. sowie für die Amtliches Verkundigungsblatt für den Kreis Offenburg sowie für die Bezirksämter und Amtsgerichte Offenbur g und Gengenbach. Erscheint tiglich mit SuSnichm« Montagr, und lastet vierteljihrlich in Offenburg 1 fl-, für den Landpostbezirk 1 ff. 2 kr., für die übrigen Postbezirle 1 fl. 7 kr. GinrückungSgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr. Hro. 142 . Offenburg, Dienstag dm 20. Juni 1871. Einladung zu Bestellungen. Unser Blatt wird auch im folgenden mit 1. Juli beginnenden Quartal wie seither täglich mit Ausnahme Montags erscheinen. Ein großer Zeitabschnitt unserer Geschichte ist vorüber, der größte Theil unseres lieben Vaterlandes durch eine Reihe großer Ereignisse äusserlich geeinigt. Um so mehr werden wir bestrebt sein unsere Aufmerksamkeit auf seine inneren Verhältnisse zu richten und, so viel wir können, arbeiten helfen am großen inneren Ausbau, damit das Gebäude der würdige Ausdruck des deutschen Volksgeistes werde, des Geistes der Freiheit, aber auch der Ordnung und Gesetzlichkeit; denn diese können nur mit einander beitehen. Ein kurzer deutlicher Ueberblick über alle wichtigen Ereignisse auf dem Gebiete der Natur und des Menschenlebens, sowie die Sorge für angemessenen Unterhaltungsstoff wird uns wie bisher angelegen sein. — Zu recht zahlreichen und rechtzeitigen Bestellungen laden ergebenst ein Offenburg, im Juni 487J. A. Reiff ö Comp. KslMsche RunÄjchsu. Offrnburg, 48. Juni. Die französische Armee, aus der deutschen Gefangenschaft zurück, neu gebildet, hat Paris, nachdem die Commune vorher noch morden und brennen konnte wie sie wollte, genommen und dadurch Europa vor der Verwüstung gerettet; Europa vergißt die Niederlagen der Franzosen und bewundert sie wieder — so spricht Hr. Thiers und also muß es wahr sein; in Paris halten sie heute schon eine große Parade dazu. Die Republik, die nach Thiers von der konstitutionellen Regierung nicht sehr wesentlich verschieden ist, hofft man für die nächste Zeit noch erhalten zu können, besonders wenn die Ergänzungswahlen für die Nationalversammlung republikanisch ausfallen; indeffen sind die Orleans schon in Versailles bei Thiers auf Besuch, und für Napoleon den Ruhmvollen suchen seine Parteigänger auf dem Lande zu wirken wie sein großer Vetter Plomplomb aus dem Wege der Oeffentlichkeit. Dieser große Maulheld hat an Jules Favre einen öffentlichen Brief gerichtet, wm nach dieser und seine Genossen in der Regierung die Schuld an allem neuern Unglück Frankreichs tragen. Gut gebrüllt, Löwe! Man mag Jules Favre vieles nachsagen, wie er namentlich mit vielen anderen seiner Landsleute den Fehler getheilt hat, das verkommene Napoleonische Regiment dadurch wegdrücken zu wollen, daß man ihm das Aufkommenlassen Deutschlands vorhielt — einem solchen Prinzen gegenüber ist Jules Favre ein Mann der, während jener Held so rühmlos verschwand, seinem Vaterlande die härtesten Dienste erwies, der namentlich neuerdings noch den Muth hatte, die sauberen Pläne der internationalen Socialdemokratie in ihrer ganzen schrecklichen Größe zu enthüllen und zu zeigen, daß das Wort Bebels im deutschen Reichslag, die Commune in Paris sei blos erst ein Vorpostengefecht, ganz ernsthaft zu nehmen sei. Diese neumodischen Tyrannen, die Socialdemokraten, bei welchen Religion und Vaterlandsliebe ein Verbrechen und die ihre erste Machtentfaltung mit der Unterdrückung jeder anderen Meinungsäusserung in der Presse oder in Versammlungen begannen, welche die Kirchen und öffentlichen Gebäude zu Lagerstätten ihrer Orgien machten, sie versuchen nun von London aus sogar die Verteidigung ihrer Mordbrennerei als Nothwehr, vergleichen ihre Verwüstung von Paris mit der fanatischen Zerstörung heidnischer Kunstwerke durch die ersten Christen u. s. w. Doch in Einem geben wir den Engländern recht: mit demselben Recht als die Mitglieder der Commune würde man auch Napoleon ausliefern müssen, denn auch er hat Eide gebrochen unv Menschen gemordet, und seine „Rettung der menschlichen Gesellschaft" hat einen bösen Ausgang genommen; er aber sitzt ganz unbehelligt in Chislehurst und läßt sich noch von den Londoner Philistern anstaunen. — Der amerikanische General Sherioan, der den ganzen Krieg über im Schutze des deutschen Hauptquartiers seine Beobachtungen gemacht hat, gibt zum Dank sein Urtheil dahin ab, die Deutschen hätten keine einzige strategisch große Schlacht, sondern lauter Metzeleien geliefert. Wahrscheinlich ärgerte sich der Herr, daß die Deutschen gleich von vorn herein von Sieg zu Sieg eilten und nicht zuerst, wie die Nordamerikaner, entschieden Schläge bekamen, bis sie endlich, nicht ohne bedeutende Mithilfe der Deutschen, ein ordentliches Heer zusammen gebracht hatten. Auch in denspanischen Cortes hat ein Hr. Donquijote gewaltig gegen die barbarischen deutschen Horden losgezogen, die, frevelhaft herausgefordert und räuberisch angefallen, sich erlaubten das Hauptvolk der Romanen so gründlich durchzuarbeiten. Die edlen Spanier haben bekanntlich bei der Veranlassung des Krieges für sich und uns gegenüber eine gar schöne Rolle gespielt. Nun, in der Beziehung laffen wir uns den Spruch des Nero gefallen: sie mögen Haffen, wenn sie nur fürchten! — Im deutschen Reichstag ist Kiefer zuletzt bei der Verhandlung über die 4 Millionen zu Schenkungen sehr mit- der Fortschrittspartei in Kampf gerathen, was wir sehr bedauern; wenn aber Lender sich dabei erhob- und den kühnen Satz aussprach, ein Volksabgeordneter dürfe sich niemals durch einen Herzenswunsch des Kaisers gegen seine Ueberzeug- ung bestimmen lassen, so möchten wir fragen, was er denn seit seiner Erklärung in Gengenbach dem Papst gegenüber gethan. Aber freilich, Papst und Kaiser, wer auch die zwei vergleichen möchte! — München, 45. Juni. Der bairische Gesandte in Rom, Graf Tauffkirchen, ist mit Ueberreich- ung des Glückwunschschreibens beauftragt worden, welches der deutsche Kaiser an den Papst' wegen seines Pontifikatjubiläums gerichtet hat. — Hier hat sich außer dem Komite der Altkatholiken noch ein engerer Kreis, fast nur aus Juristen gebildet, welcher sich die Abfaffungvon Vorstellungen an die Regierung und den Landtag Behufs Abwehr der staatsgefährlichen Folgen des Unfehlbarkeitsdogmas zur Aufgabe gesetzt hat. Diesem Kreis gehören u. a. mehrere Universitätsprofefforen und die beiden Bürgermeister an. Ems, 44. Juni. (Pr.) Kaiser Alexander von Rußland hat seinen Vertreter in Wien, Hrn. v. Nooikoff, hieher beschieden. Es heißt, daß eine Zusammenkunft mit dem Kaiser von Oesterreich vorbereitet werden soll. Berlin, 45. Juni. Reichstagsitzung. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die dritte Beratung des Gesetzentwurfes betr. die Gewährung von Beihilfen an Angehörige der Reserve und Landwehr. Das Gesetz wird ohne Debatte angenommen. Es folgt die dritte Berathung des Gesetzentwurfs betreffend die Verleihung von Dotationen in Anerkennung hervorragender, im letzten Kriege erworbener Verdienste auf Grund der Zusammenstellung. Abg. Schulze: Man könne das nicht als Nationalbelohnung betrachten, wobei sich die Nation der Mitwirkung in den wichtigsten Punkten entschlagen müsse. Die Vorlage sei daher nicht als eine Vorlage zu be- betrachlen, welche den Dank der Nation zum Ausdruck bringen solle, sondern als eine reine Finanzfrage. Nur dann, wenn das Geld sicher sei, wenn die Einnahmen gewiß wären, könne man an eine Finanzfrage herantreten. Die Nation dürfe eine solche Summe nicht bewilligen, sie sei aus den Kinderschuhen heraus: die Vertreter der Nation hätten nur das Haushaltrecht zu wahren, das sei jhre Aufgabe, aber nicht etwa so viel Geld zu bewilligen, was den Reichthum Einiger vermehre. Abg. Schröder (Lipp- stadt): Er habe mit schwerem Herzen gegen die Vorlage gestimmt, aber zwei Gründe hätten ihn dazu getrieben: erstens mußte er sich sagen, daß die Vorlage keinen Anklang im Volke finde, zweitens mußte er sich an die Beispiele der Geschichte halten, welche beweisen, daß die Herrschaft der Gewalt immer damit anfing, daß die Führer der Armee reich wurden. Die Idee von der Geschichte des Cincinnatus bleibt wahr und ein Muster für Alle. Abg. Kiefer: (Baden) greift mit scharfen Worten die Fortschrittspartei an: sie werde im Volk keine Sympathien erwecken, denn das Volk habe die Absicht, in großer edler Weise die Männer zu lohnen; das Volk in Süddeutschland habe wenigstens solche Anschauungen, nur die Presse habe die Anschauungen des Volkes verdächtigt. Abg. Dr. Löwe: Er habe jede Parteitaktik, jede Polemik vermeiden wollen; nichts sei ihm ferner gewesen als Diejenigen, die der Vorlage zustimmen, der Servilität und niedrigen Gesinnung anzuklagen. Es seien Alle einig in dem Gefühle des Dankes; nur sei es die Ueberzeu- gung seiner Partei, daß dieser Weg, den Dank zum Ausdruck zu bringen, nicht der richtige sei. Er habe nur die Gefahren bezeichnen wollen, die mit dieser j Weise des Dankes verbunden seien; nicht aber dürfe er von einer andern Partei angeklagt werden, daß er nicht dieselben Gefühle des Dankes den großen Männern entgegentrage. Abg. Ziegler protestirt gegen die Angriffe des Abg. Kiefer; ein Norddeutscher hätte nicht gewagt, mit solcher Selbstzufriedenheit in Süddeutschland aufzutreten; seine Rede habe die Kluft zwischen Süd- und Norddeutschland größer gemacht. Abg. Lender motivirt sein „Nein": ein Herzenswunsch des Kaisers dürfe niemals einen Volksvertreter bestimmen, gegen seine Ueber- zeugung zu handeln. Abg. Dr. Friedenthal empfiehlt als Mitreferent noch einmal die Vorlage. Alle seien einig im Gefühle des Dankes, und jetzt, wo der festliche Einzug der Truppen vor der Thüre stehe, mögen Alle dem Gefühl ihres Dankes dadurch einen Ausdruck geben, daß sie der Vorlage zustimmen. Darauf wird das Gesetz mit großer Majorität angenommen., Berlin, 44. Juni. Die Spener'sche Zeitung schreibt: Der Kaiser von Oesterreich hat den General Baron Gablenz mit dem Hauptmanne Weber zur Theilnahme an der Einzugs- und Enthüllungsfeier nach Berlin abgeordnet. Der 570 General, welcher heute Nachmittags aus Wien hier eintrifft, ist während seines Aufenthaltes am hiesigen Hofe mit Hauptmann Weber Gast Sr. M. des Kaiser-Königs. — Ueber das gestrige Potsdamer Siegesfest wird noch mit- getheilt: In der kurzen Pause zwischen dem Abrücken der Infanterie und dem Anrücken der Reiterei wendete sich der Kaiser zu dem Offizierkorps und sagte, auf Werder deutend: „Sehen Sie, meine Herrn, es ist der General Werder! Er hat geleistet, was selten in der Kriegsgeschichte geleistet worden." Der General machte eine Bewegung bescheidener Abwehr und sprach: „Majestät, diese unverdiente Ehre. . .", doch der Kaiser unterbrach ihn mit den Worten: „Dem Verdienst gebührt seine Anerkennung!" Der General war sichtlich auf's tiefste gerührt. Wien, 15. Juni. Trotz der freundlichen Beziehungen zu Rußland scheint die Morte doch nicht ohne Besorgniß über die Lage der Dinge im Norden der europäischen Türkei zu sein. Sie hat wenigstens, während das Lager von Schumla beisammen bleibt, nicht blos die Errichtung dreier Lager in Bosnien verfügt und die entsprechende Truppenzahl dahin in Bewegung gesetzt, sondern auch eine neue Aushebung der Nizams und der Redifs angeordnet. Oesterreich seinerseits scheint sich alle Mühe zu geben, der Pforte so viel Maßhalten anzurathen, daß ihre Defensivmaßregeln nicht als Vorbereitungen zu irgendwelcher Aggression gedeutet werden können. Graz, 14. Juni. (Presse.) Der neue deutsche Verein hat sich heute gebildet; es wurde beschlossen, an die Stadt Berlin ein Beglückwünschungs-Telegramm zum Einzug der siegreichen deutschen Truppen zu senden. Aus Paris. Das Journal des Debats sagt: Gewisse Leute träumen zu unserer Erholung von dem Kriege, den wir eben mit Preußen zu bestehen hatten, einen Krieg mit Italien. Wir find offenbar noch nicht genug besiegt, nicht genug ruinirt, nicht genug an Blut und Vermögen erschöpft, und das beste Heilmittel für unsere Wunden ist, noch einmal auf Abenteuer auszugehen. So widmete der berühmte Ritter von la Mancha, nachdem er auf einem Rinderwagen durchgebläut und halbtodt nach Hause gebracht worden war, die Tage seiner Genesung din Vorbereitungen zu einem neuen Feldzuge. Wie kann man da verlangen, daß das Ausland, welches nicht verpflichtet ist, mit unserem Unglück Mitleid zu haben, sich das Vergnügen versage, unseren „Zustand der Geisteskrankheit" zu konstatiren? Paris, 13. Juni. Das Aussehen von Paris hat sich seit einigen Tagen geändert. Die Brandruinen werden niedergeriffen und das Material abgefahren. Die elyseeischen Felder, welche in einem betrübten Zustande waren, werden von den Gartenarbeitern wieder gesäubert; man beschneidet die Bäume und stellt die Rasen und Blumenbeete wieder her. Die Bruchstücke der Vendowe-Säule sind alle gesammelt und in den Hof des Jndustriepalastes gebracht worden. Sie sind numerirt; es sind ihrer 274. Ein anderer Theil des Jndustriepalastes ist angefüllt mit Lafetten, Kanonenkugeln, Kartätschenbüchsen und altem Eisenwerk aller Art. Telegraphische Nachrichten. Berlin, 16. Juni. Der Einzug der Truppen und die Enthüllungsfeier des Denkmals Königs Wilhelm IH. fand unter der unbeschreiblichen Begeisterung der gesammten Bevölkerung nach Programm statt. Das Weiter war herrlich. Der Kaiser verlieh dem Prinzen Karl das 15. Uhlanenregiment, ernannte den Prinzen Friedrich Karl zum General-Jnspector der 3. Armee- Jnspection, den Kronprinzen zum General-Jnspector der 4., den Kronprinzen von. Sachsen zum General-Jnspector der 1., den Großherzog von Mecklenburg zum General-Jnspector der 2. Armee-Jnspection, den Prinzen Atbrecht Vater zum Generalobersten der Reiterei und den Grasen Moltke zum Generalfeldmarschall. Prinz Luitpold von Baiern erhielt das 4. Feldartillericregiment, Prinz Georg von Sachsen das 16. Ulanenregiment, Prinzessin Friedrich Karl das 12. Dragonerregiment. Der Kriegsminister v. Roon ist in den Grafenstand erhoben worden. General von Manteuffel erhielt den schwarzen Adlerorden. Eine große Anzahl befehligender Generale wurden Inhaber von Regimentern. Berlin, 16. Juni. Bei der Begrüßung unter dem Baldachin am Eingänge der Lindenpromenade erwiederte der Kaiser auf die Anrede des Bürgermeisters ungefähr wie folgt: „Ich spreche ihnen meinen Dank aus für Das, was Sie mir gesagt haben, in meinem Namen und für mein Heer, das heute mit seinen Vertretern einzieht. Was wir Großes erlebt haben, wir verdanken es dem Himmel, der uns Kraft und Ausdauer gegeben hat; wir verdanken es der Treue sowohl der Truppen im Felde, wie der Treue der Unseren in der Heimath. Diese Treue wollen wir als theueres Gut für die Zukunft bewahren. Der Stadt Berlin sage ich meinen Dank für den wunderschönen Empfang!" Bei der Enthüllungsfeier des Denkmals Königs Friedrich Wilhelms IH. hielt der Kaiser folgende Ansprache an die umstehenden Abordnungen: „Was wir im tiefsten Frieden ersannen unv vollendet, was wir hofften im tiefsten Frieden enthüllen zu können, dieses Standbild ist nun zum Denkmal des Schlusses eines der glorreichsten, wenn auch blutigsten Kriege der Neuzeit geworden. Wenn der König uns sehen könnte, würde er mit seinem Volke, seinem Heere zufrieden sein. Möge der Friede, den wir mit so vielen Opfern erfochten, auch ein dauernder werden. An uns Allen ist es, Hand anzulegen, daß es also geschehe. Das walte Gott!" 'Zu den Rittern des eisernen Kreuzes aus den Feldzügen von 1813 bis 1815 sagte der Kaiser: „Es wird Ihnen eine wehmülhige, aber doch sehr hohe Freude sein, daß Sie diesen Augenblick in dieser Umgebung mit mir durchleben, da Sie ja Alle das eiserne Kreuz vom Könige, meinem unvergeßlichen Vater, erhalten haben. Niemand von uns hatte wohl geglaubt, daß dieses Kreuz jemals wieder ausleben würde und zwar zu einem fast gleichen Zweck wie damals. Nicht mich möge das mir zugerufene Wort preisen, aber allerdings können wir in aller Demuth stolz darauf sein, daß die Vorsehung uns zum zweiten Male ausersehen und uns Kraft verliehen hat, in einem so gerechten Kriege ihren Willen durchzufübren. Versailles, 16. Juni. Die auf den nächsten Sonntag festgesetzte Heerschau wird auf den Longchamps stattfinden. — Die Blätter melden, der General der Kommune, Cecilia, sei im Departement Calvados gefangen genommen. Versailles, 16. Juni. Das französ. Anlehen wird 2 Milliarden in 5proz. (ohne Loose) betragen. Vermischte Nachrichten. * O'ffenburg, 19. Juni. Donnerstag Abend eine Stunde lang eingeläutet, fand Freitags das Papstfest statt. Am Morgen hörte man vom nahen Gebirge her Böllerschüsse. Vormittags und Nachmittags Festgottesdienst. Abends Festessen in der alten Pfalz mit Feuerwehrmusik u. Böllerschüssen. In der Hauptstraße sahen wir ungefähr ein halbes Dutzend Häuser beflaggt. Theilnehmende Personen am Festessen sollen es ungefähr 36 gewesen sein. — Samstag Abends Feiergeläute, musikalischer Zapfenstreich und Böllerschüsse zur Einleitung des deutschen Sieges- und Friedensfestes. Sonntag Morgens ebenso feierliche Tagwache, wobei auch der Gesangverein Concordia an mehreren Punkten der Hauptstraße feierliche Choräle vortrug. Die Stadt war festlich beflaggt. Um 9 Uhr Festzug in die kath. Kirche, woran die Feuerwehr mit ihrer Musik, sodann unsere glücklich zurückgekehrten Krieger und Sieger, als Feftgäste der Stadt, gegen 70 a. d. Zahl, worunter mehrere Offiziere. Die entsprechende Festpredigt hielt Hr. Dekan Pellissier. Um 1 Uhr Festessen im Salmensaal, gewürzt mit Vorträgen der Feuerwehrmusik und Gesang der Concordia, sowie mit ernsten und heiteren Trinksprüchen. Solche hielten: Hr. Oberamtmann Montfort auf! das neue deutsche Reich und seinen Kaiser; Hr. Bürgermeister Schaible auf unfern Großherzog; Hr. Medicinalrath Barth auf das deutsche Heer; Hm. Lieutnant Baumann auf die Stadt Offenburg; Hr. Nußbaum auf die Frauen und Jungfrauen, die sich wäh rend des Krieges so aufopfernd thätig zeigten;Hr. Kreisgerichtsrath Wedekind auf die „«schätze unserer Krieger"; Hr. Lieutenant und Studiosus jr. Wörter auf die Veranstalter des Festes; Hr. Stud.fr. Muser auf das deutsche Volk, das den Sieg ermngen; Hr. Thierarzt Metzger auf das badische Heer; Hr. Hacker auf die Inhaber des eisernen Kreuzes. Das Abend-Banket in den städtischen Anlagen wurde durch eingetretenes Regenwetter vereitelt, und zog man statt dessen in die Brauerei Arm- bruster. Heute beginnen hier die Schwurgerichtssitzungen, die volle acht Tage in Anspruch nehmen werden. Auf einer Dienstreise begriffen wurde gestern schon Hr. Stephan, der Generalpostdirektor, des deutschen Reichs, mit Hrn. Oberpostdirektor Zimmer hier erwartet. Die Post wird bekanntlich von der Eisenbahn getrennt und geht mit Anfang des nächsten Jahres in die Verwaltung des Reiches über. Kreispostdirektionen sollen dem Vernehmen nach errichtet werden in Constanz, Freiburg, Karlsruhe und Mannheim. Nach dem Verkündigungsblatt der Erzdiözese Freiburg sind die Geistlichen nun zum Eintritt in die Ortsschulräthe angewiesen. — Heute Mittag sind zwei Schwadronen Würt- tembergische Reiterei mit Musik hier eingetroffen. — Q Die beiden Feinde des Volkes. Mit diesem Titel und Artikel begegnen wir dem gegenwärtig wiederholten kühnen Unterfangen klerikaler und feudaler Blätter, dem Liberalismus, der Aufklärung alles Böse in die Schuhe schieben zu wollen, das in der neueren Zeit die Welt und besonders Frankreich betroffen. Wir sagen: die einzigen beiden Feinde des Volkes und der Menschheit sind die Mißbrau- cher der Religion und die Mißbraucher der Freiheit. Was hat man im Namen der Religion nicht schon alles getrieben; wie hat man nicht nur einzelne der edelsten Geister gemartert sondern ganze Völker zu Grunde gerichtet, zur Unvernunft, zur blinden Wuth und Selbstzerfleischnng getrieben! Was hat die Kirche selbst gethan und wie hat sie sich, bis auf die Eugenien, Isabellen und Napoleone der neuesten Zeit von den selbstsüchtigen Tyrannen mißbrauchen lassen, um die wahre gesetzliche Freiheit zu unterdrücken und dann gewaltsame Ausbrüche und Erhebungen hervorzurufen! Aber noch in anderer Weise schädigen die Mißbraucher der Religion diese und das Volkswohl aus's empfindlichste. Dadurch daß sie die Religion des Geistes und Herzens in einen blosen Formelnkram umwandeln, um das blinde, bethörte und gedankenlose Volk recht ausbeuteln zu können, stoßen sie alle Vernünftigen und redlich Denkenden ab, so daß die Kluft zwischen dem denkenden und gedankenlosen Theil immer größer werden muß, und wohin das führt, davon haben wir in der Geschichte mehr als ein trauriges Beispiel. Deshalb muß die jüngst stattgehabte Papstfeier mit ihren Sammlungen gar eigene Gedanken erregen. Die zweiten gefährlichen Feinde des Volks - wohls und der Menschheit sind die Mißbraucher der Freiheit, die internationale Socialdemokratie, deren erste und neueste Thaten in Paris ja in frischem Andenken sind. Mit ihnen haben die Ultramontaneu geliebäugelt und auf die „Mastbürger" geschimpft, um, wenn fnur erst jene den Durcheinander gemacht, hintenher als Retter der menschlichen Gesellschaft austreten und ihre Macht aufs neue geltend wachen zu können. Wir sind weit entfernt, das gegenwärtige Verhältniß zwischen Capital und Arbeit für unverbesserlich zu halten, vielmehr scheint uns der Kampf Aehnlichkeit zu haben mit dem gegen die Feudalherrschaft und Leibeigenschaft; so viel aber ist gewiß, daß mit den Lehren derSocial- demokraten die Sache nicht besser sondern schlechter wird. — »71 Bekanntmachungen. Offenburg. Nro. 8276. Die Wittwe des /Maurers Josef Würthle von Bohlsbach hat um Einweisung in den Besitz des Nachlasses ihres verstorbenen Ehemannes gebeten. Diesem Gesuche wird stattgegeben werden, wenn nicht innerhalb 4 Wochen Einsprache erhoben wird. Offenburg, den 14. Juni 1871. Großh. Amtsgericht. ___ Ried _ 2048.3.1. Katastervermessnng 2022.2.2. Kommenden Donnerstag den 22. Juni findet die Offenlegung des Vermeffungs- werks Oberharmersbach statt. Die Grund- eigenthümer dieser Gemarkung werden hiedurch zur Empfangnahme ihrer Güterzettel auf dem Rathhause von Morgens 6 Uhr mit dem Bemerken eingeladen, daß von genanntem Tage an das Vermessungswerk zur Einsicht aller Betheiligten 6 Wochen auf dem Rathhause aufliegen wird. Oberharmersbach, den 15. Juni 1871. Das Bürgermeisteramt. Bruder. _ - Bekanntmachung. 2038.2.1. Die Hintere Norvracher Thalstraße vom sog. Weierbühl bis zum Mosbächlein kann wegen Correction dieser Strecke vom 30. Juni bis zum 1. Juli d.J. nicht mit schweren Fuhrwerken befahren werden. Gengenbach, den 17. Juni 1871. Großh. Bezirksforstei. _ Mezel. _ Fischwafserverpachtnng. 2040. Die Gemeinden Schutterwald, Altenheim mit Rohrburg und Müllen versteigern am Montag den 26. Juni, Nachm. 4 Uhr, im Adlerwirthshaus in Müllen das Fischen in der sog. Schütter in drei Loosabtheilungen. Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekannt gemacht werden. Schutterwald, den 18. Juni 1871. Bürgermeister Hansmann. Vergebung von Banarbeiten. 2011.2.2. Die zu 2700 Gulden veranschlagte Arbeiten für Einrichtung einer Bahnwartswohnung und eines Magazins in der alten Güterhalle auf Station Bühl sollen im Soumissionswege vergeben werden. Pläne, Ueberschläge und Bedingungen können je am Nachmittage des 17., 19. und am Vormittage des 20. d. M. auf dem Geschäftszimmer des Bahnmeisters I ä g e l in Bühl eingesehen und die Angebote daselbst abgegeben werden. Die Soumissionsverhandlung findet Mittwoch den 21. ds., Vorm. y 2 ll Uhr, auf Station Bühl statt. Kehl, den 14. Juni 1871. Großh. Post- und Eisenbahnamt. Der Vorstand: Der Bezirks-Ingenieur: Bauer. Wolfs. Hofweier. Heugrasversteigerung. 2024. Samstag den 24. d. M., Nachmittags 11 Uhr, wird der Heugraserwachs auf 100 Morgen Wiesen im Bruch um gleich baare Bezahlung im hiesigen Rathhause löffentlich versteigert. Hofweier, den 17. Juni 1871. Das Bürgermeisteramt. Rudolf. _ ' H/!«- und Oehmtgrasversteigerung 1957.3.3. Von beiläufig 430 Morgen dies- herrschaftlichen Wiesen in den Unterwäffern bei der Dundenheimer Mühle zwischen Niederschopfheim und Höfen zunächst Schutterwald wird der heurige Heu- und Oehmtgras-Er- wachs am Donnerstag den 22. und Freitag den 23. Juni 1871, jedesmal pracis Morgens 8 Uhr anfangend, auf den Wiesen selbst gegen Borgfrist bis Michaeli l. I. in Tauenloosen öffentlich versteigert. Steigerungslustige werden mit dem Bemerken hiezu eingeladen, daß die Steigerer gleich beim Strich einen zahlungsfähigen Bürgen zu stellen und das Strichprotocoll auf dem Platze zu unterschreiben haben, bei anhaltendem Regenwetter der Verstrich im Wächterhäuschen oder aus dem Freihof bei Höfen abgehalten wird, und mit dem ersten Gewann unweit der Schutterbrücke am Dundenheimer Sträßle beginnt, und der Gewannreihe nach wie bisher fortgesetzt wird. Offenburg, den 9. Juni 1871. Frhrl. zu Franckenstein'sches Rentamt. Raben st ein. Wolfach. Rilldenversteigeruug. 2028.2.2. Die Stadtaemeinde Wolfach läßt Mittwoch den 28. Juni 1871, Vorm. 10 Uhr, im Rathhaus allda nachbenannte Rinden öffentlich versteigern, und zwar: Ca. 150 Centner gut eingeheimste und ganz gute Qualität halbalte und junge Eichenrinden. Diese Rinden können jederzeit im hiesigen Rathhaushof eina.esehen werden. Die Bedingungen werden in der Steigerungstagfahrt bekannt gemacht. Fremde Steigerer haben sich mit legalen Vermögenszeugniffen auszuweisen oder einen hiesigen vom Gemeinderath annehmbaren Bürg- und Selbstschuldner zu stellen. Wolfach,. den 16. Juni 1871. Der Gemeinderath. Bürgermeister Armbrust er. vdt. Rthschr. Feger. Hofgutsverpachtung. 1955.3.2. Das kirchenärarische Hofgut „der Erzbacher Meierhof", eine halbe Stunde von der Eisenbahnstation Biberach, in dem schönsten, und fruchtbarsten Theile des Kinzigthales gelegen, soll von Lichtmeß 1872 an auf weitere 12 Jahre in Pacht gegeben werden. Das Pachtgut besteht aus einem zweistöckigen Wohnhause mit Scheuer und zur Güllenbereitung eingerichteter Stallung unter einem Dache, einem Speichergebäude mit Weinkeller und Trotte, einer Back- und Waschküche, einem Pferdestall, einem Wagen- und Fntterschoppen, samt Hofraum und Grasgarten mit einem Flächenmaß von 1 Morgen 21 Ruthen, Gemüsegarten 31 Ruthen, Ackerfeld 14 Morgen 24 Ruthen, Futterfeld 29 Morgen 140 Ruthen, Wässerwiesen 13 Morgen 319 Ruthen, Reutfeld 2 Morgen 29 Ruthen, Reben ca. 50 Ruthen, zusammen 60 Morgen 214 Ruthen. Auf dem Pachtgute befinden sich ungefähr 500 Stück größtmtheils tragbare Obstbäume. Bei der großen Masse vorzüglichen Futters, welches der Hof erzeugt, eignet sich derselbe besonders zu ausgedehnter und lohnender Viehhaltung. Die Verpachtung geschieht im Soumissionswege und sind die Pachtgebote verschlossen mit der Aufschrift „Angebot auf den Erzbacher Meierhof" bis Samstag den 15. Juli d. I , Vorm. 10 Uhr, auf unserem Geschäftszimmer einzureichen. Die Pachtbedingungen und die Soumissionsbedingungen können bei uns jeden Samstag eingesehen werden. Mit der Vorzeigung des! Pachtgutes ist Gutsaufseher Schmider in Erz-! bach beauftragt. Offenburg, den 9. Juni 1871. | Evangel. Stistungenverwaltung. Sprenger. Steigerungs - Ankündigung. 1860.3.2. Aus der Gantmasse der Gebrüder Schmidt hier werden Dienstag den 4. Juli 1871, früh 9 Uhr, aus dem Rathhause hier öffentlich versteigert: Grdst.-Nro. 148: Antheil an 261 Ruthen: Ein dreistöckiges Wohnhaus mit gewölbtem Keller, Magazin, Hofraum und allen liegenschaftlichen Zugehörden in der Hauptstraße, Haus-Nro. 1, mit dem daranstoßenden sog. Burgerhof, nebst Zugehörde, 261 Ruthen Flächenmaß, begrenzt von dem Garten, C. Hessel, städt. Eigenthum und der Hauptstraße, Brandkaffenanschlag 18,300 fl., tax. zu 16,000 fl. Grdst.-Nro. 152: 40,5 Ruthen Gemüsegarten beim Haus, ehemaligen Kinzigthore an der Hauptstraße, Gewann Ortsetter, an der Hauptstraße, der Stadtmauer und Xav. Stöckle's Relicten, tax. zu 800 fl. Offenburg, den 31. Mai 1871. Der Großh. Notar _ Serg e r. Durbach. Hen- und Oehmtgrasversteigerung. 2044.2.1. Am Montag den 26. d., Morgens 9 Uhr anfangend, wird der diesjährige Heu- und Oehmtgraserwachs auf den Hofgütern des Herrn von Bussterre im Durbach Thal mit Bokgfrist bis Michaeli d. I. öffentlich versteigert. Zusammenkunft beim Hohberg. Offenburg, den 19. Juni 1871. __ Anzeige. 2035.2.2. Agabitns Derrman» von Gengenbach har neue Schwarzwälder Uhren zu verkaufen und nimmt alte zur Reparatur an. Jeden Samstag Niederlage hievon in Offenburg bei der Allee, gegenüber dem Rathhause, und in Gengenbach neben der Brauerei Kern. Das Kabinet zum Haarschneiden und Rastren ist zur größern Bequemlichkeit des Publikums während der Sommermonate von Morgens 5 Uhr bis Abends 8 Uhr geöffnet. Zugleich empfehle ich mein reichhaltiges Lager von Parfümerien, sowie alle in mein Fach ein- fchlagende Haararbeiten und sichere prompte und billige Bedienung zu. Blick, Friseur 1861.4.3 __ _ in Offenburg. Farbwaaren, sowohl trocken als in Oel abgeriebene, zu sehr billigen Preisen. Ebenso Pinsel, Firnisse, rohes und gekochtes Leinöl bei 1714.6.5._C Fink in Offenburg. Ingwer-Pastillen (gebackener Ingwer). 980.8.7. 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Sowohl hierdurch, als durch viele angreifende optische und feine mathematische Ausführungen war meine Sehkraft so sehr geschwächt, daß ich um so mehr den völligen Verlust derselben befürchten mußte, als sich eine fortwährende entzündliche Disposition eingestellt hatte, welche mehrjährigen Verordnungen der geschicktesten Aerzte nicht weichen wollte. Unter diesen betrübenden Umständen gelang es mir, ein Mittel zu finden, welches ich nun schon seit 40 Jahren mit dem ausgezeichnetsten Erfolge gebrauche. Es ist nicht allein jene fortdauernde Entzündung vollständig beseitigt, sondern auch meinen Augen die volle Schärfe und Kraft wiedergegeben, so daß ich jetzt, wo ich das 75ste Lebensjahr antrete, ohne Brille die feinste Schrift lese und mich, wie in meiner Jugend, noch der vollkommensten Sehkraft erfreue. Dieselbe günstige Erfahrung habe ich auch bei Andern gemacht, unter welchen sich mehrere befinden, welche früher, selbst mit den schärfsten Brillen bewaffnet, ihren Geschäften kaum noch vorzustehen vermochten. Sie haben bei beharrlichem Gebrauche dieses Mittels die Brille hinweggeworfen und die frühere natürliche Schärfe ihres Gesichts stiieder erlangt. Dieses Waschmittel ist eine wohlriechende Essenz, deren Bestandtheile die Fenchelpflanze ist. Dieselbe enthält weder vrsstioa noch bisrootiea, noch metallische oder sonstige schädliche Bestandtheile. Die Bereitung der Essenz erfordert indessen eine verwickelte chemische Behandlung, und ich bemerke daher, daß ich dieselbe seit längerer Zeit in vorzüglicher Güte von dem hiesigen Chemiker, Herrn Apotheker Geiß, beziehe; derselbe liefert die Flasche für einen Thaler, und ist gern erbötig, dieselbe nebst Gebrauchs-Anweisung auch auswärts zu versenden. Ich rathe daher den Leidenden, die Essenz von hier zu beziehen, indem eine solche Flasche auf lange Zeit zum Gebrauche zureicht, da nur etwas Weniges, mit Flußwasser gemischt, eine milchartige Flüssigkeit bildet, womit Morgens und Abends, wie auch nach angreifenden Arbeiten, die Umgebung des Auges befeuchtet wird. Die Wirkung ist höchst wohlthätig und erquickend, und erhält und befördert zugleich die Frische der Hautfarbe. Es wird mich freuen, wenn vorzüglich Denen dadurch geholfen wird, welche bei dem rastlosen Streben nach dem Lichte der Wahrheit oft das eigene Licht ihrer Pugen gefährden und einbüßen müssen. Vielleicht kann auch durch.den Gebrauch dieses Mittels das leider in der jungen Welt so sehr zur Mode gekommene entstellende Brillentragen vermindert werden, da dieses in den meisten Fällen die Augen mehr verdirbt als verbessert. Brillen können nur einer fehlerhaften Organisation des Auges zur Hülfe kommen, aber nie gesunde oder geschwächte Augen stärken und verbessern. Aken a. d. Elbe. Dr. Romershausen. Um den geehrten Reflectanten bei directem Bezüge von mir, die bisher durch Rückfragen, Retournirungen und Unbestellbarkeit entstandenen Unkosten zu ersparen, bitte ich den Bestellungsbriefen deutlich ausgeschriebene Adressen unterzusetzen. Dr. F. G. Geist. Depot der ächten Dr. Romershausen'schen Augen-Essenz in Offenburg bei Hrn. Alex. Reiff. 2042. Danksagung. 2039. Allen Denjenigen, welche heute bei der Beerdigung der irdischen Hülle unseres nun in Gott ruhenden Gatten und Vaters Johann Göppert ihm die letzte Ehre erwiesen haben, sprechen wir den iunigsten Dank aus. Hofweier, den 16. Juni 1871. Die trauernden Hinterbliebenen. Geselle- «nd Lehrlingsgesuch. 2031.3.2. Bei Augustin Käst, Zeugweber in Ebersweier, kann sogleich ein Geselle und Lehrling ausgenommen werden. O f f e n b u r g. Notar Serger hat ein starkes Viertel grünen Klee zur einmaligen Schur zu verkaufen. _ Geld auszuleihen 2043. fl. 2000. hat gegen gerichtliche Versicherung auszuleihen Weiterer, Lindenwirth in Gengenboch. Offenburg. 2036. Banschreiner, Maurer «. Handlanger finden am Neubau von K. Martin dauernde Arbeit. 2.1. Offenburg. Bierbrauerei Armbruster. 2045. Heute Dienstag den 20 d. M. musikalis ch-h«moristische Soiröe, gegeben von Mitgliedern des Großh. Hoftheaters - zu Karlsruhe. Anfang Abends 8 Uhr. Bekanntmachung. 2047. Da in nächster Zeit einige Zahlungen an die Bauhandwerker erforderlich sind, so werden nach Beschluß des Vorstandes die verehr- lichen Mitglieder der Baugesellschaft dahier gebeten, weitere 20 % Einzahlung an den Cassier zu leisten. Offenburg, den 15. Juni 1871. Der Vorstand. 1846.8.5. Zwei gute Zugpferde, welche sich zu leichten und schweren Fuhrwerken bestens eignen und tüchtige Springer sind, werden billig verkauft — wo? ist bei der Exped. d. Bl. zu erfahren. 2001. Appenweier. Wer trinken will ein feines Wiener Lagerbier, Der komme zu Bierbrauer Junker hier; Gewiß wird ihm der Stoff recht trefflich munden Und machen ihn zum wiederholten Kunden. O f f e n b u r g. Weinanerbieten. 2010.Z.2. Sehr gute Gesindeweine von 12 kr. per Maas an sind noch in größerm Quantum vorräthig und werden Fässer dam aeliehen bei Heinrich Rickler. Verloren ging in hiesiger Stadt ein schwarzer Damen- Paletot. Der Finder wird gebeten, denselben gegen eine Belohnung bei der Exped. d. Bl. abzugeben. 2050. Stellegesuch. 2049.2.1. Ein Mädchen von 17 Jahren sucht in Offenburg eine Stelle. Dieselbe sieht weniger auf hohen Lohn als auf gute Behandlung. Das Nähere bei der Exped. d. Bl. Offenburg. 2037.3.1. Eine Wohnung, bestehend aus 5 Zimmern, Küche, Speicher und Keller, bis 1. August beziehbar, ist zu vermiethen. Wo? sagt Exped. d. Bl. 1947.4.2. Es wird eine Wohnung, bestehend in 3—4 Zimmern, Küche, Keller und Speicherraum hier oder in der Nähe bis August zu miethen gesucht. Näheres zu erfragen bei dev Exped. d. Bl. Chinabitter von C. Stigler in Offenburg. 1197. Z.9. Als vorzüglich bewährtes Hausmittel aegen Erkältungen, Blähungen, A«fstohen,Magensä«re,Stuhlzwangrc. vorrälhig in % und V* Flaschen bringen in empfehlende Erinnerung: A. Reiff, Ferd. Hölzlin jr., in Offenburg. N.B. Allen Biertrinkern aufs angelegentlichste zu empfehlen. Freie Lehrerkouferenz Offenbnrg. Nächsten Donnerstag den 22. d.M., Vormittags 8 Uhr, findet in Schutterwald ein Traueramt für den verstorbenen Hauptlehrer. Herrmann und nachher freie Lehrerkonferenz statt. Zur Anwohnung beim Traueramte und Theil- nahme an der Conferenz werden die Herren Colleaen freundlich eingeladcn. Lieder werden, gesungen: Nr. 97, 98. 99, 100, 101. Offenburg, den 16. Juni 1871. Der Vorsitzende. Für'die Redaction verantwortlich A. Reiff.— Druck und. Verlag von 8L Reiff und Comp.