sowie für die Bezirksämter und Amtsgerichte Offenburg und Gengenbach. Amtliches Verlumdigungsbtatt für den Kreis Offcnlmrg, Erscheint täglich mit Ausnahme Montags, und kostet vierteljährlich in Offenburg 1 st., für den Landpostbezirk 1 st. 2 kr., für die übrigen Postbezirke 1 fi. 7 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr. Nro. 58. Offenburg, Donnerstag den 9. März 1871. Politische Rundschau. Offenburg. 8. März. (Schluß der Friedens- prätlminarien.) Die Räumung der zwischen dem rechten Seineufer und der Ostgrenze gelegenen Departements wird seitens der Deutschen schrittweise nach Ratifikation des definitiven Friedensvertrages und Zahlung der ersten halben Milliarde erfolgen. Die Räumung beginnt bei den Paris zunächst gelegenen Departements, wird je nach bewirkter Zahlung fortgesetzt. Nach der ersten Zahlung einer halben Milliarde werden folgende Departements geräumt: Somme, Oise, die Theile des Departement Seine infe- rieure, Seine und Oise, und Seine et Marne, welche auf rechtem Seineufer gelegen, sowie derjenige Theil des Dep. Seine mit den Forts, welche auf dem rechten Seineufer liegen. Nach Zahlung von 2 Milliarden umfaßt die Okkupation nur noch die Departements Marne, Ar- dennes, haute Marne,.Meuse, Vosges, Meurthe, sowie die Festung Beljort mit ihren Gebieten, die als Pfand für die rückständigen 3 Milliarden dienen. Die deutschen Truppen in diesen Departements dürfen 50,000 Mann nicbt übersteigen; es bleibt dem Kaiser überlassen, an Stelle der Territorialgarantie finanzielle Garan tie treten zu lassen, wenn dieselbe französischer Seits unter ausreichenden Bedingungen geboten wird. Für die 3 Milliarden, deren Zahlung verschoben ist, werden 5 Prozent Zinsen vom Ralisikationstage an gezahlt. Art. 4. Die deutschen Truppen werden in okkupirten Departements alle Requisitionen unterlassen, dagegen werden sie auf französische Kosten unterhalten, und zwar nach einem mit deutscher Militär- Intendantur zu treffenden Einvernehmen. Art. 5. Die Interessen der Einwohner in den abgetretenen Gebieten werden in Allem, was Handel, Privatrecht angeht, möglichst günstig geregelt, sobald die Bedingungen des definitiven Friedens festgesteUt worden, hiezu wird ein Zeitraum festgesetzt, in welchem diese Bewohner besondere Erleichterungen bezüglich der Zirkulation ihrer Handelserzeugnisse genießen sollen. Die deutsche Regierung wird der ungehinderten Auswanderung der Einwohner der abgetretenen Gebietsteile nichrs in den Weg stellen. Auch wird dieselbe den Einwohnern gegenüber keine Maßregel ergreifen dürfen, welche Person oder Eigenthum derselben antastet. Art. 6. Die Kriegsgefangenen , welche .nicht bereits ausgewechselt sind, werden unverzüglich nach Ratifikation zuruckgegeben. Um den Transport der Gefange- nen E- "^schleunigen, wiro die franz. Regierung zur Disposition der deutschen Behörden im In dern Deutschlands einen Theil des Fuhrmate- rmls ihrer Eisenbahn stellen und zwar in durch besondere Verabredung festzustellender Ausdehnung, sowie zu denjenigen Preisen, welche in Frankreich von der franz. Regierung für Mili- tartransporte gezahlt worden. Art. 7. Die Eröffnung der' Verhandlungen über definitiven frieden, welcher auf den Grundlagen der gegen- wartigen Präliminarien abzuschließen, wird in Brustcl unverzüglich nach der Ratifikation der letzteren durch die Nationalversammlung und den deutschen Kaiser stattfinden. Art. 8. Nach dem Slbschluß und der Ratifikation des defini- tlven Fnedensvertrags wird die Administration der Departements, welche noch von deutschen Truppen besetzt bleiben sollen, den französischen Behörden wieder ubergeben; letztere sollen gehalten sein, Befehlen, welche Kommandanten der deutschen Truppen im Interesse der Sicherheit, des Unterhaltes und der Vertheidigung ihrer Truppen ertheilen zu müssen glauben, Folge zu leisten. In den okkupirten Departements wird die Erhebung der Steuern nach Ratifikation der Präliminarien für franz. Rechnung und mittelst franz. Beamten bewirkt werden. Art. 9. Gegenwärtiger Vertrag kann der deutschen Militärbehörde keinerlei Recht auf Gebietstheile, die von ihr unbesetzt sind, gewähren. Art. 10. Gegenwärtige Präliminarien werden der Ratifika tion des Kaisers und der franz. Nationalversammlung unterbreitet werden. Versailles, den 26. Februar 1871. Folgen die Unterschriften. Der Vertrag ist abgeschlossen zwischen Nord- deutschland und den drei süddeutschen Ministern einerseits, und Thiers und Jules Favre andererseits. München, 4. März. Seit drei Tagen ist die Stadl wegen der Friedensnachrichlen beflagut. Eine größere und allgemeine Sieges- und Friedensfeier ist für den Einzug der Truppen oder für den durch ganz Deutschland zu begehenden Festtag verspart. Dagegen hat der Beschluß der Gemeindebehörden, mit einem Fundations- kapital von 100,000 fl. für alle Zeiten das Gedächtniß dieser Tage durch die Stiftung eines Asyls für hilfs- und pflegebedürftige Kinder (zunächst solcher, welche der Krieg ihrer Ernährer beraubt hat) zu gründen, aüseitigen Beifall und Dank gefunden. (Schw. M.) München, ,7. März. In der Rheinpfalz sind sämmtliche Patrioten den National Liberalen unterlegen. Es wählten Landau, Zweibrücken, Germersheim, Kaiserslautern: Landtags Abgeordneter Jordan, Louis, Karl Schmidt, Golfen; Speyer: Rentier Heidenreich daselbst; Homburg: Gutsbesitzer Buhl aus Deidesheim. In Kempten ist Völk's Wahl gesichert; schon gestern Abend über 7000 Stimmen für ihn bekannt. Glück auf! (Schw. M.) Berlin, 3. März. Es werden Vorlagen wegen Dotationen für Bismarck, Werder rc. vorbereitet. Bei den Brüsseler Friedensverhandlungen wird das deutsche Reich durch Arnim vertreten. (Frks. Ztg.) — (Reichstagswahlen.) Gewählt in Berlin: Hagen, v. Hoverbeck. Wiggers, Runge, Duncker, Schulze-Delitzsch; sämmtlich Fortschrittsp. Leipzig: Stephani (nationallib.). Hannover: Ewald (Welf.). Erefeld: Reichensperger (klerikal). Darmstadt: Hoffmann (nationallib.). Mainz: Bamberger (nationallib.) gegen Mufang (kler.) und Dumont (Volkspart.). Frankfurt a. Nt.: Engere Wahl zwischen Sonnemann und Rothschild. Meerane: Bebel (Soz.-D.). Elberfeld: Engere Wahl zwischen v. Kusterow und Schweitzer (Soz.-D.). Altona: Bräuer (Soz.-D.) Innsbruck. 3. März. Auch Innsbruck hatte seine deutsche Siegesfeier. Ein großartiger Fackelzug bewegte sich diesen Abend unter den Klängen der Musik und des deutschen Liedes bei bengalischer Beleuchtung durch die Straßen der Stadt, während von den Höhen die Böller ihr donnerndes Echo gaben. Wundervoll aber schauten won den Bergen die helllodernden Freu- denfeuer ins Thal hernieder, die sich um so imposanter ausnahmen, als sie in einer Linie längs der gegenwärtigen Schneegrenze (etwa 5000 Fuß boM sich ununterbrochen hinzogen und die weiße Schneehülle magisch beleuchteten; im Gesichtskreise der Stadt waren deren gegen 30 zu schauen. Den Fackelzug beschloß ein zahlreich besuchtes, bis Mitternacht dauerndes Bankett, wo begeisterte Trinkspiüche auf die Hel- denthaten der deutschen Brüder ertönten. (S.M.) Telegraphische Nachrichten. * Saarbrücken, 6. März. Aus Versailles vom 3. d. wird gemeldet: Auf einer Spazierfahrt ist der Kaiser bei dem Bastion Point du jour in die Stadt Paris hineinqefahren bis zum Thor nach dem Bois de Boulogne. Der Kronprinz hat gestern die in Paris eingerückten Truppen besucht. Die Okkupationstruppen, die Paris wieder verlassen haben, beziehen zunächst wieder ihre früheren Kantonnements-Quartiere auf der Südseite. — Die aus dem Grafen Henkel und den Geh. Räthen Bleichröder und Scheidtmann bestehende Finanzkommission hat ihre Arbeiten vollendet. Die Kommission löst sich j tzt auf. Saarbrücken, 6. März. Aus Versailles vom 4. d. wird berichtet: Nachvertragsmäßig erfolgter Räumung des linken Seineufers dürfte das Hauptquartier des Kaisers einstweilen nach Com- pi- gne, das des Kronprinzen nach Ferneres verlegt werden. Am 6. sollte eine Revue des 1. bayrischen Armeekorps, der württembergischen Division und des sächsischen Armeekorps vor dem Kaiser statlfindcn, welcher von ihnen Abschied nehmen will. Paris, 5. März. Nach allen Anzeichen gewinnt es an Wahrscheinlichkeit, daß die Ruhe in der Stadt nicht mehr gestört werde. Mehrere Bataillone der Nationalgarde verlangten ihre Kanonen, welche sie verflossenen Mpntag nach dem Platze Wagram geschafft hatten, zurück; die Militärbehörde behält dieselben indessen einige Tage noch in ihrer Obhut. Einige Bataillone der Nationalgarde protestiren gegen das Auftreten des sogenannten republikanischen Cen« tralkomite's, durch welches lediglich die gegenwärtige Erregung hervorgerufen zu sein scheine. Bordeaux, 4 März. Bei Bischof Dupanloup wird morgen eine Versammlung von ungefähr 230 Legitimisten und Orleanisten stattfinden, um diese beiden Zweige zu verschmelzen. Diesen Morgen um 3 Uhr fand außerordentlicher Ministerrath statt, der durch die Pariser Ereignisse in vergangener Nacht veranlaßt war. — Rente eröffnet mit 52. Bordeaux, 6. März. Nationalversammlung. Louis Blanc beantragt, daß man von den Mitgliedern der Regierung der nationalen Vertheidigung Rechenschaft verlange über die Ausübung der ihnen verliehenen Vollmachten während des Zeitraums vom Beginne der Belagerung von Paris bis zu dessen Kapitulation. Den Antrag haben Viktor Hugo, Quinet, Louis Blanc, Pey- rat, Greppo, Schölcher, Ferry, Floquet, Joc- qeaux, Lockroy und Andere unterzeichnet. De- lescluze beantragt, sämmtliche Mitglieder der Regierung der nationalen Vertheidigung wegen Hochverraths anzuklagen und zu verhaften. —■ Johnston und mehrere Andere b.-antragen: Sämmtliche Lieferanten sollen innerhalb dreier Monate ihre Verträge mit den bezüglichen Belegen der Regierung vorlegen, widrigenfalls dieselben nicht als bindend anzusehen seien. Andei-r Abgeordnete beantragen, den Sitz der Nationalversammlung nach einem andern Orte als Paris zu verlegen. Thiers bittet die Versammlung, 230 über diese Frage sofort zu entscheiden, da die örtliche Trennung der Negierung den Gang der Verhandlungen sehr verzögere. Die Versammlung beschließt auf Antrag Thiers' sofort die Bureau-Sitzung zu konstituiren. Die öffentliche Sitzung wird abgescklossen. — Gambetta ist nach Cahors abgereist. Changar- nier ist sehr leidend. Vermischte Nachrichten. §§ Offenburg, 8. März. Sicherem Ver- nehmen nach wird künftigen Sonntag im hiesigen Frauenkloster eine von einem französischen Jesuiten geleitete s. g. Retraite, d. h. ein religiöser Unterricht, verbunden mit geistlichen Exerciticn, also eine Jesuitenmisston im kleinen Stile, beginnen, wozu zahlreiche Einladungen an Frauen und Jungfrauen hiesiger Stadt ergingen. Wir finden nicht Worte genug für unser Erstaunen, daß man es wagt, jetzt, wo sich die französische Erde über den frischen Grabhügeln unserer Soldaten kaum geschlossen, uns von dort mit einem geistigen Uebersalle zu bedrohen. Nachdem französische Anmaßung und Herrschsucht an der unwiderstehlichen Tapferkeit unserer Heere so schmählich gescheitert ist, sucht man in anderer Weise den verlorenen Boden wieder zu gewinnen, indem man zunächst die leichter zugänglichen Gemüther der Frauenwelt und durch i tziere die Familie zu gewinnen sucht, von wo ; inn der Schritt in das Leben der Gemeinde u.id des Staates kein schwerer mehr ist. Mit Recht fragt man sich, ob denn unsere Geistlichen an Bildung und Frömmigkeit so tief unter ihren französischen Amtsbrüdern stehen, daß man zur religiösen Erbauung und Belehrung unseres Volkes solche fremde Schwarzkünstler kommen lassen muß? Wir meinen, das f.anz. Volk sei am allerwenigsten dazu berufen, den religiösen Sinn der Deutschen zu wecken und zu fördern; denn gewiß prangt in dem uuver- welklichen Kranze acht christlicher Tugenden, welche das deutsche Volk im verfloffenen Kriege in so reichem Maße an den Tag gelegt hat, vor allem die tiefe Religiosität, mit welcher der deutsche Soldat in den Kampf zog, während der Franzose selbst Angesichts so naher Todesgefahr sich noch mit seiner seidenen Buhlschaft vergnügte. Hätten wir uns nur einmal überzeugen können, daß durch Jesuitenmissionen und Missiönchen der sittliche Zustand des Volkes geh.den würde, wir wollten dann nichts gegen deren Abhaltung erinnern! Aber daß Gott erbarm! von solchen Früchten nie eine Spur, wohl aber Fälle genug, wo Hader und Zwist in den Familien, Ueberspannlheit und wirkliche Verrücktheit in den Köpfen zurückblieben! Fort daher mit den Missionen, selbst wo sie unter dem bescheidenen Titel einer „Retraite" sich ankündigen! An Euch, Männer von Offenburg, wäre es, Euren Angehörigen den Besuch solcher französisch-jesuitischer Exei cierplätze gerade zu untersagen. Wir hegen übrigens zu unfern Frauen und Jungfrauen, welche während des kaum beendigten Krieges ihre wahrhaft deutsche Gesinnung so oft bewährt, das unbedingte Vertrauen, daß sie sich jetzt nicht dazu hergeben, dem französischen Geine auf geistlichem Gebiete zu einem Triumphe zu verhelfen. Das fi anz. Wort „Retraite" heißt auf gut deutsch „Rückzug"! Möge die Haltung der ganzen hiesigen Bevölkerung dazu beitragen, daß dem Herrn Pater nichts übrig bleibt, als unverrichteter Dinge seine „Retraite" nach Frankreich anzu- treten. — Schluß der Offenburger Feier. (Das Bankett, auf welchem Hr. Thierarzt M etz- ger begeisterte Worte sprach, wäre wohl besser an einem andern Tage abgehalten worden als am Sonntag Abend, wo alles müde war.) Weitere Sinnsprüche folgen: Bei Hrn. K. Haberer. Möchte dem Sieg unserer heldenmüthigen Armee Der Sieg des Lichtes über die Finsterniß folgen! Bei Hrn. Medizinalrath Barth: Manch uuverwelklich Lorbeerreis Ward unserm Heer beschieden; Doch ist der schönste Kampfespreis Ein segenooller Frieden. Bei Hrn. Schreiber: Heil unserm Kaiser, Fürst und Vaterland, Heil unfern Siegern, Deutschlands Heer! Bei Hrn. Major Eisinger: Hoch lebe Wilhelm der deutsche Kaiser! Der Adler sinkt, die Fahne fliegt, Germania Heil! du hast gesiegt. Bei Hrn. Drinnenberg: Freut euch an den Friedenstagen, Frankreichs Horden sind geschlagen; Freu' sich darum Jung und Alt, Uus're Sieger kehren bald. Es lebe Deutschland und sein Kaiser! Bei Hrn. Wahle: Wer im Krieg will Unglück han, Der fange mit den Deutschen an. Bei Hrn. Tritschler: Friede und Eintracht weile fortan über dem deutschen Re ch-! Gymnasium: Heil dir, deutsches Vaterland! Heil im süßen Frieden, Endlich dir durch iiaike Hand, Treuen Sinn beschieden. Bei Hrn. Schweiß: Dreifach Heil dem geeinigten Deutschland! Bei Hrn. Hölzlin: Durch Krieg zum Frieden, Im Frieden zu Freiheit und Licht! Bei Hrn. Mandel: Durch seiner Söhne kostbar Blut geweiht Entstand das Reich in neuer Herrlichkeit! Bei Frau Plank: Gott und den deutschen Kriegern zur Ehre I Bei Hrn. Kirsch: Deutscher Heldenmuth Beugte Frankreichs Uebermuth, Brachte uns den Frieden. Hoch lebe die deutsche Einigkeit! Bei Hrn. Offenheimer: Der Frieden isch do, Seid lustig und froh. Bei Hrn. Amrhein: Heil dem deutschen Kaiser Wilhelm, Der Zierde des Heeres, Dem Liebling des Volkes! Bei Hrn. Komprecht: 1 . Heil dem deutschen Reich! 2 Hoch! unfern deutschen Kriegern! Bei Hrn. Jos. Thalmann: Die gerechte Sache verlieh uns den Sieg. — Frei bürg i. B., 1. März. (Fr. II Wegen Ausbreitung der Blatternkrankheit und einreln tödtlich verlaufener Fälle im Kollegium Theologikum wurde diese Anstalt bis auf Weiteres geschloffen. — Die Elsäßer wie die Franzosen sprechen bekanntlich nur von Verralh und Verkauf und drehen und wenden sich nach allen Seiten, ohne daß es aber was nützt. So sollte bald ganz Frankreich bald Elsaß den Vereinigten Staaten Nordamerikas einverleibt und so den verhaßten Deutschen entzogen werden; ein andermal hieß es, Elsaß und Deulschlothringen bleibe nur im Versatz bis die Milliarden bezahlt seien: alles umsonst, jede Hoffnung eitel; ja sogar die komische Seite darf nicht fehlen, die „Malefiz Schwaben" müssen sogar noch ihre Witze dazu reisten. — Zu Kehl in einem Bierhaus klagt auch ein Elsäßer, wie sie verkauft worden seien. „Wie?" sagt ein in der Nähe sitzender Schwabe, der Heu hinüber geliefert hat, „i möcht au wiffa, wer euch kaufa wott!" — Einem andern, der sich ebenfalls für verkauft hält, entgegnet man: ja, und das Interessanteste ist, daß man uns noch Geld geben muß. damit wir euch nur nehmen. — Ein Schweizer sagt zu einem Elsäßer: Nu, jetz isch's fertig; jetz werdet er ebbe dütsch. Jo, erwiedert der Elsäßer, mit uns isch's fertig und an euch kommt's noch! — Augsburg, 2. März. Bei der heutigen Schwurgerichts-Verhandlung wurde der Redakteur der „Allg. Ztg" von der Anklage wegen des Vergehens der Nichtbeachtung der Sicher- heitsoorschriften bei Kriegszeiten freigesprochen. — (Unglücksfall.) In Pesth ist die amtliche Nachricht eingelaufen, daß in der verflossenen Woche ein Hochzeitszug, welcher mit 8 Wagen und 50 Personen beim Dorfe Asvary über das Eis der Donau fuhr, durch das Eis gebrochen ist. Alle Personen sind, mit Ausnahme von zwei Frauenspersonen, wovon eine eben die Braut war, sammt Pierden und Wagen unrettbar im Strom versunken. Wahlergebnisse. Amt Gengenbach. Eckharv. Lender. Berghaupten 16 138 Bermersbach 23 92 Blberach 59 148 Eengenbach 150 244 Nordrach 82 135 Oberharmersbach 97 259 Ohlsbach 14 175 Reicheubach 27 56 Schwaibach 35 44 Unieiharwersbach 82 201 Unierentersbach 13 97 Z-ll 159 125 7i>7 17.4 Amt Ob erkirch. Eckha d. Lender. Butschbach 8 58 Erlach 56 39 Gaisbach 9 50 Gnesbach 76 8 Haslach 2 68 Herzihal 1 56 Ibach 28 55 Laulenbach 42 96 Lierbach 39 25 Maisach 47 16 Nußbach 1 109 Obeikirch mit Fernach 137 89 Oedsbach 3 69 Oppenau Pet.rsthal 195 84 128 51 Ramsbach 39 20 Ring.lbach 2 42 Stadelhofen 13 106 Tine, garten 1 98 Ulm 35 155 Uuterneffelried 3 35 Zujenhofen 1 86 866 1415 Zum 9. März 1871. (Allen Franzisken oder Fannys gewidmet.) Den Franzlsken allen Ein donnerndes Hoch! — Weithin mög es ichall n — Am Noidpole noch! Den Jungen und Alten — — Das gilt mir nun gleich — Wo sie auch wallen Im n.udcu scheu Reich! Den ledigen, freien — 'neu kreuzbraven Mann! Daß man zu Zweien Sich freuen auch kann! Und stark sei die Deue — Wie Eisen und Siahl — Daß nimmer mit Reue Sich quäl' der Gemahl! Gesundheit versteht sich Von selber dazu — Dann wünscht man recht spät sich Tie ewige — Ruh'! Im wonnigen Himmel — Dort sucht sich entzückt — Im Engelgewimmel, Was hier sich beglückt! 231 Berlin, 1. März. Mit der Bestimmung, daß die.preußischen Truppentheile auch ferner noch Nit der ausdrücklichen Bezeichnung als solche geführt werden sollen, ist zugleich für die ge- sammle deutsche Armee eine prinzipielle Ent- fchädung getroffen worden. Es werden danach, Mktigstens fürs Erste, innerhalb des Verbandes ^selben eine preußische und eine bayerische Ar- aiee, ein sächsisches Armeekorps, würtlembergische, badische, mecklenburgische Truppcrckörper, wie sonst alle die früheren Territorial-Unterscheidun- qen fortbejtehen. Die Einheit der deutschen Armee wird hingegen in der fortlaufenden Num- mersolge der Regimenter, wie in einem gemeinsamen Feldzeichen an den Fahnen, Standarten, den Kokarden rc. ihren Ausdruck stnden. Die künftige Stärke der Armee wird, einschl. der preußischen Garden, zu 17 Armeekorps mit 153 Infanterie- und 104 Kavallerie-Regimentern angegeben. — Die Verluste des preuß. Ga-de- korps stellen sich auf: 12 Obersten, 4 Oberst- Leutnante. 15 Majore, 73 Hauptleute und Rittmeister, 275 Leutnante, 26 Fähnriche, 50 Feldwebel. 1 Wachtmeister, 12 Vizefeldwebel, 805 Unteroffiziere. 20 Trompeter, 4 Stabskrompeker, 1 Regimenistambour. 2 Bakaillonstambours, 110 Spielleute. 8430 Gefreite und Gemeine, 4 Hautboisten. 1 Zahlmeister, 1 Arzt. 8 Lazareth- gehilf.n an Todien und Verwundeten, und 1 Feldwebel, 1 Wachtmeister, 9 Unteroffiziere, 10 Spielleute, 238 Gefreite und Gemeine an Vermißten. Frankreich, Land und Leute. (Schw. M.) (Schluß.) Südlich von Orleans erhebt sich ein waldiges, ost auch sumpfiges Land, mit vielen Eisenschmelzen , welches ge^en Lyon hin auch Steinkohlen hat. Durch diese wird die Industrie von Lyon und von St. Etienne genährt. Das Material für die Lyoner Webstühle wird theilS in dem warmen Süden Frankreichs erzeugt, theils aus Italien eingeführt. Lyon liegt theils im steilen, schmalen Thal der Sayne, theils in der Rhoneebene und wird von hochgelegenen Forts beherrscht und vertheidigt. Obgleich an der Saone, nördlich von Lyon in Macon, einer der beliebtesten Tischweine wächst, bläst von den Schneegebirgen auch ost im Sommer der scharfe Mistral. Auch hat die Rhone in ihrem reißenden Lauf, welcher oft die Ufer verändert, bis weit herunter den Charakter des Gebirgs- waffers. Die seltenen, schon im Frühjahr ausgebrannten Wiesen erzeugen hier wenig Milch, noch seltener Butter, das Olivenöl tritt an seine Stelle, dessen Genuß zornmüthig machen soll. Aus den düsteren, jeder Bequemlichkeit baaren Steinwohnungen des Landmanns schauen fanatische Gesichter: Ratur und Menschen sind hier, von den Städten abgesehen, den genuesischen, ja den süditalienischen ähnlicher als dem nordfrauzösischen. Daher lehnen sich gegenwärtig diese leidenschaftlichen Geister gegen die herkömmliche Herrschaft Nordfrankreichs auf. Die Bürgerkriege, oft durch religiösen Fanalis mus gesteigert/ sind hier stets furchtbar blutig gewesen. Der Süden hat Frankreich ichr viele Männer von Phantasie, von Tbatkraft und Scharfsinn geschenkt, er hat die geistigen B -- wegungen des Nordens ins Extrem gesteigert, aber nie eine nachhaltige eigene politische Gestalt oder Richtung geschaffen. — Die älteste deutsche Kosmographie charakterisirt die Franzosen durch ihre Tapferkeit und durch ihre ra buliltische Piozeßsucht. Diese wird sich nun bei den Unterhandlungen erweisen; sie sind froh, daß sie keinen anerkannten Beauftragten haben. Die entfernteren Provinzen machen dieß geltend. Frankreich ist seit einigen Jabrhunderten das verzogene Kind Europas, welches davon viel zu leiden hatte. Nicht bloß seine al'en Provinzen wurden in allen Friedensschlüssen als unantastbar behandelt. Kein Wunder, daß es den Franzosen hart eingeht, auf dieses Pri vilegium zu verzichten. Aber die Noth har auch schon sehr verzogene Menschen belehrt, daß es nur eine Gerechtigkeit für alle gibt. Die einnndsiebenziger Jahre früherer Jahrhunderte. (Schw. M.) Die württembergische Kronik desjenigen Jahres, in welchem „nach langem verderblichem Streit die kaiserlose, die schreckliche Zeit" ge endigt sein soll, in welchem das neue deutsche Reich erstehen, die Kaiserkrone aufs neue er glänzen und Deutschlands Fahne in der Hand des hohenzollern'schen Heldenkönigs, dem Schwachen zum Schutz und dem Feinde zum Trutz, sich entfalten wird, fängt billigerweise mit demjenigen Jahrhundert an, welches für die deutsche Kaiserkrone die Initiative ergriff. Es war das 8. Jahrh. Württemberg bildete einen Theil des Herzogtbums Alemannien; dieses L ind war von den fränkischen Könige» unterworfen und das Herzogthum in demselben abgeschafft worden; Kammerboten und Grafen waren als königliche Beamte an ihre Stelle getreten. Im Jahre 77t starb von den beiden Söhnen und Nachfolgern Pipins, des Frankenkönigs, der jüngere Karlmann, welchem nebst anderen sränkischen Provinzen Aleminnien zugelhcilt gewesen war. Sofort üb rnahm der ältere Bruder Karl der Große, mit U bergehung der beiden Söhne Karlmann's, die Regierung des ganzen F-aikenreiches. also auch Aiemanniens. Karl der Große, welcher im I. 800 die römische Kaiserwürde an sein Haus brachte, heira- thete 771 eine Tochter des verdrängten alemnt- niichen Herzoghauses, die hochverehrte Hilde- gardis, deren Mutter I nma noch im I. 766 angeführt wird, in welchem st- in N rgold eine Urkunde ihres Lohnes Gerold mit untezeichnet. Dieser Gerold, Hildegi dis Bruder, war rin besonderer Liebling Karl's, begleitete ihn a is seinen vielen Kriegszügen, zeichnete sih besonders in den sächsischen Kriegen aus, wurde von Karl 79t zum Statthalter von Biyern ernannt und kam in einem Feldzug gegen die Avaren 799 durch einen Pfeilsch iß um. In dem Sagenkreis Karts des G-oßen in der Ronzeoalichlacht spielt Gerold eine Rolle. Er war Graf in der Berchtoltsbaar, wo die gestürzte herzogliche Familie hauptsächlich ihre Besitzungen, in der Größe eines kleinen Her- zoglhums, hatte. Diese Baar umfaßte einen Theil des Schwarzwaldg-bietes mit den badischen Bezirksämtern Villingen, Hüfingen, Möhringen und den württ. Oberämtern Tnttlinqen, Spaichingen, Rottweil, Balingen, Oberndorf, Sulz, Freudxnstadt, Horb, nahncheinlich auch Rottenburg, sodann noch Haigerloch und das Fürstenihnm Hechingen. HUdegaidis, welche schon 783 starb, war die Mutter hes zweiten Kaisers, des schwache-' Ludwigs des Frommen, welcher bereits den Keim zur Zersplitterung des karolingischen Reiches lecke. Im Ichr 77t werden die ersten Weinberge unseres Landes und zwar bei E sisheim (bei Heilbronn) urkundlich erwähnt. (Fortsetzung folgt.« Amtliche Verkündigungen. Die Wahlen zum ersten deutschen Reichstag betreffend. Offenburg. Bei den am 3. d. M. im si.bnten Wahlkreis vorgenommenen Wahlen eines Abgeordneten zum deutschen Reichstag sind von 19.754 eingeschriebenen Wählern 15.410 giltige Stimmen abgegeben worden, wovon 8.945 Stimmen, somit 1239 über die absolute M.hrbeit auf Herrn Rechtsanwalt Carl Eckhard, Bankdireclor in Mannheim gefallen sind, welcher als Abgeordneter .des siebenten Wahtkreises hicmit proktamirt wird. Offenburg, den 7. März 1871. Der Wahlcommissär: M o n t f o r t. Abschrift. . Direktion der Großh. Berkehrsanstalten. Karlsruhe, den 26. Februar 1871. Freifahrtbewilligung auf der Eisenbahn für Angehörige verwundeter und kranker Soldaten betieffend. Nro. 10,633. An sämmtliche Großh. Bezirksämter: Um denjenigen Soldaten, welche verwundet oder krank in den verschiedenen Lazarethen des Landes sich befinden, die Wohlkhat eines Besuches vo» Angehörigen auch dann zu ermöglichen, wenn diese arm und mittellos sind, hat das Großh. HandelsminiNerium genehmigt, daß für Fälle dieser Art freie Eisenbahnfahrt in IN. Wagenklasse nach den Lazarethsialionen und zurück an Ellern, Ehefrauen oder Geschwistern gewährt werden darf, wenn solche hiezu von der Gemeindebehörde unter Bestätigung ih>er Mittellosigkeit und des bezeichnelen verwandtschaftlichen Verhältnisses, sowie der Lazarethstation, wo der zu Besuchende verweilt, und hiernächst von dem Vorgesetzten Großh. Bezirksauite anher empfohlen werden. Nur an eine dieser Personen und nur für einen Besuch kann der Freischein bewilligt werden. Hievon wollen die Großh. Bezirksämter die Gemeindeoorstände in Kenntniß setzen und die dort einkommenden Gesuche und Empfehlungen nach vorgängiger Prüfung und beziehungsweise Vervollständigung der ersoroerlichen Nachweise anher gelangen zu lassen, worauf von hier aus die ausgeferliglen Freischeine den Gemeindebehörden direct zugehen werden. sgez.) Blum. Beschluß. Nro. 1511. An die Bürgermeisterämter des Bezirks zur pünkckichen Nachachtung. Gengenbach, den 1. März 1871. Großherzogliches Bezirksamt. Rieder. Bekanntmachungen. Verkauf von Eichen- und Fichten- Pflanzen. 680.2.2. Wir verkaufen aus unfern Saatschulen 20,000 Stück 2- bis 3jährige Eichen- und etwa 15.000 Slück 4jährige Fichlenpflaiizen. Gengenbach, ven 4. März 1871. Großh. Bezirksforstei. Metzel. Dickrüben- (Durnips ) uno Riesengelb» rübsame« in bester keimfähiger Quamal ist zu haben bei Alexander Reiff 555. m Ossendurg. 232 Offenburg. Güterverpachtnng. Die auf Martini d. I. pachlfrei werdenden Güterstücke im Langhurster Gut und zwar 1) die obere und untere Meierbühnd und dir obere große Bühnd; 2) das sog. Kieslöchle und Hippengut und. 3) die vormals Franckensiein'fche Wiese in der Tieflach, zusammen ca 56 Morgen 1 Viertel, werden am Mittwoch den 15. März d. I., Mittags 2 Uhr, im Meier'schen Wirthshause in Langhurst auf die Dauer von 9 Jahren anderweit verpachtet, wozu die Pachtliebhaber eingeladen werden. Offenburg, den 8. März 1871. Der Gcmeindcraih. S ch a i b l e. Fahrnist-Bersteigerung 703.2.2. Die Erben des verstorbenen Valentin Geppert von Höfen lassen am Dienstag den 14. März in ihrer Behaniung sämmtliche Gegenstände um Baarzahlung öffentlich versteigern, als: 2 Pferde, 2 großkragende Kühe, 1 großen ausgerüsteten Wagen mit eisernen Achsen, 1 kleinen do., 1 Pflug, 1 eiserne und 1 hölzerne Egge, 1 Wannmühle, 1 Strohstuhl, Faß' und Bandgeschirr, Feld- und Handgeschirr, 1 kirschbaumenen Kasten, mehrere Tröge, mehrere Ketten und sonst verschiedenen Hausrath. Schutterwald, den 7. März 1871. Die richtige Gesundheitspflege die Heilung aller Kran k h eiten die Erreichung des höchsten Alters für nur 21 fr. in jeder Buchhandlung lehrt in überzeugter, Jedem verständlicher Weise „Dk Werner'^ Wegweiser für alle Kranke", Es dürfte wohl kaum einen Olt geben, in dem dasselbe nicht bekannt ist. oder in welchem es nicht diesem oder Jenem zur Gesundheit verholsen hat. Selbst in stallen, wo die tüchtigsten Acizle und alle angewandten Mittel nutz los waren, brachte es Hilfe. Von den vielen lausend Zeugnissen sind die Adressen der in der letzter, Zeit eingegangene» der neuesten Auflage beigedrnckl und in diesem 600 Orte vertreten. Es ist zu bekommen. 177. 6 4 O f f e n b u r g. Geschäfts-Empfehlung. 704.2.1. Der Unterzeichnet- erlaubt sich, dem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige zu machen, daß er sich als Wagner in hiesiger Stadt niedergelassen hat. _ Derselbe empfiehlt sich in allen in sein Fach einschlagenden Artikeln aufs beste und verspricht billigste Bedienung. Roma» Burger, Ritterstraße Nro. 281, in früher Wagner Ner- linger'schen Werkstätte. Oeffentliche Danksagung. 712. Auf die am letzten Sonntage hier veranstaltete kleine Festlichkeit zur Siegesfeier wurden die Schüler von Fessenbach und Al bersbach von hi stzen und auswärtigen Wohl thätcrn und Kinderfreunden, besonders v>n Hrn. Louis Schmidt in Offeuburg, mit ver schiedenen Gaben beschenkt. Hiefür auf diesem Wege unfern verbindlichsten Dank. Fessenbach, den 5. März 1871. G. Leitermann, Bürgermeister. Steigerungs-Ankündigung. 566.3.3. Ja Folge gantrichterlicher Verfügung wird das zur Gantmasse des — Friedrich Bährle jung — hier gehörige Wohnhaus aus dem Rathhause hier am Samstag den 18. März 1871, früh 9 Uhr, öffentlich versteigert, wobei der endgültige Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis ober mehr erlöst wird. Beschreibung: Grdst.-Rro. 8: 40.6 Ruthen: Ein zweistöckiges Wohnhaus mit gewölbtem Keller, Stallung mit Holzremise, Einfahrt, Ueberbau mit Schweinüällen, Hof und Garten, nebst allen übrigen liegen- schaftlichen Zugehörden dieser Realitäten in der Wolkengasse, Haus-Nr. 65, und zwar: 30.6 Rulhen Hosraithe, 10 „ Hausgarten, taxirt zu. 5000 fl. Offenburg, den 17. Febr. 1871. Der Großh. Notar S erg er. Heu- und Haberversteigernng. 702. Die Gemeinde Oensbach versteigert am Montag den 13. d. M., Vorm. 10 Uhr, im Gasthaus zuip Adler - 100 Ctr. ganz gutes Heu, gebunden ä 20 Pfd., und 14 Malter Haber vom Jahre 1869; wozu hiemit eingeladen wiro. Oensbach, den 6. März 1871. Das Bürgermeisteramt. Reigelsberger. vdt. Jehle, Rthschr. Zu Zweier. Stierversteigerung. 696. Montag den 13. d. M., Nachm. 2 Uhr, läßt die hiesige Gemeinde einen selten Wucherstier bei der Stierstallung öffentlich versteigern. Zunsweier, den 6. März 1871. Das Bürgermeisteramt. Scherer. Dung-Versteigerung. 685. 2. 2. Die Gemeinde Bohlsbach läßt am Freitag den 10. d. M., Nachm. 1 Uhr, bei der Stierstallung einen Haufen Dung versteigern. Bohlsbach, den 5. März 1871. A. A.: Gemeinberath Bahr. Weier. Wagenverkanf. 701.2.2. Schmiedmeister Eduard Ockenfuß hat einen neuen zweispännigen Wagen mit eis. Achsen zu verkaufen. Leere Petroleumsasser, zu Blumeickübeln geeignet verkauft billig Alexander Reiff 542. in Offenbmg. 683.3.2. Ein Leibgeding von einem starken Rebhof ist zu verkaufen — wo? sagt die Exped. dies. Bl. Ei« möblirtes Zimmer für zwei solide Herrn ist sogleich zu vermiethen im Bäcker Kern'jchen Hause, St-instraße. — Ebendaselbst werden 4 bis 6 Kostgänger angenommen. Loose zur Pforzheimer Goldwaaren-Lotterie zum Besten der Jnvalidenstiftung sind zu haben das stück a 35 kr. bei Ferd. Hölzlin jr. 512.2.2. in Offeuburg. 707. I» der ehemaligen Badeanstalt in der Kinzigvorstadl dahier sind eine Anzahl blecherne und hölzerne Badbütten zu verkaufen. Auch wird der Dampfapparat für transportable Dampfbäder billig abgegeben. Letzterer würde für einen Chirurg eine passende Einnahmequelle bieten. Mene fatent-piieit empfiehlt 366.9.5 Will). Tillmanns, Remscheid. Amerikanischer Stärke-Glanz von P. I. Klotten, Köln, ertheilt als Zusatz zur Stärke der Wäsche eine schöne Weiße, Glätte und Glanz, und erleichtert das Plätte» der Wäsche ungemein; die damit behandelte Wäsche erhält dadurch das Ansehen von ganz Neu und bewahrt die Wäsche vor Vergilben. Preis per Tütte 12 kr. (hinreichend als Mischung zu 4 Pfd. Stärke.) Alleinverkauf für Offenburg und Umgegend bei Hrn. A. Reiff. Frisch gewässerte Stockfische, schön weiß, bei Franz Kratzer, 348.Z.5. Kinzigvorstadt in Offenburg. 697.2.2. Zimmermeister Kruß in Goldscheuer hat einen rothscheckigen sprungfähigen Zuchtstier zu verkaufen. 637.3.2. Offen bürg. Buchbinder Schneider hat ein Zimmer zu vermiethen. O f f e n b u r g. 709. Die von dem früheren Apotheker Herrn Herrmann dahier erfundene Frostbeulen-Salbe kann ich als schnell und vollkommen heilend jedem an diesem Uebel Leidenden bestens empfehlen. Arnold, Kreisgerichts-Erpedltor. Kartoffelnverkauf. ' 705.3.1. Jos. Nonn in Offenburg hat circa 100 Sester gute Kartoffeln' zu verkaufen. Zugelaufenes Hündchen. 631. Ein ckleines schwarzes Hündchen ist zu- gelaufen nnd kann dasselbe gegen Entrichtung der Einrückungsgebühr im Bahnhof-Hotel Scholder abgeholt werden. Chinabitter von C. Stigler in Offenburg. 310.Z.6. Als vorzüglich bewährtes Hausmittel aeqen Erkältungen, Blähungen, A«fstoste«,Magensänre,Stuhlzwang rc. vorräihig in i / i und V 2 Flaschen bringen in empfehlende Errnnerung: A. Reiff, Ferd. Hölzlin jr., A. Hoest in Offenvurg. N.B. Allen Jungbiertrinkern aufs angelegentlichste zu empfehlen. Frankfurter Curs dom 6. März 1871. Gold und Silber. Preußische Cassenscheine Preußische Friedrichsd'or Pistolen. . doppelte . . Holländer 10 fl. Stücke Rand-Ducalen . . . . al marco 20 Franks-Stücke . . . Englische Sovereigns Russische Imperiales . 5 Francs-Thal er . . Dollare in Gold . - Badische Staatspapiere. .1 44V8-45V» 9 58-59 9 45—44 9 48—50 9 54—56 5 85 -37 5 36-38 9 26'/,-27»/, fl. 11 53-57 ff. 9 44-46 fl. - fl. 2 27-28 . fl. . fl- . fl. . fl. . fl. fl. fl. Badüche 5"/, Obligationen . . . 99»/, G. „ 4V 2 0 /u do. i. Thl. . . 94 G. „ 4% do. i. Thl. . — — „ 3>/2°/« do. 42er . . — G. 4% Pr. Thl. 100,2. . . 108% P. „ kl. 35-Loose . . . . 6l P. Für ' die Redaction verantwortlich A. Reifs. — Druck und Verlag von A. R c i s s und Comp.