Der HrtenauerHLote. Amtliches Verkündigungsblatt für den Kreis Ojfenburg frwle für dar Bezirksamt und Amtsgericht Offeubiirg. Ers-emt täglich mit rlu-na-mc MoataaS und kostet vierteljährlich in Offenburg 1 Mark 70 Mennig, durch die Post bezogen du ganzen deutschen Postgebtet 1 Mark 90 Pfennig — Einrückungsgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 12 Pfennig. Nro. 141, Offeuburg, Mittwoch den 19. Juni 1878. Politische Rundschau. Karlsruhe, 17. .Juni. (B.L) Oberstaatsanwalt Kiefer von Mannheim war als Mitglied des Vorstandes der nationalliberalen Partei in dem soeben aufgelösten Reichstage auf Sonntag den 16. d. M. nach Berlin zum ersten Zusammentritte des Zentral-Wahlausschufses der Partei eingeladen, aber außer Stande dieser Einladung nachzukommen, da er als Mitglied der Justizkommisston der 2 Kammer bei den umfassenden und nicht länger aufzuschiebenden Arbeiten zur Vorbereitung des Eintrittes der Reichsjustizgesetze seit dem 3. d. M. beschäftigt ist. Wie wir vernehmen, wird in nächster Zeit der Landesausschuß der nationalen und liberalen Partei in Baden berufen und von ihm die Einleitung zur Vorbereitung der Reichstagswahlen ergriffen werden. Stuttgart, 16. Juni. Die Stuttgarter deutschkonservative Partei hat eine Eingabe an den König gerichtet mit der Bitte, die Regierung möge die bestehenden Gesetze schärfer gegen die Sozialdemokratie an wenden, als dies bisher geschehen sei, und daS Beispiel anderer Staaten diesbezüglich vachahmen. Die Eingabe wird morgen in einem Stuttgarter Blatte veröffentlicht werden. Mainz, 14. Juni. (F.J) Der angeblich wegen eines Formfehlers verbotenen Versammlung am Samstag ließen die Sozialdemokraten vorgestern Abend eine solche folgen, welche ein großes stark ultramontan durchsetztes Publikum angezogen hatte und streng (von zwei Poltzei- Kommiffären und zahlreichem Sicherheits-Personal) überwacht war. Es traten nur zwei Redner auf, welche über die Ziele der sozialdemokratischen Bestrebungen und die Stellung zu den Ereignissen der jüngsten Vergangenheit sprachen. Bemerkenswerth waren die Parallelen, welche ein Redner zwischen der Lage der Kirche und dm in Aussicht stehenden Beschränkungen der sozialdemokratischen Bestrebungen zog. Demonstrativer Beifall des Publikums folgte denselben. Diesen Vorgängen sind Befehle des Gouverne. Hans Sachs. (Schluß.) Die Gedichte und Festspiele, welche Hans Sachs für seine Schule in ungemein großer Anzahl lieferte, besaßen meistentheils einen moralischen Grundgedanken, der in der Weise des späteren, vielgepflegten Lehrgedichts verarbeitet war. Sie erging sich über Nutzen und Segen der Arbeit, über die Tugenden des Bürgers, über die Laster in der Welt, über Heuchler und Ränkeschmiede. Juristen und Schreiber an den Höfen der Fürsten überschüttete er mit seinem Spott und Zorn; er ließ auch den Teufel unter sie fahren und ebenso trat der leibhaftige Tod in seinen Schwänken und Fastnachtsspielen auf. Durchweg hausbacken, charaktertstrt sich dieses nürnberger Meistersingers Poesie nach den bekannten Versen: Hans Sachs war ein Schuhmacher und Poet dazu. Aber sie muß bei dem Mangel einer deutschen Nationalliteratur um seine Zeit namentlich in kulturgeschichtlichem Sinne hoch in Anschlag gebracht werden. Aus Hans Sachs sprach das schöne, volle Selbstbewußtsein des deutschen ReichsbürgerS, der deutsche VolkShumor, die moralische Gesinnung und Sittlichkett, welche damals das gewerbliche, öffentliche und häusliche Leben des ehrensesten deutschen Bürgers durchzog und geradezu die ments gefolgt, welche den Angehörigen der Garnison das Betreten der von den Sozialdemokraten besuchten Lokale bei strengen Strafen verbieten. Hannover, 14. Juni. Vom Generalkommando des 10. Armeekorps geht dem „Berl. Tagebl." folgende Zuschrift zu: „Mehrere Zeitungen brachten kürzlich eine dem Berliner Tageblatt entnommene Korrespondenz aus Oldenburg, in welcher ein an sich gänzlich unbedeutendes Vor- kommniß während des letzten Sonntags-Gottesdienstes in der dortigen Garnisonskirche einer im stärksten Maße übertriebenen Darstellung und einer durchaus unrichtigen Deutung unterzogen worden ist. Die angestellten dienstlichen Ermittelungen haben als thatsächlich richtig nur ergeben, daß ein Infanterist wegen plötzlich eingetretenen Unwohlseins die Kirche während des Gottesdienstes verlaffen mußte und daß zwei Dragoner anläßlich dieses Umstandes laut mit einander gesprochen haben. Die betr. beiden Dragoner sind hierfür zur Verantwortung gezogen worden." Elberfeld, 16. Juni. Die „Elberf. Zitung" meldet: Der sozialdemokratische Agitator Haffel- mann ist Samstag Abends in Barmen wegen Vergehens gegen die öffentliche Ordnung verhaftet und ii?s Elberfllder Arresthaus abgeführt worden. Berlin, 16. Juni. Die morgige zweite Kongreßsitzung findet um 2 Uhr statt. Gortschakoff hat ein leichtes Magenübel; man erwartet trotzdem sein Erscheinen in morgiger Sitzung; eine etwaige Verhinderung würde jedoch bei Anwesenheit der beiden anderen Vertreter Rußlands keinen Sitzungsaufschub herbeiführen. Gestern verhandelte Bit mar ck mit Beaconsfield und Salisbury. Wim, 17. Juni. Unterhaus. Fürst Auersperg beantwortete die Anfrage Betreffs der Ermordung dalmatinischer Türken; die Regierung that die kräftigsten Schritte zur Erlangung voller Genugthuung. Das Haus nahm in dritter Lesung das Einführungsgesetz zu den Ausgleichs- Grundlaqe eines neuen, zur freiheitlichen Volksentwickelung aussteigenden Zeitalters bildete, dem die Reformation die Thore aufschlug. Diese Reformation gab das Wort für längst im selbstdenkenden, gebildeteren Bür- gerlhum Deutschlands vorhandene und gäbrende Ideen und datier das augenblicklich um sich greifende Feuer, als Martin Luther seine Sprühfunken in den Zunder der verrotteten Kirchlichkeit warf. Hans Sachsens vorher gemachte Gedichte laffen schon in dem Spott und schalkhaften Witzen den empfänglichen Geist für die Umwälzung, die Luther bewirkte, errathen, und wie Alb- recht Dürer, ein anderer großer Nürnberger und Zett- genoffe, mit seinem Stift die Reformation sogleich in die deutsche Kunst und Kunstwelt zu übertragen wußte, so hat Hans Sachs mit seinen Gedichten und Schritten den Geist und die Lehre Luthers populär gemacht, nicht bloß in Nürnberg, so nd ern in ganz Deulschland. Außerordentlich wurde in dieser Bestehung sein Einfluß und es reibt ihn derselbe unmittelbar den eigentlichen Reformatoren an; er brach ihnen in Wahrheit Gaffen. Wie in Nürnbergs Bürgerschaft überhaupt die neue Lehre allgemeine Zustimmung und den eifrigsten Anhang, selbst bei der Geistlichkeit fand, so ward der Feuergeist des Nürnberger Meistersingers von dem Umschwung mächtig ergriffen und predigte ihn in beredter Zunge. Sein Gedicht: „Die Wittenbergisch Nachtigal, die man jetzt höret überall,' erschien im Jahre 1523 und verbreitete sich schnell über ganz Deutschland, gab ihm den gesetzen an, womit letztere vom Unterhause vollständig erledigt sind. Ragusa, 15. Juni. Zwischen Türken und Montenegrinern ist es heute zu offenen Feindseligkeiten gekommen; man hat sich den ganzen Tan geschlagen. Einzelheiten fehlen noch. Ragusa, 17. Juni. Die Montenegriner geben an, bet dem letzten Zusammenstöße mit den Türken, welcher durch Grenzverletzung hervorgerufen worden sei, 60 Albanesen gefangen zu haben. Petersburg, 15. Juni. Eine heute siattge- habte Versammlung hier ansässiger Angehörigen des deutschen Reiches beschloß, an die deutschen Kolonien aller Erdthcile einen Ausruf zu richten, dieselben möchten als Liebesbeweis für den deutschen Kaiser einen großen Grundstock sammeln, Behufs Ersetzung des Verlustes des Großen Kurfürsten oder zu einem ähnlichen, durch den Kaiser zu bestimmenden Zwecke. AuS Schwyz. (Ein gefoppter Bundesrath.) Der Anzeiger erzählt mit großem Behagen: Der böse Redaktör der „Schwyzer Ztg." kam auf den Einfall, ob der Bundesrath, der gegenüber den schmachvollen Verletzungen der Bundesverfassung ia Bern und Genf den Siebenschläfer spielt, nicht zum Erwachen zu bringen sei, wenn man ihm einen „Jesuiten" zeigt. Da kein „leibhaftiger" zu haben war, so druckte die „Schwyzer Ztg." eine Extra-Auflage von fünf Exemplaren und brachte darin die Notiz, eS werde auf letzten Freitag von drei Jesuiten aus Feldkirch, die aber alle schon seit Jahren todt sind, eine — Mission gehalten! Diese Extra- Nummern wurden an die Bundesräthe Schenk und Anderwerth abresstrt. Kaum dort angelangt, war auch schon „Wirkung erfolgt." Freitag Morgens kam eine Depesche vom Bundesrath an die Schwyzer Regierung mit der Weisung, die in der „Schwyzer Ztg." angekändig- ten Jesuiten - Vorträge zu verbieten. Auf dem Rathhause in Schwyz herrschte natürlich große Verblüffung, da man weder in der „Schwyzer Ztg." so etwas gelesen hatte, noch von Missionen der Jesuiten etwas wußte. Man war auch ersten Ruhm außerhalb seiner Sangschule und war der Anfang einer tapferen, besonnenen, hoch verdienstvollen Verthetdigung derjenigen Sache, welche die einer neuen Kultur geworden ist. Hans Sachs erkannte dies gleich von Begtnnn der Bewegung an und mit seinem gesunden, klaren Geist gab er ihr das rechte Wort für die Massen, die populäre Poesie, welche die Ideen der Reformation schnell in die Kreise deS schlichten Bürgers trug. Daher erkannte, wie Luther in ihm den werthvollen Bundesgenossen, so die katholische Partei in ihm einen der gefährlichsten Feinde. Auch im Nürnberger Rath war dieselbe noch stark vertreten und die römisch-päpstlich bleibende Geistlichkeit steckte sich dahinter, um durch ihr Hetzen erfolgreiche Maßregeln gegen den kühnen poetischen Schuster zu bewirken. ES kamen offene Angriffe gegen ihn, Verspottungen und Anspielungen solcher Art, wie Apelles den seine Bilder krittstrenden Schuster auf den Leisten verwies. Hans Sachs bot diesen Angriffe» nicht minder muthig die Stirn. In einer Flugschrift: „Disputation zwischen einem Chor- Herrn und Schuhmacher, darinn das Wort Gottes und ein recht christlich Wesen verfochten wärt," sagte er unter Anderm: , „Es thut euch and, das auch der Schuster das rott pttet (rothe Kardinalskleid) gefchmächt hat; laßt euch« nicht wundern, wann im alten Gesetz hat Gott die Hvrtten sein Wort lassen verkünden, also auch yez müssen mvrms- bald in der Lage, dem h. Bundesrath alsdann die Beruhigung verschaffen zu können, er sei zweifellos von einem losen Vogel mystifizirt (d. h. für Narren gehalten) worden. (!) Rom, 13. Juni. (D. Z.) Die Vertreter Griechenlands haben den Kabineten der Großmächte eine Denkschrift überreicht, in welcher Epirus und das Küstenland des Aegäischen Meeres bis zum Berge Athos, Salonichi natürlich inbegriffen, sodann die Inseln Kreta, Rhodos, Samos und Chkos für Griechenland in Anspruch genommen werden. Die Denkschrift versucht den Glauben zu erwecken, als wenn dieser Gebietserweiterung im vorhinein die Zustimmung Englands gesichert wäre, woran jedoch in hiesigen diplomatischen Kreisen gezweifelt wird. Rom, 15. Juni. Die „Nuova antologia" veröffentlicht einen Artikel Luzzati's, welcher den über den italienisch-französischen Handelsvertrag in der Versailler Kammer erstatteten Bericht widerlegt und unter Anführung von Thatsachen und Erfahrungen, welche sich während der von ihm geführten Unterhandlungen ergeben haben, den Nachweis führt, daß das Vorgehen Frankreichs keineswegs zu rechtfertigen sei. Paris, 16. Arni. Die Agence Havas meldet: Eine Nachricht aus Ragusa von heute Abend 6 Uhr spricht gar nicht von einem Kampfe zwischen Türken und Montenegrinern und sagt blos: Alle Führer der Aufständischen aus der Herzegowina sind heute in Ecttinje versammelt und zwar auf Einladung Montenegros. Der Grund ist unbekannt. Die Montenegriner befestigen sich eifrig gegen Albanien. London, 15. Juni. Man hält die formulirte Verständigung zwischen England und Rußland, wie sie der „Globe" im Anschluffe an seine vormonatliche Mittheilung bringt, zwar nicht für absolut korrekt, meint aber doch, daß sie im Wesentlichen richtig sei. Rückstchtlich des zweiten Schriftstückes fällt es einigermaßen auf, daß f daffelbe in der Mehrzahl seiner Punkte nichts enthält als den Vorbehalt, einzelne Fragen, wie die administrative Organisation der beiden bulgarischen Provinzen, die Besetzung Rumäniens rind den Durchmarsch russischer Truppen, den Ramm der südlichen Provinz, die Donau-Schifffahrt, die Meerengen-Frage zu diskutiren, während doch ganz offen erklärt ist, daß der ge- sammte Vertrag von San Stefano frei zur Diskussion gestellt sei. Telegraphische Nachrichten. Berlin, 16. Juni. Eine von Sozialdemokraten einberufene Versammlung wurde verboten. Die zahlreich Versammelten nahmen von dem Verbot Kenntniß, nicht ohne ihrer verbissenen Wuth Luft zu machen. Der Haufe zog dann zu dem nebenanliegenden Lokal „Zelt Nr. 3" hinüber. Aber hier erklärte der Wirth, „daß er nicht gewillt sei, jetzt Bier zu verschenken." Die Polizei benahm sich den Massen gegenüber ebenso energisch als taktvoll. Berlin, 18. Juni. Vormittags 10 Uhr. Sowohl in der Heilung der Wunden, als auch in dem Kräftezustand Sr.'Maj. des Kaisers ist wiederum ein ganz erfreulicher Fortschritt zu verzeichnen. (gez.) v. Lauer, v. Langenbeck. Wilms. Vermischte Nachrichten. ■Sfc Offenburg, 18. Juni. Gestern Abend erstattete Hr. Inspektor Scholl, von Bonn zurückgekehrt, in der altkath. Versammlung im Saale zur neuen Pfalz ausführlichen Bericht über die letzte Sh-iode, welcher er als Vertreter der hiesigen Gemeinde beigewohnt. Man konnte aus seinen Schilderungen entnehmen, wie bedeutende und lebhafte Verhandlungen es da gab. Die Ergebnifle errecen große Befriedigung und dem Vertreter der Gemeinde wurde für seine Mitwirkung und Berichterstattung reichliche Dank- bczeugung. — Nach dem Kehler Rheinboten soll Hr. E. Durain in Kehl von demokratischer Seite als Kandidat für die Reichstagswahl in Aussicht genommen sein. * Offenburg, 11. Juni. In der heutigen Strafkammersihung wurden folgende Fälle verhandelt: 1) Der 64 Jahre alte verheirathete Ziegler Michael Müller von Kork hat am 24. Februar d. I. Nachts nach 10 Uhr in Kork in der Nähe des Bahnhofes den Michael Veidt 4. von da durch zwei Messerstiche vorsätzlich an der Gesundheit beschädigt und wurde deßhalb zu einer Gefängnißstrafe von 1 Jahr verurtheilt. Auch wurde auf Einziehung des von Michael Müller bei der That gebrauchten Messers erkannt. — 2) Der 17 Jahre alte ledige Bäcker Heinrich Schmitt von Niederhochstadt hat am 26. Mai d. I. in der Nähe von Marlen die an der Straße hinziehende, dem öffentlichen Nutzen dienende Telegraphenleitung durch Zertrümmerung eines Isolators vorsätzlich beschädigt und wurde deßhalb wegen Sachbeschädigung unter dem Strafmilderungsgrund des jugendlichen Alters zu einer Gefängnißstrafe von 4 Wochen verurtheilt, auch für schuldig erkannt, den verursachten Schaden mit 10 Pf. binnen 8 Tagen bei Vollstreckungsvermtidung an das kaiserliche Postamt Kork zu ersetzen. (Schluß s.) — Achern, 12. Juni. (A. B.) An dem Eisenbahnübergange bet Sasbachried ereignete sich letzten Sonntag früh ein Unglücksfall, der, schwer genug, doch noch schlimmere Folgen hätte nach sich ziehen können. Ein Mann von Sasbachried war im Begriffe, mit einem Wagen Klee, der mit zwei Kühen bespannt war und auf dem ein etwa lOjähriger Knabe saß, nach Hause zu fahren. In der Nähe deS Uebergangs wurden die Kühe scheu und rannten in blinder Wuth, trotz geschlossenem Barren, auf das Schienengelrise in dem Augenblicke, da ein Personenzug daherbrauste. Der Zug erfaßte das Fuhrwerk, zermalmte den Wagen und schleuderte den Knaben so unglücklich bei Seite, daß er schwer verletzt nach Hause getragen werden mußte. Eine Kuh erhielt ebenfalls nicht unerhebliche Verletzungen. — Vom Kaiserstuhl, II. Juni. (Kr. Z.) Die Reben haben sich in den letzten Tagen sehr nachgeholt; man trifft hie und da schon blühende Samen. Die Kir schm ernte fällt sehr gering aus ; ebenso fehlen Zwetschgen und Birnen beinahe gänzlich, während die Aepfelbäume größtentheils noch reichlich mit Früchten versehen sind. — Freiburg, 17. Juni. (8.8.) Die Gemäldeausstellung des rheinischen Kunstvereins hat seit Anfang dieses Monats im Kaifersaale des Kaufhauses dahier begonnen. Dieselbe zählt etwa 200 Bilder, darunter 40 von bad. Künstlern. — Konstanz, 14. Juni. (Schwurgericht.) Karl Meyer von Wolfenweiler, Bahnexpeditor in Oberlavchringen, steht vor den Schranken, angeklagt der Unterschlagung von 1556 M. im Ganzen zum Schaden der ihm anvertrauten Bahnkasse und Fälschung im Amte. Wahrspruch: Schuldig unter Gewährung mildernder Umstände. Urtheil: 2 Jahre Gefängniß weniger 2 Monate Untersuchungshaft und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für dieselbe Dauer. — Heidelberg, 13. Juni. (0.8.) In den letzten Tagen ist Oberrechnungsrath Killy, der sich seit Anfang der 50er Jahre hier aufhielt, theils noch als aktiver Amtsrevisor, theils aber im wohlverdienten Ruhestande, in Baden gestorben, wohin er sich jeden Hochsommer begab, um die dortigen Bäder zu benutzen. Er war eine der bejahrtesten Persönlichkeiten in hiesiger Stadt und hatte das 85ste Lebensjahr erreicht. Früher war er theils in Villingen (so viel unbekannt, seinem Heimathsorte), theils in Offenburg angestellt. — Philippsburg, 15. Juni. (8.8) Gestern Nachmittag wurde dahier ein aus Hochstetten gebürtiger und dort ansässiger lediger Bäckermeister Firnis durch den Gendarmen Schnepf von Graben wegen grober Majestätsbeleidigung verhaftet und an das großh. Amtsgericht Karlsruhe abgeliefert. — Mosbach, 13. Juni. (8. N.) Diese» Morgen, nachdem der erste Zug abwärts gegangen, wurde auf der Eisenbahnbrücke Neckarelz ein Mann, wahrscheinlich dem Arbeiterstande angehörend, auf dem Geleise todt vorgefunden; aller Wahrscheinlichkeit nach liegt ein Selbstmord vor. — Dresden, 9. Juni. In dem gewerb- st.ißigen Städtchen Roßwein ist ein großartiger Betrug und Unterschleif an den Tag gekommen, welchen die Leiter des dortigen Vorschußvereins begangen und Jahre lang durch falsche Bilanzen und Vorspiegelungen glänzender Zustände zu verdecken gewußt hatten. Es soll sich dabei um eia Defizit von 2,135,000 M. handeln, wodurch ein großer Thetl der Mitglieder des Vereins in die traurigste Lage versetzt wird. Das königl. Gerichtsamt hat den Konkurs eröffnet. — Stuttgart, 17. Juni. Der um die deutsche Alterthumsforschung hochverdiente Finanzrath Dr. Paulus ist ?6jährig gestern an einem Schlaganfall gestorben. (euch phariseyer) die Schuster lernen; ja es werden ewch noch die stein in die oren schreien." Die katholische Nürnberger RatbSpartei brachte es auch dahin, daß ihm Verweise zu Theil wurden. Als er zu den im Kartbäuserkloster und auf der Rathsbtb- ltothek im Jahre 1527 aufgefundenen alten Gemälden zur Freude Albrecht Dürer's und der protestantisch gesinnten Bürgerschaft Verslein gemacht halte, in denen er den Untergang deS Papstthums prophezeite, verord- nete auf Andrängen jener päpstlich Gesinnten der hochwohlweise Rrih: „Er solle seines Handwerks und SchuhmachenS warten, stch auch enthalten, einig« Büchlein oder Neimen hinfüro ausgehen zu lassen." Aber Hans Sachs kümmerte sich wenig darum und der Rath selber, nachdem er einmal der Form genügt, legte dem berühmten Meistersinger nichts weiter in den Weg. Dieser fuhr fort dem Papstthum zu Leibe zu gehen, kräftige Verse zu Ehren der Reformation zu machen und gar manches kernige fromme Aed im neuen, lutherischen Geiste, von denen stch noch heute in den protestantischen Gesangbüchern finden, darunter obenan: „Warum betrübst du dich, mein Herz." Von der poetischen Fruchtbarkeit Hans Sachsens kann man stch einen Begriff machen, wenn man vernimmt, daß, als er im Jahre 1567 eine Zählung seiner Rie- dersLriften veranstaltete, er nicht weniger als 4275 Meistergesänge vorfand, die er verfaßt hatte. Die meisten davon waren von ihm, als Gelegenheitsgedichte und nur für den engeren Kreis der Mtnnefängerzunft bestimmt, gar nicht tn den Druck gegeben worden. Sie befanden stch aber in den 16 Meistergesangbüchern, die er während 18 Jahren geschrieben. In Druck legte er nur seine besseren und von allgemeinem Inhalt; der erste Band solcher gesammelten Gedichte erschien erst 1553, ein zweiter 1560, ein dritter das Jahr darauf. Zwei fernere Bände wurden erst nach seinem Tode veröffentlicht. Mit frischem Geist und Herzen dichtete er bis in sein Greisenalter hinauf. Er hatte stch, nachdem seine erste Frau im Jahr 1560 gestorben, noch einmal, obwohl schon nahe den Siebzigern, die Liebe eine« hübschen Weibes ersungen und sich mit demselben 1561 wirklich wieder verheirathet. Mit einer jugendfeurigen Leidenschaft ließ er seine Minnesängerharfe ihr zu Ehren erklingen und in einem Gedicht pries er beredsam die Holdseligkeit der Erscheinung seiner Barbara Harscherin. Es ist freilich auch zu beachten, daß er einen Kopf von seltener Schönheit besaß mit einem dichten, langen, weißen, gekräuselten Bart und großen, seelenvollen blauen Augen. Ein wahres Apostelgestcht, um dessen willen man ihn lieben und verehren konnte. Auch war er nach dem Tode seiner Frau völlig vereinsamt in seinem Hause; allen sieben Kindern, die ihm geboren worden waren, hatte er inS Grab sehen muffen und nur vier Enkel hatte ihm seine älteste Tochter hinter- lassen. So ward ihm die zweite Frau die liebevolle Pflegerin seines Alters, der er nur zu sehr bedurfte. Den bald schon kamen die Gebrechen über ihn, der Geist wurde matt, seit dem Jahr- 1569 schrieb er nicht« mehr. Er verlor mehr und mehr auch das Gehör, und der ehrwürdige Greis wurde völlig kindisch, wenn er mit Menschen in Verkehr kam. Zu Hause aber saß er stundenlang hinter dem eichenen Tisch auf feinem Sorgenstuhl und las in der Bibel, bis ihm der Tod» den er in allen seinen Schwänken und Schauspielen stets mit großem Respekt behandelt hatte, als letzter Freund sanft die Augen schloß. Er war nahezu 81 Jahre alt geworden. Im Jahre 1876 feierte Nürnberg mit gerechtem Stolz auf diesen besten seiner Bürger seinen dreihundertjähri- gen Todestag durch die Einweihung seines Denkmal. — Berlin. (FranzösischesEhrengeschenk. A.Z.) Dem Führer deS deutschen Schiffes Andreas Rickmers, Kapitän E. A. Friedricks, ist, in Anerkennung der dem französischen Schiffe Carnet bei dessen Strandung am 23. Nov. v. I. gelasteten Hilfe, von der französischen Regierung ein Marine-DoppelglaS als Ehrengeschenk verliehen worden. Auflösung des RäthselS i« Nr. 137 r Betrag und Betrug. Bekanntmachungen. 1 Nro. 17,779. Auf Grund des § 1080 P O. ■wirb erkannt, daß das Vermögen der Ehefrau res Tobias Lienhard von Zunsweier, Katharina geb. Walter, von dem ihres Ehemannes abzusondern fei. Offenburg, den 15. Juni 1878. Großh. Amtsgericht. 8668._ Junghanns. __ Nro. 17,791. Etwaige Schuldner des Tobias Lienhard von Zunsweier, gegen welchen Gant eröffnet ist, werden aufgesordert bei Vermeidung nochmaliger Haftbarkeit nur an den Masse- Pfleger Altwaisenrichter Wörter von da Zahlung zu leisten. Offcnburg, den 15. Juni 1878. Großh. Amtsgericht. 8867. _ Junghanns. _ Erbvorladung. 3644.2.1. Josef Beschert, geboren am 18. Juli 1852 zu Appenweier , welcher nach 'Amerika entwichen und besten Aufenthalt unbekannt ist, wird zur Verlaffenschafrsverhandlung auf das am 1. d. M. erfolgte Ableben seines Vaters Josef Boschert, Schuster von Appenweier, mit Frist von drei Monaten. von heute an, unter dem Anfügen vorgeladcn, daß bei seinem AüMeiben die Erbschaft den übrigen Kindern wird zNgetheilt werden. Offenburg, den 15. Juni 1878. Der Großh. Notar: _ A. Leiber. _ Straßensperre. 3674.2.1. Wegen Neubau der Stangenbachbrücke ist die Straße von Urloffen nach Odelshofen vom 17. bis 31. Juni abgesperrt. Urloffen, den 16. Juni 1878. Das Bürgermeisteramt. _ Schneider._ Großh. -ad. Staatseisenbahnen. Dienstag den 25. Juni d. I., Nachmittags 2 Uhr, werden auf dem Bahnhore zu Lahr ca. 130 Stück ölte Schwellen und ca. 50 Stück Schienen, sowie etwas Abfallholz und Abfalleisen in schicklichen Loosabtheilungen einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt. Die Steigerungsbedingungen werden bei der Steigerungsverhandlung an Ort und Stelle bekannt gegeben. 3679.3.1. Ofienburg, den 17. Juni 1878. Der Großh. Bezirks-Bahn-Jngenieur. Großh. -ad. Staatseisen-ahnen. 3670.3.1. Die Arbeiten zur Vergrößerung des Stationsgebäudes in Legelshurst und Erbauung -eines neuen Oekonomiegebäudes sollen im Sub- missionSweg vergeben werden. Dieselben sind veranschlagt: Stationsgebäude: 1) Grab- und Maurerarbeit . 1866 M. 2) Steinhauerarbeit 143 „ 3) Verputzarbeit 372 „ 4) Zimmerarbeit . 1853 „ 5) Schreinerarbeit . 918 „ 6) Glaserarbeit 824 „ 7) Schlofferarbeit . 413 „ 8) Blechnerarbeit . 274 „ 9) Tünchncrarbcit . 371 „ 10) Tapezierarbeit . 59 .. zusammen Y088 M. Oekonomiegebäude: I) Grab- und Maurerarbeit . 724 M. 2) Steinhauerarbeit 184 „ 8) Zimmerarbeit . 574 „ 4) Glaserarbeit 10 „ 5) Schlofferarbeit . . 50 „ 6) Blechnerarbeit . 84 , r 7) Anstreicherarbeit 104 „ zusammen 17a0 ’M. Die Submisstonsverhandlung findet Montag de« 1 Juli d. I., Dorm. IO Uhr, auf dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten statt, woselbst auch Pläne, Voranschlag und Bedingungen eingesehen werden können. Lusttragende Ueberaehmer wollen bis zu genannter Zeit die nach Prozenten des Voranschlags lautenden Angebote auf die Gesammt- oder Einzeln-Arbeiten für jedes Gebäude schriftlich, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, portofrei an den Unterzeichneten einsenden. Offenbürg, den 16. Juni 1878. Der M oßh . Bezirks-Bahn-Jngenieur. KMükvermiethuirg. 3623.3.3. Freitag den 21. d. M., Vormittags 11 Uhr, werden wir auf unserer Kanzlei die südliche Hülste des gewölbten KellerS unter dem Dövänenverwaltungsgebäude hier auf 6 Jahre, 1. Oktober 1878/84, in öffentlicher Steigerung in Miethe geben, wozu Pachtliebhaber eingeladen werden. Oberkirch, den 13. Juni 1878. Großh. Domünenverwaltung. _ Böckh. _ Grasversteigerung. 3645.2.2. Am Freitag den 2 t. d. M werden von den ärartschen Wiesen der Gemarkung Reichenbach die Grasloose Nr. 26 Kirchbauern- wiese, 29 Bächles Hausplatz, 49 bis mit 58, früher Riehle'iche Wiesen, zus. 5 Hectare nochmals öffentlich versteigert. Zusammenkunft Vorm. 9 Uhr im Wirthshause zu Hakgerach. Gcngenbach, den 16. Juni 1878. Großh. Bezirksforstei. __ Schweickhard. _ Steigerungs-Bekanntmachung. 8681. In Folge richterlicher Verfügung werden dem Bernhard Henn von Neffelried am Freitag den 21. d. M., Nachm. 4 Uhr, beim Rathhause daselbst I Rind ca. 1 Jahr alt, 1 Taschen- und 1 Wanduhr und 1 Trog öffentlich gegen gleich baare Bezahlung versteigert. Offenburg, den 17. Juni 1878. _ Steiger, Gerichtsvollzieher. Durbach. Holz-, Heu- und Oehmtgras- Bersteigeruug. 3610.2.2. Samstag den 22. d. Mts. werden aus den Hosgütern des Hrn. Baron v. Bussierre im Durbacher Thal Morgens 9 Uhr anfangend: 24 Ster buchenes und eichenes Prügelholz, 4 „ forlenes Prügelholz, 200 buchene Wellen, 2600 gemischte „ 1000 Kastanien-Rebstecken, 32 Gerüst- und Wagnerstangen, sowie Mittags 1 Uhr: Der diesjährige Heu- und Oehmtgraserwachs von beiden Höfen unter den ßüheren Bedingungen in den seitherigen üblichen Loosabtheilungen öffentlich versteigert. Die Zusammenkunft ist jeweils beim Wohnhaus des untern Hauses (Hohberg). Die Bürgermeisterämter Durbach, Ebersweier, Neffelried, Windschläg, Bohlsbach, Rammersweier und Ortenberg werden ersucht, Vorstehendes irr ihren Gemeinden verkünden zu lassen und Bescheinigung über die geschehene Bekanntmachung sowie die Geböhrenzettel dem Unterzeichneten gefälligst zuzustellcn. Schloß Ortenberg, den 13. Juni 1878. _ Gutsverwaltung: Himmelsbach. II. Gantliegenfchastsversteigerung. 8458. In Folge richterlicher Verfügung werden aus der Gautmaffe des Christof Otto von Kehl Dorf am Donnerstag den 27. Juni d. I., früh 10 Uhr, im Rathhaus alldort nachbeschriebene Liegenschaften, auf welche heute kein Angebot erfolgte, nochmals mit dem Bemerken einer öffentliche« II. Versteigerung ausgesetzt, daß nunmehr der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis auch nicht erreicht wird: I. Zu Kehl Dorf gelegen: Lb.-Nr. 40: Ein zweistöckiges Wohnhaus mit Balkenkeller und zweistöckiger Waschküche, einstöckiger Remise, Stall und Schopf, mit 12 Ar 91,5 Meter Hof- raithe und Garten in Dorf Kehl, an der Landstraße gelegen, neben Georg Voll, Wagner, und der Dorfaasfe, taxirt zu . . 31000 M. II. Zu Sundheim gelegen: Lb.-Nr. 1473: Ein einstöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stallung und Schopf, nebst einstöckigem Brennofen und Trockenschopf mit 1 Hektar 2 Ar 78 Meter Gelände, als: 33 Ar 2 l Meter Hofraithe, 19 „ 80 „ Garten, 41 „ 40 „ Acker, 6 „ 80 „ Wiesen und 2 „ 7 „ Weg. Das ganze Anwesen, oberhalb Sundheim bei Kehl Dorf an der Landstraße gelegen, neben einem Feldgraben und Gemeindegut, taxirt zu 18000 M. Sa. 49000 M. Neunundvierzigtausend Mark. In dem Wohnhaus Lb.-Nr. 40 wird Cnar- renfabrtkation mit Berkaufsladen und in solchem Lb.-Nr. 1473 eine Wirtschaft und Backsteinbrennerei betrieben und eignen sich beide Etablissements zu jedwelchem geschäftlichen Unternehmen. Der Steigfchilling ist mit 1 / 6 tel baar und der Rest in 5 zu 5°/ 0 verzinslichen Jahrestermiueu zu bezahlen. Stadt Kehl, den 27. Mai "1878. Großh. Bad. Notar als Lollstreckungsbeamter: 2.2 _ Welsing er. _ Zwangsversteigerungs-Ankündigung» 8555.3.3. In Folge richterlicher Verfügung werden die zur Gautmaffe der Ciriak Haas'schen Eheleute in Ohlsbach gehörigen nachverzeichneten Liegenschaften Dienstag den 25. Juni d. I., Morgens 9 Uhr, im Rathszimmer zu Ohlsbach öffentlich versteigert und zugrschlagen, wenn der Schätzungspreis oder darüber geboten wird. Beschreibung der Liegenschaften: Ein einstöckiges Wohahaus mit Scheuer, Stall und Schweinställen. Ein Back- und Waschhaus mit Schopf. Ein einstöckiges Leibgedingshaus mit Keller und Stall, sodann aus Garten, Acker, Wiesen, Reben, Wald und Reutfeld bestehend. Das Ganze ein geschlossenes Hofgut von 40 Hektar 2 Ar 72 Meter bildend, in Hinterohlsbach gelegen, ist g-schätzt zu . . M. 27742. Siebenundzwanzig Tausend Siebenhundert Vierzig und zwei Mork. Anstößer des Gutes sind: Alois Börsching, Leopold Fritsch, Lorenz Huber, Georg Jsenmann, Martin Echtle, Michael Killy und Andreas Arm- bruster. Dabei wird bestimmt, daß jeder Steigerer einen annehmbaren Bürgen zu stellen hat; daß fremde Steigerer zur Steigerung nur zugelassen werden, wenn sie sich über ihre Zahlungsfähigkeit ausweisen, und wenn dieselben keinen annehmbaren Bürgen stellen, müssen sie am Kaufschilling . M. 8000 Dreitausend Mark baar beim Zuschlag hinterlegen. Gengenbach, den 20. Mai 1878. Der Gr. Vollstreckungsbeamte. _ Würtz, Notar. _ Wohnung zu vermiethen. 3871. Gerberstraße Nr. 380 ist im untern Stock eine Wohnung, bestehend aus 2 Zimmern, Küche und Zubehörde, aus den 1. Sepibr. zu vermiethen. Offenburg. Zähringer-Hof. Donnerstag den 20. Juni 1878: Militür-Concert, gegeben von der Kapelle des Hess. Futz-Art.-Reg. Nr. 15, Kapellmeister Kneuse _ Anfang Nachmittags 3 Uhr. Eintritt 30 Pf._ 3675.2.1. 2 Mk. 40 Pf. pr. 2. u. 3. Ouartalsmonat. Sur 3 M. 60 Hi. pro Quartal beträgt ein Abonnement auf die I Mk. 20 Pf. pro 3. Ouartalsmonat. „Berliner Leitung" (Alte—Langmann'sche) mit der Gratisbeilage „Deutsches Heim" Postzeitungsliste 2. Nachtrag 584 a. Die „Berliner Zeitung" ist reichhaltig und interessant und dadurch die beliebteste Zeitung der Reichshauptstadt geworden. Die jüngsten sensationellen Begebenheiten wurden von der „Berliner Zeitung" am raschesten, zuverlässigsten und ausführlichsten gebracht. Zur raschen und sichern Information, besonders bei den bevorstehenden Reichstagswahlen rst kein Berliner Blatt bei billigem Preise besser geeignet als die „Berliner Zeitung" (Alte—Langmann'sche). Entschieden freisinnig, unabhängig nach jeder Richtung, bekämpfen wir sowohl die Ausschreitungen der Socialdemokratie als die politische und kirchliche Reaction. Die „Berliner Zeitung" enthält neben Leitartikeln, welche in der letzten Zeit Sensation erregt haben, sämmtliche Depeschen, die vollständigen Parlamentsberichte, eine politische Tagesübersicht, Börsenberichte und Courszettel, einen reichhaltigen lokalen Theil, die interessantesten Nachrichten von Nah und Fern, Gerichtszeitung, und als Specialitäten: Die Liften der preuß., sächs. und braunschw. Lotterie bis zu den kleinsten Gewinne«, (gleich Tags nach der Ziehung), einen Briefkasten in Frage und Antwort, (ein zuverlässiger Rathgeber für alle Fälle des Lebens), die Briefe an den Redacteur, (Besprechungen von Mißständen im öffentlichen Leben), die muthmaßliche Witterung (von einem bedeutenden Astronomen bearbeitet). Das Feuilleton der „Berliner Zeitung" bringt außer Theater-, Kunst- u. Literaturberichte« fortlaufend ausgesucht schöne, anziehende und feffelnde Romane. Neu eintretenden Abonnenten wird der betreffende Roman stets gratis und franco nachgeliefert. Das Gratis-Unterhaltungsblatt „Deutsches Heim" enthält Novellen beliebter Autoren, Erzählungen, Skizzen, Modeberichte, Schach. Räthsel, Rebusse rc. Da ein hiesiges Lokalblatt nach auswärts auch unter dem Titel: „Berliner Zeitung" vertrieben wird, bitten wir dringend, bei Bestellungen genau anzngeben: „Berliner Zeitung" (Alte—Langmann'sche) Preisliste 2. Nachtrag 584s. Expedition SW., Berlin, Zimmerstrasie 94. Zur größeren Bequemlichkeit wolle man sich des nachstehenden Bestellzettels bedienen. An das Kaiserliche Postamt zu.. Der Unterzeichnete abonnirt hiermit auf ein Exemplar „Berliner Zeitung“ (Alte—Langmann'sche.) mit dem Gratis-Unterhaltungsblatt: „Deutsches Heim“ Preisliste des kaiserlichen Postamts 2. Nachtrag 584 a. Ort: Name: 3662.3.1. (Jeder Briefträger nimmt Bestellungen an.) Abtritt- und Wasserlei- tmgsröhren in bester Rheinischer Stetnmaffe empfiehlt zu billigen Preisen die Fabrik-Niederlage von Hofffetter 8 Kunst in Offenburg, gegenüber dem Gäterbahnhose. 3672.8.1. 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Ttefbetrüdt gebe ich Freunde« und Bekannten die Trauernachricht, das es dem Herrn gefallen hat, meine inni geliebte Gattin Marie geb. Fantkn nach kurzem Krankenlager heute Nacht im Alte« von 27 Jahren zu sich zu rufen. Gengenbach, den 18. Juni 1878. C. Hofheinz, Präparandenschulhauvtlehrer. Für !! Bürgermeisterämter! Jmpreffen zu Holzbedarfslisten sind vorräthi in der Buchdruckerei von A. Reiff 8 Cie in Offenburg. Gaste«. Kuttruff, Heinrich, von Donaneschingen, Tgs. 2 Juni, D. 8 U. Neidhart, Athanasius, Wagner von Honstettev A. Engen, Tgf. 22. Juni, B. 8 U. Schlegel, Theodor, Werkmeister von Konstanz Tgf. 27. Inni, B. 8 U. Fritz, Anton, von Halberstung, Gemeinde Sini heim, A. Baden, Tgf. l. Juli, B. 8'/, U Hechinger, Karl, Zigarrenfabrikant von Mahl bcra. A. Ettenbeim. Tal. 1. ffuli. B. 8 Ü Für die Redaktion verantwortlich: A. Re'ff. — Druck und Verlag von A. Reiff « ®ie«j