Amtlii WigMgslrlM für den Kreis Offenburg, sowie für die Offenburg und Gengenbach. Erscheint täglich mit SuSnahme MontaK, mW kostet vierteljährlich in Offenburg 1 fl., für den Landpostbezirk 1 fl. 2 kr., für die übrigen Postbezirke 1 fl. 7 kr. EinrückungSgwühr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Kaum 3 kr. Xro. 855 Offenburg, Sonntag dm 31. Oktober 1869. Alle Posterpeditionen nehmen Bestellungen des Orten. Boten auf die Monate November und Dezember an. Politische Rundschau. Karlsruhe, 29. Okt. Fortsetzung der 15. Sitzung der zweiten Kammer. Nach Verwerfung des Antrags des Abg. v. Feder und Eröffnung der allgemeinen Diskussion über den vorliegenden Gesetzentwurf erhält zuerst Abg.Kiefer das Wort: Er wolle noch keine Anträge stellen, allein als nöthig fallende Reformen erschienen ihm hauptsächlich 1) Bildung der Volksvertretung auf der Grundlage des allgemeinen direkten Wahlrechts; 2) Abkürzung der Landtags-Perioden; 3) Abkürzung des Abgeordnetenmandats; 4) Aenderung der Wahlbezirke. Die Grundfrage sei aber immer: ob direktes oder indirektes Wahlrecht ein- geführt werden solle. Es sei allerdings richtig, daß eine größere Gefahr bei direkten als bei indirekten Wahlen bestehe, weil das Volk zum Theil noch nicht herangebildet sei, allein man müsse das Volk bilden und zu diesem Zweck seinen ganzen politischen Einfluß geltend machen, um den Einfluß der Bureaukratie der Kirche, welche noch viel gefährlicher sei als die Bureaukratie des Staates, zu brechen; er unterschätze die Gefahr, die von jener Seite komme, nicht, aber er fürchte sie nicht und scheue nicht den offenen Kampf mit derselben, den er mit allen Kräften und aller Energie durchführen wolle, und er hoffe, das badische Volk werde einsehen, wer es am besten mit ihm meine. — Seinen Antrag werde er verschieben bis zur Spezialdebatte zu Art. I. des Gesetzentwurfs. Abg. Seitz erklärt sich einverstanden mit der Abkürzung des Wahlmandats und der Landtags-Perioden, dagegen nicht mit der Einführung des direkten Wahlrechts. Man spreche Seitens der katholischen Volkspartei so viel von dem direkten Wahlrecht; diese Partei habe aber noch nichts gethan, um den katholischen Gemeinden in kirchlicher Beziehung auch nur eine Spur von Wahlrecht zu verschaffen, wie sie dies z. B. in der Schweiz hätten. Er werde wohl für direkte Gemeindewahlen, aber nicht für direkte Kammerwahlen stimmen; er fürchte zwar die direkten Wahlen nicht, denn der Ausgang der Zollparlamentswahlen habe bewiesen, daß doch die liberale Partei gesiegt habe; allein so lange man die direkten Wahlen nicht vor Fälschungen bewahren könne, werde er nie für dieselben sein. Abg. Lindau: Er begrüße zwar die in der Regierungsvorlage gemachten Aenderungen, allein es sei damit nicht genug geschehen; der Gesetzentwurf erfülle nicht alle Wünsche des Volks; vor Allem sei Einführung des direkten Wahlrechts nöthig. Ferner sei es heutzutage ungerecht, baß größere Städte nur 1, kleinere dagegen 2 Abgeordnete wählen; auch die Abgrenzung der Wahlbezirke sei unrichtig, da durch dieselbe die protestantische Bevölkerung vor der katholischen bevorzugt sei. Abg. Conrad: Obwohl er von einem Theil seiner Wähler aufgefordert worden sei, sich an den Debatten zu Gunsten des direkten Wahlrechts zu betheiligen, so müsse er doch, so gern er die Wünsche berücksichtige, in diesem Punkt gegen dieselben sprechen; bei der Abänderung der Gemeindeordnung werde er für direkte Wahlen stimmen. Redner entwickelt hierauf seine Gründe aus den drei Gesichtspunkten: 1) Wer will das allgemeine direkte Stimmrecht? 2) welches ist die beste Wählart? und 3) welche sind die Folgen der einen und der andern Wählart? und kommt zu dem Resultat, daß die indirekten Wahlen für uns das z. Z. allein Annehmbare seien; deßhalb stimme er für die Regierungsvorlage. (Forts, f.) Wir bemerken nur noch, daß gegen die direkte Wahl sprachen Seiz, Conrad, Para- vicini, Huffschmid, Tritscheller, Grimm, Kusel, Lamey und Staatsminister Dr. Jolly; für dieselbe Kiefer, Lindau, Roßhirt, v. Gulat, Esch- bacher, Mühlhäußer, Bisstng, v. Feder, Baumstark und Eckhard. Auf der Gallerie war die ultramontane Partei stark vertreten und mußte oft zur Ruhe verwiesen werden. Die Sitzung dauerte von Morgens 9 Uhr bis Abends halb 6 Uhr ohne Unterbrechung. (B.Ldz.) Karlsruhe, 29. Okt. 16. öffentliche Sitzung der zweiten Kammer. Von dem Abg. Kiefer liegt der Antrag vor, die 63 Abgeordneten sollen aus allgemeiner, unmittelbarer, geheimer Wahl hervorgehen und der Gesetzentwurf soll an die Kommission zurückgewiesen werden auf Grund dieses Antrages. Ta gestern über die unmittelbare und mittelbare Wahlart viel gesprochen worden, so beschließt die Kammer heute, darüber nur noch v. Feder, Kiefer und Näf zu hören. Nach verschiedenen persönlichen Bemerkungen wird Art. 1 mit allen gegen etwa 13 Stimmen (Kiefer, Eckhard, Kayser, Mühlhäußer, v. Feder, Wundt, Fischer, v. Gulat, Roßhirt, Baumstark, Lindau, Bissing, Lender) angenommen. Die 13 Stimmen waren für Kiefers Antrag auf unmittelbare Wahl. Die übrigen Artikel werden ohne Berathung angenommen; bei Art. 3 wird die Erklärung des Berichterstatters zu Protokoll genommen, daß die Annahme eines Nebenamts hier nicht in Betracht kommen soll. Schließlich erfolgt in namentlicher Abstimmung die einstimmige Annahme des Gesetzentwurfs. Ferner wurden verschiedene Petitionen eingereicht, namentlich in Betreff des Verkaufs geistiger Getränke. Berlin, 26. Oct. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses begang die Haushaltsberath- ung. Der neue Finanzminister erklärt, er könne noch keine vollständige Darlegung der finanziellen Lage geben, nur erscheine es ihm als ein dringendes Gebot der Finanzpolitik, eine größere Leichtigkeit der Bewegung bezüglich der Staatsschuldentilgung zu ermöglichen, so daß in günstigen Jahren größere, in ungünstigen kleinere Summen darauf verwendet würden. Auf Antrag Lowe's wird die Finanzdebatte vertagt, bis der Finanzminister die finanzielle Lage darlegen könne. Wien, 24. Okt. (Köln.Z.) Die Neue Freie Presse legt dem Streite zwischen dem Sultan und dem Vizekönige von Aegypten eine große Wichtigkeit bei. Sie bemerkt darüber: „Der Zwist zwischen dem Sultan in Konstantinopel und dem Vizekönige in Kairo ist der Ausdruck Der Spion. Von 3. ef| Namen der Metzger. Mastochsen fleisch. Kuhfleisch. Kalbfleisch. Hammelfleisch. Schweinefleisch kr. kr. fr. kr. kr. Bloch Heinrich — 16 15 — — Frank Eduard — 16 15 — 18 Heilemann Gg. — 16 15 — 18 Kahn Isaak — 16 15 — — SchiUi Georg — 16 15 — 18 Schmidt Ios.Ww. 18 — 15 12 — Schreiber Karl — 16 15 _ 18 Schreiber Xaver — 16 15 — 18 Siesert Leo 18 — 15 ’ 12 18 Siaudinqer Dom. — 16 15 12 18 Veidt Zäkob — 16 14 — 18 Zerrer Heinrich 16 15 18 Die Brodtare bleibt für die genannte Zeit unverändert. Offenburg, den 30. Oklb. 1869. Das Bürgermeisteramt. _ Schaible. Frucht - Mlttelpreise. Ein Centner Achern. 26. October. Gengenbach. 21. October. Gengenbach. 28. October. fl- kr. fl. kr. fl. kr. Waizen . . . Kernen . . . 5 45 6 36 6 48 — _ — _ — __ Halbwaizen. — -- — — 5 12 Korn .... 3 45 4 30 — — Fees .... 4 18 •_ — Haber.... 3 54 5 6 5 6 Geiste.... — — — — — — Welschkorn . — — — — — — 3596.2.1. Eichene Fiöcklinge von 1V 2 — " dH verkauft ^C. Constanzer, Wagner in Griesheiu Offenburg. Verloren. _ 3583.2.1. Eine silberne Spindelnhr mit Kette ist von der Gärtnergasse, an der Kirche vorüber durch die Prädikaturgaffe bis zum Engel, verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten , dieselbe bei der Erped. d. Bl. gegen Belohnung abzugeben. des Offenburger Wochenmarktes vom 30. Oct. 1 Pfund Butter 27—29 kr., 3 Stück Eier kr., 1 Sstr. Kartoffeln 22 kr., 1 Meßle hnen 7 kr., 1 Meßle Erbsen 9 kr., 1 Maas ' 7 kr., 1 Pfd. geräucherter Speck 26—30 kr., 3 6-42 kr., 1 Pfd. Hanf 28—33 kr., EttiM,2 fl. 12 bis 2 fl. 18 kr., 1 Ctr. Stroh s. 18 kr., 100 Köpfe Kraut 3 b. 4 fl. ^es Allerheiligentages wegen it die nächste Nummer glattes am Mittwoch. ___ Riel-.s7ld^ schen Hofbuchha» Für die Redaetzr» verantwortlich A. Reiff. — Druck und Verlag von A, Reiff und Comp, "' 1 l“-“*»--***»**^^ ... -