird erzählt, daß der erste Aufruf der dortigen provisorischen Regierung dir ahnungsvollen Worte enthielt: »Wir Alle werden - 513 - nich t yrückbleiben, und alt die Preußen kamen, hielten , sie Alle Wort: kein Eiiuiger blieb zurück. — Vom Fürsten Metternich wird aus England berichtet, daß er an einer i Gehirnerweichung leide und auf dem Wege zu gänzlichem Stumpfsinn begriffen sei; er kennt seine eigene Tochter nicht mehr. — L« Preußen hat sich die demokratische Partei gänzlich von den Wahlen in die Kammer zurückgezogen; io Königsberg zogen die Demokraten am Wahltage in feierlichem Zuge aus^der Stadt, wobei die Arbeiter, die sich anschloffen, zechfrerMälten wurden; als aber Letztere am Abend zurück kehrten, ließen sie, wie die andere Bevölkerung, den König hoch leben und stimmten in das Preußenlied ein; ein Demokrake machte ihnen deßhald Vorwürfe: wWn ihr noch mehr zu essen und zu trinken habt, gebt nur her, aber unserem König bleiben wir doch getreu — war die Antwort. Der lange Gottlieh. Bekanntlich Hane der König Friedrich l. von Preußen eine große Vorliebe für lange, rietenhafl gewachsene Soloa- irn, weßhald denn die benachvarren Fürsten sich eine Freude daraus machten, dem Könige einen solchen Riesen ihres Landes nach Berlin senden zu können. Auch Friedrich «ugust, Churfurst von Sachsen und König von Polen, harte dem König von Preußen 24 Stuck sächsische Riesen ver,prochen. Deßhald ergingen scharfe Ordres an die Regiments Cowman- banten, alle Mannschaften in Sachsen auszuheben und nach Dresden zu senden, die mindestens ‘iYm «eilen, als den niedrigsten Maßstad, lang waren, wo möglich aber auch noch längere aufzusuchen. Diejenigen Hauprieuie, welche in ihren Cowpagnieen solche nicht hatten, bemühten sich wenigstens, unier den jungen Bauerdurschen dergleichen seltene Gewächse auszutrelben, denn jeder wollt« seinen Eifer für die König!. Ordonnanz an den Tag legen. So schrieb denn auch ein Hauptmann (Seyfried zu Ehem- nie) an seinen gnädigen Herrn Regiments- Commandanren, daß er auf einer Reise nach Zwickau in dem Dorfe Lungwitz einen BauerburicheN aus dem Felde getroffen habe, der noch Vw über die vorgefchriebene Lange hinausgewachsen sei, sich aber durchaus zu nicht« verstehen wolle unv doch auch nicht mglich gezwungen werden könne, Dienste zu nehmen, da er der einzige Sohn einer hulflosen Wirme sei und dieser die j Wirrhschafl führe. Sr habe zwar der Mutier dringende Vor- > stellungen gemacht und goldene Berge versprochen, allein i das alte Weib beule und schreie wie besessen» wenn er nur ! ein Wort vom Solbatwerden ihre« Sohne« spräche. Der Oberst, Hans v. Rauiendorf, ein alter gutherziger Mann, schrieb dem Capitän mir dürren Worten: -> Seinen Brief, mein lieber Capitan Seyfried, habe ich erhalten und danke Ihm für gehabte Bereitwilligkeit von wegen des königlichen Befehl« in Punkto der langen Mannschaften. Wenn aber der Kerl nicht will, und Mutter auch nicht will, iv laß Sr den Ssel im Siall. Ich mag mir nicht Tdränen unv Seufzer aufiaden wegen der Berliner Grenadiers-Garde. E« bleibt also dabei, der lange Kerl bleib«, wo er ist, so wie ich verbleibe sein dienstwilliger Servueur, ver Oberste von Rau senvorf. Sv schien die Sache abgethan, war es aber nicht. Der Oberst speiSre bald darauf bei Hofe und erzählte der Ober- kammerherrin von Lindau in seiner komisch trockenen Weise von dem langen Schlingel zu Lungwitz, so daß sie nicht aus dem Lachen kam. Der König ward aufmerksam, und Rau- sendors muß« d»e Geich,cht« wiederholen. Friedrich August lachte auch, meinte aber doch, ob es nicht dennoch möglich sei, den Menschen zu erlangen, wenn ihm eia tüchng Handgeld nebst Löhnungszuschuß geboten und der Mutter ein brauchbarer Knecht verschafft würbe. --Doch--, setzre der utmüthige Monarch hinzu: "Gezwungenheit ,st Gott leid, aß Er das Ding, mein lieber Rausendors. Mein Herr Bruder in Berlin wird i« auch ohne den langen Schlingel leben können, wenigstens eher» als die alte Wittwe ohne ihren Sohn.-- Rausendorf aber, dem des Königs Wunsch als Befehl galt, unv der außerdem des festen Glauben« lebte, daß Soldatwerden kein Unglück fei, machte noch einen Versuch, de» langen Lungwitzer für die Langen in Berlin zu erordern. Unter dem Inkognito eines Spitzenfadrikanten au« Ra- schau im Erzgebirge ritt er selbst nach Lungwitz, sprach dort unter irgend einem Vorwand bei der Mutter des langen Bengels ein, besprach sich liebreich m>» ihr, tröstete sie über schlechte Zeilen, über ihre kümmerliche Lage und gewann ihr Zutrauen. Unvermerkt lvckie er >br auch die Geschichte von dem Lapikän Seyfried und Ihrem Sohne ab, gab ihr sehr Recht, daß sie ihr einziges Kind nicht Preis geben wollte, und schimpfte tüchtig mit auf den Hauptmann und noch mehr auf den Obersten Rausendors, der jenen angetrieben habe, lange Leute für die Brandenburger Soldaten zu schal sen. Zndeß kam der lange Gottlieb vom Felde. Der Oberst erschrack fast vor dem Riesen. Solche Länge war ihm noch nicht vorgekommen. Damit stieg sogleich sein Verlangen, ihn zu gewinnen. -Mütterchen", begann er, nachdem er Gottlieb begrüß, und dieser wieder dmaüsgegangen war, -was für einen Schah hast Du in Deinem wohlgewachsrnen Sohne.' Um den wäre es schade, wenn er unter die Soldaten sollt«» den könnte ich vir bei Hofe kostbar anbringen, dann bliebe er immer vom Soldakenrocke frei. — Sieh, Alte, ich habe einen Vetter, der ist Kammerdiener des Königs, und dieser schreibt mir, der Herr brauche einen Heiducken, der aber gerade Z'/i« Ellen lang sein müßte, weil der verstorbene Heiducke, weicher mit seinem Cameraben den König in der Sänfte wagen mußte, gerade so lang gewesen wäre, und beide Träger gleiche Länge haben müßten. Run meine ich, Deinem GorUiev dürfte auch nicht eia Zoll an der Länge fehlen, laß doch sehen, wir viel er mißr.-- vamit nahm der Oberst an dem eint,«enden Gottlieb Maaß. In demselben Augenblicke aber trat auch zusällig rin Chemnitzer Senator ein, der den Obersten kannte, und hier auf der Reift den Wagen zerbrochen, und einen Strick suchte. -I, mein Herr Oberster! wie treffen wir dier zusammen?" Rauftndorf, in großer Verlegenheit, blickte ihm zu, mit dem Bedeuten, daß er sich in der Person geirrt habe; aber die Alte bemerkte den geheimen Wink und siel den beiden Herren wütbend in die Rebe: Sie sehe wohl, daß sie und ihr Gvitlieb dier verkauft und verrathen seien, aber sie würde sich ihren Sohn nicht nehmen lassen und wenn alle Teufel als Spitzensadrikanren in ihr Haus kamen. Der lange Gon- lieb begann ebenfalls ganz phlegmatisch: -Er mag mir auch der rechte Spitzenhändler fein!-- Alle weiteren Unrerhand- lungen schienen für jetzt abgebrochen. Roch einmal versuchte Rausendors w» Bitten und mit dem Vormalen glänzender Aussichten sein Ziel zu erreichen. Al« aber Alles nichts half, verließ er die «lie mir den Morren: -Soll mich der Teufel holen, wenn Du alte Hexe Deinen langen Gotilieb nicht noch vergeben mußt. Einem Könige zu trotzen mit so eine« Lümmel? Weib, Du bist närrisch!- Fort stürzte der Oberst, warf sich auf sein Pferd und ritt eilig davon. Doch die erste Hitze verrauchte, und statt nach Dresden zu reiten, zog er vor, erst in Chemnitz die kältere Besonnenheit adzuwarten. — Acht Tage darauf hat« er Audienz beim Könige, um die letzten Borfälle in Lungwitz vorzutragen. Friedrich August fand die Geschichte so ergötzlich, daß er dem Obersten auftrug, sie am folgenden Tage dem Herzog von Weißenfels bei Tafel zu erzählen. Wäh renb man noch darüber herzlich lachte, trat ein Page schnell herein, öffnete die Tbüren und herein schritt der lange Gvll- lieb mit seiner alten Mutter. Gottlieb fuhr dem König tölpisch nach seiner Hand, um sie zu küssen, die Mutter siel chm zu Füßen und dar heulend und schreiend, ihren Gvulieb 514 nicht gewaltsam von dem geängsteten Mutterherzen zu reißen. Als fle aber nicht weit vom Könige Len Obersten Rausendorf entdeckte, vergaß sie alle Rücksichten, die sie der Hohen Herrschaft schuldig wer, und brach in die gemeinsten Schimpfreden aus, d>e man aber vor dem schallenden Gelächter des Königs und seines ganzen Hofes gar nicht vernehmen konnte. Gottlied war von dieser Scene ganz verdutzt, doch stieß er zum Oestrren seine Mutter an, ihrem losen Munde Zaum und Gebiß anzulegen. Der König, ungemein ergötzt, ließ beide in die Hofküche führen und sie dort tüchtig sättigen, worauf sie dann ihre Rückreise machten. Aber dem König harke die außerordentliche Länge Gorrlieb's gefallen. Er bot ihm allen Ernstes den vacanten Hnduckenposten und der Mutter eine hohe Pension an, was endlich Beide doch annahmen. Der lang: Gottlied fühlte sich bei Hofe weit glücklicher, als hinter dem Pfluge. Das müßige Leben und fette Esten mästete ihn. Er wurde so dick, daß der König beschloß, ihn zum Kammertürken zu avanciren. Die türkische Tracht kleidete ihn und der König batte ihn gern, weil er in feiner treuen Einfalt manchen Stoff zum Lachen gab. Auf seinen Reisen nach Warichau durste er nie fehlen. Die polnischen Magnaten ergötzten sich an ihm, und man erzählte sich drollige Geschichten von dem langen Göttlich. Unter Anderm war eines Tages große Tafel zu Warschau. Neugierige drängten sich zahlreich heran, daß die geladenen Gäste kaum durch konnten. Der lange Gottlied hatte seinen beständigen Posten am Eingänge zum Speisesaal. Unter der andeängenden Menge schmachtete besonders «m Hvtschreiber, den der Dienst »,'s Tafelzimmer rief. Klein und schwächlich, vermochte er sich nicht durchzuardeften. Alsbald bemerkte ihn Gottlieb. Ohne eine Miene zu verziehen, langte er über alle Köpfe nach dem kleinen unscheinbaren Schreiber und hob ihn sanft und leicht wie eine Puppe über die umstehenden Zuschauer und Gardisten hinweg, um ihn wohlbehalten in den Saal zu setzen. Vas Gelächter an der Tafel und vor den Thuren war so groß, daß die Kammermusik übertönt wurde. Der lange Gottlied, so hieß er in Dresden allgemein, lebte jedoch nicht lange. Müßiggang und gute Nahrung machten ihn endlich so fett, daß er fast darin erstickte und dadurch zuletzt so unbeholfen wurde, daß er auch den Sta- tistendienst nicht mehr verrichten konnte. Oft äußerte er: -Wenn mich mein gnädiger König hinterm Pflug gelassen hätte, so wäre aus dem langen Goirlieb auch ein alter Gvlt- iieb geworden. Seine letzten Stunden verlebte er aus einem Dorfe bei Dresden, wo ihn der König zur Herstellung seiner Gesund- beit harte einmierhen lasten Dorr starb er in seinem 43. Zahre. Auf leinen Wunsch wurde die Leiche nach Dresden gebracht', er wollte als Kammer,ürke in der Nähe seines königlichen Herrn schlafen. Sein Leichenbegängniß verherrlichte die ganze Dienerschaft. Halb Dresden war auf den Beinen, um den langen Gottlied begraben zu sehen, und sein Leichenzug gewann noch dadurch mehrfaches Interesse, baß trotz der verdoppelten Trägerzahl der Sarg nur mit Mühe getragen werden konnte und seiner Schwere wegen oft in Gefahr kam, wieder auf die Erde niederzufallen. Seine alte Mutter überlebte ihn noch zwei Jahre. Ihre letzten Worte waren: - O hätte mein Gorrlieb nie den Hof kennen gelernt, so drückte er mir die allen Augen zu.- Als der Mann einer Schauspielerin in B.von einem ihrer Courmacher einen Dolchstich erhalten hatte, äußerte der Comiker B. in H.: „Ich bedaure den arme« Mann, er hak Unglück, hätte ich von jedem Liebhaber nieiner Frau einen Dolchstich erhalten, so müßte ich aussehen wie ein Sieb." Frucht-Mittelprcise. wm vcauer 28Juli. 31 Juli. ff. kr. ff. kr. Walzen. . 12 4 11 57 Kernen. . — — — Halbwaizen 8 12 7 47 FeeS . . . Korn. . . 6 35 6 20 Gerste . . 5 12 — — Welschkorn - — — — Haber . . 5 — — kr. 45 II 10 45 II 11 8 4 6 5 »■ 8 kr. 44 30 if? Gengenb. 12. Juli kr 7 45 43 25 30 Brodtare für die erste Hälfte des Monats August. A. Jra Oberamt Offenburg. а. Der 2 kr. Weck muß wiegen 11 Lvth. d. Halbweißbrod: 2 ff in langer Form sollen kosten 7 kr. б. - 2 - " runder •• •• 7 kr. d. Schwarzbrod: 4 ff in runder Form kosten 10 kr. B. Im Bezirksamt Oberkrrch. Weißbrod aus '/ 2 Schwingmehi lten Zuges und V 2 Schwing mehl 2. Zuges: der Weck zu 1 kr. 6 Loch, zu 2 kr. ll'/o Lvth. Halbweißbrod aus reinem Bollmehl, in langer Form: 2 S 6'/2 kr., 4 ff 13 kr.. Schwarzbrod aus % Schwarzkernen - und '/t Kornmehl, in runder Form: 2 ff 5 fr., 4 ff 97a kr. C. Im Bezirksamt Aßolfach. Weißbrod: Weck für 2 kr. IOV2 Lvth. Halbweißbrod: 2 ff 7*/a kr. Schwarzbrod: 3 ff 9 kr. Bekanntmachung. Rrv. 21278. Da dem Vernehmen nach noch viele beurlaubte Soldaten :n ihrer Heimath die Uniform tragen, welche nach der diesseitigen Verordnung vom 10. d. M. (Regierungsblatt Nro. XL) sogleich bei der Ankunft von den Soldaten bei dem Bürgermeister abzugeben ist, sind wir durch Erlaß Großherzogl. KriegsministenumS vom 29. v. 'St. angewiesen: 1) Den Bürgermeistern anzudrohen, daß dieselben für jeden Fall, in welchem sie die Durchführung der Verordnung vom 10. d. M. (Regdl. Nr. 40) unterlassen, und insbe- sondere für jeden Fall, wo sie den beurlaubten Soldaten sämmrliche Mvnturstücke nicht sogleich abnebmen, >n eine Strafe von drei Gulden verfällt werden. Diese Strafe ist übrigens auch ohne Nachsicht zu vollziehen. 2) Die Bürgermeisterämter anzuwelsen, den in ihren Orten beurlaubten Soldaten zu eröffnen, daß, wenn sie sich der oben angeführten Ordnung im Allgemeine» nicht fügen, oder nur ärarlsche oder eigene Uniform kragen, sie sogleich verhaftet und kriegsgerichtlich behandelt werden. Vorkommenden Falles ist der Verhaft sogleich anzuordnen, und der Verhaftete mit Protocoll an das Depot in Karlsruhe einzuliefern. 3) Sollte es Soldaten an der nothdürfkigen Kleidung fehlen, und dieselben deßhalb die Montur nicht oblegen können, so hat die Gemeindebehörde für deren nothdürf- tigste Bekleidung, als für Ortsarme, zu sorgen. Sämmt'iche Bürgermeister haben sich hiernach zu achten. Offenburg, den,2. August 1849. Großherzvgliches Oberamt. v. Teuffel. vdt. Schubert. Verantwortlicher Herausgeber: I. Orreni. — Druck und Verlag der Z. Orreni'schen Buchdruckerei.