Der Hrtemuer Amtliches VeMnditzungsbtatt für kn Rreis Ojfenlmrg, sowie für die Bezirksämter und Amtsgerichte Offenbur g und Gengenbach. Erscheint täglich mit Ausnahme Montags, und kostet vierteljährlich in Offsnburg 1 st., für den Landpostbezirk 1 fl. 2 kr., für die übrigen Postbezirke 1 fl. 7 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr. Nro. 5 Offenburg, Freitag den 6. Januar 1871. Politische Rundschau. Offenburg, 4. Jan. Aus München, 30. Dez., werden merkwürdige Stimmen des Reichsraths gemeldet. Die Sitzung der Kammer der Reichs- räthe wurde von dem Präsidenten mit der Mittheilung eröffnet, daß der Vizepräsident Frhr. v. Thüngen, der Fürst Löwenstein-Rosenberg und Frhr. v. Guttenberg wegen wirklicher Krankheit sich entschuldigen, zugleich aber bitten ließen, bekannt zu geben, daß sie im Fall ihrer Anwesenheit für Annahme der Bundesverträge gestimmt haben würdey. Anwesend waren die Prinzen Ludwig und Adalbert, 'die Herzoge Karl Theodor und Ludwig von Baiern und noch 36 Mitglieder der Kammer, darunter der Erzbischof von München, der Bischof von Augsburg, der Frhr. v. Gumppenberg (Schwiegersohn des Prinzen Karl). Die Berathung eröff- neie der Referent v. Neumayr, unter Hinweis auf sein gedrucktes Gutachten, worin die 8$*° aber auch die Nachtheile für Barer»., wenn es dem künftigen Reich beitrete, und ebenso dargelegt sei, daß man sich in einer Zwangslage befinde, gemäß welcher nichts erübrige, als ja zu sagen. Aber wenn auch zum Beitritt gezwungen, werde Baiern doch ein treuer und zuverlässiger Bundesgenosse sein und in der Zuversicht leben, daß die jetzt eS-bedrückende«-Bestimmungen der Verfassung durch eine gedeihliche Entwicklung derselben annehmbar gemacht werden könnten. Darauf sprach Prinz Ludwig und, nach einem historischen Rückblick auf das Verhältniß Baierns zu Deutschland, äußerte er, daß Preußen 1866 im Bunde mit dem Ausland und mit der Revolution Deutschland zerrissen habe. Aber uneingedenk der damals erlittenen Beschädigungen,, nur eingedenk seiner nationalen Pflicht, habe Baiern sich jetzt an Preußens Seite gestellt, welches nunmehr, statt Danks, ihm diesen Vertrag biete. Dennoch muffe man denselben annehmen, nachdem im Juki versäumt worden sei, für die zu leistende Hilfe Bedingungen, z. B. wegen Fortdauer des Zollvereins, zu stellen. Mit der Annahme des Vertrags seien aber zwei Wünsche an die Re- Die Randfchrift eines Königs. Historische Novelle von Nl. Änt. Niendorf. (Fortsetzung.) u »Nein", entgegnete bestimmt die Prinzessin, ich werde noch alle meine Werthsachen versetzen müssen, denn zur Reise gehören flüssige Mittel, das Medaillon sei das erste. „Sie sind mein Diener!" fügte sie neckisch und liebenswürdig hinzu, „und Sie haben nur meine Befehle zu erfüllen." Der entzückte Jüngling konnte darauf nichts Men, unwillkürlich 'aber beugte er sich und führte die Hand der Prinzessin an seinen Mund und preßte einen heißen Kuß darauf. Sie war überrascht und zog heftig zurück; aber sie schalt nicht, sondern wandte sich nur ab rn holder Verwirrung .... Da erscholl Musik aus dem hellerleuchteten Kau«? dxZ Sommer-Salons, dessen Flügel osten standen. Gesangston mit Klavierbegleitung durchklang die Wipfel der Nacht und schlug wre ern elektrischer Funken in die Stimmung zweier jugendlicher Herzen. gierung auszufprcchen; zuerst der nach einer Steuerreform, damit das Volk die vermehrten Lasten leichter tragen könne, und dann, daß beim bevorstehenden Friedensschluß Baiern eine beträchtliche Gebietserweiterung erfahre zum Lohn für seine Anstrengungen und Opfer und auch im deutschen Interesse, denn je mehr Baiern am Rhein betheiligt sei, desto mehr werde es etwaigen Versuchungen widerstehen, ähnlich wie Preußen vor 4 Jahren, im Bund mit dem Ausland den deutschen Bund zu lösen (der Präsident ermahnt hier die Gallerten zur Ruhe). Frhr. v. Frankenstein erklärt, seine Zustimmung zu den Verträgen versagen zu müssen, und gibt hiefür Gründe an, von denen jedoch später der Justizminister v. Lutz äußert, daß es ihm eine „wirkliche Herzstärkung" bereitet habe, von dem einzigen Gegner keine besseren und triftigeren Einwendungen vernommen zu haben. Justizminister v. Lutz widerlegte die vom Referenten und vom Prinzen Ludwig trotz ihrer Zustimmung zum Vertrag erhobenen Bedenken gegen denselben und betonte namentlich, daß, wenn Baiern nicht jetzt den verhältniß- mäßig noch günstigen Vertrag annehme, es 1877, nach Ablauf des Zolloertrags, unter dem Hohngelächter Deutschlands und ohne Bedingungen in den Bund werde eintreten müsien, wie er bis dahin ohne unser Zuthun sich werde gestaltet haben. Minister Graf Bray antwortete auf die von dem Prinzen Ludwig vorgebrachten Wünsche: eine Steuerreform sei schon im Schoße des Ministeriums besprochen worden, und man habe sogar in Versailles daran gedacht, die Bundeslasten nicht dem Grundbesitz aufzubürden, sondern durch Konsumtionssteuern, namentlich bei Tabak, aufzubringen. Auf die Frage einer Gebietserweiterung könne er nicht sich jetzt einlasien, da dieselbe vom Gang der kriegerischen Ereignisse abhängig sei. — München. 3. Jan. (Ällg. Ztg.) Die Abgeordnetenkammer hat mit 82 gegen 68 Stimmen die Beschwerde der pfälzischen Dekane gegen die Ministerialentschließung betreffs Einführung der Kommunalschulen in der Pfalz für begründet erklärt, mit der Bitte an den König um Abhilfe. Mit der Mehrheit, gebildet von der gan- j Wilhelmine fuhr mit der Hand über die Stirn: „Mein Gott!" rief. -sie plötzlich, „wir sind hier allein noch draußen; hören Sie, das ist Constanze, die zum Klavier singt. Gehen wir in den Saal." Beide wandelten unter dem Schatten der Bäume dem Lichte zu, absichtlich von gleichgil- tigen Dingen redend, wie sie eben gewöhnlich bei den Haaren herbeigezogen werden, wenn die Sprache wirklich Mühe hat, die Gedanken des Busens zu verbergen. Im Saale entwickelte sich bald ein wahrer Wetteifer von Musik und Tanz; die älteren Damen mit der Königin plauderten um den Tisch; die Jugend erging sich in den damaligen Liebesliedern von Daphnis und Chloe; so einfach sie auch in Musik und französischer wie deutscher Version waren, die Stimmung der Jugend und Liebe trugen sie doch in sich. Der Kronprinz, der keinen Ton singen konnte, aber schon damals seine Flöte liebte, entfaltete auch seine Kunst, wobei ihn sein Freund Katte trefflich auf dem Flügel zu begleiten wußte. Als aber Katte wieder, gedrängt von der Ge- zen parriotischen Partei, stimmten auch Prof. Edel und Minister Schlör. Berlin, 1. Jan. Die „Nordd. Allg. Ztg." erinnert an die Friedensausstchten, welche 1870 durch Ollivier's Berufung ins Ministerium eröffnet schienen, und an den Abrüstungsantrag, den Preußen glücklich ablehnte. Sie weist dann auf die furchtbaren Folgen des Krieges für Frankreich hin. Aus Konstantinopel, 23. Dez., wird gemeldet: Alle Stämme im Norden des glücklichen Arabien und längs des Ufers des Rothen Meeres schlossen sich dem Aufstande an; Mekka ist sehr bedroht. Die Rebellen sind mit Waffen neuester Erfindung versehen. Dem Sultan ist nur noch der Stamm der Hadra maut treu. — Die Times meldet aus Per« vom 1. Jan.: Zwischen der Pforte und Egypten sind neue Streitigkeiten wegen der Ausführung des die Entwaffnung anordnenden Fermans entstanden. Dom Kriegsschauplatz. Berlin, 1. Jan. Der Oberstleutnant Pestel, welcher am 28. Dez. mit einer fliegenden Kolonne der deutschen Nordarmee beiLotigpre drei Bataillone französischer Mobilgarden gründlich geschlagen hat, ist derselbe Offizier, dem in der Umgegend von Saarbrücken die Eröffnung des jetzigen Feldzuges zufiel. Er wußte dort durch sehr geschickte Verwendung seiner Abtheilung von einer Schwadron Ulanen und zwei Kompagnien Infanterie die Franzosen in den Glauben zu versetzen, daß ihnen eine ansehnliche Truppenmacht gegenüberstehe. Seiner kleinen Abtheilung galt dann «der bekannte Angriff des Generals Frossard, dem der Kaiser Napoleon mit seinem Sohne beiwohnte. Der damalige französische Siegesbericht über diesen weidlich aufgeschmückten „ersten Erfolg" wird unvergeffen bleiben. Gegen das in Burgund stehende Korps des Generals v. Werder rücken von Süden und von Westen her beträchtliche feindliche Streitkräfte vor. Um dieselben wirksam zu bekämpfen, kon- zentrirt General v. Werder seine Truppen. Auch erhält derselbe ansehnliche Verstärkungen. Namentlich unterstützt ihn der General v. Zastrow sellschaft, seinen Apollogesang aus dem „Sieg der Schönheit über die Helden" anstimmte, da horchten selbst die älteren Damen verwundert aus. Heut sang er mit wunderbarer Stimmung so ernst, so wehmüthig, so voll ergreifender Empfindung und Elegie, daß alles am Schluffe schwieg, wie von heiligem Gefühl angeweht. Als er sich eben nach dem Schluffe umsah, um einen Blick nach der Prinzessin zu erhaschen, so fand er diese nirgends mehr. Sie war unter dem'letzten Ton durch die Seitenthür verschwunden. Doch auch dieser Abend sollte noch nicht idyllisch enden, wie er angefangcn. Spaen schlug dem Rädel, der vor der schönen Constanze in der Fensternische stand, auf die Schulter und zeigte ihm bedeutsam die Uhr. Es war halb zwölf, um Mitternacht nahte die Ablösung, bevor diese kam, mußte Rädel wieder im Gefäng- niß sein. So brach die Gesellschaft auf. (Fortsetzung folgt.) ✓ 18 mit einem bedeutenden Theil des 7. Armeekorps. (Karlsr. Ztg.) Aus einem Prioatbrief aus NersMes den 27. Dez. ... Ich wollte, Sie könnten mit mir einmal Abends 6 Uhr im Hotel des Reservoirs speisen, da könnte ich Ihnen viele durch diesen Krieg bekannte Männer zeigen, vor Allen den General Moltke. Wenn er in den Saal ein- tritt, steht Alles, regierende Fürsten, königliche und andere Hoheiten rc., mit Einem Schlag aus, um den Feldherrn zu begrüßen. Steckt er sich dann nach Tisch, wo ihm stets viele Depeschen zukommen, ruhig eine Cigarre an und schaut behaglich in dem Saal herum, so ist dieß ein Zeichen, daß Alles gut steht bei der Armee. Sein Bleiben oder Gehen nach Tisch ist daher in jenem Saale ein militärischer Kurszettel, welcher die Hoffnungen steigen oder fallen läßt. Der Tisch des großen Generalstabes, an dem der alte Herr in der Mitte sitzt, zählt etwa 30—36 Herren. Der Fall von MkZlerks ist für die Verkehrs- Verhältnisse von höchster Wichtigkeit: er eröffnet nämlich dem deutschen Verkehr nach Paris und dem westlichen und nördlichen Frankreich eine zweite vollständige Eisenbahnlinie. Bekanntlich liefen bis jetzt alle praktikabeln Linien bei Frouard an der Mosel in eine zusammen und aller und jeder Eisenbahn-Verkehr aus ganz Deutschland nach Paris mußte sich bis Chalons dieser einzigen Linie bedienen. Jetzt haben wir noch eine zweite: Metz-Thionville-Montmedy- Sedan-Mezieres-Rheims-Soiffons-Sevran (Paris). Bei Rheims zweigt sich eine Bahn nach Laon und La Fere zum Anschluß an die Nordbahn (Paris-Brüffel) ab, wodurch die Eisenbahn-Verbindung mit der Manteuffel'schen Armee hergestellt wird. Würde noch das schwach befestigte Givet an der belgischen Grenze genommen, so hätte man außerdem noch die ganze Eisenbahn-Linie Paris-Brüssel, bezw. Namur- Lüttich frei. — Ein weiterer Gewinn der Eroberung von Mezieres ist selbstverständlich das Freiwerden eines bedeutenden Theils der Belagerungstruppen (14. Division). Chalons, 29. Dez. Man erwartet jetzt, daß die Armee des Generals Bourbaki, der in Bour- ges mit 20,000 Mann stehen soll, sich mit der sog. Lyoner Armee, die an 30,000 Mann stark ist, vereinigen wird, um einen Vorstoß zu machen und sich wo möglich der Metz-Pariser Eisenbahn zu bemächtigen. Es sind selbstverständlich von unserer Seite alle nöthigen Maßregeln getroffen, um von diesem Feinde nicht überrascht zu werden. So dürften wahrscheinlich die nächsten Tage bedeutende Ereignisse in dem Dreieck zwischen Dijon, Revers und Auxerre bringen; daß jetzt noch 160,000 Mann preuß. Landwehrsoldaten, und die Ersatzmannschaflen von Rekruten, welche am 1. Okt. eingezogen worden, theils schon in Frankreich eingerückt, theils aus dem Marsch dahin befindlich sind, ist sehr erwünscht. (Allg. Zg.) Bordeaux, 2. Jan. Bei der gestrigen republikanischen Demonstration hielt Gambetta eine Ansprache, worin er sein Vertrauen auf den schließlichen Erfolg ausdrückte und die Verantwortlichkeit für die Unfälle Frankreichs der kaiserlichen Negierung zuschrieb. Der Redner tadelte die Taktik der Gegner der Republik, welche deren Legitimität in dem Augenblicke bestreiten, wo sich das am 4. Sept. gegebene Versprechen erfülle: die Ehre des Landes zu retten, die Ver- theidigung zu organistren und die Ordnung aufrecht zu erhalten. Man möge die Republik nicht verwechseln mit den Männern, welche augenblicklich die Regierung führen und nur durch Zufall und durch die Ereignisse an's Ruder gelangten. Wenn dieselben die Ausgabe erfüllt haben, die Fremden zu vertreiben, werden sie zurücktreten und sich dem Urtheile ihrer Mitbürger unterwerfen. — Der französ. Moniteur vom 20. Dez. ver- räth ziemlich deutlich, welchen Plan Gambetta jetzt in Szene setzen will. Es handelt sich um „eine Diversion in den Vogesen" zu dem Zwecke, „die Ostlinie wieder zu nehmen, die den Preußen so große Dienste leistet, und dem Feinde die Verbindungen im Rücken abzuschneiden". Der Moniteur fügt hinzu: „Möge die Armee! von Lyon, möge die Südarmer, statt nnthätig zu bleiben, also Ordre erhalten sich nach den Vogesen zu wenden. Kaum auf diesen Punkt angelangt, würde man die Preußen besorgt werden und schnell die Normandie, die Beauce, die Picardie und alle jene reichen Provinzen aufgeben seheie, welche jetzt von ihnen ausgesaugt werden, und sie werden sich zurück nach dem Osten wenden. Sobald aber dieser gezwungene Rückzug erfolgte, würde General Trochu die preuß. Linien durchbrechen, und Paris wäre befreit. Im Osten liegt die Rettung und nicht in den Vertheidigungsmitteln, welche am äußersten Ende organistrt werden, wo Cherbourg liegt. Frankreich muß aus dieser Defensive heraustreten, die seinem Temperament und Charakter so wenig gemäß ist; es verlasse sich auf die Geschicklichkeit seiner Generale, stuf die Hingebung Aller, kurz, es wage die letzte Anstrengung, welche Corneille „„eine schöne Verzweiflung"" nennt." — Auf dem Papier nimmt sich der neueste Plan der Retter Frankreichs gar nicht übel aus. Das thatsächliche Ende wird aber allerdings voraussichtlich eine schöne Verzweiflung sein. Havre, 31. Dez. Der Marineminister' de- kretirt die Ausrüstung eines Nordseegeschwaders unter Gueydon mit 7 Panzerschiffen und 6 gewöhnlichen schiffen, mit dem Centralpunkt Cherbourg; ferner eines Reseroegeschwaders unter Dieudonne mit 5 Panzerschiffen und 2 gewöhnlichen Schiffen mit dem Centralpunkt Brest. Das Nordseegeschwader habe Landungskompagnien an Bord mitzunehmen. Bern, 3. Jan. 200 Franzosen wurden gestern Abend durch eidgenössische Grenzbesetzungstruppen in Grandfontaine gefangen und übernachteten vom 2. auf 3. in Pruntrut. Am 2. fand eine Schlacht hart bei Delle statt. Der Brigadestab und das Kommando der Schweizer- truppen ist iu Pruntrut, wohin Verwundete transportirt werden._ Telegraphische Nachrichten. Berlin, 4. Jan. In dem Prozesse Güterbock wurde Güterbock wegen Verbrechens des Landes- verraths zu 2 Jahren, Kulp zu 9, Meyer Goar zu 6 und Levita zu 3 Monaten Festungshaft verurtheilt. — Das „Genf. Journ." bringt folgende Telegramme: Dampvant (Schweiz. Grenzdorf), 2.Jan. Heute um 1 Uhr hat die 4. Komp, des 84. Reg. zu Grandsontaine 150 Franzosen, worunter 5 Offiziere, verhaftet und entwaffnet, welche durch die Preußen auf das Schweizer Gebiet geworfen worden waren. Pruntrut, 2. Jan. Bei Croix ist eine Schlacht (?) im Gang. Alle unsere (schweizerische) Posten sind verstärkt. Aus Dijon (ohne Datum) schreibt man dem „Genf. Journ.": Unsere Stadt ist in diesem Augenblick stark besetzt durch französische Truppen. Bourbaki hat sein Hauptquartier hier, und seine Armee ist 60,000 (?) Mann stark mit 80 Kanonen, gar nicht zu sagen von den Abtheilungen Francti- reurs, die vor ihm eingetroffen sind.... Diese Armee wird die Offensive ergreifen. Die deutschen Truppen haben bei ihrem Abzug neue Geiseln mitgenommen. — Die Präfektur des Doubs-Departements theilt dem „Eft" von Besanyon Folgendes mit: Die Mobilisirten des Doubs, Kapitän Vielte, haben vorgestern, 29. Dez., 1800 Preußen anderthalb Stunden lang zu Herimoncourt (seitlich zwischen Montbeliärd und Blamont) aufgehalten und 30 Mann, worunter ein höherer Offizier, getödtet oder verwundet. Die Zuaven kamen ihnen zu Hilfe und deckten den Rückzug. Der Kommandant v. Jouffroy und der Unter- präfekt von Montbeliärd sind mit andern Mobilen zur Unterstützung dieser kleinen Abtheilung abgegangen. Heute, 31. Dez., bedrohen 3- bis 4000 Mann, die in Herimoncourt sind, Blamont. Um ihre Bewegung auf Blamont zu verdecken, haben die Preußen einen falschen Angriff auf die Doubs-Ufer gemacht... Der Eisenbahn-Telegraph ist unterbrochen und in Folge besten sind über Arcey, Lisle, Montbeliärd und Vou- jeaucourt keine Nachrichten eingetroffen. Ein gefangener preuß. Lanciers-Unteroffizier wurde nach Baume gebracht. Er sagte, er komme von Dijon und Gray mit 10,000 Mann, die auf Belfort marschirten. Er wurde nach Besanyon gebracht. Brr«, 3. Jan. (A. Z.) Lebhafte Kanonade bei Belfort; es soll ein Ausfall stattgefunden haben. Näheres ist unbekannt. Die Preußen haben die Brücke bei Delle gesprengt. Brüssel, 4. Jan. Aus Lille, 3. d., wird gemeldet: Zwischen Ervilliers und Achtet (nordwestlich von Bapaume) hat gestern ein Gefecht zwischen der 1. Division der Nordarmee und den Preußen stattgefunden. Die Franzosen bemächtigten sich des Dorfes Behagnier, mußten dasselbe aber wieder unter bedeutenden Verlusten räumen. Der Rest der Nordarmee war nicht im Gefecht. Wie», 3. Jan. Dem Vernehmen nach wird Graf Szecsen zur Unterstützung des österreichischen Botschafters auf der Konferenz Mitte Januar nach London abgehen. Florenz. 4. Jan. Der König sandte bei seiner Ankunft in Rom dem Papste ein Schreiben, worin er ihm seine Ankunft anzeigte. Kardinal Antonelli empfing den Ueberbringer des Briefes, Oberst Spinola, aufs freundlichste. Brrmischte Nachrichten. — Karlsruhe, 3. Jan. Indem sich die badische Verwaltung genöthigt sieht, bezüglich der gewöhnlichen Feldpost-Briefe das zulässige höchste Gewicht von 15 Lothen auf vier L o t h zu reduziren, stehen den Angehörigen der bad. Division, sowohl des Werder'schen Armeekorps, als des Landwehr-Bataillons derzeit in Meaur, die Dienste der unter staatlicher Aufsicht und Beihilfe bestehenden Privak-Päckerei- anstalt forthin zur Verfügung. Nach vorliegender Notiz wird das Geschäft der Vertheilung der seit 22. Dez. von Straßburg abgegangenen Sendungen nunmehr in V e s o u l fortgesetzt. Die Bestellung der Sendungen für das 1. Landwehr-Bataillon ist in geregeltem Gange. Gestern, 2. d., ist ein neuer Transport mit Päcke- reisendungen von Straßburg nach Vesoul abgegangen. (Bad. Chr.) — K ar ls ruhe, 3. Jan^ Hr. Oberbürgermeister Lauter hat einen Aufruf im hiesigen Tagblatt erlassen, welcher dahin zielte, für die durchziehenden deutschen Krieger warme Ueber- schuhe beizuschaffen. Jn^den beiden ersten Tagen gingen viele solche schuhe ein und gegen 1800 fl. Geld zur Anschaffung solcher. Die dringende Noth macht schleunige Hilfe noth- wendig. (Bad. Chr.) — R «statt, 1. Jan. Hier und in der Umgegend tritt der Typhus in bedenklichem Grade auch unter der Zivilbevölkerung auf, doch ist, Gott sei Dank, die Sterblichkeit keine außergewöhnliche. (S. M-) — Vom Oberrhein, 30. Dez., wird der Allg. Ztg. geschrieben: Nach dem Vorgänge der anderen rheinischen Festungen hat man gestern früh auch in Rast a t t bei den Kriegsgefangenen Nachsuchungen gehalten und eine scharfe Ueberwachung eintre- ten lassen. Man hat dabei eine erhebliche Anzahl alter badischer Soldatenuniformen gefunden, welche wohl bei verschiedenen Trödlern von den Gefangenen aufgekauft worden waren, um in denselben die badischen Soldaten zu täuschen und so zu entkommen, wenn nicht gar um anderes auszuführen. Waffenvorräthe soll man nicht gefunden haben. — München, 31. Dez. (N. N.) Die gestern erschienene Nummer des Volksboten wurde wegen eines von handgreiflichen Lügen bezüglich der Behandlung französischer Kriegsgefangenen strotzenden Artikels mit Beschlag belegt. Die ultramontanen Blätter scheinen sich in letzterer Zeit wahrhaftig in schamloser Parteinahme für den Landesfeind einander überbieten zu wollen! Und das macht Anspruch auf „Patriotismus!" — Von den in Köln internirten französischen Generalen ist einer, weil er sein Ehrenwort, nicht zu entfliehen, zurückgezogen hat, gestern verhaftet und nach Weichselmünde abgeführt worden. fieritK 2. Jan. Man schreibt der „Köln. Äta" - V Betreff der jüngsten Aushebungen beüät'iat es sich, daß die Landwehrmänner, mit welchen allerdings bis gegen 1854 zurückgegriffen wurde, säst ausschließlich für die innern Garnisonen und zur Ueberwachung der Gefangenen zur Verwendung kommen. Dazu bedurfte es einer erfahrenen und zu gleicher Zeit kräftigen Mannschaft. Die wirkliche Armee-und Ersatzreserve, z. B. Diejenigen, die nicht ganz das vorschriftmäßige Miß haben, im Uebrigen aber sehr feldtüchtig und den Franzosen mehr als gewachsen sind, wurden noch gar nicht berührt. Die hier und da verbreitete Annahme daher, als ob Preußen schon seine letzte verfüg- bvre Mannschaft ins Feld geschickt habe, verkennt vollständig den wirklichen Sachverhalt. Eine Reserve von mindestens 200,000 Mann ist noch gar nicht in Frage gekommen. Aschaffenburg, 28. Dez. Die „Aschaffenburg. Ztg." schreibt: Einen wahrhaft erschütternden Anblick boten die französischen Kriegsgefangenen, welche jüngsten Samstag und heute früh den hiesigen Bahnhof passirten. Dieselben waren schon mehrere Tage unterwegs und noch einige Tagreisen standen ihnen bis zu ihrem nächsten Bestimmungsorte bevor. Sie trugen eine bei jetziger sibirischer Temperatur ganz ungenügende Kleidung. Alle waren mehr oder weniger krank, die Meisten hatten in Folge defekter Fußbekleidung erfrorene Füße. Wir sahen u. A. einen dieser Unglücklichen in konvulsivischen Zuckungen auf einem Feldbette im Sanitätswachlokale liegen, der nur mit Mühe von einigen Sanitätsleuten festgehalten werden konnte. In den nächsten Tagen wird man wieder Zeuge solchen Elends sein können, da bis jetzt nur der kleinste Theil der neuerlich g-machten Gefangenen nach Deutschland befördert worden ist. Hier thut Hilfe Roth. Bekanntmachungen. Urtheil. Nro. 7343. Der ledige Müller Josef Bauer von Gengenbach sei wegen Ge- müthsschwäche zu entmündigen unter Verfüllung desselben in die Kosten. V. dl W. Gengenbach, den 19. Dezbr. 1870. Großh. Amtsgericht. N e u m a n n. 33. Strastenmateriallieferung. 25.2.1. Die Lieferung und Zubereitung des Straßenmaterials für die Landstraßen im Amtsbezirke Oberkirch im Jahr^187l werden wir an den nachverzeichneten Tagen in öffentlicher Steigerung vergeben: Am Donnerstag den 12. l. M., Vormittags 10 Uhr, auf dem Rathhaus in Oberkirch für die Straße von Renchen nach Oberkirch und für die Straße von Appenweier bis Ramsbach. Am Freitag den 13. l. M., Vorm. 9 Uhr, in der Post in Oppenau für die Straße von Ramsbach bis Ibach, für die Straße von Oppenau auf den Roßbühl und für die Straße von Oppenau nach Anlogast. An demselben Tage, Nachm. 2 Uhr, im Bad- wirthshause in Petersthal für die Straße von Ibach über Griesbach auf den Kniebis und für die Löcherberger Straße. Achern, den 3. Januar 1871. Großh. Wasser- und Straßenbau-Jnspection. R i e g l e r. Steigerungs-Ankündigung. 26.2.1. Auf Antrag des Kaufmanns Xaver sDnler von Durbach und der Erben seiner verstorbenen Ehefrau Franziska Kuderer werden Montag den 9. Januar, Vorm. 11 Uhr, auf dem Rathhause in Durbach nachstehende Liegenschaften — Gemeinschaftsgut — öffentlich ®°fcei der Zuschlag erfolgt, wenu der Schatzungspreis und mehr geboten wird, als: Telegramm. (Wagner'» telegr. Correspondenj-Burean.) P r u n t r u t. Vorgestern (Montag) Vorpostengefecht eine halbe Stunde von der Schwei- zergrenze zwischen Abbevilliers und Croix. 700 Franzosen von dem sogenannten Rächercorps griffen Morgens 9 Uhr die deutschen Linien an, waren Nachmittags 3 Uhr auf B l a m o n t zurückgeworsen. 200 Mann haben auf Schweizerboden die Waffen gestreckt, und sind Abends 8 Uhr hier angekommen, um in Thun internirt zu werden. Die Deutschen haben 2 Mitrailleusen erbeutet. Verlust unbedeutend. — Die Franzosen können 200 Mann verloren haben. Die Rächer hatten alle Waffengattungen (Genie, Kavallerie, Infanterie und Araber), und bilden unabhängige Vorposten. Der Anführer Pale Malisky ist mit der Kaffe durchgegangen. Eine Entsatzungs-Armee von 80,000 Mann soll gegen Bel fort im Anzuge sein. Das neue deutsche Reich. Mitten im Krieg die rascheste Friedensentwickelung ; aus dem Norddeutschen Bund ist schnell der Deutsche Bund, aus diesem noch schneller das Deutsche Reich mit dem Kaiser geworden; die Ansicht, daß die deutschen Verhältnisse nur durch einen auswärtigen Krieg zur Entscheidung kommen werden, hat sich als die richtige erwiesen. Jndeß herrscht trotz all dem großen Fortschritt noch manches Bedenken. Nicht nur sind die deutschösterreichischen Lande, auf die Deutschland nie verzichten darf, noch nicht beim-deutschen Reich, und bedarf es zu dieser Vereinigung vielleicht noch einmal einer europäischen Entscheidung, auch die Gestaltung des bis jetzt gegründeten Bundesstaates erfährt eine so verschiedene Beurtheilung, findet so vielen Tadel, daß eine nähere Betrachtung derselben und Vergleichung mit der Reichsverfassung von 1849, dem fortdauernden Ideale des deutschen Bundesstaats, gewiß sehr wichtig erscheinen muß. Was haben wir also erlangt und was nicht? Worin steht unsere wirkt. Verfassung jener idealen nach? Was haben wir noch zu erreichen? Vor allem ist zu bemerken, daß die gegenwärtige Verfassung noch nicht fertig ist. Da ist noch kein verantwortliches Bundesministerium, noch kein Sländehaus; es fehlen auch die Grundrechte. Man sage nicht, das seien Kleinigkeiten, Theorien. Freilich, die besten Verfassungen können zu hohler Form herunter- stnken, Volk und Staat unter dieser hohlen Form in Ohnmacht versinken. Der Geist der Persönlichkeiten allein ist es, der das Leben beherrscht und die Geschichte gestaltet. Trotzdem und eben weil die Begabung der leitenden Persönlichkeiten, ja der Geist eines ganzen Volkes, wie wir ja so lebhafte Beispiele vor uns haben, so sehr wechseln kann, ist eine tüchtige Verfassung , welche der Schwäche der Persönlichkeiten zu Hilfe kommt, von ungeheurer Bedeutung, und ergeben sich gerade von diesem Gesichtspunkt aus für unser weiteres Urtheil die wichtigsten Anhaltspunkte; denn wer bürgt uns dafür, daß nach dem Ablaufe dieser Periode eben so tüchtige, ihrer großen Aufgabe gewachsene Persönlichkeiten unsere Lenker sein werden ? Wie häufig beruft nicht einmal eine allgemeine Volkswahl die Würdigsten und Tüchtigsten. Was nun die nähere Vergleichung unserer beiden vorliegenden Verfassungen, der wirklichen und idealen betrifft, so ist letztere in vielem voraus. Da ist nicht nur ein verantwortliches Reichsministerium, ein Volks- und Staatenhaus, es ist auch eine wohlgeordnete Gleichberechtigung der Glieder, und doch hat wieder jeder deutsche Staat, je nach seiner Größe, seiner Volkszahl und Bedeutung, eine entsprechende größere Vertretung und Einwirkung nicht nur im Volks-, sondern auch im Staatenhaus. (Schluß folgt.) ! Auf Gemarkung Durbach: 1. Ein zweistöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Keller und Stall mit 23 3 / 10 Ruthen Hofraithe im Thale dahier, neben dem Bach, der Straße, Sebastian Nasall und Ignaz Geiler. Anschlag 2300 fl. 2 . 185 Ruthen Acker auf der Schies- bünd, neben Ignaz Geiler und Johann Süß. Anschlag . . . 400 fl. Auf Gemarkung Durbach: 3. 73% 0 Ruthen Feld im Schäng, neben Johann Süß, Anton Danner . und Josef Kiefer. Anschlag . . 100 fl. 4. 132 Ruthen Reben am Mühlberg, neben Anton Danner und Josef Spinner. Anschlag . . . 600 fl. 5. 106 Ruthen Wiesen auf der Nachtwaid, neben Balbina Kaltenbrunn und Ferdinand Vogt. Anschlag . 200 fl. 6 . 131 Ruthen Acker auf der Nachtwaid , neben dem Weg und Josef Gailer. Anschlag .... 230 fl. Auf Gemarkung Ebersweier: 7. 83,6 Ruthen Acker in der Schleife, neben sich selbst beiders. Anschlag 80 fl. 8 . 78,9 Ruthen Acker allda, neben Xaver Haut und sich selbst. Anschlag 160 fl. 9. 91 Ruthen Acker allda, neben August Siebert Wwe. und sich selbst. Anschlag. 160 fl. zusammen 4230 fl. — Viertausend zweihundert dreißig Gulden. — Appenweier, den 2. Januar 1871. j Der Großh. Notar Karl Langer.! Gerste-Verkauf. 24. Das unterfertigte Amt hat circa 118 Malter schöne Gerste im Ganzen oder in Partien zu verkaufen, und nimmt Kaufsofferte mit dem Bemerken entgegen, daß auch Ab- fassungs- und Borgfristen gegeben werden können. Offenburg, den 4. Jan. 1871. Frhrl. zu Franckensteiu'sches Rentamt. Urloffen. Eichstämmeversteigerung. 31.2.1. Da bei der am 30. Dezbr. 1870 ausgeschriebenen Eichstämmeversteigerung wenig Liebhaber erschienen sind, so werden am 18. Jänner d. I., Morgens 10 Uhr anfangend, im Rieseneckwald auf dem Platze selbst gegen Baarzahlung einer zweiten Versteigerung ausgesetzt: 130 Stück zu Boden liegende Eichstämme, welche sich zu Wagner-, Glaser-, Bau- und Nutzholz eignen. Urloffen, den 4. Jänner 1871. Der Gemeinderath. Schwaibach. Versteigerung. 32. Die Gemeinde Schwaibach läßt am Donnerstag den 12. d. M., Nachm. 2 Uhr. in ihrem Rathszimmer die Materiallieferungen, die Schmied- und Zimmermannsarbeiten zu den beiden Kinzigbrücken bei Dantersbach u. Schönberg im Abstrich öffentlich versteigern. Zu diesen Brücken sind erforderlich: 10 tannene Streckbäume, 4 eichene Jochpfähle, 2 tannene Hängschwellen, 190 laufende Fuß tannenes Geländer, 54 „ „ tannene Geländerpfosten, 100 Stück tannene Lrückenflöcklinge. Ueberschlag und Bedingungen können auf dem Rathszimmer zu Schwaibach eingesehen werden. Schwaibach, den 2. Januar 1871. Der Gemeinderath. sH u b e r. I 20 Dresdener Feuer-Versicherungs- Gesellschaft. 27.2.2. Um falschen Auffassungen vorzubeugen, bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß die Dresdener Feuerversicherungs-Gesellschaft vom 1. Januar 1871 ab eine Bereinigung ihres Geschäftes mit dem der Gesellschaft „Providentia in Frankfurt a. M ", welche ein Grundkapital von 8 Millionen und seinen Refervefond von über 1 Million Gulden besitzt, beschlossen hat. Das Geschäft erleidet dadurch nicht die geringste Störung, es ist vielmehr nur zu bemerken, daß von diesem Tage ab die „Providentia" in die Rechte und Pflichten der „Dresdener Feuerversicherungs-Gesellschaft eintritt. Die General-Agentur der Dresdener Feuer-Bersicherungs-Gesellfchaft. , Dannenberg. Nath und Hülfe für Diejenigen, welche an Gesichtsschwäche leiden und namentlich durch angestrengtes Studiren und angreifende Arbeit den Augen geschadet haben. Seit meinen Jugendjahren hatte auch ich die leidige Gewohnheit, die Stille der Nacht wissenschaftlichen Arbeiten zu widmen. Sowohl hierdurch, als durch viele angreifende optische und feine mathematische Ausführungen war meine Sehkraft so sehr geschwächt, daß ich um so mehr den völligen Verlust derselben befürchten mußte, als sich eine fortwährende entzündliche Disposition eingestellt hatte, welche mehrjährigen Verordnungen der geschicktesten Aerzte nicht weichen wollte. Unter diesen betrübenden Umständen gelang es mir, ein Mittel zu finden, welches ich nun schon seit 40 Jahren mit dem ausgezeichnetsten Erfolge gebrauche. Es ist nicht allein jene fortdauernde Entzündung vollständig beseitigt, sondern auch meinen Augen die volle Schärfe und Kraft wiedergegeben, so daß ich jetzt, wo ich das 75ste Lebensjahr antrete, ohne Brille die feinste Schrift lese und mich, wie in meiner Jugend, noch der vollkommensten Sehkraft erfreue. Dieselbe günstige Erfahrung habe ich auch bei Andern gemacht, unter melchen sich mehrere befinden, welche früher, selbst mit den schärfsten Brillen bewaffnet, ihren Geschäften kaum noch vorzustehen vermochten. Sie haben bei beharrlichem Gebrauche dieses Mittels, die Brille hinweggeworfen und die frühere natürliche Schärfe ihres Gesichts wieder erlangt. Dieses Waschmittel ist eine wohlriechende Essenz, deren Bestandtheile die Fenchelpflanze ist. Dieselbe enthält weder vra8tioa noch Narcotica, noch metallische oder sonstige schädliche Bestandtheile. Die Bereitung der Essenz erfordert indessen eine verwickelte chemische Behandlung, und ich bemerke daher, daß ich bi selbe seit längerer Zeit in vorzüglicher Güte von dem hiesigen Chemiker, Herrn Apotheker Geiß, beziehe; derselbe liefert die Flasche für einen Thaler, und ist gern erbötig, dieselbe nebst Gebrauchs-Anweisung auch auswärts zu versenden. Ich rathe daher den Leidenden, die Essenz von hier zu beziehen, indem eine solche Flasche auf lange Zeit zum Gebrauche zureicht, da nur etwas Weniges, mit Flußwasser gemischt, eine milcharlige Flüssigkeit bildet. womit Morgens und Abends, wie auch nach angreifenden Arbeiten, die Umgebung des Auges befeuchtet wird. Die Wirkung ist höchst wohlthätig und erquickend, und erhält und befördert zugleich die Frische der Hautfarbe. Es wird mich freuen, wenn vorzüglich Denen dadurch geholfen wird, welche bei dem rastlosen Streben nach dem Lichte der Wahrheit oft das eigene Licht ihrer Augen gefährden und einbüßen müffen. Vielleicht kann auch durch den Gebrauch dieses Mittels das leider in der jungen Welt so sehr zur Mode gekommene entstellende Brillentragen vermindert werden, da dieses in den meisten Fällen die Augen mehr verdirbt als verbessert. Brillen können nur einer fehlerhaften Organisation des Auges zur Hülfe kommen, aber nie gesunde oder geschwächte Augen stärken und verbessern. Aken a. d. Elbe. Dr. Romershausen. Um den geehrten Reflectanten bei directem Bezüge von mir, die bisher durch Rückfragen, Retournirungen und Unbestellbarkeit entstandenen Unkosten zu ersparen, bitte ich den Bestellungsbriefen deutlich ausgeschriebene Adressen unterzusetzen. Dr. F. G. Geiß. Depot der ächten Dr. Nomershausen'schen Augen-Essenz in Osfenburg bei Hrn. Alex. Reiff. 4510.2.2. 4458.5.2. Soeben ist der 5. Jahrgang der Verloosungslifte über alle bis 1. Januar 1871 gezogenen Serienloose nebst Verloosungskalender für 1871 erschienen; sie wird gegen 12 württ. oder andere Kreuzermarken franko zugesandt von A. Du«« in Stuttgart. Derselbe sieht auch Loose rc. in allen früheren Ziehungen ä 3 kr. per Stück nach. Reue Häringe ä 3 kr. per Stück bei Maat Wenh 23.3.2. in Offenburg. O f f e n b u r g. 16.3.3. Emil Kern, Bäcker, hat im zweiten Stock eine Wohnung mit 3 Zimmern, nehst Zubehör zu vermiethen. Offenburg. Wohuungsvermiethung. 15.3.3. Beziehbar auf 1. April b. I. ist die südliche Wohnung im dritten Stock meines Hauses mit entsprechendem Keller zu vermiethen. Fr Scholder. A4 Heute Abend WWsgrößere Uebungsstunde mit Sträußchens- Tour, wozu ich auch die verehrst Eltern meiner Schüler höflichst einlade. Anfang 7 Uhr. Th. Trittler. I Aufforderung. 4506.2.2. Zur Fortführung des Lagerbuches und Ergänzung der Grundstückspläne in der Gemarkung Rohrburg wird hiemit Tagfahrt auf Donnerstag den 12. Januar 1871, Morgens 8 Uhr,? auf das Rathhaus zu Altenheim anberaumt. Die Grundeigenthümer dieser Gemarkung werden hievon in Kenntniß gesetzt und aufgefordert, über die seit 1. Növbr. 1869 vorgekommenen Veränderungen Handriffe und Meßurkunden noch vor der Tagfahrt an den Gemeinderath in Altenheim abzugeben, indem solche sonst auf Kosten der chetr. Grundeigenthümer beigeschafft werden. Offenburg, den 26. Dezbr. 1870. Der Bezirksgeometer: S e u f e r t. Aufforderung. 4507.2.2. Zur Fortführung des Lagerbuches und Ergänzung der Grundstückspläne in der markung Müllen wird hiemit Tagfahrt auf Donnerstag den 12. Januar 1871, Mittags 2 Uhr, auf das dortige Rathhaus anberaumt. Die Grundeigenthümer dieser Gemarkung werden hievon in Kenntniß gesetzt und aufge- sordert, über die seit 1. Novbr. 1869 vorgekommenen Veränderungen Handrisse und Meßurkunden noch vor der Tagfahrt an den Ge- meinderath in Müllen abzugeben, indem solche sonst auf Kosten der betr. Grundeigenthümer beigeschafft werden. Offenburg, den 26. Dezbr. 1870. Der Bezirksgeometer: S e u f e r t. Zur Beachtung! 19.3.2. Nach gemachten Erfahrungen bemüht sich ein Concurrent mein Oelmühlgeschäft, als im verwahrlostem Zustande befindend, in seinem Interesse zu bezeichnen. Indem ich nun meine aufs zweckmäßigste eingerichtete Oelmühle empfehle, weise ich besagte Verdächtigungen zurück. Gengenbach, den 3. Januar 1871. Anton Weiterer, Oelmüller. Wasserdichte Leder-Creme, bereitet von C. Stigler in Offenburg, zur Erhaltung jeder Art von Leder mittelst öfteren warmen Einschm'ierens des vorher mit lauem Wasser gereinigtem Lederwerks, wodurch auch das härteste und älteste wieder geschmeidig und biegsam wird, ist zu haben in Büchse« zu 18, 30 und 48 kr. bei Alex. Reiff in Offenburg. Arbeitgesuch. 34. Es sucht Jemand im Taglohn Arbeit — wer? sagt die Exped. d. Bl. Gesuch. 29.2.2. Ein gesetzter Mann mit hübscher Handschrift sucht Beschäftigung entweder auf einem Kontor oder Bureau und könnte der Eintritt sogleich geschehen. Nähere Auskunft ertheilt die Exped. d. Bl. Frucht - Mittelpreise. Ein Centner ' Sichern. 27. Dez. Sichern. 3. Jan. Gengenbach. 29. Dez. fl. kr. fl. . kr. fl. kr. Walzen . . . 7 36 7 _| 42 8 6 Kernen . . . — — — — — — Halbwaizen. — - — — 6 42 Korn .... 5 42 6 6 5 45 Fees .... 5 54 5 54 — — Haber.... 5 24 — — — Gerste.... — — — — — Welschkorn . — — — Für die Redaction verantwortlich A. R e i f f. — Druck und Verlag von A. Reiff und Comp.