DerßlrtenauerAote. Amtliches Vertriindigungsbtatt für den Kreis Offenburg, sowie für die Bezirksämter und Amtsgerichte Offenb urg und Gengenbach. Srfcheint täglich mit Ausnahme Montag-, und kostet oierteljährkich in Offenöurz 1 fl., für den Landpostbezirk 1 ff. 2 kt., für die übrigen Postbezirke 1 fl. 7 kr. ElnrückunzSgebuhr: die gespaltene Garmondzeile oder deren Raum 3 kr. Xro. 856. Offen bürg, Mittwoch den 3. November 1869. Politische Rundschau. Osfkllbnrg, 1. Nov. Die Empörung in Dalmatien nimmt größere Verhältnisse an: das benachbarte Montenegro und die Herzegowina nehmen daran Theil, und nichts weniger wird vermuthet und erwartet als eine allgemeine Erhebung der Südslaven — Grund genug, daß gemeldet wird, die Türkei gestehe das Vorgehen der österr. Truppen auf ihrem Gebiete nicht nur bereitwillig zu, sondern werde selbst auch Truppen schicken; auch die Reise des Kaisers soll unter diesen Verhältnissen leicht eine Abkürzung erfahren. Auffallend ist der unver- muthete Ausbruch dieser Empörung. Freilich soll Feldmarschalllieutenant Wagner längst in Wien Andeutungen und Vorstellungen gemacht, daselbst aber kein Gehör gefunden haben, was bereits von österr. Blättern eben so hart getadelt wird als die unzureichenden militärischen Maßnahmen u. s. w. Neben dieser äusseren Empörung geht die innere ZersetzunMSchritt für Schritt einher; nicht nur die Czechen, Polen und Slovenen, auch die Ultramontanen Ty- rols verlangen den Föderalismus, d. h. das System, wo jede Landschaft und Bevölkerung mache» tun» u»ua fu wia. WuS unter foreyc» Verhältnissen aus dem Großstaat Oesterreich' würde, läßt stch leicht denken. — Aus Ungarn die kuriose Nachricht, daß dort jeder der nicht wahlfähig, also auch ein Fremder, noch könne geprügelt werden, sowie die ernste, daß der serbische Fürst Kara Georgewitsch als moralischer Urheber des Mordes des Fürsten Michael solle anaeklagt werden. Bekanntlich herrscht zwischen diesen beiden herrschenden Familien die Blutrache, wo ein Mord den andern hervorruft — ein Zustand der auf eine noch ziemlich niedere Stufe schließen läßt. — In Paris ist die Revolution des 26. Okt. verregnet worden, was der Wiener N. Fr. Presse Stoff gab zu einem theils komischen, theils bitterernsten Artikel und Vergleiche mit einem Bild über das Opfer Isaaks. Was weiter entsteht, ist nicht zu sagen, in jedem Falle aber den Franzosen Glück zu wünschen, daß die bereitgehaltene Militärmacht nicht zur Anwendung kommen konnte. Was haben Der Spion. i Von 3. /. Looper. (Fortsetzung.) „Wer bist du?" schrie Mason und stieß den Kopf des alten Mannes bei jeder Frage in die Ecke der Wand. „Wer, zum Teufel, bist du und wo ist der Engländer? Sprich, du Sap- permenter! Antworte mir, du altes Dohlengesicht, oder ich hänge dich an den Galgen des Spions!" Aber Cäsar blieb standhaft. Weder die Drohungen noch die Stöße konnten eine Antwort von ihm erpressen, bis der Lieutenant, durch einen sehr natürlichen Uebergang in dem Angriff, seinen schweren Stiefel in einer Richtung ausstreckte, die seine Ferse mit dem empfindlichsten Theile des Negers — seinem Schienbeine — in Berührung brachte. Die verstockteste Seele hätte hier nicht länger in Geduld verharren können, und Cäsar gab sich augenblicklich zu erkennen. die Franzosen durch ihre Revolutionen gewonnen ? Erst neulich machte man darauf aufmerksam, daß ein Prinz Murat wegen körper- I licher Mißhandlung eines Mannes als Mitglied der kaiserlichen Familie nicht vor einem gewöhnlichen Gerichtshöfe belangt werden könne. Daß nur ein solcher Fall und eine solche Frage Vorkommen kann erregt ganz eigene Gedanken. Passiver Widerstand, geistiger Kampf in der Volksvertretung, das ist der rechte Weg, den aber die Extremen durch ihre Uebertriebenheiten nur zu oft verderben. — Aus Spanien ewige Hin- und Herberichte über das Suchen und Finden eines Königs; selbst der Herzog von Genua soll nicht wollen. — In Preußen ist der Finanzminister v. der Heydt abgetreten und mit ihm wohl auch sein Vorschlag eines 25prozenti- gen Zuschlags zur Einkommenssteuer; ob der neue Minister Camphausen eine Systemsänderung bedeute, wollen wir erst abwarten. Kladderadatsch hat köstliche Sachen nicht nur über dieses Scheiden des Hrn. v. der Heydt, sondern auch über Napoleon, seine Frau und verschiedene andere Personen und Sachen. — Bei uns in Baden waren letzte Woche bedeutende Kammer- teien als Fortschritt bezeichnet und enifltmmlg angenommen; aber man wünschte von verschiedenen Seiten noch mehr: nicht nur allgemeine geheime, sondern auch unmittelbare Wahlen, einjährigen Staatshaushalt, Einkammersystem, Herabsetzung der Amtsdauer des Abgeordneten von 8 auf 3 oder 4 Jahre rc. Es scheint, daß der Apparat für unser kleines Land zu groß und daß man nach dem Einfachen strebt, was gar nicht übel. Daß die Ultramontanen so sehr aus unmittelbare Wahlen dringen ist allerdings auffallend, und mit Recht wurde ihnen vorgehalten, daß sie ja für Freiheit und freie Wahlen in der Kirche nock nie ein Wort gesprochen, daß ihnen eben die Freiheit nicht Zweck, sondern nur Mittel zum Zweck sei. Daß mit Einführung direkter Wahlen aller Kampf zwischen Staat und Kirche beseitigt, alle politischen Wünsche befriedigt wären, wie einige Herren annehmen, glauben wir nicht; ist man doch in „Au, Maffa! Ihr denkt, ich haben kein Gefühl?" „Beim Himmel!" rief der Lieutenant, „es ist wahrlich der Neger selbst. Halunke, wo ist dein Herr und wer war der Priester?" Indem er so sprach, machte er eine Bewegung, als wollte er den Angriff erneuern; aber Cäsar schrie laut um Gnade und versprach, alles zu sagen, was er wisse. „Wer war der Priester?" wiederholte der Lieutenant, indem er das furchtbare Bein zurückzog, aber in drohender Schwebe hielt. „Harvey! Harvey!" schrie Cäsar und hüpfte von einem Bein auf's andere, so wie er das eine oder das andere in Gefahr glaubte. „Was für ein Harvey? du schwarzes Scheusal!" rief der Lieutenant ungeduldig, und gab ihm das volle Maß seiner Rache zu schmecken, indem er das Bein fahren ließ. „Birch!" schrie Cäsar und fiel auf die Kniee; „die Thränen rollten in großen Tropfen über sein glänzendes Gesicht. „Harvey Birch!" wiederholte der Lieutenant, stieß den Schwarzen von sich und rannte aus der Schweiz nach direkten Wahlen zum sogen. Referendum gekommen, d. h. zur Abstimmung des Volkes über die einzelnen Gesetze. Den nächsten Kampf bei uns bildet die Gesetzesoorlage über die Verwaltung der Stiftungen, gegen welche nicht nur der bischöfliche Protest, sondern auch eine ultramontane Volksversammlung zu Hardheim der Regierung die stärksten Anklagen in's Gesicht schleuderte. Ulm, 28. Okt. (U. Sch.-P.) Die süddeutsche Festungskommisston ist gestern Abend von Rastatt hier eingetroffen. Darmstadt, 28. Okt. (Main-Z.) Generalmajor v. Jungenfeld, Brigadier der Reiterei, ist pen- sionirt worden. Man bringt dies in Verbindung mit der Anwesenheit des preuß. Generals v. Treskow. Sämmtliche hessische Regimentsund Brigadekommandeure haben preuß. Orden erhalten. Darmstadt, 1. Nov. Gestern wurde in ganz Rheinhessen und Starkenburg ein Erdbeben gespürt. In Großgerau wurden einige 30 Erschütterungen gezählt; es stürzte ein Schornstein ein und die Bevölkerung flüchtete theilweise. Darmstadt, 1. Nov. Gestern 5y 2 Uhr wurde hier ein neuer Erdstoß verspürt. Heute Mor- kang ^anoauernkie ^rderschutterung 'kn Kr Richtung von Süd nach Nord statt. Berlin, 30. Okt. Der „Staatsanzeiger" veröffentlicht den Vertrag zwischen dem Norddeutschen Bunde und dem Großherzogthum Baden betreffend Einführung der gegenseitigen militärischen Freizügigkeit, vom 25. Mai 1869. Die vereinigten Ausschüsse des Bundesrathes des Zollvereins für Zoll- und Stellerwesen und für Handel und Verkehr treten am Mittwoch, den 10. November e., zu einer Sitzung zusammen. Brrlin, 30. Okt. Die Geschäftsordnungskommission beantragt in Bezug auf das Schreiben der nordschleswig'schen Abgeordneten Uebergang zur Tagesordnung. " Wien, 30. Okt. Ein Telegramm der „N. Fr. Presse" aus Konstantinopel besagt: Die Pforte gestattet die Benützung des türkischen Gebiets für Militärzwecke. Die Erlaubnis ist dem Zimmer. „Zu den Waffen! Zu den Waffen! Fünfzig Guineen für den Kopf des Krämer-Spions! — Gebt keinen Pardon! — Aufgesessen! Aufgesessen! Zu den Waffen! Zu Pferde!" Während des Lärms, den das Zusammenlaufen der Dragoner verursachte, die tumultuarisch durcheinander nach ihren Pferden rannten, erhob sich Cäsar vom Boden, aus den ihn Mason geworfen hatte, und fing an, die ausgestandenen Gewaltthätigkeiten zu untersuchen. — Zu seinem Glück hatte er den Kopf niedergeduckt und keinen wesentlichen Schaden davon getragen. Achtundzwanzigstes Kapitel. Die Landstraße, die der Krämer und der englische Kapitän reiten mußten, um den Schutz der Berge zu erreichen, lag eine halbe englische Meile vor der Thüre des Hauses offen, das eben noch des Letzteren Gefängniß gewesen war; sie lief die ganze Strecke über die fruchtbare Ebene, die sich dicht an den Fuß des Gebirgs erstreckt, welches hier in einer fast senkrechten Lage aus der Tiefe empor steigt; dann bog sie auch auf das montenegrinische Gebiet ausgedehnt. Prag, 28. Okt. Der böhmische Landtag hat in seiner heutigen Sitzung sämmtliche czechische Mitglieder der Deklaranten-Partei wegen ihres Nichterscheinens als ausgetreten erklärt. Am 30. d. M. findet die Schließung des Landtags statt. Zara, 28. Okt. Durch Gefangennehmungen ist nunmehr amtlich konstatirt, daß sowohl Montenegriner als auch Herzegowiner an dem Cat- tareser Aufstand aktiven Antheil nehmen. Florenz, 31. Okt. Das Parlament ist aus den 28. November einberufen worden. Paris, 31. Okt. Der „Public" widerlegt das Gerücht, der Kaiser habe einen Rückfall gehabt, nur am Freitag sei derselbe von leichten rheumatischen Schmerzen befallen gewesen. Spanien. Man liest im Jrurac Bat vom 29. Okt.: „Man meldet aus Madrid vom 28. Okt., daß Jsabella II. am 22. die Thronentsagung zu Gunsten ihres Sohnes unterzeichnet und eine Vertrauensperson nach Madrid gesandt hat, um dies Aktenstück der Regierung zu übergeben. Madrid, 31. Okt. In einer privaten Versammlung der Majorität erhielt der Herzog von Genua 128 Stimmen gegen 52 Stimmen. Viele Deputirte waren abwesend. Man glaubt, daß der Herzog von Genua in den Cortes im Ganzen 180 Stimmen erhalten werde. London, 28. Okt. Die amerikanischen Landlinien des englischen Kabels sind abermals gestört. Die telegraphische Verbindung mit Amerika ist daher nur durch das französische Kabel unterhalten. Konstantinopel, 28. Okt. Der Kronprinz von Preußen reiste heute Nachmittag über Nhodus nach Jerusalem ab. Konstantinopel, 30. Okt. Der Kaiser von Oesterreich hat soeben das diplomatische Korps empfangen. Mittags begibt sich der Kaiser mit de« Sultan zur Truppenrevue nach Hunkiar- zS'Mtkyc..^vre"y^ ,.Kajskk,M>MM. geladen sind. Das Wetter ist andauernd sehr schön. Vermischte Nachrichten. — Karlsruhe, 31. Okt. Seine König!. Hoheit der Großherzog hat geruht, den Oberamtmann v. Faber in Gernsbach, unter Anerkennung seiner langjährigen und treuen Dienste, in den Ruhestand zu versetzen; den Landeskommissär, Geh. Referendär Fecht in Mannheim zum Direktor des Verwaltungshofs zu ernennen; den Stadtdirektor S t ö s s e r in Heidelberg zum Ministerialrath im Ministerium des Innern zu ernennen, unter Uebertragung der Funktion eines Bevollmächtigten dieses Ministeriums als Landeskommissär für die Kreise Mannheim, Heidelberg und Mosbach, mit dem Wohnsitz in Mannheim; ferner als Amtsvorstände zu versetzen: plötzlich rechts um, und mußte nun den natürlichen Krümmungen folgen, um in das Innere der Hochlande zu gelangen. Damit der angenommene Unterschied des Standes beobachtet werde, ritt Harvey eine kleine _ Strecke seinem Gefährten voraus und blieb in dem mäßigen, ehrbaren Schritt, der sich zu seiner Rolle schickte. Zu ihrer Rechten lag das Infanterie-Regiment, dessen wir bereits erwähnten, in Zelten, und die Posten, die das Lager bewachten, konnte man am Saume der. Berge mit gemessenen Schritten aus und ab marschiren sehen. Heinrichs erster Gedanke war freilich, das Thier, welches er ritt, sogleich zur größten Eile anzutreiben und damit schnell nicht blos seiner Flucht ein Ende zu machen, sondern sich auch von der quälenden Ungewißheit seiner Lage zu befreien. Aber der drängenden, schnelleren Bewegung, die der junge Mann zu diesem Zweck machte, thar der Krämer auf der Stelle Einhalt. „Haltet ein!" rief er, und schnitt ihm mit seinem Pferd behende den Weg ab; „wollt Ihr 1028 nach Gernsbach — den Stadtdirektor Leiber in Bruchsal, nach Bruchsal — den Oberamtmann von Pr een in Lörrach, unter Ernennung zum Stadtdirektor, nach Heidelberg — den Oberamtmann Frech in Kork, unter Ernennung zum Stadtdirektor, nach Lörrach — den Oberamtmann Schupp in Wolfach, nach Kork — den^Oberamtmann Fl ad in Adelsheim; endlich den Oberamtmann Hepting in Pforzheim zum Stadtdirektor zu ernennen. (K. Z.) — Karlsruhe, 1. Nov. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog hat gestern Nachmittag 5*/ 2 Uhr ans Schloß Baden den Baron Greindl empfangen und aus dessen Händen das Schreiben des Königs der Belgier entgegengenommen, welches denselben als Ministerresidenten bei Sr. Kgl. Hoh. beglaubigt; ferner den provisorischen Post- und Eisenbahnamts-Vorstand Jakob Weniger in Lauda zum Postverwalter beim Postamt Heidelberg ernannt. — Karlsruhe, 30. Okt. Der „Staatsanzeiger" Nr. 30 vom 28. d. enthält Bekanntmachungen der Domänendirektion: den Werthtarif der Flußbaumaterialien und der Waldprodukte für die Zeit vom 1. Sept. 1869 bis 1. Sept. 1874 betr. — Kar lsruh e, 26. Okt. Die Kathol. Volkszcitung von Baltimore bringt unterm 2. d. M. folgende Mittheilung, die auch unfern Lesern von besonderem Interesse sein dürfte: „Wir meldeten kürzlich, daß zu Konstanz am Bodensee der vielgenannte Schriftsteller Baumstark zur katholischen Kirche übergetreten sei. Nun kommt aus St. Louis die erfreuliche Nachricht, daß daselbst am 12. Sept. in der St. Josefskirche auch der Bruder des Obengenannten, Herr Herm. M. Baumstark, bisher Professor am dortigen Conkordia-College, das kathol. Glaubensbekenntniß abgelegt habe." — Von der Strafkammer zu Karlsruhe wurd-.Mern.b« MH'r- meisters Stromeyer zu 6 Wochen auf der Festung Rastatt sowie zur Tragung der Kosten verurtheilt. * Offenburg, 2. Nov. Sicherem Vernehmen nach wurde gestern während des Nachmittagsgottesdienstes in der Behausung des Heili- genfondsverrechners Bahr in Bohlsbach eingebrochen und daselbst ca. 740 fl. entwendet. — Die Verwundung, welche neulich ein Unteroffizier aus Elgersweier einer Wirthin daselbst beibrachte, weil sie ihm der Polizeistunde wegen keinen Wein mehr geben wollte, ist zwar, dem Vernehmen nach, schon wieder gut, war also nicht bedeutend, hätte aber eben so leicht bedeutend werden können und bekundet jedenfalls eine große Rohheit. — T r i b e r g, 28. Okt. (B.Z.) Der Winter hat sich bei uns seit gestern so gewaltig eingestellt, daß nur durch Bahnschlitten der Verkehr offen gehalten werden kann. Dieser Um- 1 uns beide unglücklich machen? Bleibt doch in der Rolle eines Schwarzen, der seinem Herrn folgt! Saht Ihr nicht die muthigen Rosse, alle gesattelt und gezäumt, vor dem Haus in der Sonne stehen? Wie lange glaubt Ihr denn, daß der elende Hochländer Gaul, auf dem Ihr reitet, das Davonjagen aushalten kann, wenn uns die Virginier nachsetzen? Jeder Fußbreit, den wir gewinnen können, ohne Aufsehen zu machen, gilt uns einen Tag in unserm Leben. Reitet nur immer hinter mir und seht Euch um Alles nicht um! Sie sind schlau wie die Füchse und blutgierig wie Wölfe!" Heinrich unterdrückte mit Widerwillen seine Ungeduld und folgte der Anleitung des Krämers. Seine Einbildungskraft überfiel ihn jedoch fortwährend, mit dem Geschrei seiner Verfolger, obgleich Birch, der sich gelegentlich einmal umsah, als wollte er seinem Gefährten etwas sagen, ihn versicherte, daß alles ruhig und ohne Argwohn sei wie zuvor. „Aber," sagte Heinrich, „es ist doch unmöglich, daß Cäsar lange unentdeckt bleiben kann — würden wir nicht besser thun, unsere Pferde stand veranlaßt eine wesentliche Beschränkung unserer Bahnarbeiten. — Langenbrücken. (Warnung.) Ein Schwindler bietet in hiesiger Gegend leichtgläubigen Landleuten ein Mittel feil, das die Trächtigkeit der Kühe vermehren soll. Besagtes Mittel ist ein weißes Pulver in Papierkapseln, ab- gethcilt in 12 Theile, und auf der Außenseite mit den Zahlen 1 bis 12 bezeichnet, wovon die geraden des Morgens, die ungeraden des Abends zu geben sind. Jedes Pulver wiegt 0,400 Gramm und kostet das Ganze 36 kr. Die chemische Analyse ergab die Gegenwart von Milchzucker, der in der Schweiz als Nebenerzeugniß aus den Molken gewonnen wird, und dem oben angeführte Eigenschaft vollkommen fehlt. Das Pfund Milchzucker kostet bei den Materialisten 32 kr. und wäre demnach der auf diesem Schwindelweg erzielte Preis 58 fl. — Ko bürg, 28. Okt. Heute Nachmittag fand im benachbarten Neuses, in Rückerts Garten, die feierliche Enthüllung des Denkmals Friedrich Rückert's unter lebhafter Theilnahme der Bevölkerung, der Behörden und künstlerischer Kräfte statt. Die Festrede hielt Kabinets- rath Tempeltey, und ein von Beethoven kompo- nirtes Lied Rückert's bildete die Schußfeier. — Berlin, 29. Okt. Zustrom wurde des versuchten Mordes nicht schuldig, dagegen widernatürlicher Unzucht, verübter Nothzucht und erheblicher Körperverletzung schuldig erklärt und zu fünfzehnjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt. — Hr. Pfarrer Bitzius in Twann (Sohn von Jeremias Gotthelf) hat von der niederländischen Gesellschaft für Beförderung christlicher Lehre rc. den ersten Preis von 560 Thlr. für eine Volksschrift gegen die Todesstrafe erhalten. — New-Aork, 29. Okt. Der Dampfer „Stonewall" ist auf dem Wege von St. Louis nach New-Orleans verbrannt. 200 Personen, darunter viele Frauen und Kinder, sind umgekommen. — Eine neue Art Reclame liest man auf einem .G^Ain in New-Bork. Sie lautet: „q^icr liegt I. S...., er erschoß sich mit einem Revolver, System Colt, der auf der Stelle tödtet, der besten Waffe für diesen Zweck". — Aus Sibirien sind traurige Nachrichten über ein schreckliches Brandunglück eingelaufen, welches die Stadt Jeniffeisk betroffen hat. Das Feuer ist von einem benachbarten Torflager hergekommen, welches seit 3 Jahren brennt und durch heftigen Sturm in ein Flammenmeer verwandelt worden ist. Fast die ganze Stadt ist dem wüthenden Elemente zum Opfer gefallen: 1300 Häuser, 4 Kirchen, 2 Klöster, alle Magazine und ungeheure Getreidevorräthe sind völlig vernichtet, über 100 Leichname völlig verkohlt in den Straßen gefunden worden. Die Einwohner haben sich vor den sie von allen Seiten umzingelnden Flammen auf die im Hafen befindlichen Fahrzeuge geflüchtet; letztere sind aber ebenfalls von den Flammen ergriffen worden und viele Menschen haben ihren Tod im Flusse gefunden. (K.Z.) in Galopp zu nehmen? Wir können in der Zeit, daß sie über die Ursache unserer sonderbaren Flucht Nachdenken, die Ecke des Waldes erreichen." „Ach, da kennt Ihr sie schlecht, Kapitän Whar- ton!" versetzte der Krämer. „Soeben sieht ein Sergeant uns nach, als ob er dächte, daß es nicht so ganz richtig mit uns sei — das scharfe Auge des Kerls hütet mich wie ein Tiger, der auf seine Beute im Hinterhalt lauert; als ich aus dem Block stand, witterte der Bursche schon halb und halb Unrath. — Nun gebt Euerm Thier die Fersen zu kosten — wir müssen die Pferde ein bischen ausgreifen lassen, denn er legte die Hand an den Sattelknopf. — Wenn er jetzt aufsteigt, so sind wir verloren. Die Fußsoldaten können uns mit ihren Kugeln noch erreichen." (Forts, folgt.) L ä t h s t i. Vom Ganzen werden die Letzten gemacht Und die zwei Ersten hineingebracht; Wo diese von Jenen umgeben, Erwarten ein besseres Leben! 1029 Amtliche Verkündigungen. Die Gründung eines Schutzvereins für entlassene Strafgefangene betr. Gengenb ach. Nro. 6702. An die Bürgermeisterämter: Der Schutzverein hat sich auf Grundlage der Offenburger Statuten konstituirt, indem die Mitglieder des Bezirksraths iw den Verein ein- getreten sind und der Amtsvorstand als Vorsitzender ernannt wurde. Es ist aber sehr zu wünschen, daß sich in den einzelnen Gemeinden Zweigvereine bilden und zwar in der Weise, daß diejjerchgen Landwirthe. und Gewerbsleute sich beim Bürgermeisteramt anmelden, welche bereit sind, den entlassenen Strafgefangenen Arbeit zw geben. Es würde damit wenigstens soviel erzielt, daß die Strafgefangenen bei ihrer Rückkehr sogleich Arbeit finden können, während sie svnst oft Tage- und Wochenlang erst um eine Unterkunft und Beschäftigung suchen müffen, ihr in der Strafanstalt verdientes Geld verzehren und entmuthigt sich auf unerlaubte Weise ernähren. Da die entlassenen Gefangenen jeweils an das Bezirksamt gewiesen werden, so wäre es zweckmäßig, wenn demselben Verzeichnisse der Arbeitsgeber zugestellt würden. Gengenbach, den 27. October 1869. Großherzogliches Bezirksamt. Rieder. Bekanntmachungen. Landwirthschastliche Bezirksstelle Offenburg. Generalversammlung im Rathhaussaale dahier Samstag den 6. November, Nachmittags %2 Uhr. Tagesordnung: Wahl des Vorstandes und der Directionsmitglieder. Offenburg, den 2. November 1869. _ Die Direktion. _ 3606. 3605. Offenburg. (Retour-Briefe.) Die Aufgeber nachstehender, dahier zur Post gegebenen Briese, die als unbestellbar zurückgekommen sind, werden zu deren Rückempfang, gegen Entrichtung der darauf hastenden Taxen rc., hiermit aufgefordert. Jakob Kläger in Zürich. Fidel Wick in Luttingen. Wilhelm Oswald in Rheinfelden. Simon Ernst in Urloffen. Karl Klumpp in Höfen. K. Erhardt in Horb. August Hofmann in Hannover. August Walter in Lahr. Jakob Lehmann in Hagenau. Fritz Müller in Stuttgart. Luise Birk wo? Bob in Bühl. Wwe. Gehring in Zunsweier. Marie Kraft in Freiburg. Theresia Haff wo? Mayer in Freiburg. Fr. Gonoville in Lahr. August Faist in Baden. Marie Weibel in Dürenbach. Panther in Bohlsbach. I. Levi in Hechingen. Frau Mayer hier. Leonhard in Rheinbischofsheim. 'Offenburg, den 1. Novbr. 1869. _Großh. Post- und Eisenbahnamt._ Holzversteigerung. 3522.2.2. Aus den Domänenwaldungen des diesseitigen Forstbezirks werden mit Borgsrist bis 1. August 1870 versteigert: Freitag den 5. Novbr. d. I., Vormittags 9 Uhr, im Gasthaus zur Sonne dahier aus dem ganzen District Hüttersbach und dem District Schnaitberg, Abth. Lampertskopf u. Kostgrund: , 307 tannene Bau- und Sägstämme, 59 tan- nene Klötze, 2 Eichenstämme, 3 Buchenklötze, 74 schäleichene Wagnerstangen, 2% Klftr. buchenes, 7 Klftr. schäleichenes, 31 Klftr. tynnenes und l * 1 2 3 4 5 6 7 8 / 4 Klftr. gemischtes Scheitholz, 37% Klftr. buchenes, 173% Klftr. schäleichenes, 6 Klftr. tannenes, 54% Klftr. birkenes und 18% Klftr. gemischtes Prü- gclholz, 9% Klftr. weißtann ene Rinden, 17 Klftr. tannenes Stockholz, 1800 buchene, 6200 eichene, 2600 birkene, 650 tannene und 1300 gemischte Wellen und mehrere Loose Schlagraum. Montag den 8. Novbr. d. I. aus dem ganzen District Mooswald: 3871 tannene Sägklötze, 2085 tannene Lattenklötze, 538 tannene Baustämme, 17 Buchenstämme und 7% Klftr. tannenes Rebstecken- holz. Ferner werden aus dem Distr. M o o s w a l d, Abth. Kornebene, ungefähr 7000 tannene Hopfenstangen auf dem Stocke versteigert. Dienstag den 9. Novbr. d. I. aus dem ganzen District Mooswald und dem District Schnaitberg, Abth. Wolfsgrund: 10 Klftr. buchenes und 497 Klftr. tannenes Scheitholz, 6% Klftr. buchenes, 21% Klftr. schäleichenes, 5% Klftr. birkenes, 78 Klftr. tannenes und 2 Klftr. gemischtes Prügelholz, 40 Klftr. tannenes Stockholz, 4100 tannene, 250 eichene und 900 gemischte Wellen und mehrere Loose Schlagraum. Die Versteigerung findet an beiden Tagen im Gasthaus zum Anker in Fabrik Nordrach, jeweils Vormittags 10 Uhr, statt. Gengenbach, den 25. Octbr. 1869. Großh. Bezirksforstei. _ M e z el.__ Dürrholzversteigerung. Aus verschiedenen Schlägen des,Offenburger Stadtwaldes werden am Freitag den 5. Novbr. l. I., Vormittags 10 Uhr, 7 Klftr. gemischtes Prügelholz und 3850 gemischte Wellen versteigert. Zusammenkunft am Waldhüterhaus in Langhurst. Offenburg, den 1. Novbr. 1869. Städtische Bezirksforstei. _ Ganter. _ Duug- und Weidenversteigerung. 3600.2.1. Die Gemeinde Griesheim läßt am Donnerstag den 4. Novbr. d. I., Nachmittags 1 Uhr, einen Haufen Dung auf dem Platze bei der Stierstallung öffentlich versteigern. Nach beendigter Dungversteigerung wird das Weidenerträgniß vom Fohlengarten am Eingang des Orts Griesheim ebenfalls auf dem Platze versteigert. Griesheim, den 30. Octbr. 1869. Das Bürgermeisteramt. ______ Siegrist._ Osfenburq. Steigerungs-Ankündigung. 3366.2.2. In Folge richterlicher Verfügung wird die dem Hrn. I. C a st b e r g dahier gehörige Behausung am Montag den 8. Novbr. 1869, früh 9 Uhr, im R a t h h a u s e dahier öffentlich versteigert, und zwar: Grdst.-Nr. 439,2: 22,5 Ruthen. Ein zweistöckiges Wohnhaus mit Anbau, gewölbtem Keller, nebst allen übrigen liegenschaftlichen Zugebörden dieser Realitäten in der Ritterstraße hier, Haus-Nr. 275, einers. Wurster Ludwig Schmidt von hier, anders. Gasdirector Johann Adam Nußbaum von da, vornen die Ritterstraße, hinten Kaufmann Karl Fink dahier, taxirt zu . 8000 fl. Der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis oder mehr erlöst wird. Die Steigerungsbedingnngen können inzwischen im Geschäftszimmer des Unterzeichneten eingesehen werden. Offenburg, den 10. Octbr. 1869. Der Großh. Notar __ S e r g e r. _ Steigerungs-Ankündigung . 3607. In Folge richterlicher Verfügung wird den Wilhelm Stigler's Eheleuten in Ortcnberg am Mittwoch den 24. November 1869, Vormittags 9 Uhr, im Rebstockwirthshaus zu Ohlsbach nachbenanntes Grundstück öffentlich zu Eigenthum versteigert und endgültig zugeschlagen, wenn mindestens der Schätzungspreis erreicht wird: Zwei Viertel Acker in der Nachtwaide , Gemarkung Ohlsbach, neben Gregor Wagenmann und August Stigler von Ortenberg. Anschlag. 450 fl. Gengenbach, den 30. Octbr. 1869. Großh. Notar S e i tz. __ Kuh-Versteigerung. ~~ 3626. In Folge richterlicher Verfügung wird Donnerstag den 4. November l. I., Morgens 8 Uhr, beim Rathhaus in Windschläg eine Kuh gegen baare Zahlung öffentlich versteigert. Offenburg, den 27. Octbr. 1869. K l e t t, Gerichtsvollzieher. Wein und Fastversteigerung. 3554.3.2. Am Dienstag den 9. Novbr. d. I., Vormittags %11 Uhr, werden aus dem Nach- laffe der verstorbenen Xaver Henco Wwe. von hier in der Behausung in der Gerberstraße nachfolgend verzeichnete, rein und gut erhaltene Weine und Faß öffentlich gegen Baarzahlung versteigert: 1200 Maas 1868er Weißer, 1100 „ 1866er do., 2110 „ 1867er do., 360 „ alter do.; sodann 13 Faß von 100 bis 1200 Maas- Gehalt. Offenburg, den 27. October 1869. Al. Stöhr, Waisenrichter. Aeeordvergebung. 3574.2.2. O f f e n b u r g. Zu Erbauung vom Fabriklokalitäten für Herrn W. Schell dahier sollen nachstehende Bauarbeiten vermittelst schrist- licher Soumission in Accord gegeben werden: im Anschlag von 1) Maurerarbeiten . . 2065 fl. 23 Kr. 2) Gypserarbeiten . . 362 fl. 30 kr. 3) Steinhauerarbeiten. . 201 fl. 56 kr. 4) Zimmermannsarbeiten . 1473 fl. 44 kr. 5) Schreinerarbeiten . . 308 fl. 4 kr. 6) Schlofferarbeiten . . 113 fl. 12 kr. 7) Blechnerarbeiten . . 78 fl. 38 kr. 8) Tünchnerarbeiten . . 46 fl. 40 kr. Plan, Ueberschlag und Accordbedingungen sind inzwischen auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht aufgelegt. Die Soumissionen müffen versiegelt und mit der Aufschrift versehen längstens bis Samstag de» 6. Novbr. l. I., Mittags 12 Uhr, abgegeben sein, indem spätere Eingaben nicht mehr berücksichtigt werden können. Offenburg, den 12. Octbr. 1869. __Armbruster, Arch itect. Osfenburg. 3622.2.1. Eine größere Partie Weiden aus dem Stocke verkauft: Max Wild. 1030 Offenburg. 3621.2.1 Unterzeichneter taust und verkauft fortwährend getragene Kleider. 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