.. 1 . ....." ■ " ' ". 1 11 .. ■' .n- 1 I . . . Amtliches Uerlründigungsblatt für den Kreis Ojfenburg, sowie für die Bezirksämter und Amtsgerichte Offenbur g und Gengenbach. Erscheint täglich mit Ausnahme Montags, und kostet vierteljährlich in Offenburg 1 st., für den Landpostbezirk I st. 2 kr., für die übrigen Postbezirke 1 fl. 7 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr. flfro. 215. Offenburg, Mittwoch den 14. September 1870 Politische Rundschau. Osfrnbnrg, 13. Sept. Von den Universitäten München, Bonn, Breslau, Prag u. a. haben sich Stimmen gegen die päpstliche Unfehlbarkeit and die Giltigkeit des verstossenen Concils erhoben, und darunter namentlich Theologen; auch von Freiburg sind Zustimmungen zu die- str Gegenerklärung erfolgt, merkwürdigerweise aber von keinem Theologen, was ein bedeutendes Licht auf unsere kirchlichen Verhältniste wirft. Wie tiefgehend der Riß ist, welchen diesig Concil mit seinem neuen Dogma selbst in die theologische Welt gebracht hat, zeigen z. B. die Klagen des Fürstbischofs von Breslau, der seine Entlassung in Rom eingegeben, über die moralischen Qualen, die er seit Jahr und Tag ausgestanden, zeigt ein Erlaß des Bischofs von Paderborn, der allen theol. Zöglingen seiner Diözese verbietet, ohne besondere Erlaub- niß ihre Studien anderswo zu machen als am bischöflichen Seminar, ihnen also auch die Universität Bonn verbietet, wohin sie sonst so häufig gingen und wo er selber einst wirkte. — fiär leoninische Stadttheil, welchen die italie- »ifche Negierung dem Papst überlasten will, ist der auf dem rechten Tiberufer mit dem Vatikan, der Engelsburg and der Peterskirche, so genanni nach Leo IV., 847 bis 855, der diesen Stadttheil wieder erbaute. Uebrigens spukt auch in Italien die Republik, und Rom wie Nizza wären, nach gewissen Nachrichten, lieber republikanisch als königlich. — »Times" haben über Frankreichs Lage und den Frieden folgenden beherzigenswerthen Artikel: Eine Nation kann sich einer Regierung entledigen und die von ihr befolgte Politik zurückweisen. Aber sie kann sich nicht der Verantwortlichkeit für die Handlungen entziehen, die jene Regierung vor der Niederlegung ihrer Gewalt vollzogen hat. Wir haben Gründe, zu glauben, daß die provisorische Regierung in Paris dieser Wahrheit nicht genügend Rechnung trägt, und eine große Zahl Franzosen, die im Namen ihrer Nation zu sprechen den Anspruch machen, dieselbe ganz außer Augen verloren haben. Die Republik erbt den Krieg und alle peinlichen Folgen der Kriegserklärung. Nur um diesen Preis kann sie leben und sich entwickeln, daß die provisorische Regierung es anerkennt, Frankreich trage die Verantwortung für die Handlungen seiner früheren Regierung. Deutschland kann mit vollem Recht eine Entschädigung fordern; sie muß im Einklang stehen mit den Verlusten an Menschen und Wohlstand, die es zu erleiden hatte. Es hat auch das Recht, eine Bürgschaft gegen die Wiederkehr eines so ungerechtfertigten Krieges zu fordern, wie der gegenwärtige war. An der Hartnäckigkeit, mit dem Feind auf ihrem eigenen Gebiet nicht zu unterhandeln, würde die Republik zu Grunde gehen. — Stuttgart, 6. Sept. (A. Z.) Die Truppensendungen aus Baiern und Württemberg nach Frankreich find noch nicht abgeschlosten. Am Sonntag und gestern kamen Sonderzüge von bairischen Truppen durch, und württembergischer Seits wurde am Samstag noch Reiterei und Artillerie dahin befördert. Weitere württem- bergische Infanterie und Artillerie wird von morgen an folgen, da jetzt das Elsaß und Lothringen, wo außer den Operationsarmeen vor Straßburg und Metz nur wenige Truppen stehen, stark besetzt werden sollen. Dem Vernehmen nach ist Hagenau bereits von einem Bataillon Infanterie (Württemberger) besetzt, welches von den am Freitag abgegangenen 2200 Mann genommen worden sei. München, 5. Sept. Seit einigen Tagen finden größere Uebungen im Scharfschießen der mit Kugelspritzen („Orgeln" nennt sie der Soldatenwitz) ausgerüsteten Batterien des ersten Artillerieregiments statt; die Feuergeschwindigkeit und Treffsicherheit dieser Kriegsmaschinen ist eine außerordentliche, und wird die französische Mitrailleuse weitaus von dieser neuen Art übertroffen. Es können immer je 360 Patronen geladen werden, welche in weniger als einer Minute abgefeuert sind; die während einer Minute abgefeuerte Schußzahl wurde auf 400 gebracht. I» Folge der Zielvorrichtungen ist sowohl ein rasches Nehmen des Schußobjektes, als auch die vertikale oder horizontale Richtung der Schüffe sehr schnell und sicher möglich; ein Hauptvortheil dieser Feuerwaffe ist der, daß sowohl für diese als auch für die in der Armee theilweise schon eingeführten oder noch einzu- führenden Werdergewehre die gleiche Palrorw mit gleicher Zündung benutzt wird, so daß im Bedarfsfälle ein gegenseitiger Austausch der Munition stattfinden kann. Die größte Entfernung, bei welcher auf ein sicheres Treffen gerechnet werden kann, beträgt 1200 Schritte. Da die Entladung der vier zusammengeschweißten Läufe nicht zu gleicher Zeit geschieht, sondern in beständigem Wechsel nach einander, so kann jede nach den Umständen erforderliche Veränderung der Richtung während des Fortganges des Feuers vorgenommen werden, was beim Feuern gegen sich bewegende Truppen von außerordentlicher Bedeutung ist. (Pf. K.) Dresden, 9. Sept. Unter den bei Sedan gefallenen sächsischen Offizieren befindet sich auch der Dichter Hauptmann Adolf v. Berlepsch, deffen Bruder erst einige Tage früher bei St. Privat, nächst Metz, seinen. Tod gefunden hatte. (B.Ldz.) Berit», 10. Sept. Ueber die 4age der Dinge in Paris geben die belgischen Blätter sehr trau^ rige Berichte. Es geht daraus hervor, daß die Truppen Mnoy's nn erbärmlichsten Zustande nach Paris zur ück ge k ommen sind. — Der Zentralausschuß der deutschen Krieger-Pflegevereine hat wieder bedeutende Geldsendungen erhaltest: aus San Francisco in Kalifornien 6000 Pfd. St., aus Manchester 3000 Pfd. St., aus Batavia 12,000 fl., aus Fiume 1000 fl. Berlin, 10. Sept. Vorgestern erging, wie die Volksz. mittheilt, an sämmtliche Polizeibnreaux vom Polizeipräsidium aus der telegraphische Befehl, alle diejenigen Schutzleute namhaft zu machen, welche gesonnen und geeignet seien, nach dem Elsaß zu gehen. Es sollen nämlich dorthin sofort zahlreiche Schdtzmannschaften gesendet werden, um dem Militär so viel als möglich die Aufrechthaltung der öffentlichen Ordnung abzunehmen und die Polizei in den von dtn deutschen Heeren besetzten Theilm Frankreichs zu organisiren. Wie«, 6. Sept. Der Kaiser soll.hem Kronprinzen von Sachsen, seinem vertrautestenFreunde, zu den Waffenthaten, die zu vollführen ihm ge- Die Abdankung Napoleon's i. (Fortsetzung.) „Wenn sich die Kammern vom Kaiser trennen", ruft Labvdoyöre, „dann ist Frankreich verloren. In acht Tagen werden die Feinde in Paris sein". Die Mehrheit entschied für des Kaisers Anwesenheit in Paris, und Napoleon trennte fich von seinem Heere, ging nach Paris, um, wie er wörtlich sagte, „den politischen Bewegungen zuvorzukommen und Gegenmaßregeln in der großen Krise zu treffen." Den 20. Juni, Abends 11 Uhr, langte Napoleon 1. in Paris an, nach sechsunddreißig Stunden war er vom gesetzgebenden Körper gezwungen, abzudanken. Die Vorgänge in dieser Zwischenzeit rfföften wir nach den besten Berichten schildern. Der Kaiser stieg im Elyfee ab; dort ist er weniger bemerkt, Ein warmes Bad, eine Tasse Bouillon und zwei Stunden Ruhe sollen ihm Kraft geben. Caulaincourt erstattet Bericht über die Stimmung, theilt mit, die Abgeordneten seien feindlicher denn je. Napoleon erwiedert' „Ich glaube, v -* e haben den Geist der Kammer nicht richtig beurtheilt. Die Mehrheit ist gut; ich habe nur Lafayette, Lanjuinais und einige Andere der Linken gegen mich". Des Morgens kamen die Brüder; Napoleon entwickelt ihnen und den Ministern Davoust und Carnot seine« Plan: kaiserliche Diktatur, übertragen von der Kammer, Paris in Belagerungszustand, der Feind sei durch Mafsenäufgebot zu vertreiben, Paris bis auf's äeußerste zu halten, im schlimmsten Falle Rückzug Mter die Loire und Fortsetzung des Kampfes. Diese Ansicht vertritt auch Lucian. Caulaincourt gab seine Meinung dahin ab, er zweifle an einer Volkserhebung und hoffe nur dann, rrknn die Kammern sich mit dem Kaiser verbänden. Würde aber Paris von den Verbündeten besetzt, dann sei der Kaiser gestürzt und die Restauration gewiß. Fouchv, der vielfache Veräther, gab ausweichende Antwort. Decrös, der Marineminister, erklärte, auf die Kammer sei kein Verlaß. Regnault de St. Jean d'Angely, der die Sache des Kaisers in der Kammer geführt, warf zuerst das Worthin von „einem Opfer zu Gunsten Napoleons H. unter Regentschaft von Maria Louise", worauf der Kaiser rasch erwiederte: „Sagm Sie nur gerade heraus, es ist meine Abdankung, die Sie wollen. Frankreich kennt nur mich; es wirb keinem Andern gehorchen als mir. Napoleon tt. und Maria Louise ist eine recht treulose Fabel. Die Kammern sind nicht von der Nation gesendet, mich zu stürzen, söndern zu erhalten. Wenn wir streiten, werben wir das Schicksal des letzten griechischen Kaiserreichs (Bas empire) haben". Sollte nach äußerstem Kampfe Paris verloren gehen, dann war die Verlegung der Regierung nach Tours beschlossen. Napoleon I. sollte also vor der Kammer erscheinen, eine Rede halten. Man stritt jedoch über die Formen ; darüber war es 2 Uhr Nachmittags ustd zu spät geworden. Denn der gesetzgebende Körper hatte inzwischen die Souveränetät an sich gerissen und sich in Permanenz erklärt. (Fortsetzung folgt) — Privatnachrichten zufolge fing das 9. bayerische Infanterieregiment vor Toul. am 27. o. M. einen französt'chen Zug mit 40,000Litres Rothwein ab (N. W. Z.) m 852 gönnt war, in herzlichster Weise gratulirt haben; doch konnte dies wohl nur in einem völlig vertraulichen Privatschreiben geschehen, da Rücksichten der Neutralität jede andere Kundgebung hintanhalten. Nizza, 9. Sept. (A. Z.) Ein Aufstand ist ausgebrochen. Alle Behörden sind gesprengt, alle politischen Gefangenen wurden freigelassen. Vor dem italienischen Konsulat fanden lebhafte Demonstrationen statt. In Mentone wurden die Zollregister, sowie die Büsten und Embleme Napoleons verbrannt. Die Menge schrie: „Wir sind Italiener". Von hier ist eine Deputation zu Garibaldi abgegangen, mit der Bitte zu kommen und die italienische Republik zu prok- lamiren. Florenz, 6. Sept. Ein königliches Manifest an die Italiener soll heut erscheinen. Weitere 40,000 Mann werden heute unter die Waffen gerufen. — Die Prinzessin Clotilde hat Paris verlassen. Prinz Napoleon hat den Namen Graf Moncalieri angenommen und ist in die Schweiz gestern abgereist. Rom, 9. Sept. (A. Z.) Plakate des republikanischen Komitee's laden die Römer ein, nicht mehr die römische, sondern die italienische Republik zu proklamiren, und verheißen das Aufpflanzen des Banners der Republik gleichzeitig in allen Hauptstädten Italiens. — Das Kar- dinalkolleoium nahm im Prinzip die Intervention der Truppen des Königreichs an. Es wer- oen keine Anstalten zum Widerstand getroffen. Paris, 8. Sept. Die Amtsztg. dementirt die Gerüchte bezüglich einer neuen Anleihe, und erklärt: Paris sei hinlänglich verproviantirt, um eine Bevölkerung von 2 Millionen 2 Monate zu erhalten. — Das amtliche Blatt veröffentlicht einen Brief des Gesandten der Ber. St., Wafh- b rn, welcher mittheilt: er sei beauftragt, die franz. Regierung anzuerkennen und derselben die Glückwünsche des Volkes und der Negierung der Ver. St. auszusprechen; dieselben haben mit Enthusiasmus die Proklamation der Republik vernommen, welche ohne einen Tropfen Blut zu Stande kam, und schließen sich mit Sympathie der großen Bewegung an, wovon sie für Frankreich und die ganze Menschheit heilsame Folgen erwarten. Das Schreiben erinnert an die traditionelle Freundschaft beider Staaten, und spricht schließlich seine Genugthuung über die Wahl Favre's zum Minister d. Ausw. aus. Madrid, 8. Sept. Es hat soeben eine große Kundgebung stattgefunden, um die Sympathien Spaniens für die französische Republik auszusprechen. Mehr als 20,000 Bürger, welche etwa 40 Banner trugen mit den Inschriften: Heil der franz. Republik! Freiheit, Brüderlichkeit! Gleichheit! Ordnung! Eintracht! Recht! u.s.w., mehrere Musikkorps, welche die Marseillaise spielten, durchzogen Madrid und vor das kön. Palais. London, 7. Sept. Times schreibt: „Es ist Grund zu der Befürchtung vorhanden, daß die promsorische Negierung nicht das rechte Ver- ständniß für die Wahrheit hat, daß eine Nation sich zwar ihres Herrschers, aber nicht der Verantwortlichkeit für seine Handlungen entledigen kann. Mit andern Worten, die Republik erbt den Krieg und muß sich gefaßt machen, die Kosten zu tragen. Elsaß und Lothringen wird wohl nebst einer Summe von etwa 1 Milliarde Kriegskosten das ausmachen, was Deutschland geneigt ist, als eine Entschädigung anzunehmen. Wir können Frankreich, falls es diese Forderungen zu hart finden sollte, zur Berücksichtigung empfehlen, daß es viele Leute in Deutschland gibt, welche dieselben für ausnehmend mäßig ansehen, und die bereit sind, bittere Klage zu führen, wenn man den Erbfeind so leichten Kaufes abläßt. Elsaß und Lothringen, wir meinen Deutschlothringen, oder mit andern Worten der Besitz von Metz und einem schmalen Streifen von Lothringen mit den Vogesen und dem ganzen Elsaß sind die niedrigsten Bedingungen, welche die friedfertigsten Deutschen als Grundlage zu Friedensoerhandlungen gelten lasten. Unser Rath an Frankreich geht bei dieser Gelegenheit dahin, so bald als möglich sich mit Deutschland zu einigen, selbst wenn die > hier genannten Gebietsvrrluste mit in den Bedingungen enthalten sind". _ - __ Vom Kriegsschauplatz. MtUtdolshti«, 9. Sept. (Vom Spezialkorresp. der „Karlsr. Ztg.") Wie wir hören, wußte in Straßburg bis vorgestern Abend noch Niemand von der Einwohnerschaft das Geringste über die stattgehabten Ereignisse. Inzwischen scheinen dieselben jedoch bekannt geworden zu sein. Seit gestern Abend spielen die beiden Riesenmörser; man kann den Schall ganz deutlich unterscheiden. Die Nacht und den Tag hindurch war das Geschützfeuer um so lebhafter, je matter es die vorhergehenden 24 Stunden gewesen war. — In der Stadt brennt es wieder an 2 Stellen; das eine ist vermuthlich die immer noch fortbrennende Kaserne Finkmatt, das andere hält man für die Kaserne Gt. Nikolas, ganz in der Nähe der Zitadelle. Die Zitadellenkirche steht noch, sonst aber schwerlich noch ein Gebäude in derselben. — Zur nothdürftigen Füllung der Gräben ist nach Abgrabung des Zuflusses der Altrhein benützt worden. Bor Straßburg (rechtes Rheinufer), 9. Sept. Der Geburtstag des Großherzogs von Baden begann mit einer Kanonade, die alles Seitherige in den Schatten stellt-». Ein ununterbrochenes fortwährendes Donnern und Rollen, so daß man sich umsah, ob kein Gewitter im Anzuge sei. Die Batterien wurden im Laufe dieser Woche sowohl an Mannschaft als an Geschütz verstärkt. Die leichteren Geschütze wurden zurückgefahren, stehen jetzt vor Neumühl, und wurden durch schwerere ersetzt. Das Südthor der Zitadelle wurde durch einige wohlgezielte Schüsse in Trümmer geschossen. Unsere Artilleristen halten sich meisterhaft. Ueberhaupt kann man den vor Straßburg lagernden Truppen nicht genug Anerkennung zollen. Inmitten aller Mühseligkeiten zeigen sie sich heiter und vergüngt und können den allgemeinen Sturmangriff kaum erwarten. Zn Folge der naßkalten Witterung sind ziemlich viele Erkrankungen vorgekommen; im Allgemeinen kann Gesundheitszustand, nach Aussage maßgebender Persönlichkeiten, als gut angesehen werden. Der Zustand der Belagerten soll jetzt unerträglich "sein. In Kellern können sich die Belagerten wegen des eingedrungenen Wassers nicht mehr aufhalten und außerhalb derselben sind sie den tödtlichen Geschossen ausgesetzt, obgleich im Allgemeinen dieselben weniger mehr auf die Stadt gerichtet sind. Einer Mutter wurden, krank im Belle liegend, beide Füße durch eine einfallende Granate abgeschlagen, ohne das in ihren Armen ruhende Kind zu verletzen. Täg lich strömen noch Straßburger Flüchllinge bei. Dieselben befinden sich jedoch in schlimmerer Lage, als solche von anderen Plätzen Frankreichs. Während diesen erlaubt ist, ihre bessern Habseligkeiten mitzunehmen, können sich die Straßburger nur unter der Bedingung entfernen, alle Habseligkeiten zurückzulasten. (FI) Flensburg, 8. Scpt. Der Wiener „Preste" wird telegraphirt: „Die dänischen Blätter berichten, daß die französische Flotte telegraphisch den Befehl erhalten hat, nach Frankreich zurückzukehren, wo man die Mannschaft zur Festungs- Vertheidigung verwenden will." Berlin, 10. Sept. Wie die „Kreuzztg." meldet, ist jetzt auch der zweite Sohn des Kriegs- ministcrs, der Garde-Artilleriehauptmann Bur- chard v. Roon, durch einen Granatschuß schwer im Unterleibe verwundet worden. Der andere Sohn des Kriegsministers, dessen Verwundung vor Metz früher gemeldet, ist bereits seinen Wu nden erlegen. __ Wagner s tel. Correspondenz-Bureau. Augsburg, 12. Sept. Die hiesige „Abendzeitung" erfährt aus München, das Ministerium habe sich auch über die prinzipiellen Aenderun- gen ausgesprochen und vereinigt, denen die Verfassung des Nordbundes unterworfen werden solle, wenn Bayerns Eintritt in den Deutschen Bund erreicht werden will. Unter ihnen soll die Forderung eines deutschen Reichstags oder Parlaments mit verantwortlichem Bundesmini- stcrium obenan stehen. Stuttgart, 12. Septbr. Gutem Vernehmen nach reist der Kriegsministrr v. Succow i« Aufträge des Königs in das preußijA Hauptquartier ab. Brrli«, 12 Sept. An Ihre Majestät die Königin Augusta. Rheims. 11. Sept:, 10 Uhr Abends. Traurige Nachricht aus Laon, wo die Zitadelle gestern nach Kapitulation nach Einmarsch unserer Tru» pen in die Luft gesprengt ward. 50 Manu lobt und 300 Mobilgarden, viele Bestümmelte. Wilhelm von Mecklenburg verwundet. Verrath liegt »nbedingt vor. Flareuz, 11. Sept. Die „Gazetta officiale" veröffentlicht zwei Circularschreiben des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten vom 29. August und 7. Sept. an die italienischen Gesandten im Auslande, sowie Instructionen des Präsidenten des Staatsrathes an den Grafen Ponsa di San Martina. Die Documente konstatieren die Nothwendigkeit der Besetzung des römischen Gebietes zur Aufrechthaltung der Ordnung. sowie um die Unverletzbarkeit des italienischen Bodens und die Sicherheit des heiligen Stuhles zu hüten. Die Truppen überlasten der Bevölkerung die Selbstverwaltung uad bethei- ligeu sich nicht an einem Acte, welcher den politisch-kirchlichen Fragen Vorgriffen könnte, da die italienische Regierung bereit ist in Ueberein- stimmung mit den anderen Mächten die Bedingungen der souveränen Unabhängigkeit des Papstes zu erörtern. Die Regierung hofft, der Papst werde die conservative, schützende Action Italiens für sich und die Römer annehmen. Florenz, 11. Sept. Die Amtszeitung meldet: Der König hat in Folge des Vorschlags des Ministerraths befohlen, daß die königlichen Truppen in das päpstliche Gebiet einrücken. Paris, 11. Sept. Die Einwohner der Bannmeile sind offiziell aufgesordert worden, ihre Wohnungen zu räumen und sofort mit ihren Vorräthen nach Paris zu kommen. Ferner wird mitgetheilt, daß der Betrieb der Gasanstalten bei dem Beginn der Belagerung eingestellt werden wird. Paris, 12. Sept. Offiziell. Thiers reist heute Abends in Mission nach London, von dort nach Petersburg und Wien. Regierungsnachrichten ergeben, daß Preußen in der letzten Nacht in Meaux und in Melu» eingerückt sind. Brüssel, 11. Sept. Der „Moniteur belge" dementirt wiederholt, daß gegen die vertriebenen Deutschen in Belgien Demonstrationen stattgefunden haben. Nur nach einem Eisenbahnzuge, den man für den Train des Kaisers Napoleon gehalten, seien Steine geworfen worden. Brüffel, 11. Sept. Die „Jndependance belge" meldet aus Paris: Der britische Botschafter, Lord Lyons, hat sich nach London begeben. Einer beträchtlichen Anzahl von Bewohnern Belle- ville.s sind auf Befehl der Regierung die Waffen abverlangt worden. Es wird versichert, daß der Minister des Auswärtigen, Zules Favre, nebst seinem Personal, sowie das diplomatische Corps sich nach einer Stadt im Süden Frankreichs begeben werden, da Tours nicht eine genügende Sicherheit bietet. Brüffel, 12. Sept. Aus Paris wird gemeldet: Zn Havre und Dünkirchen werden Ber- theidigungsmaßregeln getroffen. In Dünkirchen ist bereits mit der Abtragung der in der ersten Vertheidigungszone belegenen Häuser begonnen worden. Brüffel, 12. Sept. Die Mittheilungen deutscher Zeitungen über ein«-Zusammenkunft des Königs Leopold mit der Kaiserin Eugenie sind, sicherem Vernehmen nach, unbegründet. Letztere verweilte in großer Verborgenheit drei Tage in einer Vorstadt Brüstels und hat Niemand empfangen. Loubo», 12. Septbr. Die „Times" enthält folgendes Telegramm aus Philadelphia vom Sonnabend: Die Regierung der Vereinigten Staaten hat den Gesandten bei dem norddeutsche« Bunde, Bancroft, instruirt, die guten Dienste Amerikas anzubieten, obwohl die Negierung der Union, um den Schein der Einmischung in die europäische Politik zu vermeiden, keine gemeinschaftlichen Bermittelungsversuche mit den übrigen Mächten unternehmen könne. 853 . Cfrtfcfetft* Der Grundstock der Stadt-Bib- fopyt berühre auf einer Schenkung des Gelehr- M. Schöpstin von 1765. Es waren damals <6692 Bände. Bis zu der Verbrennung der H^mmluug war die Anzahl derselben auf 180,000 gestiegen. Darunter waren ungefähr MO Zncunabeln, manche noch ohne Jahreszah- r-t die ältesten der mit Jahreszahlen gedruckten gos 1459 und 1460, und 12,000 Bände Hand- u. a. Chroniken und andere Dokumente Wt Landesgeschichte, sowie die Archive der Manniterkomthurei und vieler aufgehobener Mster. Die Bibliothek des protestantischen Seminars, j« ctahr 1531 vom Stettmeifter Jakob Sturm yoa Sturmeck gestiftet, enthielt 60,000 Bände, darunter 4000 vor dem Jahre 1520 gedruckte Köcher, wie ein von Prof. Oberlin verfaßter Latalog auswies. MnnLolsheim , 8. Septemb. Auch der süd- Mte Kanton des Departements Niederrhein, Arrondissements Schlettstadt, nämlich Markols- heim, ist jetzt in unser Requisitionsgebiet einbe- roqcn. Widerstand ist in keiner Weise versucht Mid der auferlegte Betrag von 60,000 Frcs. entrichtet worden. Gestern kamen auch die ersten Frohnfuhren aus hiesem Kanton in Lampertheim, dem allgemeinen Sammelpunkte für dieselben, an, begleitet von einigen Maire's; der Maire des Kantonshauptortes' hatte sich jedoch durch die in jener Gegend immer noch grassirende Preußenfurcht von der Mitreise abhalten lassen. MunLolshrim, 10. Sept. (Vom Spezial- korrefp. der „Karlsr Ztg.") Heute Nachmittag tritt zu Lampertheim eine Konferenz Protest. Geistlicher aus der Umgegend zusammen, um über gemeinsame Schritte in Betreff Straß burgs zu berathen. An derselben nimmt auch S farrer Schillinger von der Nikolaikirche in traßburg Theil, welcher nicht, wie von verschiedenen Blättern (n. A. auch von der Karlsr. Ztg.) berichtet worden, mit seinen in Paris geholten Medikamenten wieder in die Stadt gelangte, sondern hier verbleiben mußte. Die mitgebrachten Gegenstände sind allerdings hinein- gelassen worden. Brüssel, 5. Sept. Die vom König Wilhelm der französischen Armee bei Sedan gewährte Kapitulationsfrist betrug zwölf Stunden. Faillys Leichnam wurde einen Tag nach der Schlacht bei Sedan auf dem Schlachtfeld aufgefunden, der Arm zerschmettert, die S-ite aufgerissen. — Vorgestern sprengten die Franzosen bei Metz eine größere Flattermine, wodurch ein von den Belagerern angelegtes Erdwerk zerstört wurde. Die Plänkeleien vor der Festung dauern fort. Bazaine hat von Thionville die Nachricht von der Proklamirung der Republik erhalten. Der italienische Gesandte Hr. v. Nigra und der österreichische Botschafter Fürst Metternich waren es, welche die Kaiserin „unter großer Gefahr" aus den Tuilerien gerettet und ihr zur Flucht verholfen haben. Erbrutung des Lagers von Chalons. Die Bad. L-Z bringt hierüber einen Solvatenbrief zum Abdruck. Der Schreiber gehört dem 5. rhein. Dragonerregiment an. Absichtlich ist die anschauliche Kürze der Darstellung belassen; sie zeugt von der geringen Muße und der scharfen Arbeit unserer Tapferen. Souain den 27. Aug. «Liebe Mama! Bisher ging Alles recht gut. Wir kamen gestern nach Chalons und schließlich in's Lager von Chalons. Den Tag vorher verließen die Franzosen dasselbe. Das Lager ist wirklich großartig, etwa 1'/* Stunde lang. Tausende von Hütten, Tausende Zelte. Ein großer Garten schließt den kaiserlichen Pavillon und die der hohen Offiziere ein. Ich war beauftragt, so viel wie möglich aufladen zu lassen, was bis in die Nacht geschah. Die Franzosen ließen fast Alles zurück. Die vierte Schwadron, die vor uns da war, hat reiche Beute gemacht. Wir nahmen uns alle Andenken mit. Leider keinen Platz, sonst hätte wunderschöne Sachen nehmen können. Hunderte Standuhren, das ganze kaiserliche Küchengeräthe, Service, Leuchter, Bücher, Möbel, Pferde (ca. 50 vom Gestüte). In einer Kammer fand ich Garnitur für 300 Mann. Von der Unordnung hast Du keinen Begriff. Zerbrochene Möbel, Spiegel, Frauenkleider rc., Alles lag durcheinander. Viele lagen in Betten von Generalen. Jeder höhere Offizier hat nämlich quasi ein eigenes eingerichtetes Haus. Ueberall herrscht der größte Luxus. Der äußerste Anblick des Lagers ist imposant. Wir mußten heute weg, da die Franzosen, die uns gegenüber, ihre Linie verändert und zur Armee von Metz stoßen wollen; doch schneiden wir sie hoffentlich ab." Paris, 9. Septbr. Der „Progres de Lyon" berichtet über eine Emeute, die im Lager von Sathonay ausgebrochen sei: die Offiziere der zwei Kantone Beaujeu und Bois d'Oingt hatten gegen die republikanische Delegation das Bajonett fällen lassen. Am Montag aber hätten die Mobilgarden gegen ihre Offiziere sich erhoben und zwei derselben schwer verwundet. Die Mobilien der Landbezirke seien hierauf zum großen Theile nach Hause gegangen, die von Lyon seien in Banden singend durch die Stadt gezogen. Es werde jetzt zur schleunigen Reorganisation des Lagers geschritten. Stuttgart , 10. Sept. Gestern sind das 6. königl. württembergische Infanterieregiment und das 2. Bataillon d?V 4. Infanterieregiments nach Frankreich abgegangen. (Karlsr.Z) Stuttgart, 11. Septemb. Dem Vernehmen nach ist der frühere Minister des Innern v. Linden zur Uebernahme einer Präfektur in den eroberten französischen Provinzen berufen und reist morgen ab. Bremen, 11. Septbr. (Schw. M.) Nordpolarschiff Germania (das Hauptschiff der Kol- dewey'schen Expedition) ist heute wohlbehalten in Bremerhaven eingetroffen; Alle wohl. Es überwinterte an der Ostküste Grönlands bei der Sabineninsel, 74 Grad nördl. Breite; mit Schlitten wurde bis 77 Grad vorgedrungen. Umfassende naturwissenschaftliche Sammlungen, we- ; sentliche Resultate. — Von der berühmten 42zeiligen Gutten- berg'schen Bibel, welche von den Franzosen aus Mainz entwendet und nach Paris gebracht wurde und durch den Friedensschluß wieder erlangt werden dürfte, erfährt man Folgendes: «;,Von der 42zeiligen Bibel befinden sich Exemplare in nur wenigen Bibliotheken (im Ganzen sind 6 auf Pergament und 9 auf Papier bekannt). Das schönste besitzt die kaiserliche Bibliothek in Paris, die sogenannte Benedictiner- bibel auf Pergament, von dem bekannten Mau- gerard dem Benedictinerkloster zu Mainz entführt, und ein zweites auf Papier. Auf dem letzten Blatte eines jeden Theiles dieses Exemplars befindet sich eine doppelte Aufschrift, von der Hand des Heinrich Cremer, auch Albech genannt, eines Vikars des Collegiat-Stifts zu St. Stephan in Mainz, welche beweist, daß er sich schon 1456 dieses Exemplar verschafft, die Anfangsbuchstaben hineingemalt, die Rubriken überschrieben und es in zwei Bände eingebunden habe, oder daß es im Auftrag der Gesellschaft oder eines anderen Eigenthümers dieses Exem- plares geschehen, indem die Stiftsvicare in Mainz sich mit solchen Arbeiten abzugeben pflegten. Beide Aufschriften sind mit rother Tinte geschrieben, nur das letzte Wort der ersten — Alleluja — ist blau. Es ist die gewöhnliche Schrift des 15. Jahrhunderts, die nämliche, womit alle Rubriken dieses Exem- pla>es geschrieben sind." St. Petersburg, 11. Septemb. (S. M.) Das heutige Journal sagt, die Intervention der französischen Sozialdemokratie bleibe steril oder bringe gar böse Resultate, die Völkerföderation bleibe eine Utopie. Frankreich beglückwünsche sich heute zur Republik wie früher zu dem Kaiserreich. Das Journal widerlegt Viktor Hugo's Bekanntmachungen. Bekanntmachung. Katastervermessung betreffend. 2431.2.1. Die Grund- und Häuserbesitzer der Gemarkung B i b e r a ch werden benachrichtigt, daß die Grundstückspläne und das Güterver- zeichniß dieser Gemarkung vom Mittwoch den 21. d. M. an sechs Wochen lang zur Einsicht aller Bethei- Behauptung, ein Bombardement von Paris wäre ein Verbrechen, ein Vandalenakt; die. Herstellung des Friedens erheische andere Redensarten. Ärw-Iork, 10. Sept. „Herald", „Times" und andere Journale rathen dem Präsidenten Grant, seine Vermittelung zwischen Frankreich und Deutschland anzubieten. — Der amerikanische Minister theilte den Inhalt seiner Instruktionen den HH. Eulenbura und Thiele mit. Sofort wurde ein Kurier nach dem Hauptquartier des Königs abgefertigt. Die Nachricht machte ungeheure Sensation in den diplomatischen Kreisen. Napoleon vor seinem Richter. Stumm fletschend mit des Tigers Wuth, Den Skorpionsstich im Blick verborgen, Zernichtung in des Herzens Gluth, Des Scheusals Trug im guten Morgen, Den Augenblick im Fluch gebannt — So schlich der Leu vor seinen Meister, Und als den Schutzherrn er erkannt, Erhob sich seine Schlauheit dreister. Berechnung ist sein Meisterstück; Ergebenst stellt er seinen Mann, Mit sanft gebeugtem Adlerblick Und würdevoll die Brust voran. Im Demuthsschleier eingehüllt, So unschuldsvoll im tiefen Leid, Stellt er, des Schicksals Marterbild, Der edlen Großmuth sich bereit. Sie wird wohl auch dem Schuft zu Theil. Nach einer Festung streng verbannt! So ruft das deutsche Weh, nicht Heil Dem Räuber, der uns fiel ins 'Land, Dem Friedensmörder keine G'nad! So wimmert es vom Todtenfeld — Die Schreckenswunden zieht in Rath, Die uns geschlagen dieser Held! Denkt euch das Schicksal umgekehrt: Es wär' der sieg in seiner Hand, Der greise König unbewehrt Geführt in seines Feindes Land: — Ein Schauspiel für das Babylon, Für Wackes und die Turkosrolt' — So müßt' er unter Schimpf und Hohn Durchwandern dieses Pöbels Spott! — Dahin wär' uns des Friedens Hort, Bis Deutschland ausgeblutet hält', Und auf des stolzen Siegers Wort Verlor der Rhein sein deutsches Bett. Ein Lächeln dann mit Hofbescheid Entließ' den König seiner Hast: Nun, Sire, es hat mich sehr erfreut, Daß Sie mir wieder Ruhm verschafft! O Wilhelmshöh', du schönes Schloß! Du Paradies im vollsten schnitt — Wo ab und zu auf stolzem Roß schon mancher Zweifelhafte ritt — Hör! diesmal kommt der wahre Wicht — Ein Schuft an Deutschlands Einigkeit; Verneig dich vor dem Feigen nicht, Du, nicht für solche Schmach geweiht! Mit was die Schöpfung dich begabt, Was Kunst und Menschenhand vollbracht, Mit was du Herz und'Geist erlabt — Was jeden Gast hat angelacht: Verrath beschiel) der Corsensohn, Mit seinem welschen Sündenrath, Für dich und deines Fürsten Thron. Zernichtung jedem deutschen Staat! O bleibe stumm für dieses Wicht Mit deiner warmen Mutterfprach', Verhüll' dein mildes Sonnenlicht Vor diesem Wicht in dunkle Nacht! Muß- er einst vor des Höchsten Thron, Daß er zur Rechenschaft ihm steh: Dort gibt dem schlimmen Höllensohn Der Richter keine Wilhelmshöh'! __ Sch. ligten auf dem Rathhaus in Biberach aufgelegt sind. Die Grund- und Häuserbesitzer sind eingeladen, der Offenlegung an genanntem Tage — Vormittags 10 Uhr beginnend — ^anzuwohnen 854 B.' i ... R r. und die Güterzettel über ihr Eigenthum in Empfang zu nehmen. Meßkirch, den 11. Septbr. 1870. Der Geometer: H. Greder. ^ Offenburgj ^ Wohnnngsvermiethnng. Die hiesige Stadlgemeinde läßt Donnerstag den 15. di M., Nachmittags 5 Uhr, im Rath- haussaole dahier die an Michaeli d. I. mieth- frel werdende Wohnung im städtischen Anthei^ vom Satzhause linker Hand vom Eingang auf unbestimmte Zeit öffentlich vermiethen. Offenburg, den 12. Septbr. 1870. Der Gemeinderalh. S ch a i b l e. Offenburg. Kellervermiethnng. Die hiesige Stadtgemeinde läßt Donnerstag den 15. d. M., Nachmittags 5 Uhr, im Rath Haussaale dahier den Keller im städtischen Armenhause einer öffentlichen Versteigerung zur Vermietung aussetzen, wozu die Liebhaber ein geladen werden. Offenburg, den 12. Septbr. 1870. Der Gemeinderath. Schaib le. Rindenversteigerung. r 3417.2.2. Aus den Fürstlich Fürstenbergischen Waldungen des Forstbezirkes Rippoldsau werden am Mittwoch den 21. Septbr. 1870, Morgens 10 Uhr, im Gasthause zum Erbprinzen zu Rippoldsau "12,700 Wellen Fichtenrinde loosweise öffentlich versteigert. Zur Zahlung wird bis 1. Febr. 1871 Frist bewilligt. Versteigerung. 3434.2.1. Dienstag den 20. Septbr., Nachmittags 2 Uhr, werden in dem früher Rentamtmann Schuck'schen Hause in Offenburg gegen Baarzahlung versteigert: 12 Stück Gährfäffer von 6 bis 14 Ohm, 2 große Gährbütten, 9 große Herbstbütten, 7 Leitfaß, 7 kleinere Weinfäßchen von 25 bis 150 Maas; verschiedener Hausrath. Herr Küfermeister Kiefer in Offenburg ertheilt nähere Auskunft. Offenburg. Pferdversteigernng. 3439. Ein Braun-Wallach wird _.Freitag den 16. Septbr., Vormittags ll Uhr, vor dem Rathhaus öffentlich versteigert. Fässerversteigerung. 3430.2,1. Bierbrauer Johann Rothmann in Biberach läßt am nächsten Samstag den 17. Septbr. d. I., Nachm. 1 Uhr, ungefähr 10 Stück neue, vom Kinzigthäler Eichenholz verfertigte Weinfässer, von 12 bis 4 Ohm haltend, gegen Baarzahlung bei seiner Wirtschaft öffentlich versteigern. 3422.2.2. Ein zweisitziger Schreibpult mit Aufsatz zum Aufbewahren der Correspondenz und Bücher, sowie zwei Actengestelle hat aus Auftrag billig zu verkaufen Eduard Qreans in Gengenbach. Faßverkauf. 2437.2.1. 4-, 6-, 8- und 16öhmige Faß, ebenso einen ausgerüsteten Banernwage« hat zu verkaufen: Offenburg. Ferd. Hölzliu jr. Obstversteigerung. 3433.2.2. Unterzeichneter versteigert Donnerstag den 15. d. M., Vormittags 10 Uhr, das Obst an Acpfeln und Birne« in seinem Garten. Offenburg, den 12. Septbr. 1870. Carl Riest. Feuerwehr! Mittwoch den 14. d. M., Abends 4 Uhr, Hauptprobe. Die Mannschaft hat in leinener Uniform zu erscheinen. Offenburg, den 12. Septbr. 1870. Das Commando: C. Hessel. Frauenverein Offenburg. 3440. Am 8. Septbr. wurden durch Beirath Wilh. Schell nachstehende Liebesgaben abgegeben: An das IV. bad. Infanterieregimenten Oberhausbergen:, 1 Fäßchen 28Vr Maas Kirschenwasser, 1 Kiste mit 2000 feineren Cigarren, 3500 mittels. „ 1 Kiste mit 100 Paar Fußlappen, 126 „ wollenen Socken, 160 „ „ Leibbinden. An das 34. Pommer'sche Füsilierregiment, Landwehr-Pioniere verschiedener Armeecorps, Landwehr-Artillerie verschiedener Armeccorps und Wallbüchsencommando in Höhnheim: 4 Kisten mit 19,000 Cigarren, 1 Kiste „ 90-Hemden, 1- n » 42 „ 256 Paar baumwoll. Socken, 1 „ „ 130 „ Fußlappen, 156 „ wollenen Socken, 30 Hemden, 1 Faß „ 52 Maas Kirschenwasser, 1 „ » 24 n tt 1 „ „ 202 „ weißem Wein, 1 „ „ 209 „ „ 1 n H 493 ff n n 1 277 x tt tt *•* * tt tt tt 1 n h 265 „ » if 1b » . 75 „ rothem „ r Offenburg. Zwei fette Schweine find zu verkaufen in -er Langen- straste Rr. List. 3432.2.2. Auf der sog. Haberstrohmühle in Schönwald, Amts Triberg, haben dessen Besitzer ca. 800 Ctr. gutes Heu im Ganzen oder in Abtheilungen zu verkaufen. 3438.2.1. Korn- und Waizenstroh, ca. 100 Bund, und Strohwellen verkauft Wendelin Wacker in Bühl. hat zu verkaufen 342!.2.2. Dung Pfalzwirth G- Schmidt in Offenbura. Das Nene Blatt Nt. 39 Vierteljährlich nur IS'/r Sgr. ist soeben eingeiroffen, und enthält: . DieArsachen des Krieges." — „Phan- tasrestücke ans dem Tagebnche eines optimistischen Landwehrmannes." — „Soweit die deutsche Zunge klingt." Briefe aus dem Elsaß. Von Franz Freydank. Moderne Märchen« „VI. An der Spitze der Civilisation." — „Mademoiselle." Bon Ernst Volmar. — „Allerlei": Zu unseren Bildern. Die erste Kugelspritze und das illuminirte München. — „Correspondenz." Illustrationen: von Roo«. Der Straßburger Münster. Marschall Bazaine.. Preis einer einzelnen Numu.cr nur 1 Sgr. Mit Nr . 40 beginnt ein Neues Ouurtul. Das Neue Blatt ist das billigste Blatt. Augenkranken lich ächte Dr. White’s Augenwasser NM Trangott Ehrhardt in GroßbreitenbaM in Thüringen g. Flacon 10 Sgr. bestens zu tmi pfchlen. Man verlange aber nur stets Dr. White's Angenwasser von DraA- gott Ehrhardt, denn nur dieses ist dtzL wirklich ächte. Dasselbe ist mit Allerhöchst: fiirstl. Concession beliehen und hat sich sei«v «nübertrefflichen Heilkraft wegen» sch 1822 großen Weltrnhm erworben, welches Tausende von Attesten bescheinigen. AufträM hierauf übernimmt Herr C. Fink in Offenburg. 561.11.8. Anerkennung und Wiederbestellnng sind die untrüglichsten Beweise für die Güte eines Fabrikats. Ew. Wohlgeboren ersuche ich ganz ergebenst mir umgehend noch (hier folgt Auftrag) Ihres vorzüglichen ächte«. Dr. Whites Augenwassers von Traugott Ehrhardt, welches meine kranken Augen vollständig wieder hergestellt, zu übersenden. Diese vortreffliche Essenz für einen Freund, welcher auch an schlimmen Augen leidet. Blotto, Kreis Culm in Westpreußen, den 24. Nov. 1869. A. Stange, Tischler.' Ferner: Bewogen durch den guten Erfolg Ihres vortreffliche», ächte» Dr. White - scheu Augenwassers von Traugott Ehrhardt, erlaube ich mir Sie wiederholt um gefällige. Zusendung (hier folgt Auftrag) ergebenst zu ersuchen. Schlüchtern, den 3. Novbr. 1869. Fr. Hopf, Lehrer. Offenburg. Leere Korbflasche« sind wegen Mangel an Platz um billigen Preis zu verkaufen in der Langenstraße Rr. 410. Gesuch. 3435. Ein tüchtiger Küferbursche findet dauernde Arbeit bei Küfer A. Dreyer in Ober- kirch. Maurer- und Steinhanergesuch. 3416.2.2. 50 bis 80 Maurer finden mw Bahnbau der Freiburg-Breisach ex Eisenbahn unter Zusicherung von gutem Lohn im Accord oder^kaglohn dauernde Beschäftigung.. Daselbst finden auch 15 Steinhauer Arbeit. Offenburg. 3415. Ein Arbeiter findet sogleich dauern!^. Beschäftigung bei Karl G ä ß, Schuhmacher ia der Klosterstraße. 3.2. 3394.5.5. Cigarrenarbeiter und Wickelmacher finden dauernde und lohnende Beschäftigung auf Formen-Arbeit bei Ant. Rheinboldt in Rastatt. Gefacht. 3427.2.2. Eine tüchtige Gasthofköchin, nicht alt, aber doch fähig einer besseren Gasthofküche selbstständig vorstehen zu können, sowie, ein braves ^Zimmermädchen werden gegen guten Lohn für das Jahr oder länger zu engagiren gesucht. Vermittlungsgeschwätze Dritter werden ab- gewiefen. Eintritt sogleich. Näheres sagt die Exped. d. Bl. klan von Strassburg ä 3 kr. und Die Wacht am Rhein 100 Abdrücke » 42 kn. 25 Abdrücke"» 12 kr. sind zu haben in der Exped. d. Bl. Für die Redaction verantwortlich A. N ei ff. — Druck und Berlag von SS. Reiff und Comp