AerArtenauerHote. Amtliches Derkündigungsbtatt für den Kreis Ojfenburg, sowie für die Bezirksämter und Amts g eri ch te Offenburg und Gengenvach. Erscheint LLalich mit Ausnahme Montag«, und kostet vierteljährlich in Offenburg 1 st., für den LandpoDezir? 1 Ü.J 2 kr., für die übrigen Postbezüge 1 fl. 7 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Garmondzerle oder deren Raum ö kr. Mro. 164 . Offenburg, Samstag den 15. Juli 1871. Heute vor eiuem Jahr! Berlin, 15. Juli, Abends. Se. Majestät der König ist um 9 1 /* Uhr im königlichen Palais eingetroffen. Derselbe wurde mir unbeschreiblichem Enthusiasmus empfangen. Paris, 15. Juli, Morgens. Gestern Abend fanden auf den Bouvelards Demonstrationen für den Krieg statt. Paris, 15. Juli, Vormittags. Heute um 1 Uhr wird eine gleichzeitige Mitlheilung an den Senat und den gesetzgebenden Körper erfolgen, welche eine Darlegung der Lage gibt und mit der Ankündigung der Kriegserklärung an Preußen endigen wird. Diese Erklärung wäre beschleunigt durch ein Circular des Königs an die Agenten im Auslande, welche erstens die dem französischen Botschafter Benedetti (angeblich) zugefügte Beleidigung bestätigt; zweitens den hohenzollern'jchen Verzicht verweigert und drittens dem Prinzen seine Freiheit, die Krone anrunehmen, zurückgibt. Paris, 15. Juli, 2 Uhr Nachm. Gesetzgebender Körper. Der Krieg ist erklärt. Politische Rundschau. Offenburg, 14. Juli. Die Sache kommt in Fluß, und dem Wahlbezirk Tauberbischofsheim muß man Dank sagen, daß er den Bischof von Mainz in den ersten deutschen Reichstag geschickt hat, wo die Partei, trotz aller Vermummung, sich entpuppen mußte und entpuppt hat. Der Reichstagsabgeordnete Graf v. Frankenberg, derselbe auf dessen Anfrage der Reichskanzler die merkwürdige Antwort und Enthüllung über sein Verhältniß zur Centrumspartei und ihren Bestrebungen gab, ein guter Katholik, wurde von Hrm v. Kettelet in der zu Berlin erscheinenden römischen Germania des Hr. Majunke angegriffen. Der Hr. Graf v. Frankenberg blieb die Antwort nicht schuldig, und von gewaltiger Bedeutung ist die Abfertigung, welche er dem Hrn. Bischof angedeihen läßt in einem Briefe, den die Kreuzzeitung jüngst veröffentlicht. Er zeigt ihm darin, wie die Mitglieder der Centrumspartei, obwohl eine politische, keine kirchliche Partei zu sein vorgebend, doch jeden Augenblick die Katholiken, welche nicht zu ihr gehören, auf die unerhörteste Art angreifen und verdächtigen; wie sie. die Ultramontanen, sich herausnehmen, im Namen der Katholiken zu sprechen und das große Wort zu führen, als seien sie und nur sie allein die Kirche; er widerspricht, daß das Vorgehen des Reichskanzlers bei allen Katholiken Deutschlands schmerzliches Aufsehen erregt habe, daß die weltl. Herrschaft des Papstes auf Kosten Italiens durchaus müsse wieder hergestellt werden, daß der Papst sich mit Italien nicht versöhnen dürfe — ein deutscher Papst, meint er, würde djese Versöhnung annehmen; aber sieht er denn nicht, daß all unsere Bischöfe so schrecklich römisch geworden! — und er schließt mit dem bedeutungsvollen Satze: „Das deutsche katholische Volk kann nun nicht mehr glauben, daß es die Politik des Reichskanzlers stütze und fördere, wenn es mit den Führern des Zentrums gehen will. Die Frage ist klar gestellt: entweder mit den Männern und Ideen, welche Deutschland einig, groß und glücklich gemacht haben, oder mit dem bunten Gemisch der Männer vom Zentrum, deren jüngstes Programm zwar allen Parteien angenehm erscheinen kann, deren Thaten aber von allen Parteien verurtheilt wurden". — Aus den noch besetzten Theilen Frankreichs kommen Nachrichten um Nachrichten, wie die deutschen Befehlshaber mit aller Strenge einschreiten müssen um die bösartigen und heimtückischen Angriffe auf vereinzelte Soldaten niederzuhalten. — München, 10. Juli. (A. Z.) Soeben wird das folgende Aktenstück veröffentlicht: „Den Truppen des 1. bair. Armeekorps, sowie der königl. Muß. 8. Infanteriedivision wurden in Journalen — namentlich in der Times vom 15. Sept. v. I. durch Veröffentlichung eines Schreibens des Herzogs von Fitz-James, datirt Paris, 12. Sept. — der Vorwurf gemacht, im Kampf um Bazeilles am 1. Sept. v. I. mit ungerechtfertigter Grausamkeit gegen die Bewohner des genannten Ortes gehandelt zu haben. Baiern und Preußen sollen, um die Einwohner für ihre Theilnahme an der Vertheidignng zu strafen, das Dorf angezündet haben. Die Garde Nationale sei größtentheils geblieben, die Einwohnerschaft hätte sich in die Keller geflüchtet gehabt ; Weiber, Kinder, alle wären verbrannt worden. Von 2000 Einwohnern wären kaum 300 übrig geblieben, welche erzählten, die Baiern hätten ganze Familien in die Flammen zurück- gestoßen, und die Frauen erschaffen, welche entfliehen wollten, lim nicht bloße Behauptungen diesen Anklagen entgegen zu stellen, und um die Unwahrheit derselben aktenmäßig beweisen zu können, habe ich während des Krieges nicht ge« antwortet, nach Abschluß des Friedens aber durch die gefällige Vermittlung des deutschen Zivilkommissärs von den franz. Behörden, namentlich dem Hrn. Bellomet, Maire von Bazeilles, einen erschöpfenden namentlichen Bericht über alle während des Kampfes vom 31. Aug. und 1. Sept. verunglückten Einwohner erholt. Nach diesem amtlichen Berichte beträgt die Ge- sammtzahl der Todten, Verwundeten und Vermißten der Einwohnerschaft 39, darunter verbrannt und erstickt 2 bettlägerige Frauen, 3 Männer und 3 Kinder; getödtet, vermißt und verwundet während des zweitägigen Kampfes 1 Frau und 30 Männer, in Summe 39 Personen. Der größte Theil des Dorfes wurde ein Raub der Flammen durch die zweitägige gegenseitige Beschießung und den sechsstündigen mörderischen Straßen- und Häuserkampf gegen das 12. französische Korps, namentlich gegen die Division der Marine-Infanterie, wobei mein Korps 2000 Mann an Todten und Verwundeten verlor. Wenn Ziffern re! n, kann ich die Worte der Rechtfertigung spau:i und mit dem Wunsche schließen, daß alle Du fertigen „ welche sich durch die im ersten Schrecken erklärbaren Uebertreibungen zu ungerechten Anklagen verleiten ließen, ihre Sympathie den unglücklichen Einwohnern hinfort durch reichliche Unterstützungen beweisen werden, denn der Maire Bellomet fügt dem Rapporte bei, daß seit der Schlacht vl» den 2048 Einwohnern 140 bis 150 durch KKnkheiten in Folge von Mangel und Elend verstorben seien. Nancy, den 29. Juni 1871. Frhr. v. d. Tann, General-Kommandant des 1. bairischen Armeekorps". Von Ems, 10. Juli, hat der Kaiser folgenden Tagesbefehl erlassen: Nachdem Seine Kö- Missionsreise» «nd Forschungen Ul Süd-Afrika von vr. David Llvingstone. (Fortsetzung.) . Erstes Kapitel. Mie allgemeinen Weisungen, welche ick von den Birectoren der Londoner Missions-Gesellschaft erhielt, ^tfituaßlen mich, sobald ich Kuruma oder Lattakoo -i welches damals wie noch heutzutage ihre tS 1 .dom Kap landeinwärts gelegene Sla- t»," Aufmerksamkeit nordwärts zu rich- -Ech hielt mich daher nicht länger in Kuruman wa( 'i- ,uv ® te Raft meiner Zugochsen nvthwendig ber^r langen Reise von der Algoa-Bnchr alcim»^ ^ abgetrieben waren, brach dann in Bc- oder andern Missionärs nach dem Bakuena- ncm auf, und fand Setschelc mitsei- rauf febrt?» n i •" Schoknanc angcsiedelt. Kurz da- jedoch unsere L.^der nach. Kuruman zurück;..da dieser durch eure zeltweye Ereurston ich mir vvr ßbakd"^^ erreichen waren, so nahm zua in's ;>!„.,(> wie möglich einen neuen Stren- monatlicken anzutreten. Nach einem etwa drei- Art HaiwtstationE^^sin Kuruman. welches eine einem Ort Rande ist, kehrte ich nach A^n i Fch ^blcker ungefähr, fünfzehn (engl.) ^ ui Uten von Schoknanc liegt und Lepelolc (jetzt Litubaruba) hieß. Um mir eine möglichst genaue Kenntniß der Landessprache zu verschaffen, schloß ich mich hier ungefähr ein halbes Jahr lang von allem Umgang mit Europäern ab, und verschaffte mir durch diese mir auferlegte schwere Probe eine Einsicht in die Lebens- und Denkweise, die Gesetze und die Lpracke jenes Theils der Betschuanas, die inan Baknena iicnnt, — Kenntnisse, welche mir in meinem Verkehre mit denselben von unberechenbarem Vorthciie waren. Aus dieser zweiten Reise nach Lepclole — welches beiläufig gesagt von einer Hohle dieses Naniens so heißt — begann ich Vorbereitungen zu einer Niedcr- lasninn und leitete einen^ Graben zur Bewässerung von Gärten ans einem Ltrome ab, welcher damals reichlich floß, jetzt aber ganz trocken ist. Als diese Vorbereitungen schon ziemlich weit gediehen waren, wandte ich mich nordwärts, um die Bakaa und Bam- angwato, sowie die Makalaka zu besuchen, welche zwischen dem 22. und 23. 0 südlicher Breite wohnen. Das Bakaa-Gebirge war vorher von einem Handels- iiuiute besucht worden, der mit allen seinen Leuten dem Fieber erlag. Als ich den nördlichen Theil dieser Basallhügel m der Nähe von Letlotsche umging, war ich nur zehn Tage von dem untern Theile des Zvuga entfernt, welcher auch unter dem Namen Ngami-See bekannt ist; wäre ich also nur auf Entdeckungsreisen ausgegangen, so hätte ich schon damals (1842) jenen See entdecken können. Der größte Theil dieser Neffe über Schoknanc hinaus ward zu Fuße gemacht, weil die Zugochfen krank geworden waren. Einige unserer Begleiter, welche erst neuerdings zu uns gestoßen waren und nicht wußten, daß ich. einigermaßen mit ihrer Sprache bekannt war, unterhielten, sich so. daß ich es hören konnte, über mein Aussehen und meine Kräfte folgendermaßen: „Er ist nicht stark, er ist ganz hager und erscheint nur stämmig, weil er sich in diese Säcke sdieBeinkleider) gesteckt hat; es wird ihn bald ausreiben." Da wallte in mir das hochländische Blut auf., und machte mich gleichgültig gegen die Strapazen, sie allesammt mehrere Tage ngch einander m ihrem geschwindesten Schritte zu erhalten, bis ich sie andere und entsprechendere Ansichten über meine Leistungsfähigkeit als Fußwanderer unter sich austauschen hörte. Ans meiner Wanderung nach'Norden kam uns ein Komet zu Gesicht, und erregte die Verwunderung aller Stämme, die wir besuchten. Dem Kometen von 1816 war ein Einfall der Matebele. der grausamsten Feinde, welche die Betschuanas je gekannt haben, gefolgt, und sie wähmen jetzt, auch dieser könnte möglicherweise etwas ebenso Schlimmes bedeuten, mindestens den Tod irgend eines großen Häuptlings vorher verkündigen. Mit der Bedeutung der Kometen war ich kaum besser vertraut als lse selber; allein ich hegte jenes Vertrauen aut eine gütige und Alles regierende Vorsehung, das einen lo großen Unterschied zwischen den Christen und Ten .Herden, sowohl der alten als der neuern Zeit, bedingt. (Fortsetzung folgt.) nigliche Hoheit der Großherzog von Baden seinen Truppen die mit denselben vertragsmäßig eintretende Veränderung durch den Tagesbefehl vom 1. d. M. bekannt gemacht hat, beauftrage ich das Generalkommando, nunmehr die in den Verband der preußischen Armee eintretenden Generale, Offiziere. Beamten und Soldaten in meinem Namen herzlich willkommen zu heißen und dieselben dahin anzuweisen, daß bis zum Ergehen der speziellen Personalbestimmungen jeder an seiner bisherigen Stelle zu verbleiben hat. — Es ist mir eine besondere Freude, den baden'schen Truppen bei dieser Gelegenheit meine volle Anerkennung für ihr ausgezeichnetes Verhalten in dem letzten Feldzuge und meine Freude darüber auszusprcchen, daß sich — Dank des großherzigen Entschlusses ihres Kriegsherrn — eine so vortreffliche Truppe mit der preußischen Armee vereinigt. — Das Generalkommando hat dies den Truppen des 14. Armeekorps bekannt zu macken. Wilhelm. Darmstadt, 11. Juli. Bürgermeister Keil ist im zwölften Wahlbezirk an Stelle des Oekono- mieraths Krämer zum Abgeordneten für die zweite Kammer gewählt worden. Berlin, 12. Juli. Heute wird unter Vorsitz des Kriegsministers eine Sitzung des Staatsministeriums stattfinden, in welcher neben den laufenden Geschäften auch die Stellung der Regierung zur katholischen Frage zur weitern Erörterung gelangen wird. Wenn übrigens von Verhandlungen mit Baiern in dieser Angelegenheit berichtet wird, so ist diese Mittheilung nicht genau. Es wird sich zwischen beiden Regierungen nur um eine vertrauliche Verständigung über gewisse Gesichtspunkte gehandelt haben, die jedenfalls schon während der! Anwesenheit der bairischen Minister zum Reichstag erzielt sein wird. (Karlsr. Z.) Wik«, 12. Juli. Die Reichsrarhs-Delegation genehmigte in ihrer heutigen Sitzung ohne Debatte das Mehrerforderniß, welches durch die Erhebung des Gesandtschaftspostens in Berlin zu einem Botschafterposten veranlaßt wird. Bern. Die „Helvetia" bringt eine sehr betrübende Nachricht: Das Gewölbe des Tunnels vom Mont Cenis wäre auf eine Strecke von 50 Meter eingestürzt und mehrere Arbeiter wären verschüttet worden; 7 Leichname sollen schon unter dem Schutte hervorgezogen worden sein. Wir haben keine andere Einzelheiten über diesen Unfall, aber wir hoffen, daß er die Existenz dieser unterirdischen Bahn nicht gefährden wird, deren Ausführung so viele Jahre und so riesenhafte Anstrengungen erfordert hat. — In den Kantonen Zug und Luzern wird scharfe Jagd aus nicht unfehlbare Geistliche und Lehrer gemacht. Auch anderwärts, z. B. in St. Gallen, müflen unbeugsame BHt- 1er eines raschen Todes sterben. Fehlen nur j noch die Scheiterhaufen. Rom, 4. Juli. (Köln. Z.) Heute waren auf dem Zwölfapostelplatze drei Bataillone Nationalgarde aufgestellt. Vom Trajansforum kam zu Wagen Msgr. Valentini, Erzbischof in p»r- tibus, angefahren. Ein Offizier befahl dem Kutscher zu halten, der Prälat aber rief: „Vorwärts"!, und die Pferde drangen durch die Truppen hindurch. Der Offizier, der übrigens kein Römer, sondern aus Viterbo ist, lief dem Wage» nach und gab unter der wiederholten Benennung „Canaglia" dem Erzbischof zwei Ohrfeigen. Derartige Vorfälle sind in Rom gar nicht selten. Paris, 10. Juli. Das signalisirte Anlehen der «Ltadt Paris wird, wie wir vernehmen, 5- bis 700 Millionen betragen und gegen Ende August emittirt werden. Paris, 11. Jnli. Die Wahlen im Departement la Manche ergaben die Wahl Tocqueville's, eines gemäßigten Republikaners. Telegraphische Nachrichten. Stuttgart, 12. Juli. Anläßlich ihres 25jäh- rigen Ehejubiläums gründete die Königin eine Karl-Olga-Stiftung mit einem Kapital von 105.000 Gulden zu dreißig Jahrespräbenden für unverheirathete bedürftige Töchter verstorbener Beamten und Offiziere. Der König hat 658 eine Begnadigung für «ine größere Anzahl von Vergehen erlassen. Die russischen Majestäten mit dem Großfürsten Wladimir, Alexis, der Großfürst Konstantin, der Großherzog von Weimar und der Prinz Alexander von Hessen sind in Friedrichshafen eingetroffen. — Die Kammer hat beschlossen, der Regierung einen Kredit zur Unterstützung derjenigen Mannschaften anzubieten, welche nach Ablauf der gesetzlichen Präsenzzeit einberufen worden 'sind. Ein weitergchendcr Antrag des Freiherrn v. Ow, auf Dotirung sämmtlicher ausmarschirten Soldaten, wurde nach energischem Widerspruch Seitens des Kriegsministers v. Suckow abgelehnt. Lern, 12. Juli. Der Ständerath hat die Zwangskonzesflon der Broyethalbahn genehmigt. Der Nationalrath hat weitere 4,828,800 Fr. für die Volksbewaffnung bewilligt. Die Tagung wird nächste Woche geschloffen werden. Bersailles, 11. Juli. Nationalversammlung. Die Versammlung genehmigt einen Gesetzentwurf. wonach oon Zucker, Kaffee, Thee und Kakao, welche nach Frankreich eingeführt wurden oder deren Abfuhr nach Frankreich bewerkstelligt wurde, bevor die Einbringung des neuen Finanzgesetzes in den Ausfuhrhäfen bekannt geworden war, nur die früheren Steuern zu entrichten sind, vorausgesetzt, daß diese Artikel bei ihrer Ankunft als zum Gebrauche bestimmt erklärt werden. Brussel, 11. Juli. Der Prinz und die Prinzessin von Wales sind mit ihren Kindern hier eingetroffen. Dieselben wurden vom Könige am Bahnhofe empfangen. Die Abreise der prinzl. Familie nach Kissingen erfolgt noch heute. — Aus Saarbrücken, 25. Juli 1870, schreibt Hans Wachenhusen in seinem Tagebuch vom französischen Kriege: „Der Hunger treibt die Franzosen aus dem Lande, und welch ein Unterschied zwischen ihnen und unfern Soldaten. Ich hab's mit angesehen, wie die Unsrigen, als gestern Zug nach Zug, je von zwei Lokomotiven gezogen, durch die Pfalz ging, von den Bewohnern der Städte gehegt und gepflegt werden. Es war ein rührender Anblick, namentlich in Neustadt. Zweihundert Ohm des schönen Hardt-Weins waren von der Stadt und den umliegenden Weinorten wie Dürkheim rc. für die Soldaten herangeschleppt. Die Feuerwehr der Stadt hatte sich zur Verpflegung der Soldaten organistrt, ein eigenes Komitee zu diesem Zweck gebildet. Wein und Br«t> wurde in die Wagen gereicht, der erstere in ganzen Eimern, Alles bewillkommte mit Jauchzen die durchziehenden Truppen und diese dankten bei der Abfahrt mit einem Hurrah. Ja, Deutschland ist einig geworden für olle Ewigkeit! das sah ich gestern in der ganzen Pfalz. Es gibt kein Baiern, kein Preußen mehr, nur Deutsche. Bewunderung herrschte überall für unsere Truppen, und was das Erhebendste ist, sie stehen alle durch und neben einander, Preußen und Baiern. Sie drücken sich brüderlich die Hände, überall in allen Garnisonen, in allen Kantonnements und allen Bivouaks hörte ich, wie sie sich begrüßend riefen: Wir wollen gute Kameradschaft halten! —Und sie werden es! Unbegreiflich erscheint jetzt, was vor vier Jahren doch eine traurige Thatsache war. Sie wiffen, sie fühlen, daß sie zu einander gehören; sie begreifen jetzt, daß nur in unverbrüchlicher Eintracht Deutschlands Friede, seine Unabhängigkeit möglich ist; vereint, verbrüdert stehn sie da, und ihr Blut, das sich auf den Schlachtfeldern mischen wird, es wird den ewigen, unverwüstlichen Kitt zu des Vaterlandes Einheit geben. Nur Eins goß Wermuth in den Freudenbecher, nur Eins fiel wie ein Schatten auf diese Brüderlichkeit; an der ganzen bairischen Grenze ist das Volk von den Pfaffen aufgehetzt, die den Religionskrieg predigen. Vergiftet die Ketzer, die Protestanten, die Preußen! predigen diese Schurken im heiligen Kleide der Kirche, die doch die Liebe predigen sollen. Und verblendet, um- düstert von dieser Pfaffenbrut und ihren Lehren, hassen diese Leute, anstatt zu lieben. Eher französisch, als preußisch! heißt es, und so spielen sie die Spione der Franzosen, verrathen ihre eigenen Soldaten, verhöhnen die Vorposten, führen sie durch falsche Angaben in feindlichen Hinterhalt! Es ist eine Brut! Erst vorgestern gab mir der bairische Vorpostenkommandeur, Major v. Egloffstein in Pirmasens, den von ihm aufgenommenen Thatbe- stand, laut welchem ei» Pfaffe die Leute aufgefordert hatte, sich nicht zu stellen. Wenn sie aber gezwungen würden, so sollten sie sagen, sie gingen erst zu ihm zur Beichte und bei dieser Gelegeuheit sollten sie nach Frankreich hinüber fliehen. Er selbst, der Pfaffe, werde aussagen, sie feien von einer feindlichen Patrouille abge- fanaen worden. So geht's an der ganzen bairischen Grenze. Aber es gibt auch viele ehrliche und biedere Leute, die ich vorgestern in ganzen Trupps, ihre Habseligkeiten in Körben aus dem Kopf tragend, von Frankreich herüber ziehen sah. Sie wollten nicht in Frankreich bleiben, sondern lieber in ihre Heimath ziehen. Doch was bedeutet dieses Häufchen aufgewiegelter Grenzbewohner gegen die Begeisterung für die deutsche Sache, die ganz Baiern durchzieht! „Wir wollen in Zukunft nur ein deutsches Reich, vur eine Religion!" ries mir ein bairischer Bürger zu. Und so ist's recht! Die Hand darauf, braver Baier! Auf dem letzten Schlachtfeld dieses Krieges proklamiren wir vereint das deutsche Kaiserreich, und damit den ewigen Frieden, denn welche Nation wagte ihn dann noch zu stören, wenn wir einig sind. Vermischte Rachrichten. — Karlsruhe, 12. Juli. Seine Königl. Hoheit der Großherzog hat sich bewogen gefunden, dem Schiffmann Heinrich Bert von Goldscheuer die silberne Verdienstmedaille zu verleihen, und den Vorstand der landwirthschaftlichen Winterschule in Buchen, Landwirthschafts-Jnspektor Peter Gsrll, zum Vorstande der landwirthschaftlichen Gartenöauschule in Karlsruhe zu ernennen. (K. Z.) — Nächstens tritt eine dreitägige Sonnen- finsterniß ein, unö wehe dann den Gegnern der päpstlichen Unfehlbarkeit; die Getreuen aber werden durch Brennen geweihter Kerzen gerettet werden. So erzählt man sich im nahen Reb- gebirg. — Don aueschi ngen, 11. Juli. (B.Ldz.) Gegen Pfarrverweser W. Scherer in Mundelfingen ist eine Untersuchung wegen Verübung eines Vergehens gegen die Sittlichkeit eingeleitet, und befindet sich derselbe z. Z. in Kost und Wohnung beim hiesigen Gefangenwärter. Die Art dieses Vergehens entspricht den Vorgängen von Altbreisach, Huttenheim rc. — Konstanz, 11. Juli. Gestern Abend ertrank im Schwimmbehälter der hiesige^ Seebadanstalt, wahrscheinlich in Folge eines Starrkrampfes, der bei dem technischen Bureau hiesiger Eisenbahn angestellte Geomekerkandidat De-° hoff, ein strebsamer, gebildeter junger Mann, der in manchen hiesigen geselligen Kreisen lange vermißt werden wird. (B.Ldz.) — S t r ä u b i n g. 7. Juli. (Augsb. Ab.-Z.) Der Priester Max Hort, k. Studienlehrer in Straubing, wurde durch den Bischof Senestrey von Regensburg wegen Nichtannahme des Do- gma's der päpstlichen Unfehlbarkeit exkommuni- zirt und die Exkommunikation heute öffentlich in der Kirche verkündet. — London, 6. Juli. (Köln. Z.) Hier macht gegenwärtig ein Dr. Hutchinson Aufsehen. Derselbe'will ein unfehlbares Mittel gegen die Cholera entdeckt haben und hat in der Thal zahlreiche Kranke geheilt. Sein Mittel soll, wie versichert wird, einfach darin bestehen, daß er auf die Magengegend Kollodium legt und innerlich eine starke Menge Ruhm oder Branntwein gibt. In kürzester Zeit sollen Kranke, deren Zustand rettungslos schien, dadurch geheilt sein. — London, 10. Juli. Ein französischer Dampfer, la Souvenance, ist im Anblick des Kaps der guten Hoffnung gescheitert. Die ganze Schiffsmannschaft ist ertrunken; 150 Leichen wurden bis jetzt ans Land gespült. 659 Die Jnfel Atlantis. (Nordd. A. Z.) (Fortsetzung.) Swei Jahrtausende sind seitdem verflossen, eine neue Wissenschaft, die Geologie, ist rüstig bemüht, die Urgeschichte unserer Erde, dieses Atoms im ungeheuren Weltall, zu erforschen, und Elich macht sie neue, wunderbare Entdeckungen. Wie jener Stcrnenkundige einst aus den Bahnen einer Reihe von Wandelsternen die Noth- wendigkeit bewies, daß an einer gewissen Stelle des Himmelsraumes eine neue Sonne stehen müsse, und wie diese später auch richtig aufgefunden wurde, als die Augen aller Astronomen, stärker bewaffnet, sich auf diesen Punkt richteten, so hat die Geologie aus gewissen atmosphärischen Vorgängen auf der Erdoberfläche folgern müssen, daß dereinst ein großer Continent die Stelle des jetzigen atlantischen Meeres eingenommen habe, so hat eine zu anderen Zwecken aufgenommene topographische Karte des Meeresbodens den versunkenen Erdtheil in seiner alten Lage und noch deutlich erkennbaren Formationen fixirt und erst nachträglich wohl hat man diese Vorherberechnungen und diese Entdeckung mit dem halbverschollenen Bericht des Plato, mit den dem Solon enthüllten Traditionen der Priester von Sais in eine, sicherlich überraschende Verbindung gebracht. Der Sachverhalt ist folgender: Wäre die Erdoberfläche gleichartig mit festem Lande oder mit Waffer bedeckt, so müßte das Klima aller unterm gleiche Breitengrade liegenden Punkte derselben das gleiche sein. Die Ungleichartigkeit der Vertheilung von Wasser und Festland bedingt die so auffallende Verschiedenheit der Temperatur sonst gleich weit vom Nordpol und vom Aequator entfernter Orte. Beispielsweise ist die mittlere Jahrestemperatur von Emden fast 7 -j- 7 die von Barnaul in Sibirien (unter gleicher Breite) nur wenig über 0°, die mittlere Temperatur des Januar ist in Emden! etwas über 0°, in Baruaul beinahe — 16®, in Emden erreicht der stärkste Frost nur sehr selten — 15®, in Barnaul sehr häufig — 40°. Noch excessiver ist das Klima von Irkutsk, gleichfalls unter gleichem Breitengrade mit Emden, aber freilich höher liegend, hier fällt Monate lang das Thermometer nicht unter — 30®, steht meistentheils aber anhaltend noch bedeutend tiefer, so daß die Instrumente ihren Dienst versagen. Gleiche Verhältnisse bestehen zwischen Europa uud Nordamerika. Quebec und Mailand liegen unter gleichem Breitengrade, an ersterem Orte aber ist die mittlere Temperatur des Januar tiefer als — 9® und sinkt gar nicht selten so weit, daß das Quecksilber starr wird. Ebenso ist der Unterschied der mittleren Jahrestemperatur zwischen Götaborg und Aberdeen einer- und Okak in Labrador andererseits mehr als 10®, der Unterschied der mittleren Temperatur des Januar fast doppelt so ! stark. (Fortsetzung folgt.) Amtliche Weekürrdrgurrgen. Offen bürg. Nro. 9321. In das Firmenregister wurde heute unter O.-Z. 62 eingetragen: Die Firma I. Fischer in Appenweier ist erloschen. Offenburg, den 5. Juli 1871. Großherzogliches Amtsgericht. 2314. Ried. Bekanntmachungen. Vergebung von Pflästererarbeit. 2299.2.2. Die hiesige Gemeinde versteigert das Pfläster» von ca. 96 □ Ruthen Straße, theils mit gerichteten, theils mit gewöhnlichen Pflastersteinen am Donnerstag den 27. Juli d. I., Vorm. 11 Uhr, auf dem hiesigen Rathhause, wobei bemerkt wird, daß dem Steigerer auch die Lieferung des Materials überlassen wird, daß solches aber in der Nähe und leicht zu gewinnen ist. Fremde Steigerer haben sich über Befähigung und Vermögen genügend auszuweisen. Gengenbach, den 7. Juli 1871. Der Gemeinderath. Abel. „ Kaiser. Steigerungs-Ankündigung 2294. Die zur Gantmasse der Gebrüder Schmidt hier gehörigen Liegenschaften werden, da der Anschlag nicht erlöst wurde, Dienstag den 25. d. M., früh 9 Uhr, auf dem Rathhaus hier abermals versteigert mit dem Bemerken, daß der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis auch nicht erlöst wird, und zwar: Grdst.-Nro. 152: 34,2 Rth. Hosraithe mit einem dreistöckigen Wohnhaus mit gewölbtem Keller, Magazin, Hofraum und allen liegenschaftlichen Zugehörden in der Hauptstraße, Haus-Nro. 1, mit darauf stoßendem Burgerhof 34,2 Ruthen, begrenzt vom Garten, Carl Hessel, städt. Eigenthum in der Hauptstraße, Brandkassenanschlag 18,300 fl., taxirt zu . . 16,000 fl. 40,4 Ruthen Hausgarten beim Haus, ehemaligen Kinzigthore, an der Haupt- und der Stadtmauer und Xaver Stöckle's Relicten, tax. zu 800 fl. Offenburg, den 4. Juli 1871. Der Großh. Notar «erger. 3.2. Offenburg. Pferdversteigerung. . .^26.2.1. Dienstag den 18. Juni, Vormit- lags 10 Uhr, wird vor dem hiesigen Rathhause ^hr brauchbares, starkes und ansehnliches Wagenpferd, Braun-Wallach, ächter Nor- mattnn > gegen Baarzahlung öffentlich versteigert. Weinverkauf. 2295.3.3. Josef Himmelsbach in Oberweier, ~rr Hat reingehaltenen Erntewein und f"Och beliebigen Quantitäten zu billigem Preise zu verkaufen. Meine Niederlage in allen Sorten ungarischen Mehles, sowie Brauergerste aus der Slovakai halte bestens empfohlen. 2318.3.1. F. W. Steiner in Straßburg im Elsaß. Aeckerverpachtung. 2313. Am Donnerstag den 20. Juli 1871, Nachm. 3 Uhr anfangend, werden im Lauben- wirthshause zu Zell die herrschaftlichen Felder am Tann- oder Frauen- und Feffenbacher Kirch- weg, dies- und jenseits des Fahrwegs, im Banne Offenburg gelegen, zu 3Vz Morgen, in einzelnen, mit nummerirten Pfählen abgesteckten Loosen im öffentlichen Aufstriche ver pachtet, und Pachtliebhaber dazu eingeladen. Offenburg, den 12. Juli 1871. Freiheprl. zu Franckenstein'sches Rentamt. R»a b e n st e i n, Rentamtmann. 2312.3.1. Eine bereits noch neu eingerichtete Bierbrauerei mit einem Wirtschaftsgebäude, Oekonomiegebäude und einigen Grundstücken sind in Folge eines Sterbfalls unter günstigen Bedingungen zu verkaufen. .Dieses Anwesen befindet sich in schöner Lage und die Wirth- schaft kann nur als vorzüglich bezeichnet werden. Nähere Auskunft ertheilt die Erped. d. Bl. O f f e n b u r g. 2302.2 2. Eine sehr gute Ziege mit dem Jungen hat zu verkaufen Dreher Bischof. O f f e n b u r g. Schweineverkauf. 2281.3.3. Heute Samstag kommen in's Gasthaus zu den 3 Königen __jein Transport schöner und großer Polacken-Schweine. Offenburq. 2324.3.1. Futtermehl und Kleien, sowie frische Milch ist jeden Tag zu haben bei Arauz Buhler, Bäcker. Zu verkaufen einige Klafter eichenes Küfer- und Wagnerholz im Schulhof in Oberschopfheim. 2301.2.2. Weinverkauf. 2292.2.2. Um rasch damit aufzuräumen, hat Bezirksförster Seybel in Offenburg den Preis für seine Weine durchweg die Ohm um 2 fl. herabgesetzt und verkauft namentlich 150 Ohm 1866er reingehaltene Kaiserstühler um 20 bis 25 fl. die Ohm faßweiße oder in Quantitäten von wenigstens 15 Maas. Er besitzt: außerdem 45 Ohm 1865er feinen Klingelberger, 10 Ohm 1868er Affenthaler Rothen, 60 Ohm 1868er Käfersbergcr Weißen und Weißherbst, 50 Ohm 1870er Zeller Rothen und 40 Ohm 1870er Bermersbacher und Berghaupter Weißen und Weißherbst, die er zwar auch in kleineren, lieber aber in größeren Quantitäten faßweise oder zusammen mit Kellerpacht und 470 Ohm weingrünen Fässern verschiedener Größe im Haust Nr. 110 der Bahnhofstraße wegen Auf- gabe^des Weinbandelpatents möglichst schnell za verkaufen wünscht. Liebhaber wollen sich an ihn selbst (Sax'sche Apotheke) oder an Küfermeister Karl Kiefer jung (nicht alt) Langestraße Nr. 413 wenden. Preiskegeln. 2311. Bei dem Unterzeichneten bat am verflossenen Sonntag ein Preiskegeln begonnen im Werthe von 71 fl., bestehend in 5 Cylinderuhren. Dieses Kegeln wird regelmäßig an den Sonntag-Nachmittagen fortgesetzt und lade ich hiezu freundlich ein mit dem Anfügen, daß schon eine große Partie Loose abgesetzt sind. Biberach, am 13. Juli 1871. Bierbrauer G Jehle. Offen bürg. Wein-Berknuf. 2285.3.2. KüferMeister B e i s e r irr Offenburg hat circa 150 Ohm rernge- haltenen 1866er Wein zu 21 u. 22 ft. per Ohm, jedoch in Quantitäten nicht unter 5 Ohm, zu verkaufen. Gefunden eine Wasserwaage. Zu erfragen bei der Erped. dies. Bl. 2327. 660 2316. Dem Herrn Fr. Meier, Kaufmann in Offenburg, wurde eine Agentur der Magdeburger Haqelversicherunas-Gesellfchaft übertragen, was wir hiermit zur Kenntmsi bringen. M J ' Karlsruhe, den 11. Juli 1871. __ Die General-Agentur D j e Magdeburger Hagelversicherungs-Gesellschaft, Grund'Kapital: Drei Millionen Thaler, in 6000 Stück Actien, wovon bis jetzt 3001 Stück emittirt sind, versichert Bodenerzeugnisse aller Art gegen Hagelschaden zu festen Prämien. Nachschutzzahlungen finden nicht statt Die Entschädigungs-Beträge werden spätestens binnen Monatssrist nach Feststellung derselben voll ausgezahlt; die prompte Erfüll««« dieser Berpstichtnng wird durch den bedeutenden Geschäftsumfang, durch das Grund-Kapital und die Reserve» der Gesellschaft verbürgt Seit ihrem siebenzehnjährigen Bestehen hat die Gesellschaft 523,688 Versicherungen abgeschloffen und 6,262,256 Thaler Entschädigung aerablt Die Versicherungs-Summe im Jahre 1870 betrug 50,911.982 Thaler. y H * 9 Der Unterzeichnete Agent nimmt Versicherungs-Anträge gern entgegen, und wird jede weitere Auskunft bereitwilligst ertheilen. Offenburg, den 11. Juli 1871. Franz Meier, _ Agent der Magdeburger Hagelversicherungs-Gesellschaft. Für Commission, Spedition und Jneasso hält sich der Unterzeichnete bestens empfohlen. 23i7.3.i. F W. Steiner in Straßburg im Elsaß. O f f e n b u r g. Waisenyansbibliothek 2320. Wiedereröffnung Sonntag den 16. d. M., Vormittags nach dem Hauptgöttesdienst. Freie Lehrereonserenz Offenbnrg Donnerstag dm 27. Juli d.J., Nachm. 2 Uhr, im Schulhause zu Appenweier. Tagesordnung: Gesang; das Weitere bekannt. Zu zahlreicher Theilnahme ladet die Herren Kollegen freundlich ein: Offenburg, den 14. Juli 1871. Der Vorsitzende.^ Tüchtige Agenten für den Verkauf ungarischen Meh- les, sowie Brauergerste aus der Slovakai werden unter günstigen Bedingungen in den bedeutenderen Städten Badens gesucht. Gef. Offerten beliebe man sub. Chiffre 8. M. Nr. 39 an die Annoncenexpedition von Rudolf Mosse in Strassburg im Eisass zu richten. 2319 . 3 . 1 . Stellegesuch 2325.2.1. Ein junges, gebildetes Mädchen aus guter Familie wünscht zur Ausbildung in häuslichen Arbeiten Stelle in einem achtbaren Geschäfts- oder Privathause. Es wird dabei mebr auf gute Behandlung als auf beträchtlichen Gehalt Anspruch gemacht. Beste Zeugnisse stehen zur Seite. Näheres bei der Erped. d. Bl. __ Für Bürgermeisterämter. Impressen zu den Wählerlisten und Formulare zu Wahlprotokollen für die Wahl eines Abgeordneten in die zweite Kammer können bezogen werden von A, Reiff Cie., Buchdruckern tu Offenbnrg. Nenchen. 2321. Ganz frisches Kottfleisch ist zu haben in der Eisenbahnstraße Nr. 309. Ch. Mengis. Offenburg. Wein-Berkanf. 2241. Z. 3. Wegen Aufgabe meines Patentkellers verkaufe ich reingehaltene Weine zu 16, ? 17, 18, 20 und 24 kr. per Maas, jedoch nicht i unter 15 Maas. Bei größerer Abnahme bil- i liger. j I. Roth, Schuhmacher. Kartosfelnverkauf. 2322. Sehr gute Kartoffeln werden heute bei der alten Pfalz hier verkauft. »« Maurer .finden in Karlsruhe durch Unterzeichneten bei gutem Lohn, billiger Kost und Logis dauernde Beschäftigung. Zu erfragen in der Krone, Amalienstraße, zunächst der Jnfanteriekaserne. A. A. , 2278.5.4. F. A. Textor, Batier. Besondere Abdrücke der in Nro. 141 und 147 .dieses Blattes beigelegten : Erläuterungen über das neue Maß und Gewicht sind geheftet und mit Umschlag für 6 kr. per Stück bei größerer Abnahme billiger zu haben in der Äuchdruckerei von A. Hei/f 4’ Cie. in Offenburg. Frucht - Mittelpreise. Ein Centner ! Ackern. 11. /sali. llliigeiibach 6.'Juli. Gengenbach. 13. Juli. fr fx. fl. . kr. fl. kr. Waffen ... 8 21 ■ \s v 8 12 Kernen . . . — — — — — — Halbwaizen. — . — ti 1 30 6 30 Korn .... 5 39 --- — — Fees . . . . , 6 ; 24 - : - — . — Haber.... — 1 _ - - b 40 Gerste. . . . j — 1 —- - — — — Welschkorn . — — — , — Dreschmaschine» zum Hand- und Pferdbetrieb, Futterschneidmaschine«, Obstmühlen, Trottspindeln, Schrotmaschinen, Putzmühlen, Kette «pumpen, Biehwaage« re. haben sich dnrch ihre» leichte» Gang, Einfachheit und Solidität seit Jahre« als vorzüglich erwiesen , so datz ich sie auch d. I. unverändert im Borrath habe. Zugleich bringe in Erinnerung, datz bei mir jede Reparatur oder Aende- rung an Maschine», Feuerspritze«, Pumpen, Spindeln re. aufs billigste besorgt wird und Mutterschranbev, Schlendern re. stets per Pfund von 8 bis 12 kr. rasch geliefert werden. K. Martin, Mechaniker, links am Bahnhof, 2315.4.1. in Offevbnrg. Ausruf an die Bewohner des Kirchspiels Gengenbach. 2050. Wir haben unsere gesund und wohl zurückgekehrten Krieger mit Jubel und Freude empfangen und festlich bewirlhet. Nur Denjenigen, welche für die Rettung des Vaterlandes und 'unseres Eigenthumes ihr Lebeu geopfert haben, konnten wir nicht danken. Auch diesen sind wir zum Danke verpflichtet, können diese Pflicht aber nicht anders mehr erfüllen, als wenn wir zu ihrer Ehre ein Denkmal setzen. Zu diesem Zwecke hat sich hier ein Komite gebildet, welches nun an alle die Bitte richtet, ihr Scherfiein beizutragen, um ein würdiges Denkmal auf unserm Friedhof setzen zu können, als ein ehrendes Zeichen für die Gefallenen. Soldaten werden für die Ehre ihrer gefallenen Kameraden die Sammlung übernehmen. Gengenbach, den 12. Juli 1871. Das Komite: Bürgermeister Abel. Gemeinderath Kretz. Salmenwirth Beiser. Maler Herm. Götz. Uhrenmacher Adolf Fahrt ander. Buchbinder Schöndienst. Frankfurter CurS vom 13. Zull 1871. Gold und Silber. Preußische Casienscheine.fl. Preußische Friedrichsd'or ... fl. Pistolen.fr „ doppelie .fr Holländer 10 fl. Llucke.fr Rand-Ducalen.fr „ al marco . . . . fl. 20 Franks-Stücke.fr Englische Sovereigns . . . . . fl. 11 Russische Imperiales.fr 9 5 Francs-Thaler.fr Dollar? in Gold . -.fr 2 Badische Staatstzapiere. Badische 5% Obligationen . . . 101% , 4V//, do. i. Thl. . . 96V. . 4% do. >. Thl. . 9t . 3'/-°/- do. 42er . . 85 4 % Pr. Thl. 100=2. . . 106 b ui 45—457» 5772 - 5872 40-42 44-46 55-57 34- 36 35- 37 2072-2172 51—53 40—42 247,-2572 Wir die Redacrion «eraunvorilich A. Reifst— Druck und Verlag von A. 9t e i f f und stomp»