p Ver ©rtcnnner Note. Verkündigungs-Blatt für die Amtsbezirke Offenburg, Oberkirch, Achern, Rheinbifchofsheim, Kork, Gengenbach, Haslach und Wolfach. JH 41 Offenburg, den 27. Mai 1851. » * fr Bekanntmachungen. Die Ernährung unehelicher Kinder betreffend. No. 12650. Das Recht der Gemeinde zu Anstellung einer Klage auf Unterhalt trifft nach den §§ 2 und 4 des Gesetzes vom 21. Februar d. 2. mit dem des Vormunds zusammen, da Letzterer nur klagen darf, wenn die Mutter vermögenslos ist, in gleichem Fall aber den Gemeinden die Befogniß zur Klage zufteht. Damit diese Rechte bei der kurzen Verjährungsfrist nicht wirkungslos werden, wird in Gemäßheit Erlasses Großh. Ministeriums des Innern vom 25. v. M. Nro. 5140 die Anordnung getroffen, daß wenn ein uneheliches Kind außerhalb der Heimarhsgemeinde der Mutter geboren wird, hiervon der Gemeinderath dieser Heimarhsgemeinde durch den Gemeinderach des Orts, wo die Mutter niedergekommen ist, unverzüglich in «ennmiß zu setzen ist, um die geeigneten Maaßregeln rechtzeitig treffen zu können. Die Gemeinderäthe des diesseitigen Kreises haben sich hiernach zu achten. Die Großh. Aemter haben diese Verordnung auch in die amtlichen Berkündigungsblätter einrücken zu lassen. Karlsruhe, den 13. Mai 1851. Großh. Regierung des Mittelrheinkreises. Rettig. vSl. Stöffer. Rro. 19974. Die Gemeinderäthe des Bezirks werden auf Beachtung vorstehender Verordnung angewiesen. Offenburg, den 24. Mai 1851. Großherzogl. Oberamt. v. Fader. Bengenbach. (Bekanntmachung.) No.8641. Mathias Maier von Oberharmertbach wurde vom Großh. Polizei- diftricts - Commando Freiburg durch Erkenntniß vom 21. v. M. wegen Tragens einer s. g. Heckerpfeile in eine Ge- fängnißstrafe von 14 Tagen abwechselnd bei Hungerkvft ver- urthellt; was hiermit veröffentlicht wird. Gengenbach, den 19. Mai 1851. Großherzogl. Bezirksamt. Bode. Ofsenburg. (Fahndung.) Rv. 18931. Zu Anfang dieses Monais wurden dem Bürgermeister Wiedemer dahier auf seinen Ackerfeldern in hiesiger Gemarkung mehrere Obst- daume boshafter Weise entjweigesägt, wovon sich der abge- schatzte Schaden auf 110 fl. belauft. Oieie Entschädigungssumme sichert der Beschädigte Dem- * en, ,‘^5 ' i5er ,& en Thäter zur Anzeige bringt, oder solche verlässige Mittel an Händen gibt, um ihn zu entdecken. Offenburg, den 17 . Mai 1851. Großherzogl. Oberamt. Klein. slj O b e r k i r ch. (Die Conscription pro 1851 betr.) Ro. 11999. Bei der heute dabier kattgefundenen Aushebung der pro 1851 conscriptionspfiichtigen Jünglinge des diesseitigen Amtsbezirks sind Nachbenannte, welche die Reihe zum Eintritt in das Großh. Militär getroffen, unerlaubt auSgeblieben: 1) Moriz Schaal von Ulm, ... . Lvos-Nr. 31 2) Andreas Huber von Stadelhofen, . „ 42 3) Zg. Chrisostomus Stecher v. Renchen, .. 58 4) Joseph Merz von Ulm... 97 5) Georg Fidel Brandstetter von Renchen, „ 107 6) Karl Julius Hundt von da, ... » 110 7) Cyriak Kiefer (Magdalena Sohn) von Butschbach, . .. 130 8) Alban Hundt von Renchen, . 139 9) Bernhard Disanj von Zusenhofen, . „ ' 149 10) August Glück von Renchen,. 164 11) Gabriel Beschert von Petersthal, . - 189 12) Franz Graf von Ulm,. -- 209 Dieselben werden aufgefordert, innerhalb 6 Wochen hier zu erscheinen und sich über ihr unerlaubtes Ausbleiben zu rechtfertigen, andernfalls sie der Refraction für schuldig uNd das Gesetzliche Hierwegen gegen sie erkannt, sie auch wegen beharrlicher Landesflüchtigkeit des Staatsbürgerrechts für verlustig werden erklärt werden. Oberkirch, den 21. Mai 1851. Großherzogl. Bezirksamt. Pfister. vst. Gißler. [2] Kork. (Aufforderung.) No. 8268. Bei der gestern dahier stattgehabten Aushebung der für das 2ahr 1851 con- scriptionspftichtigen Mannschaft sind nachbenannte Pflichtige nicht erschienen: 1) Georg Oerkel von Kork, .... L 00 S-N 0 . 1 2) «ndreaS Hetzel von Eckartsweier, . » 8 3) Johann Svth von Kork, .... •• 11 4) Johann Zockers von Neumühl, . „ 28 5) Johann Rentschler von Legelshurst, .. 29 6) Georg Stvll von Sand, .... -- 43 Dieselben werden daher ausgeforderk, sich binnen 6 Wochen, von Heuer an, dahier zu stellen und sich über ihr Ausbleiben zu verantworten, widrigenfalls sie der Refraction für schuldig erklärt und nach dem Gesetze bestraft würden. Kork, den 20. Mai 1851. Großherzogl. Bezirksamt. [ 1 ] Rhelnbischvfsheim. (Aufforderung.) No. 6417. Bei der heute dahier stattgehabten Rekruten - Aushebung sind nachbenannte Eonscripkionspflichtige unerlaubt ausgeblieben: Lovs-No. 14, Jak.Kleinlogelv. Bodersweier. Loos-No. 19, Georg Arbogast v. Linx. Loos - No. 21, Jvh. Ludw. Wcik v. Rheinbischossheim. Loos-No. 29> Jak. Keck v. LeureSheim. Loos-No.33, Mich. Heidr v. Linr. Loos-No.41, Michael 386 Stein v. Linx. ro»4-«v.48, Georg Zimmer v. Le»u<-ei«. LooS-Ro. 54, Karl Oriedr. Molk v. Freisten, Dieselbe« »erden hiermit aufgefordert, sich innerhalb 4 Wochen dahier zu stellen und ihrer ConscriptionSpflicht Genüge zu leisten, widrigenfalls sie als Refrattaire behandelt und nach den Gesetzen vom Jahr 1820 bestraft «erden. RheinblschofSheim, den 17. Mai 1851. Großherzogl. Bezirksamt. Exter. [1J KaSlach. (Aufforderung^) No. 5946. Beider heute stangehabtt» Aushebung der Rekrutm aus der AlterS- klaffe 1830 sind die Loufcriptionspflichtigen Mathias Slhiermeier von Steinach, Loos-No. 9 Johann Paul Schireb v. Hofstetten, 35 nicht erschienen. Dieselben werden daher aufgefordert, sich bmnen sechs Wochen dahier zu stellen, widrigenfalls sie als Refractairs erklärt und die im Gesetze vom 5. Oktober 1820 (Steg. Bl. No. 15) angedrohte Strafe gegen sie ausgesprochen würde. Haslach, den 19. Mai 1851. Großherzogl. Bezirksamt. M. Klein. »chern. (Die Verpflichtung eines Jagdaufsehers betr.) Nro. 13695. Stephan Hettig von Oberachero wurde als Jagdaufseher für die Gemarkung von Oderachern heute ver- pßichtet, was anmit zur öffentlichen Kennmiß gebracht wird. «chern, de» 20. Mai 1851. Großherzogl. Bezirksamt. Hippmaan. »chern. (Gläubiger-Aufforderung.) No. 13601. Die Friedrich Schmalholz' Wittwe von hier will mit ihre« drei miaderjahrigen Kindern, Franziska, Gustav und Josephine Schmalholz, nach Nordamerika auSwandern. Zur Liquidation ihrer Schulden ist Tagfahrt auf Mittwoch den 28. d. M., Vormittags 8 Uhr, angeordnet, in welcher etwaige Ansprüche um so gewisser anzumelden sind, als später zu solchen dahier nicht wehr verholfen werden könnte. »chern, den 20. Mai 1851. Großherzogl. Bezirksamt. Hippmaan. Offen bü rg. (Verbeiständung.) Nro. 18910. Der Elisabeth« Kern von hier wurde wegen Geistesschwäche in der Person des Joseph Schirch von da ein gerichtlicher Beistand angeordnet, ohne dessen Mitwirkung sie die im L. R. S. 499 bezeichnetea Rechtshandlungen nicht vornehmen darf; was hiemit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Offenburg, den 17. Mai 1851. Großherzogl. Oberamt. v. Fader. Offenburg. (Aufgehobener DermögenSbeschlag.) Nro. 20190. In Sachen der Grvßh. Generalftaatskaffe, fisci nomine, gegen Sonnenwirth Wilhelm Werner von »ppenweier, Arrest betreffend. Beschluß. Der mit Verfügung vom 5. Oktober v. I. Nro. 34836 zu Gunsten der Klägerin auf das Vermögen des Beklagte» gelegte Beschlag wird, nachdem beide Theile sich verglichen haben, wieder aufgehoben. Offenburg, den 26. Mai 1851. Großherzogl. Oberamt. K. Wirlandt. Sengenbach. (Gant-Edikt.) Nro. 8610. Gegen Michael Muser, Taglöhner von Oberharmersbach, ist Gant erkannt, und Tagfahrk zum RichtigstelloogS- und Vorzugs- Verfahren auf Montag den 16. Juni 1851, Nachmittags 2 Uhr, auf diesseitiger »mttkanzle« festgesetzt, wo alle Diejenigen, welche auS was immer für einem Grunde Ansprüche an die Masse zu machen gedenken, solche, bei Vermeidung des AuSschluffeS von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder UnterpfandSrechte, welche sie geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der BeweiSurkunden oder Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln. Zugleich werden in der Tagfahrk ein Maffepfleger und ein GläubigtrauSschuß ernannt, Borg- und Nachlaßvergleiche »ersucht, und sollen in Bezug auf Borgvergleiche und Ernennung des MaffepflegerS und Gläubiger-Ausschusses die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen «erden. Sengenbach, den 16. Mai 1851. Großherzogliche- Bezirksamt. Dill. Offenburg. (Gant-Edict.) No. 16199. Gegen den Nachlaß des verstorb. Zehntrechners Xaver Hilberer von Zunsweier ist Gant erkannt, und Tagfahrt zum Richtigstellung- und Vorzugs-Verfahren auf Mittwoch de» 25. Juni 1851, Vormittag- 8 Uhr, auf diesseitiger AmtSkanzlei festgesetzt, wo alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Masse zu machen gedenken, solche, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte, welche sie geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mtt gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden oder Antretung oeS Beweises mit andern Beweismitteln. Zugleich werden in der Tagfahrt ein Maffepfleger und ein Gläubiger-Ausschuß ernannt, Borg- und Nachlaßvergleiche versucht, und sollen in Bezug auf Borgvergleiche und Ernennung des MaffepflegerS und Gläubiger-Ausschusses die Nichterfcheinenden als der Mehrheit der Erschienenen bei- kretend angesehen werden. Offenburg, den 26. April 1851. SroßherzvglicheS Oberamt. Müller. Offenburg. (Präklusiv-Erkennmiß.) No. 16935. In der Gant über den Nachlaß der verstorbenen Maria Anna Gchilli von ZunSweier werden alle Diejenigen, welche «n der SchuldenrichtigftellungS-Tagfahrt ihre Forderungen nicht angemeldet haben, damit von der vorhandenen Masse ausgeschlossen. Offenburg, den 2. Mai 1851. Großherzogl. Oberamr. Müller. Haslach. (Präclusiv-Erkenntniß.) No.6061. Inder Gantsache des Landwirths Joseph Huber von Steinach werden alle diejenigen Gläubiger, welche in der heutigen Schuldenliquidakions-Tagfahrt ihre Forderungen nicht angemeldet haben, von der vorhandenen Masse ausgeschlossen. Haslach, den 20. Mai 1851. Großherzogl. Bezirksamt. M. Klein. Offenburg. (Klasker- und Wellenholz- Abfuhr betr.) Die Steigerer des Klaster- und WellenhvlzeS in den Hutdistrirren der Waldhüter Brett- Haupt und Affal werden aufgefordert, bei anhaltend trockener Witterung die Abfuhr zu vollziehen, und bei dem Wald- hutpersonale, sowie den betreffenden Schlaghütern die Bescheinigung der Stadtkaffe Offenburg für geleistete Holz- geldzahlung vorzuzeigen. . Offenburg, den 20. Mai 1851. Der Gemeinderath. Wiedemer. Offenburg. (Stamm-, Klafter- und Wellenbolzabfuhr betreffend.) Oie Steigerer des Holzes im Distrikt vi. Brandbau, Abtheilung 11 u. 12, Hutdistrikt ui von Wald- * t 387 * ► -Mer 9m(«> »erden «ufgefvrdert, de, anhaltend trockener Witterung die »bfuhr,« vollziehen, nnd sich bol de» $at> persvuale mit BeschSinigung der Gtavtkafft Offenbarg über geleistete Zahlung' auszuweisen, widrigenfalls nach § 8 der »erlesenen Steigerungsbedingungen dieses Hol» adermals »ersteigert wird. Offenburg, den' 26. Mar 1851. Der Gemeinderath. Wiedeiner. Offenburg. (Die Beschädigung deS elektrischen Telegraphen betr.) Nr. 1311. Rach eingekommener Anzeige jftschon mehrfach theils von einheimischen, theils von fremden jungen Semen nach den längs der Eisenbahnlinie in Slpckenform angebrachten ihönernen Isolatoren geworfen worden; man siebt sich daher veranlaßt, andurch bekannt zu machen, daß das Werfen auf diese Telegraphenstangen sowohl, alS daS Beschädigen der übrigen Siftnhahnanlagen bei angemessener Geld- oder «rreftstrafe untersagt ist. Offenburg, den 22. Mai 1851. Das Bürgermeisteramt. Wiedemer. »dt. Huber. Offenburg. (Liegenschaft-Versteigerung.) Au« der Derlaffenschaft der Karl Gremminger'S Wittwe von Ortenberg werden auf Antrag der Erben, mit obervormund- schastlicher Genehmigung vom 21. d. M. Rro. 18431, folgende Güterftücke, der Srbtheilung wegen, am Montag dfti 23. Juni d. Z., Nachmittags 2 Udr, im Gemeindehause zu Ortenberg durch Notar villinger öffentlich zu Eigenthum versteigert, als: 2'/- Haufen Feld in 3 Stücken in verschiedenen Gewannen, — taxirt zu.180 fl. 2 . * s Viertel Matten auf der obern Dorsmane, — taxirt zu.100 fl. Hiezu werden die Liebhaber eingeladen mit dem Bemerken, daß die Bedingungen vor der Versteigerung bekannt gemacht werden. Offenburg, den 21. Mal 1851. Großherzogl. AmtSrevisorat. Bittmann. vffenburg. (HaoSverstrigerung.) Zufolge richterlicher Verfügung vom 16. d. M. Rro. 18749 ligul wird das zur Santmaffe des MetzgermeisterS Georg W^^.«nna von hier gehörige zweistöckige Wohnhaus mit gewölbtem Keller, Hintergebäude, Remise und Hofraum in der Steinftraße, neben Mehlhändler Armbruster und dem Malergäßchen, — taxirt zu ... 4800 fl. am Mittwoch den 18. Juni d. I., Nachmittags 2 Uhr, >m Saale de« hiesigen Rathbause« durch Theilungscommiffär Leiber hier mit dem einer öffent- lichen Versteigerung ausgesetzt, daß der Zuschlag erfolgt, wenn wenigsten« der Schätzungspreis geboten wird. Die weitern Bedingungen werden unmittelbar vor der Versteigerung bekannt gemacht. Offenburg, den 22. Mai 1851. Großherzogl. »mtSrevisorat. Bittmann. Tasbachwalden, «mts «chern. (LiegenfchaftSverstei- « •) Da bei der am 13. d. M. in Folge richterlicher iung des Grvßh. Bezirksamts »chern vom 6. April v. is- No. 9898, sowie vom 9. Der. v. I. No. 33235 vor- ^oommenen Versteigerung der Liegenschaften de« hiesigen • ft, Schreinermeisters Georg voll kein Gebot ge- Lt™?. ' I^öaben wir Tagfahrt zur zweiten Versteigerung den 3. Juni, Nachmittags 2 Uhr, in da« a a? 4ui dahier mit dem Bemerken anberaumt, fll Jk höchste Gebot erfolgt, wenn der Ech-tzuug: Rachsschreiber Dieterle. Ossenburg. (Heugrasversteigerung.) Dienstags den K>. Zuni d. Z., Vormittags 8 Uhr anfangend, wird im St. Andr. Hospital dahier der diesjährige Heagraserwachs von den Spitalwiesen sowohl in hiesiger, als Griesheimer, Buhler, Waltersweirer und Elgersweirer Gemarkung gegen baare Zahlung vor der Einheimsung versteigert, wozu man die Liebhaber einladet. Zugleich läßt auch Handelsmann Nerlinger's Wittwe dahier nach dieser Versteigerung den Heugras-Erwachs von ihren 2 1 /* Tauen Wiesen und IVa Tauen Wiesen auf der Stegermatt, versteigern. Offenburg, den 26. Mai 1851. St. Andr. Hospitalverwaktung. König. Unzhurst. (Wirthshausversteigerong.) Prinzwirth Georg Habich von Sasbach ist gesonnen, fein neu erbautet zweistöckiges Wohnhaus mit gewölbtem Keller, nebst ^^bz^sekzs grbefonbeiä stehender Scheuer, Gemüsegarten und circa 2 Viertel Acker, beim Haus liegend, mit der Realwinhschaftsgerechtigkeit zum Rössel in Unzhurst Donnersrags den 12. Juni d. I., Mittags 1 Uhr, im Röffelwirthshause selbst auf mehrere Zahlungstermine öffentlich für eigen versteigern zu lassen, wozu die Steigluftigen eingeladen werden. Bodersweier, Amts Rbeinbischofsheim. (Fahrniß- versteigerung.) Montags den 2. Juni und die darauf folgende Tage, Morgens 8 Uhr anfangend, läßt Kronenwirth Lasch von hier in seiner Behausung folgende Fahrnisse um baare Zahlung öffentlich versteigern: Pferde, Kühe, Rinder, worunter sich ein junger Zuchtstier befindet, Schweine, 5 Wagen, Pfluggeschirr, ein Branntweinkeffel, 1000 Oehmle Fässer, Standen und überhaupt Alles, was zu einer vollständigen Oekonomi« gehört; endlich Bettwerk und Weißzeug. Bodersweier, den 23. Mai 1851. Vas Bürgermeisteramt. Baaß. Nordrach, Amt-Gengenbach. (Liegenschafts-Versteigerung.) Zn Folge richterlicher Dersügung des Großh. Bezirksamts Gengenbach vom 3. v. M. No. 5929 wird in Forderung-fachen der Klara Silberer in Nordrach gegen Particulier Louis Stecher in Karlsruhe dessen Hosgut in Lindach Samstags den 7. Juni d. I., Vormittag- 10 Uhr, auf der hiesigen Rathsftube im Zwangswege öffentlich versteigert. Die Hofguts - Liegenschaften sind: 1 . Ein einstöckiges Bauernhaus mit Scheuer und Stallung unter einem Strohdach und Vr Morgen Hofraithe in Lindach, neben Karl Gisler und der Thalftraße. 2 . Ein LeibgedingshauS mit Scheuer und Stallung allda, nebst 5 Metzle Hofrauhe neben sich und der Thalftraße. 3. Ein Back- und Waschhaus neben dem Thalbach und dem Thalweg. 4. Eine Mahlmühle, mit Karl Gisler in Lindach gemeinschaftlich, neben dem Mühlwuhr und dem Thalbach. 5. 1 Sester Gemüsegarten beim Hause, stößt überall an sich selbst. 6 . 6 Metzle Garten beim Leibgedingshause in 2 Ländern, stößt allseits an sich selbst. 7. 21 V 4 Morgen Mauen auf der Gommerseite in der hiesigen und der Zeller Gemarkung, beisammen gelegen, neben Karl GtSler und Anton Faist. 8 . 28V« Morgen Acker; Anstößer vorige. 9. 5 Morgen Reutberg im Frohndgraben, neben sich und Karl Gisler. 10. 3 Morgen Tannenwald, Damenritte genannt, neben dem Zeller Gemeindswald und sich selbst. , 11 . 24 Morgen Tannen- und Buchenwald und Bosch, neben I. F. Lenz und Zeller Gemeindswald. 1 Morgen Tannenwald im Frohndgraben, Zeller und Schwaihacher Gemarkung, neben Karl Gisler und Anton Ochler. 13. 6'/- Morgen, der Schnaikerswald, Zeller Gemarkung; Anstößer vorige. 14. Zwei Genossenschaft-rechte, die in ^7 an 27 Morgen Tannenwald im Täschenkopf und in V? an 12 Morgen Tannenwald im Frohndgraben bestehen. Diese Liegenschaften bilden ein geschloffenes Hofgut, sind geschätzt zu ..... . 23765 fl., und werden endgültig zugeschlagen, wenn der SchätzungS- preis und darüber geboren werden wird. Nordrach, den 10. Mai 1851. DaS Bürgermeisteramt. Spitzmüller. *» > * » 389 * » Hausach, «Mts Haslach. (Zweite Liegenschaftsversteigerung.) Da bei der unterm Heutigen abgehaltenen Liegenschaftsversteigerung des Bürgers und Schustermeisters »nsclm Stehle im vors Hausach der SchLtzungspreis nicht erreicht worden ist, so folgt Donnerstags den 12. Juni d. 3 ., Vormittags 10 Uhr, auf der hiesigen Rathskubc eine zweite Versteigerung der in dem Ortenauer Boren Nro. 35 beschriebenen Liegenschaften, jedoch mit dem Bemerken, daß der SchLtzungspreis des unter Ord. Z. 3 dezeichneten Wiesfel- des nicht 500 fl., sondern 6Ü0 fl. sei. Es wird der endgültige Zuschlag dem höchsten Gebote ertheilt werden, wenn solches auch unter dem SchLtzungspreis bleiben sollte. Hausach, am 22. Mai 1851. Das Bürgermeisteramt. Waidele. Hausach, Amts Haslach. (Zweite Liegenschaftsver- üeigerung.) Da bei der unterm Heutigen abgehaltenen Lie- genschastsversteigerung des Bürgers und Maurermeisters Joseph Schweinbold dahier der Schätzungspreis der unten bezeichneten Liegenjchast nicht erreicht worden ist, so wird' aus Donnerstag den 12. Juni d. Z., VachmütagS 1 Uhr, auf dem hiesigen Rathszimmer eine zweite Versteigerung mit dem »nfügen angeordnet, daß der endgültige Zuschlag dem höchsten Gebote ertheilt werde, auch wenn solches unter dem Schätzungspreis bleiben sollte. Beschreibung der Liegenschaft: 3 U Sester Acker im Eichengewann, einers. «dam Benz, anders. Anton «rmbruster, vornen die Landstraße, hinten Ferdinand vorner; SchLtzungspreis. 200 fl. Hausach, am 23. Mai 1851. Das Bürgermeisteramt. Waidele. Nordrach, Amts Tengenbach. (Zwangslirgenschafrs- Versteigerung.) Da bei der am 20. d. M. abgehaltenen Lie- genschaftSversteigerung de» «nhreaS Viehle von hier, kein Gebot geschehen, so werden Mittwochs den 11 . Juni d. 3 ., Vormittags 10 Uhr, aus der hiesigen Rathsstube einer zweien Versteigerung ausgesetzk: Ein einstöckiges hölzernes Wohnhaus mit Stallung unter einem Strohdach, nebst Vr Meßle Hofraithe vor der Fabrik, d. 2 Meßle Garten vor dem Hause, o. 1 Meßle dv. unterhalb dem Hause, >t. 1 Zeuch Matkfeld allda, e. 5 Sester Ackerfeld oberhalb dem Hause, neben Norbert Herrmann und der Gemeinde. Der endgültige Zuschlag wird ertheilt, wenn das letzte Gebot den Schätzungspreis auch nicht erreichen sollte. Nordrach, den 22 . Mai 1851. Das Bürgermeisteramt. Spitzmüller. [2} Windschläg. (Fahrnißversteigerung.) Arbogast Tteurer's Erben laffen an folgenden Tagen, jeden Tag Dörgens 9 Uhr anfangend, in ihrem Hause folgende Fahr- n>sie gegen gleich baare Zahlung versteigern; als: Am Montag den 2. 3uni: Eine Fuchsftute von 9 Zähren. Em siebenjähriger Wallach. Eine großträchrige Kuh. Eine «euere Milchkuh. Zwei Läuferschweine. . Am Dienstag pe« 3. Zuni: Bettwerk, Weißzeug, Schreinerwerk, ein kleiner, und em großer Bauernwagen, ein Pflug sammt Zugehorde, nebst einer eisernen und einer hölzernen Egget ein Faß von 21 Oehmle, eines von 11 Oehmle, eines von 9 Oehmle, eines von 7 Orhmle, eines von 6(2 Oehmle, eines von 80 Maas, eines von 52 Maas und eines von 50 Maas; eine 14 Oehmle haltende Trottbütre; Dung, sowie allerlei HauSrath. Windschläg, den 20 . Mai 1851. Das Bürgermeisteramt. Weiß. ZunSweier. (Kapital auszuleihen.) Der Baulaften- fond in Zunsweier beabsichtigt, an eine Gemeinde 2000 fl. zu 5 pCr. in 3 Monaten auszuleihen. Die Bewerber mögen sich bei dem Stiftungsvorstande dahier melden. Wenn die Zinszahlung alljährlich richtig erfolgt, wird das Kapital niemals aufgekündigt. Zunsweier, den 23. Mai 1851. Zapf, Derrechner. Renchen. (Einladung.) Der Unterzeichnete wird am DonnerSiag den 29. Mai (Christi - Himmelfahrtstag) bei günstiger Witterung seine Sommerwirthschaft mit _kHarmonie-Musik eröffnen, oder im Falle ungünstiger Witterung am nächstfolgenden Sonntag, wobei Bock- und Lagerbier verzapft wird, wozu ergebenst einladet: Schönberger, zum Löwen in Renchen. HARMONIE MUSIK. [1] Offen bürg. (Zimmervermiethung.) Zn No. 264 ist ein möblirteS Zimmer — worin auch ein gutes sechs- octaviges Clavier zum Gebrauche steht — an einen ledigen Herrn zu vermiethen. [2] Offenburg. (Scheuervermiethung.) Eine Scheuer ist auf mehrere Zahre in Pacht zu geben — von wem? fügt der Herausgeber dieses Blattes. s2l Gengenbach. (Anzeige und Empfehlung.) Unterzeichneter hat eine neue Musterkarte von March all »Comp, in Kehl. Diese Tapeten zeichnen sich durch Schönheit und Güte der Farben, sowie durch sehr billige Preise aus, daher ich dieselben zur gefälligen Ansicht und zu Aufträgen bestens empfehle. Auf Verlangen wird die Musterkarte auch über Land gegeben. I. N. Schöndienst, Buchbinder und Tapezier. Osfenburg. (Scheuerverpachtung.) ES kann eine Scheuer, mit oder ohne Geräthschaften, nämlich Wannmühle und dergleichen, ganz oder kheilweise gepachtet werden. — Bei wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Claviergesuch. Es wünscht Zemand ein Clavier zu miethen. Wer? sagt der Verleger dieses Blatfes. Kapitalien auszuleiben. An Gemeinden u. Privaten können 30,000 fl. gegen gute Versicherung in Grundstücken dargeliehen werden. Weniger als 2500 fl. werden jedoch nicht abgegeben. Man wolle sich hierwegen an Cvmmissionär Metzinger in Renchen wenden. [1] Offenburg. (WohnungSvermiechung.) Kübler- meister Lapgast in der Klostergaffe hat eine Wohnung im ober» Stock, in Stube und Küche bestehend, zu vermiethen. Offenburg. (Kinderwägelchcn-Verkauf.) Ein Kindcr- wägelchen ist zu verkaufen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. [2] Osfenburg. (Wohnungsvermikthung.) Hutmacher Alois Stöhr in der Gpmnasiumsgaffe hat eine Wohnung im ober» Stock mit 3 tapezirten Zimmern, einem Alkov, Küche, Platz auf dem Speicher und im Keller zu vermiethen. Dieselbe kann auf den 1. Zuni oder auf Zohanni bezogen werden. 390 Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Deutschland. Aus Baden. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nro. 33 enthält folgende allerhöchste Entschließung: In Erwägung, daß über die Gesetzeskraft der deutschen Grundrechte bei Unsern Staatsbehörden verschiedene Ansichten bestehen, und dadurch eine Bestimmung hierüber geboten ist, haben Wir, nach Anhörung Unseres Staatsministeriums, beschlossen und verordnen, wie folgt: Den in Unseren Regierungsblättern Nro. 2 und 29 von 1849 zur Kenntniß gebrachten deutschen Grundrechten ist keine rechtliche Wirksamkeit beizulegen. — Gegeben zu Karlsruhe in Unserm Staatsministerium, den 5. Mai 1851. (Gez.) Leopold. Frhr. v. Rüdt. v. Marschall. Stabel. Nach Bekanntmachung des Großh. Justizministeriums vom 13. Mai hat der von beiden Kammern der Landstände angenommene Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung der bürgerlichen Proceßordnung die allerhöchste Bestätigung erhalten und ist die Verkündung dieses Gesetzes durch amtliche Ausgabe einer hiernach abgeänderten bürgerlichen Proceßordnung mit folgender Einführungs-Verordnung befohlen. Leopold rc. Mit Zustimmung Unserer getreuen Stände haben Wir nachstehende neue Abfassung der bürgerlichen Proceßordnung vom 31. Decbr. 1831 und des Gesetzes vom 3. August 1837 (Reg.-Bl. Nro. 27) beschlossen und verordnen hiermit unter Verkündung dieses Gesetzes, daß dessen verbindende Kraft mit dem 1. Juli eintritt. — Nach einer Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 16. April wird das provisorische Gesetz vom 6. Novbr. 1848, die Eingehung einer Ehe von Staatswegen bei einem vorhandenen anerkannten kirchlichen Hinderniß außer Wirksamkeit gesetzt. Unser edler Großherzog Leopold hat neuerdings wieder einen Beweis seines deutschen Sinnes gegeben, indem er dem Soldaten Wilhelm Schuster vom 5. Jnfanteriebataillon, welcher seiner Zeit in der schleswig-holsteinischen Armee diente, die Erlaubniß ertheilte, das ihm von der Statthalterschaft der Herzogthümer Schleswig-Holstein ertheilte eiserne Kreuz tragen zu dürfen. Am 19. d. M. brachte die Karlsruher Garnison I. K. Hoheit der Großherzogin Sophie zu ihrem Geburtsfeste unter dem Beißrömen einer großen Menschenmenge ein Militair- ständchen. Tags darauf war große Parade.— Man glaubt, daß die Eröffnung der badischen Telegraphenlinie für die allgemeine Correspondenz schon am 1. Juli d. I. stattsinde. Während die Regierung einerseits durch landwirthschast- liche Verbesserungen und Hebung des Gewerbsfieißes, sowie durch Einführung neuer Erwerbszweige (Strohflechterei, Cigarrenmachen u. A.) den Wohlstand des Landes zu heben sich bemüht, sucht sie anderseits auch den Gegenden möglichst zu helfen, wo wegen Unfruchtbarkeit des Bodens die Verarmung immer größer wird. Dieses ist besonders in einigen Orten des Schwarzwalds, wie im Amte Säckingen, der Fall. Um diesem Uebelstande abzuhelfcn, wird in kurzer Zeit wieder eine große Auswanderung aus jenen Gegenden stattsinden. Mehr als 600 Leute werden auf Staatskosten nach Amerika auswandern. In Karlsruhe soll eine Ackerbauschule unter der Leitung Metzgers errichtet werden, welche mit der polytechnischen Schule verbunden wird. Der zum Festungsarrest verurtheilt gewesene vormalige Lieutenant Biesele ist begnadigt und aus Kislau entlassen worden. Auch der zu 10 Jahren Zuchthausstrafe verurtheilte Corvin-Wiersbitzky sott unter der Bedingung der Auswanderung nach Amerika und Leistung der für den Vollzug nöthi- gen Garantie aus dem Zellengeftingniß in Bruchsal entlassen werden. Aus der bisherigen noch nicht geschloffenen Jmmatricula- rivn der neu ankvmmenden Studenten in Heidelberg ergibt sich eine bedeutend höhere Zahl der Angekvmmenen als der Abgegangenen. Größtentheils sind die Jmmatriculirten Juristen. — Vier rohe Bursche begruben daselbst, unter Ab- singung des Heckerliedes, mit Spott und Hohn das BiDniß des kürzlich verstorbenen Stadtdirectors Lang. Die Entrüstung über diese Büberei war in der Stadt allgemein. Die Untersuchung gegen die Thärer ist eingeleitet. Der Breisg. Bote berichtet über einen vor einigen Wochen in Forchheim im Bezirks«»! Kenzingen gemachten bedeutenden Fund in einer Scheuer beim Graben eines Fundaments. In einer großen Kiste von Eichenholz fand man eine große Masse von Thalern und halben Thalern von spanischem, italienischem, französischem, Niederländer und verschiedenem bischöflichen Gepräge, sämmüich aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts bis beiläufig rum Jahr 1660 bis 70; sie dürsten daher wahrscheinlich in ienrr Zeit vergraben worden sein, als das Breisgau durch die Franzosen unter Ludwig xiv. 1676 verwüstet wurde. Der Br. B. spricht von 18000 fl. und fügt bei, daß sich der Finder des Schatzes und der Cigen- thümer der Scheuer ganz ftiedlich in denselben theilten, ohne einem Advocaten nur einen Kreuzer davon zu geben. — Auf ähnliche Weise fand in dem Dorfe Beuren, unterhalb des Fürstlich v. Fürstenbergischen Schlosses Heiligenberg, der Bürger Anton Kohllöffel beim Graben eines Fundamentes neben der Brandstätte seines Hauses den 4. April in einem irdenen Kruge 529 Stücke Silbermünzen von verschiedener Größe und vielerlei Gepräge. Die Freiburger Zeitung berichtet: Wahrscheinlich beruht die Nachricht von der zu Havre erfolgten Verhaftung des des Raubmords an der Frau Kapferer dringend verdächtigen Schreinergesellen Erwin Schachner aus Bensheim äuf einer Verwechselung der Personen. Als sicher hat sich heraus- gestellt, daß er sich vom 17. April bis 9. Mai, meist unter dem Namen Perer Schmidt von Zwingenberg, in Straßburg aufhielt/ daß er dort an einem Kameraden einen Geld- diebstabl verübt und dann sich von da entfernt hat, um einen Seehafen zu erreichen. Es scheint, daß er ein auf den Namen Peter Schmidt lautendes Wanderbuch besitzt. Von Sr. Kön. Hoh. dem Großherzog wurden der Vorsteherin des Frauenklosters und Lehrinstituts St. Katharina zu Konstanz, Vincentia Maier, bei Veranlassung ihres 50jährigen Jubiläums, in Anerkennung ihres wirkungsreichen Lebens ein goldenes Kreuz verliehen. Freiburg, 16. Mai. (N. Fr. Z.) Gestern Vormittag fand im Museumssaale dahier eine Generalversammlung de« landwirthschaftlichen Kreisvereins Statt, welche erfreuliche Erfolge gehabt hat. Der seitherige provisorische Vorstand der Kreisstelle, der Großh. Regierungsrath Graf v. Kageneck, eröffnete die Versammlung, die sich eines ziemlich zahlreichen Besuches zu erstellen hatte, mit einer Anrede, in welcher derselbe darauf hinwies, wie die Zeitereignisse der letzten Jahre leider nicht ohne nachtheiligen Einfluß an den Dereinsintereffen vvrübergingen. Er entwickelte sofort die Gründe, welche der Abhaltung einer Kreisversammlung bisher entgegenstanden, und zeigte, wie nunmehr der Zeitpunkt gekommen sei, der Kreisstelle, welche durch anderweitige Anstellungen ausgezeichneter Mitglieder, wie i B. des Frhrn. v. Röder, der Professoren Helfereich und Braun, und des Wiesenbau-Inspektors Lauter, in ihrem Personalstand vermindert worden, neue Arbeitskräfte zuzusühren, damit sie kräftig Mitwirken können bei dem großen und schönen Werke des Wiederaufbaues vaterländischen Wohlstandes. Er wies hin auf die dankens- werthen Schritte der Großh. Skaatsregierung für das Gedeihen der Landwirthschast, auf das von ihr gegebene Gesetz über Wiesenkultur, auf die Begründung der Ackerbau- Schule, die unter ihrem ausgezeichneten Vorstand sichtlich gedeiht und Segen verbreitet, auf die nach den mannichsal- tigsten Richtungen sich entfaltende Thätigkeit der Zentralstelle, so wie auf die ersteuliche Regsamkeit mancher Bezirksvereine. Hiernach ging er über auf das weste Feld, das noch zu be- 39 t bauen ist. Sr führte an, -aß toe neuen großartigen Bei> kehrsmittel, Zoll- undHandersvqrbältniffe veränderte Nachfrage und Preise herheWhren, daß deßhalb neue «uftuxarten, nomenM vermehrter Bau vp» Hsndelsgewächftn, nochwen- dig würden, daß bei größeren Ansprüchen an de» Boden die Verbesserung und Vemußimyg des Viehstandes, und folgeweise vermehrte Erzeugung von Gras- und Zutterge- wächftn geboten sei, daß für «ahlfeilere Arbeit durch zweckmäßige Ackergerätbschosten, für den Schutz der Kreszentien durch gute Feldpolizei, die so viel zu wünschen übrig lasse, für den Kredit durch Ankalten, wie Leihkaffen, Assoziationen u. dgl. gesorgt werden müsse, und schloß soso« mit der Bemerkung, daß nur durch vereintes Zusammenwirken der Landwirkhe und der Behörden das wahrhaft Gute erkannt und verwirklicht werden könne. Stuttgart. Am 19. Mai wurde die neue Geichäfts- ordnung der Kammer zu Ende berathen. Zu den wichtigsten der gefaßten Beschlüsse gehören: 1) Rednerbühne wird keine errichtet. 2) Die Redner müssen sich beim Sekretariat ein- schreiben lassen und erklären, ob sie für oder gegen einen Antrag sprechen wollen. 3) Wenn ein Minister oder Königl. Cvmmiffär gesprochen hat, so darf der Schluß der Debatte nicht verfügt werden, ohne daß zuvor gefragt worden, ob Niemand in der Kammer daraus antworten will; geschieht das Letztere, so steht es aber auch dem Minister frei, nochmals zu reden, worauf aber auch noch ein Mitglied reden darf. 4) Nachdem der Schluß der Debatte verfügt worden, hat der Berichterstatter nicht mehr, wie in der Geschäftsordnung der Landesversammlung, das letzte Wort. Jedoch steht es ihm ftei, gleich den Ministern oder Königl. Cvmmiffären nach dem Redner das Won zu verlangen. 5) Motivine Abstimmungen sind nicht mehr zulässig; doch können mindestens 3 Mitglieder sich dahin vereinigen, die Gründe ihrer Abstimmung schriftlich darzulegen und dem Präsidenten zu übergeben, der sie nach erfolgter Abstimmung und Verkündigung des Beschlusses zu verlesen hat. München. Am 4. d. wurde die bayerische Prinzessin Amalie Auguste, welche mit dem Fürsten von Leuchtenberg, Stiefsohne des Kaisers Napoleon, vermählt war, unter großer Feierlichkeit beerdigt. Wie«. Die Reise des Kaisers zum Behufe einer Zusammenkunft mit dem Kaiser von Rußland soll nach der Bresl. Ztg. am 22. d. M. erfolgen, und hat sich bereits der zweite Generaladjutant des Kaisers, Generalmajor Kellner, zu diesem Zwecke nach Warschau begeben, um dort den Kaiser Nikolaus zu dieser Zusammenkunft einzuladen, welche indeß wahrscheinlich in Troppau staktsindet. Man schmeichelt sich damit, Kaiser Nikolaus werde den österreichischen Kaiser bis nach Olmütz begleiten, wo große Cavallerie-Manöver ausgeführt werden sollen. Als den Gegenstand der Besprechung zwischen den beiden Monarchen, denen die mit dem Könige von Preußen vorangehen wird, bezeichnet man einen letzten Versuch eines innigen Einverständnisses zwischen Oesterreich und Preußen, dem sodann eine Vereinbarung betreffs der gegen die französische Republik zu beobachtenden Politik Nachfolgen dürfte. — Nach teleg. Bericht verordnet ein kaiserliches Patent, daß das gesammte mit Zwangscurs im Umlauf befindliche Staatspapiergeld nicht Über 200 Millionen vermehrt werde. Beschleunigte Verhandlungen sollen dahin sichren, allmählig das Zwangs-Staatspapiergeld einzuziehen. Feldmarschall Graf Radetzky wurde nach Wien berufen, um, me man versichert, die Zusammenstellung der deutschen Bundes- «mee zu leiten. Nach anderen Nachrichten werden Radetzky, Windisch-Grätz und Jellachich den Besprechungen in Olmütz beiwohnen. — Der Russe B a k u n i n ist wegen Hochver- rath amosterrelchischen Kaiserstaate zu lebenslänglichem schwerem Kerker verurrheilt worden. Nngarn. Die Bad. Landeszeitung enthält folgenden ihr aus dem badischen Lberlande zugekommenen Artikel: Briest aus Sudungarn vom ii. Mai berichten, daß in jenen Gegenden gm außerordentliche Trockenheit und dem «m- sprechende große Dürre und Hitze herrsche, so daß eine siche geringe Aernte zu erwarten sein dürfte, wenn nicht ohne längern Verzug Regenwetter einfalle. Abgesehen davon, daß es für das schwer heimgesuchte Ungarn ein doppelter Schlag wäre, wenn es ein Jahr des Mißwachfts haben sollte, würde einige Rückwirkung sich weithin fühlen lassen, da die Ebenen Südungarns, das Banat, bekanntlich die größte Kornkammer Oesterreichs bilden. Es ist merkwürdig, daß, während der Dvdwesten die gleiche naßkalte Witterung hat, wie unsere Gegenden, im Südosten dagegen große Trockenheit und Hitze herrscht. Schweig. Die radikale Schweizer Natioualzeitung behauptet, Franz Sigel habe sich ungeachtet des eidgenössischen Zwangspaffes nach Amerika, und ohne daß es die ftanzösische Regierung verhindern konnte, gleich von Havre aus, statt nach Amerika, nach England übersetzen lassen. Frankreich. Paris. Das allgemeine Comit« für die Verfaffungs- revifion oder, was gleichbedeutend ist, für die Verlängerung der Gewalten Louis Napoleons, kündigt im Constitutionel an, daß es tagtäglich zahlreiche Zustimmungen erhält, und daß auf allen Punkten Frankreichs Petitionen unterzeichnet und Comit« s organisier werden. Zu Paris wären neuerdings an einem einzigen Tage über 8000 Unterschriften auf die vom Comit« ausgegangene Petition gesetzt worden. Das Wahl Comit« der Ordnungspartei in Bordeaux, an dessen Spitze der Präsident des Generalrarhs und der Handelskammer, Ouffour Dubergeier, steht, der zugleich Oberst der Nationalgarde ist, läßt ebenfalls im Gironde-Departement eine Petition unterzeichnen, worin auf sofortige Revision der Verfassung und deren Abänderung im Sinne der moralischen und materiellen Bedürfnisse der Nation, die ohne Zukunft und Sicherheit nicht leben könne, gedrungen wird. — 125 Republikaner-Repräsentanten haben in einer Versammlung beschlossen, jede Revision zu verwerfen. Die Generale Ca- vaignac und Lamoriciere wohnten nicht bei. — Emil von Girardin berechnet die wahrscheinliche Abstimmung über die Revisiönsftage in folgender Weise: Zahl der Abgeordneten 750; für die Revision 450; gegen 200; Abwesende oder Nichtmitstimmende 100. Da es höchstens ein Viertel sämmr- licher Stimmen, also 188 Stimmen der Linken bedarf, um das Reviflonsvvtum ungültig zu machen, so würde also die Revision gesetzlich unmöglich sein. Ehe sie ungesetzlich ausgeführt würde, meint Emil v. Girardin, müßte man 188 Repräsentanten deportiren oder auf ihren Sitzen maffakriren. — In der Vorstadt la Guillotiere, welche 45000 Einwohner zählt, wurde, trotz des Kriegszustandes, ein hochrother Gemeinderath gewählt: von 36 Stadträthen sind 32 ultraradical. Ob diese das grenzenlose Elend und die Noch der beschäftigungslosen Arbeiter mindern werden, wenn sie dieselben als Colonisten nach Algier expediren, möchte zu bezweifeln sein, denn die Franzosen des Südens eignen sich nicht zum Anbau von Colonien. England. Ein deutsches Blatt in London sagt: ..Die Londoner Ausstellung hat auch das Gute, daß man von dem Wahne, das ausländische Erzeugniß sei besser, als das einheimische, ein wenig abkommen dürste, denn die Deutschen beginnen die Aufmerksamkeit der Engländer »n immer höherem Maaße auf sich zu lenken. Nicht allein, daß ihre plastischen Kunstwerke schon jetzt als die vorzüglichsten anerkannt werden, auch die Gegenstände der Tischlerei und Eisenfabrikation dürsten sich dem Besten, was bis jetzt zu sehen ist, an die Seite stellen, wenn nicht überordnen. Noch mehr, die englischen Arbeiter sind über die Genauigkeit und Geschicklichkeit ihrer deutschen College» völlig erstaunt. Man sieht häufig ganze Gruppen englischer 392 Arbeiter die deutschen-beobachten und ihre Handgriffe nachmachen, besonders aber die deutschen Handwerksgeräthe untersuchen, die den allgemeinsten Beifall finden." Das bayerische Bier. Jean Paul (sagt Schuselka in seinen „deutschen Fahrten'), der in Bierangelegenheiten gewiß ein kompetentes Ur- theil hat, sagt: „Eine vernünftige Betrunkenheit kommt dem ascenschen und poetischen Enthusiasmus unglaublich zu Stattenund ferner nennt er die Dichter geradezu „betrunkene Philosophen." Da nun aber das deutsche Volk ein asketisch-ftommes Volk ist, da wir unsere Dichter-Philosophen und Philosophen - Dichter als die ruhmvollsten Repräsentanten der deutschen Nationalität preisen, und da sich die Deutschen, philosophische wie unphilosophische, seit alten Zeiten am vernünftigsten mit Gerstensaft berauschten, so dürfte es kein ganz unvernünftiger Schluß sein, das Bier das Nationalgetränk der Deutschen zu nennen. Da nun bekanntlich die Bayern für den urächtesten deutschen Stamm gelten, so ist es ganz natürlich, daß eben sie im Besitze des National - Braugeheimniffes sind. In der That ließe es sich sonst auch gar nicht natürlich erklären, warum gerade Bayern und nur Bayern im Besitz des besten Bieres ist. Wandert von Culmbach bis Tölz, von Aschaffenburg bis Paffau, überall, allüberall das köstlichste Bier.' Und ringsum in den nächsten Gränzländern, namentlich in Oberösterreich, Böhmen, Thüringen, Schwaben, behält das Bier noch einen Nachgeschmack des bayerischen, aber je weiter von Bayern entfernt, desto schlechter wird es. Schon dadurch widerlegt sich die gemeine Annahme, das Wasser bedinge die Vortrefflichkeit des bayerischen Bieres. Wie verschieden muß das Wasser sein im Rhön- und Fichtelgebirge, im fetten Mainthale, auf dem dürren fränkischen Landrücken, in den Moosgründen und auf den Alpenhöhen Bayerns, und dennoch überall vortreffliches Bier! Wie prosaisch ist auch die Annahme, das Wasser wirke das bayerische Bierwunder.' Nein, der ureigene deutsche Geist braut den geheimnißvollen Zauber dieses Getränkes. Wahrlich eine Erscheinung, die auf einer der nächsten Germanisten-Versammlungen reiflich erwogen werden sollte. Selbst in den Franzosen wird das germanische Element ihres Ursprungs lebendig und sie befreunden sich von Jahr zu Jahr eiftiger mit deutscher Philosophie und bayerischem Bier. Wenn aber Börne im Jahr 1832 aus Paris schrieb, ein Münchener Bierbrauer gienge mit König Otto nach Griechenland, um dort bayerisches Bier einzuführen, so beweist diese Stelle eben nur, daß der sonst so vortreffliche Börne nicht rein germanischer Race war. In ihren Wäldern haben die Deutschen auch das Bier erfunden und wir haben nur die Erfindung unserer Vorfahren cultivirt. Die alten Deutschen tranken viel Bier, ja sie tranken ihr Bier aus den Schädeln ihrer Feinde. Was Diejenigen betrifft, welche behaupten, das Bier verstumme und verdumme den Geist, so wird sie durch die Geschichte des deutschen Geistes widerlegt. Das deutsche Volk ist das Biervolk Europa'«, aber ist zugleich das Volk der scharfsinnigsten Gelehrsamkeit, der kühnsten Philosophie, der idealsten Poesie. Schiller trank in der Periode seiner genialsten Schöpferkraft täglich seine Flasche Bier. Jean Paul war ein großer Biertrinker, und wer ubertrifft ihn an Witz, Humor, Phantasie? Als Goethe in seiner Jugend noch gern Merseburger Bier trank, da war er voll Leidenschaft, da schrieb er „Weither und Götz", da dachte er seinen Faust." Später trank er nur Burgunder und versank dennoch in anrik-marmorne Kälte. Und wer bildet denn den gewecktesten, fröhlichsten, freisinnigsten, muthigsten Theil unseres Volkes? Sind es nicht die Studenten? Und sind sie nicht rastlose Biervertilger? Daß sie später so häufig flaue Philister werden, daran »st nicht das Bier, sondern der Mangel an Bier schuld. Drum bleibe unser deutsches Bier in Ehren, und München freue sich, die Metropole der deutschen Braukunde zu sein. Das berühmteste Münchener Bier ist bekanntlich der Bock. Dieser Bock aber ist nichts Anderes, als das veredelte, altberühmte Eimbecker Bier. Wir glauben, diese Bierabhandlung nicht würdiger schließen zu können, als wenn wir ein Bierlied mittheilen, womit ein österreichischer Dichter die leider noch ziemlich arme Bierpoesie bereiche«. Bierlied. Es lebe Die Rebe, Es lebe der Wein! So hör' ich Euch schrei'». O schämt Euch, Gernianen, Und denket der Ahne»! Bei allen Walhallen! Sie tranken ja Bier Und schlürsten'S mit Gier Aus römischem Schädel Und nannte» es edel. Die Tropfen Aus Hopfen Und duftendem Malz' Sind attisches Salz, Entheisern die Kehle Uno kläre» di« Seele. Nach Währung Verftärung! Nach Kämpfen der Sieg Und Friede nach Krieg! 3a, bräunliche Klarheit Gleichst männlicher Wahrheit! Schön Zwitter Von bitter, Süß, herb« und mild: Vom Leben ein Bild! Dein perlende« Schäumen Von menschlichen Träumen. Bist Paarung Von Nahrung Und flammendem Geist, Die tränket und speist; Die Flamme gebührend Und sie auch ernährend. Der flücht'gen. Der »icht'gen Begeist'rung vom Wein, Laßt Schwärmer sich, srenn. Auf, zeigt Euch als Kenner, Trinkt Bier nur ihr Männer! Wegen des Festtages Christi Himmelfahrt können Einrückungen in die nächste Nummer dieses Blattes nur bis Mittwoch ZKittag angenommen werden. Verantwortlicher Redakteur: I. Otteni. — Druck und Verlag der I. Okteni'schen Buchdruckerei.