Amtliches Verkündigungslilatt für den Kreis Osfenburg, sowie für die Bezirksämter und Amtsgerechte Offenbur g und Gengenbach. Erscheint täglich mit Ausnahme Montags, und kostet vierteljährlich in Offenburg 1 fl., für den Landpostbezirk 1 fl. 2 kr., für die übrigen Postbezirke 1 fl. 7 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr. Nro. 209. Offenbur g, Mittwoch den 6. September 1871. Heute vor einem Jahr. (6. September 1870.) In vielen Theilen Deutsch-OesterreichS werden die Siege der deutschen Heere vom Volke gefeiert. Belgien. Der Sohn Napoleon's III. schisst sich in Ostende nach England ein, wohin die Kaiserin Eugenie ebenfalls gegangen. Frankreich. Zules Favre als Minister des Aeußern erläßt ein Rundschreiben. Der König von Preußen habe erklärt nicht gegen das französische Volk, sondern gegen die kaiserliche Dynastie Krieg zu führen; die Dynastie sei gefallen. Ein freies Frankreich habe sich erhoben. Wolle der König von Preußen diesen argen Krieg fortsetzen, so stehe es ihm frei die Verantwortlichkeit dafür vor der Welt, vor der Geschichte zu übernehmen. Wenn das sein Wille ist, wir nehmen es an. Keinesfalls werden wir einen Fuß breit Landes oder auch nur einen Stein unserer Festungen abtreten; ein schimpflicher Frieden würde über kurz oder lang immer wieder einen Krieg auf Leben und Tod erzeugen. Die aus Deutschland stammenden Bankiers, auch die naturalistrten Franzosen, haben ihre Geschäfte schließen müffen. Die Gemeinderäthe zu Douai und Amiens legen Verwahrung ein gegen die Einführung der Republik. Drei Prinzen von Orleans, Joinville, Au- male und Chartres, finden sich in Paris ein um dem Land ihre Dienste anzubieten. Die Regierung veranlaßt sie das Land wieder zu ver- laffen. Das Journal officiel macht bekannt, daß der Briefwechsel der kaiserlichen Familie mit zahlreichen Personen an der Grenze angchalten worden sei; derselbe soll durch eine Kommission untersucht und veröffentlicht werden. Italien. Ein Heer unter Cadorna steht an der Grenze des Kirchenstaats; gleichzeitig bewachen Kriegsschiffe den Hafen Civita vecchia. Politische Rundschau. Mannheim, 2. Sept. (M.J.) Wie man hört, werden die hier liegenden Truppen am 6. d. zum Geburtsseste S. K. H. des Großherzogs nach Karlsruhe sich begeben, woselbst an diesem Feste, den 9. Sept., große Parade über die sämmtlichen badischen Regimenter stattfinden soll. Pforzheim, 2. Sept. (Pf. B.) Heute Nachmittag, kurz vor 2 Uhr, passirte der greise König von Sachsen auf dem Wege nach dem Elsaß im Mittagsschnellzuge unsere Stadt. München, 2. Sept. Durch königliche Entschließung ck. ä. Berg, 31. August, wird der Landtag auf den 29. September einberufen. Berlin. 30. August. Nicht unbemerkt ist die Andeutung der Kreuzztg. geblieben, wonach den deutschen Offizieren empfohlen wird, künftig mit den französischen Behörden nicht mehr in französischer, sondern in deutscher Sprache zu korre- spondiren. Es steht diesem Artikel ein seit einiger Zeit mehrfach hervorgetretenes Gerücht zur Seite, wonach aus diesen französischen Korrespondenzen deutscher — und es hieß ausdrücklich — „hochgestellter" Offiziere manche Mißdeutungen und Mißverständnisse hervorgegangen wären. In der diplomatischen Geschäftsführung ist diesseits längst die französische Sprache abgeschafft. Es haben sich aus den Berichten der Gesandten und diplomatischen Agenten an die Zentralstelle in deutscher Sprache vielerlei Vor- lheile und vor Allem der Vorzug ergeben, daß, wie es vielfach vorkam, wegen Beobachtung oer Form nicht Hauptpunkte nebensächlich behandelt oder geradezu unberührt geblieben waren. Auch die diplomatischen Noten, welche von hier aus an auswärtige Regierungen erlassen werden, find in deutscher Sprache abgefaßt, es wird nur aus Höflichkeit eine französische Uebersetzung, die ausdrücklich als solche bezeichnet wird, beigegeben. Berlin, 31. August. Die Umwandlung des preußischen Staatsschatzes zu einem Reichsschatz, oder, richtiger gesagt, die Fundirung eines Reichsschatzes unter Hinzutritt des preußischen Staatsschatzes bildet einen der wichtigsten Gegenstände, welcher die nächsten parlamentarischen Sitzungen beschäftigen wird. Die vom Reichskanzler vorgeschlagene Bildung eines Reichsschatzes aus den Mitteln der französ. Kriegsentschädigung findet bei allen Bundesstaaten lebhaften Anklang. Berlin, 2. Sept. Die Kreuzzeitung enthält eine Wiener Korrespondenz, in welcher es heißt: „Der Gedanke, über den Inhalt und die Er- gebnifle der Gasteiner Begegnung den diplomatischen Vertretern des Auslandes eine amtliche Mittheilung zu eigener Aufklärung und geeigneter Benutzung an den betreffenden Höfen zu machen, sei aufgegeben. Man habe geglaubt, sich darauf beschränken zu müssen, Stellen, an denen eine gewisse Beunruhigung über die Dinge in Gastein Platz greifen sollte, Aufklärungen zugehen zu lassen, welche keinen Zweifel gestatteten, daß den Besprechungen jede Absicht eines Angriffs fern gelegen habe und nur eine möglichst umfaffende Verständigung im Interesse des Friedens Seitens derjenigen Staatengruppen angestrebt worden sei, deren Zusammengehen jederzeit als stcherster Hort des Friedens sich bewährt habe." Prag, 31. Aug. Ein ans Anlaß der Wahlbewegung erlassenes Rundschreiben des Grafen Hohenwart an die Statthalter und Statthaltereileiter verordnet, den katholischen Vereinen den freiesten Spielraum zu gewähren, Wanderversammlungen, falls ste solche veranstalten wollen, zu gestatten, dagegen die politischen verfassungstreuen Vereine auf's strengste zu beaufsichtigen und den Wortlaut des Gesetzes ihnen gegenüber so streng als möglich auszulegen. St. Gallen, 29. August. Wie die deutschen Bischöfe, haben jetzt auch die schweizerischen auf 42 Oktavseiten eine Vertheidigung der vatikanischen Konzilspolitik und der dort gefaßten Beschlüsse, namentlich des Unfehlbarkeits-Dekrets, veröffentlicht. Der Versuch des Beweises, daß diese Lehre die Regierungen gar nichts angehe, wird nicht durch das Donnern gegen die Aar- gauer Regierung bester, welche bekanntlich den katholischen Geistlichen des Kantons geradezu verboten hat, die Unfehlbarkeits-Lehre vorzutragen. Den Schluß bildet ein Verdammungs- urtheil gegen die „schlechte Presse" — ein Amen, an welches man bei bischöflichen Hirtenbriefen aller Länder allmälig gewöhnt worden ist. Rom, 1. September. „Opinipne" schreibt bei Missiousreiserr und Forschungen in Süd-Afrika Mi, vr. David Livmgstone. (Fortsetzung.) Die Landschildkröte verdankt ihre Fortdauer weder ihrer Schnelligkeit noch ihrer List. Ihre Farbe, gelb und dunkelbraun, ähnelt der des umgebenden Grases und Gestrüppes, von dem sie daher nicht leicht unterschieden werden kann; bei der Annäherung eines Menschen macht sie zwar einen ungeschickten Versuch davonzulaufen, allein ihr wesentlichstes Vertrauen setzt sic auf ihre knöcherne Decke, gegen welche selbst die Zähne einer Hyäne nichts vermögen. Wenn dieses lange lebende Geschöpf seine Eier legen will, so gräbt es sich in den Boden ein, indem es die Erde rund um sich herum aufwirft, bis nur noch der oberste Theil der Schale zu sehen ist; hieraus deckt es seine Eier zu und verläßt sie, bis die ^egenzeit eintritt und der neue Graswuchs erscheint; Mn schlüpfen die Jungen mit noch ganz weichen «r. au ^ und beginnen, unbekümmert um die ~utc, rhr eigenes Dasein. Ihre Nahrung besteht in Zartem Gras und der Pflanze Thotona, auch suchen ne oft Alchenhausen und solche Ocrtlichkeiten ans, an denen sich Salpetersäure Salze angelegt haben. Erkundigungen bei den Buschmännern und Baka- lahari, welche mit der Lebensweise des Wildes genau vertraut sind, führen zu dem Glauben, daß unter den wilden Thieren mancherlei Krankheiten herrschen. Ich habe Kokong's oder Gnu's, Kama's oder Harte- beest's, Tsesseb'ö, Kukama's und Giraffen gesehen, die so räudig waren, daß sie selbst von den Eingeborenen nicht gegeffcn werden konnten. Von der Peripneumonie der Pferde, Tolo's oder Kudu's war schon srüher die Rede. Auch findet man oft Zebra's verendet mit vielem Schaum an den Nüstern, ganz wie bei der gewöhnlichen Pferdekrankheit. Ißt man das Fleisch solcher Thiere, so bildet sich ein bösartiger Karbunkel, Kuatsi oder Selonda genannt, was den weitern Beweis liefert, daß die Krankheit beim zahmen Vieh wie beim Wilde identisch ist. Ich sah einen Büffel bei der Quelle Otse, der in Folge einer Augenentzündung erblindet war; als er davonzulaufen versuchte, hob er seine Füße in der eigenthüm- lrchen Weise, welche man an blinden Thieren wahr- mmmt. Das Rhinoceros hat oft Würmer in der Bindehaut der Augen, allein diese sind nicht schuld daran, wenn es an einem Manne, der es verwundet hat, , vorbeirennt, wenn er nur ganz stillesteht, weil es ihn für einen Baum ansieht. Ursache hiervon ist wohl das Horn, welches in der Gcsichtslinie liegt, denn die Varietät Kuabaoba, deren gerades Horn von der Sehlinie weg nach unten gebogen ist, hat ein sehr scharfes Gesicht und ist weit vorsichtiger. Außerdem leiden alle wilden Thiere an Eingeweidewürmern. Ich habe ganze Bündel von bandwurmartigen Faden- und kleineren Würmern beim Nashorn wahrgenommen. Die Zebra's und Ele- phanten sind selten ohne diese Würmer, und oft nndet man einen Bandwurm unter ihrem Bauchfell. Auch sieht man kurze rothe Larven, welche einen stechenden Schmerz in der Hand verursachen, in Masse um die Oeffnung der Luftröhre (trachea) dieses Thieres an der Rückenwand des Schlundes angesammelt, und andere ähnliche in den Höhlen des Stirnbeins der Antilopen, sowie auch seltsam platte blutcgelartige Würmer mit schwarzen Augen im Magen der Letsche's. Zebra's. Giraffen, Elen's. Kukama's sind oft, weil sie die Zähne verloren haben oder sonst krank gewesen sind, zu reinen Skeletten abgemagert. Auch die fleischfressenden Thiere werden krank und räudig; Löwen magern ab und gehen elend zu Grunde, weil ihnen die Zähne ausfalle«. Wird er« Löwe zu alt, um Wild sangen zu können, dann macht er sich oft an die Ziegen in den Dörfern, fällt auch Weiber und Kinder an, die ihm bei Nacht begegnen, und dies wiederholt er, da er sich anders nickt helfen kann. Hieraus hat sich die falsche Vorstellung entwickelt, daß der Löwe, wenn er einmal Menschenflcisch gekostet habe, es jedem andern Fleische vorziehe. Ein Löwe, der Menschen frißt, ist allemal ein alter, und wenn er seine Scheu vor Menschen so weit überwindet, daß er, um Ziegen zu 850 der Besprechung der Zusammenkunft in Gastein, man habe daselbst auch von Italien als einer befreundeten Macht gesprochen, mit welcher man die herzlichsten Beziehungen zu erhalten wünsche. Mittheilungen über das in Gastein erzielte Ein- verständniß seien nicht an Italien gemacht worden; dieses konnte daher folgerichtig auch nicht seine Zustimmung zu den Grundlagen dieser Unterhandlungen geben. Rom, 31. August. (Presse.) Mit Gastein findet ein lebhafter Depeschenverkehr des italienischen Kabinets statt. Man stellt von dort aus gewisse Forderungen auf, die Bisconti-Benosta in Verlegenheit zu setzen scheinen. Antonelli sendet an alle Nunziaturen Rundschreiben, die letzten Tumulte betreffend. Dieselben enthalten eine Anklage gegen die italienische Regierung. Paris, 31. August. Der Constitutionnel schreibt: Was wir schwer begreifen, ist der Beschluß, durch welchen sich die Nationalversammlung zur Konstituante erklärt. Das wird eine große Ueberraschung für das Land sein. Das Land hat nie daran gedacht, als es die jetzige Versammlung wählte, ihr eine solche Vollmacht zu geben. Gestern Abend fand auf dem Boulevard Magenta eine Schlägerei zwischen Franzosen und Deutschen statt. Vier Bäckergesellen, die ruhig vor einem Kaffeehause saßen, wurden an ihrer Sprache von 5 bis 6 Franzosen als Deutsche erkannt und von ihnen verhöhnt. Die Deutschen blieben zuerst ganz ruhig; als die Franzosen aber nun zu Thätlichkeiten übergingen, setzten sie sich zur Wehr und schlugen sie aus dem Felde. Die übrigen Franzosen, welche sich im Kaffeehause befanden, blieben ruhige Zuschauer. (Köln. Ztg.) Paris, 31. August. (Frkf. Z.) Zwischen dem französischen und dem deutschen Gouvernement ist nach langschwebenden direkten Verhandlungen ein Rückverkaufsvertrag betreffend erbeutete Schießwaffen in Höhe von' nahezu einer halben Million Chasftpots fertig geworden. Mit dem Gewehrtransport an die Grenzstation hat man deutscher Seils bereits begonnen. Paris, 1. Sept. (Frkf. I.) Aus den zahlreichen Gratulationsdepeschen, welche Thiers anläßlich seiner durch die Nationalversammlung votirten Mandatsverlängerung zugingen, sind besonders hervorzuheben die von Bismarck, Beust, dem russischen Czaren, Gortschakoff, der Königin Victoria und Victor Emanuel. Paris, 1. Sept. (Köln. Z.) Heute findet in Versailles die erste Konferenz des Grafen Arnim mit Thiers und Remusat statt. Auf ausdrücklichen Wunsch des neuen deutschen Gesandten wohnt Graf Waldersee noch dieser Zusammenkunft mit an. Nach den vorliegenden Nachrichten ist nicht zu zweifeln, daß es dem Grafen Arnim rasch gelingen werde, eine Einigung über die schwebenden Punkte, die weitere Zollbefreiung für die Einfuhr Elsässer Baumwollen- Fabrikate, die Regelung der Pensions- und Sparkassenverhältnisse, die Verständigung über die. Annahme als Baarzahlung der auf die fangen, in die Dörfer kommt, so sagen die Leute: „Seine Zähne sind abgenützt, er wird bald Menschen umbringe»." Sie sehen daraus zugleich, wie noth- wendig es ist. in diesem Falle zu handeln, und rücken aus, um ihn zu tödten. Lebt der Löwe fern von menschlichen Wohnsitzen, oder hat er, wie dies an einigen Orten der Fall ist, eine heilsame Furcht vor den Buschmännern und Bakalahari. so beginnt er, sobald Krankheit oder Alter ihn ereilen, sich auf den Fang von Mäusen und anderen kleinen Nagethieren zu legen und sogar Gras zu fressen; finden oie Eingeborenen unverdaute Pflanzenstoffe in seinen Ercre- mcnten. so verfolgen sie seine Fährte in der Gewißheit. daß sie ihn halbtodt unter einem Baume finden werden, und fertigen ihn ohne Mühe ab. Das Gras kann er übrigens als Arznei gesrcsicn haben, wie man es an Hunden bemerkt. (Fortsetzung folgt.) Zum Abschied von E. Sch. in Autogast. Wir lernten uns kaum kennen. So willst du dich, schon trennen, Zn jugendlicher Hast Vom trauten Amogast, An besten schönen Bergen Sich Leib und Seele stärken. dritte Halb-Milliarde gezahlten und noch zu zahlenden Wechsel, die Anordnung der sich daran schließenden Räumungstermine der vier Paris benachbarten Departements u. s. w. herb-izu- führen. London, 30. August. (Presse.) An Stelle der englischen Arbeiter in Newcastle, welche Sinke machten und eine blos neunstündige Arbeitsdauer verlanget,, wurden deutsche Arbeiter her- beigezogen. London, 31. August. In den Provinzial- blättern wird das Anbrechen einer neuen Bewegung für die unmittelbare Vertretung der Arbeiter im Parlament angekündigt. Asten. Die Nachrichten, welche ans den Vereinigten Staaten über den Krieg mit Korea kommen, enthalten folgende Mittheilnng: „Zwei Engländer und ein Deutscher, welche damit beschäftigt waren, Material von dem Wrack des deutschen Schooner Chusrn bei der Sir James- Hall-Jnsel zu retten, wurden von den Koreanern gefangen genommen, an Händen u. Füßen geknebelt, aus Bambusrohre sestgebunden, und nach dem Innern transportirt. Die britische Flotte ist von Japan abgesegelt,f um Erkundigungen in der Sache einzuzsihen. New-Hork, 1. Sevt. Ein Erdbeben mit Gewitter hat in St. Thomas am 21. August stattgefunden. Viele Häuser haben gelitten, einige sind zerstört. Man zäblt 150 Todte. Telegraphische Nachrichten. Berlin, 3. Sept. Zur Jahresfeier des Sieges von Sedan waren gestern die öffentlichen Gebäude und zahlreiche Privathäuser mit Flaggen und Fahnen geschmückt. In den Schulen fanden an Stelle des Unterrichts solenne Festakte statt. Nach Beendigung derselben durchzogen große Schaaren von Schülern mit Fahnen die Hauptstraßen. Abends wurde imKroll'- schen Gebäude ein glänzendes Gartenfest veranstaltet, zu welchem der Besitzer 500 Frei- billets für Soldaten der hiesigen Garnison zur Verfügung gestellt hatte. Wie», 2. Sept. Die „N. Fr. Pr." schreibt: Ein vieloerheißender Anfang! In ganz Niederösterreich sind die Wahlen bis auf eine, in Waidhofen an der Udbs, wo der frühere klerikale Abgeordnete, Wirlhschaftsbesitzer Bräuer, wieder gewählt wurde, liberal ausgefallen. Die Kandidaten des niederösterreischen Central- Wahlkomite's wurden mit imposanter Majorität und in einigen Fällen einstimmig gewählt. Paris, 3. S>ept. Das Amtsblatt schreibt: „In Folge der Veränderung, welche das Gesetz vom 31. August in der Organisation der Exe- kutio-Gewalt veranlaßte, haben sämmtliche Minister ihre Entlastung gegeben, jedoch hat der Präsident der Republik sie gebeten, ihre Thätiq- keit wieder aufzunehmen. Ein Erlaß Thier's ernennt Dufaure zum Vizepräsidenten des Ministerraths." — General Ladmirault hat das Journal La Verite wegen eines Artikels, welcher eine Aufreizung zum Bürgerkrieg enthielt, verboten. Wo unter grünen Tannen Die Nerven »en sich spannen. Wo sprudelt kühl und Helle Des Lebens Zauberquelle, Wo von des Roßkops's Höhen So gute Lüste wehen: O, halte noch ein Weilchen Rast, Du viel geliebter, schöner Gast! Wir wollen uns bestreben, Den Musen nur zu leben. Dem Frohsinn und dem Scherz, Wobei sich Geist und Herz Veredeln und erheben. Und will's doch fort dich treiben, Erlaube uns ju schreiben Tief in die Brust hinein Den schönen Namen dein Mil deinem holden Bild', Das sei für uns ein Schild Und süße Augenweide Der Hoffnung und der Freude, Daß wir bei unsrer nächsten Rast Dich Wiedersehn in Antogast. Antogast, am Tag der Schlacht von Sedan 1871. Namen» der ergebenen Curgäste Hans Hofer. London, 4. Sept. Gestern fand in Dublin im Phönix-Park ein von der Association zur Befreiung der gefangenen Fenier einberufenes, zahlreich besuchtes Meeting statt. Auf dem Rückweg in die Stadt griff die Volksmenge die Polizeipatrouille an. Es entstand ein Handgemenge, wobei 50 Polizeimannschaften verwundet wurden. Viele Verhaftungen wurden vorge- nommen. _ Vermischte Nachrichten. □ Offen burg, 3. Sept. Heute wurde unter allgemeiner Theilnahme Hr. Kreisgerichtsrath Bürkle beerdigt, ein durch seine Einfachheit u. Bescheidenheit beliebter Mann. Nachdem er noch vorgestern Morgens amtlich thätig gewesen war, traf ihn nach dem Mittagessen ein Schlag, der, obwohl sogleich ärztliche Hilfe da war, ihn alsbald im besten Mannesalter dahin raffte. — Heute sollten wir in Scholders Garten Militärmustk aus Straßburg haben; eine Depesche aber kündigte an, daß sie wegen der Anwesenheit des Königs von Sachsen in Straßburg nicht kommen könne. — Die gestrige Sedanfeier im Zähringer Hof und andern Lokalen war sehr gelungen, und hätten wir nur gewünscht, daß man, wie in Norddeutschiand, eine eigentliche Bolksfeier besonders auch für die Schulen draus gemacht hätte. X Offenburg, 5. Sept. Heute Vormittag liy 2 Uhr kam General ».Werder mit dem Zug aus dem Oberlande hierdurch, am Bahnhof'von den Offizieren der Landwehr und den Amtsvorstand, den Vertretern der Gemeinde, von der Feuerwehr und ihrer Musik, sowie von einer zahlreichen Zuschauerschaft lebhaft begrüßt. Die Stadt prangte auf die Kunde alsbald im Fahnenschmuck und Böllerschüsse ertönten; doch wurde die Erwartung eines Besuches der Stadt nicht erfüllt. — Bei der gestern stattgefundenen Wahl von Wahlmännern zur Kreisabgeordnetenwahl wurden sämmlliche von der liberalen Partei Vorgeschlagenen gewählt. — Bon der Schütter, 28. Aug. (B. L.) Kürzlich ist Herr Dompräbendar Frnneisen aus Freiburg in hiesiger Gegend gewesen, um den Ankauf des früheren Graumann'schen Schlößchens in Heiligenzell mit den jetzigen Eigen- thümern für die Summe von 27,000 fl. abzuschließen; es soll eine klösterliche Anstalt daraus gemacht werden. X Honau. Oft hört man die Rede, daß das Sammeln für das unglückliche Honau noch nicht nothwendig sei, so lange die Sauferei in den Wirthshäusern noch fortbestehe. Es ist wahr, daß es bei guten und schlechten Zeiten in Gemeinden solche gibl die diese Leidenschaft nicht lassen, und dadurch oft die ganze Gemeinde in schlechten Ruf bringen, und man weiß ja, daß die Herde gut sein kann, wenn gleich reudige Schafe darunter sind. Zum anderen ist es dem redlichen Bürger leid, wenn so gewöhnliche freche Bettler, die es zu einem Handwerk machen, daS Almosen schon zum voraus begehren, welches bessern Bürgern zukommen sollte. Wir fordern darum alle redlichen Bürger im Bezirk auf, ihr Schärstein auszubewahren bis auf eine allgemeine Sammlung, wovon die zurückgezogenen Familien auch etwas erhalten. MehrereBür- ger. — Karlsruhe, 2. Sept. Ueber das Gewitter vom 31. v. M. kommen von allen Seiten noch fortwährend betrübende Nachrichten. Lörrach: Hagelwetter mit Körnern von der Größe einer Baumnuß, Schaden an Feldfrüchten, Reben, Fenstern und Glasdächern; darauffolgender Wolkenbruch, starke Berschwemmungen in denRebgeländen. — Wihlen und G ren- zach ähnliche Verwüstungen. — — Karlsruhe, 2. Sept. Seit 1. d. M. ist der Güterverkehr nach Frankreich via Aoricourt für Eilgut und Wagenladungen wieder offen, lieber Belsort ist derselbe noch geschlossen. (K. Z.), _ Brieflasteu. Hrn. N. N. Die verschiedenen heiteren Gedichte zur Gedächtnisfeier von Sedan bedürfen, noch einer nähere« Beachtung, ob darunter nicht der Ernst der Sache leidet. 851 Bekanntmachungen. 3026. l Genge nbach. (Aufforderung.) Nr. 4780. Der ledige, 23 Jahre alte Schmied Johann Nepomuk Gieringer von Unterentersbach ist eines in verbrecherischer Verbindung und unter dem Erschwerungsgrunde des § 385 Ziff. 12 Str.-G.-B. verübten gemeinen Diebstahls im Betrage unter 25 fl. angeschuldigt. Da dessen gegenwärtiger Aufenthalt unbekannt, so wird er aufgcfordert, stch binnen 3 Wochen bei diesseiliger Stelle einmfinden, indem sonst nach dem Ergebniffe der Untersuchung das Erkennt- niß würde gefällt werden. Gengenbach, den 2. Septbr. 1871. Großh. Amtsgericht. Neu mann. O f f e n b u r g. Bekanntm chung 3028. Bei der dem Tilgungsplane gemäß, heute vor Notar und Zeugen stattgehabten sechsten Ziehung des städtischen Anlehens vom Jahr 1866 (Neg.-Bl. von 1866 Nro. 43) sind folgende Partialobligationen gezogen worden: Lit. A. Nro. 25, 112, 172, 187. B „ 143, 209, 323, 387, 429. " C. „ 3. 114, 147, 165 , 204, 273, " 436, 458, 478. Hievon werden die betheiligten Obligations-Inhaber mit dem Bemerken in Kenntniß gesetzt, daß die Kapitaldarleihen bis zum 31. Dezbr. l. I. rückbezahlt werden, und von da ab die Verzinsung aufhört. Offenburg, den 4. Septbr. 1871. Der Gemeinderath. S ch a i b l e. 2997.2.2. Bühl bei Osienburg. (Rheinkies- beifuhrversteigerung.) Die Gemeinde Bühl läßt anr Donnerstag den 7. d. M., Nachmittags 1 Uhr, auf dem Nathhause die Beifuhr von 100 Meß Rheinkies versteigern. Bühl, den 2. September 1871. Das Bürgermeisteramt. Gaß. Steigerungs-Ankündigung. 2976.3.1. Der Erbtheilung wegen werden aus der Verlaffenschaft der Branntweinhändler Andreas Schund Eheleute von Bollenbach am Mittwoch den 27. Septbr. d. I., Morgens 9 Uhr, im dortigen Kreuzwirthshause die nachbeschric- benen Liegenschaften öffentlich versteigert und endgültig zugeschlagen, wenn der Anschlag oder darüber geboten wird: 1. Ein einstöckiges Wohnhaus mit Scheuer und Stallung unter einem Dache, nebst Schweinställen , Waschhaus, Hofraithe und 18 Ruthen Garten dabei, unten im Dorfe am Gemeinde» wege gelegen, nebst 4 Morgen Bürgerwald in 4 Stücken. Anschlag . . . 1750 fl. 2 . 9 Viertel 5 Ruthen Wiesen in 8 Stücken. Anschlag .... 2210 fl. 3. 13 Viertel 55 Ruthen Acker in 11 Stücken. Anschlag . . . . 2765 fl. 1 Viertel 70 Ruthen Reben. Anschlag . 400 fl. 5. 6 Viertel 40 Ruthen Reutfeld in 5 Stücken. Anschlag . . . 415 fl. Ganzer Anschlag 7540 fl. Haslach, den 30. August 1871. Der Großh. Notar _ Frey. _ Ltegenfchaftsversteigerung 2974.2.1. Nachstehende zur Verlassenschaftsmasse des Hofbauern Valentin Lehmann von Oberentersbäch gehörigen Liegenschaften werden, der Erbtheilung . wegen, , am Mittwoch den 27. Septbr. d. I., Vorm. 9 Uhr, j un Nathhause zu Obdrentersbctch i» folgenden! Abtheilungen öffentlich zu Eigenthum verstei- i Mt, wobei der Zuschlag ohne Vorbehalt er- - 23 Morgen 150 11 „ 352 81 „ 80 90 — 37 43 „ 167 23 „ 93 folgt, wenn der Anschlag oder mehr geboten wird. I. In der Gemarkung Oberentersbach: Ein einstöckiges, hölzernes, mit Stroh und Ziegeln gedecktes Wohnhaus samt Scheuer, Stallung, Schopf, Schweinställen und einem gewölbten Keller; ein besondersstehendes, von Holz erbautes Speichergebäude mit Wagenschopf und Balkenkeller; ein Back- und Waschhaus; then. Ackerfeld, „ Wiesen, „ Reutfeld, „ Reben, „ Hausgarten, „ Wald. „ Wald an der Gieseneck in der Gemarkung Unter- _ Harmersbach, zus. 102 Morgen 169 Ruthen. Diese Liegenschaften bilden zusammen ein geschlossenes Hofgut, angeschlagen zu 14.000 fl. II. In der Gemarkung Unterentersbach : 1. 2 Morgen 182 Ruthen Wald im Altenwald, neben Michael Lämler und Karl Bilharz, angeschlagen zu 2000 fl. 2 . 1 Morgen 77 Ruthen Wald allda, neben Josef Furtwängler und Mich. Brucher, angeschlagen zu . . 500 fl. 3. 2 Viertel 47 Ruthen Wald allda, neben Wendelin Walter und Joh. Braun, angeschlagen zu. . . 200 fl. III. In der Gemarkung Unterentersbach und Steinach: 3 Morgen Wiesen im Entersbacher Grün, neben Augustin und Andreas Rothmann nnd Joses Vogt, angeschlagen zu ... 2250 fl. Zell a. H., den 25. August 1871. Der Großh. Notar Kuenzer. Dekmlmchilug. Heute Mittwoch stellen die Herren Grombacher u. Weill, Ochsenhändler, bei Adlerwirth L. W. Wetzel in Stadt Kehl 60 Stück Prima-Qualität Ochsen zum Verkauft ein, was hiermit den Herren Metzgermeistern in hiesiger Umgegend bekannt gemacht wird. 3027. Grombacher & Weiil. Bureau für Auswanderung. Regelmäßige wöchentliche Beförderung zwischen Hamburg und Bremen nach New-Bork und New-Orleaus vermittelst deutscher Dampfboote. Nähere Auskunft ertheilt die Auswanderungs-Agentur von 3018.4.1. C. Rehfus in Kehl. 2981.2.2. Eine schöne, auterhaltene Kinderbettlade ist zu verkaufen. Wo? sagt die Exped. d. Bl. Jagdpulver, Schrote und Patronen empfiehlt I. A. Schaible in Offenburg. 2851.12.9. 3023.21. Ich empfehle mein Lager in Prima- und Weinsprit, Marke v. Gebrüder Wrede, Berlin, angelegentlich. F. W Steiner in Straßburg i. Elf. Offenburg. Gasthaus-Empfehlung. 2952.3.2. Hiemit beehre mich, einem verehrt, hiesigen wie ^ 77 ^ auswärtigen Publikum ergebenst anzuzeigen, daß ich unter Heu- iTHirl tigem das von Hrn. G. Schmidt seit 30 Jahren betriebene '^^LGasthaus zur neue« Pfalz käuflich übernommen habe. Indem ich bestens bestrebt sein werde, durch gute Getränke und feine Küche, sowie durch reelle und prompte Bedienung allen Anforderungen Zn entsprechen, bitte ich um freundlichen Besuch. Den 1. September 1871. Hochachtungsvollst Ant. Hoferer. Höflichft bezugnehmend an Obiges, sage ich hiemit sowohl meinen hiesigen wie auswärtigen Freunden und Gekannten für das mir bisher in so hohem Maße geschenkte Vertrauen meinen aufrichtigsten Dank und bitte solches ebenso auf meinen Nachfolger Hrn. Hoferer übertragen zu wollen. Den 1. September 1871. Hochachtungsvollst