Der HrtemuerHote« Amtliches Verlmndiaungsblatt für den Kreis Ojfenlmrg, sowie für die Bezirksämter und Amtsgerichte Offenbur g und Gengendach. Erscheint täglich mit Ausnahme Montag», und foftet vierteljährlich in Offenburg 1 fl., für den Landpostbezirk 1 fl. 2 kr., für die übrigen Postbezirke 1 fl. 7 kr. «inrückunsigebühr: die gefpaltme Garmsndzeile oder deren Raum S kr. Vro. 282. Ottenburg, Freitag den 3. Dezember 1869. Politische Rundschau. Ossenburg. 2. De;. Die Thronrede Napoleons tit et schienen und mach! ihrem Meister alle Ehre; er versteht es seine Franzosen zu packen, und jedenfalls ist ein ungeheurer Wechsel zwischen der Zeit seiner Krankheit, wo er samt seiner Herrschaft schon verloren schien, und 'heute. Für die Ordnung will er folgen; die Freiheit her beizuführen sollen sie ihm helfen. "Ein gewichtiges Wort! Auch die Einweihung des Cüezkanals und die Anwesenheit seiner -Frau dabei weih er geschickt zu verwerthen. 'Aensserst optimistisch und hoffnungsreich aber sind seine Erwartungen bezüglich des Concils — Erwartungen, die wir nicht »heilen; dagegen scheint Rochefort und seine Wähler für ihr .Treiben einen gewaltigen Stoß erlitten zu habe», und zwar mit Recht. Wie weit die wirk- .liche freie Gestaltung und Selbstregierung nun gedeihen werde, bleibt abzuwarken; so viel aber ist sicher: ohne Ordnung keine Freiheit, und bedeutungsvoll sagte selbst ein Levru-Rollin, von blutigen Auftritten wolle er nichts wissen, -den Purpur solle man den Herschern überlasse«. — Der Bischof von Orleans hat nicht nur in einem Hirtenbrief an stinen Klerus die Erwartung ausgesprochen, daß das Concil keine unsinnigen Beschlüsse fassen werde, er hat auch den bekannten Fanatiker Veuillot, Redakiör des „Univers", mit den stärksten Ausdrücken zurückgewiesen; dafür ist aber auch die „Unita Cat- tolica" mit seiner Sprache gar nicht zufrieden: die Unfehlbarkeit des Papstes, sagt sie, werde schon seit 19. Jahrhunderten geglaubt und man hatte davon gar nicht sprechen sollen (allerdings!); die Zustimmung der Bischöfe zu dem Dogma der unbefleckten Empfängniß, wo der Papst diktirt unv die Bischöfe keine Zeile der Erwiderung geschrieben, sei eigentlich schon ein gehörig bedeutsamer Vorgang gewesen (leider!). Man weiß nicht worüber man sich mehr wundern soll, über die kühne geschichtliche Auffassung, wie sie da hervortritt, oder über die Compli- mrnte für die Bischöfe, welche diese freilich verdient haben. Hiezu eine Nebenbemerkung. Mancher dürste sich wundern, daß wir uns soviel mit kirchlichen Fragen befassen, und in der That gibt es Leute und Blätter, wie r. B. die demokiatischen, welche glauben, all diese Dinge seien gar nicht der Rede werth; wer aber weiß, in welche Finsterniß und Barbarei die europäische Welt nach den schönsten und lichtesten Perioden wieder verfallen und zurückgeschleudert werden konnte, daß z. B. kaum 100 Jahre seit den abscheulichen Hexenprozeffen vergangen sind, der wird eine andere Ansicht bekommen und mit uns übereinstimmen, daß man in diesem Punkte nicht genug aufmerksam und unermüdlich sein könne. — Im preußischen Abgeordnetenhause fanden kürzlich bedeutende Verhandlungen statt über das Treiben der altlutherischen orthodoxen Partei in Hannover. Selbst der Kultusminister Hr. v. Mühler mußte zugeben, daß dieses Treiben sehr welfisch-partikularistisch und eigentlich ein Hohn aus Preußen sei; mit Recht aber wurde ihm bemerkt, daß er eigentlich mit seinem System dieses Treiben begünstige. Man sieht, auch in Preußen regt sich der freie Geist und sind solche Fragen uuv.rmeid- lich. Eine Commission des Abgeordnetenhauses hat auch die Einführung der Civilehe und weltliche StaiideSbuchführnng begutachtet, ganz nach den Grundsätzen wie sie jüngst in unserer zweiten Kammer angenommen wurden. — In Bayern ruft der gebildete Theil der Bevölkerung in Veisammlungen und Adressen nach Erhaltung des Ministeriums Hohenlohe-Hörmann; allein was machen, wenn z. B. die ultramontane Majorität die Steuern verweigert? Over will man zum dritten mal die Entscheidung des Volkes anrufen? Freilich hat auch ein ultra- montanes Ministerium keine entscheidende Majorität. — Interessant ist die Ansicht demokratischer Blätter, welche den Sieg ,ber Ultramontanen in Bayern niemand anders schuld geben als der deutschen Fortschrittspartei: — eine sehr billige Beschuldigung, wenn man selbst gar keinen Einfluß aufzuweisen hat. Jnrwischen ist der demokratische Abg. Kolb, der bei den Neuwahlen in der Pfalz durchfiel, in Würzburg zum ersten Ersatzmann gewählt und. da sein Vormann auf die Abgeordnetenstelle verzichtete, wieder Abgeordneter geworden. — Aus Rom die sonderbare Nachricht, daß einige Würktemberger in päpstlichen Diensten ihrer daselbst anwesenden Königin ihre Noih klagen wollten, ihr Vorha- - ben aber verrathen und sie in die Kaserne gesperrt wurden.— Karlsruhe, 27. Nov. Die erste Kammer nahm in ihrer heutigen Sitzung den von der zweiten Kammer bereits genehmigten Gesetzes- entwurf über Kompetenzelweiterung der Schwurgerichte hinsichtlich .der politischen und Preßoer- gehen mit 13 gegen 7 Stimmen an. München/ 29. Nov. Se. Maj. der K ö n ijj, welcher . sich gegenwärtig in Hohenschwangau befindet, hat auf die Kunde von dem Rück- tritlsbeschlnß des Staatsministeriums sofort seinen Sekretär, Appellrath Eisenhart, hieher entsendet, und dieser hat, da es der bestimmte Wunsch des Königs sei, Alles aufgeboten, den Entschluß der Minister rückgängig zu machen. Hr. Eisenhart ist heute nach Hohenschwangau zurückgereist, ohne den Zweck seiner Mission erreicht zu haben. Inzwischen erfährt man aus vielen Städten, dag von dort Bitten an den König gerichtet werden, das Ministerium bei- zuhalten; so von Kempten, Augsburg, Schwab- münchen, Schweinfurt u. s. w. --- Dem Vernehmen nach ist die Vorstellung, welche das Ge- sammtministerium an Se. Maj. den König zu richten am Freitag beschlossen hat, ein umfassendes und eingehend begründetes Aktenstück, das wohl die Bezeichnung einer Denkschrift beanspruchen darf. Hamburg, 30. Nov. Bei der heutigen Abqe- ordnetenwahl für den Obertaunuskreis wurde der Kandidat der Fortschrittspartei, Fabrikant Klotz, mit 94 gegen 93 Stimmen gewählt. Dresden, 29. Nov. Die Erste Kammer hat heute die Beschlüsse der Zweiten Kammer betr. die Aushebung des Patronalsrechtes einstimmig abgelehut. Die Zweite Kammer htt bei der fortgesetzten Beralhung des Preßgesetzes die Gestellung der Pflichtexemplare abgelehnt und die Verböte zum Vertriebe ausländischer Zeitungen van der Verwaltungsbehörde an das Gericht v rwiesen. Hannover, 30. Nov. Bei den gestrigen Bür- geivorireherwahlen, für welche die welfische Par- D e r S p i o n. , . Bon - 3. 867 eine gemeinsame Angelegenheit sei. Paris, 30. Nov. Die verheißenen Reformen scheinen dem „Journ. des Dcb." ziemlich ungenügend zu sein; es meint: „Wenn das die rin- Men freien Institutionen sind, deren zu genießen Frankreich berufen ist, so hätte es eben keine großen Anstrengungen zu machen, um zu zeigen,'daß es fähig ist, sie zu ertragen, ohne wieder in bedauerliche Exzesse zu verfallen, wo- Wor es der Kaiser warnt." lömvittt, 1. Dez. Die „Morning Post" schreibt: 'Die Gefahr einer Friedensstörung durch die tgyptistz Differenz ist in Folge der Ueberein- IMmuag der französischen und englischen Diplomatie, sowie durch die würdevolle Haltung des Duttans um so geringer, als das Völkerrecht krttbestrettbar aus Seiten des Sultans ist. vekvüschte Mchrichtr«. * Offenburg. „Erlaß aus dem Mittel- vlter". Am schien Feiertage war der größte Dheil unserer Gemeinde nebst dem Synagogen- Mhe Dl. in der Synagoge versammelt zu einer Zeit, wo man schon längst das Abendgebet ver- rrchten durfte. Unterdessen pülitistrten Vorstand Büdrnheimer, Synagogenrath Stein mit einigen Gemeindemitgliedern an einem Orte, wo jede Zusammenkunft vom Eynagogenrathe strengstens ver boten ist. Auf das allgemeine Verlangen hin begann der Vorsänger mit der Einwilligung des Cyuagogenraths Dl. den Gottesdienst? Endlich gefiel es den Herren einzutreten; am dar- Mffölgktiden erließen sie, da das Kommando zum Beginn des Gottesdienstes nicht von ihnen ans ging und sie sich dadurch gekränkt fühlten, eine Verordnung, die mich recht an die willkür- liche, dlspotische Herrschaft des Mittelalters erinnert, folgenden Inhalts: „Wer den Vorsänger Hecht den 'Gottesdienst beginnen oder wenn ' der Vorsänger den Gottesdienst beginnt, bevor 'der Shnagdgrnrath da ist und ihm die Erlaub- Mß gibt, befällt in eine Strafe von „Einem Gulden". Da der Synagogenrath fchr selten oder fast gar nie den Gottesdienst' besucht, so wäre die Gemeinde genöthigt, die Synagoge zu schließen. Glaubt vielleicht der Synagchenrach, daß bei dieser Witterung Jemand Lust hat auf ihn zu warten? Mögen doch die Gemeindemit- glieder energisch auftreken, um die gehörigen Schritte gegen eine solch' unsinnige Beroronung zu thun, wozu der Synagogenrath keine Befug- niß hat. Üeber die Balgerei des Vorstandes Bodenheimer, die derselbe begann vor der Synagoge zur Vorbereitung eines Trauertages, wird der Verfaffer dieser Zeilen demnächst berichten. Schöne Zustände! Einstweileu — sapienti sat. — Karlsruhe, 29. Nov. Der Zentralausschuß des landwirthschaftlichen Vereins wird für dieses Jahr auf den 13. Dezember einberufen werden. Dem Vernehmen nach beabsichtigt das Handelsministerium, drei als Privat- beschäler vorzüglich geeignete Hengste in Hannover aukaufen zu lassen, welche au Kreisverbände, landw. Bezirksvereine, Gemeinden oder Privaten des Landes unter der Bedingung der Benützung und unter Zusage eines jährlichen Beitrags zu den Unterhaltungskosten von 200 Gulden verkauft oder versteigert werden sollen. (.Lbw.W.) — Karlsruhe, 30. Nov. Dem Postexpeditor Franz Grimm in Freudenberg wurde die erledigte Postexpedition Oberkirch übertragen. — Karlsruhe, 30. Nov. In Betreff der bei Pforzheim verübten schauderhaften Ermordung eiuer Frauensperson, deren Kleider halb- zerrissen um die entkleidete Leiche herumtagen und deren Schädel koloffale Verletzungen halte, ist nunmehr festgeftellt, daß die Ermordete Christine Schwill heißt und von Wäschenbeuern, ( königl. württembergischen Lberamks Welzheim eine 37 Jahre alte, übelbeleumundete Taglöhnerin ist, welche in abwechselnder Begleitung von Mannspersonen mehr dem Bettel und Müs- figang als der Arbeit nachzog, dem Trunk er- ergeben war, und schon wiederholt des badischen Landes verwiesen wurde. Bezüglich des Thäters hören wir, daß der dringende Verdacht aus einem gewissen Johann Martin Rauschenberger von Wittlensweiler, Oberamt Freudeustadt, ruht, welcher noch am 11. Nov., also wenige Tage vor der Tbat, mit der Echwilk in Neuenbürg übernachtete und sie schon dort mit Todtschlagen bedrohte. Rauschenberger soll erst diesen Sommer aus dem Zuchthaus entlassen worden sein, und er wurde, wie uns so eben witgetheitt wird, gestern Abend in Eglosheim im Würt- tembergijchen verhaftet. Sofern sich die Verdachtsgründe bestätigen, wird die Fortführung der Untersuchung und Aburiheilung muthmaß- lich von den württembergischm Gerichten erfolgen. (Bad. Ehr.) — R a st a t t, 28. Nov. Gestern wurde von Schulkindern bemerkt, daß die sonst offen stehende Eingangsthüre der Einsiedelkapelle fast ganz zugemacht war, zeitweise aber wieder geöffnet wurde, wobei ein Männergestcht zum Vorschein kam, aber gleich wieder verschwand. Lies auf* Hallende Benehmen des ManneS veranlaßt« eines der Kinder, hievon der Polizei Anzeige zu machen, wodurch es gelang, zwei Kirchqrdiebe, welche dein Vernehmen nach den Opferstöck der Kapelle erbrochen und des Inhalts beraubt hatten, auf der Straße festzunebmen. — Verflossenen Samstag hatten wir Nachts einen orkanartigen Sturm bei 10 Gr. R. Wärme mit starkem Regen, in Folge dessen der Schnee in den Hochgebirgen schmolz und gegen Sonntag Abend die Murg so sehr angeschwollen war, daß nur ein paar Fuß'noch fehlten, und die hohen Ufer- dämme und Brücken wären überschwemmt worden. Einige Straßen unv viele Keller in den niedern Sladttheilen wurden unter Wasser gesetzt. (B.Ldz) — Pforzheim, 29. Nov. Von gestern Abend auf heute waren wir hier von einem Hochwasier bedroht. Von Wildbad kam schon bei Anbruch der Nacht die Meldung, daß die Enz ungewöhnlich stark angeschwollen und dort zum Theil schon ausgetreten sei. Man traf hier sogleich die für solche Fälle nöthigen Maßregeln; doch überschritt der Fluß, wenn auch nahe daran, sein natürliches Bett nicht. Das Hochwasser war durch schmelzende Schneemaffen, die sich oberhalb im Gebirge gesammelt, und durch den lauen Regen zum Auslhauen gebracht wurden, verursacht. (Bav. Ehr.) — Weinheim, (N B.Ldz.) In Folge des großen Wasserstandes brach gestern der Damm durch. Es wurde dieses durch die Schelle bekannt gemacht, die Bürger sollten durch rasche Hilfe sich vor größerem Schaden bewahren. — Tauberblschofsheim, 30. Rav. Am vergangenen Sonntag hat der zweite Bürgerabeno unter sehr zahlreicher Betheiligung iw Gasthaus zum Deutschen Hof dahier stattzr- funden. Den Gegenstand der Tagesordnung bildete der Gemeindevoranschlag für 1870. (Taub.) — Prag, 27. Nov. Im hiesigen Barna» bilenkloster fand eine behördtiche Visitation statt. Zwei Schwestern wurden in's Irrenhaus tranS- portirt. — Tessin. Auf das Gesuch des Gotthardt- Komitee um die Genehmigung von weiteren 2 Millionen Hilfgelder bringt die Regierung dem Großen Rath den Antrag, noch 1 Million, also im Ganzen drei, zu beschließen. — In Conneciikut starb in voriger Woche Col. D r ake, der Entdecker der Erdöl Orellda, im nordwestlichen Penn'yloaaien. Oer MaNn, der mit Energie und Ausdauer den Reichrhum so Vieler begründen halt, der seiner Nation eine iijrer bedeutendsten Erwerbsquellen öffnete, der selbst scheinbar unerschöpst'che Reichthümer sammelte, maßte im «rmenh ause sterben. — Im Laufe dieses Jahres haben im Innern des russischen Reiches, sowiit amtlich bekannt geworden, bereits mehr als 15,000 Brände slattgefunden; bei vier Künsteln derselben beträgt der Schaden 25 Mill. Rubel. deren Weiße zeigte, daß nur der Einfluß der Witterung und der Sonnenhitze dem Gesicht eine dunklere Farbe gegeben hatte, welches von Gesundheit glühte. An der Seite dieses herrlichen Jünglings stand ein anderer Offizier, und Beide schieren, nach dem Antheil, den sie zu erkennen gaben, diests Wunder der Abendwell zum ersten «al zu erblicken. Beide Krieger standen in ein tiefes Schweigen versenkt, bis der Gefährte des von uns genauer beschriebenen Offiziers plötzlich auffuhr, mit seinem Säbel lebhaft nach dem Abgrmde hinnnten deutete und rief: »Sieh doch, Wharton, da schifft ein Mann , gerade über den Strudel des Wässerfalles und ln einem Schiffchen, nicht größer, als eine Eierschale.' „Er hat einen Tornister au, und ist vermuth- lich ein Soldat." versetzte der Andere. „Last' uns die Fetsenftufen hinab zu ihm gehen, Ma- son, und hören, was er für Nachricht bringt." Es dauerte einige Zeit, bis sie die Stelle erreichte», wo sie den kühnen Schiffer aushielten. Gegen die Erwartung der jungen Krieger zeigte iS sich, daß eS schon ein sehr bejahrter Mann unv augenscheinlich kein Genosse des Lagers war. Er mochte sieberzig Jahre alt sein, was sich je- doch mehr aus den dünnen Silberhaaren ergab, die von der gefurchten Stirn herabhingen, als durch irgend sich vcrrathende Krafilosigkeit. Seine Gestalt war hager und vorgebeng»; doch letztere Haltung war wohl nur Gewöhn heit, denn seine Sehnen schienen von der Arbeit eines halben Jahrhunderts erstarkt. Seine Kleidung war ärmlich, und ihre vielen und starken AuÄesserungen bezeugten die Sparsamkeit ihres Besitzers. Auf dem Rücken trug er ein schmächtiges Bündelchen, das zu dem Jrrthum über seine Person Veranlassung gegeben hatte. Sie wechselten einen kurzen Gruß, und die jungen Männer bezeugten ihre Verwunderung, daß ein so alter Mann sich so kühn über den Strudel des Wafferfalls wage; dann fragte der alte Mann mit einer Stimme, welche das Zittern des Alters zu verrathen anfing, nach Neuigkeiten von den streitenden Heeren. „Wir haben die Nolhröcke hier gestern auf dem Gras der Ebene von Chippewa geklopft," sagte der Eine, welcher Mason genannt wurde, I « waren." „Vielleicht habt Ihr einen Sohn unter den Soldaten," sagte der Gefährte mit einem f.ine- ren Benehmen, und mit einem Ausdruck von Wohlwollen; „wenn das ist, so sagt mir seinen Namen und sein Regiment, so will ich Euch, zu ihm bringen.' „Der alte Mann schüttelte den Kopf, Mr mit der Hand über seine Silberlockrn. und jäh mit einer Miene voll demülhiger Ergebung einen Augenblick zum Himmel aus; dann ästk- wortete er: „Nein, ich bin allein in der Welt!' (Fortsetzung folgt.) „und seitdem, alter Papa, haben wir mit de« Schiffen ein bischen Verstecken gespielt, — aber jetzt gehen wir wieder dorthin zurück, von wo wrr ausdrachen, schütteln den Kopf und schaue« i drein, als wenn wir geprellte dumme Teufel Me ErSffnuMg des Euezkynals. sFortschung.j Im Jahr 1863 und 64 aber traten politische Schwierigkeiten in den Weg, hie. wie man sagt, ftil wie es wohl glaublich ist, von dem auf M Erfolge Frankreichs in Egypten eifersüchtigen England ausgingen. Kurz nach Eröffnung des Frischwasserkanals erschien kraft türkischer Oberhoheit ein großvezirlicher Erlaß, Mrnach sämmtliche zwischen dem Khedivtz und Her Kompagnie abgeschlossenen Verträge für ungültig erklärt und alle und jede gezwungene Arbeit der Fellahs verboten wurde. Die Neutra- ft;&t des Kanals aber sollte dadurch am besten .gesichert werden, daß er nur eine Titte für Handelsschiffe , nicht aber für Kriegsschiffe erhalten wüte. Einige Zeit wurden in Folge dieser Einsprache die Arbeiten flauer betrieben, aber Frankreich ließ sich das Heft so leicht nicht aus der Hand drehe«, Napoleon machte die Anzelegen- cheit der Kompagnie gewissermaßen zu der eigenen Sache und leitete durch schiedsrichterlichen Entscheid die Sache so, daß im Jahr 1865 der Stand der Kompagnie günstiger als je sich gestaltete. Mit aller Energie ging es jetzt an den Meereskanal. Vom Timsahsee aus oder hon Jsmaila, als dem Mittelpunkt und dem Dentralrunkt der Direction, griff man gleichzeitig ist« Nächstliegenden Terrainschwierigkeiten an, nördlich die Schwelle el Girsch, südlich die von Toussum. Durch die erster« wurde anfangs S ir eine Rinne von 15 Meter, also von dir reite des Fn'schwafferkanals gebrochen. Man mußte hier auf 3 — 4 Kilometer Entfernung Pis zu 10 und 12 Meter Tiefe ausheben, und erhielt somit eine gebrochene Böschung von fei* Wfig 70 Fuß; man kann diese Strecke als 1133 den Engpaß des Kanals bezeichn, der auch rur heutigen Stunde noch nicht fee ganze pro- iektirte Breite erreicht hat. Zwar find wie fei den Pferdebahnen AusweichesteUen für die Schiffe angebracht, die in diesem Engpaß sich begegnen, aber trotzdem wird es manchem der Jndiadampfer nicht recht wohl zu Mnthe ■ werden, wenn sein Bord die Ufer fast streist und sein Kiel de« Boden berührt. Bei Fer- dane hat man die Engen passirt und hat der Kanal die normale Breite von 58 Meter erreicht. Von hier an sind die Ufer des Kanals kaum noch einige Fnß über die Erdfläche erhaben, dem seitlich Stehenden ist die Täuschung vollkommen, als ob das Segelboot oder der Dampfer durch die Wüste ziehe. Bald schwinden selbst noch die paar -Fuß und wird der See Ballah erreicht, der pom östlichsten Rilarin noch etwas Süßwaff r erhält, d-ccher brackisch ist und dessen Umgebungen mit dichtem Gebüsch der Salicornien (Sodapflanzerr> bewachsen sind. Unterhalb des Ballahsee's führt über deffen Abfluß zum Menzalehsee eine Brücke und man gelangt zum Dorfe Kantara, d. h. Brücke. Hier führt der vielbesuchte Weg von Aegypten nach Syrien durch uno pcWren zur Leit der Feste ganze Karawanen. Eine Reihe von Easä- häusern und Tänzerinnen verschönern hier das Leben der Arbeiter. Das Dorf liegt ungefähr in der Mitte zwisch.'N Jsmaila und Port- Said, auf welch letzteren Ort der Kanal nunmehr in schnurgerader rein nördlicher Richtnng zulauft. Gleich unterhalb beginnt die Niederung des Menzalehjee's, besten südliche Hälfte nur in der Herbstzeit in Folge der andauernden Nordwinde unter Waffer steht, im klebrigen die größere Hälfte des Jahres eine glatte, trockene Schlammflächc bietet, die in Folge dev. Austrocknung von breiten Riffen dur«W>rcht. in ihrer meilenweiten Ausdehnung eilten H-M merkwürdigeü Eiüdnstk llacht. Bald ist'her brackijche, untiefe See Menzaleh erreicht, ästs dem einzelne Jrseln hervorragen und durch den nun 2 Reihen Dämme Hindurchzehen, auf bet eit westlichem Damm die Wasserleitung und die Telegraphenleituüg gelegt ist. Der Anfang der Dämme ward mir Pfählen und Dielen gemacht, hinter welche die Baggermaschinen den aufgewühlten Schlamm werfen. Als der See nicht tiefer als 1 Meter war, ging das noch, aber mit znllrhmeNfer Tiefe war fegS * Astsbaggern des Schlammes eine wahre Danaidenarbeit, die dem englischen Ingenieur Mb. Highton znae- fäüen war. Innerhalb 4 Jahren sollte er fee 25 Kilom. lange Strecke in einer Breite von 5Ö Meter und einer Tiefe von 6 Meter um fee Summe von 20 MA. Fr. ausbaggrrn. Porr- Said ist auf einer Insel erbaut, außer: der großen Maschinenwerksiälle und den Wohnungen der französischen Agenten bietet die Stadl nur kleine, armselige Häuser, wegen der häufigen Ueberschwemmungen auf Pfählen erbaut. Die Insel wurde in der Kanallinie durchstochen und durch einen riesigen W00 Meter tgngen Steindamm ein künnlicher Hafen geschaffen. 25,000 Felsblöcke von je 10 Kubikmetern liegen in diesem Riesenvamm, 10Vs Mill. Frs. hat er allein gekostet. Weitaus die Mehrzahl der Steinwürfet ist künstticher Stein,-an Ort und Stelle aus Meersand und Cement gegossen. außerdem Kalkfelsen von Mex bei Alexandrien und vom Geneffe bei den Bitirr-S«en. Das waren so ungefähr die Arbeiten zwischen dem Mittelmeer und Jsmaila. (Forts, fafest.) Bekanntmachungen. GanEdiet Kork. Nr. 8235. Gegen Werkbesitzer Jakob Er Hardt XX. von LegelShurst Hafen wir Kant erkannt, und es wird nunmehr zum Rich- ÄgsjMnrgs- und Borzugsoerfahren Tagfahrt anberaumt auf Dienstag den 21. Dezbr. d.J., früh 8 Uhr. Es werden alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Gantmasse machen wollen, aufgeforderl, solche in der angesetzten Tagfahrt, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich, anzumelden, und zugleich ihre etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte zu bezeichnen, sowie ihre Beweisurkunden vorzu- leaen oder den Beweis durch andere Bewers- unttel anzutreten. In derselben Tagfahrt wird ein Maffepfleger und ein Gläubigerausschuß ernannt und ein Borg- oder Nachlaßvergleich versucht werden, und es werden in Bezug auf Borgvergleiche und Ernennung des Massepstegers und Gläubigerausschusses die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen betretend angesehen werden. Die im Auslände wohnerckm Gläubiger haben längstens bis zu jener Tagfahrt einen dahier wohnenden Gewalthaber für den Empfang aller Einhändigungen zu bestellen, welche nach den Gesetzen der 'Partei selbst geschehen sollen, widrigenfalls alle weiteren Verfügungm und Er- Mntniffe mit der gleichen Wirkung, wie wenn -sie der Partei eröffnet wären, nur an dem Sitzlmgsorre des Gerichts angeschlagen, beziehungsweise denjenigen im Auslande wohnenden Gläubigern, deren Aufenthaltsort bekannt ist, durch feie Post zugesendet würden. Kork, den 28. Novbr. 1869. Großh. Amtsgericht. Rum stein. 3898. 3900. Offeyhstrg- .Metour- ' ' WeheNder/bckyMMPsst gegebenen ^ eMrMnetz.) Die lufgeber nachsteheüder, ‘ Ech;, die als unbestellbar zurückgekEmen sind, fordert. A. Werner in Heidelberg. Alerander Pfeffer in VaHirch. Johann Saht in Ettenheim. Peter Dornweiler in Mülheim. A. Baller in Kork. E. Schmidt in Donaueschingen. Wilhelm Roth üi Freiburg. Haas in Furt- wangen. Illerich Kemps in Jügesheim. Berthold Schuh in Bühl. Gruninger in Grafenhausen. Charles Woorher in Bayton Ambros Schilikohle in Amerika. Philipp Kreg in Offenburg. Norddeutschen Turnzeitung in Hamburg. Turnzeitung in Ko- burg. Dr. Lumpp in Külsheim. Paul Crün- hern in Pevsiloania. Frau Diem in München. Georg Dieterich in Tübingen. Wertheimer in Kippenheim. Georg Loos in Zell i. W. Alex. Grunelius in Jnterlaken. Wahl in Pforzheim. Offenburg, den 1. Dezbr. 1869. Großh. Post- und Eisenbahnamt. Offenburg. Zahlungs-Aufforderung. Alle Diejenigen, welche ihre bereits verfallenen Schuldigkeiten zur Stadt-,' Gewerbschul-, Pfarrzehnt- und Sparkasse noch nicht bezahlt haben, werden zu deren Berichtigung mit dem Anfügcn aufgefordert, daß die Verrechnung angewiesen ist, die Säumigen nach Ablauf von 14 Tagen ohne alles weilere gerichtlich zu belangen. Offenburg, den 1. Dezbr. 1869. Der Gemeindevorstand: Schaible. Der Rechner: Eisinger. Steigerungs-Ankündigung. 38932.1. Quirin Rudolf Wwe. und deren Kinder Walburg und Ursula Rudolf, minderjährig von Waltersweier, lasten mit obechor- munvschaftlicher Genehmigung Dienstag den 21. Dezbr. 1869, früh 10 Uhr, auf dem Rathhaus in Waltersweier folgende Liegenschaften öffentlich versteigern: 1 . Lagerbuch-Nro. 94.2: 33 Ruthen Hofraithe und'Gartenplatz nebst dem darauf strhenfen einstöckigen Wohnhaus mit Scheuer, Stall und Keller oben i« Dorfe, neben Karl Rudolf Wwe. und Konrad Matt, taxirt zu.800 fl. 2 . Ca. 184 Ruthen Acker im untern Bruch, zum Theil auf hiesiger und zum Theil auf Weirer Gemarkung, taxirt zu.1 50 fl. Summa 750 it. Offenburg, den 27. Novbr. 1869. Der Großh. Notar S erg er. Wolldecken-Bersteigerung. 3899.2.1. Am Donnerstag den 9. uno Freitag den 10. d. M., Bormittags 9 Uhr, weroen iu der Schloßgartenkaserne 183 Stück einfache, l «„.«c . 114 Stück doppelte j Wolldecken früherer Ordonnanz, welche noch zu Bett-, Pferde-, Boden- und Bügelteppichen gut verwendbar sind, gegen Baarzahlung öffentlich versteigert. Rastatt, den 1. Dezbr. 1869. Großh. Garnisons Verwaltung. Holz - Versteigerung. 3903.2.1. Aus dem Domänenwald Büttenwald bei Allerheiligen werden Samstag den 11. Dezbr. d.J, Vormittags 9 Uhr, in Allerheiligen folgende Hölzer versteigert: 1112 tannene, 2 eichene, 31 ahornene und 2 buchene Klötze, 256 tannene Bauhölzer, 987 Hopfenstangen, 210 Rebstecken uno 100 Bohnenjieckm, 115 Kiflr. buchines, 52 Klftr. gewischtes und 32 Klftr. tannenes Scheitholz 95 Ktstr. buchenes, 42 Klftr. gemischtes und 52 Kljtr. tannenes Prügetholz, 5600 Stück gemischte Wellen. Ottenhofen, dm 1. Dezbr. 1869. Großh. Bezirksförstei. Ziegler. Holzversteigerung. 3888.2.2. Am Montag beit 13. Dezbr. d.J. versteigert die Stadtgemeiude Gengmbach 1134 110'/, Klafter tannenes Mischelholz, welches in verschiedenen Waldtheilen lagert, auf /Ort und Stelle gegen Zahlung vor der Abfuhr. 5er Anfang ist Morgens 8 Uhr in Ber- mersbach und die Zusammenkunft vor dem Rarhhaule dahier. Gengeubach, den 30. Novbr. 1869. Das Bürgermeisteramt. Abel. Kaiser. Waaren-Versteigerung. 38>2.3.2. Auf Grund der Verfügung Grasch. .Amtsgerichts Kork werden aus der Gant» aste des Kaufmanns Heinrich Wenzel von Stadt .Kebl in dessen ehemaligem Ladenleeale folgende Waaren öst'enllich, jecöch nur gegen Baarzah lung. versteigert, und zwar Montaq de» 6. Dezember d. I., Vorm. 8 Uhr anfanstend: Eine Partie Crinolinen, WinteiHauben, ge- ri ge, mittlere und feine, eine größere Partie Winlerhandfchnhe, Pulswärmer, Kaputzen, Strümpfe, wollene und leinene Jäckchen und dgl. Frauengegenstände; ferner graues Ma- fchinengarn (leinen), Stick- und Strickwolle, Gtacä Handschuhe. Hosenträger rc. Di nstag de» 7. Dezember: Eine Prrlie Kurzwaaren, Stiefeletten, feine und geringe Schnhwaaren, eine größere Partie Korsetten, Vorhänge, gebleichte Lein- . wand, Hosenzeug re. Donnerstag reit 9. Dezember: / Eine Paitie feine englische Baumwolle, eine - größere Partie blaue Web- und «Ltrickbaum- wolle, türkisch fliolhgarn, feine angefangene Stickereien, blaue wollene Manns-Jacken, eine größere Partie weiße und farbige, leinene und wollene Band rc. . Freitag den 10. Dezember: , Ciganen, Kölnisch Wasser, Samint- und Eeideuband, C-aaatten, schwarze und farbige Cordon- und Nähseide, Glasperlen, Brachen> Geldtäschchen, Faden, Hasten und sonstige verschiedene Kurzwaaren. Die Steigerungsliebtzaber werden hierzu ein- geläden. Stadt.Kehl, den 27. Novbr. 1869. Gerichtsvollzieher L i t t e r st. Verkauf eines kleine« Hofguts. 3892. I» Auftrag habe ich ein kteincs Hof- gut, unweit von Dberlauchringen und der Stadl Thiengen, '/2 Stunde von der Eisenbahn, zu verkaufen. Dasselbe besteht in einem bereits noch neuen zweistöckigen Wohnhaus mit Scheuer, Stallung, Brunnen und 32 Vierling Acker, Wiesen und Wald, wovon 4—5 Vierling (Gemüse- und Baumgarten) beim Hause gelegen stnd. Der Verkausspreis ist ohne die Fahrnisse 2100 fl. Auf dem Gut hastet eine Pfano- fchuld von 15—1600 fl., welche auf Verlangen sortbeüehen kann. Der fliest ist bei der Ver- .schreibmrg bair zu bezahlen. Die Grundstücke sind bereits in die Kalastervermessnng ausgenommen, und das Wchnhaus in der Feuerversicherung zu 1800 fl. geschätzt. Zu näherer Auskunft bin ich jederzeit bereit. Kaspar Hummel in Horhnm bei Oberlauchringen. 3181.65 Einzige gründliche Hilfe für Nervenleidende, besonders solche, die an Berdauungs- u. Nnter- leibsbeschwerden, Nervenschwäche, Blutkrank- Heiten, Lähmungen, Hämorrhoiden, Schwäche der Geschlechtsorgane rc. leiden, bietet die gediegene Schrift: „Dr. Werner's sichere Heilung für Nerven leidende" durch Mittheilung eines einfachen, wohlfeilen Heilverfahrens und erprobten Mittels. Zu beziehen für nur 30 kr. durch jede Buchhandlung in Offenburg C. Debold's Buchhandlung. Haslach. 3905. Wegen Ausbruch der Maul- und Klauenseuche dahier kann der auf Montag den 6. d. M. fallende Vichmarkt nicht abgehalten werden. Haslach, den 2. Derbr. 1869. Der Gemeinderath. I. Fackl er. p Stelle-Antrag. 3679.3.2. Ein solider uno braver, mit guten Zeugnissen veifehener Buchbindeigthilie, der in allen in dieies Fach einfchlagenden Arbeiten gut btwandcrt ist, findet sogleich eine dauernde Stelle — bei wem? sagt die Exped. d. Bl. 3189.6.6. Inserate in die drei namhaft verbreiteten Brauer: „Der Kinzigthäler" (Wolfach — Haslach — Kchiltach', „Der Acher-Bote" (Achcrn — Nenchcn), „Der Renchthäler" (Wberkirch — d»«l,chieu, Assiinckiibaikeit »»d ansgezeichnete» Geschmack vor allen anderenEisenpräpaialen aus Ost dir reine chemische Lerbindung des Eijeuorydes mit Zucker). greift daher den Mage» niemals an. wird selbst von sehr empfindlichen und schwächliche» Individuen ausgezeichnet gut vertragen und zeigt sich endlich auch >n jenen Fälle» wirksam, wo ondeie Eisenpiäpaiale sihlschlagen. Durch leinen vorzüglichen Geschmack e-gnct er sich auch i» hohem Maste für Kinder und Indio due» mit sensible» Geschmacks»'gane» , denen namentlich ein längeres Ginnehmen anderer Eisenpräparate fast unmöglich wäre. Lene A»ive»di»rq findet er: a) Bei Blutarmnth , mag diese sich selbstständig entwickelt haben, oder aber dnich Blutverluste, langwierige oder dyskrastjche Leiden, ausschweifende Lebensweise entstände» sei», daher bei der Bleichsucht, i» der Recoii- vales,ce>z »ach schweren Krankheiten, bei Rach lis (eng- liiche K.aiikheii), Lcros'l», Lcorbnt. laiigdauerndem Wechseifirber, veralteter Syph l>8 und Mercurialstechthiim. b) Bci nervöse» Leide«: Beilsianz. Hysterie, Epilepsie, aUgilyeinc Erschläsfnng, Ziller» . Migi aine, Neigung zu Ohiimachlen, Heizklopfen, Aengllllchkeit, Impotenz und beginnende' Läbmiiiia. c) B ei zu reichlicken Absonderungen; dabin gehören: La»gda> ernkrs Stille», starke Schweiße, Eiterungen, zu häufige Samen-Entleerungen, diiilarme,, „eivenschwacher Penonen. cks Bei Grauen-Krankheiten: Störnnge« dev Menstruation, weißem Fluffe.Unfruchtba keit, Neigung zu Äborti.s » wenn diese Leiden auf Blui- ai mmh bei »he». Die » lutarmuth ist einer der gefährlichsten Feinde der Menschheit, denn nnmeiklich beichlcicht sie eine Menge von Men,che» und in der Regel gerade i» dem Lebens» alter, wo das Blut für das Gedeihen des Kö peis von» aUeig'ößien Wenhe ist. im Entwrckliuigs-Zertraume nämlich, in de» Kindel- und Jungs,auen- (Jünglings) Ichren. Desthalb sch eidt sich aber auch eine g oge Anzahl von Kiantheite» des reiseren L.bensalteis, vöi, denen die meisten unheilbar sind, schon aus der Jugend her, und diese hätten lechl wohl verhütet weiden könne», wenn man damals de' Bl»la>m»ih energilch ciiigege» getreten wäre. Da um ist >s Pflicht bei Elter», recht ordnulich auf den Zustand des Blut s der Kruder Acht zu habe» und nicht das Wohl des Kö pers derselben für das ganze Leben niitergiabe» z» lasten. Die Blniarmnih kennzeichnet sich besonders du ch de» Mangel roiher Bliitfaibe und durch die Blässe der Ham; diese zeigt sich an den Lippen. dem Zahnsteljche, bei Schleimhaut, w iche die Mundhöhle aus- kleidel. Die nun faiblos gewo de»e Blu w,Ue i» eine »osige zu vcnvandeln und dadu ch der e-b.aßien Ko- raUensaibe der Lappen, de» verblich, »en Koken der Wang.n, de» veriärble» fahlen Earnairo» des Teims de» l bhailen natüilichen To» wieder zugebe», dann die Muskelkraftsiille »nd Cliaffheil der Mriskelsubslanz. bei heiralhssähigen Dome» die Fülle der Milcheizeugiingsorqane zil heben, ist die lohnende Ausgabe des medizinischen flüssigen Ei>enz»cke>s. Schließlich sei noch bemerkt, daß dieser Eisenzucker diuchans unschädlich ist und licht als ein solcher A l ieh aiigelehe» weiden dais, deren man heutzutage aus Spekulation gegen diese und j ne Leide» anpm§t; die >a- l onelle Beieiinng, die w>riliche. unausbleibliche W>- tuiig, die Beiw.ildliiig »nd Äneinpfehluiig von großen medizinischen Antoriläle» Oesterreichs, zum Theile auch ichon Deiitschlaud's, sind hinreichend Bürge für den wirtliche» W-errh und Beiwendba.keil dies s Piäparaies. Auch in Amerika e. freut cs sich eines großen Zuspruches, I» Prag wiid dieses Präparat von den nachstehenden inediziiiische» Notab litäicn . k. k. Uiiiversil8iSpros..ssoren, Hei re»: Dr. E i s e l r, Dr. H a l l a , Dr. I a k s ch , Dr. P e t l e r s, Dr. Ritter v. R i t t e r s h e i m, Dr. Stei ne > . Dr. Streng rc.. verordnet. Eine einzige Probe wird Jedermann sicher befriedigen. 1 Flacon 25 Sgr. Haupt- und Versendunsis-Dervt befindet sich in Prag bei Jos. Kürst, Ap'-tkcke „zum weißen Engel", SchlUingsgasse Nr. 1071—1L Das General De; vr für Deulschlano Th. Bvugier in Karlsruhe (Großb. Baden). Bestellungen hieraus nehm-n entgegen: in Lahr Herr C. K- Hänle ;»r köwenapotheke, in Osienbnrg Herr Rudolf Laubncr, in Frciburg. Herr Julius ZTatzinger. 2457.68 Zimmer zu vermiethen. 3901.2.1. In der Metzgergasse fltr. 202 dahier ist ein Mansardcnzimmer aus Weihnachten zu oermiethen. Epileptische Krämpfe M heilt der Specialarzt für Epilepsie Dr. O. Killisch in Berlin, jetzt Mittel strafte Nro. 6. — Auswärtige brieflich. Schon über Hundert geheilt.2911.Z.83. 3902. a ande. Samstag Abend. 3006.2.1. Laut Lerrinbarunq mit Herrn Emil Köhler habe ich demselben meine langjährig betriebene Bierbrauerei pachtweise überlassen. Indem ich hiemit meinen besten Dank für das mir stets freund- lichst bewieselle Vertrauen ausspreche, bitte ich dasselbe auch ans meinen 9iachfotger übertragen zu wollen. Joseph Schuemack«er, Bierbrauer. Gestützt ans obige Anzeige, eröffne ich .künftigen Lamstag Abend die Winl,schaft und indem ich um recht zahlreichen Besuch bitte, werde ich stets bemüht seist, Jedermann zufrieden zu stellen. Emil Köhler, Bierbrauer. Offenbnrg, den 2. Dezember 1860. Für die Rekactwu vcra.nrwsnlich A. Reifs. — Druck und «erlag von A. R e i f s und Eomp.