Amtliches Kerlmnditzungsblatt für den Kreis Offenburg, !fowie für die BeztrMmter mW Amtsgerichte Offenvur g und Gengendach. Erscheint täglich mit Ausnahme Montags, und kostet vierteljährlich in Offenburg 1 st., für den Landpostbezirk 1 fl. 2 kr., für die übrigen Postbezirke 1 st. 7 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr. Nro. 274. Offenburg, Mittwoch den 23. November 1870. Politische Rundschau. Offenburg, 21. Nov. Zn einem Leitartikel, betitelt „Unser Siegespreis" schreibt der Schw. Merkur: „Wenn Zwei sich streiten, so freut sich der Dritte". Nach diesem alten Sprichwort haben die Nachbarn, die den Völkerstreit in Mitten des Welttheils müßig umstehen, redlich gehandelt. Ein Jeder war bedacht, zu machen, was unter so günstigen Umständen zu machen war. Amerika und England führen massenhafte Waffensendungen nach Frankreich aus und versichern schmunzelnd, daß das Geschäft seit Jahren nicht so florirt habe. Italien lauerte blos auf den Augenblick, wo die französische Leibwache des Vatikans abzog, und streckte die Hand nach seiner natürlichen Hauptstadt aus. Noch kämpft es mit sich selbst, ob es schicklich sei, dem einstigen Verbündeten in seinem Unglück auch das erschlichene Nizza wieder abzuzagen. Deßgleichen überlegt sich die Schweiz, ob es nicht an der Zeit sei, sich wieder die Neutralität von Savoyen zu sichern. Neuerdings hat sich Rußland geregt und den lange erwogenen Entschluß verkündigt, nicht länger zu dulden, daß ihm die Hände im Schwarzen Meer gebunden sind. Selbst in Frankreich haben die Republikaner den erstaunlichen Math beseffen, den Kaiser abzusetzen, nachdem ihn die Deutschen nach Wilhelmshöhe abgeführt. Kurz, Alles ergreift die Gunst des Augenblicks und bringt bei Zeiten seinen Profit ins Trockene. Nur Deutschland soll leer ausgehen, soll, wie der träumende Poet bei Schiller, bei dieser neuen Vertheilvng der Welt das Nachsehen haben: so wollen es nicht blos die sogenannten Neutralen, die allesammt sehr wenig neutral sind, so wollen es unbegreiflicher Weise deutsche Stimmen selber! Deutschland wird zu einem Kampf auf Tod und Leben frevelhaft herausgefordert, ist mit dem Verlust seiner Grenz- provinzen bedroht, es erwehrt sich siegreich seines ruhelosen Erbfeindes, wirft ihn nieder mit dem Aufgebot aller seiner Kräfte, mit dem Herzblut seiner Söhne, um welche Tausende von Bräuten, Wittwen, Waisen trauern — und es soll ihm nicht einmal erlaubt sein, dem besiegten Feind das früher von ihm geraubte Land abzunehmen, um gegen künftige Ueberfälle gesichert zu sein! Sophisten reden dem Volk vor, es sei nicht erlaubt, eine deutsche Provinz zurückzunehmen, ohne vorher ihre Bewohner zu fragen, ob sie auch zu Deutschland gehören wollen. Zu ihrer Ehre sei angenommen, daß sie sich nicht mehr erinnern, wie beim Ausbruch deS Kriegs die Gazette de France kaltblütig ausrief: „dieß- mal nehmen wir uns die Rheinprovinz ohne eine Volksabstimmung". Hört man die Reden von Männern, welche sich dem württembergi- schen Volk als Kandidaten in die Abgeordnetenkammer empfehlen, so winkt dem Vaterland für all seine Siege, für all seine schmerzlichen Opfer folgender Siegespreis: 1) es gibt Elsaß und Lothringen wieder heraus und 2) es bleibt in seiner bisherigen Zersplitterung. Es ist gerade, als ob Frankreich für seinen Raubanfall auf unsere Kosten noch belohnt werdm soll! Und wirklich würde es in der deutschen Zwietracht und BerfaflungSlostgkeit hinreichenden Balsam für seine Niederlagen finden, denn es fände darin die fortdauernde Ermunterung, uns aufs neue zu bekriegen und zu berauben. Die bevorstehenden Wahlen werdm aber zeigm, daß dieß nicht die Meinung des württembergi- schen Volkes ist. Es will nicht, daß die Siege vergeblich erstritten und die Opfer vergebens gefallen sind. Es will nicht, daß inmitten drohender europäischer Verwicklungen die Existenz der kleineren Staaten fortwährend gefährdet ist, während sie jetzt ihren festen Halt am deutschen Staatswesen finden können. Es will nicht, daß nach wenigen Jahren Frankreich abermals zu dem Versuch herausgesordert werde, ob die Allianzverträge der Südstaaten die Probe halten? Wiederum werden ihm die Parteischlagwörter aus den Zollparlamentswahlen als giftige Versuchung ins Ohr geträufelt, damit es taub sei gegen die Gebote der Pflicht und Ehre. Aber die Wahlen werden eine verständliche Antwort an diejenigen sein, welche von unserem Volk gering und niedrig^denken. Es hat heute vollkommen begriffen: wir wären nicht die Sieger, wir wären die Besiegten, die schmachvoll Besiegten, der Hohn der Franzosen, wenn aus diesem Krieg nicht für alle Zeiten stolz gefestigt die deutsche Einheit hervorginge. — Die Jndependance veröffentlicht Auszüge aus Pariser Zeitungen bis zum 12. Nov. Dieselben sprechen ihr Bedauern über den Abbruch der Unterhandlungen aus und bekunden das Verlangen nach Herstellung des Friedens unter den von Deutschland geforderten Bedingungen. Die Jndependance bemerkt dazu: Es ist jedenfalls von großer Wichtigkeit, zu konsta- tiren, daß solche Meinungen in Paris frei geäußert werdengkönnen. — Florenz, 17. Nov. Der König, Herzog von Aosta, empfing in Privataudienz Montemar, welcher ihm Rechenschaft gab von dem Ergeb- niß der Abstimmung der Cortes, und den Obersten Garcia Cabrera, Sekretär Prims, welcher dem Könige und Herzog zwei Briefe des Marschalls überreichte. (N. Z. Z.) Rom, 17. Nov. Die Abreise des Papstes von Rom ist entschieden. Pius IX. begibt sich auf das Schloß Porto d'Anzio. Die Aerzte verboten eine längere Reise. Die Munizipalbehörde bewilligte 300,000 Fr. für die Festlichkeiten bei dem Einzüge des Königs. (N. Fr. Pr.) Retv-^ork, 14. Nov. Das bisherige Wahler- gebniß lresert 128 republikanische und 94 demokratische Kongreßmitglieder. Fünf Städte mit 21 Bezirken haben noch zu stimmen, und diese werden wahrscheinlich 11 Republikaner und 10 Demokraten wählen, so daß das nächste Haus mit 139 Republikanern und 104 Demokraten eine republikanische Mehrheit von 35 aufweisen würde. Die Partei, welche für Reform des Steuerwesens ist, wird eine Mehrheit haben. Vom Kriegsschauplatz. Karlsruhe, 20. Nov. (Feldpost-Sache.) Sicherem Vernehmen nach wird die großh. Postverwaltung die heute erfolgende Wiederherstellung des Eisenbahnbetriebs zwischen Kehl u. Straßburg benützen, um durch Einführung eines an die Nachtzüge in Appenweier anschließenden täglichen Feld-EisenbahN'Postbureaus zwischen Appenweier und Lüneville, in welchem die Postsendungen während der Fahrt behandelt werden, eine größere Beschleunigung für die Postverbindung mit der großh. Felddivision zu erzielen. (Karlsr. Z.) Attbreisach, 19. Nov. Heute früh trafen 38 Wagen mit Lebensmitteln, Wein, Branntwein, Cigarren rc. ein. Sie kommen von Riegel und ihr Bestimmungsort ist, so viel die Fuhrleute wußten, Belfort. Sie nahmen den Weg nach Neubreisach. Der Uebergang dauerte den ganzen Tag, da wegen Mangels an tüchtigen, zuverlässigen Schiffsleuten nur eine Fähre den Hin- und Rückweg über den Rhein vermittelt. Eine noch größere Anzahl Wagen soll bei Sas- bach den Rhein passirt haben. Nach 1 Uhr wurde auch die 5. Kompagnie des 3. Landwchrregiments von hier auS übergesetzt ;j sie kam von Rendsburg zurück, wohin sie von der gefangenen Besatzung Neubreisachs 673 Mann verbracht hat. (Karls. Z.) Hauptquartier Versailles, 19. Nov. Durch den scheinbaren Erfolg bei Orleans sind die hiesigen Einwohner ganz freudetrunken und glauben, daß wir binnen einiger Wochen vom französ. Boden vertrieben sein werden. Gestern kolpor- tirten die Leute die Nachricht, daß die Loirearmee bereits in St. Germain angelangt sei und im Laufe des Nachmittags in Versailles eintref- fen werde. Die Einwohner strömten in Schaa- ren nach der Chaussee, um ihre Landsleute begrüßen zu können, allein es war wieder nichts. — Gestern ist wiederum ein Ballon aufgegriffea worden, in welchem man 2 Marineoffiziere und ein unbekanntes Individuum nebst zahlreichen Zeitungen und Briefschaften fand. Fast sämmt- liche Zeitungen vom 12. d. M., mit alleiniger Ausnahme einiger ganz extremer, sprechen sich für Beendigung des Feldzuges aus. Das Journal de Paris sagt u. a.: „Frankreich und Paris spielt von jetzt bis in 8 Tagen seine letzte Karte aus. Wenn kein Wunder vom Himmel kommt, ist Paris gezwungen, um jeden Preis zu unterhandeln, oder ohne Bedingungen zu ka- pituliren." Nach dem Gaulois kostet das Pfund Pferdefleisch 4—5 Fr., das Pfund Eselsfleisch hat den hohen Press von 3%—4 Fr. erreicht, für Liebhaber wird auch Katzenfleisch verkauft. Ferner ist ein sehr intereffanter Brief aus dem Ministerium des Innern aufgefangen worden. (Sch.M.) Lille. (Fr.J.) Aus St. Quentin kommt die Nachricht, daß die Plänkler von Seraincourt am 12. noch kein feindliches Korps angekündigt hatten. Aus den Ardennen meldet man dagegen, daß ein feindliches Korps von 10,000 Mann iu Rethel angekommen ist und daß die Preußen iu den Gemeinden des Kantons Chaumont 70 Wagen requirirt haben. — Aus Lille wird gemeldet, daß preußische Truppen am l5. Nov. Tergnier (Arr. Laon, am Oise Kanal) stark besetzt haben. — Gambetta ist von Orleans in TourS zurück, so melden gleichzeitig die Corr. de TourS und der dortige Jndep. Letzterer weiß außerdem, daß in Orleans ein verschanztes Lager in Eile errichtet wird, auf deflen Widerstandsfähigkeit man große Hoffnungen setze. Man bereitet sich demgemäß auf einen Angriff vor. Es sei die allgemeine Ansicht, daß die Preußen durch eine Umgehung über Revers und Bourges gegen TourS rücken und daflelbe wie in einer Mausefalle rinschließen wollten. Man denke deßhalb wieder an die Verlegung der Regierung; Gambetta wolle aber nicht. Uebrigrns sei man ia Tours sehr besorgt in Folge der Erneunung des preußischen Kronprinzen zum russischen Feldmarschall und der Gortschakoff'fchen Note, woraus ein Bündniß Rußlands gefolgert und die Thei- 1090 lung derKarte von Europa angekündigt werde: Konstantinopel für Rußland, Holland u. Triest für Preußen. — Gesundheitszustand in Paris. Dem Fachblatte „British medical Journ." schreibt ein Korrespondent aus Paris unterm 11. b., daß er unter den Armen der Stadt bereits Patienten hat, welche dem Namen nach krank, in Wirklichkeit aber am Verhungern sind. Sie wissen — so fährt er fort — was der Mangel an frischem Fleisch und frischem Gemüse, an Milch, Butter und Eiern bedeutet; es bedeutet Scharbock, Typhus und Verhungern bei Kindern, Wöchnerinnen und Kranken. Ich hatte Heute traurige Besuche zu machen und kam fast mit gebrochenem Herzen nach Hause zurück. Aber dies ist erst der Anfang der uns bevorstehenden Leiden.... Die Lust zum Schwa- droniren stirbt aus und das traurige Kneifen des Mangels macht sich fühlbar.... Telegraphische Nachrichten. Breme«, 17. Novbr. Nach Nachrichten des Lloyd sind die Hansa und Leipzig in Bremerhaven angekommen, nachdem sie in Grimsby mehrere Tage auf Ordre gewartet hatten. (Aus London war telegraphirt worden, daß beide Schiffe gekapert seien.) Berlin, 20. Nov. Offiziell. Metz, 19. Nov. Die Cernirung Montme- dy's ist am 16. d. durch ein Detachement unter Oberst Pannewitz erfolgt, wobei siegreiche kleine Gefechte des 1. Und 2. Bataillons des 74. Regiments bei Chauvency und Thonelle gegen vie Besatzung von Montmedy stattfanden. 47 .unverwundete Gefangene. — v. Zastrow. Bersai lle s, 19. Nov. In dem Gefecht bei Dreux vom 17. d. betrug der diesseitige Verlust 3 Mann todt und 35 verwundet. Am 18. d. siegreiches Gefecht der 22. Division bei Chateau- neuf. Diesseitiger Verlust 1 Offizier und etwa 100 Mann. Der Feind verlor über 300 Todte und Verwundete und 200 Gefangene. — v. Podbielski. Bern«, 21. Nov. Offiziell. Versailles, 21. Nov. Der Feind versuchte heute mit 6 Kompagnien und 4 Geschützen La Fere zu entsetzen. Er wurde am rechten Oise-Ufer durch ein Bataillon des Regiments Nr. 5 mit bedeutendem Verluste zurückgewiesen; deßgleichen ein bald darauf erfolgter Ausfall aus der Festung. — Der „Kreuz-Ztg." wird aus Versailles geschrieben, daß Prinz Friedrich Karl mit dem 9. Armeekorps am 15. Nov. von Fontainebleau in Ekampes eintreffen sollte. Versailles, 18. Nov. (Offiziell.) Generaladjutant v. Treskow, mit Abtheilungen der 17. Division, vertrieb am 17. Abends etwa 7000 Mobilgarden aus der Gegend von Dreux. Der Feind verlor 60 Todte und viele Verwundete. Der diesseitige Verlust ist unbedeutend. Versailles, 19. Nov. Der Großherzog von Mecklenburg stieß gestern bei Chateauneuf (über 4 Stunden vorwärts von Dreux in der Richtung auf Le Mans zu) auf ein französisches Korps, dem er einige hundert Gefangene, darunter 150 Mann Linientruppen abnahm. — Von Tours werden folgende Depeschen verbreitet: Chateau dun, 18. Nov. 400 preußische Reiter sind in Bonneval angekommen. Sie wurden von den Franzosen zurückgeworfen und verfolgt. Der Feind verbrannte die Dörfer Peruchet und Bois de Fougeres. Evreu x, 18. Nüv., Abds. Eine preußische Kolonne nahm heute Position zwischen Nosny und Bellicote. Tours, 19. Nov., Nachts. Offiziell. Semur, 19. Nov., Abends. Die Feinde wurden in Cha- tillon (Dep. Cote d'or) durch garibaldianische Truppen unter Kommando Ricciotti's überrumpelt und sämmtlich getödtet oder gefangen genommen, ungefähr 7- bis 800. (??) To«rS, 20. Nov. Amtliche Mittheilung. Die Preußen griffen von Dreux über Nonancourt Evreux an, das von Nationalgarden behauptet wurde. Die Preußen stehen noch in der Umgegend von Evreut' — Lous-le-Sanluier (Jura). 15. Növ. (Französ. Quelle). Eine Depesche von St. Pe- ravy von gestern Abend meldet, daß am 11. zwischen Patay und Rouvray die Franctirrurs von Paris 3 weiße Kürassiere getödtet und 3 gefangen genommen, den 12. einen Kürassier gefangen und mehrere getödtet hätten. Den 13. haben die Franctireurs von Lipowski und das Kavalleriedetachement von Patay in der Gegend von Orgeres mehrere Gefangene gemacht, worunter einen Unteroffizier und einen Ulanen. Den 14. haben der Unterleutnant Collignon und 8 Reiter vom zweiten leichten gemischten Kavallerieregiment bei Dembron bei den feindlichen Vorposten einen pommer'schen Hnsarenleutnant und seine Ordonnanz gefangen genommen. Die Beiden -befanden sich allein auf einer Rekognos- zirung begriffen. Diesen Morgen haben die Franctireurs von Paris einige preußische Kürassiere bei Orgeres getödtet und ihnen mehrere Requisitionen abgenommen. — In der Nähe von Besanyon zeigen sich fortwährend Ulanen-Detachements. Eine Abtheilung von 50 Mann nahm am 12. bei Sin- l'Emagay 140 Hectoliter Wein weg, welche für einen Weinhändler in der genannten Festung bestimmt waren. — Btsanyo» ist in vollkommenem Verthei- digungszustand. Der Platzkommandant, Kommandant der 7 Militärdioiston, General L. d. Premonville, hat die Einwohner eingeladen, entweder sich genügendzu verproviantiren oder die Stadt zu verlassen. Genf, 19. Nov. Nach Berichten 'aus Lyon haben die deutschen Truppen Dole wieder verlassen und haben bei Moissey (15 Kilometer südlich von Dole) Stellung genommen. Die Einschließung von Auxonne gilt als nahe bevorstehend. Ber«, 20. Nov. Heute passirte, von Genf kommend, ein bei Orleans in französische Gefangenschaft gerathenes bayrisches Lazareth mit 150 Krankenwärtern, darunter 12 Frauenzimmer, durch Bern. Brr», 19. (Offiziell). Da die Cernirung von Bel fort vollständig ist und die Schanzen errichtet sind, so hat die Belagerung begonnen. Bei Montbeliard hat ein Gefecht stattgefunden, in Folge dessen die Stadt von deutschen Truppen besetzt wurde. (Allg. Z. Florenz, 17. Nov. Die Regierung verweigert angeblich auf das entschiedenste das. diplomatische Vorgehen mit England und Oesterreich gegen Rußland. Brüffrl, 19. Nov. Nachrichten aus Tours zufolge hat die Regierung die Bildung von 18 neuen Marschregimentern, einem vierten Zuaven- regimente, 6 Bataillonen algerischer Tirailleurs und 5 Bataillonen Infanterie angeordnet. — Ein anderes Dekret verlängert den Termin für die zollfreie Einfuhr von Pulver, Munition und Geschossen bis zum 31. Dezember. Brüffkl, 21. Nov. Die „Liberte" meldet: Bordeaux wurde definitiv zum zukünftigen Regierungssitz gewählt. Die „France" theilt mit, die Negierung habe an die neutralen Mächte eine Note gerichtet, worin sie für deren gute Dienste d^nkt. Brüssel, 20. Nov. (F.J.) Die Regierung in Tours hat an Garibaldi Ausstellungen bezüglich der Exzesse der unter seinen Befehlen stehenden Truppen gerichtet. — Die „Liberte" bringt eine Depesche aus Tours vom 15. d., welche meldet, daß das Korps des Generals Wittich m der Stärcke von 70,000 Mann und eine Armee des Prinzen Friedrich Karl (80,000 Mann) auf Orleans marschiren und eine Schlacht wahrscheinlich ist. In Gien herrscht große Bestürzung. Briese aus Tours geben ein Bild der Entmukhigung und lebhafter Sorgen. Changarnier hat hier die Erklärung abgegeben, daß Marschall Bazaine keineswegs einen Berrath begangen habe und feine Kapitulation ein Akt der Notwendigkeit war; aber er sei zum Oberkommando einer so starken Armee unfähig gewesn. Vermischte Rachrichte». Offenburg, 22. Nov. Heute Nach- uiiltag fiel ein Kind des Steueraussehers Henßel hier durch da8 Gitter der Johannisbrücke i» den Mühlkanal. Hr. Gemeinderath Gerber R. Lehmann, welcher gerade in dienstlichen Geschäften in dem sogenannten Zwinger war, sprang in den Kanal und rettete das Kind mit eigener Lebensgefahr. -j- Hofweier, 20. Nov. Heute hatten wir hier eine erhebende Feier. Gallus Ott, 22*/, Jahre alt, Soldat beim 4. Infanterieregiment auf Vorposten verwundet und in Folge deffen gestorben, wurde zu Grabe geleitet. Groß und erhebend war die Theilnahme am Leichenbegäng- niß. Die hiesige Bevölkerung, insbesondere die Jungfrauen und die Musik, sodann die ständige Mannschaft vom Lanvwehrbataillon Offenburg und die wiedergenesenen Soldaten aus dem La° zarethe daselbst: alles wetteiferte dem im Dienste des Vaterlandes Gefallenen die letzte Ehre zu erweisen. Eine kurze, aber kräftige Ansprache des Herr» Dekan, Grabgesang der Jugend unter Leitung des Herrn Oberlehrer Schell, und drei Gewehrsalocn schloffen die würdige Bestattung des für das Vaterland gefallenen Kriegers. Gott segne die deutschen Waffen und gebe uns einen glücklichen dauernden Frieden! — — Ulm A. Oberkirch, 17. Novbr. Bei der am 16. d. dahier vorgekommenen Bürgermeisterwahl wurde unser seingebildeter Pfarrverweser einstimmig, als^ Bürgermeister gewählt (er hat nämlich eine Stimme bekommen). Der Hr. Kreuzer, so heißt der fromme Mann, ist also eigentlich nicht Bürgermeister geworden; dagegen kann er sich rühmen, den gewählten Bürgermeister im katholischen Männerverein und sonst wo gemacht zu haben: es wurde nämlich der Vorstand dieses Vereins, Moriz Baudendistel; mit 151 gegen 67 Stimmen gewählt. (B.Ldz.) — Karlsruhe, 17. Nov. Legationsrath Frhr. v. Hübner zun. von der österreichischen Gesandtschaft in Frankreich ist hier eingetroffen, nachdem er am 8. d. Mts., begleitet von einer Anzahl österreichisch-ungarischer Staatsangehörigen, Paris verlaffen hatte. Die Absicht des Legationsrathes, nach Tours zu gelangen, konnte nicht ausgeführl werden, da zwischen Paris und jener Stadt Hindernisse der freien Kommunikation bestanden, welche nicht zu überwinden waren. (B. Ehr.) — Karlsruhe. Für den Abgeordneten zur Zweiten Kammer der Ständcversammlung, Oberstaatsanwalt Kiefer in Mannheim, wird im 19. Aemter-Wahlbezirk, Amt Lahr ausschließlich der Stadt, eine Ersatzwahl vorgenommen und mit deren Leitung als landesherrlicher Wahlkommissär der großh. Landeskommiffär Camill Winter in Karlsruhe beauftragt. — Karlsruhe, 21. Nov. Heute früh halb 4 Uhr ist der badische Lazarethzug abermals in der Richtung nach Luneville abgegangen, um Kranke und Verwundete, zunächst der badischen Division, hieber zu bringen. Auch diesmal hat stch Se. Großh. Hoheit der Prinz Karl mehrere Tage vorher nach Luneville, Nancy und Epinal begeben, um dort die zur Fortschaffung nöthige« Vorbereitungen anzuordnen. Der Lazarethzug besteht jetzt aus lauter heizbaren Wagen, so daß für den Transport unserer tapfern Soldaten in der That auf's beste gesorgt wird. (B.CHr.) — Mannheim, 18. Nov. Die Kreisoer- fammlung des Kreises Mannheim tritt am 28. Nov. l. I., Vormittags 9 Uhr, im Rathhause hier zu ihrer diesjährigen ordentlichen Sitzung zusammen. — Straßburg, 19. Nov. Die „Strßbr. Ztg." schreibt: Durch Fürsorge der deutschen Verwaltung wird binnen kurzem die Sparkaffe in den Stand gesetzt sein, ihre Zahlungen wieder aufzunehmen und ihre segensreiche Wirksamkeit auszuüben. Briefkästen. Herrn bl. bl. in Altenheim. Das Sonntagsblatt können Sie allerdings erst am Montag bekommen, da die Landpostboten am Sonntag nicht gehen; dagegen scheint uns gerade unmöglich, daß Sie das Dienstagsblatt nicht schon Dienstags erhalten. Sollte das dennoch der Fall sein, so bitten wir wiederholt um Nachricht, damit wir Abhilfe schaffen können. 1091 | Die Erstürnrnng von le Bonrget am 30. Oetober. (Fortsetzung.) Die winzigen Franzosen waren den Niesen hrr Garde nicht gewachsen, sobald es zum Hand- qemenge kam, und verschwanden unter ihren Kolben- und Faustschlägen. Aber nach dem einstimmigen Zeugniß der Unserigen kämpften viele der Feinde, so lange ein Kampf noch möglich war. mit finsterem verzweifeltem Trotze, als die Hoffnung des Sieges oder des Entrinnens längst geschwunden sein mußte. Die Ueber- Mndenen ergaben sich endlich, aber nur theil- n>eise, und während einige von ihnen die Gewehre fortwarsen und Pardon! schrien, feuerten andere noch, als unsere Soldaten ihnen entgegenkamen, um sie gefangen zu nehmen. Viele, darunter mehrere unserer Offiziere, fielen noch Nif diese Weise, nachvem sie den Kampf bereits als beendet betrachtet hatten. Angesichts des Schmerzes, den diese schwere« Verluste verursachen mußten, handelten unsere Soldaten mit nicht genug zu rühmender, mit kaum glaublicher Gutmüthigkeit. Jeder Franzose, sobald er die Waffen streckte, blieb unbehelligt und wurde zum Gefangenen gemacht, und bald füllten lange Reihen von entwaffneten Voltigeurs de la Garde und Mobilgardisten den Weg von le Bourget nach Goneffe. Sie wurden noch wahrend des Gefechtes in nicht unbedeutenden Massen verbracht und einstweilen in den Kirchen von Gonesse und Bonneuil fcstgehalten. Die religiösen Gebäude haben, im Allgemeinen, eine nicht unbedeutende Rolle in diesem Feldzuge gespielt. Auch die Kirche von le Bourget, in die stch 8 französ. Offiziere und einige 20 Voltigeurs de la Garde geflüchtet hatten, wurde bis zum letzten Augenblicke auf das hartnäckigste vertheidigt. Die Grenadiere vom Kaiser-Franz- Regiment, die das Gebäude endlich nahmen, mußte» zu dem Zweck !u die hohen Kirchea- fenster klettern und den Feind von dort aus, in vollständig exponikter Stellung, so lange beschießen, bis der größte Theil gelobtet und verwundet war und der Rest der verzweifelten Rotte dann erst die Waffen streckte. Endlich tönte auch aus den letzten Häusern das Hornsignal , durch das die Franzosen stch gewöhnlich zur Uebergabe bereit erklärt hatten, und um 12 Uhr erhielt der kommandirende General die Meldung, daß das ganze Dorf in unfern Händen sei. Vorher schon war ein Theil der Besatzung aus le Bourget geflüchtet und zwar auf dem Wege nach St. Denis, der einzigen noch offenen Straße, die ihm das ununterbrochene Feuern der Forts von Aubervilliers, de l'Est und St. Denis, sowie die bei Eour- veuve aufgestellten Batterien frei gehalten hatten. (Schluß folgl.) s. Amtliche Verkündigungen. Die Aufstellung der Geschworenenliste für 1871 betr. Offen bürg. Nro. 11,323. In der heutigen Bezirksrathssitzung wurde folgende Bezirksliste der Geschworenen für 1871 aufgestellt: 1) Carl Frank, Kaufmann von Altenheim, 2) Joh. Georg Roth, Kirchengemeinderath von da, 3) David Sutter, Müller von da, 4) Johannes Wurth 2., Gemeinderesth von da, 5) Josef Scherer, Bierbrauer von Appenweier, 6) Emil Werner, Kaufmann von da, 7) Friedrich Gromer, Landwirth von Bühl, 8) Leo Kling, Landwirth von da, 9) August Glaser, Gastwirth von Oberneffelried, 10) Wendelin Laible, Landwirth von Durbach, 11) Carl Wacker, Gastwirih von Griesheim, 12) Michael Berl, Landwirth von Marlen, 13) Xaver Klem, Färber von da, 14) Thomas Rahner, Müller in Kittersburg, 15) Mathias Gebhard, Bürgermeister von Müllen, 46) Ignaz Gallus, Küfer und Bierwirth von Niederschopfheim, 17) Ludwig Huber, Oberlehrer von Niederschopfheim, 18) Frz. Anton Battiany, Kfm. von Offenburg, 19) Albert Berna, Apotheker von da, 20) Friedrich Borho, Tapezier von da, 21) Carl Geck, Fabrikant von da, 22) Josef Görger, Partikulier von da, 23) Friedrich Krämer, Gastwirth von da, 24) Isaak Offenheimer, Kaufmann von da, 25) Wilhelm Schell, Fabrikant von da, 26) Johann Schnetzer, Kaufmann von Ortenberg, 27) Adolf Stigler, Gastwirth von da, 28) Andreas Junker, Bezirksrflth von Schutterwald, 29) Michael Hätti, Landwirth von Urloffen, 30) Josef Kiefer, Gastwirth von da, 31) Anton Buchert, Gastwirth von Zell, 32) Ignaz Vetter, Glaser von Zunsweier. Dies wird mit dem Anfügen veröffentlicht, daß, wenn ein in diese Liste Eingetragener aus einem gesetzlichen Grunde Befreiung vom Geschworestell- amte nachsuchen will, dies Gesuch mit den erforderlichen Nachweisungen unverzüglich bei Großh. Kreis- und Hofgerichte dahier einzureichen sei. Offenburg, den 16. Novbr. 1870. Großherzogliches Bezirksamt. M o n t f o r t. Die Anfertigung von Wollsocken für die im Felde stehenden Truppe« betr. Offenburg. Nro. 11,479. An die Bürgermeisterämter des Bezirks: Auf Veranlassung des hiesigen Frauenvereines veröffentlichen wir einen Auszug aus einem Schreiben des Centralcomites des badischen Frauenvereines vom 16. d. M., wornach der Bedarf an Wollsocken für die im Felde stehenden Truppen fortwährend ein großer ist und zum Behuf der Anfertigung dieses Gegenstandes auch die Betheiligung der Landgemeinden gewünscht wird. Die Bürgermeisterämter werden ersucht, Hierwegen in ihren Gemeinden geeignete Schritte zu thun und uns in Kenntniß zu setzen, ob und in welchem Maße dort eine solche Arbeit übernommen werden will, worauf der hiesige Frauenverein Muster und Material in die betreffenden Orte senden wird. Offenburq, den 22. Novbr. 1870. Großherzogliches Bezirksamt. M o n t f o r t. Auszug. Karlsruhe, den 16, Novbr. 1870. Badischer Franeuverein, Centraleomite. Nro. 4238. An sämmtliche Bezirks- und Ortsabtheilungen des badischen Frauenvereines: Nach unseren Aufzeichnungen sind bis zum heutigen Tage aus dem hiesigen und dem Filialdepot zu Offenburg und Freiburg nahezu 70,000 Paar Socken abgeliefert worden, wovon weitaus der größte Theil den Trupen im Felde übergeben wurde, und es hat die Großh. Kriegsverwaltung außerdem in diesen letzten Tagen 20,000 Paar Wollsocken den Truppen der badischen Division zugehen lassen. Demungeachtet ist der Winterbedarf an wollenen Socken damit nicht gedeckt, da dieser Gebrauchsgegeustand auf dm Märschen und im sonstigen Dienste der Soldaten einer starken Abnutzung unterworfen ist. Der freiwilligen Frauenarbeit fällt die Aufgabe zu, hier ergänzend thätig zu sein und zum zweiten Male seit Ausbruch des Kriegs wenden wir uns an die Gesammtheit der Vereinsgenossen mit der Bitte, zur Ausgleichung eines Mangels in patriotischer Weise helfend und fordernd mitzuwirken. ' ■ Das Großh. Kriegsministerium hat auf unseren Vorschlag die Bereitwilligkeit ausgesprochen, den Matenalryerth zu bezahlen, wenn dre Frauenvereine der Anfertigung von Socken nach einem denselben zugehenden Muster in größerem Umfange sich unterziehen, wollen. Wir haben deßhalb alsbald Einleitung getroffen, daß ein größeres Quantum Wolle beschafft und die betreffende Anzahl Mustersocken alsbald angescrtigt werde. ... Es versteht sich von selbst, daß der Beizug einer größeren Zahl arbeitender Kräfte eines Ortes und emes Bezirkes erforderlich ist, um der Aufgabe in irgend erheblichem Maße zu genügen. Vor Allem wird es nöthig sein, in stävtischen Kreisen der Mitwirkung der Familien sich zu versichern, sodann aber durch Vermittlung der Pfarrämter, Gemeindebehörden m>d Lehrer alle fleißigen, hinlänglich geübten Hände zur Thätig- leit anzuregen rc. . Der Benath: sgez.s V i e r o r d t. r^tr Bekanntmachungen. Offen bü rg. Nro. 15/W2. ZwHchen dem 6. und 12. ch. M. wurden hier 7 bis 9 Paar Holzschuhe- - Galoschen, welche auf den Sohlen mit den Nummern 28 , 29 und 30 gezeichnet waren, ent- avendet. Wir hitten um .Fahndung. Offenburg, den 18. Novbr. lö70. Großh. Amtsgericht. Ried. 4136. Heuversteigernug. 4139.2.1. Die Stadtgemeinde Oppenau läßt am Samstag den 26. d. M., Vorm. 10 Uhr, auf dem Rathhause allda ca. 45 Zentner Heu I. Qualität an den Meistbieteuden versteigern, wozu die Liebhaber eingeladen werden. Oppenau, den 19. Novbr. 1870. Der Gemeinderath. Huber. Lehmann, Rthschr. Bau- «nd Nutzholzversteigernng. Montag den 5. Dezbr. d. I., Nachm. 2 Uhr, auf der Post in St. Georgen: aus Domänenwald N ö h l i n w a l d bei Peterzell : 88 Stämme, 4 Klötze, 90 Gerüststangen, 2045 Hopfenstangen, 11,160 Nebstecken, 14,525 Bohnenstecken, 975 Rechensticle; aus Domänenwald Hochwald bei St. Georgen : 4§ Gerüststangen. 300 Hopfenstangen, 250 Rebstecken, 125 Bohuenstecken. 1092 Sämmtliches — mit Ausnahme weniger Weiß-1 tannen — Fichten-Erdkeime. Triberg a. Schwarzwald, den 21. Nov. 1870 Großh. Bezirksforstei. Wetzel. 4138. 12 . Grdst.-Nro. 6990: 30 Ruthen Ackerland im Löschengraben, neben Josef Kiefer und Ferd. Rendler's Wwe., taxirt zu 13. 70 fl. Erlach, Bez.-Amt Oberkirch. Stierversteigernng 4137. Freitag den 25. d. M., Vorm. 10 Uhr, versteigern wir aus dem Rathhaufe hier einen fetten Stier. Erlach, den 21. Novbr. 1870. Das Bürgermeisteramt. Walz. vät. Knosp, Rthschr. Steigerungs-Ankündigung. 4097.2.2. In Folge richterlicher Verfügung werden dem — Mathias Heisch — von Zell am Montag den 5. Dezbr. 1870, früh 9 Uhr, in der Laube zu Zell nachstehende Liegenschaften öffentlich versteigert, wobei der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis oder mehr erlöst wird. 1. Grdstr.-Nro. 2563: 22.4 Hofraithe, 18,0 Gemüsegarten, 40 Hofraithe, 33 Ackerland, 113.4 Ruthen mit darauf stehendem einstöckigem Wohnhause mit Keller, Scheuer und Stallung im obern Riedle, neben Christian Wiegele und Vicinalweg, taxirt zu . . 650 fl. 2 . Grdst.-Rro. 2483: 93 Ruthen Reben im Spring, neben Meier Stein und Simon Duf- ner's Erben, taxirt zu 100 fl. 3. Grdst.-Rro. 2871: 58.7 Ruthen Reben an der Sommerhalde, neben Josef Basler und Ferd. Deck, taxirt zu. 200 fl. Grdst.-Rro. 3256: 16,6 Ruthen Reben in der Hald, neben Konrad Basler und Bernhard Stürzel, taxirt zu . . 45 fl. 5. Grdst.-Nro. 3385: 33.5 Ruthen Reben allda, neben Michael Stürzel und Andreas Litterst, taxirt zu. 400 fl. 6. Grdst.-Nro. 3269: 21.8 Ruthen Reben in der hintern Hald, neben Bartholomä Vogt und Bernhard Mayer, taxirt zu . 60 fl. 7. Grdst.-Nro. 3849: 45.6 Ruthen Reben im Bittigrain, neben Josef Klein und Georg Heisch Wwe., taxirt zu .... 80 fl. 8 . Grdst.-Rro. 1813: 47.4 Ruthen Reben im Lotterst- grund, neben Josef Göring und Gewannweg, taxirt zu . . . 100 fl. 9. Grdst.-Rro. 8155: 67,4 Ruthen Wald im Hähnlesberg, neben Michael Busam und Anton Litterst, taxirt zu . . . . . 15 fl. Offenburg, den 4. Novbr. 1870. Der Großh. Notar S erg er. Geld auszuleihen« 4145. 2.1. Der Armenfond in Herzthal hat 200 fl. gegen gerichtliche Versicherung zu 4*/, Procent ouszuleihen. Herzthal, den 22. Novbr. 1870. N. Füß, Armenfondsrechner. Geld auszuleihen. 4118.3.3. Gegen doppelte Versicherung sind 300—400 fl. Mündelgeld auszuleihen — wo? zu erfragen bei der Exped. d. Bl. Loose der Industrie-Ausstellung zu Cassel sind ä fl. 1 45 zu haben bei Alex. Reiff in Offenburg. Kalbfleisch, h 12 kr. per Pfund, bei 4140. Beidt, Metzger in Offenburg Osfenburg. 3986. Es wird in der Haupt-oder einer sonst frequenten Straße der Stadt ein Ladenlocal zu ebener Erde gesucht. Die Räumlichkeiten dürfen nicht groß, wohl aber zur Anbringung eines Auslagfensters geeignet sein. Anmeldungen nimmt die Exped. d. Bl. ent- gegen. _ 4.4. 3512.Z.6. Der Unterzeichnete bescheinigt hiermit, daß die Chocoladenfabrik von Franz §toll- werck u. Iöhne in Köln sich für die Reinheit ihrer Maaren verbürgt und ihre Fabrikation unter sanitätspolizeiliche Controle freiwillig gestellt hat, daß die zur Verwendung kommenden Rohmaterialien und Ingredienzien, sowie auch die fertige Maare analysirt werden und dadurch dem Consumenten eine reine Chocolade, d. h. pure Cacao und Zucker garantirt wird. Köln, 1. Septbr. 1869. Dr. Herm. Bohl, Königlicher Regierungscommiffar und vereidigter Chemiker. Obige mit Recht empfchlenswerthen Choco- laden sind stets vorräthig in Offenburg bei Alex. Reiff, in Kehl bei Apoth. Herrmann, in Kork bei Apoth. H. N e u e r, in Lahr bei C. Huber, in Triberg bei Fs. Pfaff, in Willstätt bei I. F. M a r q u a r d t, in Wolfach bei Pius Armbruster und bei Apotheker W. Bauer. Kleine (Schmiede-) Coaks, 4 28 kr. per Ctr., in der Porzellanfabrik von I. F. Lenz Nachfolger in Zell am Harmersbach (Baden). 3850.Z.13. Grdst.-Nro. 5905: 35,5 Ruthen Reben im Bittler, neben Bernhard Acker's Erben und Friedrich Falk, taxirt zu . 10 . Grdst.-Nro. 6321: 28 Ruthen Reben tm Schlößle, neben Bastl Kiefer und Philipp Rapp, taxirt zu. 11 . Grdst.-Nro. 6292: 19,2 Ruthen Reben allda, neben Michael Vogt und Gabriel Echle, tax. 4130.2.2. 150 Centner gutes Thalheu hat zu verkaufen — wer? sagt die Exped. d. Bl. 100 fl. Osfenburg. 4128.3.2. Zwei gute Ziegen, zwei fette Schweine und ein Haufen Dung wird verkauft Badstraße Nro. 512. 90 fl. Wohnungsgesuch. 4134.2.2. Es wird eine Wohnung mit 3 bis 4 Zimmern, Küche und Zubehör sogleich zu miethen gesucht — von wem? sagt die Exped. 70 fl. I dies. Bl. Osfenburg. Nur 7 Tuge befindet sich hier das große Herren-, Darneu- und Kinder-Schuhlager von I. Wacker, Schnhsabrikant aus Stuttgart. Dasselbe enthält zu auffallend billigen Preisen:' Herrenstieflette« in Vafchet, Lack und Kalbleder, Rohrstiesel mit und ohne Dop,, pelsohlen, ebenso Damenstiefel in Kitz- und Kalbleder mit Leinen- u. Flanellfutter, Zeug-, Tuch- und Filz-Stiefel, alles mit und ohne Absätze. Mädchen- «ud Kinder - Stiefel in großer Auswahl, Pantoffeln u. f. w. Verkaufslocal im Gasthaus zu de« 3 Königen im untern Saale. 4132.2. Kehl. Anzeige. , 4135.2.2. Ich Unterzeichneter mache einem verehrlichen Pub- _ likum die Anzeige, daß ich alle Arten von Taschen- und Wanduhren, Schmucksachen und Blechmnfik-Jnstrn- mente reparire. Auch setze ich Diamanten, die den Schnitt verloren haben, für Glasschneider u. f. w. Uhrmacher. Mein Geschäft ist in der Querstraße hinter Metzger Maus. 4141.2.1. Zwei Zimmer nebst Küche sind bis Weihnachten zu vermiethen. Näheres bei der Exped. d. Bl. 4144.2.1. Zwei möblirte Zimmer hat bis Mitte Dezbr. an einen ledigen Herrn zu ver- miethen_I. Gö rger in Offenburg. Verloren einen rothbraunen Rattenfänger. Der redliche Finder wird gebeten, denselben gegen gute Belohnung abzugeben im Hause des Hrn. Huber, Kinzigvorstadt dahier._ 4142. Vffrnburger Fruchthalle. Markt vom IS. No». 1870. Frucht- Gattung. Eingeführt. Aufgestellt v. letzten Markt. Verkauft. Mittelpreis per Etnr. Bleiben aufge. stellt. Ctnr. Stnr. Ltnr. fl. kr. Cint. Waizen .... 506 506 7 36 — Kernen. _ — — — — — Halbwaizen .. 178 — 178 5 57 — Korn. 28 — 28 5 21 — Haber. 10 __ 10 5 48 - : Gerste. 90 — 90 5 45 — Welschkorn.. . — — — — — — 812 — 812 — . Fraulfurter Curs vom 21. Nov. 1870. Gold «uv Silber. Preußische Cassenscheine.fl. 1 44%—45 Preußische FriedrichSd'or .fl. 9 58—59 Pistolen.fl. 9 47-49 . doppelte . ..fl. 9 47—49 Holländer 10 fl. Stücke. £ 9 54-56 Rand-Ducaten.fl. 5 35—37 , al mareo . . . . fl. 5 36—38 20 Franks-Stück«.fl. 9 33-34 Englische Sovereigns . . . . . fl. 11 54—58 Russische Imperiales .... . . fl. 9 48—50 5 FrancS-Thaler.fl. — Dollar« in Gold . -.fl. 2 27—28 Badische Staatspapiere. Badische 5% Obligationen . . . 98% G. « 4%% do. i. Thl. . . 90% P. . 4% do. i. Thl. . . - Offenburg. Wahlvorschlag. Zu der heute von 8 bis 12 Uhr und 2 bis 4 Uhr Nachmittags stattfindenden Ergänzungswahl des Gemeinderaths wird Herr Wilhelm Schell, Fabrikant, vorgeschlagen. fftr Mt Rchartio« «ramwvrtlich «. R e i!f. - Druck und Balag von tt Reiff und «map.