für den Kreis Olfenburg, sowie für die Bezirksämter and Amtsgerichte Offenbur g und Gengenbach. Erscheint täglich mit Ausnahme Montage, und lostet vierteljährlich in Offenburg 1 fL, für den Landpostbezirk 1 st. 2 kr., für die übrigen Postbezirke 1 st. 7 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr. Nro. 37. Offenburg, Sonntag den 12. Februar 1871 . PoUtifche Rundschau. Ossenbnrg, 11. Febr. Der Daily Telegraph hat ausführliche telegraphische Depeschen von seinem Beiichteistatter in Versailles, welche die Zustände in Paris nach der Kapitulation zum Gegenstände haben Ans ihnen folgende Zusammenstellung. 3. Febr.: Seit Abschließung des Waffenstillstandes herrscht die größte Ruhe; am Sonntag und Montag versammelten sich allerdings aufgeregte Gruppen auf den Boulevards und in den Hauptstraßen und Bogenhallen. Diese Meetings waren die Folge der Aushebung der nächtlichen Klubs. Bei mehr als einer Gelegenheit haben Frauenspersonen zu den versammelten Mengen geredet; sie schimpften auf die Weichlichkeit ihrer Männer, und forderten zu einem Angriff auf das Stadthaus auf; aber ihre Herzensergüffe wurden meist mit Gleichgiltigkeit ausgenommen. Seit nun aber am Montag Abend das Dekret, welches die Klub zusammenkünfte verbot, aufaehoben worden ist, haben die Versammlungen im Freien aufgehört. Mehrere Plakate an den Straßenecken, von unbekannten Persönlichkeiten unterzeichnet, haben zum Widerstande gegen die Regierung und zur Nichtbeachtung des Waffenstillstandes aufgefordert. Das Publikum behandelt dieselben mit größter Gleichgiltigkeit. Während einige von den bürgerlichen Mitgliedern der Negierung als Kandidaten für die Nationalversammlung auf treten wollen, wünscht Trochu nach der Bretagne zurückzukehren und sich ins Privatleben zurückzuziehen. Er war nie weniger populär als jetzt, und offen werd°n Drohungen ausgestoßen, ihn zu erschießen. Die Matrosen traten ihren Rückzug aus den Forts halb mit Widerwillen an, nachdem der Kommandant von Montrouge Selbstmord begangen hatte. An der Brücke von Neniüy finden sich täglich ganze Haufen von Landbewohnern der Nachbarschaft ein, welche in Paris Zuflucht gesucht batten, und jetzt gerne die preußischen Vorposten passiren möchten. Aber die franz. Regierung weigert sich, andere als persönlich lautende Pässe auszustellen und diese sind nur unter großen Schwierigkeiten zu haben. Die Pariser befinden sich unter dem Eindrücke, die Preußen würden nicht in Paris einziehen, und die vollen Bedingungen der Kapitulation sind ihnen noch immer unbekannt, da sie glauben, der Feind werde die Geschütze auf den Forts nicht wegnehmen. Die Preise der Mund- vorräthe sind noch nicht herabgesetzt worden. — Cresson, der Pariser Polizeipräfekt, ist in Versailles eingetroffen, um ein Paßsystem zwischen Versailles und Paris einzurichten. Die deutschen Truppen werden am Morgen des 20. Februar in Paris einziehen, entweder als Freunde oder als Sieger, je nach dem Verhalten der Nationalversammlung in Bordeaux. Als ein Beispiel für die Organisation der preußischen Armee sei bemerkt, daß eine halbe Stunde nach Abschluß der Kapitulation 8 preuß. Postwagen nach Paris hinein fuhren^ und daß noch am nämlichen Tage ein preuß. Postamt eingerichtet wurde. — München, 9. Febr. Der Justizminister hat den der Abaeordnetenkammer vorliegenden Straf- prozeßgesetzbuchentwurf mit Rücksicht auf Artikel 4 Ziffer 13 der Reichsverfassuug zurückgezogen. Berlin, 8. Febr. Abgeordnetenhaus. Das Haus beschloß, daß die nordschleswigischen Abgeordneten Ahlemann und Krüger wegen Nichtleist ung des verfassungsmäßigen Eides einen Sitz im Abgeordnetenhause nicht einnehmen könnten, worauf die Abgeordneten ihr Mandat nie- derzulegen erklärten. Wien, 6 Febr. (A. Z.) Ein früher viel bekannter Kämpe auf publizistischem Gebiete, Franz v. Florencourt, ist, nach langem Schweigen, wieder und zwar mit einer Reihe „Katholischer Briefe" fl. Heft) in die Arena getreten, um — er selbst ein ernster und gläubiger Katholik — entschieden Zeugniß gegen die weltliche Herrschaft und gegen die Unfehlbarkeit des Papstes abzulegen. Die Briefe sind mit der ganzen Frische, Feinheit und warmen Ueberzeugung geschrieben, welche die noch nicht vergessenen frü- hern Leistungen des Verfassers kennzeichnen und auszeichnen. Vom Kriegsschauplatz. Straßburg, 9. Febr. Resultat der Wahlen nach Bvideaux: Eingeschriebei e Wähler ans^den 6 Sektionen Straßbnrqs waren es 17,083, davon stimmten ab 10.226. Stimmen wurden abgegeben: 9937 für Küß, 9288 für Albrecht. 9218 für Deutsch, 8623 für Gau betta, 8577 für Schneegans, 8348 für Melsheim, 8180 für Jules Favre, 8079 für Boell. 7357 für Bourguignon, 7228 kür Erkmann-Chatrian (der bekannte Romancier von Pfalzburg). 7162 für'Valentin Itägige Präsekt während des Bombardements von Slraßburq), 6229 für Singuerlet. — In Bersailles war man, wie einer Korr, der Köln. Z vom 4. Febr. zu entnehmen, entschlossen, falls das Gambetta'sche Wahldekrekt nicht beseitigt würde, augenblicklich den Waffenstillstand zu kündigen, worauf sofort der Einmarsch in Paris, der übrigens, nach Ablauf des Waffenstillstands, am 20. Februar ohnehin stattfinden solle, erfolgt wäre. Am Abend des 3. sei schon der Cernirungsarmee von Paris im Armeebefehl gesagt worden: „Die Soldaten haben sich zum sofortigen Einmarsch in Paris bereit zu halten." Der Korrcsp. fügt bei: Die Musikmeister der hier garnisonirenden Regimenter sind schon an der Arbeit und komponiren fleißig an den Einzugsmärschen oder üben dieselben gar wohl schon ein. Bersailles. 5. Febr. Jules Favre hat einen Brief an den Grafen Bismarck gerichtet, worin er in Antwort auf die Depesche des Kanzlers sagt: Sie hatten Recht, an meine Loyalität zu appelliren. Als wir über die Uebereinkunft unterhandelten, schlugen Sie die Zusammenberufung der letzten Kammer vor. Ich dagegen war für Einberufung einer neuen, aber selbstredend bei vollständiger Freiheit der Wahlen und ohne jede Beschränkung der Wähler oder der zu Wählenden. Zum Schluß dankt Favre für die Befehle, Paris rasch mit Lebensmitteln zu versorgen. — Das feste Schloß von Vincennes ist noch von den Franzosen besetzt, und unsere Vorpostenlinie zieht sich deßhalb halbkreisförmig um dasselbe herum. An den Straßen sammelu sich nun jeden Tag Leute jeglichen Standes und Geschlechts, die theils von Vincennes, theils von Paris kommend, unsere Vorpostenlinie passiren wollen. Ein buntes Durcheinander wogt hin und her, wie auf einem Jahrmarkt, unterbrochen von dem lauten Ruf eines ächten Pariser Jungen: „Landsmaan, gib ma Brot", oder „nix da Brot, nix da Fleesch?" Solche meist einträglichen Fortschritte in der Erlernung der deutschen Sprache haben die Franzosen schon gemacht. Besonders stark ist aber das weibliche Geschlecht vertreten, das keinen sehr großen Schrecken vor den deutschen Barbaren zu haben scheint, wie sie es auch wohl mit ihrem Patriotismus zu vereinigen wissen, mit den Feinden ihrer heiligen, leider aber hungernden Stadt zu kokettiren. — Vor Paris, 5, Febr. Henri Rochefort hat ein neues Blatt gegründet, le mot d’ordre. Die Pariser Regierung nennt Rochefort nicht mehr gonvernement pour I» dekense nationale, sondern goavernement poar la capitulation nationale. lieber Ehangarnier bringt er folgende Stelle: „Wer erinnert sich heutzutage noch des Generals Ehangarnier? Es scheint, dieser alte, kindisch gewordene Held hat der Frau Desjenigen, der ihn am 2. Dez. 1851 nach Vincennes werfen ließ, seine Dienste angeboten unter der Bedingung, daß er. fortan im Namen Napoleons IV. regiere. Von den 300,000 Kavitu- lirten von Metz und Sedan hat er 200,000 versprochen; Eugenie hat angenommen, der Graf von Paris hat sich verwundert und Bismarck hat sich vor Lachen den Bauch gehalten. Wir erlauben uns, deßgleichen zu thun. Paris, 7. Febr. Jules Ferry hat folgendes Telegramm an den Lord-Mayor von London abgesandt: HL.hatte die Ehre, zwei Delegirte Ihrer- Grafschaft zu empfangen, die der Bevölkerung von Paris Hilfe bringe». Die durch den Krieg verheerten Bezirke werden den ersten Antheil von Ihrem großartigen brüderlichen Geschenk haben. Die Stadt Paris spricht ihre tiefe Dankbarkeit der Stadt London aus. In ihrem äußersten Unglück brachte uns die Stimme des englischen Volkes das erste Wort der Sympathie von außen her. Das Pariser Volk wird das nie vergessen. Wenn unsere beiden Länder verbunden sind, können wir Glauben an die Zukunft haben. Bordeaux, 7. Febr. Ein Rundschreiben E. Arago's an die Präfekten erinnert daran, daß gemäß dem Gesetze vom 4. April 1832 und dem Gesetze vom 6. Juli 1848 die Angehörigen der Familien, welche früher Frankreich regierten, von den Wahlen ausgeschlossen sind. Das Dekret vom 7. Febr. 1871 dehnt diese Beschränkungen auf die Familie Bonaparte aus. Der Präfekt des Departements der Mronde hebt hierzu hervor, daß von den durch das Dekret vom 31. Jan. aufgestellten Wahlausschließungen nur noch die oben bezeichneten aufrecht erhalten bleiben. — Ein Tagesbefehl Garibaldi's vom 30. Jan. lautet: An die Milizen der Vogesenarmeei Ihr habt 21 Tage Waffenstillstand. Da eure edle Mission jedoch nicht beendigt ist, müßt ihr, um sie gut zu Ende zu führen, die Zeit benutzen, um euch einzuüben. Ihr habt auf dem Schlachtfelde gezeigt, daß ihr tapfer seid. Während der Waffenruhe sollt ihr euch nun durch anstrengende Hebungen und eine von der geheiligten Gesinnung eines Soldaten der Republik eingegebene Disziplin vorbereiten, um die Soldaten des Despoten, der Frankreich unterdrückt, von der französischen Erde zu vertreiben. Bern, 5. Febr. Nach dem französ. Moniteur universel ist General Ochsenbein, ehedem Bri- gadcgeneral der Fremdenlegion, zum Divistons- general in der Hilfsarmee ernannt worden. Brr», 8. Febr. Von der französischen Gesandtschaft ist die Anzeige erfolgt, daß die Re- 146 gierung in der Absicht, die Schwierigkeiten zu erleichtern, welche der Unterhalt der übergetretenen Armee der schweizeiischen Verwaltung verursacht, einen Zug von 62 Wagen mit Biscuit, Reis, Zucker und Kaffee nach Genf eingebahnt habe und dem Bundesrath zur Verfügung stelle. Auch wird durch den schweizerischen Konsul in Bordeaux gemeldet, daß das dortige Komitee für die Kriegsgefangenen die Absendung zweier Bevollmächtigter nach der Schweiz mit 50,000 Franken zur Vertheilung an Hilfsbedürftige beschlossen habe und der Verein für die Verwundeten den Ambulancen allen den Kranken nöthi- gen Wein, so weit die Vorräthe reichen, gerne liefern werde. Telegraphische Nachrichten. Paris, 7. Febr. Die Stadt ist ruhig. Die Nottz in noch immer eine sehr große. — Das „Journal officiell" schreibt: Gegenüber der Anschuldigung Gambetta's, wonach der Abschluß für die Ostarmee verderblich geworden wäre, beweise eine einfache Zusammenstellung der betreffenden Daten, wie vollkommen unbegründet diese Behauptung sei. — Picard und I. Favre habem»die Kandidatur für die Nationalversammlung angenommen — Aus den Provinzen treffen zahlreiche-Briefe Ln -Paris ein. Am 4. und 5. kamen 227 Wage« mit Lebensmitteln an. Lille, 9. Febr. Dem „Propagaleur" mfolge ergibt das bisherige Wahlresultat im Nord- Departement etwa 150.000 Stimmen für die monarchische und 50,000 für die republikanische Liste. In Eambrai, Dünkirchen, Douai, Valen- ciennes, Pas de Calais große monarchische Majorität. Das Landvolk hat sich zahlreich an den Wahlen bethrilizt. Bordeaux, 8 Febr. Gambetta hat bei seinem Rücktritt ein Schreiben an alle Präfekten und Unkerpräfekten gerichtet, worin er dieselben ausfordert, die Wahlen so viel als möglich zu fördern; sie würden hierdurch der Republik den höchsten Dienst erweisen. — Bourbaki ist vollständig außer Gefahr, seine Wunde am Kopf beginnt langsam zu heilen. — Etienne Arago soll mit einer Mission nach Italien betraut werden. Bordeaux, 8. Febr. Die Wahlen zur Natio- naloenammtung vollziehen sich unter zahlreicher Beiheiligung: die Stabt ist völlig ruhig. General Cremer ist hier eingetroffen. Brüssel. 10. Febr. Aus Lyon, 5. d., wird geweidet: Zwischen Klubbiften und Nationalgarden haben Zusammenstöße stattgefunoen; die Ordnung wurde bald wieder hergestellt; einige Verhaftungen wurden vorgenommen. Berlin, 10. Febr. Es verlautet, es sei die Formation der gesammlen Reichsarmee im Zuge. Für das künftige dreizehnte Armeekorps sind die württembergischen und hessischen Truppen in Aussicht genommen. Wiea, 10. Febr. Der Reichsrath ist auf den 20. -febr. einberufen. Florenz 9. Febr. Die Deputirtenkammer genehmigte den Artikel der Garantievorlage, welcher dem Papste eine Aussteuer gewährt. LoudM, 9. Febr. Die Königin eröffnete das Parlament. Die Thronrede besagt: Der Krieg, welcher bisher gewüthet, könne möglicher Weise in wenigen Tagen wieder beginnen. wenn nicht Mäßigung die Friedenshin- derniffe beseitige. England habe strenge Neutralität! beobachtet und jede aussichtslose Vermittlung vermieden; der gegenwärtige Waffenstillstand lasse endlich eine vollständige Verständigung hoffe», welche mit der Sicherheit und Ehre beider Nationen vereinbar. Zur Annahme des Kaisertitels durch den Köüg^oon Preußen habe die Königin ihre Glückwünsche abgestaltet. Die Wiederherstellung der Kaiserwürde bezeuge die Festigkeit und Unabhängigkeit Deutschlands und könne der Stetigkeit der europäischen Verhältnisse nur zuträglich sein. Die Thronrede hofft, das Resultat der Konferenz werde die Prinzipien des öffentlichen Rechts in Betreff der Verträge aufrechlhalten und anderseits ein herzliches Einvernehmen der Mächte bezüglich der Orient»Frage herbeiführen. Die Königin bedauert die Abwesenheit des fran- zöstschen Gesandten auf der Konferenz. Bezüglich der Ausgleichung der Alabama- Frage fei eine besondere Kommission eingesetzt. Die Thronrede hebt dann dir freundschaftlichen Beziehungen zu allen znülisirten Mächten hervor. Zu den inneren Angelegenheiten übergehend, verspricht die Thronrede eine Reihe von Gesetzesvorlagen, darunter eine bezüglich der Heeres- organisition. London, 10. Febr. Das Unterhaus nahm die Adresse an. Disraeli tadelte im Verlauf der Debatte die Energielosigkeit der Regierung und daß dieselbe in der Pontus Angelegenheit Preußen, einen Nichtalliirten, kousultirte. Gladstone verlheidigte die Regierungspolitik der Neutralität und der Nichlvermittlung, und bemerkte, England habe den König von Preußen gebeten, Paris nicht zu bombardiren. — Das Oberhaus genehmigte gleichfalls die Adresse, nachdem Gran- ville erklärt halte, daß Frankreich den Zusammentritt der Konferenz genehmigte und daß die Konferenzbeschlüsse erst nach dem Ende des Kriegs zum Vertrag erhoben würden. London, 10. Febr. Die Munizipalität zeichnete 2000 Pf. St. zur Unterstützung von Paris. Der Lord-Mayor theilte mit, der Noth- stand dauere in Paris fort. Stockholm, 9. Febr. Der König ist seit einigen Tagen erkrankt. «sein Zustand flößt keinerlei Besorgniß ein, doch dürfte die Wiederher- istellnna einiqe Zeit beanspruchen. Washington, 8. Febr. Der Präsident sandte dem Kongreß eine Barschaft zu, worin empfoh len wird, Angesichts der wachsenden Macht und Bedeutung Deutschlands Berlin zu einer Mission ersten Ranges zu erheben. Vermischte Nachrichten. Offenburg. Ja unserer Stadt ist zur Linderung der Nothstände des Krieges nach allen Seiten hin schon so Vieles geschehen, daß man sich oft besinnen möchte, wenn unvermuthet wieder einmal ein neues Bedürfniß austritt, ob man nur mit neuen Ansprüchen an die patriotische Opferwilligkeit kommen dürfe. Jedoch ein - Mittel, welches an vielen andern Orten für patriotische Zwecke den allerschönsten Erfolg erzielt hat, ohne eigentlich ein Opfer zu verlangen, ist unsres Wissrns hier bis jetzt noch nicht versucht worden. Es ist die Errichtung einer Lotterie. Wer irgend etwas- Hübsches oder Nützliches, was er nicht gerade selber braucht, zu Hause stehen hat, wird sich gewiß nur freuen, wenn er es der Förderung unsrer großen deutschen Sache widmen kann. Vielleicht würden auch fleißige Frauenbünde mit allerlei anmuthigen Gebilden eigener Arbeit den Altar des Balerlandes zieren. Manchen fällt diese Art des Gebens viel leichter als die Beisteuer an Geld, ganz abgesehen davon, daß solche Gaben zuweilen einen besondern Affektions- werlh haben und dann auch dem glücklichen Gewinner doppelt willkommen sind. Für die Uebernahwe, Anordnung und Beaufsichtigung, sowie die Mühe der Verloosunq werden sich gewiß die geeigneten Persönlichkeiten bald finden und untereinander verständigen. Ohnedies hat sich da und dort in Privatkreisen schon der Wunsch ausgesprochen, eine solche Lotterie einzurichten. Wenn dann der Preis der einzelnen Loose so berechnet wird, daß eine möglichst weite Verbreitung derselben zu hoffen ist, so kann es nicht ausbleiben, daß dieses Unternehmen, außer dem glücklichen Erfolg kür den guten Zweck, sich bei Allen, die irgendwie daran Theil nehmen, auch ohne äußern Gewinn als ein freundliches und schönes von selber lohnen und in der angenehmsten Erinnerung bleiben wird. Die Unterzeichneten richten daher an die Bewohner Offenburgs die angelegentlichste Bitte, sich recht lebhaft an einem solchen Bazar zu betheiligen. Gaben jedweder Art weiden von heute an bis zum 24. d. M. täglich von 9—11 Uhr Vormittags bei Hen. C. Ries in Empfang genommen und dort zur öffentlichen Besichtigung ausgestellt werden. Nach Ablauf dieser Frist wird alsbald über die Verloosung das Nöthige bekannt gemacht werden. Frau Marie Sachs. Frau von Neveu. Frau Mathilde Köhler. Frau K. Kelterer. Frau Louise Reiff. Frau Julie Ried. Frau A. Braun. — Oberkirch, 10. Februar. Heute früh wurde dahier ein Erdstoß verspürt; die Erschütterung dauerte etwa 2 Sekunden. Die Blattern, welche gegen Ende v. I. und Anfangs d. I. in verschiedenen Orten heftig aufgetreten sind und manche schweren Opfer genommen haben — wie namentlich in Lautenbach — treten jetzt hie und da noch vereinzelt und ohne schlimme Folgen auf. Hier sollen sie überhaupt verschwunden sein. Die Belehrungen und Erfahrungen des Publikums werden wohl auch viel dazu beitragen, daß wir von diesem schrecklichen Gaste bald befreit werden. — Freiburg, 8. Febr. (Br. Z.) So eben trifft die Trauerbotschaft hier ein, daß Jakob Venedey in Oberweiler heute an einer Lungenentzündung gestorben ist. + Freiburg, 10. Febr. Vor einigen Tagen konnte ich den Durchzug der bad. Verwundeten von Dijon anzeigen; heute gebe ich die Abschrift des soeben von Hrn. Aynard u. Rüster in Lyon ringet, offenen Briefs vom 7. d.: Wir haben uns beeilt die nöthigen Schritte zu thuu um den Aufenthalt des Hrn. ... zu entdecken; aber wir haben noch keine Antwort erhalten. Sobald dies geschehen, werden wir Nachricht geben, wofern nicht der Betreffende Frankreich durch den Austausch der Gefangenen, der eine Bedingung des Waffenstillstandes ist, Frankreich schon verlassen hat. — Wenn die Schweiz nicht durch die sranzös Gäste so sehr in Anspruch genommen wäre, müßten heute schon alle Gefangenen über Genf ausgeliefert sein. So dürften einzelne Abtheilungen in Lyon, Dijon oder Orleans ausgelie- sert werden. Die Baseler nehmen aus genanntem Grunde keine verwundeten Franzosen mehr an, von welchen wir bisher täglich 50 Manu von hier aus beförderten. (Aus einem hier ein- getrofienen Briefe.) — Breiten, 6. Febr. (Kr. Z) Gestern hatten wir wieder einmal eine zahlreiche, auch von unfern Landorten besuchte Bürgerveksamm- lung. Die Herren L Parav cini, Salzer, Fecht und Bürg traten als Redner ans. Einstimmig wurde Hr Staatsrath Lamey in Mannheim als Kandidat für den Reichstag ausgestellt. _ — München. 8. Febr. Laut einer offiziellen Zusammenstellung befinden sich zur Zeit aus Deutschland 200 Lokomotiven, 2700 Wagen, so wie 1800 Bedienstete und 700 Vorarbeiter auf sranz. Boden. (B.Ldz.) — Berlin. Es gibt wenige Familien, denen der jetzige Krieg nicht ein oder das andere schwere Opfer gekostet hätte, aber gewiß hat keine so schwere Verluste zu beklagen, wie die des preußischen Obersten v W erd hern, denn deffen 6 Söhne, die als Offiziere dienten, sind auf dem Felde der Ehre umgekommen. Ausgburger st. 7- Loose vo» 1864. Seri-n Ziehung am 1. F-b. d. I. Nr. 85 754 919 1033 > 053 1252 1295 1382 1719 1944 2013 2048 2055 2122 2131. Die Gewinn-Z ehung findet am 1. März d. I. statt. Wünsche. Tilge, heilige Wasserflut, Dieses Feuers Schreckensglut; Schmelze, sanfter Sonnenstrahl, Dieses Eis von Berg und Thal! Breche trotzigen Fcindesstnn, Du. des Herzens sanfter Strom; Liebe, sei die Königin Unter dieses Himmels Dom! Ström hernieder, Friedenslust, Aus des Himmels goldnen Höh'n; Fächle sanft um unsre Bruit, Der Versöhnung lieblich Weh'n! Töne, sanfter Herzenston, In den Sturm der Leidenschaft; Schwelle hoch im Erdensohn Die Musik der Zauberkraft! 147 Amtliche Verkündigungen. Den Vollzug des Rischereigesetzes betreffend. (Fortsetzung.) Art. 13. Wer in fremdem Fischwasser ohne Einwilligung des Fischberechtigten fischt, wird, sofern die That nicht mehr 8 653 Absatz 2 des Strafgesetzbuches fällt, wegen Fischereifrevel auf Anzeige des Fischereiberechtigten, seines Vertreters oder Aufsehers polizeilich an Geld das erstemal bis zu 15 Gulden, das zweitemal von 5 bis zu 35 Gulden bestraft. Die Geldstrafe fällt dem Fischereiberechtigten zu. Gleichen Strafen unterliegen die Gehilfen und Begünstiger eines,Fischereifrevels. Netze und Fischereigeräthe von Frevlern werden zu Gunsten der Fischereiberechtigten confiscirt. Art. 14. Wer das Verbot des Art. 4 Übertritt, wird polizeilich an Geld bis zu 100 Gulden oder mit Gefängniß bis zu vier Wochen, wer andern Bestimmungen dieses Gesetzes, sowie der zur Ausführung desselben ergehenden Vorschriften zuwider handelt, wird polizeilich an Geld bis zu 50 Gulden oder mit Gefängniß bis zu 14 Tagen bestraft. Netze und Fischereigeräthe von Fischereiberechtigten, welche gegen die Vorschrift gefertigt sind, werden unbrauchbar gemacht. Art. 17. Das Fangen der Krebse unterliegt den gleichen Bestimmungen, wie der Fischfang. § 15. Auf den Antrag des Berechtigten bezw. der Fischereigenossenschaft oder deren Pächter bestimmt das Bezirksamt nach Vernehmung von Sachverständigen die Laich- und Hegeplätze/ welche unter obrigkeitlichen Schutz gestellt sind. Die Grenzen dieser Laich- und Hegeplätze sind durch Stöcke mit der Inschrift „Laich- und Hegeplatz" auf Kosten der Fischereiberechtigten bezw. der Pächter derselben zu bezeichnen. 8 16. Bei Wasserbauten des Staats und der Gemeinden ist, soweit es ohne unverhältnißmäßigen Nachtheil für den Zweck dieser Bauten und ohne Mehraufwand für den Staat oder die Gemeinden thunlich ist, auf Erhaltung und Herstellung passender Laich- und Hegeplätze Bedacht zu nehmen. I « Die Herstellung von Laich- und Hegeplätzen in Gewässern des Staats oder der Gemeinden kann auch auf Antrag und auf Kosten der Fischei eiberechtigten stattfinden, wenn damit kein erheblicher Nachtheil für den Wasferlauf verbunden ist. 8 17. Die Benachrichtigung vom beabsichtigten Abschlagen oder Ablassen von Wasserläufen an den Fisch reiberechtigten bezw. Denjenigen, welcher die Fischerei ausübt, hat so zeilig zu geschehen, daß dieser die nöthigen Vorkehrungen zur Erhaltung der Fische treffen kann. 8 18. Nachbenannte Fischarten dürfen 'weder gefangen noch feilgeboten und verkauft werden, wenn die Fische, vom Auge bis zur Weiche der Schwanzflosse gemessen, nicht wenigstens folgende Länge haben: Seeforellen. Lachsforellen, Ritter 20 Centimeter, Bachforellen und Aeschen 15 Centimeter. 8 19. Vorbehaltlich der im 8 20 festgesetzten Ausnahmen ist verboten: 1) in der Zeit vom 15. April bis Ende Mai a. der Fang, das Feilbieten und der Verkauf aller Fischarten mit Ausnahme der Salmen, Seeforellen und Maifische; b. der Fang, das Feilbieten und der Verkauf der Krebse; 2) in der Zeit vom 20. October bis 20. Januar: der Fang, das Feilbieten und der Verkauf der Bachforellen, Ritter, Seeforellen und Lachsforellen. 8 20. Wer in den geschlossenen Zeiten <8 19) Fische zur künstlichen Befruchtung der Eier für Anstalten zur künstlichen Zucht in Baden und in den Staaten, mit welchen eine Fischereiübereinkunft besteht oder zur Hege fangen will, hat hierzu die befördere Erlaubniß des Bezirksamts einzuholen, welche nur ertheilt werden soll, wenn außer Zweifel steht, daß der Fischer entweder selbst eine Brutanstalt oder geeignete unter obrigkeitlichen Schutz gestellte Hege- und Laichplätze besitzt oder mit Anstalten zur künstlichen Fischzucht in Baden oder einem der oben bezeichneten Staaten in Verbindung steht. Auch kann der Fang von Köderfischen und von kleineren Fischen zur Ernährung von Fischen in Zuchtteichen, ferner der Fang von sog. Heuerlingen in der Zeit vom 15. April bis Ende Mai von dem Bezirksamte unter den im einzelnen Falle vorzuschreibeuden geeigneten Bedingungen gestattet werden. Der Fischer hat den Erlaubnißschein beim Fischfang stets bei sich zu führen und auf Verlangen des Aufsichtspersonals vorzuweisen. Der Mißbrauch dieser Erlaubniß hat deren Entziehung zur Folge. 8 21. Der Fang von Fischen und Krebsen zur Nachtzeit (eine Stunde nach Sonnenuntergang und eine Stunde vor Sonnenaufgang) ist verboten. . . Ausnahmen können durch das B zirksamt gestättet werden und sind auf der Fischerkarte oder auf einem besonderen Schein unter Angabe der Art der Fische, der Zeit und des Orts des gestatteten Fanges und der hierzu anzuwendenden Fischereigeräthschaften zu bemerken. (Schluß folgt.'} Bekanntmachungen. Stammholzversteigerung. 368. 2.1. Die Gemeinde llrlosten versteigert am Montag den 20. Februar d. I., Morgens 10 Uhr anfangend, im Hiebschlag 9: 10 Stück zu Boven liegende Eichstämme,» welche sich zu Holländerholz'eignen, einige von kolossaler Stärke, 2 Hainbuchen und 11 Pappeln. Die Zusammenkunft ist im Schlag. Urloffen, den 8. Febr. 1871. Das Bürgermeisteramt. L a i b l e. Hofweier. Stammholzversteigerung. 379.2.1. Die Gem inde dahier läßt am Donnerstag den 16. d. M., Nachm. 1 Uhr, im obern Gemeindewald aus der Hiebstelle selbst 31 Strick Eichen, 1 Buche, 1 Erle und 1 Kirschbau in von verschiedener Größe, zusammen 1326 □ Fuß messend, einer zweiten Versteigerung im Klumppen aussctzen, wozu die Steigerungsliebhaber eingeladen werden. Hofweier, den 9. Febr 1871. Das Bürgermeisteramt. Rudolf. vät. Göppert. Stammholzversteigerung. 378.2.1. Die Gtincinbe Appenweier verstei- sert am Montag den 20. Febr. d. I., 46 Stück u Boden liegende Eichen, worunter sich 20 Stück lorzüglychL.Hpllävdereichey befinden, die übrigen ötg^me eigiip« sich zU;Bgu- und Wagnerholz. ÖlM,. Werden die Steigerungsliebhaber einge- aden. ' ' Tie Zusammenkunft ist im Hiebschlag (Stöckert), ^i'lagß.^.Mr. . ... Appenwerer, dtit 9' Febr. 1871. Das Bürgermeisteramt. K u p f e r e r. Steigerungs-Ankündigung. 380.3.1. In Folge richterlicher Verfügung werden dem Johann Georg Schmid, Bauer in Mühlenbach, am Mittwoch den 1. März 1871, Morgens 10 Uhr, im dortigen Sonnenwirthshause die nachbeschriebenen Liegenschaften öffentlich versteigert und endgültig zugeschlagen, wenn auch unter dem Anschlag geboten wird: Ein geschloffenes, in Mühlenbach, Gewann Büchern, gelegenes Hofgut, bestehend aus: a. einem Wohnhause mit Stall, Scheuer und Balkenkeller unter einem Dache, nebst Speichergebäude mit Waschküche; d. einem Mehle Garten beim Haus; *48 Sester Ackerfeld in 4 Stücken; » ä. 22% Sester Wiesfeld in 5 Stücken; «. 121 Sester Reutfeld in 2 Stücken; f. 2 Morgen 200 Ruthen Wald in 3 Stücken. Gefammtgnschlag . . . . 12,500 fl. Haslach, den 8. Febr. 1871. Der Großh. Notar. Frey. Hohnhurst. Wucherftierversteigerung. 364,2 2. Am Donnerstag den 16. Febr. 1.1., Nachm. 2 Uhr, läßt die hiesige Gemeinde ein««' abgängigem feiten Wucherstier auf dem SR#f> hause dahier um baare Zahlung öffentlich versteigern, Hohuhurst, den 7. Febr. 1871. Der Gemeinderath. Zockers, Bürgermeister. Steinkohlenhandlung 250.6.6. von Geck Sr Vittali in Offenburg. Wir beehren uns, htermtt anzuzeigen, daß wieder Ruhr- und Laarkohlen bei uns eingetroffen sind und offeriren ab unserem Lager auf der früheren Glasfabrik Saarftückerkohlen ä fl. 1. pr. Ctr., Rührer Fettschrott ä fl. 1. 12 kr. pr. Ctr., Do. Schmiedgrits ä fl. 1. 15 kr. pr. Ctr., Hagenbacher Stückkohlen ü 40 kr. pr. Ctr. in ganzen und halben Säcken billigst zu hchh^r-by Max WeriK 385.3.1. in Offenburg. Frisch gewässerte Stockfische, schön weiß, sind sonwäVend^.habmi chei Fer^mano'Schäfer 369.2.1. in G.ngenbach. Milch ist täglich zu haben im Gasthaus z. Schwanen dahier. 387. Ms Inspektor einer Ziegelei wird ein : >vi soiroer sicherer Mann dauernd zu engagiren gewünscht. 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