Amtliches Berlmndigungsblatt für den irct s sowie für die Bezirksämter und Amtsgerichte Offenburg und Gengenbach. Erscheint tSglich mit Ausnahme Montags, und kotzet vierteljLhrlich in Offenburg 1 fl., für den Landpostbezirk 1 fl. 2 kr., für die übriges Postbezirke 1 fl. 7 kr. MnrückungSgebühr: dis gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr. Uro. 151. Offenhrrrg, Freitag den 30. Zum 1871. Politische Rundschau. Aus Baden, 23. Juni. Von einer größeren Anzahl hervorragender Persönlichkeiten aus allen Theilen Deutschlands ist eine „Aufforderung zur Gründung einer Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung" erlassen. Die Mitgliedschaft wird durch einen jährlichen Beitrag von 2 Tha- lern und 1 Thaler für die Zeitschrift erworben. Napoleon Hl. hat, wie kein Anderer, die Unwissenheit der Landbevölkerung zu seinen eigennützigen Zwecken viele Jahre ausgenutzt; wo solche Zustände herrschen, kann von einer ungefälschten, allgemeinen direkten Wahl nicht die Rede sein. In der Aufforderung heißt es mit Recht: „Kein würdigeres Denkmal können wir dem jungen Frieden widmen, keines, das ihm längere Dauer verspricht, das uns mehr vor dem Neide der Fremden und vor eigener Ueberhebung schützt, als indem wir nach großen kriegerischen liegen mit Ernst und aus freiem Antrieb zur Aus' füllung der Lücken unserer Volksbildung schreiten, stets eingedenk, daß die großen sozialen, politischen und freiheitlichen Fragen der Gegenwart allein durch Theilnahme der Masse des Volkes im Sinne menschheitlicher Gesittung gelöst werden können, da es durch manchfache Bildungsmittel aus dem jetzigen Stande emporgehoben werden muß." Stuttgart, 27. Juni. Nachdem die 3 ersten Sitzungen unseres seit Mittwoch wieder eröff- reten Landtags ohne besondere Wichtigkeit gewesen, erlangte die gestrige Abendsitzung erhöhte Bedeutung. Die Frage der Steuererhöhung berührt zugleich die Existenz des Ministeriums oder die der Kammerauflösung. Sie war heute auf der Tagesordnung, kam aber nicht zum Austrag, sondern wird wohl erst morgen Nachmittag ihre Entscheidung finden. Fürth, 26. Juni. In Folge eines wolkenbruchartigen Regens ist beim Donau-Main-Ka- val bei Fürth ein Dammsturz erfolgt und ein beladenes Getreideschiff herausgeschleudert worden. Der Bahnkörper ist theilweise überschwemmt; die Bahnzüge wurden verspätet abgelaffen. Mainz, 25. Juni. Gestern fand hier der feierliche Einzug des 4. hcff. Infanterieregiments statt. Dasselbe begegnete einem begeisterten Empfang von Seiten unserer Einwohnerschaft. Hannover, 25. Juni. Heute Nachmittag traf der General v. Voigt-Rhetz hier wieder ein und wurde festlich empfangen. Das hiesige Empfangskomitee überreichte demselben einen goldnen Lorbeerkranz, auf dessen Blättern die Namen der Schlachten, denen der General beigewohnt, verzeichnet sind. Abends fand ein von der Kaufmannschaft veranstalteter Fackelzug statt. Straßburg, 24. Juni. Die Adresse der freisinnigen Geiitlichkeit des Elsaß haben Sie im Wesentlichen mitgetheilt. Der Reichskanzler soll bereits, wie wir erfahren, vor Absendung der Adresse hierher geschrieben haben, daß vor der Hand dem Kaiser noch keine Vorschläge zur Ver- iassungsoeränderung der Kirche gemacht werden sollten, daß übrigens vor jeder Veränderung die Repräsentanten der Kirche zum Abgeben ihrer Stimme aufgefordert werden würden. Gegen den Art. 5 der Adresse, der wider den Symbol- und Agendenzwang sich richtet, haben sich nun Pietisten und Orthodoxe zu einer Gegenadresse vereinigt. Damit nicht genug — haben orthodoxe Kirchenzeitungcn sich die Mühe gegeben, die Unterzeichner der ersten Adresse als geschworene Gegner des Deutschen Kaisers und glan- benslose Umstürzler zu verdächtigen, die sich der Germanisirung des Elsaß widersetzten, während dieselben Männer früher der französischen Regierung als zu deutsch bezeichnet wurden. — In Offenheim, Kant. Truchtersheim, und in Avri- court isi die Rinderpest ausgebrochen. (Fr.J.) Berlin, 24. Juui. Nach der A. A. Z. will die preuß. Regierung den ihr neulich vom General Trochu'gemachten schnöden Vorwurf einer Anzettelung des Pariser Aufstands doch nicht so ruhig hinnehmen, als die Sinnlosigkeit einer solchen Anklage hätte erwarten lassen. Diese Absicht zeigt sich in der Sprache, welche die Kreuz- zeitung und die Norddeutsche Allgemeine Zeitung gegen die unverschämte Beschuldigung des französischen Generals und gegen die „Versailler Regicrungsmänner", wie gegen die Nationalversammlung führen. Berlin, 27. Juni. Ein kaiserlicher Erlaß vom 20. d. M. verfügt die Auflösung der Truppenverbände der zweiten und dritten Armee. Sämmtlichc auf französischem Boden befindlichen deutschen Truppen treten in einen Truppenverband unter der Benennung „Okkupationsarmee in Frankreich". Zum Oberbefehlshaber derselben ist General v. Manteuffel ernannt. Wie«, 26. Juni. Sowohl die Wirthschaft in Tunis selbst als die ewigen Zerwürfnisse mit den fremden Mächten haben die Pforte bestimmt, zu ernsten Maßregeln zu schreiten. An Bord einer Panzerflotte geht ein Pforten-Kommissär mit umfassenden Vollmachten nach Tunis ab. Rom. Der Pariser „Univers" glaubt die Antwort, welche der Papst auf die Drglückwün- schungsadresse der französischen Katholiken ertheilte, so genau als wörtlich wiedergeben zu können. Darnach lautet dieselbe wie folgt: „Ich gestehe es gern ein, Frankreich hat sich stets für mich und den heil. Stuhl aufgeopfert. _ Es verdient Bewunderung wegen seiner Mildthätigkeit, seiner guten Werke und frommen Stiftungen. Es vergißt kein Unglück, und namentlich seine Frauen wirken Wunder. Ja, die Frauen spielen eine erhabene, christliche Rolle in Frankreich. Aber ich muß den Franzosen die Wahrheit sagen. Es gibt in Frankreich ein Uebel, welches schlimmer ist, als die Revolution, schlimmer als die Kommune mit ihren aus der Hölle entronnenen 'Männern, welche Paris in Brand gesteckt haben, dieses Uebel ist der katholische Liberalismus." Als dann der Papst den Graten Damcs empfing, welcher ihm die Glückwünsche des Grafen Chambord überbrachte, hätte -er Bischof von Revers gesagt: „Heiliger Vater! Der Herr Graf von Chambord ist kein liberaler, sondern ein wirklicher Katholik." Brüffel, 26. Juni. „Jndep. Belge" veröffentlicht eine Depesche aus Verviers vom heutigen Tage, nach welcher die Ruhe daselbst nicht gestört worden ist. Eine Arbeiterdemonstration hat nicht stattgefunden. Die Bürgergarde war unter Waffen. Bukarest, 26. Juni. Die Gerichtsverhandlungen wider die Urheber und Teilnehmer der Ruhestörungen anläßlich der deutschen Siegesfeier sind abermals vertagt und zwar bis zum 23. September. Rom,24.1. (Schl.) Verwichenen Abend saß ich miteinem Freund vor einem Kaffeehaus in Unterhaltung über die neuesten Nachrichten aus Frankreich. Ern vorübergehender Geistlicher blieb plötzlich stehen, hob feinen Stock und riesaus : „Was haben Sie gegen die Geistlichen zu sagen, Sie —" (ich gebe den gebrauchten Ausdruck nicht wieder.) „Mein lieber Herr — sage ich — wir haben nicht an das Wort Geistliche gedacht. Hätten wir aber auch von den Geistlichen gesprochen, so denke ich, wären wir dazu vollkommen berechtigt." Der ehrwürdige Herr gerieth in mächtigen Zorn und nur mit der größten Mühe konnten ihn die um uns her Sitzenden versichern, daß Niemand der Anwesenden es der Mühe werth halte, von Priestern zu reden. Als ich über die Piazza Co- lonna kam, zog ein anderer Zwischenfall meine Aufmerksamkeit auf sich. Sechs oder sieben fremde Geistliche. mit zwei oder drei Damen betrachteten die Säule, als ihnen zwei Schuhputzerbuben ihre Dienste anboten. Einer von den geistlichen Touristen zog einen Sou hervor und gab ihn dem einen Knaben, indem er laut hinzufügte: „Hier, mein Junge, nimm das und bete ein Ave Maria für die Wiederherstellung der weltlichen Macht. Der Knabe drehte sich um, schlug das Geldstück aus und rief: „Nein, nein, das wäre verlorene Zeit." Die patriotische Antwort wurde von den Umstehenden mit lautem Bravo begrüßt und zu der Verwunderung der Geistlichen hatte der kleine Schlingel bald seine beiden Hände voll Kupferstücke. Eine lächerliche Szene ereignete sich in der Nähe der Porta Cavallozzeri. Eine Gruppe deutscher Arbeiter unter Führung eines Geistlichen betrachtete das Madonnenbild, welches dort an der Wand hängt, und welches, wie man ihnen mittheilte, die-letzten 10 Tage in wunderbarer Weise seine Augen bewegt hat. Die Leute standen lange Zeit und konnten das Wunder nicht sehen, dann lachte erst Einer, dann ein Zweiter und schließlich brach die ganze Schaar in ein Gelächter aus. Die Menge, welche sich um die Pilger gesammelt hatte, lachte mit und war bald mit den Pilgern auf so freundlichem Fuß, daß einer von den Deutschen ein dreifaches Hoch auf das einige Italien und Deutschland ausbrachte. — Bei den verwundeten Soldaten kommt es zuweilen vor, daß Fleischwunden nicht heilen wollen und trotz der üblichen Mittel eine neue Haut sich über die wunde Stelle nicht bildet. Da hat man nun in den Berliner Baracken auf dem Tempelhofer Felde folgende interessante Operation mit dem größten Erfolge vollzogen. Man schnitt aus den Armen von gesunden Soldaten, die sich vorher bereit erklärten, kleine Stückchen Haut, legte diese auf die wunde Stelle des blessinen Soldaten und verband es mit Heftpflaster. Die gesunde Haut wuchs in der Regel schnell an, vergrößerte sich und trug wesentlich zur raschen Verheilung der ganzen Wundfläche bei. — In Mühlhausen im Elsaß wohnte ein Kürschner der deutschen Hauptwache gerade gegenüber. Eines Morgens stellte er in seinem Schaufenster einen prächtigen Tiger auf; künstliche Augen und das natürliche Gebiß gaben der Bestie ein schreckliches Aussehen. Wieder andern Morgens trug der Kopf des Raubthieres eine preuß. Pickelhaube. Die Franzosen finden den Witz köstlich und die Preußen gönnen ihnen diese kleine Bosheit. Telegraphische Nachrichten. Sttaßbng, 27. Juni. Hier waren bei dem heute bereits erfolgten Schluß der Zeichnung auf die neue französische Anleihe über 20 Millionen gezeichnet. Stadt Königshüttr (Oberschlesien), 28. Juni. In den Kohlengruben Königsgrube. Gräfin Lauragrube ist ein großer Strike unter den Bergleuten ausgebrochen. Privatläden wurden geplündert, Brandstiftung versucht, die Beamten beschimpft und bei einem derselben sämmtliche Fenster zertrümmert. Requirirte Ulanen hieben scharf ein und nahmen viele Verhaftungen vor. Ein Bataillon Infanterie ist im Anmarsch. Wie«, 27. Juni. Die gestern vom Finanzminister vorgetraqene Auseinandersetzung über de« Staatsvoranschlag für 1872 beziffert die Staatseinnahme auf 309 Millionen, die Staats- ausqaben auf 346 Mill., den Ausfall auf 37 Millionen. Der Finanzminister schlägt vor, zur Deckung des Ausfalls die zur Ausgabe für 1872 verfügbaren Rententitel zu begeben — falls ziffernmäßig nachgewiesen würde, daß hiedurch nur ein geringer Restbetrag des Ausfalls ungedeckt bleiben würde, dessen Deckung keinen weiteren Schwierigkeiten begegnen dürste. Paris, 27. Juni. Der Andrang des Publikums zur Zeichnung auf die neue Anleihe ist bei allen Zeichnungsstellen ein großer. Man betrachtet den Erfolg der Anleihe als vollständig gesichert. PariS, 28. Juni. Nach den gestern Abend bekannt gewordenen Ergebniflen ist der Betrag von zwei Milliarden gedeckt und die Zeichnung geschloffen. Versailles, 27. Juni. Ein in dem amtlichen Blatt veröffentlichter Erlaß ordnet die Errichtung einer Legion mobiler Gendarmerie an. Dieselbe soll aus Reiterei und Fußvolk bestehen und Effektivstärke von 1222 Mann haben. Zweck der Legion ist, für die Sicherheit von Versailles zu wachen; auch wird sie sich nölhigenfalls in die Departements begeben. — Die Bank von Frankreich hat beschloffen, 30 Fr. per Aktie zur Ergänzung ihrer Dividende pro 1870 und 70 Fr. als erste Dividende pro 1871 zu zahlen. — Die Verite publizirt einen Brief Gambetta's, worin derselbe anzeigt, daß er die ihm angeborene Pariser Kandidatur annehme. Aus dem stenographischen Bericht über die am 21. Mai 1871 in München abgehaltene Katholiken-Versammlung (Fortsetzung.) Lebhaft konnte man sich an die Zeiten der Einführung der Konkordienformel bei den Protestanten erinnert fühlen, wo an die Unterzeichnung derselben die Belastung in der Pfründe geknüpft war. Damals hat der Volkswitz den Pfarrersfrauen den Vers in den Mund gelegt: „Schreibt, lieber Herr Pfarrer, schreibt, Damit ihr bei der Pfarre bleibt". (Heiterkeit.) Ich habe gesagt, es waren diese Erlebnisse für uns ein schmerzliches Schauspiel, schmerzlich deß- halb, weil wir nun die tiefe Demoralisation erkannten, in welche unser Klerus durch das heute geltende absolutistische System in der Kirche gestürzt worden ist, weil wir erkannten, daß diejenigen, welche sich Geistliche nennen, weil sie vor Allem geistliche Zwecke fördern sollen, nicht den geringsten Muth aufbringen, um das Höchste und Heiligste im Menschen, ihr Gewissen nämlich, zu retten (Bravo!), weil wir bei dem Gedanken schauderten, daß in solche Hände die Leitung des religösen und sittlichen Lebens der Massen des Volkes gelegt fein soll! Aber selbst bei anerkannt frommen Männern wurde es offenbar, daß es nicht der Glaube an das vatikanische Dekret ist, was sie zur Unterwerfung veranlaßt hat. Ich möchte Sie hier noch einmal auf den merkwürdigen Brief aufmerksam machen, welchen Abt Haneberg, ein Mann, der allerdings mehr von der Natur Fönelons als von der Bosiuets besitzt, im Monat August v. I. an den Bischof H e f e l e geschrieben hat. Darin spricht er offen aus, daß, je mehr er die Geschichte der Kirche in den ersten acht Jahrhunderten studire, er sich desto mehr überzeuge, daß der alten Kirche der Glaubenssatz von der Unfehlbarkeit unbekannt gewesen, daß auch das Votum der 8. und der 16. ökumenischen Synode gegen dieses Dogma fei. Er meint, mau könne die Oeku- menität des vatikanischen Konzils angreifen, und er zweifelt daran, ob die Mängel derselben durch die nachträgliche Unterwerfung der Minorität geheilt worden seien und geheilt werden könnten. Und nachdem er gesagt hat, daß auch die bescheidensten Versuche, die Dekrete dieses Konzils einer Prüfung zu unterziehen, mit dem Vorwurf der Häresie verfolgt werden, schreibt er folgenden Satz, der uns hineinblicken läßt in die Manöver, mit welchen der Jesuikismus und seine Knechte die Unterwerfung unter das neue Dogma herbeizuführen bestrebt sind: — „Doch nicht das ist es, was mich zur Unterwerfung geneigt macht und womit ich Andere hiefür stimmen möchte. Auch Drohung, daß Untersuchung, Absetzung und dergl. folgen könnten, kann nicht entscheiden. An mich ist eine ähnliche Mahnung gekommen. Ein übrigens achtbarer, mir wohlwollender Konzilvater nahm von den freien Arußerungen mehrerer Patres unseres Hauses über das Concil Anlaß, mir eine Untersuchung durch die Nunciatur in Aussicht zu stellen. Das wirkt bei mir nicht, man kann mich nicht liebloser und rücksichtsloser verfolgen, als man es bereits gelhan hat, man kann mich nicht ärmer, wohl aber reicher machen". Gegen die wenigen renitenten Kleriker, die ihrem Gewissen keine Gewalt anthun wollten, sind die Verfolgungen und Chikanen der erz- bischöflichen Kurie in vollem Gange. Schmerzlich — ich darf es aussprechen — traf uns auch die t h e i l w e i s e Unterwerfung, welche der Bischof von Rottenburg, Hefele nämlich, unter die Dekrete des Konzils leistete. Ich sage die theilweise Unterwerfung und werde meinen Ausdruck sogleich erweisen. Die Motive, warum der so hochgelehrte Mann sich unterwarf, spricht er in seinem Rundschreiben vom 10. April dahin aus: „Es ist der kirchliche Friede und die Einheit der Kirche ein so hohes Gut, daß dafür große und schwere persönliche Opfer gebracht werden dürfen". Darauf hat ihm Professor Michelis mit Recht Folgendes geantwortet: „ !venn Sie die Einheit und den Frieden der Kirche als ein so hohes Gut bezeichnen, daß ihr jedes persönliche Opfer gebracht werden muß, wird jeder aufrichtige Katholik Ihnen darin beistimmen. Unmöglich aber können Sie sagen wollen, daß die äußere Einheit um jeden Preis, daß sie auch um den Preis der Wahrheit selbst erkauft werden müsse (Bravo I); unmöglich können Sie uns glauben machen wollen, daß der Katholik die von Christus gegebene Verfassung der Kirche verleugnen dürfe, um die äußere Einheit scheinbar zu bewahren, wenn wir uns auch der Illusion hingeben wollten, daß dieses möglich wäre; unmöglich können Sie die Ungerechtigkeit begehen wollen, für die Störung des Friedens die verantwortlich machen zu wollen, welche den alten Glauben bewahren, und nicht vielmehr die, welche ohne jeglichen Grund den Zankapfel in die Kirche geworfen haben; unmöglich werden Sie, auf den Begriff der Einheit hin, das Prinzip der Autorität in der Kirche in der Weise zum absoluten machen wollen, daß darüber das eine wie das andere, sowohl die Grundlage unseres Glaubens als unser vernünftiges Denken verloren ginge". (Bravo!) (Forts, folgt.) Vermischte Rachrichte«. Ofsenburg, 23. Juni. Schwurgericht. (Schluß.) In der Absicht, dem Dieb endlich aut die Spur zu kommen, entschlossen sich zwei Bedienstete, Amtsdiener Angstmann und Aktuar Hartmann, in dem Registraturzimmer Nachts die Wache zu üben und, siehe da, endlich in der Nacht vom 11/12 April d. I., in welcher Hartmann die Wache hielt, vernahm dieser Morgens gegen 5 Uhr, wie Jemand an der Thüre zwischen Wartzimmer und Kanzlei den Schlüssel umdrehte und sich katzenartig heranschlich: es war Polizeidiener Franz Michael Lenz von Baden, dem Hartmann sofort eine Ttrzerole vorhielt, worauf Lenz alsbald und nachmals auch _ dem herbeigerufenen Herrn Stadtdirektor v. Göler ein umfassendes Geständniß dahin ablegte, daß er sämmtliche in Frage stehende Diebstähle verübt habe. Diese bezifferten sich unter 5 Kategorien, nämlich Diebstahl zum Nachtheil des Amtsgerichtsdieners Dämmert vom Jahr 1866 zu 20 fl.; Entwendungen zum Nachtheile des gr. Oberamtsrichters v. Zech vom Jahre 1867 und 1868, sodann eine Reihe in frechster Weise fortgesetzter Diebstähle zum Nachtheile des großh. Stadtdirektors Frhrn. v. Göler von den Jahren 1868, 1869 und 1870, rechnungsgemäß festgestellt in Beträgen zusammen von 139 fl. 35 kr., 130 fl., 60 fl., 63 fl. 18 kr., 138 fl. 4 kr.; ferner Diebstähle vom März und April 1871 zum Nachtheile des Aktuars Hartmann, zusammen 24 fl., welchen Verbrechen sich letztlich der berührte Diebstahlsversuch anreihte. Im Besitz des Angeklagten wurden eine Reihe von Diebsschlüsseln, Nachschlüsseln u. dergl., eine am Griff abgcseilte Beißzange, mehrere Feilen und insbesondere Durchschnitts- und Aufrißzeichnungen von Diebsschlüsseln aufgefunden. Es ergab sich bei der heutigen Verhandlung, daß nach Fertigung geeigneter weiterer Schlüssel die Depositenkiste des großh. Amtsgerichts, in welcher sich vor einiger Zeit 70,000 Fr. befunden hatten, hätte geöffnet werden sollen. Die Verhandlung ergab weiter, wie verschwenderisch, und für seine Verhältnisse gar nicht passend, Lenz auf sogenanntem hohem Fuße gelebt habe; zu Ehren der öffentlichen Diener und der^ Polizeibediensteten in Baden insbesondere dürfen wir jedoch nach Maßgabe der heutigen Verhandlung beifügen, daß Lenz in dieser Art nur vereinzelt dastund. Die Verhandlung im Einzelnen betraf eine Menge von Erschwerungsgründen und die Fragen über den Dienstmißbrauch, welche Fragen jedoch für das Publikum weniger Interesse bieten. Lenz wurde auf Grund des Wahrspruchs der Geschworenen zu 2‘/a Jahr Zuchthaus, so wie zur Dienstentlassung verur- theilt. (B.Ldz.) * Windschläg, 28. Juni. Wie man vernimmt, ist die von einigen Bürgern angefoch- tene Gemeinderathswahl wegen Formfehlern für ungültig erklärt worden. Jetzt heißt es bei den Klerikalen, aus dem Stillschweigen abermals heraus und gewählt. — — In Pforzheim hat der schon aus der Schulgeschichte berüchtigte Pfarrverweser Christ einen Mann Namens Fisch er auf dem Todesbette zur Abschwörung der schrecklichen Freimauerei zu drängen gesucht; der Mann blieb aber fest und gegen den unduldsamen C h r i st e n erhob sich ein gewaltiger Sturm. — Straßburg, 26 Juni. Die Nachrichten über den Stand der Früchte im Elsaß lauten im Ganzen unbefriedigend. Die Getreideernte verspricht durchweg einen höchst mittelmäßigen Ertrag; bezüglich der Hopfen, mit welchen doch ein bedeutender Theil unseres Kulturlandes angepflanzt ist, hat man alle Hoffnung aufgegeben. (B.Ldz.) — Straßburg, 27. Juni. (St. Z.) Ein trauriges Ereigniß hat sich heute früh 6 Uhr in der Straße St. Louis Nr. 12 zugetragen. Laura Baldner, eine Waise von 23 Jahren, die von einer Tante erzogen wurde, saß mit derselben an einer Näharbeit, als die Thüre aufging, ihr Geliebter hineinstürzte und ihr einen Stich ins Herz versetzte, so daß sie augenblicklich tobt war. In der Absicht, sich selbst zu tobten, gab sich der Mörder, ein Schreinergeselle aus Württemberg, 3 Stiche, jedoch ist er noch am Leben und, wie selbstverständlich, festgenommen worden. Briefkasten. Hrn. F. Auch auf den neuesten „Eselsartikel" des Bastards werden wir nicht weiter antworten. Er ist seiner beiden Väter würdig, wer ihn nun gemacht habe, der Lahrer Schwarze oder der Offenburger Graue. Vielleicht könnte es der Bastard dahin bringen, daß man bald auch wieder Eselsprozesstonen hält wie im Mittelalter, an deren Spitze er sich mit seinen zwei Erzeugern vortrefflich ausnehmen müßte. — 609 Amtliche Verkündigungen. Abschrift. Freiburg, den 20. Juni 1871. w Der Großh Landes-Commissär für die Kreise Lörrach, Freiburg und Offenburg. Die Geschäftsordnung für die Gemeindebehörde« betr. Nro. 1635. An sämtliche Großh. Bezirksämter: Nach vielfach gemachten Wahrnehmungen werden die Vorschriften der §§ 54 u. 57 der Gmd.-Ordg. nicht überall gehörig beachtet. Die Bezirksämter werden deßhalb angewiesen, den Gemeinderäthen ihres Bezirks nochmals einzuschärfen, daß alle Gemeinderathsbeschlüsse sofort in das von dem Rathschreiber unter fortlaufenden Nummern zu führende Rathsprotokoll eingetragen, und jeweils gleich nach der Sitzung von sämtlichen anwesenden Gemeinderathsmitgliedern, sowie von dem Rathschreiber unterzeichnet werden müssen. Jeder Fertigung eines Gemeinderathsbeschluffes muß von dem Rathschreiber die Nummer des Eintrags in das Rathsprotokoll beigesetzt werden und sind die Gemeinderathsberichte jeweils zur Vervollständigung zurückzuweisen, in welchen ein solcher Gemeinderathsbeschluß ohne Angabe der Nummer des Eintrags in das Rathsprotokoll erwähnt oder abschriftlich vorgelegt wird. Es muß daher auch darauf bestanden werden, daß die Rathschreiber jeweils die Ausfertigungen des Bürgermeisters und Gemeinderathes mit unterschreiben. Auch die Vorschrift des § 27 der Geschäftsordnung für die Gemeindeversammlungen und Bürgerausschüffe vom 29. Dezbr. 1870, Ges.- u. V.-O.-Bl. 1871 Nr. IV., bleibt vielfach außer Beachtung und wird deßhalb den Bezirksämtern empfohlen, bei allen Anläffen darüber zu wachen, daß die Protokolle über die Verhandlungen der Gemeindeversammlungen oder Bürgerausschüsse .jeweils in Abschrift auch in das bestimmte Protokollbuch eingetragen und nach Vorschrift beurkundet werden und daß der Urschrift jeweils die Nummer des Eintrags in das Protokollbuch beigesetzt werde. fgezJ Winter. Beschluß. Nro. 3718. Die Gemeinderäthe des Bezirks erhalten hievon zum Vollzug Nachricht. Gengenbach, den 23. Juni 1871. Großherzogliches Bezirksamt. Rieder. 2167. Offenburg. Nro. 8815. In das Gesellschaftsreaister wurde heute eingetragen: Offenburger Baugefellschaft in Offenburg. Zweck dieser durch Vertrag vom 9. d. M. gegründeten Actiengesellschaft ist die Erbauung billiger und gesunder Wohnungen für weniger bemittelte .Familien, die Bermiethung und der Verkauf dieser Wohnungen. Das Grundkapital beträgt 16,000 fl., getheilt in 160 aus den Namen lautende Actien von 100 fl. Vorstandsmitglieder sind: Oberamtmann E. Montfort, Kaufmann Max Wenk, Kaufmann I. Jene wein, Fabrikant Gustav Schweiß, Bezirksgeometer B. Seusert, alle von hier. Offenburg, den 27. Juni 1871. Großherzogliches Amtsgericht. Ried. künden noch vor der Tagfahrt an den Gemeinderath in Zunsweier abzugeben, indem solche sonst auf kosten der betr. Grundeigenthümer beigeschafft werden. Offenburg, den 23. Juni 1871. Der Bezirksgeometer: S e u f e r t. aus zwei Stallungen, Futtergang, Scheuer und Schopf, nebst dem östlich anstoßenden Gärtchen von ca. 5 Quadratruthen einem Verkauf zu Eigenthum aussetzen und damit auch einen Verpachtungsversuch vornehmen. Offenburg, den 24. Juni 1871. Großh. Domänenverwaltung. Bekanntmachungen. Offenburq. Auss chlnßerkenntniß Nro. 8887. In der Gant über den Nachlaß des Josef Heinrich von Elgersweier werden Diejenigen, welche in der Schuldenrichtigstellungstagfahrt ihre Forderungen nicht angemeldet haben, von der vorhandenen Waffe ausgeschloffen. Offenburg, den 16. Juni 1871. Großh. Amtsgericht. _ Junghanns. _ 2166. Kork Präelufivdef cheid Die Gant gegen den Nachlaß des Johann Georg Schütz von Linx betr. Nro. 4680. Alle Diejenigen, welche in der heutigen Liquidationstagsahrt ihre Forderungen nicht angemeldet haben, werden damit von der vorhandenen Waffe ausgeschloffen. V. R. W. Kork, den 22. Juni 1871. Großh. Amtsgericht. 2163. Ramstein. Offenburg. Nro. 8783. Die Wittwe des Landwirths Andreas Hug von Urloffen, Viktoria geborene Fischer, hat um Einweisung in Besitz und Gewähr des Nachlaffes ihres verstorbenen Ehe- Mannes gebeten. Diesem Gesuche wird stattgegeben werden, wenn binnen 4 Wochen keine -Einsprache dagegen erhoben wird. Offenbnrg, den 23. Juni 1871. Großh. Amtsgericht. ._ Ried. _2146.3.2. Aufforderung 21042.1. Zur Fortführung des Güterverzeich- Nlsses und Ergänzung der Grundstückspläne in der Gemarkung Zunsweier wird hiemit Tag- sahrt auf Mittwoch den 19. Juli, .. Morgens 8 Uhr, ® u f bortlge Rathhaus anberaumt. Dre Grundeigentümer dieser Gemarkung werden hievon in Kenntniß gesetzt und aufgefordert, über die seit 1. Juli 1870 vorgekommenen Veränderungen Handrisse und Meßur- Anffordernng. 2105.2.1. Zur Fortführung des Güterverzeichnisses und Ergänzung der Grundstückspläne in der Gemarkung Marlen wird hiemit Tagfahrt auf Donnerstag den 20. Juli, Morgens 8 Uhr, auf das dortige Rathhaus anberaumt. Die Grundeigenthümer dieser Gemarkung werden hievon in Kenntniß gesetzt und aufge- soroert, über die seit 1. Juli 1870 vorgekommenen Veränderungen Handrisse und Meßur- kunden noch vor der Tagfahrt an den Gemeinderath in Marlen abzugeben, indem solche sonst auf Kosten der betr. Grundeigenthümer beigeschafft werden. Offenburg, den 23. Juni 1871. Der Bezirksgeometer: _ Seufert._ Bauarbeitenversteigernng. 2164. Die Slislungscommisstou der L>t. Peter- und Paulsfonds - Kapelle in Reichenbach bei Gengenbach läßt künftigen Dienstag den 4. Juli d. I., Nachm. 2 Uhr, im dortigen Stubenwirthshause die Renovationsarbeiten obiger Kapelle mit einem Kostenüberschlag von ... 417 fl. 30 kr. öffentlich versteigern, wozu die Steigerungsliebhaber anmit eingeladen werden. Reichenbach, den 28. Juni 1871. Die Stiftungscommission. Seifer. Gebändeverkanf. 2114.3.3. Dem Aufträge Gr. Domänendi- rection vom 10. Juni d. I. Nro. 9168 zufolge werden wir: Donnerstag den 6. Juli d. I., Vorm. 9 Uhr, auf diesseitiger Kanzlei das zum Domänenverwaltungsgebäude dahier gehörige, auf die Kittelgasse ausgehende Oekonomiegebäude, bestehend Steigerungs-Ankündigung. 2165.31. In Folge richterlicher Verfügung werden dem Hermann Bechert, Gerber in Hau- sach, am Mittwoch den 26. Juli d. I., Morgens 9 Uhr, im dortigen Rathszimmer die nachbeschriebenen Liegenschaften öffentlich versteigert und endgültig zugeschlagen, wenn der Anschlag oder darüber geboten wird: 1. Ein zweistöckiges Wohnhaus mit Hofraithe, Waschhaus, Schweinstallung, Gerbereieinrichtung, Lohmühle mit 9 Lohgruben und einer Scheuer unten in der Stadt an der Landstraße. Anschl. 6150 fl. 2 . 2 Morgen Wiesen in 4 Stücken. Anschlag.2125 fl. 3. 1 Viertel 75 Ruthen Garten in 2 Stücken. Anschlag .... 650 fl. 4. 1 Viertel Acker. Anschlag . . 200 fl. 5. 3 Viertel 50 Ruthen Bergfeld. Anschlag . 225 fl. Ganzer Anschlag 9350 fl. Haslach, den 25. Juni 1871. Der Großh. Notar _ Frey. __ Steigerungs-Ankündigung. 1896.2.2. Der Gemeinschafls- und Erbthei- lung wegen werden aus der Verlassenschaft des Josef Ambs, Müller von Welschensteinach, am Dienstag den 4. Juli d. I., Morgens 9 Uhr, im dortigen Rathhause die nachbeschriebenen Liegenschaften öffentlich versteigert und endgültig zugeschlagen, wenn der Anschlag oder darüber geboten wird: 610 1 . Ein zweistöckiges Wohnhaus und Mühlgebäude mit Scheuer und Stallung unter einem Dache, samt Mahlgerechtigkeit und Mühleein» richtung, Hofraithe und ein Meßle Garten dabei im Mühlsbach, sowie 2 . 3 Sester Wiesen, die Hausmatte. 3. 4 Sester Acker im Sommerhalden. 4. V* Morgen Wald am Rain. Gesamtanschlag .... 3630 fl. Aus gleicher Veranlassung werden an den daraus folgenden Tagen, jeweils Morgens 8 Uhr ansangend, und in der Wohnung des Erblassers die nachbeschriebenen Fahrnisie in der angegebenen Reihenfolge gegen gleich baare Bezahlung öffentlich versteigert, und zwar: am Mittwoch den 5. Juli d. I.: Schreinerwerk, Faß- und Bandgcschirr, Betten, Weißzeug und Gctüch, Fuhr- und Wagengeschirr , Bauholz und Dielen - Vorrath, 1 Kuh, 4 Schweine, Korn, Haber, Stroh, Grundbirnen, Speck, Schmalz und Anken; am Donnerstag den 6. Juli d. I.: Mannskleider, Waffen, Küchengeschirr, Feld- und Handgeschirr, Gläser, Flaschen, Bildertafeln, Uhren und sonstiger verschiedener Hausrath. Haslach, den 6. Juni 1871. Der Großh. Notar ____ Frey. _ Steigerungs-Ankündigung 2159. In Folge richterlicher Verfügung werden dem Michael Maier, Landwirth von Griesbach, am Samstag den 15. Juli d. I., Vorm. 9 Uhr, auf dem Rathhause zu Griesbach die unten erwähnten Liegenschaften der Gemarkung Griesbach einer öffentlichen Steigerung ausgesetzt, und der endgültige Zuschlag ertheilt, wenn der Anschlag oder mehr geboten wird. Beschreibung der Liegenschaften: 1. a) ein einstöckiges Wohnhaus mit Keller, Scheuer und Stallung unter einem Dache mit: d) 33 Ruthen Hofraithe und 45 Ruthen Hausgarten; c) einem besonders stehenden Waschhaus; ä) 303 Ruthen Ackerland; e) 288 Ruthen Wiesen und f) dem auf dem Hause ruhenden Privatwaldrecht eines Taglöhners, alles ein geschloffenes Gütchen bildend, in der sog. Rench gelegen, neben Anton Bruder und Josef Hoferer 3.; 2 . 285 Ruthen Ackerland und 80 Rth. Wiesen längs der Rench auf dem andern Ufer, neben Michael Nock und Sebastian Müller 1. gelegen, zusammen taxirt zu ... 3300 fl. Eine Sägmühle mit 373 Rth. Hausund Hofplatz , beim obigen Anwesen gelegen, gemeinschaftlich mit Pet. Nock und Ant. Nock 2., taxirt zu . . 700 fl. Zusammen 4000 fl. — Viertausend Gulden. — Oppenau, den 22. Juni 1871. Der Gr. Vollftreckungsbeamte: Herr mann. __ Schutterwald. 2168. Auf der Ziegelhütte sind am 3. und 4. Juli Ziegel- waaren und am 5. Juli Weiß- und Schwarz-Kalk zu haben. A dloff, Ochsenwirth. Offenburg. Weinanerbieten. 2010.Z.5. Sehr gute Gesindeweine von 12 kr. per Maas an sind' noch in größerm Quantum vorräthig und werden Fässer dam aeliehen bei Heinrich Rickler. Alle Postanstalten nehmen Bestellungen an auf das demnächst beginnende Vierteljahr des in Strassburg erscheinenden Niederrfaeiniscben Kurier (Courrier da Bas-Rhin) 84. Jahrgang. größte und oer6reitet|te Zeitung in Elsaß-Lothringen. Erscheint wöchentlich 12 mal in deutscher und französischer Sprache. Die Morgen- Ausgabe hat vom 1. Juli an den doppelten Umfang wie seither. Der .Kurier“ wird von den Bewohnern von Elass-Lothringen zur Besprechung der Landesangelegenheiten, die noch lange Zeit von grösstem Interesse sein werden, fast ausschliesslich benutzt. Regelmässige Berichte aus allen Landestheilen geben dem Blatt eine hervorragende Bedeutung. Der „Niederrheinische Kurier“ ist das einzige Organ, welches Inserate in ganz Elsass-Lothringen in ausgiebigster Weise zur Kenntniss des Publikums bringt. Von der Pariser und überhaupt der französischen Industrie stark benützt, dürfte es unter den gegenwärtigen Verhältnissen den deutschen Produzenten ein Leichtes sein, durch fleissiges Inseriren ihren Waaren Eingang und dauernden Absatz zu sichern. Als beste Empfehlung wird die Mittheilung dienen, dass die durchschnittliche Auflage der letzten Jahre bereits überschritten wird und die Annoncen sich verdreifacht haben. Probenummern werden von allen Postanstalten geliefert. Preis der Inserate 3 0 C e n t. die Zeile. Bei Annoncen-Abonnements entsprechender Rabatt. Feuerfeste Erde. Eine Partie von mehreren tausend Centnern gebrannte und ungebrannte, gemahlene, feuerfeste, belgische Erde, zur Fabrikation von feuerfesten Steinen, sowie zu Dampfkesselbauten sich eignend, hat bei Abnahme größerer Partien ganz billig zu verkaufen Louis Schmidt 2172 _ in Offenburg. Offenburg. 2169.2.1. Einen Sparherd von Unkel in Rastatt und ein Kinderwägelchen verkauft billig _ Postmeister Geiger. 1871.8.8. Reingehaltene Tisch- und Tafel- Weine in Weiß « Roth, feinen Markgräfler in Flächen und Faß. sowie Gesinde- wein empfiehlt und notirt billigst: Carl Stigler, Bahnhofstraße Nro. 111. Offenburg, den 5. Juni 1871._ 1846.8.8. Zwei gute Zugpferde, welche sich zu leichten und schweren Fuhrwerken bestens eignen und tüchtige Springer sind, werden billig verkauft — wo? ist bei der Exped. d. Bl. zu erfahren. 2156.22. Es wird ein braver Bursche, der gut mit Pferden «mgehen kann, zum sofortigen Eintritt gesucht. Wilhelm Schell. ttit.2S.it. Liehig’s SteMMMlch (Kumys) Vb heilt Brust- und Lungenleiden. Nach dem Ausspruche der medicinischen Autoritäten heilt Liebig's Steppenmilch — genannt Kumys — rascher und sicherer als alle anderen in Deutschland bisher angewendeten Mittel: Magen- und Darmkatarrh, Tuberkulose, Bronchialkatarrh, Anaemie (Blutmangel) in Folge anhaltender Krankheiten , Strapazen, protahirtem Mercu- rial-Gebrauch rc. Seorbut, — Chlo rosis, — Hysterie und Körperschwäche. — Pro Flacon 15 Sgr. (Vs Thlr.) nebst Gebrauchsanweisung. In Kisten ä 4—12 Flacons zu beziehen durch das General-Depot von Liebig's Mcppcnmilch (Kumys) Berlin, Gneifenanftraße 7a. Stadelhofe«. 2147. Künftigen Sonntag den 2. Juli, Morgens 9 Uhr, findet die Fahnenweihe des hiesigen Militäroereins hier statt, wozu alle Freunde dieser Vereine höflichst eingeladen sind. Für gesellige Unterhaltung und gute Bewirthung wird bestens gesorgt werden. 2157.2.2. Einen geführten Dachshund, zum Bracken sehr geeignet, hat zu verkaufen Wilhelm Schell in jrYffpttfnivn Offenbur q. Milch ist zu haben bei 2161. M. Armbruster, Bierbrauer. 2154.2.2. Ein neuer Kinderwagen, neuester Fa<;on, ist aus Auftrag zu verkaufen — wo? sagt die Erped. d. Bl. _ Offenburg. Weinverkauf 2034.4.4. Wegen Aufgabe meines Patentkellers verkaufe ich reingehaltene Weine zu 16, 17, 18, 20 und 24 kr. per Maas, jedoch nicht unter 15 Maas. Bei größerer Abnahme billiger. I. Roth, Schuhmacher. Knechtgesnch. 2158.3.2. Ein braver Knecht, der hauptsächlich mit Rindvieh umzugehen versteht, wird gesucht. Der Eintritt kann in 14 Tagen oder in 3 Wochen geschehen. Näheres bei der Epp. d. Bl. O f f e n b u r g. 2137.3.3. Metzgergaffe Nr. 176 ist ein möb- lirtes Zimmer zu vermiethen. O f f e n b u r g. 2151.2.2. Werkmeister Meisburger hat in seinem Wohnhause in der Metzgergasse den untern Stock mit 3 Zimmern, Küche, Keller rc. auf den 1. Octbr. d. I. zu vermiethen. Eine kleine stille Familie sucht auf . Oetbr. eine Wohnung von 3 bis 4 Zimmern nebst Zngehör Anträge wollen bei der Exped. d. vl. abaeaeben werden. Abschied. 2152. Meinen Gönnern und Freunden hier, welche bereits 3 Jahre lang meinen Feinden mir zum Schutze entgegengetreten sind, entbiete ich zum Abschied meinen tiefsten Dank, meine Freude und meine Liebe. Harret aus, Freunde, im Kampfe mit der Unvernunft; in eurer Brust findet ihr den Lohn eurer gesegneten Arbeit! Meinen Feinden verzeihe ich; nur ein scheußliches Subject verdient solche Verzeihung kaum. Ulm, A. Oberkirch, den 27. Juni 1871. Lehrer. Für die Redaction verantwortlich A. R e i f f. — Druck und, & rlaa cok A. Reiff und Comp.