AinWes Verlründigungsblatt für den Kreis Ojfenimrg, - sowie für die " Bezirksämter und Amtsgerichte Offenbur g und Gengenbach. Erscheint täglich mit Ausnahme Montags, und kostet vierteljährlich in Ostenburg 1 st., für den Landpostbezirk 1 st. 2 kr., für die übrigen Postbezirke 1 fl. 7 kr. Einrückungsgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr. Nro. 63. Offenburg, Mittwoch den 15. März 1871. Politische Rundschaa. Karlsruhe, 9. März. (F. I.) Das 14. Armeekorps ist nun in seinem Verbände aufgelöst worden, lieber die Rückkehr der Truppen verlautet nichts Bestimmtes. Die badische Brigade, welche einen Theil der Besatzung der neuen Provinzen bilden soll, ist, wie es heißt, die 2., die Brigade Degenfeto, bestehend aus dem 3. und 4. 'Infanterieregiment. Mannheim, 11. März. Die Siegesheimkehr unserer lapfern Krieger hat endlich zu allgemeiner Freude begonnen. Heute früh traf der erste Zug norddeutscher Landwehrmänner auf dem Wege zur Heimath hier ein. 1260 Mann und 16 Offiziere vom 61. (Pommer'schen) Landwehrregiment fuhren um 5 Uhr in festlich geschmücktem langen Wagenzuge unter klingendem Spiele in den Bahnhof ein. Der Erfrischungsausschuß bewirthete die wackeren Männer, deren Stimmung ob des Stolzes erfüllter vaterländischer Pflicht und der Freude wegen endlicher Heimkehr an den häuslichen Herd eine sichtlich gehobene war. (B.Ldz.) Bom See, 12. März. Auf eine brutalere Weise, als in Zürich geschehen, kann sich der Deutschenhaß kaum zeigen. Hoffentlich wird die deutsche Reichsregierung diesen der ganzen Nation zugefügten Schimpf nicht so ruhig hinneh- wen. An uns aber wird es sein, die Herren Eidgenoffen ihre Vorliebe für das Franzosenthum etwas fühlen lassen. Jeder Vaterlandsfreund sollte sich verpflichten, einstweilen die Schweiz zu meiden. Naturschönheiten sind in Tirol, Steiermark u. s. w. in gleichem Maße vorhanden. Der deutsche Reisende ist dort, neben größerer Billigkeit, keinen rohen Unbilden ausgesetzt. Im Gegentheil, er findet theilneh- menoe deutsche Herzen, denen zahlreiche Berührung mit ihren Brüdern im Reich nicht nur sehr willkommen ist, sondern auch zur Ermunterung in ihren deutschen Bestrebungen dienen wird. (B.Ldz.) AugSburg, 12. März. Die heutige Allg. Z. enthält einen augenscheinlich von zuständiger Seite herrührenden Widerspruch bezüglich der angeblichen Vereinbarung der deutschen Regierungen, Baiern durch Zuweisung abgetretener französischer Gebietstheile zu vergrößern. Saarbrücken, 11. März. Aus Schloß Ferneres wird unterm 9. d. gemeldet: Nach der am 7. d. stattgehabten großen Heerschau bei Villiers hielt der Kaiser an die versammelten Kommandeure der bairischen, sächsischen u. würt- tembergischen Truppen folgende unmittelbar an den Kronprinzen von Sachsen gerichtete Ansprache: „Es gereicht uns zur besonderen Ge- nugthuung und Freude, heute auch einen großen Theil der Maasarmee und der 3. Armee am Schluffe dieses glorreichen Krieges versammelt und nach so vielen blutigen und entscheidenden Schlachten in einer so vortrefflichen Verfassung gefunden zu haben. Mit Stolz kann derjenige Theil der Truppen, welcher auf diesen blutgetränkten Feldern gefachten, das Zeugniß derselben für ihre Tapferkeit, für ihre Ausdauer und darum für ihren Sieg in Anspruch nehmen. Gleichzeitig mit unfern Siegen über den Feind haben wir aber auch in unserm Vaterland emen Erfolg erreicht, der so schnell und so vollstandrg kaum vorauszusehen ,war, denn Deutschland ist geeinigt und hat Mich an seine Spitze berufen. Jetzt wird cs daraus ankommen, im Frieden den Bau weiter zu führen, dessen Grundstein auch Sie mit Ihrem Blute und Ihrer Treue gekittet. An den Erfolgen der deutschen Waffen haben Eure König!. Hoheit als Korps- und Armeekommandeur, unterstützt von Ihrem königl. Bruder Georg, einen ebenso großen, als wirksamen Antheil. Möge Ihnen und den kommandirenden Generalen v. d. Tann und v. Obernitz Mein Händedruck auch Meinen Dank und Meine volle Anerkennung aussprechen. Leben Sie Alle wohl bis auf Wiedersehen in der deutschen Heimath". Hannover, 6. März. (W. Z.) Der Generalgouverneur hat folgenden Befehl erlassen: „Beobachtungsstationen an den Küsten nebst dazu gehörigen Telegraphenleitungen gehen ein. Der Telegraphennachtdienst wird im Frieden geregelt, alle Schifffahrtsbeschränkungen werden aufgehoben. Graz, 10. März. (Pr.) Der deutsch-demokratische Verein erklärte in einer heute gefaßten Resolution das Verbot der Friedensfeier als widersprechend mit dem Versammlungsgesetz und als eine tiefe Kränkung der nationalen Gefühle der Deutschen; er nahm die Beschlüsse des deutschen Parteitages in Wien an und wünscht in Graz die Bildung eines deutschen fortschrittsfreundlichen Männervereins; er wäre eventuell bereit, selbst auseinanderzugehen, wenn ein solcher Verein entstehe. Graz, 11. März. (Presse.) In Judenburg in Obersteier wurde vom deutsch-demokratischen Verein und Turnverein ein deutsches Siegesund Friedensfest gefeiert. Die Theilnahme war sehr zahlreich. Es wurden begeisterte Reden gehalten und entsprechende Lieder vorgetragen. Das Fest verlief ohne alle Störung. Brünn, 10. März. (Pr.) Der deutsche Fortschrittsverein in Brünn beschloß in der heutigen Sitzung den vollinhaltlichen Beitritt zum Wiener Parteiprogramm vom 26. Febr. und beklagt das Verbot der Friedensseste. Wien, 12. März. Nach zuverlässiger Mittheilung der „Presse" resumirt sich das Ergeb- niß der Londoner Conferenz in der Wiederherstellung des Zustandes vor 1854. Zürich, 12. März. (N.Z.Z.) Leider haben wir aus der letzten Nacht wieder neue schlimme Auftritte zu melden. Bis tief in die Nacht hinein dauerte ein ungeheures Gedränge in den Straßen der Stadt und führte an verschiedenen Orten zu Zusammenstößen. Auch vor unserer Druckerei dauerte die Zusammenrottung bis nach Mitternacht und es wurde nothwendig, die Zeitungspakete unter polizeilicher Eskorte zur Post zu liefern. Doch können wir beifügen, daß ein ernstlicher Angriff hier nicht versucht wurde und die Zuschauermasse sich ziemlich inoffensiv verhielt; die Kavallerie that übrigens hier, wie auch anderwärts, ihre Schuldigkeit in rühmlichster Weise und sprengte die Massen von Zeit zu Zeit durch Chargen auseinander. Leider ging es an anderen Stellen blutiger zu. Am Rathhauskai, also in unserer nächsten Nähe, fand ein blutiger Zusammenstoß gegen Mitternacht mit der Kavallerie statt, wobei ein Mann aus der Menge todt auf dem Platze blieb. Ein förmlicher Angriff richtete sich abermals und zwar ebenfalls in späterer Nacht gegen die Strafanstalt. Die Truppen waren hier genö- thigt, nachdem >ie Angreifer mit einem Sturmbock die Thüre gesprengt, Feuerwäffen zu verwenden und, nachdem sie zuerst ohne Erfolg in die Luft gefeuert hatten, das Feuer auf die stürmende Menge selbst zu richten; die Zahl der Todten stieg an dieser Stelle auf 3, nebst einer größeren Zahl von Verwundeten. — Nach einer Beschwerde in der N. Z. Z. liegt der Leichnam des bei den Vorgängen der Unruhen vom Freitag Abend in seiner Wohnung erschossenen Württembergers unbeachtet im Keller der Anatomie und hat auch von keiner Seite eine amtliche Aufnahme des Thatbestandes stattgesunden. Bordeaux, 11. März. Die Rede, welche Thiers in der gestrigen Sitzung der Nationalversammlung gehalten, schloß folgendermaßen: „Ich schwöre vor der Geschichte, L>ie niemals zu betrügen, niemals einer Frage hinter Ihrem Rücken vorzugreifen, niemals Handlungen zu begehen, welche einen Verrath gegen ihre Souve- ränetät bezwecken würden". — Thiers reist Montag nach Paris ab. Die Abreise der Mi- nisterialbeamten findet im Laufe des heutigen und der beiden folgenden Tage statt. Brüssel, 11. März. Der Elccteur libre vom 11. d. enthält einen Brief aus Bordeaux, welcher meldet, daß Trochu wahnsinnig geworden. Telegraphische Nachrichten. Dresdeu, 13. März. Wie verlautet, bleiben das 12. und 7. Armeekorps, sowie die württcm- bergische Division bis auf Weiteres als Okkupationstruppen in Frankreich. Saarbrücken, 13. März. Aus Ferneres, 10. d., wird gemeldet: In den Reisedispositionen des Kaisers sind in Folge einer leichten Erkältung folgende Aenderungen eingetreten: Der Kronprinz wirb die Jnspektions- und Abschiedsreisen nach Amiens und Rouen allein unternehmen und dieselben morgen antreten. Der Kaiser verweilt voraussichtlich bis zum 13. oder 14. d. hier und setzt dann die Reise direkt nach der Heimath fort. Sftaßburg, 13. März. Die. zur künftigen Besetzung des Elsasses und Deutsch-Lothringens bestimmten Regimenter scheiden aus ihrem bisherigen Armeekorps-Verband aus und bilden den Stamm eines neu zu errichtenden Armeekorps. Zürich, 11. März. Freitag Nachts fand ein Versuch der Tumultuanten zur Befreiung der Verhafteten vom Donnerstag statt. Dabei schoß das Militär in die Luft, wobei ein Zuschauer in einem gegenüberstehenden Hause zufällig ge- tödet wurde. Der Pöbelhaufen ward zersprengt, ohne daß Jemand verwundet wurde. Heute ist Infanterie und Kavallerie einberufen. Die Regierung erläßt eine Proklamation zur Ruhe. Am Abend wird eine neue Störung erwartet. Die Internationalen scheinen die Aufregung zu ihren Zwecken benutzen zu wollen. Bern, 11. März. Die zur Vorberathung der Bundesverfassungsrevision niedergesetzte Commission hat beschlossen, daß der Jesuitenorden und die ihm anhängenden Gesellschaften nirgends in der Schweiz Aufnahme finden dürfen. Jede Wirksamkeit in Kirche und Schule ist ihnen verboten und die Gründung neuer, sowie die Wiederstellung alter Klöster untersagt. Paris, 11. März. Das „Journal ofsiciel" enthält folgendes Telegramm Thier's aus Bordeaux von Freitag Abend: „Die Wahl von Versailles für den Sitz der! Nationalversammlung ist trotz der Commission mit ungeheurer Majorität angenommen worden. Sonnabend findet 250 die letzte Sitzung in Bordeaux statt. Ich werde sobald als möglich abreisen". Ein weiteres Telegramm aus Roubaix vom heutigen Tage meldet: Die Arbeitseinstellung hat zugenommen. Im Arbeiterviertel fanden Zusammenrottungen statt. Der Generalprokurator ist angekommen; mehrere Verurtheilungen sind erfolgt. Man befürchtet den Ausbruch von Unruhen. Bordeaux, 10. März. Nach der Rede Thier's, der die Verlegung nach Versailles befürwortet, wird der Antrag betreffs der Verlegung nach Paris mit 427 gegen 154 Stimmen abgelehnt, der Antrag von Pages-Duport betreffs der Verlegung nach Versailles mit 461 gegen 104 Stimmen angenommen. Die erste öffentliche Sitzung in Versailles findet am 20. März statt. Bordeaux, 11. März. Thier's reist Montag nach Paris ab. Die Abreise, der Ministerial- beamten wird im Laufe des heutigen und der beiden folgenden Tage stattfinden. Bukarest, 11. März. In der Kammer werden die Eisenbahndebatten mit großer Heftigkeit fortgesetzt. Dieselben bleiben bisher ohne Resultat, da 34 Redner über die Frage eingeschrieben sind. Die Reden sind mehr politischer als sachlicher Natur und beschäftigen sich vielfach mit der Lage Frankreichs und Deutschlands. Beschlüsse werden voraussichtlich erst nächste Woche gefaßt werden können. ):( Offenburger Nachrichten. „Gebt dem Volke die allgemeine direkte Wahl, ’.nn erst werdet ihr die wahre Stimmung des Volkes kennen lernen, ihr seid nicht vom Volk ewählt!" war das stetige heisere Geschrei von Sender, Lindau und Bissing in unserer zweiten Kammer. „Die Volksvertretung in ihrer jetzigen Zusammensetzung ist eine Fälschung des Bolkswillens" war das jedesmalige Verdam- mungsurtheil, das der Kammermehrheit an den Kopf geworfen wurde, wenn wieder ein die Rechte des Volkes hebendes Gesetz glücklich durchgegangen war. Am 3. März hat der Wille des Volkes direkt und allgemein gesprochen, und wie? Gegen 131,300 Stimmen wählten die hervorragenden Mitglieder eben jener Kammer- majorität und die von ihr vorgeschlagenen Kandidaten in den deutschen Reichstag, und blos ca. 76,500 Stimmen bestätigten die oben ausgesprochene schwarze Lüge „der bisherigen Fälschung des Volkswillens." Und was für Anstrengungen, welches Aufbieten von allen nur möglichen zweckdienlich scheinenden Mitteln waren nothwendig, um die beschämende Niederlage dieser hochmüthigen Generalpächter der öffentl. Meinung herbeizuführen! Zuerst erging der unhirtliche Brief des noch nicht Gesalbten in Freiburg an seine Knechte der Kirche, im Hause Gottes wurde er dem gläubigen mißleiteten Volke vorgetmgen, um ihm den Heiligenschein zu geben, als spreche dieser Brief den Willen Gottes selber aus. Dann wurden Versammlungen abgehalten, die wahrscheinlich einem jeden dieser schwarzen Herren noch durch ein besonderes Gebot von Freiburg eingeschärft worden waren; ging doch unser Stadtpfarrer, der sich bisher diesem wüsten unkirchlichen Treiben ziemlich ferne gehalten hatte, einen höchst ungewohnten Gang bei Nacht und Nebel in die weite Kinzigvorstadt, um einer derartigen Versammlung in der Krone hier wenn auch nicht gerade seinen Segen, doch seinen höchsten Willen kund zu geben. Wanderten nicht alte Wcssenberger, seligen Angedenkens, in Schenken und Privathäusern herum und boten die Lcnder'schen Ablaß Zettel an? Ja, scheute man sich doch selbst nicht hinter das schwache, schöne und unschöne Geschlecht zu steigen. demselben auf die Seele zu binden alles zu thun, daß Bruder, Mann und Vater ja den fürchterlichen glaubenslosen Eckhard nicht wähle, derselben Seelenheil hänge ja davon ab; die katholische Kirche könnte dabei zu Grunde gehen. Ach, du armes, belogenes, im Namen Gottes von den falschen Propheten dieser Kirche irre geführtes Volk! Aber nicht genug damit. „Ich, das Werkzeug Gottes, befehle euch, am Sonntag vor der Wahl und am Tage der Wahl 3 Vaterunser und 3 Ave Maria zu beten, damit die Lenderische Kirchensäule aus der Wahlurne hervorgehen möge." So befiehlt der Herr in Freiburg! Und was geschah? Volksstimme soll Gottesstimme sein, sagen die schwarzen Herren, und 131,243 mal sprach Gott der Herr durch sein Volk. Beugt euch vor diesem Wahrspruch, vor dieser demüthigenden Niederlage, denn diese Wahl hat den Beweis geliefert, wie wenig die bodenlosen jahrelangen Ver- läumdungen und Verunglimpfungen der ultramontanen Partei bei der badischen Bevölkerung verfangen hat. Hierüber nun großes Wehegeschrei im Lager der Schwarzen. Unser kleiner „Anzeiger" — nach einem von Zeit zu Zeit geistes-vollen Herrn der Stadt das best redigirte Blatt unseres Landes, — ist voll Entrüstung, sowohl über die offenen als geschlossenen Wahllokale, über das Unterfangen einzelner Fabrikanten, die stch erlaubten, nach ächt englischem und amerikanischem Gebrauch mit einem großen Theil ihrer Arbeiter gemeinsam ihr Wahlrecht auszuüben. Hingeschleppt seien sie worden gleich einer Herde vernunftloser Thiere. Nein, geifernder Anzeiger, frei und ungebunden gingen sie hier vor das Wahllokal, ein prächtiges vaterländisches Lied absingend, bevor sie, vielleicht das erste Mal, von ihrem wichtigsten deutschen Bürgerrechte frei und unbewacht Gebrauch machten. Warum, schimpfender Bursche, sagst du nichts vom Riedle-Verein, der mit Trommel und Fahne aufmarschirte? Bürger und Nichtbürger, Meister und Geselle, den Namen des Mannes ihrer Wahl offen auf den Hut geheftet, — ein so offenes freudiges Dreingehen für die gute Sache ist nicht nach deinem Geschmack! Schimpfen und lügen muß der Anzeiger über die Fabrikanten und Arbeitgeber, die mit einer Zahlung von 36 kr. per Tag den Arbeiter zwingen, sein Gewissen in christlicher, seine Ueber- zeugung in politischer Beziehung daran geben zu müssen. Du hast dich scheints noch erbärmlich wenig um den Arbeiterstand bekümmert, sonst müßtest du wissen, daß ein ordentlicher Taglöhner 1 fl. bis 1 fl 12 kr. täglich verdient, ein guter Arbeiter aber 1 fl. 24 kr. bis' 2 fl. und noch mehr. Um diesen Leistungen an Löhnen gegenüber den Arbeitern aber Nachkommen zu können, erfordert es von Seite der Fabrikanten und Arbeitgeber gewaltige geistige und materielle Anstrengungen, manche ruhelose Nacht, Risiko und Opfer von Tausenden von Gulden. Ihr aber, ihr schwarze katholische Gesellen, die ihr für solches gemeinnützige Schaffen und Wirken nur Schmähung und Verunglimpfung habt, was leistet denn ihr? Wir haben vielleicht, nieder genommen, 1500 Priester in Baden, mit einem durchschnittlichen jährlichen Gehalt von 1000 fl. per Mann, und nieder gerechnet gibt dies die anständige Summe von 1*4 Millionen, die Staat. Gemeinden und Stiftungen an diese Gesellschaft zu leisten hat. Was leisten hiefür diese katholischen Dronen? fragen wir nochmals. Wenn Morgens um 7 Uhr die Messe gelesen ist, so ist die meiste Arbeit des Tages vorbei, wenn es unserem lieben Herrgott nicht einfällr, zur Abwechslung einen neuen Staatsbürger in die Welt, einen alten aus der Welt gehen zu lassen; höchstens wird alle Wochen noch ein bis zwei Mal auf eine Stunde die Schule besucht. Dann aber spazieren zu gehen, die Eisenbahn mit ihren heiligen Leibern zu befrachten, in den öffentlichen Lokalen und in ihren Pfarrhöfen dem Genuß der Speisen und Getränke, dem Vergnügen des Kartenspielens zeittodtschlagend stch hinzugeben, dies ist so das tagtägliche geistund arbeitsscheue Treiben der meisten unserer katholischen Priester, mit wenigen sich geistig beschäftigenden Ausnahmen. Und hiefür l*/ 2 Millionen, vielleicht noch mehr. Dafür werden die Leiter des Staates und die Mitglieder der Kammer beschimpft und ver- . höhnt, jeder nicht den Betbrüdern angehörende Katholik auf der Kanzel als gott- und religionslos, als dem Teufel verfallen dargestellt und | wah scheinlich, wenn das Dogma der Unfehlbarkeit einmal ein- und durchgeführt werden soll, in Acht und Bann erklärt. Sind dann Wahlen im Lande, dann ziehen sie aus, diese schwarzen Vögel, mit dem Feldgeschrei, die Religion ist in Gefahr; mit der Losung, haut sie! Da wird der Unfriede in das Haus getragen, Bürger gegen einander gehetzt, Krieg dem ganzen Lande gebracht, und dies alles zur größeren Ehre und im Namen Gottes. Wo seid ihr hingekommen, ihr alte Wessenberger, ihr einstige Pfleger der höchsten Güter des Lebens, der Humanität und des wahren Ehristen- thums? Werdet ihr nicht schamroth bei diesem wüsten Treiben des größten Theiles der katholischen Geistlichkeit? Weit ab verlassend die Wege der Wahrheit und einer sittlich höheren Bildung habt auch ihr euch hingegeben zu der gemeinen Frohnde, ausz -löschen jene herrlichen Götterfunken menschlichen Denkens und'Forschens; habt auch ihr vergessen jene Universilätsjahre, wo wir begeistert die Lieder sangen für ein freies mächtiges Vaterland; habt ihr dasselbe auch verloren? Hat Roms Geistesvruck auch euch erfaßt, in Abhängigkeit und Banden gelegt? dann schämet euch, daß ihr je die Lehren und Worte eines Wessenberg vernommen. □ Vom Kinzigkh ale. Mit Freuden vernimmt man, daß Hr. Anwalt C. Eckhard die Wahl als Reichstagsabgeordneter für den VH. Wahlbezirk angenommen hat, und begrüßt diese Annahme um so mehr, als cs der schwarzen Partei dadurch nicht gegönnt ist, durch eine zweite Wahl ihrem Treiben mehr Luft zu verschaffen, deren Wuth in sich selbst ersticken muß. Wenn man das Ergebniß der Abnimmungen in den verschiedenen Aemlern des VH. Wahlbezirks näher durchblikt, so gebührt unstreitig dem Amte Kork das erste Lob, während man bedauern muß, daß das Amt Gengenbach in freier deutscher Gesinnung noch am weitesten zurück ist, bei der ultramontanen Partei aber den ersten Rang einnimmt. Am hervorragendsten haben zwei Gemeinden dieses Amtes mit den übrigen gewetteifert, den so viel gepriesenen Lender durchzusetzen, trotzdem von belr. Behörde den Vorstehern viescr beiden Gemeinden ihre Abdankung verständlich gemacht wurde, der sie aber keine Folge zu geben gesonnen sein möchten. In dem einen Orte war es für einige Wähler ein wahres Vergnügen, die Wahlkommisston von so rechtem schwarzen Schrot und Korn zusammengesetzt in ihrem Wirkungskreise dasitzen zu sehen, und insbesondere deren und des Vorstands verbissene Gesichter zu betrachten, wenn nach ihrem Begriffe ein sogenannter Rother einen Eckhard's-Zettel überreichte. Da ihre Verbissenheit sich keineil andern Ausdruck oder Ausweg zu verschaffen wußte, wurden diese Rothen der schärfsten Kritik unterworfen, sogar hat die Leidenschaft einen so hohen Grad bei ihnen erreicht, daß sie Bürger auf die schmählichste und niederträchtigste Art herabzuwürdigen suchten, während sie den Kehricht schichtenweise vor ihrem eigenen Haus zu räumen haben. Den schwarzen Ausfall der andern Gemeinde anlangend, darf man sich darüber weniger wundern, weil diese als Filiale einer Wallfahrt angehört und der Rosenkranz da sein Daheim feiert. Jedenfalls aber hat die durch den Wallfahrtskaplan anberaumte Abendunterhal- tung einige Tage vor der Wahl bei den betr. Wählern vollends den Ausschlag gegeben und soll das dabei gereichte Bier ungemein gewirkt haben. Woher mag es übrigens auch kommen, daß in diesem Amte schon früher und in der jetzigen großen Zeit noch immer dieser ultramontane Geist die Oberhand gewinnt? Eine gutgesinnte Beamtung könnte, zwar nach unmaßgeblicher Meinung, den Jesuiten, resp. deren Treiben, immerhin ein wenig den Weg versperren! — Berlin, 5. März. Bei der heutigen Beleuchtung glänzte das Haus des Kult sministeri- ums durch relativen Lichtmangel. Ein Korrespondent schreibt darüber: Der Kultusminister war sparsam gewesen, er sitzt ohnehin schon halb auf dem Schemel und rin unbekannter Dichter hatte das geflügelte Wort in die Menge geworfen: „Was sollt' es hier nich finster sin, Es wohnt ja unser Mühler drin!" 251 Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Nro. 1938. Die unehelichen Kinder der ver- • Wordenen Helene Herrmann von Rammersweier, Eäzilia, Liberal und Ignaz Herrmann, haben nach Verzicht der nächsten gesetzlichen Erben um Einweisung in Besitz und Gewähr der Verlassenschaft gebeten. Dies wird mit Bezug auf L.R.S. 770 bekannt gemacht. Offenburg, den 11. Febr. 1871. Großh. Amtsgericht. __ Junghan ns. _ 571,3 2. Der Rmdenmarkt in Offeu- burg wird Freitag den 24. März 1871, Vormittags 10 Uhr, im Nathhaussaale zu Offenburg durch die Unterzeichnete Stelle abgehalten. Es werden dabei etwa 9000 Zentner vorzügliche eichene Spiegelrinde (1. Qualität), 870 Zentner ältere Rinve und 270 Zentner Fichtenrinde aus den südlichen Abhängen uns auf kräftigen Granit- und Gneisböden des Rench-, Kinzig- und Schutterthales erwachsen, dem Verkaufe ausgeboten. Sämmtliche Rinde wird von den Eigen- thümern geschält, getrocknet, gebunden, meist auch luftig eingescheuerl und kann von solchen aus die nächsten Bahnstationen in Renchen, Appenweier, Offenburg, Lahr und der Kinzigthalbahn geliefert werden. Das Marktverzeichniß geht dieser Tage an die Großh. Bezirksforsteien, bei welchen Exemplare abgeholt werden können, und auf Verlangen werden solche den Kaufliebhabern auch direct unentgeltlich von hieraus unter Kreuzband zugesendet. Man wünscht, daß die Verkäufer möglichst selbst beim Markte erscheinen, und sie werden ersucht, ihre Rindenmuster nach Benehmen mit der betr. Bezirksforstei frankirt längstens bis zum 18. März an die Unterzeichnete Stelle einzusenden, und mit der Nummer zu bezeichnen, unter welcher die Verkäufer im Marktverzeich- nisse ausgeführt sind. Die Theilnehmer an dem Rindenmarkte werden gebeten, Namen, Wohnort und Stand */, Stunde vor Beginn der Versteigerung in eine im Rathhaussaale aufgelegte Liste eintragen zu lassen. Offenburg, den 18. Febr. 1871. Großh. Bezirksforstei. _ Se y be l. _ Bekanntmachung. 814.3.1. Die Gemeinde Neumühl läßt am Mittwoch den 22, März, Nachm. 2 Uhr, auf dem Nathhause dahier eine 30' lange und 8 ' breite, von Eichenholz construirte, an das Schulhaus angebaute Sprauernkammer an die Meistbietenden versteigern. Neumühl, den 13. März 1871. Das Bürgermeisteramt. _ Butz. _ Durbach. Liegenschaftsversteigerung. 789.2.1. Aus Antrag der Wwe. und Erben des verstorbenen Rebbauern Georg Koger in Jllenthal wird Mittwoch den 12, April 1871, Nachm. 2 Uhr, auf dem Rathhauie in Durbach nachstehendes Grundstück, der Gemeinschaft wegen, öffentlich verkauft; wobei der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis auch nicht geboten wird, als: Auf der Gemarkung Nußbach: Grdst.-Nro. 13: 318 Ruthen Wiesen auf der. Belsers- oder Eichmatte, neben Heinrich Müller von Jllenthal und der Straße. An- ich'ag .. 600 fl. Appenweier, den 3. März 1871. Der Großh. Notar. _ K arl Langer. ______ 801.4.2. 10—12 Säcke gesiebte Heuvlumen werden zu kaufen gesucht. Näheres bei der Exped. d. Bl. Lieferung von Brückenmaterialien. 721.3.3. Zur Unterhaltung des badischen Antheils an der hiesigen Rheinschiffbrücke sollen folgende Gegenstände im Soumissionswege angeschafft werden: A. Holzwaaren. 13 Stück tannene Einleger, 15' lang, 4y 2 /5y 2 " stark, 11 „ „ Brückensprießen, 50' lang, am Stockende auf 6 / 6 " beschlagen, am dünnen Ende rund und 5" Durchmesser, gerade, 8 „ „ oder forlene Streckbalken, 40' lang, 6 / 6 " stark, kantig, 100 „ „ „ „ „ 32' lang, 6 / 6 " stark, kantig, 8200 □' tannene oder forlene Brückendielen, etwa 330 Stück, 25' lang, 2y 2 " dick, und zwischen 8 " und 12" breit, an dem einen Ende nicht über 1" breiter als am andern, gemodelt, 10 Stück forlene Geländerschwellen, 19' lang, 5/6" stark, 10 „ „ Geländerpfletten, 19' lang, 4/5" stark, 41 „ „ Geländerpfosten. 3%' lang. 5y 2 /5y 2 " stark. 24 „ „ Geländerbüge, 3' lang, 4/4" stark, 8 „ „ Flöcklinge, 8 ' lang, 1' breit, 2*/ 4 " dick, astfrei und gemodelt, 100 □' tannene Modelborde, ca. 8 Stück, 8" bis 10" breit, 8'" dick. B. Nagelschmiedwaaren. 1000 Stück mittelgroße Sendeleisen, 8000 „ kleine Sendeleisen, 2000 „ „ Sendeleisen (Nacheneisen), 1000 „ Nägel, 4" lang. O. Seilerwaaren. 1 Stück Ziehleine, 3'" Durchmesser, 200' lang, dreischäftig, 1 ‘ 5 “i 200 ' 4 „ Seile, 8 '" Durchmesser, 400' lang, dreischäftig, 120 „ Spitzstränge, 4"' Durchnusser, 15' lang, vierschäktig. Die schriftlichen Angebote müssen versiegelt und „Brückenmaterial Lieferung" überschrieben, längstens bis zum 21. dies. Mts., Vormittags 10 Uhr, bei diesseitiger Stelle eingereicht sein. Die Soumisstonspreise sind bei den ^Einlegern, Brückensprießen, Streckbalken und Geländerhölzern nach der Stückzahl, bei den Brückendielen und den Modelborden nach Quadratschuhen , die der Seilerwaaren nach dem Gewicht anzusetzen, auch haben sämmtliche Soumittente« anzugeben, wie lange sie ihre Angebote «ach der Soumissions- Eröffnung z« halten gesonnen fino. Die Lieserungsbeoingungen sind bei Brückenmeister Stern hier zu erfahren und wird vorerst nur bemerkt, daß der Lieferungstermin für 13 Stück Einleger, 11 Stück Brücken- sprießcn, 8 Stück Streckbalken von 40' lang, 30 Stück Streckbalken von 32' lang, und 50 Stück, etwa 1250 □' Brückendielen auf 14 Tage nach erfolgter Genehmigung, der Lieferungstermin der übrigen Materialien auf 1. Juni l. I. festgesetzt wird. Zugleich machen wir darauf aufmerksam, daß Eichenholz, welches sich zur Anfertigung von Schiffsrangen eignet, jederzeit von der Brückenverwaltunq hier angekauft wird. Kehl, den 6 . März 1871. Großh. Hauptzollamt. B a u m a n n. nach Muster. Wellenversteigernng. 818. Die Gemeinde Zell b. Ofienburg läßt nächsten Freitag den 17. d. M. 8300 Stück Wellen versteigern. Die Zusammenkunft ist Morgens 9 Uhr an der Wolfsgrube. Zell b. Ö., den 14. März 1871. Das Bürgermeisteramt. _ Busam. Hafer-, Heu- und Strohversteigerung. 7.92. Die Stadt Haslach läßt am Montag den 20. d. M., Nachm. 1 Uhr, in der Stadt' wirthschaft ca. 100 Ctr. Hafer, meist 1869er, 300 Ctr. gutes Heu und 40 Ctr. schönes Korn- stroh öffentlich an den Meistbietenden gegen Baarzahlung in mehreren Partien versteigern. Haslach, den 11. März 1871. Das Bürgermeisteramt. _ I. Fackler. _ Steigerungs Ankündigung 812. In Folge richterlicher Ve> fügung werden nachbeschriebene, zur Gantmasse des Küfers Melchior Köhler von Thiergarten gehörigen Liegenschaften am Montag den 3. April d. I., Vo^m. 9 Uhr, im Hirschen zu Thiergarten öffentlich versteigert, wobei der Zu>a,lag e> folgt, wenn der Schätzungspreis oder darüber geboten wird. Beschreibung der Liegenschaflen: 1 . 45 Ruthen Hofraithe mit einem daraufstehenden einstöckigen Wohnhaus mit Keller, Scheuer, Stallung und angebauten Schwein- ställen, nebst besondersstehender Küferwerkstälte und 1 Viertel 15 Ruthen Grasgarten milten im Orte Thiergarten, einers. Josef Simon, anders Leo Hund. Drei zum Hause mitgehörige Gemeindereb- loose, nämlich: a) 1 Viertel 8 Ru hen Reben im Iten Rebberge, neben Josef Köhler und Fußweg. d) 1 Viertel Reben im 2ten Rebberge, neben Moritz Kirn und Erhard Fischer Wwe. v) 45 Ruthen Reben im 3ten Rebberge, neben Andreas Fritsch und Georg Bogt. Anschlag. 3000 fl. 2 . 2 Viertel 88 Ruthen Ackerfeld in der Finkenbühnd, neben Weg und Josef Braun. Anschlag . . . 700 ff. 3. 1 Viertel 90 Rth. Ackerfeld allda, einers. Josef Braun Wwe., anders. Josef Simon. Anschlag . . . 500 fl. 2 Viertel 31 Ruthen Ackerfeld allda, einers. Leo Hund, anders. Michael Fischer. Anschlag .... 550 fl. 5. 2 Viertel 6 Ruthen Ackerfeld auf der Rubelsbrück, einers. Josef Bohnert der II, anders. Peter Busam. Anschlag. 500 fl. 6 . 95 Ruthen Ackerfeld in der Weier- bühnd, einers. Josef Bohnert der II., anders. Anton Wiegand Wwe. Anschlag . 250 fl. Summa 5500 fl. Oberkirch, den 2. März 1871. Der Großh. Vollstreüungsbeamte: _C. Krieg. Notar._ Rebwnrzlinge. 549.2.1. Bet lluterzelchmlem sind mehrere tausend Rebwürzlinge der besten und edelsten Sorten zu verkaufen. Offenburg, den 14. März 1871. __ Bill et. Weinfässerverkauf. 797.3.2. Jakob Kahn hier, Gym- nasiumsstraße Nr. 347, hat 160. St. -tue gute Weinfässer, von iy» bis 6 Ohm haltend, zu billigen Preisen zu verkaufen. 252 Mastviehversteigernng 791.2.1. Montag den 27. März, Vormittags 11 Uhr. werden in den Frhr. v. Böcklin'schen Meierhofstallungen zu Rust (Eisenbahnstation Orschweier) 12 Stück ganz fette Ochsen und 30 Stück ganz fette Kühe und Kalbinen gegen baare Bezahlung öffentlich versteigert. Orschweier, den 11. März 1871. ___ Frhr. R. v. Böcklin. Öffenburg. Wein - Verkauf. 713.3.1. Wegen beabsichtigter Aufgabe des Weinpatentes werden aus einem hiesigen Privatkeller sämmtliche Borräthe alter und neuer Weine, worunter die vorzüglichsten Durbacher Clevner und Klingelberger, sowie feinster Zeller Roth er, zu annehmbaren Preisen verkauft. Näheres bei de r Exp, d. Bl. 796. Eine Drehmaschine samt Dreheisen, Bohrer und allem Zugehör, bereits noch neu und geeignet für mechanische Arbeiter und für Wanduhrenmacher, ferner noch verschiedenes Handwerksgeschirr und auch ein Schraubstock sind zu billigen Preisen zu verkaufen. Zu erfragen bei Uhrmacher B i l g e r in Durbach. _ An- und Verkauf von Staats-, Stadt- und Jndustriepapieren. Zeit-Speculationen. Einlösung von Coupons, Jncasso - Geschäfte rc. rc. Rathschläge erthcile gratis. Man wende sich vertrauensvoll an H. Stiebe! 158.Z.17. Frankfurt a. M. Zeil 2. Vorzügliche Bodenwichse billigst stets vorräthig bei ■ F. HerrmannZjr j 636.4.4. _ in Ofsenburg. ] 802.2.2. Ca. 100 Sester Saal- und Eß- ! Zartoffeln hat zu verkaufen E. Geiger, Restaurateur in Offenburg. i International-Lehrinstitut. 815.6.1. Die Anstalt umfasst: 1) Handelsschule (deutsch, französisch, englisch, Buchhaltung etc); 2) Vorbereitungs-Anstalt zum Examen für den einjährigen Militärdienst, (von 79 Candidaten sind 70 bestanden), Porteepeefähnriche, Polytechnikum, Post; 3) Pensionat mit strenger Disciplin: 10 Professoren (5 deutsche und 5 fremde} wohnen in der Anstalt. — Näheres bei der Direction in Bruchsal. Großer Ausverkauf von Möbeln. ä 782.3.2. Wegen Geschäftsveränderung setzen wir unser Lager einem totalen Ausverkäufe zu bedeutend herabgesetzten Preisen aus. Dasselbe besteht in allen Arten Polster- «nd Kasten - Möbel« , worunter mehrere Plüsch - Garnituren , und in sonstigen Einrichtungsgegenständen. Wolf 8 Besag in Bühl. Brust-, Katarrh- und Lungen-Leidenden sind die schleimlösenden Johann Hoffschen Brust-Malz-Bonbons als bestes Heil- «nd Linderungsmittel ärztlich empfohlen. Durch den Gebrauch Ihrer Brust-Malz-Bonbons, die stärkend auf die Schleimhäute wirken, bin ich schon von meinem Lungenleiden wieder hergestellt worden. Aehnlich günstige Wirkungen beobachtete ich bei anderen Katarrhleidenden. Dr. Sporer, Protomedicus und R. R. Gubernalraih in Äbazzia. — Ich habe in meinen Vorlesungen auf den von Ihnen präparirten Malz- Extraet (Gesundheits-Bier) aufmerksam gemacht, und meine Verwunderung geäußert, daß nicht vorlängst ein Fabrikat wie das Ihrige erzeugt, indem der Nutzen der Malz-Deeocts in atrophischen und zur Atrophiu hinneigcuden Zuständen von Stimmberechtigten anerkannt wird. Gern will ich daher, obwohl ein geschworener Feind aller marktschreierischen Anpreisungen, Ihres in dieser Categorie nicht gehörenden Präparates auch in Zukunft eingedenk sein. Dr. A. A. Z e i t e l e s, Professor der Medizin in Olmütz. Vor Fälschung wird gewarnt. Preise der Johann Hoff'schen Malzpräparate 1 Flasche Maizextract (Gesundheitsbier) 5 Sgr. incl. Glas, Malz-Gesundheits-Chocolade Nr. II. 20 Sgr., I. 1 Thlr., Malz- Chocoladen - Pulver für Kinder als Ersatz der Muttermilch i/ 4 Schachtel 10 Sgr., V« Schachtel 5 Sgr., Brust-Malz-Bonbons ä Carton 4 Sgr., Brust-Malz-Zucker 4 Sgr. per Paquet. Johann Hoff Filiale in Cöln. Niederlage bei I. A. Schaible in Offenburg. _ 5.6.6. Zeugniß. Bleichempfehlung. 627.2.1. Die weitberühmte Müll- heimer Naturbleiche wurde mit dem 1. März eröffnet und empfiehlt sich zur Annahme und Besorgung der rohen Tücher und Garne für dieselbe bestens _Färber Th. Plan k Wwe. sucht Jemand 2 Zimmer mit Näheres bei der Exped. 794.2.2. Küche zu miethen. dies. Bl. __ Wohnungsvermiethnng. 810.2.1. In der Ritterstraße Nro. 280 ist eine freundliche Wohnung, bestehend in zwei Zimmern, Küche und sonstiger Zugehörde, so- gleich oder auf den 25. März zu vermiethen. Kriegs- und Friedensnum- mem der Gartenlaube. Nro. 10. Inhalt: Die Zuwider-Wurzen. Eine Geschichte aus den bairischen Bergen. Von Hermann Schmid, (Fortsetzung). — Eva. Ein Frauenbild aus dem vorigen Jahrhundert von Albert Fränkel. Mit Abbildung: „Eva Lessing." Nach einer Photographie auf Holz gezeichnet von Adolf Neumann. — Hermann, Fürst von Pück- ler-Muskau. Erinnerungen von Paul Wesenfeld. — Ein fahrendes Lazareth. Von Fr.Hoffmann l. Der Sanitätszug, wie er in's Feld zieht. — Blätter und Blüthen: Ein Veteran der Freiheit (Jakob Venedey). — Aus dem Fort La Briche vor St. Denis. Mit Illustration: Das Innere des Forts La Briche vor Lt. Denis, am 30. Januar 1871. Nach der Natur ausgenommen von unserem Feldmaler F. W. Heine. — Der mythische Kutschke: Von H. — Die Gartenlaube als Kriegsursache. — Kleiner Briefkasten. 811. Die Herren Breh und Greith er (vormals B. Kirch) in Freiburg j lieferten für die hiesige Gemeinde eine neue vierräderige Fahrspritze mit sechs Zoll Stiefelweite, welche im Beisein des Herrn Ingenieurs Wrppermann von Freibura einer allseitiqen Probe unterzogen wurde. Wir bezeugen hiedurch den genannten Herren Fabrikanten mit Vergnügen, daß dieselben durch die gelieferte Maschine, sowohl was die Leistungsfähigkeit als die Solidität des Baues betrifft, uns vollkommen zufrieden gestellt haben und ihren vertragsmäßig eingegangenen Verbindlichkeiten völlig nachgekommen sind. Kirchhofen, den 19. Febr. 1871. Der Gemeinderath: Steiger, Brgmstr., Amann, - Heineman n, Bininger, Mergele, Albert, I. Stievater, A. Dierenba ch. Verloren, oder gestohlen. Vermißt wird ein preußischer 10 Thaler Darlehenschein, ganz neu von 1870. Mit Dank und Anerkennung an die hiesige Polizeibehörde abzugeben. 817. O f f e n b u r g. 823.2.1. Beim Hintergebäude der früheren Glasfabrik ka nn Mergel abgeführt werden. 821.2.1. Ein Kapital uou 600 fl. wird gegen gute Sicherheit aufznnehmen gesucht. Schriftliche Offerten befördert die Exped. d. Bl. auch Empfehlung. 820.3.1. Unterzeichneter empfiehlt sich mit einer Auswahl vorzüglicher Forte-Pianos und Pianinos aus Stuttgart, sowie mit noch guten alten Klavieren für Anfänger. Die Instrumente werden auch auf Termine verkauft und alte Klaviere daran genommen. Adolf Wahle, Instrumentenmacher i n Offenburg . Offen bürg. Frisch eingetroffen: Halbwolle, Reiflebaumwolle, Estramadura, englische Baumwolle in allen Nummern, Webgarn, Türkischrothgarn, Schnürlebaumwolle und billigst zu haben bei 799.2.2. Färber S i e f e r t am Kronenbach. Petroleumfasser, gut beschaffene, kauft _ JImjp Wenh 699.3.3. in Offenburg. Stierverkanf. 809. Mathias Litterst in Bohlsbach hat eine» 1 V-jährigen, schwarzscheckigen, sprungfähigen Stier zu verkaufen. Zimmer zu vermiethen. 807.3.2. Pfalzwirlh Hessel dahier hat zwei Zimmer im untern Stock und zwei im ober« Stock (schön möblirt) sogleich an ledige Herren zu ^oermiethen.__ _ Danksagung. 819. Vor meinem Scheiden sage ich der hiesigen Lazarethverwaltung im Waisenhaus für die freundliche Verpflegung und dem Hrn. Medizinalrath Dr. Barth und Hrn. Zahnapgt Seiler für die liebevolle Behandlung meinen herzlichsten Dank. )ffenburg, den 13. März 1871. Groß, Unteroffizier. Für die Redaction verantwortlich A. R t i f f. — Druck und Vertag von A. R c i f f und Comp.