Amtliches Vertrmdigungsbtatt für dm Kreis Ojfenliurg, ;sowie für die Bezirksämter und Amtsgerichte Offenvvr g und Gengenbach. Erscheint täglich mit Ausnahme Montags, und kostet vierteljährlich in Offenburg 1 fl., für den Landpostbezirk 1 fl. 2 kr., für die übrige« Bostbczirke 1 fl. 7 kr. EinrückungSgebühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr. _ Nro. 306. Offenburg, Samstag den 31. Dezember 1870. Für das mit 1. Januar beginnende «ene Quartal laden wir freundlichst zu zahlreicher und rechtzeitiger Bestellung unseres Blattes ein, und bitten nicht zu übersehen, daß alle Bestellungen bei der Post erneuert werden müssen. PMifchr Rundschau. Öffe«burg, 30. Dez. Die Wiener Montagsr. vom 25. Dezbr. bringt einen Auszug aus der luxemburgischen Antwort vom 14. Dez. auf die Note Bismarcks, welche gleichzeitig allen Ber- tragsmächten milgetheilt wurde. Dieselbe beklagt die ungenauen und übertriebenen Nachrichten, welche der preußischen Note zu Grund liegen, erwähnt, daß Hr. v. Thiele dem luxemburgischen Geschäftsträger in Berlin wiederholt anerkennende Worte über die korrekte Haltung Luxemburgs gesagt habe. Luxemburgs Lage, sowie die Bestimmung des Londoner Vertrags, wornach Luxemburg nur zur Aufrechthaltuug der Ordnung im Innern Soldaten halten darf, vermehrten die Schwierigkeiten der Regierung. Die Regierung wisse nur von einem einzigen Berprovianrirungszug, der in der Nacht vom 24. zum 25. Sept. über Belgien aus einem andern Land verfrachtet ungehindert nach Frankreich gebracht war, obwohl preußische Militär- posten an der Grenze die Zufuhren verhindern konnten. Dagegen habe die Regierung bestimmte Kenntniß von taufenden von Proviantzügen, deren Ladung für das deutsche Heer bestimmt war, wo Lebensmittel, in Luxemburg angekauft, in Luxemburger Wagen transportirt wurden, von denen vrele auch jetzt zum großen Nach- theil des Landes noch nicht zurückgelangt, vielmehr zu deutschen Truppentransporten wie zur Beförderung deutschen Kriegsmaterials benutzt werden. Ohne wiederholter Gebietsvrrletzungen durch bewaffnete deutsche Soldaten zu gedenken, müffe die Regierung die den französischen Konsul betreffende Anschuldigung zurückweisen, dessen Verhalten zu keiner Klage Anlaß geboten Labe. Seine Thätigkeit galt nur der Unter- j ftützung hilfsbedürftiger Franzosen, welche nach i Empfang derselben nach Belgien, also nach anderem neutralem Lande, reisten. Die Neutralität Luxemburgs sei von allen Mächten, die den Londoner Vertrag gezeichnet, garantirt. Die Bestimmungen dieses Vertrags würden keinen Werth haben, wenn eine Vertragsmacht sich herausnehmen könnte» über den Vertrag sich hinwegzusetzen. — Aus Noife le grand, 23. Dez., schreibt man dem Schw. Merkur: Heute finde ich einmal wieder etwas ruhige Zeit zu schreiben; wie lange diese französische Gnadenfrist währt, weiß ich allerdings selbst noch nicht, denn wir sind dicht unter den Kanonen des Mont Avron, der in den letzten Wochen zu einer wahren Festung umgeschaffen wurde, die uns ordentlich zu belästigen versteht. Vorgestern früh mar- schirten wir (Württemberger) Morgens 6 % Uhr in die Allarmstellung — der Avron knallte furchtbar — wohl als Deckung anläßlich eines Ausfalles gegen die Sachsen und die preußische Garde. Um 11 Uhr fing der Avron in großem Zorn über das Vertreiben seiner Kinder an, unser armes Noise mit einem Hagel von Granaten zu überschütten. Sogleich ließen wir die Mannschaft in die Keller flüchten, wir selbst blieben uoch im 2. Stock, um noch etwas beobachten zu können, bald aber flüchteten wir uns in den untern Stock; als sie endlich unser Haus besonders aufs Korn nahmen, so daß die Granatsplitter an- die Fensterladen pochten, mußten auch wir uns zum Keller bequemen. Merkwürdiger Weise traf kein Geschoß das Haus, aber rings ist der Boden durchfurcht. Verloren haben wir nur einen Mann, der am Schenkel verwundet wurde. Zm Ganzen mögen die Herren etwa 5—600 Granaten uns ins Dorf geworfen haben, das auch heute theilweise recht zerstört aussteht. Gut ist es, daß die ftanzös. Granate. Dank ihrem Zeitzünder, weit nicht so zerstörend wirkt, wie die unsrige, oft schlägt eine durch ein Haus durch und krepirt erst jenseits unschädlich, viele krepiren auch gar nicht; ich zahlte gestern deren etwa 25. Dir heute Mor- gm beim Erwachen Vorgefundene Kälte von 6 bis 7 Grad wird durch den Sonnenschein etwas erträglicher. Einheizen dürfen wir kaum, denn so bald die Franzosen ein Kamin rauchen sehen, so schicken sie Granaten, dafür find die Keller jetzt unsere Wohnräume. Hoffentlich wird das Bombardement einige Veränderung bewirken. Wenn ich bedenke, wie lange mir der gestrig Tag von 11—5 Uhr wurde, kann ich kaum glauben, daß den Parisern ein Bombardement ebenso angenehm erscheinen werde, wie eine Zer- nirung. — Der König von Preußen erließ am 22. Dez. an General v. d. Tann folgende Ordre: Das Ihnen untergebene k. bair. 1. Armeekorps hat fast 3 Monate unmittelbar am Feinde gvk standen, in dieser Zeit zahlreiche Gefechte get schlagen und Anstrengungen erduldet, wieselten einem Truppentheile zugefallen. Sie haben sich in dieser Zeit vielfach Anspruch auf Anerkennung erworben, in deren Bethätigung ich Ihne» hiedurch den Orden koar Io wvritv verleihe. Mit dieser Dekoration laffe ich Ihnen jetzt, wo das Armeekorps in sein früheres Verhältniß zur 3. Armee zurückkehrt, auch noch beifolgende 80 eiserne Kreuze 2. Klaffe zugehen und ermächtige Sie, dieselben an Offiziere und Mannt schäften des k. bair. 1. Armeekorps zu vertheilen. die sich unter stattgehabten schwierigen Verhältnissen besonders ausgezeichnet haben. — Stuttgart, 29. Dez. Zn derHeutigea Sitzung der Abgeordnetenkammer wurde ein königliches Reskript verlesen, durch welches Tribunalrath Weber (Mitglied der deutschen Partei) zuüt Präsidenten ernannt wird. (Karlsr. Z.) Mimcht«, 26. Dez. Heute find 1200 franzöß. Kriegsgefangene über hier nach Ingolstadt be» fördert worden. Zn dieser Festung ^finden sich jetzt nahe bei 12,000 Mann. Warms, 28. Dez. Die Worms. Z. schreibt: Auch Graf Bismarck hat das Ehrenbürgerrecht der Stadt Worms angenommen und zeigt dies in einem, heute aus Versailles hier eingetroffenen Schreiben an den Stadtvorstand an. Kable«;, 27. Dez. (Fr. I.) Gestern wurde« die Hausergmthümer hiesiger Stadt polizeilich aufgefordert, da man Unruhen unter den hiest- gen französischen Gefangenen befürchtete, wen» der Generalmarsch geschlagen würde, die HauS- thürrn zu schließen und die Häuser nach der Straße zu erleuchten. Daß diese Anordnung große Aufregung erzeugte, ist erklärlich. Die Raudfchrift eines Königs. Historische Novelle von M. Snt. Rienöorf. (Fortsetzung.) „Soll ich zurückgehen, Fräulein?" fragte dieser. „Nein, nein, bleiben Sie! — Ader ist die Sache auch sicher?" „Vollkommen," nickte der Kronprinz, „ein Anderer schläft für de« kranken Rädel auf der Pritsche und die Wachen sind besorgt. Sehen Sie, jener Rädel hat lange die Schmerzen und Qualen nicht, die dieser hätte, wenn er dort allein mit seine« Gedanken läge!" . . . „Aber der König! wenn's der König erfährt Und mein Vater! Sie sind ein verlorener Manu!" wandte-sich Lonstanze an Rädel. „Schönstes Fräulein, wir habe», allem Möglichen vorgesehen; zu Mitternacht, ehe die Wache wechselt, bin ich wieder Gefangener. Wie aber sollte ich der Versuchung widerstehen, als Seine Hoheit die Anordnung traf und mir ankündigte, daß ich Sir hier sehm werde." „Laßt nur vor der Köuigiu nichts merken!" fiel Wilhelmine ein. „Da — Constanze, gehen Sie mit Rädel dorthin, Sie haben Zeit, sich miteinander auszusprechen; komm Fritz, ich habe mit Dir zu reden! Und Sie, Herr v. Katte und Herr v. Spaen, grüßen Sir unterdeß die Königin und melden Sie sich aus dem Arrest entlassen!" Damit winkte sie und ging mit ihrem Bruder tiefer in den Park. „Hast Du endlich Nachrichten aus England ?", fragte die Prinzessin ihren Bruder: „Gestern in der Nacht hatte ich eine Zusammenkunft mit Guy Dickens." „Aber Du siehst nachdenklich aus, mein Bruder; stvd sie nicht gut?" „Gut oder schlecht, wie soll man's nennen? Alle die alten Freundschasts- und Beileidsver- sicherungen in Hülle und Fülle, allein wo man fie mit der Thal beweisen soll — da kriechen die Bedenklichkeiten und Ausflüchte hervor, wie Kellergewürm nach dem Licht." „Ader bedenke, Heirathsangelegenheiten find immer delikater Natur." — Der Prinz schüttelte mtt dem Kopfe. „Ich unterhandle nicht wegen der Heiratheü, sonder« wegen meiner — Flucht, denn steh, ich halks nun nicht länger aus." „Mein Gott, Bruder, wieder diese Gedanken! Der Schritt ist schrecklich, gefahrvoll; bestnne dich, warte!" „Warte! Za wohl, Du sprichst wie England; immer reiflich überlegen, erwägm, ermessen — ja! Es will ! und kann nicht einmal beim frstn- f öfischen Hose ansragen. was man dort dazu agen würde, wegen augenblicklicher politisch» Constellation. Und mich gar auswchMrn, wenn ich komme? Hu, da erzittern fie und erschreckest. Behandelt man so einen Kronprinzen, dem mast seine Tochter geben will?" „Bruder, lieber Bruder, ich habe Dir schein einmal diesen Gedanken ausgevedet, bedenkt den Vater; er würde außer sich sein." — „Das ist er schon jetzt. — seit gestern ist das Maß voll, ganz voll. Das hat mich fest gemacht, — es ist — aus zwischen uns." (Fortsetzung folgt.) 1220 Vom Kriegsschauplatz. Dresden, 24. Dez. Nach dem Dr. Jour, ist hmte die amtliche Mittheilung hier eingegangen, daß der Kriegsminister Generallieutenant von Fabrice zum Generalgouvrrneur in Versailles ernannt worden ist. — Man schreibt der Nat. Z. aus Versailles den 21. Dez.: Von St. Germain aus konnte man gestern und heute bemerken, daß auf dem Mont Valerien Dinge vorgehen, die manches zu denken geben. Es ist längst kein Geheimniß mehr, daß die Besatzung dieses Forts von Trochu mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt wird. Die Vertheidiger des Valerien sind die Prätorianer in der Armee vor Paris. Es hat ihnen bisher noch an nichts gemangelt; während man seit den Marnegefechten weiß, daß die Vorräthe an frischem Fleisch in den übrigen Befestigungen auf die Neige gehen, lassen die Soldaten, die jene Hauptfestung bewachen, auf dem freien Raum zwischen dem obern Abhang und einer Farme, die nach Rueil zu gelegen ist, Vieh aus die Waide gehen. In den letzten Tagen nun bewegten sich lange Kolonnenzüge von Privatwagen aus der Stadt her nach den Vorrathshäusern der Zitadelle. Man traut dem Gouverneur von Paris jede denkbare Vorsicht zu und nimmt von ihm an, daß er die Rolle des Vertheidigers bis zum Aeußersten treiben wird. Er besitzt nicht den Heroismus der Phrase, der Ducrot sagen ließ, daß er entweder als Sieger oder tobt nach Paris zurückkehren wird. Trochu wird die Stadt halten bis zum letzten Augenblick, aber er wird sich vor einer überflüssigen Aufopferung in Acht nehmen. Daher ist es nicht unmöglich, daß er sich in der entscheidenden Stunde der Uebergabe von dem Stadtregiment lossagt und mit dem Lheil der Truppen, der noch Stand halten will, in das Fort des Valerien zurückzieht. — Aus dem Feldbriefe eines Kölners, Offiziers im Pionier-Bataillon Schulz des 11. Armeekorps, aus Champignh vor Paris den 15. Dez., entnimmt die Köln. Z.: In der vorgestrigen Nacht wurde von einem Pionier unseres Bataillons ein hübsches Stückchen ausgeführt. Wir glaubten nämlich von der französ. Seite der Marne her das Schlagen von Brücken nach einer Marne-Insel hin zu vernehmen, was auf einen Ausfall schließen ließ. Es handelte sich nun darum, Gewißheit hierüber zu erlangen, was nicht anders möglich war, als daß ein Pionier nach der Insel schwamm. Die beiden erwähnten Pioniere meldeten sich freiwillig und führten das Vorhaben aus, trotz der Versicherungen der Würtkemberger, daß dasselbe unausführbar sei. Die Insel war von den Franzosen nicht besetzt, es wurden auch keine Brücken geschlagen. Beim Zurückschwimmen faßte den Unteroffizier in Folge der eisigen Kälte des Wasiers der Krampf, doch wurde derselbe von dem Pionier gerettet und glücklich ans Land gebracht. Bordeaux, 22. Dez. In der Weihnachtsbetrachtung des „Constitutionnel" wird angegeben, daß 30 Departements mit mehr als 14 Millionen Einwohnern von der deutschen Armee besetzt sind. Bordeaux, 23. Dez. Vier Individuen sind zum Tode verurlheilt, 16 andere zu Zwangsarbeit oder Gefängniß, weil sie im Monat August den Alain de Moneys zu Hautefaye lebend verbrannten. (Eine aufgeregte Rotte hatte ihn bekanntlich beschuldigt, Vivo I» krass« gerufen zu haben, und ihn sofort auf freiem Felde verbrannt.) Aus Lyo», 20. Dez. wird der Jndependance belge gemeldet: Garibaldi steht bei Chagny (nordwestl. von Chalons sur Saone u. Braune). Truppen und Artillerie sind aus Lyon zu seiner Verstärkung abgegangcn. Toulouse, 21. Dez. Die Druckerei und Redaktion der „Gazette du Languedoc" wurde wegen eines gegen die Regierung gerichteten Tadels vom Volke zertrümmert. Die französische Regierung verbreitet folgende Nachrichten: Chalons, 28. Dez. Die Vorhut Garibaldi's ist heute früh um 5 Uhr in Dijon eingerückt, welches vom Feind geräumt worden war. (Bestätigung von deutscher Seite nöthig. Wenn sich die Sache aber auch bestätigen sollte, so könnte es sich nur um ein strategische Operation handeln.) Bordeaux, 28. Dez. Gambetta ist heute Mittag in Bordeaux angckommen. Aus B e s a n y o n wird gemeldet, daß zwei Stürme (?) auf die Forts von Belfort in der Nacht vom Dienstag auf den Mittwoch abgeschlagen worden seien. Mülhausen, 26. Dez. Allgemein betrauert wird der Tod des bei Belfort vor acht Tagen verwundeten Oskar Köchlin, Sohn. — Der Berner „Bund" theilt ein Schreiben eines schweizerischen Militärarztes mit, worin Beschwerde geführt wird über unerhörte Verletzungen der Genfer Konvention, deren sich die Franzosen neuerlich schuldig gemacht. Er schreibt: Die Genfer Konvention ist in den Gefechten in den Wäldern von Orleans vielfach verletzt worden. Ich sah am 30. Novbr. einen französ. Militärarzt, von dem nicht nur französ. Gefangene cs behaupten, sondern der selbst offen es eingestanden, daß er mit seinem Revolver viele preußische Verwundete erschossen hat. Er wurde vor ein Kriegsgericht gestellt und erschossen. Viele Franktireurs — so erzählen uns zahlreiche Verwundete — zogen bei rückgängigen Bewegungen Genfer Binden aus der Tasche und glaubten so ihr Leben zu versichern. Das Zielen auf Verwundete kam öfters vor und Verschiedene wissen von Solchen, die 3—5 Schüsse im steib haben, und erzählen beredt von dem Vergnügen (!) feindlicher Patrouillen, auf noch lebende Verwundete Feuer zu geben. Verschiedene Fälle von Verwundungen rühren von Explosions-Flintenkugeln her, deren eine unabge- schossen ich dem Generalarzt übergeben konnte. Patienten fühlen erst einen Schuß und bald darauf einen zweiten stärkeru. Sie haben nur eine Schußöffnung dabei, aber riesige Zerstörungen. Ich habe z. B. einen Fall: Eintritt der Kugel in der Mitte der Wade und der Schußkanal läuft durch die Kniekehle in die Mitte des Oberschenkels. — Einem Privatbrief aus Genf entnimmt das „Frkf. I." folgende Stelle: Noch immer kommen mit jedem Zug Hunderte von Elsässer Mobilen, zwar nicht bewaffnet, aber militärisch organisirt, hier an und gehen am nächsten Tag nach Lyon wieder weiter. Sie scheuen sich auch gar nicht weiter, halten im Bahnhof ihren Appell und kommen, anstatt wie andere Reisende mit Billeten, mit einem Schein in Gruppen von 6 bis 10 Mann hier an, so daß der Regierung auch nicht der gelindeste Zweifel über sie bleiben kann. Telegraphische Nachrichten. Versailles, 28. Dezbr. Vom Mont Avron wurde das Feuer unserer Belagerungsartillerie heute nicht erwiedert. Es feuerten nur die Forts. Am 26. d. erreichte die 1. Armee in Verfolgung des Feindes die Gegend von Bapaume. Die Zahl her Gefangenen hat sich noch vermehrt. v. Podbielski. Lille, 28. Dezbr. Das Hauptquartier der Nordarmee befindet stch in Vitry (Arronbiffe- ment Arras). Arras bleibt eigenen Vertheidig- ungskräften überlassen. Preußische Plänkler erschienen in Masnieres bei Cambrai. Ein kleines Gefecht hat bei Abbeville (an der untern Somme, zwischen Amiens und der Mündung derselben) stattgefunden. Stuttgart, 29. Dezbr. Die Erste Kammer stimmte oen Versassungsverträgen mit 26 gegen 3 Stimmen zu. Dagegen stimmten Neurath, Oettingen-Wallerstein uno Kuhn. Darmstadt, 29. Dezbr. Die Erste Kammer (zugegen Prinz Alexander, Prinz Karl und alle übrigen Mitglieder, ausgenommen Domkapitular Moufang und Graf Görz) nimmt die Bundesverträge einstimmig an. Präsident Graf Erbach- Fürstenau erklärt, er stimme bei, weil die Macht der Thalsachen stärker sei als seine Ansichten. Fürst Isenburg Birstein und Fürst Isenburg- Büdingen pflichten dieser Ansicht bei. Darmstadt, 29. Dez. Im Verlauf der heutigen Sitzung nahm die Erste Kammer einstimmig daS norddeutsche Strafgesetzbuch a« und bewilligte 3,366,000 fl. zur Fortsetzung des Kriegs. Wie», 29. Dezbr. Die Antwort v. Beuft'S auf die Depesche Bismarck's vom 14. d. ist heute i abgegangen. Ton und Inhalt derselben entge- - genkommendst. * Madrid, 28. Dez. Heute Abend 7 % Uhr i schossen — auf dem Weg von den Cortes nach l dem Kriegsministerium — einige Männer in der Calle Alcala auf den Wagen Prim's. Die- ' ser und ein Adjutant sind - verwundet. Die Wunden Prim's bislang nicht gefährlich. Ordnung ungestört, da die Regierung Vorsichtsmaßregeln anwandte, um die Ruhe zu erhalten und die Mörder festzunehmen. Der Vorfall rief den größten Unwillen hervor. Loudo», 28. Dez. Aus Havre wird offiziell gemeldet: Das linke Seineufer von den Franzosen geräumt. Eine ziemlich, bedeutende Preußenmacht bet Aoetot.__ Aus dem Feldbriefe eines OffenburgerS (Fähnrichs im 4. Regiment). Dijon, 21. Dez. Liebe Eltern! Im Besitze Eures Briefes und des Offenburger Paketes schreibe ich Euch nach einem furchtbaren Läge. ^ Auf Sonntag den 18. war ein Vorstoß gegen ~~ den Feind befohlen, der auch glänzend ausgeführt wurde. Die nähere Schilderung des Ganzen werdet Ihr genau aus dem Gefechtsbericht lesen; ich will Euch nur speziell den Antheil unseres Bataillons, welches für sich vvrmar- schirte, schildern. Am 18., Morgens 5 Uhr verließen wir die. Vorposten bei Corceilles und rückten auf einem fast ungangbaren Wege (ein Seitenthal entlang) vor bis aut eine Höhe bei Nuits, 5 Stunden von Dijon. Da entwickelte sich unten im Thale das Gefecht mit der ersten Brigade, welches anhaltend drei Stunden lang dauerte. Endlich sahen wir das Bataillon Ünger vom 3. Regiment die Straße von Dijon hermar- schiren. Wir rückten die Höhe hinunter gegen Nuits, wo in einem Nu mein Premierlieutenant Bender und Sekondelieutenant Neumayr r schwer verwundet wurden. Hierauf nahm Adjutant L e s s i n g die Compagnie, und sofort traf ihn eine feindliche Kugel ins Gesäß. Dann nahm ich die Compagnie und rückte vor die Mairie in Nuits, woselbst wir 60 Gefangene machten. Ich trage den Säbel eines Majors, den ein Sergeant von mir tödtete. Es fielen an diesem heißen Tage 950 brave badische Soldaten und 46 Offiziere. Herzliche Grüße an Alle und frohe _ Weihnachten! __ j Die Mütter. Die Beiwacht lagert im offnen Wald; Zum Feuer schwankt eine schwarze Gestalt. „Ihr Krieger, hier tobte jüngst die Schlachtj Mein braver Sohn hat sie mitgemacht. Er fiel für Deutschland als tapfrer Mann; Sagt, wo ihn die Mutter beweinen kann!" Da erhebt stch Einer und mit der Hand Weist er hinab zum Waloesrand: „Im Hügel dort mit dem Kr.uz von Stein, Da gruben wir ihn mit ven Andern ein!" Und wie sie zum Hügelsaume tritt, Rauscht drüben her ein leiser Schritt. Ein Weib in dunklem Trauergewand Naht langsam sich dem Grabesrand. „Was willst du, Arme, so spät noch hier? * —r „Mein Sohn war fränkischer Offizier; Er focht und fiel in der letzten Schlacht; Sie haben ihn hier zur Ruhe gebracht!" Da drücken sich beide Mütter ans Herz Und weinen sich aus in gleichem Schmerz, Und sinken nieder und beten dazu Am Grabe vereint für der Söhne Ruh! O tto Hörtb. BeWstliste der großh. baü. Feldvidisto». Vom gioßh. Minlfterium milgetheilt. 3. Dragoner-Regiment Prinz Wilhelm. Kümmich, Mich., a. Griesbach, A. Oberkirch vermißt. Stöcklin, Wilh., Lor, a. Weisweil, A. Keu- zingen verm. 1221 Offenburg, 23. SD«*. (Schwurgericht.) • (Fortsetzung statt Schluß.) Peter widersprach namentlich auf Veranlassung Inner damals noch lebenden Ehefrau und des Waisenrichters Vollmer von Eisenthal die unterm 31. Dez. 1869 gegen ihn geltend gemachte Forderung des Lövi von 850 fl., wie er auch gegen die übrigen Forderungen des letzteren Einsprache erhob. Ferner erhob Angesichts der augenscheinlich großen Gefährdung ihres liegen- schaftlichen Beibringens die Ehefrau Peter am 15. Januar d. I. eine Vermögungsabsonderungs- klage gegen ihren Ehemann, und überdies hatte sich Peter bestimmen lassen, den Lövi durch Anwalt Prinz in Baden am 9. Feb. d. I. bei dem dortigen Kreisgericht zur förmlichen klagweisen Geltendmachung seines Anspruchs von 850 fl. aufzufordern. Hieran drohten die Pläne Lövis theilweise zu scheitern. Durch die Ver- wögensabsonderungsklage wurde dem Lövi ein Theil der für seine betrüglichen Forderungen in Aussicht genommenen Befriedigungsobjekte entzogen, falls dieselbe durchgeführt wurde, während Lövi selbstverständlich außer Stande war, seinen Anspruch von 850 fl. thatsächlich vor einem Gerichtshof zu begründen, wo ihm namentlich die Einrede der versprochenen Schuldenzahlung entgegen gehalten worden wäre. Es mußte deßhalb, da Lövi auf diese so wenig, als auf seine übrigen Ansprüche an Peter zu verzichten gewillt war, sowohl die Vermögensabsonderungs- klage der Ehefrau Peter, als die Aufforderungsklage des Peter gegen Lövi weggeschafft und letzterer veranlaßt werden, die sämmtlichen Lchuld- posten im Gesammtbctrage von 1470 fl. nebst 5 Proz. Zins anzuerkennen. Zur Erreichung dieses Zieles gewann auch Lövi bald 2 taugliche Persönlichkeiten, und zwar die eine in der Person des vormaligen Rathschreibers Ignaz Kist von Bühl, welcher bereits wegen mit Dienst- mißbrauch verübter Unterschlagung mitGefäng- niß bestraft und deßwegen seines Dienstes verlustig geworden war, und die andere leider in der Person des Rechtsanwalts Albert Stefan Gambex in Baden, welcher sich indessen schon wiederholte Disziplinarstrafen wegen unwürdigen und eigennützigen Mißbrauchs seiner öffentlichen Vertrauensstellung zugezogen hatte. Kist wurde zunächst am 18. Februar d. I. mit einem schriftlichen Auftrag des Lövi zu der damals schwer erkrankten Ehefrau des Peter nach Affenthal geschickt, welche er zu bestimmen suchte, die Sammtveibindlichkeit für die Schuld ihres Mannes an Lövi zu übernehmen, indem er sie ebenfalls glauben machen wollte, daß Lövi dann die Schulden des letzteren bezahlen werde. Als dieser Plan an dem Widerstreben der Ehefrau Peter scheiterte, lockte jetzt Kist, welchem die be- trügliche Absicht des Lövi wohl bekannt war, den Peter, welcher bereits seit 6 Tagen in meist absichtlich herbeigeführtem Zustand' der Trunkenheit sich befand, in ein Wirlhshaus zu Müllenbach zu dem dort harrenden Lövi, wo er vollends in unzurechnungsfähige Lage durch weitere ihm verabreichte geistige Getränke versetzt wurde. Von hier verbrachten ihn Lövi und Kist zu Wagen nach Baden zu Anwalt Gamber, wo er in noch völliger Betrunkenheit ankam. Hier zeigte nun Lövi dem Letzteren zunächst eine Schuldanerkennungsurkunde Peters vom 17. Febr. d. I., worin dieser unter Zurücknahme seiner bisherigen gerichtlichen Einsprachen die sämmtlichen Forderungen Lövi's anerkannte. Zur Unterschrift dieser Urkunde war Peter am genannten Tage in Gegenwart Kist's unter Benutzung seines völlig berauschten Zustandes, vermocht worden, indem man ihm vorgab, daß es sich nur um die von Peter als s. g. ^kleine Forderungen" bezeich- neten Ansprüche Lövi's an ihn handle. Da diese Anerkennungsurkunde sich ihrer Form nach zur gerichtlichen Geltendmachung der Ansprüche Lövi's nicht eignete, so belehrte Gamber zunächst den letzteren über die richtige Art und Weise der Ausstellung dieser Urkunde. Ferner wurde zwischen Lövi und Gamber verabredet, daß Peter dem letzteren eine Vollmacht behufs dieser Schuldanerkennung unterzeichnen solle, damit diese Anerkennung möglichst unverdächtig erscheine. Unter Benutzung des fortwährend berauschten Zustandes Peters gelang es dem Lövi auch in den nächsten Tagen, die Unterschrift Peters sowohl zu dieser Schuldanerkennungsurkunde für die Summe von 1470 fl. nebst 5 Prozent Zins, als zur^ Vollmacht für Gamber zu erlangen. Die Schuldanerkennungsurkunde war von Kist nach der Instruktion Gambers niedergeschrieben worden, obgleich er wußte, daß Peter damit nur die s. g. kleineren Forderungen Lövi's anzuerkennen wähnte. Nachdem dies gelungen, schritt man zur Beseitigung der Vermögensabsonderungsklage. Gamber schrieb mit verstellter -Schrift ein Vollmachtsformular, d. d. Baden, den 18. Februar 1870, wornach er von Peter zur Bestreitung der Vermögensabsonderungsklage seiner Frau bevollmächtigt wurde. Die Unterschrift dieser Vollmacht gelang Peter im Zimmer Gamber's, nachdem er ein wenig zu sich gekommen war, am genannten Tage nur mit äußerster Mühe, aber ohne alles Bewußtsein, da er sogar mit der Absonderungsklage seiner Ehefrau einverstanden war. Gamber kannte vollständig das Unrecht, welches er mit Annahme dieser Vollmacht beging, da er nur 4 Tage vorher als Bevollmächtigter des Lövi einen Gantantrag gegen Peter gestellt hatte und nach selbst von ihm vor Gericht geltend gemachten Thatsachen die Lage des letzteren ganz genau kannte, somit wußte, daß das Begehren der Ehefrau Peter nur allzu wohl begründet sei. Gleichwohl ließ er sich herbei, das letzte Rettungsmittel der letzteren zu bekämpfen und lediglich aus dem Grunde, um dem Lövi zur Erreichung und Sicherung seiner verbrecherischen Zwecke behilflich zu sein. Nach Unterschrift dieser Vollmacht durch Peter ließ sich Gamber auch von Lövi eine Vollmacht unterschreiben, wornach er die von Anwalt Prinz erhobene Aufforderungsklage des Peter zu bestreiten hatte. Diese Vollmacht wurde indessen vom 28. Febr. datirt, um den Schein zu meiden, daß sie gleichzeitig mit der Vollmacht Peters ausgestellt worden sei. Zur Beseitigung der Aufforderungsklage selbst fertigte indessen Gamber das Konzept eines Briefes an Anwalt Prinz in Baden, inhaltlich dessen Peter letzterem die Vollmacht kündigte, Kist schrieb dieses Konzept ab, Peter mußte unterschreiben und wurde sodann diese Vollmachtküudigung am 18. Februar nach der Rückkunft in Bühl von Lövi und Kist zur Post gegeben. (Schluß folgt.) Gefecht der Badener bei Nuits am 18 . Dezember. . (Schluß.) In diesen Gräben nun gingen wir vor, gebückt, ein Mann hinter dem andern, mit Hurrah unter heftigem Kugelregen, dann wiever niedergeduckt, wenn es zu arg wurde. Wir kamen an den Anfang der Weinselder, welche in großer Ausdehnung um Nuits herum liegen und die Annäherung sehr erschweren, dagegen' dem Feinde Deckung bieten. Unser Schützenzug war ausgeschwärmt in den Reben rechts und links der Straße, doch konnte man nicht gut schießen, da der Feind sehr gedeckt stand und man wenig von ihm sah. Inzwischen wurde das seindliche Feuer von Sekunde zu Sekunde heftiger; ein wahrer Hagel von Kugeln bestrich den Weg und die Weinfelder. Da und dort ein Aufjammern, ein Schmerzensschrei. Doch wir mußten vor; das Signal: „Grenadierregiment vorrücken" ertönte auf dem ganzen Umkreis. In Gottes Namen drauf! Jetzt schwärmte auch mein Zug aus, links in die Weinfelder. Unter heftigem Kugelregen gingen wir mühsam durch die Rebpfähle vor, da und dort sank einer zusammen; wieder legten wir uns nieder auf den Bauch, als das feindliche Feuer zu heftig war, auch feuerten wir, wenn wir einen etwa 200 Schritte vor uns in den Reben sitzenden Franzosen sahen. Wir mußten sie Heraustreiben. Wieder aus! Marsch marsch, Hurrah! Jetzt ließ das feindliche Feuer nach, die Franzosen rannten durch die Weinberge, größrentheils auf der Straße zurück, und wir schossen sie haufenweise zusammen. Andere warfen sich unverwundet in die Gräben, wir machten sie später zu Gefangenen, oder die erbitterten Soldaten schossen sie todt. Doch keine 3 Minuten dauerte es, als das feindliche Feuer in noch furchtbarerer Heftigkeit von neuem begann. Wir hatten die feindlichen Schützen aus den Weinbergen vertrieben, jetzt aber hatten wir auf 200—300 Schritte den Eisenbahndamn vor uns, wo das Ganze, die Hauptmacht der Franzosen, für uns geradezu unsichtbar, förmlich hinter einem Festungswall postirt war. Schnell wieder alles auf den Bauch oder in den Graben. Das Feuer wurde nun immer rasender. Salve um Salve ertönte. Die Kugeln praffelten nur so über uns weg, ich habe noch nie so etwas gehört! Es war fürchterlich. Da und dort wollte ein Wahnsinniger noch etwas vor auf der Straße, er sank, von einer Kugel durchbohrt, zusammen. Da lagen wir im Graben zwischen Leichen von Franzosen, Blutlachen, zertrümmerten Gewehren und sonstigem Zeug, und verlebten eine gräßliche halbe Stunde. Endlich ließ das Feuer plötzlich nach, das 2. Regiment, von Südosten vordringend, mußte den Bahndamm flankirt haben. Jetzt aus! Hurrah vor! Jetzt ging's aber buchstäblich über Leichenhaufen, meist tobte Franzosen, dazwischen ein röchelnder Grenadier. Wir sammelten uns hinter dem Eisenbahndamm, der uns jetzt deckte, und zählten die Häupter unserer Lieben. Wir ruhten ans, noch heftig beschossen von Shrapnels, die wir jedoch nicht achteten. Rechts und links wurde noch scharf gekämpft. Das 2. Reg. war in Nuits eingedrungen. Bald darauf kam der Befehl, nach Boncourt zurück zu marschiren, weil der Feind aus dem Wald von Citeaux heranrücke und unsere Flanke bedrohe. Wir glaubten, noch mehr kämpfen zu müssen. Schon war es dunkel; wir besetzten die Ausgänge des brennenden Dorfes und hatten die ganze Nacht zu wachen und bereit zu sichen, doch erfolgte kein Angriff. Gestern sind wir über Citeaux zurück nach sechsstündigem Marsch todmüde in Dijon angekommen. Amtliche Verkündigungen. Gengenbach. Nro. 6881. An die Gemeinderäthe des Bezirks: ■ , Der Uebereinkunft vom 28. Septbr., betreffend die Ausgleichung und Vergütung der Kriegsleistungen unter de« Gemeinden des Amtsbezirkes sind nun alle Gemeinden auf rechtsgiltige Weise beigetrelen. Hievon werden sämmtliche Gemeinden zu ihrer Beruhigung in Kenntniß gesetzt. Gengenbach, den 24. Dezbr. 1870. Großherzogliches Bezirksamt. _ Rieder. Bekanntmachungen. Aufforderung. 4506.2.1. Zur Fortführung des Lagerbuches ,und Ergänzung der Grundstückspläne in der -Gemarkung Rohrburg wird hiemit Tagfahrt auf ^Donnerstag den 12. Januar 1871, Morgens 8 Uhr) auf das Rathhaus zu Ailenheim anberaumt. Die Grundeigenthümer dieser Gemarkung werden hievon in Kenntniß gesetzt und aufgefordert, über die seit 1. Noobr. 1869 vorgekommenen Veränderungen Handrisse und Meß- ürkunden noch vor der Tagfahrt an den Gemeinderath in Altenheim abzugeben, indem solche sonst auf Kosten der chelr. Grundeigen- ! lhümer beigeschafft werden. Offenburg, den 26. Dezbr. 1870. Der Bezirksgeometer: __ Seufert. Aufforderung 4507.2.1. Zur Fortführung des Lagerbuches und Ergänzung der Grnndllückspiäne in der markung Müllen wird hiemit Tagfahrt auf 1222 Donnerstag den 12. Januar 1871, Mittags 2 Nhr, auf das dortige Rathhaus anberaumt. Die Grundeigenthümer dieser Gemarkung werden hievon in Kenntniß gesetzt und ausgefordert, über die seit 1. Novbr. 1869 vorgekommenen Veränderungen Handrisse und Meßurkunden noch vor der Tagfahrt an den Gemeinderath in Müllen abzügeben, indem solche sonst auf Kosten der betr. Grundeigenthümer beigefchafft werden. Offenburg, den 26. Dezbr. 1870. Der Bezirksgeometer: S e u f e r t. _ ~ Schwarzwald-Bahnba«. 4529.2.1. Wir versteigern mit höherer Ermächtigung an den Meistbietenden bis Donnerstag den 12. Jänner, Morgens 10 Uhr, beim Material-Magazin der Station Triberg in schicklichen Abtheilungen ca. 80 Ztr. alte, disponible gewordene und theilweise noch brauchbare 6" weite Ventilationsröhren, wovon etwa 24 Ztr. aus Zinkblech, und 56 Ztr. aus verbleitem Eisenbleche bestehen. Gleichzeitig werden auch ca. 50 Ztr. altes Gußeisen, größtentheils zerbrochene Rollwagenräder, der Versteigerung ausgesetzt. Die Bedingungen werden vor der Verhandlung bekannt gemacht. Triberg, den 28. Dezbr. 1870. Großh. Eisenbahnbau-Jnspection. G r a b e n d ö r f e r. _ Versteigerung. 4530.2.1. Freilag den 6. Januar 1871, Vormittags 10 Uhr, läßt Unterzeichnete folgende Gegenstände gegen baare Zahlung versteigern: 2 Stellfässer. 5 Fässer, ä 6 Ohm, 2 Fässer, ä 4 Ohm, 4 gepichte Fässer, k 7 Ohm, 6 Fässer, k 50 Maas, 19 Pressionsfäßchen, 24 kleinere Bierfäßchen, 1 große Maischbütte, 1 abgeschlagene Maischbütte, 1 Gährbütle, 5 neue 'Fässer, » 7 Ohm, 1 Circularpumpe, mehrere Loose Bandeisen und Faßdauben, 1 Faßzug, 1 Bierkeflel, erst % Jahr benützt, 16 Ohm haltend, 1 Kastenschlitten und 3 Pferde. Georg Hauß Wittwe zur Schwane in Bo dersweie r bei Kehl. Anzeige. 3355.Z.19. Ich zeige hiermit an, daß ich mich als Anwalt hier niedergelassen habe und in dem Gartenhause der Frau Pfähler Wwe., der Eisenbahn gegenüber, wohne. Offenbnrg, den 1. Septr. 1870. H. Friedman«, Rechtsanwalt._ Punfcheffenje« in versch. Qualitäten bei 4521.2.2._ C. Fink in Offrn burg. 4513.2.2. Beim Jahresschluß empfehle ich mein Lager harwvran'scher Handels- und Geschasts-Bücher zu den Fabrikpreisen. Ferd. Ilölzlin jr. j 4513L.2. in Offenburg. f Dnnksagung. 4518.3.2. Herzlichsten Dank den Einwohnern Offenbnrgs für die freundliche Weihnachtsgabe, sowie dem dortigen Franenverein und Hilfskomite für ihre unermüdliche Fürsorge! Ein glückliches, rechten Frieden bringendes Neujahr uns allen und dem lieben dentschen Vaterlande ! Theodor Fink. 'Rastatt, den 26. Dezbr. 1870. Großer Iurwerkiros. Nur aus 8 Tage befindet sich das größte Herren- | Kleiderlager Süddeutschlands im Gasthaus zum Gugel in Offenburg Wegen Aufgabe meines Reisegeschäftes verkaufe ich, um schnell zu räumen, zu enorm { billigen Preisen. Alles 25 % unter dem Fabrikpreis. Mein Lager besteht in ca. 2000 j Piecen. In meinem Magazin finden Sie alles was Eleganz und Mode erheischt. (Als Beweis £3* neuester Preiseourant!! Winterüberzieher zu 10, 12, 14, 16, 18 bis 26 fl. Complette Anzüge nach neuester Fayon zu 12, 14, 16, 18 bis 30 fl. Complette schwarze Anzüge zu 17, 18, 19'/,, 20 bis 28 fl. Jacqurttes uud Cheviots zn 7, 8, 9, 10, 12 bis 16 fl. Hosen und Westen zu 6, 7, 7'/,, 8, 9 bis 14 fl. Schlafröcke in Floconne und Double zu 10, 12, 14, 16 bis 20 fl. Englische wafferdichte Regenröcke, Knabenanzüge, Knabenpaletots und Joppen tnj größter Auswahl zu enorm billigen Preisen. Wem es daher daran gelegen, sich mit gutgearbeiteten und eleganten Kleidungsstücke | zu versehen, der benütze diese günstige Gelegenheit, denn diese bietet sich nie wieder. Offenburg, den 27. Dezbr. 1870. Bestens empfiehlt sich S. Wormser, Kleiderhandlung aus Mannheim u. Frankfurt a. M. > Nur Gasthaus zum Engel, “iijöSP 4500 3 3. Meine Neujahrs-Bretzeln, deßgleichen Kleine sonstigen Mürbsbackwaaren sowohl als schlagende Stückwaaren bringe für heurige Saison zur Erinnerung. 4502.2.2. Zur Beachtung! 4528. Bei der Unterzeichneten Stelle sind frischgeschossene Hasen und Rehe eingetroffen, wovon die hiesigen Einwohner, die sich auf bevorstehendes Neujahr einen feinen Schmauß zu bereiten gedenken, mit dem Anfügen in Kenntniß gesetzt werden, Bestellungen, insbesondere auf Rehsieisch, ungesäumt einzureichen. Offenburg, den 30. Dezbr. 1870. I Verrechnung der Jagdgesellschaft ' Offenburg. Carl Hambrecht, ! _ wohn haft Ko r ngasse Nr . 18. , | 4536.3.1. Zu vermiethen 2 ineinandergehende : Zimmer mit oder ohne Möbel, sogleich beziehbar, 1 bei Jsenmann und Abele, Bildhauer in Offen- l bürg, Kirchgasse. _ ___ _ j " Danksagung. Herzlichen Dank für die Unterstützung, welche " die Einwohner und Gemeindebehörde Offenbnrgs den Frauen und Kindern der Landwehrmänner seit Beginn des Krieges bis jetzt in patrio- i tischem Sinn haben zu Theil werden lassen, - sowie für die Weihnachtsbescheerung, welch« uns ° «kam. Glück zum neuen Jahre! Rastatt, den 28. Dezbr. 1870. Im Namen der Landwehrmänner: Hei nr. Bianzano. Gefreiter beim 4. Landw ehrba ta illon. Danksägnng. Auch meine drei im Felde stehenden Söhne, Wilhelm, Ferdinand und HeinEch. wünschen ihrem Dank für die frriindlnheu Weihnachtsgaben den verehrten Einwohnern Offenbnrgs Ausdruck zu geben, welchen Auftrag ich mit der größten Freude hiemir vollziehe. Offenburg, den 30. Dezbr. 1870. Lina v. S ch i l l i n g. Danksagung. Offenbura's Bewohnern spricht für die Christ- beschecrung "mein ältester Sohn Emil in einem auch alle in die Conditorei eia- gefälligen Abnahme in empfehlende Alexander Burg, __ _ Conditor. _ Schreiben an mich aus Orgeux seinen Dank in folgenden Worten aus: „Diese Aufmerksamkeit hat mich doppelt gc- „freut, denn ich kann wohl sagen, daß ich die „Stadt Offenburg ehre und liebe, und mit Vergnügen mich an meine Jugcno erinnere, die „ich in derselben zugebracht habe." Offenburg, den 30. Dezbr. 1870. Emil v. Böcklin. Jedem Löosbesitzer sendet A. Dan» in Stuttgart gegen 12' württ. oder fremde Kreuzermarkey die neueste Verloosungsliste über alle bis 1. Januar 1871 gezogenen L>erienloose nebst Verlvysungska lender für 1871 franco zu. Auch sieht derselb' Loose rc. in allen früheren Ziehungen k 3 kr« per Stück nach. _ _• 4517.2. 2. Ein schöner rothge- flecktev l'/rjähriger Zuchtstier (Simmenthaler Rack) ist seil auf dem schwärzenbacher Hof bei Geng e nbach. Thierarzneirecepte werden bestens mnd billigst angefertigt bei Frz. Herrmau« jr. 4475.6.2. _ in Offenburg. _ Danksagung Durch Vermittlung des Herrn G. Pfähler. wurden 120 fl. von Hru. Simpson aus London anher übergeben, mit der Bestimmung, der Waisenhauscommission, dem kath. Pfarramt, dem Protest. Pfarramt dahier, dem Pfarramt zu Oberkirch für das dortige Rettungshaus je dreißig Gulden davon zustellen zu lassen. um. armen Kindern damit eine Weihnachtsfreude zu bereiten. Diese Absicht des edlen Gebers wurde vollkommen erreicht, wie die uns zugekommene Empfangsbescheinigung nachweist. Wir sprechen dem Hrn. Simpson für di« freundlich wohlthÄige Weis«, mit welcher derselbe unserer armen Kinder auch in der Ferne gedacht, unfern verbindlichsten Dank au8. Offenburg, den 29. Dezbr. 1870. S ch a i b k e, Bürgermeister. HLr die «ra«m>sttkich X. Sfdttfl von K, Reiff «od Comp.