Orteimuer Note. Verkündigungs-Blatt für die . Amtsbezirke Gffenburg, Oberkirch, Acher«, Rheinbischofsheim, Kork, Gengenbach, Haslach und Wolfach. M 1 . Offenburg, den 3. Januar 1851. JHwt neuen Jahre 1831 . Dahin ein Jahr, ein Pulsschlag nur der Zeit, Ihr flüchtiger Tribut an die Vergangenheit; Auf ewig hin, dem Tropfen gleich, der schwand Versickernd in dem dürren Wüstensand. Es fahre wohl.' Mit frischem Lebenshauche Weht mich das neue an. Nach altem Brauche Begrüß' ich's hoch. Und reicht den Römer her, Füllt ihn mit Rheinweingolde bis zum Borde ! Mit Herzenslust trink' ich ihn dreimal leer Und sende nah' und fernhin meine Worte. Das erste GtaS, es gilt der Kinzigstadt, Der freundlichen, die mich geboren hat: Es ziehe heut' das Glück in jedes Haus Und streue lächelnd seine Gaben aus! Es ziehe aus der Brust, der ruhelosen, Des Kummers Dorn und biet' ihr Friedensrosen! Verscheuch' die Schlangen: Zwietracht, Haß und Groll, Die an des Lebens holden Blüthen nagen, Daß alle Herzen liebewarm und voll Zum frohen Gruß und in Versöhnung schlagen. Gefüllt mit nasser Gluth zum Becherrand Gilt dieses zweite Glas dir, Badenland! Dich segne die Natur! Den Hermelin Des Winters tausch' sie bald mit Lenzesgrün; Ergieß' mit Gold des Sommers Aehrenseeen, Mit Perlenschmuck des Herbstes Rebenhöh^n! Und wieder soll Gewerb' und Handel blüh n Und rausendarmig mög' der Fleiß sich regen; In Lieb' dem Fürsten alle Herzen glüh'» Und ihrer Lieb' tön' Fürstenlieb' entgegen ! Das dritte Glas der deutschen Nanons Der deutschen Nation? So Mt voll-Hohn Die Grabesstimm' des HalbjahrhllMrts nach, Des tobten Zeugen ihrer «tern-Schmach. Wo ist die Krone — dvnssern seine Fragen — Die einst des Kaisers Majestät getragen? Ist nicht vom Wurm der Zwietracht längst zernagt Der Lorbeerkranz aus Leipzig's Schlachtgxtöse? . Wo blüht die Saat der Weisen, die geragt . Am Mainesstrom für Deutschlands Macht und Große? Verhalle, Unglücksruf des Grabs, verhall'.' Nach Einheit ringt und strebt allüberall Der deutsche Geist und deutsche Willensmacht, Soweit in's Vaterland der Himmel lacht. Und Deutschlands Macht und Größe steht vollendet, Eh' dies Jahrhundert noch den Cirkel endet! Ein Volk,.das will, dem hilft auch Gottes Gnad', Was es völlführt mit einem Hochgefühle, Das ist der Vorsehung, ist Gottes That! Drum auswärts, Deutschland, nach dem hohen Ziele! Karl Huber. Bekanntmachungen. Gengenbach. (Ansuchen.) Nro. 129. I. U. S. gegen Joseph Berger von Berghaupten wegen Verwundung des Bergmanns Gottfried Ibach von Müdlenbach, Amt« Haslach, ist die nochmalige Beflchligung des Leitern von Seiten deS hiesigen Großh. Physikats nothwendig. Der Aufenthalt des Ibach konnte seither nicht ermittelt werden, und wir ersuchen daher die Großh. Behörden, in deren Bezirk er sich aufhält, denselben alsbald an die diesseitige Stelle zu weisen. Srngenbach, den 30. December 1850. Grvßherzogl. Bezirksamt. Bode. Haslach. (Aufforderung.) No.57. Mathias Schmider von Steinach, Soldat beim Großh. 6. Infanterie-Bataillon, welcher aus seiner Garnison entwichen ist, wird anmit auf- gefordert, sich binnen 4 Wochen dahier oder bei seinem Eommando zur Verantwortung über seine unerlaubte Entfernung zu stellen, bei Vermeidung der auf Desertion angedrohten Strafe von 1200 fl., so wie te« Verlustes seine« Staatsbürgerrecht-. •>- Haslach, den 28. December 1850. Grvßherzogl. »Bezirksamt. M. Klein. f2) Gengenbach. (Gantedict.) Nro. 21689. Gegen Schmied Christian Grether von Gengenhach ist Gant erkannt, und.«Tagfahrt zum Richtigstellung«- und Vorzug«- 2 Verfahren aus Freitag den 24. Januar 1851, Vormittags 8 Uhr, auf diesseitigkr Allst» -Kanzlei festgesetzt, wo alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Waffe zu machen gedenken, solche, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte, welche sie geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit « ringer Vorlegung der Beweisurkunden oder Antretung eweises mit andern Beweismitteln. Zugleich werden in der Tagfahrt ein Waffepfleaer und ein Gläubiger-Ausschuß ernannt, Borg- and Nachlaßvergleiche versucht, und sollen in Bezug auf Borgvergleiche und Ernennung des Maffepfiegers und Gläubiger-Ausschusses die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Sengenbach, den 21. December 1850. Großherzvgliches Bezirksamt. Dill. Haslach. (Liquid-Erkenntniß.) Nro. 13716. Zn Sachen des Wendelin Gißler von Welschen- strinach, Kläger, gegen den ehemaligen Feldwebel Johann Nock von da, Forderung »a 30 fl. nebst Zins betr., wird die eingeklagte Forderung im Bettage von 30 fl. nebst Zins für liquid erklärt, Und dem flüchtigen Beklagten ausgegeben, dieselbe binnen 14 Tagen bei Zwangsvermeidung . an den Kläger zu bezahlen. Haslach, den 23. December 1850. Großherzogl. Bezirksamt. Klein. Offenburg. (Retour-Briefe.) Die Aufgeber nachstehender dahier zur Post gegebenen Briefe, die als unbestellbar zurückgekommen sind, werden zu deren Rückempfang, gegen Entrichtung der darauf hastenden Taxen rc., hiermit aufgefordert. A. Läufer in Eschau. G. Schleng in Willstätt. C. Schülp in Eschgen. F. Kerle in St. Marrs. Bader dahier. Riester in Ottenheim. Magd. Bell in Gamshurst. Aug. Ernst Sold in Karlsruhe, v. Böcklin hier. Kern in Müllen. Offenburg, den 31. December-1850. Großherzogl. Post- und Eisenbahnamt. Osfenburg. (Oie Sophien - Stiftung betreffend.) Die unbemittelten Bürgers-Töchter in hiesiger Stadt, welche auf Zulassung zur Berlovsung des Tugenbpreises Ansprüche machen zu können glauben, werden nach § 4 der Statuten der Sophien-Stiftung aufgeforderr, sich längstens bis 15. Februar bei dem Skistungsvorstande unter Vorlage gemeinde- räkhlicher Zeugnisse über ihre Vermögensverhaltniffe und ihrer Taufscheine zu melden. Offenburg, den 31. December 1850. Oer Sriftungs-Vorstand. Städele. . Wiedemer. vcir. Parisek. Offenburg. (Stier - Versteigerung.) Am -Nächsten Dienstag den 7. Zänner 1851, Bor- .Mittags 10 Uhr,.wird bei den städtischen Wucher- ' stier- Stallungen ein abgängiger fester Stier gegen ahlung versteigert, wozu die Steigerungsliebhaber ringelabcn. werdpn. vffensturg, den 31. yecember 1850/ * ’ ‘ Stadtverrechnung. " Pezold. , baare Oberkirch. (Liegenschafts - Versteigerung.)!? Oie zur Gammaffe der Max Schrempp'schen Eheleute dahier gehörigen, in No. 91 und 94 dieses Blattes näher beschriebenen Liegenschaften werden, da bei der am 19. dieses Monars abgehaltenen ersten Versteigerung gar kein Gebot geschah, am Mittwoch den 15. Jänner 1851, Nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus zur Linde dabier einer zweiten Versteigerung ausgesetzt, wobei der endgültige Zu schlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis auch nicht erreicht wird. Oberkirch, den 30. December 1850. Großherzogliches Amtsrevifvrat. Link. vdt. Köllenberger, Assistent. Altenheim. (Jagdverpachkung.) Am Mittwoch den 8. Jänner 1851, Nachmittags 2 Uhr, wird auf der - Hutton. 1000 .. 26. Wilhelm Teil. - Willard. 1500 Die Vorzüge dieser ausgezeichnete» Posticbiffe vor andern Fahrzeugen, sowohl in Bezug auf d.e Sicherheit und Kürze ihrer Ueberfahrten, als ihre innere bequeme Einrichtung, sind hinlänglich bekannt. Da wir nur für die Postschiffe arbeiten, so bieten wir die seltene Sicherheit, daß unsere Passagiere mit Bestimmtheit wissen, für waS sie accordiren. Havre gend (Tornado's genannt) fast gänzlich zerstört worden. Der Sturm entwickelte seine vollste Wuth am Nachmittag des ! 30. Novembers, und außer den unzähligen leichteren Gebäuden, die allenthalben vor ihm hinstürzten und herflogen wie Spreu, wichen ungefähr 80 der größten und stärksten Ge- > bäude seinem Andrang, darunter katholische und Baptisten- Kirchen, Kollegien und Konvente. Einen Begriff von der ! maaßlosen Stärke des Tornado gewinnt man am besten aus dem Umstande, daß eine Kuh von dem Grunde ausge- ! hoben und gleich einem Vogel in eine Baumkrone gesetzt wurde, die sich 60 Fuß hoch über dem Erdboden befand. Dem Dampfschiff Saranac Nro. 2 wurde in dem Hasen i von Cape Giradeau, das am Missisippi liegt, alle obere j Bekleidung weggefegt, wobei leider auch viele Personen eine i Luftreise machten und theils getödtet, rheils schwer verletzt l wurden. Von Kehl aus erfahren wir, daß sich dort ein Verein gebildet hat und mit diesem Neujahr in's Leben tritt, welchen wir mit Freude begrüßen. Es ist dieß eine Sparkasse. Anstalten dieser Art sind in allen Ländern von vorangeschrittener Bildung, wie Holland, Belgien, Frankreich und namentlich England, überall verbreitet, und über ihre segensreiche Wirkung auf das wirthschaftliche, wie auch auf das sittliche Leben ist nur Eine Stimme. Bei uns in Deutschland bestehen zwar schon manche in größeren und kleineren Gemeinden — auch Offenburg besitzt bekanntlich eine solche und zwar in blühendem Zustande —; aber noch immer scheinen dieselben im Allgemeinen die verdiente Würdigung nicht gefunden zu haben. Um so mehr ist es daher anzuerkennen, wenn, solche Anstalten Stande kommen in einer Zeit, wie die jetzige, wo die Verhältnisse wenig dazu ermuntern, wo einerseits das Vertrauen vielfache Erschütterungen erlitten hat und andererseits die vorhergegangenen großen und allgemeinen Drangsale so Manchem nickt nur die Lust, sondern auch die Möglichkeit, von seinem Errungenen etwas überzusparen, erschwert oder selbst gänzlich zernichtet haben. Darum hat denn auch die Gemeinde der Stadt Kehl unter Vertritt des Gemeinderaths und Bürgerausschuffes in richtiger Erkenntniß Dessen,-was Noch thut, und mit rühmenswerther Bereitwilligkeit die Garantie für die dort errichtete Sparkasse übernommen in der Weise, daß in Fällen des Bedarfs die Gemeindekaffe der Sparanstalt zu Hülfe kommt. Nach den Statuten werden nämlich die Spargelder sofort an den Gemeinderechner abgeliefert, welcher sie für Rechnung der Gemeinde anderweit verzinslich anlegt, und der Sparkasse einen Zins von 4 pCt. entrichtet. Diese hinwiederum vergütet den Einlegern 3 l /s pCt., nämlich 2 kr. vom Gulden für's Jahr, welche vierteljährlich also mit je 1 „ kr. für den Gulden in die Sparbüchlein gurgeschrieben werden. Dafür werden, um die Theilnabme möglichst zu erleichtern, Sparbeträge bis zu 30 kr. herunter angenommen und verzinst, und zur Theilnahme an dem Verein nicht nur die Einwohner von Kehl, sondern auch die Angehörigen der umliegenden Gemeinden statutengemäß berechtigt und eingeladen. — So kann denn der Lohnarbeiter, der Dienstbote, der Angestellte, oder wer sonst immer dem Spar-Verein beitreten will, das Behagen des Kapitalisten — wenn auch in verhältnißmäßig kleinerem Maaßstabe — genießen, indem er sieht, wie sein erspartes Gut ohne sein eigenes Zutbun von Vierteljahr zu Vierteljahr zunimmt durch das Zufiießen von Zins und Zinseszins, bis er in den Fall kommt, darauf zu greisen, wo alsdann das treulich bewahrte Gut vermehrt in seine Hände zurückkehrt. Endlich wollen wir nur andeuten, wie sehr es in vielen Fällen für Unbemittelte von Werth ist, einem Sparverein anzugehören. Wenn es sich darum handelt, sich über seine Wirrhschaftlichkeit, seine ökonomischen Verhältnisse überhaupt da oder dort auszuweisen, wie es gerade Möen wichtigsten Lebensmomenten zu geschehen pflegt, — nue Min ein solcher Nachweis genügender und für den Betreffenden, ehrenvoller geliefert werden, als wenn er im Stande ist, fein Svar- büchlein mit fleißigen Einträgen über geschehene Einlagen vorzuzeigen? , „ . Und darum wünschen wir der mit dem neuen Jahre erblühenden Anstalt das beste Gedeihen! Die Londoner Postanstalten. In London allein besteht das Personal der Post aus 2093 Personen, welche in zwei Divisionen vertheilt sind, in die sogenannte „Große Post" und in die „Londoner Post". Die Arbeit der großen Post besteht in zwei großen „Convul- sionen", der Austheilung des Morgens und der Expedition des Abends, und aus zwei leichten Krisen, welche durch einen Abgang und eine Ankunft der Posten täglich verursacht werden. In der Zwischenzeit zwischen, diesen Paroxysmen waltet in diesem Departement die Stille einer Ouäkerstadt während des Gottesdienstes. Erst wenige Minuten vor 5 Uhr Nachmittags sieht man die ersten Träger mit Säcken und Körben voll von Briefen ankommen. Eine halbe Stunde lang geht das ziemlich mäßig; es treffen noch keine Zeitungen ein. So wie aber der Zeiger der Postuhr sich der Ziffer v> nähert, strömen die Briese und die Pakete in alle» Gestalten und Dimensionen mit solcher Rapidität in die Kasten , daß ein mit einem Besen bewaffneter Mann kaum hinreicht, um sie in die Körbe zu fegen, welche sodann in die Sichtungssäle getragen werden. Allein das ist noch nichts gegen die Ankunft der Zeitungen. Um 5*/4 Uhr fallen die ersten vereinzelten Blätter in die für sie bestimmten Kasten. Einige Minuten später öffnet sich ein Fenster, und ein Mann mit ausgestreiften Hemdsärmeln nimmt nach der Reihe die mit Zeitungen angefüllten Säcke in Empfang, die er in ; Körbe ausschüttet. Diese gymnastische Hebung gedeiht sehr i bald zu einer furchtbaren Geschwindigkeit; die Säcke und j Pakete schwellen zu einer wahren Sündfluth an. Kommt zu dem gewöhnlichen Abgänge noch die Expedition einer ame- ' rikanischen Steamer- oder der indischen Ueberlandpost, so versehen zwei Angestellte die Empfangnahme der Säcke. Je weiter der Zeiger rückt, je rascher geht die Arbeit; die beiden Männer sind wie Maschinen in unaufhörlicher Bewe- ! gung; die Zeitungspakete regnen auf sie, wie ein Hagelwet- ! ter, bis endlich die Uhr sie erlöst. Es schlägt sechs; wäh- j rend der fünf ersten Schläge verzehnfacht der Sturm seine ! Gewalt, aber mit dem sechsten Schlage werden die beiden ; Fenster mit einer verzweifelten Anstrengung geschloffen; die beiden Männer sinken in ibre Stühle zurück und trocknen den strömenden Schweiß von ihren Stirnen. Während dies l draußen vorgeht, beginnt im Innern der Transport der Zei i tungen und Briefe in die Sichtungssäle, welche sich für die j elfteren im Erdgeschosse, für die letzteren im ersten Stock be- ! finden. Um Zeit zu ersparen, werden die Träger und die ! Körbe durch eine Maschine in den ersten Stock gehoben und unten wieder abgesetzt. Draußen geht es inzwischen wild ! her. Eine hastige Menge drängt und stößt sich vor den j Schubfenstern, an denen man die Briefe frei macht. Denn ! trotz der bequemen Einrichtung der gestempelten Oblaten welche man in jedem Papierladen kaufen kann, gibt es noch i immer viele Leute, welche aus Trägheit, Gewohnheit oder ! Vorurtheil es vvrzieben, ihre Briefe baar zu frankiren. Von j der einen Million Briefe, welche durchschnittlich jeden Tag ! durch die Post gehen, sind etwa 65 pCt. mit Stempeloblaten srankirt, 30 pCt. werden baar bezahlt, und 5 pCt. sind unftankirt. Die letzteren sind großentheils für's Ausland bestimmt; ihre Zahl ist so gering, weil die unsrankitten Briefe mit einer Extrasteuer belastet sind. Die Arbeit der Post würde sich verringern, wenn man dasselbe Mittel gegen die Baarzahlungen aiiwendetc. Vor den Zeitungsfenstern herrscht größere Ordnung. Selbst in der letzten Minute beeilen die Träger sich nicht; sie wissen genau, daß sie stühe genug kommen. Indessen fällt es vor, daß gerade in dem Augenblicke, wo das Fenster sich schließt, noch Zeitungsnummern über die Köpfe der Menge fliegen, die dann, von dem Holzschieber abprallend, zu Boden fallen. Etwas nach 6 Uhr tressen die Briefsäcke von allen Bezirksbureaus aus einem Umkreise von 12 engl. Meilen ein, und um 6 V 2 Uhr ist die Classificirung in vollem Gange. Seit einiger Zeit umfaßt diese Arbeit in jeder Woche 2,300,000 Briefe und 900,000 Zeitungen. Zuerst werden an einem Ende des Saales die Körbe auf einen 12 Fuß langen und 5 Fuß breiten Tisch ausgeschüttet; roth- röckige Briefträger sind einzig damit beschäftigt, alle gestempelten und srankirten Briefe auf einer Seite in Säulen aufzuschichten. Alle Pakete werden bei Seite geschoben und in einen hesonderen Saal getragen. Die aufgeschichteten Briefe kommen sogleich auf einen andern Tisch, wo sie, 200 per 8 Minute, auf der Vorderfette gestempelt werden; dann gehen sie weiter an einen Tisch,, an dem sechs Commis untersuchen, ob sie die zur Frankirung nothwendige Zahl von Stempeloblaten haben. Die große Uebung macht, daß diese Beamten die Briese kaum berühren, um ihr Gewicht zu ermitteln. An einem vierten Tische werden sodann die Steni- pelobkaien cassirt, 140 in der Minute. Die dazu benutzte «ömpositivn gleicht, dem „Ouanerly Review" zufolge, einer LamaiHne'schen Rede: es ist eine Mischung aus Leinöl, Rützfchwärze (smoke), süßem Oel und einem geheimen Ingrediens. Nach diesen Präliminarien werden die Briefe in zwei Büreaus gettagen, deren jedes in 24 schmale Verschlüge zeih eilt ist. Zn jedem Verschlage sitzt ein Clerk vor einem Pulte mit zwei Fächern, in welche er die Briefe nach ihren Bestimmungsorten rangirt und damit definitiv zur Expedition fertig macht. Die Zeitungen sind während dieser Zeit mit Hülse der Dampfkraft im obern Stock angekommen. Zn einem ungeheuren Haufen, welchen ein Mann mit einem Rechen auf allen Seiten zusammenharkt, liegen sie auf einem langen Tische aufgechürmt. Träger bringen sie aus die Sichtungstische, wo sie classificirt und dann ohne Weiteres, da der Zeirungsstempel sie portofrei macht, um 7 Uhr 38 aRmnte# in lederne Felleisen verpackt und durch eine Fallthür'Enabgelaffen werden zum Transport auf die verschiedenen Bahnhöfe. Unten sind die Briefe auch bereits in Säcke verpackt; die Felleisen für dieselben Ortschaften werden über einander gelegt, und 3 Minuten vor 8 Uhr sind alle versiegelt und liegen, 8 bis 10 auf einmal, auf den Schultern der Träger. Tieft Stille herrscht; es schlägt 8 Uhr; der Znspectvr ruft „Go on“; die Thüre geht auf, die ganze Schaar der Rolhrdcke rennt hinaus, Todtenstille in den Sälen zurücklaffend. Draußen werden die Säcke auf kleine rothe Wagen geladen; man hört den bekannten Ruf: „Lll right!“, und Wagen, Träger, Briefe und Zeitungen eilen im Galopp nach den Bahnhöfen. Kirchenbuchs - Auszüge der katholischen Pfarrgemeinde Offenburg - vom Monat December 1850. Geboren: Den 18. November. Zobanna Margaretha; Daker: Georg Wilhelm Wurzel, Poftconducteur dahier, Bürger zu Reunkirchen. Den 3. December. Fr. Joseph; Mutter: M. Anna Gailer, ledig, von hier. Den 3.— Lvutse Magdalena; Baker: Theodor Henco, Bürger und Schwanenwinh von hier. Den 8. — M. Katharina; Murrer: Theresia Kern, ledig, von hier. » Den 8. — Maria; Daker: Ferdinand Siebert, Bürger und Taglöhner von hier. Den 10. — Johann Baptist; Vater:Jvh. Tonoli, Bürger und Handelsmann von hier. Den 12. — Ernestina Johanna Theresia; Vater: Alexander Ludwig Breithaupt-, Forstgehü'fe dahier, Bürger in. Rheinsheim. Den 12. — Karl Anton; Vater: Laver Lederle, Bürger und Siebmacher von hier. ’ Den 14. — M. Karolina; Vater: Ludwig Kili, Bürger und Sattlermeister von hier. Den 17. — Ludovika; Mutter: Elis. Burg, ledig, von hier. Den 18. — Anna Friederika; Vater: Karl Adam, Bürger und Maler von hier. Den IS. — Maria; Vater: Joseph Mantel, Bürger und Hafner von hier. Den 20. — M. Victoria Karolina; Vater: Johann Rep. Armbrufter, Bürger und Schuster von hier. Den 24. — di.dk. Beile, todtgebvrner Knabe; Vater: Adolph Beile, Bürger und Maler von hier. Den 26. — Srephania; Barer: Johann Blöchle, Bürger und Gärtner von hier. Getraut: Den 15. December. Karl Heinrich Schreiber, ledig, Bürger und Metzgermeister von hier, mit Louise Burger, ledig, von Bohlsbach. Gestorben: Den 4. December. Elisabeth Händel, 5 Monate 16 Tage alt; Vater: Johann Händel, Bürger und Schreiner- meifter von hier. Den 14. — Johann Baptist Tonoli, 5 Tage alt; Vater: Johann Tonoli, Bürger und Handelsmann von hier. Den 15. — Adolph Blöchle, 1 Jabr 8 Monate 8 Tage alt; Mutter: Anna Blöchle, ledig, von hier. Den 23. — Agatha Sophia Mandel, 1 Jahr 2 Monate 22 Tage alt; Vater: Joseph Mandel, Bürger uno Hafner von hier. Den 24. — dk. dk. Beile, tvdtgebvren; Vater: Adolph Beile, Bürger und Maler von hier. Den 27. — August Seebacher, 9 Monate alt; Mutter: Magdalena Seebacher, ledig, von hier. Den 21. — Franz Schuppler, 73V- Jahre alt, Bürger und Schreiner von hier, starb zu Freiburg. Offenburg, den 1. Januar 1851. Katholisches Stadtpfarramt. Frucht-Mittelpreise. Ein Malter Offendurg Oberkirch Achern IG »aend. |28. Oec. 31. Oec. 24. Dec. 31. Dec. 124 Dec st. kr. st- kr. st. kr. st. t kr. st. k, Waizen. . 10 32 10 30 10 30 10 I 17 11 Kernen . . _ — s - 10 30 10 ' 15 — — Halbwaizen 9 31 9 1 9 30 8 - 9 20 Fees . . . - 4 i 2 Korn . . . 7 30 7 321 8 — 7 i 20 8 45 Gerste . 8 45 6 47 — — 6 ! 45 — — Welschkorn - 8 6 — -- — — 8 30 Haber . 8 3 32. 3 36 4 — 3 • 42 3 4ß Brodtare für die I. Hälfte des Monats Januar^ A. Im Oberamt Offendurg. Weißbrod: der 2 kr. Weck 12V- Loch. 2 ff in langer Form 6 kr.; 2 ff in 6 h*.. 4 jst in runder Form 12 kr. >»nder Form 9 kr. A»mt Oengenbach. ^Kck.6 Loch, 2 kr. Weck 12 Loch. > kr., 4 ff 11'/- kr. 2 ff 5 fr., 4 ff 97i kr. Halbiveißbrod run‘ Sch Weißb^. Halbwel^«^. Schwarzbrod: 6. J . „ . Deck zu'2 kr. 12 Loth. ,_2 ff 6 kr., 4 ff 12 kr. Schwarzbrod: 2 ff 5 kr., 4 ff 10 kr. lm Kezirfisamt Haslach. (2 fr. ' “ Briefkasten. Das- mit dem Postzeichen „Renchen" anonym cingekommene -Sylbenrälhsel- ist zur Aufnahme nicht geeignet. — Für die Mittbeilnng aus Kehl wird verbindlich gedankt. ✓ / Verantwortlicher Herausgeber: I. Otteni. — Druck und Verlag der ,«ujMen Buchdruckerei.