Amtliches Verkündigmgsblatt für den Kreis Ojfenburg, sowie für die Bezirksämter und Amtsgerichte Offenbur g und Gengenbach. Erscheint tiialich mit Ausnahme MantaaS, und kostet vierteljährlich in Oisenburg 1 fl., für den Landpostbezirk 1 fl. 2 kr., für die übrige» Postbezirke 1 fl. 7 fr. EinrücknngSgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr.__ Nro. 56. Offenburg, Dienstag den 7. März 1871. PolMsche Rmckschau. Offendurg, 6. März. Der Einzug der Deutschen in Paris war nach verschiedenen Berichten von den frechsten Redensarten der Pariser^ begleitet, und besonders in Berlin soll man über seine Unvollständigkeit gegenüber dem Hochmuth dieses Volkes sehr böse sein. Wir hätten wohl auch eine vollständigere Besetzung gewünscht, damit die Deutschen diesem Babel so recht den Meister gezeigt hätten; versetzen wir uns aber nur auch ein wenig in die Lage der maßgebenden Kreise, so werden wir die Sache begreiflich finden und unsere Wünsche gerade so mäßigen wie bezüglich Belforts. Mögen die Franzosen und besonders die Franzosen in ihrer Wuth noch so sehr in die unfläthigsten Reden gegen uns ausbrechen, mochte der freche Pöbel' von Paris es bei dem Einzug fast zu neuen Thät- lichkeiten kommen lassen: behalten wir die Größe der deutschen Siege und Errungenschaften eben so sehr im Auge wie die Größe der französischen Demüthigung, so werden wir die Mäßigung der Deutschen maßgebenden Kreise begreifen. Graf Bismarck und Moltke wissen wohl am besten, in welcher Lage ein Thiers und Jules Favre sich befanden, welche es über fich nahmen, für dieses entartete Volk einen solchen Frieden zu schließen. Sollte man die Lage dieser Männer und ihrer Anhänger in der Nationalversammlung noch schwieriger machen, es zu einem Gemetzel, zu einem neuen Kriege^ kommen lassen? Wissen wir nicht wie die Neutralen, voran die Engländer, die Demüthigung Frankreichs so überaus groß finden und die deutschen Erfolge beneiden? Sollte man eben diese Erfolge beneiden? Sollte man eben diese Erfolge durch einen »euen noch erbittertem Kampf aufs Spiel setzen? Wie leicht konnte bann der Krieg, abgesehen von der Grausamkeit und den Schrecken, die er bringen mußte wie nie zuvor, in einen europäischen ausarten und uns um die Größe der Erfolge bringen? Wie oft hat ein Gewittersturm die schon zum Einheimsen bereite Ernte zernichtet? Nein, bewundern wir die rechtmäßige weiße Mäßigung der politischen und militärischen Leitung Deutschlands eben so sehr wie ihre Kühnheit! Auch jenes entartete Volk, hat es erst nur einmal Muße gefunden die ganze Größe seines Falles, seiner Ursachen und Folgen zu überdenken, wird vielleicht noch anderer Ansicht werden; und wenn nicht, freuen wir uns daß uns seine Unverschämtheit so wenig anhaben konnte, als der Neid Englands, daß unsere Ernte so glücklich eingebracht wird! — Wien, 4. März. Die Wiener amtliche Zeitung veröffentlicht in ihrer Sonntagsnummer eine kaiserliche Entschließung, wonach das Linien Infanterieregiment Nr. 34 die Bezeichnung „Wilhelm 1., deutscher Kaiser und König von Preußen, Nr. 34"; das Linien- Jnfanterieregiment Nr. 2ö die Bezeichnung „Friedrich Wilhelm, Kronprinz des deutschen Reichs und Kronprinz von Preußen, Nr. 20" erhalten. — Paris, 4. März. Das „Journal osficiel" veröffentlicht ein Manifest Picards, welches öffentlich Klage über das Betragen der Individuen erhebt, welche nach dem Abmarsch der deutschen Truppen noch in den Vorstädten unter Waffen geblieben find, gestern Abend den Posten bei den Gobelins überwältigt und die der Regierung gehörigen Patronen geplündert haben. General Vinoy sei entschlossen, energisch seine Pflicht zu thun und rechne auf den Patriotismus und die Hingebung aller Einwohner von Paris. Das „Journal öfficiel" tadelt lebhaft die G;waltthätigkeit, denen Personen zum Opfer gefallen sind, welche man der Mengeials /preußische Offiziere bezeichnet hatte. Picard ist gestern nach Bordeaux abgereist. Jules Favre hat interministisch deffen Funktionen übernommen. — Karlsruhe, 1. März. (Karlsr. Z.) Es wird dem patriotischen Geber Hrn. Fabrikanten Bis- stnger in Pforzheim, welcher Gras Bismarck im vorigen Herbst durch eine eben so kunstreiche, wie prachtvolle Feder für die Unterzeichnung des Friedensvertrags erfreute, eine angenehme Nachricht sein, daß sein Geschenk bereits am vorigen Sonntag bei der Unterzeichnung der Friedensgrundlagen zur Verwendung gekommen ist. Nachdem die mühseligen Verhandlungen endlich Nachmittags 4 Uhr geschloffen waren, schrieb Graf Bismarck seinen Namen unter den ruhmreichsten, je von Deutschland errungenen Vertrag mit der goldenen Feder von Pforzheim, nicht ohne Stolz den französtschen Unterhändlern bemerkend, wem er sie verdanke. München, 2. März. In einer Festsitzung beider Gemeindekollegien hält der Bürgermeister eine begeisternde Rede und verkündet als einstimmigen Kollegienbeschluß: Zur Feier des Friedensschlusses wird in München ein Asyl für Hilfe, Pflege und Erziehung bedürftiger Kinder, besonders solcher Kinder, welche im Kriege Gefallenen angehören, gegründet. Die Gemeinde verwendet hiefür vorläufig 100.000 fl. München, 4. März. Im Wahlkreis München': von 11150 abgegebenen Stimmen erhielt Frhr. v. Stauffenberg (liberal) 8418, Radspieler (patriotisch) 1881, Kolb (demokratisch) 773 Stimmen. — Kassel. 2. März. (Hess. M.-Z.) L uis Napoleon ist vollständig reisefertig; seine Sachen sind gepackt, alle Sinnbilder und Abzeichen, welche aus die kaiserliche Würde Bezug nehmen, von den Gegenständen entfernt worden. Berlin, 2. März. Der Staatsanzeiger ver- öffentticht eine kaiserl. Verordnung, durch welche die Einberufung des Reichstages auf den 21. März fcstgefetzt wird. Berlin, 3. März. Was eine unrichtige Angabe englischer Blätter über die neue Gebietsabgrenzung betrifft, so bleiben die Festung Long- wy und Pont ä Mouffon bei Frankreich. -Im südlichen Elsaß wird nur ein kleiner Lanostrich östlich vor Belsort bei Frankreich belasten. Der Ort Delle und Umgebung kommen schon zu Deutschland. Berlin, 3. März. Graf Bismarck macht Anstände wegen der französischer Seits nicht vollständig geschehenen Auslieferung des Pariser Geschützmaterials. — Der Kaiser wird in Karlsruhe am 8. d., in Verein am 10 d. erwartet. Auch das Zivil- und Militärkabinet in Versailles tritt in einigen Tage» die Rückreise nach Berlin an. Wege» der „Halbheit" des Einzugs in Paris herrscht hier Unzufriedenheit in allen Kreisen. Lar Paris, 5. Febr. Der Gaulois porträ- lirt die Panser Abgeordneten zur Nationalversammlung in treffenden Schilderungen, von denen wir einige hervorheben. Viktor Hugo: Als Dichter allbekannt hat das allgemeine Stimmrecht ihn nur als Redner wiedergegeben, volle fonore Stimme, heroische Gebärde, kurze und schlagende Redeweise. Hugo hat von Shakespeare gesagt: „Der Dichter ist Prophet, vstvs." Damit meinte' er sich selber, denn Niemand denkt günstiger von fich wie er. Sein Epitheton „Napoleon der Kleine" ist historisch geworden; sein Haß hat Alles vorausgeschen aiDer Sedan. Zu Bordeaux wird Viktor HugMdie französische Gloire, das Genie gegenüber deR Gewalt, repräsentiren. Gambetta: Angeklagter Gambetta, Sie haben das Wort! Garibaldi: Don Quixote, deffen Dulcinea Frankreich; Sancho ist sein Bewunderer. Hat anderwärts bewiefen, daß er sich gegen Anderes als blos Windmühlen zu schlagen verstehe. Zwei Jahrhundert später wird man von Garibaldi wie heutzutage von König Artus reden. Hat Könige gemacht wie Warwick, hatte ferne Triumphe wie seine Niederlagen und hat sich immer wieder aufgerichtet, das Schwert in der Rechten. Dieser Mann besitzt Glauben und weiß ihn den Andern mitzutheilen. Henri Rochefort: Viel Geist und gesunden ^Sinn, was man auch sagen möge. Ist gestiegen, um zu fallen, hat sich aufgerichtet, um ^wieder zu stznken und neuerdings aufzustehen. Hat stets einen höchsten Trumpf in seinem Spiel, und dies ist ein Wort; mit diesem Wort antwortet er auf Alles, und seine politischen Meinungen fassen sich in dieses Wort. Er überrascht, wenn er sich vom Zeitungsschreiber zum Politiker, vom Laternemann zum Deputirten, von diesem zum Regierenden, dann zum Barrikadenbauer macht, jetzt verschwindet und jetzt wieder als Kandidat jund Deputirter erscheint. Schuldet uns seine letzte Ueberraschung, die nämlich, daß er's einmal ernst nimmt. Schölcher: Soldat anno 30, 48, 51 und 70, alt 67 Jahre; in der Marine, in der Literatur und der Administration gleich wohl bekannt. Die Aushebung der Sklaverei in unfern Kolonien, die Abschaffung der Pe'tschenstrafe in der Marine sind sein Werk. Ueberall protegirt er die welche nichts geerbt, wie er auch den Impuls zum Schließen der bis 49 allen Winden offen stehenden Wagen dritter Klaffe gegeben. Niemand versteht fich auf Kolonialfragen besser wie er. Thiers: Vor Allem Diplomat; der einzige, welcher Bismarck ebenbürtig wäre. Vor Allem Historikers?), der einzige, der die internationalen Interessen Deutschlands und Frankreichs richtig zu schätzen vermöchte. Vor Allem Prophet, denn er hat Paris befestigt und um 30 Jahre vorausgeschaut. Vor allem französischer Bürger, denn ums Haar hätte er uns durch Auferweckung der orientalischen Frage gerettet. Seine Erwählung ist ein glänzender Beweis für den gesunden Sinn unseres Volkes. Thiers liebt sein Land so sehr, daß er Alles, auch die Republik, annehmen wird. (Fortsetzung folgt.) « ü t i) f t i. Ein Kopf und ein Bein Ist Alles was meinL Der Kopf hat keineWütze, Das Bein hat kein Spitze. 222 VE«. 4. März. Die eingetretene« Verbesserungen der Schullehrer-Gehälter sollen ministerieller Anordnung zusolle künftig alljährlich durch die Regierungsamtsblätter zur öffentlichen Kenntniß gebracht werden. Bern 3. März. (N.Z.Z.) Gestern ist die französische Munition in Morges in die Lust geflogen. Die Magazine und das Zeughaus niedergebrannt. Schaden bedeutend. Viele Verwundete und Todte. Bern, 3. März, Abends. (Basl. Nachrichten.) Ueber die Katastrophe in Morges hat man hier folgende Nachrichten: Sieben Todte und über zwanzig Verwundete, schweizerisches und fran-ö flsches Kriegsmaterial gänzlich verloren, großer Schaden, Stadt unbedeutend beschädigt. Der Verwalter des Kriegsmaterials, Oberst Wursterberger, ist schon gestern Abend nach Morges abgereist. Florenz, 26. Februar. Angesichts der stärker werdenden klerikalen Regungen in Frankreich hat man sich hier entschlossen, mit der Verlegung der Hauptstadt nach Rom sich möglichst zu beeilen, trotz aller Unlust und Schwierigkeiten, die daraus erwachsen. Seit mehreren Tagen ist man eifrig mit den Arbeiten in den zu den Ministerien bestimmten Lokalen zu Rom beschäftigt und der hier angekommene Römische Beobachter zählt eine Reihe von Klöstern auf, welche von den königl. Ingenieuren in Eile besichtigt worden sind. London, 4. März. Reuters Bureau meldet: ~Me von den Londoner Blättern veröffentlichten Telegramme, wonach die nur theilweise Besetzung -on Paris das Resultat der Intervention Englands sei, sind unbegründet. England hat nur in der Geldentschädigungssrage einen Einfluß auszuüben versucht. Brest. 4. März. Die Rinderpest ist noch im Zunehmen; bei Landereau sind 500 Menschen mit dem Verscharren der Kadaver beschäftigt. — Die jüngste Botschaft des Präsidenten der Ver. Staaten von Nordamerika ist der französ. Presse überaus verdrießlich und selbst die gemäßigten Blätter, wie die Debats und der Temps können nicht umhin, ihrem Unwillen und, wie sie angeben, ihrem Erstaunen über die Haltung des Generals Grant Luft zu machen. Der Siecle sagt mit Entrüstung: „Kein Wort der Sympathie für Frankreich; im Gegentheil ein pomphaftes Lob Deutschlands, welches der Präsident vom Gesichtspunkt der Einrichtungen aus den Ver. Staaten gleichstellt. Dieser sonderbare Vergleich wird gar viele Leute in Erstaunen setzen, ohne selbst Hrn. v. Bismarck ausrunehmen. Vom Kriegsschauplatz. Bordeaux. 23. Febr. Man erzählt sich die unglaublichsten Dinge, man behauptet, Trochu habe steif und fest auf die wirksame Intervention der Sainte Genevieve, der Schutzpatronin von Paris, gerechnet. Da er in einer Proklamation an die Pariser erklärt hatte, der Gouverneur von Paris werde niemals kapituliren, so trat er, als es dazu kommen sollte, von diesem Posten zurück, blieb jedoch Mitglied der Regierung und erschien als solches am Morgen des 21. Jan. in der Sitzung seiner Kollegen, jedoch nicht in Uniform, sondern im Civilanzuge, graue Beinkleider, blauen Nock mit Goldknöpfen und schwarzer Kravatte. So trat er schlau lächelnd ein und äußerte gegen Dorian: Sehen Sie, der Gouverneur von Paris hat nicht kapitulirt! Bordeaux, 4. März. Eine Verfügung des Ministers ves Innern suspendirt die Privat- Telegraphie in allen französischen Departements vollständig._ Telegraphische Nachrichten. Versailles, 3. März. S'e. Maj. der Kaiser und König hielten heute Vormittag um 1l Uhr auf den Longchamps Parade über das Gardekorps, die Garde-Landwehr-Diviston, das Königs Grenadier-Regiment und Abtheilungen der Belagerungsartillerie und Pionniere ab. In Folge der gestern ausgetauschten Ratifikationen des vorläufigen FriedensvMrags wurde im Laufe des heutigen Vormittag? Paris nach zweitägiger Besetzung von unsern Truppen geräumt. Die Heere haben Befehl erhalten, dem Vertrage entsprechend den Marsch hinter die Seine-Linie anzutreten. v. Podbielski. Bordeaux, 3. März. In der Nationalversammlung legte die Regierung einen Gesetzentwurf vor, dem zufolge ein Ausschuß ztz ernennen ist, welcher sämmtliche seit dem Begirme des Krieges abgeschlossenen finanziellen Mrträge prüfe. Der Justizminister Dufaure bringt einen Erlaß ein, durch welchen die von Cremieux verfügte Absetzung mehrerer richterlichen Personen aufgehoben wird. Rochefort, Ranc, Malon und Briffon legen ihre Vollmacht nieder, indem sie gegen die Abtretung des Elsasses proteftiren. Pyat will seine Vollmacht nicht niederlegen, er werde aber nicht eher in der Nationalversammlung erscheinen, als bis die Abtretung des Elsasses widerrufen sei. München. 4. März. Im Wahlbezirke München II. ist nach bisher bekannter Stimmenzahl die Wahl des Stadtrichters Kästner (liberal) gesichert Prinz Ludwig unterlegen. Augsburg, 4. März. Im hiesigen Wahlbezirk hat der liberale Bewerber, Bürgermeister Fischer dahier, gegen den patriotischen Bewerber, Advokaten Karl Barth hier, gesiegt. Vermischte Nachrichten. * Offenburg, 6. März. Wir feierten gestern das Friedensfest. Schon am Vorabend und am Morgen verkündeten es frohe Musikklänge und Freudenschüsse; die Sänger der Concordia und des Arbeiterbildungsvereins trugen in frischer Morgenluft an verschiedenen Plätzen der Unter- und Oberstadt feierliche Choräle vor. Mittags Geläute aller Glocken. Nachmittags Festauszug der Schuljugend, geleitet von ihren Lehrern und Festordnern der Feuerwehr und beiden Musikchören; eine Masse Zuschauer, wohl 4 bis 5000, war aus der Nähe und Ferne herbeigeeilt. Wie strahlte und malte sich die Freude der jugendlichen Herren auf den jugendlichen Gesichtern! Wie glänzten die blonden Locken weißgekleideter Mädchen im goldenen Sonnenstrahl! Denn auch der Himmel schien seine Freude zu haben an dem herrlichen Feste; das reinste Himmelsblau strahlte hernieder, und das härteste Herz mußte erwärmen, angehaucht vom Odem der wiedererwachenden Natur, im Anblick der bereits für die Abendfeier geschmückten Gebäude, der Triumphbogen, der wallenden Fahnen und Wimpel. Nach dem Umzug erfolgte die Aufstellung der Jugend vor dem Drakedenkmal und eine geeignete Ansprache durch einen Herrn Lehrer; hierauf Groß-r Gott wir loben Dich und die Wacht am Rhein mit Musikbegleitung; endlich Aufmarsch zum Empfang der Festbretzeln (vie Denkmünze soll erst später vertheilt werden) in der Allee. Die Zwischenzeit' bis zum eintretenden Abend wurde der Pflanzung eines Lindenbaums vor dem neuen Schulhaus, der Erholung und nächsten Vorbereitung zur allgemeinen Beleuchtung gewidmet, die mit einbrechender Dunkelheit den Glanzpunkt des Festes bildete. Wieder zog Musik durch die -Stadt und ertönte das feierliche Geläute aller Glocken, und vom Bahnhof bis zu den südöltlichen und südwestlichen Enden der Stadt strahlten die Gebäude und Triumphbogen im Zanberschein der tausend und aber tausend Flämmchen und bunten Lampen, die mit dem Glanze des Mondes und des glitzernden Sternenhimmels wetteiferten; selbst die beiden Kirchthürme ragten im bunten Lichte zum Himmel empor; hellstrahlende Sonnen, ein prächtiges Kreuz lockten die Augen der zahllosen Bewunderer; zahlreiche Transparente, voraus am Bahnhof, dem Rathhaus, dem Bezirksamtsgebäude und Kreisgericht, wie an vielen, vielen Privatwohnungen zeigten die strahlenden Bilder der Germania und des deutschen Kaisers, des Generals Werder, Wappen und Sinnsprüche, welche den Gefühlen des Herzens Ausdruck gaben, sowie die glorreichen Namen der gewonnenen Schlachten und genommenen Festungen, der Schauplätze dieses ewig denkwürdigen Krieges, dem Deutschland seine Auferstehung verdankt, die wir heute feierten mit der Auferstehung der Natur. (Schluß folgt.) O f f e n b u r g, 5. März. Von Hrn. Eckhard kam gestern Abend nachstehendes Telegramm Schloffer- meister hier. 14. „ Anna Apollonia, Vater: Franz Kopp, Hutmacher hier, Bürger in Stadlern, K. B. 14. „ Wilhelmine Charlotte, Mutter: die ledige Rosalia Kirschbaum von Lahr. 15. „ Rosa, Vater: Elias Weil, Bürger und Kaufmann hier. 16. „ Louise, Vater: Alois Schaible, Fabrikarbeiter hier, Bürger in Ehrsberg. 18. „ Franz Heinrich, Vater: Karl Josef Zerrer, Bürger und Gerbermeister hier. 18. „ Emma, Mutter: die ledige Pau- lina Bianzano von hier. 19. „ Rosina, Vater: Albert Bühler, Bürger und Schneider hier. 20. „ Franz Mathä, Vater: Mathä Beile, Bürger und Bäckermeister hier. 21. „ Hermann Josef, Vater: Emil Holzhauer, Bürger und Kaufmann hier. 21. „ Franziska, Vater: Peter Rubi, Kutscher hier, Bürger in Hofweier. 25. „ Karolina Elisabeths, Vater: Friedr. Kern, Bürger und Maurer hier. 25. „ Karl Georg, Vater: Georg Schilli, Bürger und Mchgermeister hier. 11. Getraut: 2. Febr. Karl Kuhn, Bürger und Kanzleigehilfe hier, mit Barbara Jaquemin von Zell a. H. 2. „ Josef Schmidt, Hutmacher von München, mit Magdalena Schwarz, von hier. 9. „ Karl Modell, Schreineruttister hier, Bürger in Zunsweier, mit Maria Anna Gärtner von Kippenheim. 13. „ Alexander Geck, Bürger und Gastgeber zum Deutschen Kaiser hier, mit Bertha Werner von Appenweier. III. Gestorb e n: 1. Febr. todtgeborenes Knäblein, Mutter: die ledige Maria Anna Sester von Durbach. 1. „ Friedrich Kölblin, 76 Jahre alt, pens. Notariats-Assistent, Bürger in Oberrimsingen. 7. „ Karl Cosmas Lenert, 27 Jahre alt, lediger Kürschner von hier. 8. „ Georg Hartmann, 52 Jahre alt, lediger Assistent bei Großh. Kreis- und Hofgericht hier, heimalhsbe- rechtigt in Villingen. 12. „ Anna Johanna Stricker, 11 Monate alt, Vater: Karl Stricker, Großh. Revisor hier. 15. „ Karolina Bährle, 30 Jahre alt, Ehefrau des hiesigen Bürgers und Oekonomen Friedrich Bährle jr. 16. „ Friedrich Kleindienst, 48 Jahre alt, ledig, Bürger und Schreinermeister von hier. 25. „ Max Gutmann, 40 Jahre alt, lediger Kanzleigehilfe von Seelbach. 25. „ Anton Lees. 75 Jahre alt, oer- wittweter Bürger und Nagelschmied von hier. 25. „ Babette Simmler, 73 Jahre alt, ledig von Bruchsal. 27. „ Franz Dold. 35 Jahre alt. Burger und Lohnfuhrmann hier. 27. „ Eduard Bloch, 6 Mon. alt, Vater: Sigm. Bloch, hies. Bürger und Kfm. 28. „ Karolina Henzler, 43 Jahre alt, ledige Fabrikarbeiterin von Alten- _ steig, K. W. __ Einladung. 686. Heute Dienstag, Abends 6 Uhr, Bierbanket der Sechszehner bei Bierbrauer Lienhard in Berghaupten, wobei sämmtliche Sechszchner freundlichst eingeladen werden. Stoff ausgezeichnet. Für ' die Redaktion verantwortlich A. Reiff.— Druck und Verlag von A. Reiff und Eomp.