© sowie für die Bezirksämter unv Amtsgerichte Offenburg und Gengevbach. Erscheint tZglich mit Ausnahme MsntagS, und kostet vierteljährlich in Offenburg 1 st., für den Landpostbezirk 1 a. 2 kr., für die übrige« Postbezirke 1 fl. 7 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr. si-o. 152. Offenbrrrg, Samstag den 1. Juli 1871. Einladung zu Bestellungen. Unser Blatt wird auch im folgenden mit 1. Juli beginnenden Quartal wie seilher täglich mit Ausnahme Montags erscheinen. Ein großer Zeitabschnitt unserer Geschichte ist vorüber, der größte Theil unseres lieben Vaterlandes durch eine Reihe großer Ereignisse äusserlich geeinigt. Um so mehr werden wir bestrebt sein unsere Aufmerksamkeit auf seine inneren Verhältnisse zu richten und, so viel wir können, arbeiten helfen am großen inneren Ausbau, damit das Gebäude der würdige Ausdruck des deutschen Volksgeistes werde, des Geistes der Freiheit, aber auch der Ordnung und Gesetzlichkeit; denn diese können nur mit einander bestehen. Ein kurzer deutlicher Ueberblick über alle wichtigen Ereignisse auf dem Gebiete der Natur und des Menschenlebens, sowie die Sorge für angemessenen Unterhaltungsstoff wird uns wie bisher angelegen sein. — Zu recht zahlreichen und rechtzeitigen Bestellungen, welche auswärts bei der nächstgelegenen Postexpedition oder bei den Landpostboten gemacht werden können, laden ergebenst ein Offenburg, im Juni 1871. A. Reiff & Comp. Politische Rundschau. Karlsruhe, 27. Juni. Wie man in Rom über die in Deutschland herrschende Parität, über das Verhältniß zwischen Katholiken und Protestanten denkt, das enthüllt ein Satz des Volksfreund, eines urkatholischen Blattes, Organ des Kardinal Rauscher in Wien. Darnach hätte der Papst dem Fürsten Karl von Löwenstein seine besondere Anerkennung ausgesprochen für den Eifer und die Ausdauer derjenigen deutschen Katholiken, „welche mit einer protestantischen Bevölkerung aemischt, unter schwierigen Verhält- niffen leben.«" . (B.8.) Rastatt, 27. Juni. In den Heidelberger Jahrbüchern der Literatur läßt sich nun auch der alte, in de« 70 stehende Roßhirt über die Unfehlbarkeit des Papstes vernehmen, natürlich für dieselbe. Hier nur zwei Sätze von ihm: „Die eben angeführte Schrift Ketteler's brachte mich erst in die Tiefe der kanonischen Ordnung.« „Die Kirche hat an sich nicht nur Fortschritt, sondern ist im konservativen Prinzips, also Bibel und Tradition, die Gestaltung und die neue Zeit bis zum vatikanischen Konzil dieselbe geblieben." (B.L.) Stuttgart, 28. Juni. Die Kammer der Abgeordneten hat gestern in einer bis zu völligem Einbruch der Dunkelheit fortgesetzten Sitzung nach einer lichtvollen Rede des Herrn Justizministers v. Mittyacht sich mit 58 gegen 27 Stimmen dahin entschieden, 1) die provisorische Steuererhöhung im Prinzip anzunehmen und 1 2) bie Bestimmung über die Höhe und Art derselben auf Grund eines weiteren Kommisstonsberichts auf die heutige Sitzung zu vertagen. „ fKarlsr. Z.) Stuttgart. 28. Juni. (B.L.) Heute erledigte dre Kammer der Abgeordneten endlich das von der Regierung eingebrachte Finanzgesetz in der Art, daß sie in Betreff der Steuererhöhung die Anträge der Kommission, wonach die unmittelbare Steuer aus dem Grundeigenthum» den Gefällen, den Gebäuden und den Gewerben dem Finanzgesetze vom Jahre 1868 gegenüber um 30 Prozent, die Einkommenssteuer und die Wirthschaftsabgaben um 20 Prozent, die Hundeauflage um 25 Prozent erhöht werden sollen, mit 67 gegen 18 Stimmen annahm. München, 27. Juni. Zurückgekehrte Rompilger entwerfen ein Jammerbild über ihre Rückreise und den Empfang, der ihnen überall von Beamten und Einwohnern der durchzogenen Länderstriche wurde. Vielfach zeigten sich, dem eigenen Geständniß der Augsb. Postzlg. zufolge, besonders auf der österreichischen Bahn, Beamte in hohem Grade unfreundlich und wurden Jene, welche aus Rom kamen, zu den Wagen nicht zugelassen, so daß mehrere der frommen Pilger 9 Wegstunden nach Innsbruck zu Fuß zurücklegen mußten. Alle, welche bis jetzt zurückgekehrt sind, beklagen sich über die Haltung der römischen Bevölkerung, sowie über das zahllose Gesindel, welches auf den Straßen Roms herumlungert und von welchem zumal die Deutschen verhöhnt und verspottet wurden. Herr Subregens Schmid aus München, auf welchen Steine aus den Häusern geworfen wurden, wandte sich deßhalb an die deutsche Gesandtschaft. Frankfurt, 27. Juni. (Allg. Z.) Die Subskription auf die französische Milliarden-Anleihe nimmt bei dem Hause Rothschild vorzüglichen Verlauf. Der Andrang ist ein außerordentlicher, Frankfurt, 28. Juni. Bekanntlich ist in dem Frankfurter Friedensvertrag u. A. festgesetzt worden, daß die erste halbe Milliarde der Kriegsentschädigung innerhalb der nächsten 30 Tage „nach Herstellung der Autorität" der französ. Regierung in der Stadt Paris bezahlt werden solle. Bis heute ist diese Zahlung jedoch nicht erfolgt, indem die französ. Regierung von der Ansicht ausgeht, daß, so lange noch der Belagerungszustand über Paris verhängt sei, die „Autorität der Regierung" noch nicht als hergestellt angesehen werden könne. Die „Fr. Pr." erfährt nun, daß dieser Vorwand, „in Verbindung mit gewissen rednerischen Ergüssen des Hrn. Trochu und sogar des Chefs der Exekutivgewalt", in den maßgebenden Kreisen Berlins den übelsten Eindruck hervorgebracht und eine Stimmung erzeugt haben, die den an sich schon delikaten Beziehungen der beiden Länder zu einander nicht zum Vortheil gereichen kann. (K. Z.) Hannoder, 26. Juni. Nach der Ztg. f. Nordd. erhrelten einige Führer der Mehrheit des Bürgervorsteherkollegiums, welches vor einigen Tagen einen Geldzuschuß aus Gemeiudemitteln zum feierlichen Empfang der aus dem Felde zurückkehrenden Truppen mit 12 gegen 11 Stimmen abgelehnt hat, gestern Abend unter dem Zudrange einer großen Menschenmenge Mißfallenskund- gebungen in Form von Katzenmusiken; vor den Häusern von Mitgliedern der Minderheit wurden Hochrufe ausgebracht. Schon früher sollen sich die Mißfallensäußerungen bis zum Fenstereinwerfen gesteigert haben. Straßburg, 28. Juni. Veranlaßt durch Ruhestörungen und Ausschreitungen von Seiten des aus der Gefangenschaft zurückkehrenden französ. Militärs hat der Generalgouverneur im Elsaß, Graf von Bismarck-Bohlen, heute eine Bestimmung erlaffen, wonach in Elsaß oder Deutsch- Lothringen nicht ortsangehörige franz. Kriegsgefangene sofort verhaftet und nach einer deutschen Festung abgeführt werden, wenn sie sich nicht durch Aufenthaltserlaubniß ausweisen können; ferner trifft die gleiche Strafe, vorbehaltlich des Untersuchungs- und Strafverfahrens, sämmtliche entlassene Kriegsgefangene, die sich bei öffentlichen Ausläufen, Schlägereien und Streiligkeiten betreten lassen, und schließlich ist jedem Kriegsgefangenen das Tragen der Uniform eindringlich verboten. — Daß Straßburg durch die Beschießung noch nicht bettelarm geworden ist, können Sie daraus ersehen, daß von der hiesigen Bank und verschiedenen anderen Häusern gestern Abend um 6 Uhr schon über 20 Millionen Franken für die französische Anleihe gezeichnet worden sind. Es geht Niemand etwas an, wenn die Straßburger den Franzosen Geld leihen, aber man wird noch ganz gut wissen, daß, so lange man um die Entschädigungs- gelbcr bettelte, hier immer behauptet worden ist, es finde sich sich hier gar kein baares Geld mehr vor, um Anleihen zum Wiederaufbau der Häuser machen zu können. — (39.8.) Berlin, 27. Juni. Der Bundesrathsausschuß für Elsaß-Lothringen hat sich jetzt konstituirt und seinen Geschäftsgang festgestellt. Vorlagen, welche sich zunächst auf Verwaltungs- und Gerichtsorganisation beziehen, werden dem Ausschüsse alsbald zugehen. — Mit dem 15. Juli er. werden die größeren Militärtransporte aus Frankreich beendet sein, alsdann werden auch die Beschränkungen ^ iu dem. allgemeinen Eisenbahnverkehr ihr Ende erreichen, welche seither durch Verfügung des Handelsministeriums angcordnet waren. — Gegenwärtig werden jeden Tag im Durchschnitt 10,000 Mann deuts-n e Truppen aus Frankreich nach Deutschland a ff der französischen Ostbahn zurückbefördert. Für jeden abgestellten Zug erhält die Ostbahn 2400 Fr. Berlin, 27. Juni. (sch. M.) Thiers hat in London zu verstehen gegeben, er hake.nur theil- weise Aenderung des Hande^sWWß durch Zollerhöhung auf gewiffe ArW^Wwsichtigt. Gladstoue erwiederte, zur WahWWWAktions- frciheit sei nur vollständige Aufrechiyaltung oder Kündigung des Handelsvertrages zulässig. Florenz, 26. Juni. Der Bey von Tunis erklärt sich außer Stande, die Verabredung einzuhalten. Die Regierung wird die Sache auf eine oder die andere Weise bereinigen. Rom, 26. Juni. Die Kurie berief Franchi aus Konstantinopel zurück, da dessen Mission vollkommen gescheitert ist. Rußland unterstützte die Sache der Armenier bei der Pforte kräftig. Paris, 24. Juni. Die Patrie macht folgende Miltheilung: „Die Arbeiten der mit der Neubildung des Heeres betrauten Kommission schreiten rasch vorwärts. Wie es heißt, soll das aktive Heer aus 360,000 und das Reserve-Heer aus 900,000 Mann bestehen, so daß wir im Kriegsfall über 1,200,000 Streiter haben. Einige Personen finden diese Ziffer nicht ausreichend, aber Niemanden ist sie zu hoch, und sie wird wohl angenommen werden. Paris, 25. Juni. Die Rede des Hrn. Thiers über die Finanzen, sowie die Ausgabe der Anleihe selbst gibt vielen Blättern Veranlassung, zu rechnen. Die „Debats" berechnen die von Frankreich zu zahlenden Zinsen auf jährlich 427 Millionen Franken und sehen keineswegs die Zukunft so rosig an. Vor 1875, ehe nicht die Preußen abgezogen und befriedigt seien, könne an Ersparniffe nicht gedacht werden, denn was auch an der Zivilliste, dem Marincministerium u. s. w. erspart werde, werde durch die Armeereorganisation reichlich wieder ausgewogen. Paris, 26. Juni. (Köl. Ztg.) Wie man ver- 612 sichert, ist Thiers ziemlich ernstlich erkrankt. Derselbe sprach nämlich fünf Stunden vor der Haushaltkommission, wurde sehr warm und erkältete sich dann. Paris, 27. Juni. Es scheint gewiß, daß der Betrag der Anleihe mehrfach gedeckt werden wird. Man erwartet eine Prämien-Hauffe. Eine Gesellschaft von Wechselmaklern har allein mehr als die Hälfte gezeichnet. Der Erfolg der Anleihe hat nickt seinesgleichen. Konßaatiaapel, 14 Juni. Unsere Opposition betritt nun den allerdings wenig konstitutionellen, aber in unfern Tagen nicht mehr ungewöhnlichen Weg der Erdölkundgebungen! Es ist erhoben worden, daß die letzten Brände, die gleichzeitig an vier Ecken der Stadt entstanden, durch in Erdöl getauchte und entzündete Lappen verursacht wurden. In der Aga-Homangasse fing man einen derselben auf in dem Augenblick, als er auf ein HauS herabfiel. Es unterliegt kaum einem Zweifel, daß die Alttürken, die mit der gesammten Politik des jetzigen europäistrenden Sultans unzufrieden find, ihre Hände dabei im Spiele hatten. Diese altgläubige Partei ist außerordentlich mächtig und zahlreich, und verfügt überdies über verwegene Agenten, denen man jedes Wagniß getrost anvertrauen kann. Die Unzufriedenen in Stambul schrecken vor dem Entsetzlichen nicht zurück, und Brandlegung ist' ja überhaupt eins der Mittel, durch welche die Türken ihre Unzufriedenheit mit der Regierung zum Ausdrucke bringen. Die Polizei hat zahlreiche Verhaftungen oorgenommen und selbst aus den Reihen der Derwische viele herausgerissen. Ob die Polizei die Veranlassung dazu in dem Brande oder aber in einer Verschwörung gegen das Leben, der ste auf die Spur gekommen sein soll, Veranlassung gefunden hat, darüber sind die Meinungen getheilt. Telegraphische Nachrichten. Köl«, 28. Juni. Die Subskription auf die französische Anleihe hat am hiesigen Platz eine Ueberreichnung der aufgelegten Summe ergeben und ist heute geschlossen worden. Bresla«, 28. Juni. Auf dem Steinkohlen- R Königs grübe in Königshütte haben reren Tagen Arbeiterunruhen stattgc- funden. Gestern wurden die Berginspektion und das Stadtgefängniß zerstört und Plünderung — namentlich der Juden — versucht. Abends trafen 60 Ulanen ein und säuberten den Platz. 7 Todte und 20 Verwundete. Heute traf ein Jnfanteriebataillon ein. Es wurden 60 Ver- haftunger»>Mter die der Rädelsführer, vor- ist in Königs- Hütte anW^Wmnd wurde heute Nachmittag der BelagmMgszustand proklamirt. Berlin, 28. Juni. Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Reichskanzlers betreffend die Kündigung der fünfjährigen 5proz. Schatzanweisung des Norddeutschen Bundes erster Emission im Betrage von 51 Millionen Thaler. Die Einlösung erfolgt gegen Zahlung des Nennwerthes vom 1. Januar 1872 ab. Die Verzinsung hört von diesem Tage an auf. Florenz, 27. Juni. Der Senat hat den Gesetzentwurf betr. die Gotthardt Bahn genehmigt. Florenz. 28. Juni. Der König ist heute nach Neapel und Rom abgereist. Die Behörden und die Gemeindevertretung befanden fich am Bahnhofe. Die zahlreich versammelte Volksmenge rief: „Es lebe der König! Es lebe Italien!" Paris, 28. Juni, Abends. Die Stadt Metz hat sich an der Zeichnung mit 20 Millionen betheiligt. — Der Graf von Paris ist heute Morgen in Calais angrkommen. PariS, 28. Juni. Die Majorität der Komis- sion hat den Antrag im Betreff der Einkommensteuer verworfen. PersailleS, 28. Juni. (Nationalversammlung.) Pouyer-Quertier berichtet über das Resultat der Anleihezeichnung. Innerhalb weniger als sechs Stunden wurden gezeichnet 4 Milliarden 600 Millionen. Paris zeichnete 2 Milliarden 500 Millionen, die Provinz mehr als 1 Milliarde, das Ausland 1 Milliarde. Einige Ergebniffe sind noch unbekannt. Pouycr fügt hinzu: Diese Lage erlaubt uns, unsere Verpflichtungen gegen Deutschland zu erfüllen und die Provinzen von der Okkupation zu befreien. Wir werden die festgesetzten Zahlungsfristen nicht abwarten. Versailles. 28. Juni. In der Nationalversammlung sagt Audiffret-Pasquier, indem er über die Lage der Kommission spricht, welche die im Kriege gemachten Ankäufe zu untersuchen hat, daß mehr als 84,000 Aktenhefte vorliegen. Rian habe gesehen, wie ein hoher Beamter das Zutrauen des ^Landes getäuscht habe. In dem Berichte werden als besonders schlimme Beispiele die in Neu Dark von dem französischen Konsul gemachten Ankäufe heroorgehoben. London, 28. Juni. Offiziell wird gemeldet, daß der Washingtoner Vertrag ratifizirt worden ist. — Die französische Anleihe findet starke Theilnahme. — Mazzini über die Kommune Und die Nationalversammlung. In seiner „Roma vet Popolo" schreibt Mazzini: „Die Zornes-, Rache- und Blutorgie, deren Schauplatz seit vielen Tagen Paris der Welt darbietel, müßte unsere Seele mit Verzweiflung erfüllen, wenn wir nur eine Meinung anstatt eines Glaubens hätten. Ein Volk, das sich trunken und wüthend mit den Zähnen in sich selbst verbeißt, und sich brüllend seine eigenen Glieder zerfleischt, welches einen teuflischen Kreistanz um die Gräber tanzt, die es selbst gegraben, welches tödtet, martert, in Brand steckt, mit Vergehen abwechselt ohne eine Idee, ohne Zweck, ohne Hoffnung, mit dem Rufe des Wahnsinnigen, der das Feuer des eigenen Scheiter- baufens anzündet, und das unter den Augen des fremden Feindes, den es nicht zu bekämpfen wußte, erinnert an eine der schrecklichsten Visionen der Dan tischen Hölle. Der Schrecken und die Blutgerüste von 1793 hatten zum wenigsten einen Zweck, in der Wirklichkeit oder Vorstellung: die Vertheidigung der Einhsit Frankreichs. Die römischen Verbannungen von Marius und Sulla beim Triumvirat entstanden, das ist erklärlich, wenn auch nicht zu rechtfertigen, aus dem Streite von Jahrhunderten zwischen einer Aristokratie, die fortdauern wollte, als die Zeiten und ihre Unfähigkeit sie für verfallen erklärten, und einer Demokratie, die. schlecht geleitet, der Militärdiktatur und dem Kaiserreich den Weg vorbereitete, aber im Allgemeinen darnach strebte, den Italiener» die römische Bürgerschaft zu erweitern. Weßhalb fließt in Paris das Blut in Strömen? Warum haben die Kämpfenden auf beiden Seiten mit irokestscher Grausamkeit, mit unsinnigem Durst nach Mord, nicht wie Menschen, sondern wie wilde Thiere. gestritten und unterdrückt? Die Kommune, die nicht aus einem Prinzip von Vaterland oder Menschheit, sondern aus einem Pariser Jntereffe entstanden ist, schlachtete vorsätzlich die Geißeln, als ihr Tod nicht mehr im geringsten ihrer Sache nützte, und übergab vorsätzlich die Gebäude und den geschichtlichen Ruhm der Stadt den Flammen, als sie allmählig die Orte verließ, wo jene standen. Die Nationalversammlung . erwählt um über Krieg und Frieden zu bestimmen, und ohne für heute einen Titel gesetzlichen Daseins zu besitzen, ordnet grausame Schlächtereien an, nicht der Kämpfenden sondern der Gefangenen, und reizt eine zügellose Soldateska, die, indem sie Brüder mordet, die Scham zu ersticken sucht über die im Kriege gegen die Deutschen erlittenen Niederlagen, mit nichts - würdigen Lobsprüchen und triumphirenden Ruhmesworten zum Blutdurst auf, als jeder Schatten von Gefahr vorüber und die Männer der Kommune tobt, gefangen oder flüchtig sind. Das Blut wurde vergoffen und wird es noch, ohne irgend einen anderen Zweck, als die Rache gegen die Sieger auf der einen und die Rache gegen die Besiegten auf der anderen Seite: aus Haß oder grausamer Furcht, niedrigen Leidenschaften, die immer strafbar und jeder guten Sache unwürdig, aber geradezu nichtswürdig sind, wenn ste an das Verbrechen Kains erinnern und zwischen den Söhnen deffelbe» Landes wüthen. Das ganze Frankreich schaut unbeweglich zu, ohne versucht zu haben, mit einstimmigem Ausruf des Abscheus die Männer der Kommune von Handlungen zurückzuhalten, die sie in den letzten Tagen ankündigten, und ohne den Muth, heute dem Diktator der Nationalversammlung von Versailles das: Höre auf, Henker! das Mäcen an Augustus richtete, zumrufen. Aber wir? Europa? Italien? Haben wir keine Pflichten? Bestreben wir uns, ste zu erfüllen? Dürfen wir uns bei dem krampfhaften Todeskampf eines selbstmörderischen Volkes einer zweiflerischen Trostlosigkeit überlassen, die Feigheit ist, oder von Zorn und krankhafter Furcht an jenem Todtenbette antreten, auf die Gefahr hin, unter uns eine Wiederholung der auswärts begangenen Schrcckensthaten vorzubereilen? Unsere Pflicht ist, uns offen und entichieden von beiden Parteien zu trennen, und dafür zu sorgen, daß in Italien das sittliche Gefühl nicht verloren gehe, das in Frankreich nur allzusehr verloren gegangen ist. Wehe uns, wenn wir nicht in tiefster Seele fühlen, daß nur hierdurch ein künftiger Fortschritt bei uns möglich ist! In Frankreich ist als Quelle aller inneren Streitigkeiten ein tiefer Mangel an Gleichgewicht zwischen den Städten, die republikanisch, und den Bauern, die unerzogen und eingeschüchtert durch den Schrecken und die Schlächtereien von 1793 gegen die Republik sind. Eine allgemeine nationale Erziehung kann diesen Mangel an Gleichgewicht allein überwinden, und die kann nur die Republik geben. Aber da wir Republikaner sind und ein Apostelkhum übernehmen, so müssen wir ohne taktische Rücksichten offen sagen, welches die Republik ist, die wir im Sinne haben und welche nicht. Sich mit dem kahlen Namen zufrieden geben und sich zum Vertheiviger eines jeden Mannes zu machen, der diesen Namen ausspricht, ist mehr als eine kleinliche Nachgiebigkeit, ist der Verrath einer Pflicht gegen Diejenigen, die wir überzeugen wollen." Vermischte Rachrichte«. — Karlsruhe. Seine Königliche Hoheit der Großherzog hat geruht, den Finanzinspektor W i el and t zum Finanzrath bei der Steuerdirektion und den Hauptamtskontroleur P e ch e r in Heidelberg zum Finanzinspektor zu ernennen. (K. Z.) — Karlsruhe, 25. Juni. Zur methodischen Leitung und Entwickelung der Kinder im vorschulpflichtigen Alter (3—6 Jahre) soll in den ersten Tagen des August ein Kindergarten nach Fröbel'jchem System errichtet werden. Angesehene Männer aus den verschiedenen Ständen bilden das Komite. — Es bestätigt sich, daß der Direktor des Kreisgerichts dahier, vr. Puchelt, den man für einen höher« juristischen Posten im Elsaß ausersehen glaubte, Mitglied des Oberhandelsgerichts werden wird. — Offenburg, 26, Juni. Der heute vor den Schranken des Schwurgerichts zu Offen- burg gestandene Waldhüter Alois Ihle von Badenscheuern, Mörder des Waldhüters Johann Rheinschmidt von Staufenberg, wurde von den Geschworenen für schuldig erklärt und von dem Gerichtshöfe zum Tode verurtheilt. Derselbe wurde von den Geschworenen der Gnade empfohlen. — Der „Nellenburg. Bote" theilt mit, daß auch von Sto ckach eine Adreffe an Döllinger, unterzeichnet vom gesammten Gemeinderath und 144 Bürgern, abgegangen ist. — Der Bischof von P a s s a u hat in einem an den Klerus und die anderen BiSthumsan- gehörigen gerichteten Hirtenbrief denselben bas Lesen und Halten der (liberalen) „Paffauer Zeitung" als sündhaft und sohin kirchlich unerlaubt verboten, weil dieselbe das Obei Haupt und die Lehren der katholischen Kirche seit geraumer Zeit mit Verachtung, Hohn und Spott überschütte. (K. Z.) —. Wien, 27. Juni. Wie aus der Stadt Tachau gemeldet wird, ist dieselbe durch einen Wolkenbruch, in Folge deffen die Beraun übertrat, überschwemmt worden. Hierbei sind 15 Personen verunglückt; das Vieh ist sämmtlich ertrunken und wurden über 60 Häuser von den Fluthen mit fortqeriffen. Die umliegenden Gärten und Felder sind vollständig verwüstet; die Brücken sind spurlos verschwunden. (K. Z.) 613 Bekanntmachungen. Aufforderung 2106.2.1. Zur Fortführung des Güterverzeichnisses und Ergänzung der Grundstückspläne in der Gemarkung Diersburg wird hiemit Tagfahrt auf Freitag den 21. Juli, Morgens 9 Uhr, auf das dortige Rathhaus anberaumt. Die Grundeigenthümer dieser Gemarkung werden hievon in Kenntniß gesetzt und aufgefordert, über die seit 1. Novbr. 1868 vorgekommenen Veränderungen Handrisse und Meß- urkunden noch vor der Tagfahrt an den Gemeinderath in Diersburg abzugeben, indem solche sonst auf Kosten der betr. Grnndeigen- thümer beigeschafft werden. Offenburg', den 23. Juni 1871. Der Bezirksgeometer: _ (genfer!. Aufforderung. 2107.2.1. Zur Fortführung des Güterver- zeichnissis und Ergänzung der Grundstückspläne in der Gemarkung Rammersweier wird hiemit Tagfahrt auf Samstag den 22. Juni, Morgens 8 Uhr, auf das dortige Rarhhans anberaumt. Die Grundeigenthümer dieser Gemarkung werden hievon in Kenntniß gesetzt und aufgefordert, über die feit 1. Juli 1870 vorgekommenen Veränderungen Handriffe und Meßur- kunden noch vor der Tagfahrt an den Gemeinderath in Rammersweier abzugeben, indem solche sonst auf Kosten der betr. Grundeigenthümer beigeschafft werden. Offenburg, den 23. Juni 1871. Der Bezirksgeometer: Seufert. Aecordvergebuug. 2175.2.1. Die Bauarbeiten zum Wiederaufbau des Thnrmes der katholischen Pfarrkirche zu Oberkirch sollen laut Beschluß des Verwaltungsraths des Kirchspiels Oberkirch vom 15. Juni 1871 im Wege der schriftlichen Sou- mission in Accord gegeben werden und bestehen dieselben in nachfolgenden Einzelarbeiten: 1) Maurer- u. Steinhauerarb. 5027 fl. — fr. 2) Zimmermannsarbeiten . 2028 fl. — kr. 3) Blechnerarbeiten . . . 352 fl. — kr. 4) Schlofferarbeiten . . . 281 fl. 30 kr. 5) Schieserdeckerarbeiten . . 430 fl. — kr. Der Plan, Kostenüberschläge und Accordbe- dingungen ffnd auf dem Rathhaus in Oberkirch und auf dem Geschäftszimmer des Hrn. Archi- tecten Armbrnster in Offenburg zur Einsicht der Bauhandwerker aufgelegt und müssen die Soumissionen verschlossen und mit Aufschrift versehen, sowie nach Prozentsätzen aufgestellt, längstens bis Mittwoch den 12. Juli l. I., Vorm. 10 Uhr, auf der Rathskanzlei in Oberkirch abgegeben sein. Oberkirch, am 19. Juni 1871. Der Verwaltungsrath des Kirchspiels. Der Vorstand: Dr. Schneider. vckt. Schrempp, .__ Stiftunasakt. Stamm und Brennholzversteigeruug 2176. Die Gemeinde Berghaupten läßt am Dienstag den 4. Juli d. I., Vorm. 10 Uhr. ans ihrem Gemeindewald 10 Stück Eichstämme und 23 Tannen mit zns. 598 C/, % Klafter scheues Scheitholz und 1'/* Klafter gemischtes tut Gasthaus znm bad. Hof hier öffentlich versteigern. Die Bedingnisse werden vor der Steigerung bekannt gemacht. Berghaupten, den 28. Juni 1871. Das Bürgermeisteramt. Lienhard Bekanntmachung. 4111.Ö.6. Bäckermeister Lehmann in Appen werer hat eine Wohnung mit 2 — 3 Zimmert unb Zugehor sogleich oder später zu vermielhen Das Logis, zunächst dem Bahnhof gelegen wäre auch sehr günstig für einen Geschäftsmann Offenburg. 2153.3.1. Ich beehre mich, hiermit die Anzeige zu machen, daß ich in Folge vorgerückten Alters mein seit 40 Jahren dahier bestehendes Manufactnr- und Colonialwaaren- Gefchäft an Herrn Gottlieb Stähli« abgetreten habe, welcher dasselbe unter! der Firma G. Stählin, I. I. Castell's Nachfolger unverändert fortführen wird. Indem ich aus dem Geschäfte scheide, kann ich nicht umhin, für die mir so viel-! seitig zu Theil gewordenen Beweise von Vertrauen und Wohlwollen meinen aufrichtigen Dank auszusprechen und damit die Bitte zu verknüpfen, meinem Herrn Nachfolger, der mit den Grundsätzen strenger Rechtlichkeit, Geschäftskenntniß und entsprechende Mittel! verbindet, gleiche Gunst gewähren zu wollen. Offenburg, den 30. Juni 1871. Hochachtungsvoll J. J. Castell. Unter Bezugnahme auf vorstehendes Circular des Herrn I. I. Castell beehre ich mich, ergebenst anzuzeigen, daß ich mit heutigem Tage deffen Manufactur- und Colonial- waaren-Geschäft übernommen habe und dasselbe unter der Firma G. Stähliu, I. I. Castell's Nachfolger fortführen werde. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, durch reellste und pünktlichste Bedienung j auch mir das Vertrauen zu erwerben, dessen sich mein Herr Vorgänger zu erfreuen hatte, | und halte ich mich einem geneigten Wohlwollen bestens empfohlen. Offenburg, den 1. Juli 1871. Hochachtungsvoll 6. Stählin. Holz-Versteigerung 2119.2.2. Die Gemeinde Schmteheim versteigert in ihrem Ausstockungswald Mittwoch den 5. u. Donnerstag den 6. Juli d. I., Morgens 9 Uhr anfangend: 630 Stämme Schäleichen von 10 — 90 C/ Stärke, welche sich besonders zu Eisenbahnschwellen, Rebstecken, Küfer- und Wagnerholz eignen, und Freitag den 7. Juli 55 Klftr. schäleichenes Scheit- und Prügelholz und 2500 Stück schäleichene Prügelwellen. Die Zusammenkunft findet beim Löwenwirlhs- hause statt. Schmieheim, den 24. Juni 1871. Das Bürgermeisteramt. S e x a u e r. _ vckt. Häberle. Fahrnitz-Bersteigerung 2170. In Folge richterlicher Verfügung werden dem Georg Hatrry in Windschläg am Montag den 3. Juli, Vorm. 9 Uhr, in dessen Behausung 1 Wagen, 1 Pflug, 2 Eggen, 1 Fruchtputz- mühle, 1 stein. Trog, 3 Fässer, 1 Zuber, 2 Kirschbaumstämme, 1 Kleiderkasten und einige Kleidertröge, 2 Pferde, 2 Pferdegeschirre, 1 Dunghaufen, nebst sonst verschiedenen Fahr- nißgegenständen öffentlich gegen gleich baare Bezahlung versteigert. Offenburg, den 26. Juni 1871. _ Steiger, Gerichtsvollzieher. Eruteerträgnitzversteigerung und Ackervervardtuna. 2144.2.2. Der Unterzeichnete läßt am Dienstag den 4. Juli d. I., Nachm. iy 2 Uhr, im bad. Hof dahier das Ernteerträgniß von folgenden Aeckern, mit Borgfrist bis 1. Septbr. d. I., und in gleicher Tagfahrt die Aecker auf 6 Jahre in Pacht versteigern. 177 Ruthen mit Halbwaizen am Waldbach, neben Eduard Stigler und dem Weg; 250 Ruthen mit Korn im Banernpfuhl, neben Anton Kaiser und sich selbst; 250 Ruthen mit Lewat allda, neben Josef Gromer z. Engel und sich selbst; 150 Ruthen mit Waizen allda, neben Josef Battiany's Erben und sich selbst; 150 Ruthen mit Kartoffeln allda, neben Adolf Schaible und selbst; 224 Rathen mit Korn im Mauchenloch, neben Joset Link und Martin Bauer's Erben; 213 Ruthen mit Gerste allda, neben And. Mayer von Langhurst und Wittwe De- werth; 303 Ruthen mit Waizen im Oberörtle, neben Gg. Rudolf und Ferd. Armbruster von Schutterwald; 254 Ruthen mit Korn allda, neben Josef Pfitzmayer und Obereinnehmer Reck's Erben; 213 Ruthen mit Korn auf der Kinzigmatt, neben Adlerwirth Krämer. Offenburg, den 27. Juni 1871. _F z. Beh rle . Geschäfts-Eröffnung und Empfehlung. 2285.2.1. Der Unterzeichnete «igt hiermit einem geehrten hiesigen und ausr LM gen Publikum ergebenst an, daß er sich al^Schreiuer hier niedergelassen hat. Indem berje.be schöne, solide und billige Arbeit und schnelle Bedienung znstchert, sieht er zahlreichem Zuspruche entgegen. Offenburg, den 30. Juni 1871. Carl Wilhelm Friederich, _ Schreinermeister, Dorfgusse. Offenburg. 2169.2.2. Einen Sparherd von Unkel in Rastatt und ein Kinderwägelchen oerkaust billig _ Postmeister Geiger. Gesucht 2173. 2.1. Schwarze Kirschen, besonders sog. wilde, werden zum Brennen zu kaufen gesucht und gut bezahlt von __ A Zapf in Zell a. H. Offenburg. 2139.3.2. Ein schön möblirtes Zimmer ist im zweiten Stock Rro. 391 Langestraße, zu vermielhen. __ Knechtgesuch. 2158.3.3. Ein braver Knecht, der hauptsächlich mit Rindvieh umzugehen versteht, wird gesucht. Der Eintritt kann in 14 Tagen oder in 3 Wochen geschehen. Näheres bei der Erp, d. Bl. Offenburg. 2178.2.1. Ein sehr schönes geräumiges Logis, auf der Sommerseite, bestehend in 3—4 Zimmern , großer Küche, Speicher und etwas Keller, ist sogleich oder auf den 1. August zu ver- miethen Gerberstraße Nr. 165. 614 2182. Karlsruhe. DkkanlltWchllng. Den Vollzug des NeichsgeseHes vom 8. Juni 1871 über die Jnhaberpapiere mit Prämien betreffend. Unter Hinweisung auf das Reichsgesetz vom 8. Juni l. I., betreffend die Jnhaberpapiere mit Prämien (Reichsgesetzblatt S. 210/11), und auf die zur Ausführung dieses Reichsgesetzes vom Bundesrath erlassenen Vorschriften (Staatsanzeiger S. 221) wird mit Ermächtigung Großh. Finanzministeriums anmit verkündet, daß die Einreichung der abzustempelnden Papiere von Mittwoch den 28. d. M. an bei der Unterzeichneten Stelle erfolgen kann, und daß die Formulare für die in doppelter Ausfertigung einzureichenden Verzeichnisse der abzustempelnden Papiere bei sämtlichen Großh. Bezirksverrechnungen (Domänenverwaltungen, Obereinnehmereien, Hauptzoll- und Hauptfteuerämtern), bei denen auch, ebenso wie bei sämtlichen Bürgermeisterämtern, von dem Gesetz und den zugehörigen Vollzugsvorschriften Einsicht genommen werden kann, zur unentgeldlichen Abgabe an die Betheiligten aufliegen. Zur Entgegennahme der durch die Betheiligten persönlich bei der Unterzeichneten Stelle zur Abgabe gelangenden Papiere sind die Vormittagsstunden von 9 bis 12 Uhr bestimmt. Die Prüfung und Abstempelung dieser Papiere, bezw. deren Rückgabe gegen Erlegung der Stempelgebühren wird soweit thunlich sofort nach geschehener Einreichung und in Gegenwart der Ueberbringer erfolgen. Für die durch die Post an die Unterzeichnete Stelle gelangenden Papiere ist sowohl bezüglich der Her- als Rücksendung Freiheit von Porto und Assekuranzgebühr gewährt, wenn die Sendungen äußerlich mit dem Vormerk: „Jnhaberpapiere mit Prämien zur Abstempelung" versehen sind und die Einsendung zur Abstempelung von einem Orte des Großherzogthums erfolgt. Sofern jedoch die Abstempelung wegen Ungeeignetheit der Papiere oder Unvoll- ständigkeit des Antrages nicht erfolgen kann, wird .das Porto und die Affekuranz- gebühr, bei unfrankirter Rücksendung durch Postvorschuß nachträglich eingezogen. Ebenso erfolgt die Erhebung der Stempelgebühr, sofern die gestempelten Papiere durch die Post zurückgesendet werden, im Wege des Postvorschusses. Die Frist, bis zu welcher die zu stempelnden Papiere längstens bei der Unterzeichneten Stelle eingereicht sein müssen, läuft mit dem 13. Juli l. I. ab. Karlsruhe, den 28. Juni 1871. Großherzogliche Münzverwaltung. _ L. Kachel. _ Abstempelung von Prämien-Schemen. Die durch ein Reichsgesetz vorgeschriebene Abstempelung der nicht deutschen Loose, die vor dem 13. Juli d.J. geschehen muß, besorgt Aldrecht Fischer 1879. in Offenburg. w besteht vorläufig aus folgenden Zeitungen: 1) Das neue Blatt, 2) Globus, 3) Deutsche Blätter, 4) Fliegende Blätter, 5) Aus allen Welttheilen, 6) Jllustrirte Zeitung, 7) Europa, Trube's Journallesezirkel 8) Hausfreund, 9) Romanzeitung, 10) Im neuen Reich, 11) Sonntagsblatl (Berlin), 12) Westermann's Monatshefte, 13) Der Salon, 14) Romanenmagazin. Preis pr. Monat pränum. 24 kr., Arifnahmgrbühr 18 kr., Lefefrist 8 .Tage. Wechsel jeden Mittwoch. Die verehrlichen Abonnenten werden ersucht, die Mappen Vormittags pünktlich zum Abholen bereit zu halten. Hochachtend Offenburg. __Joh Trübe. 2180.2.1. Geschäfts-Empfehlung. 2115.2.2. Der Unterzeichnete empfiehlt sich einem geehrten hiesigen und auswärtigen! Publikum in allen in sein Geschäft einschlagenden Artikeln, als: silberne Spindel- Uhren, silberne und goldene Cylinderuhren für Herren und Damen, ebenso goldene und silberne Ankernhren, alle Sorten Wand-, Kukuk- und gewöhnliche Schwarz- 1 Wälderuhren, sog. Nacht- und Weckeruhren, Regulators, Peudulen re. Weiter erlaube ich mir, auf eine große Auswahl von Ketten aufmerksam zu machen, wie Kautschuk-, Talmi-, Double-, Stahl- und Silberketten, goldene und! silberne Uhrenschlüssel und Uhrenschnüre re. Alle Arten Reparaturen werden in kürzester Zeit bestens besorgt. Ofienburg, den 26. Juni 1871. P. Willmann, Uhrmacher, Kirchgasl'e Nr. 46. Zur Nachachtung. 2181. Von vielen Vereinsmitgliedern, welche gewöhnliche Vorschüsse erhalten haben, werden die Bestimmungen des § 23 der Satzungen nicht beachtet, und dadurch vielfach unzuträglhche Störungen hervorgerufen. \ Zur Beseitigung dieses Mißstandes wird auf jene, im Interesse einer geordneten Geschäfts- sührung gegebenen und einzuhaltenden Festsetzungen mit dem Bemerken aufmerksam gemacht, daß die Säumigen keinerlei weiteren Mahnungen zu aewärtigen und aber die aus eigener Schuld ihnen erwachsenden Unannehmlichkeiten durch sofort nöthige gerichtliche Betreibung sich selbst zuzuschreiben haben. Offenburg, den 30 Juni 1871. Borschußverein Offenburg eingetragene Genossenschaft. Director: Kassier: Controleur: Nonn._ Etsinger._C. Geck. Offenburg. 2171.2.1. An der Bahnhofstraße sind 2 bis 3 möblirte Mansardenzimmer zu vermiethen. Das Nähere bei der Erped. d. Bl. Krankenunterstützungs - Verein Offenbnrg. 2186. Sonntag den 2. Jini, Nachm. 1 Uhr, Generalversammlung im bad. Hof, wozu sämtliche Mitglieder eingcladen werden. Auch finden Aufnahmen neuer Mitglieder statt. Um diesen Zweck richtig zu verfolgen, laden wir die hiesigen Bürger und Einwohner ein, sich dieser Sache anzüschließen. Der Vorstand. gCflT” Auswanderungslustige werden auf eine Broschüre über den Staat Michigan, Ver. St. von Nord-Amerika, mit Specialkarte, aufmerksam gemacht. Dieselbe wird vom Com- misiär dieses Staates, M. H. A l l a r d t, Ham- burg, Jedem auf Anfrage gratis zugesandt. 2177.1. Brodtaxe für die St. Offenburg vom 1. bis 10. Juli 1871, Namen Weißbrod. Halbweißbrod. Ä 1 2 j 6 lange runde Form ä-S sä V» Bäcker. kr. kr. ! kr. Form 5 ss 6 TS Loth. 2 Pf. 2 Pf. 4 Pf. Sa | kr. kr. kr. kr. kr. Beile Math. — — >3 11 22 18 — Buhler Franz — — — 13 11 22 18 — Burg Aler. — — — 13 — 21 18 — Burger Karl — — — 13 12 22 18 — Burr Georg — — — 13 11 22 17 — Dold Fried. — — — 13 11 22 18 — Heitzmann Fd. — — — 13 11 22 17 — Herp Const. — — — 13 11 22 18 -- Huber Joh. _ — — 13 11 22 18 — Kern Emil _ — — 13 11 22 18 — Kern Karl — — 13 11 22 18 — Krauß W ilh. — — — 13 11 22 18 — Muser A. — — — — 11 22 17 — Nerlinger X. — — — 13 11 22 17 — Rehm Wilh. — — — 13 11 22 17 — Sahl Theod. — — — 13 11 22 18 — Sauer Dionis — — — 13 11 22 17 — Weber Marz. — — — ,3 11 22 18 — Zettwoch Karl — _ — — 13 11 22 17 — vcu uv. juui avi .. Das Bürgermeisteramt._ Fleischtaxe vom Oil 16 Juli 1871, Namen der Metzger. k Joses Anton >ch Heinrich mk Eduard iemann Gg. w Isaak W Georg reib er Karl ireiber Xaver :fert Leo mdinger Dom dt Jakob rer Heinrich dffenbura, den 60. Juni Mastochsen fleisch. Kuhfleisch. Kalbfleisch. Hammelfleisch. Schweinefleisch kr. fr. kr. kr. kr. 20 _ 16 — 18 18 16 — — 18 16 — 18 18 16 _ 18 18 16 _ — 18 16 16 18 18 16 18 18 16 18 20 16 18 _ 18 16 _ 18 — >8 16 _ 18 — 18 16 — 18 1871 Für die Redaction verantwortlich A. R e i s f. — Druck und. Verlag von A. Reiff und Eomp.