Ver Ortenauer Vale. Verkündigungs-Blatt für die Amtsbezirke Offenburg, Oberkirch, Ackern, Rheinbischofsheim, Kork, Gengenbach, Haslach «nd Wolfach. M 1. Offenburg, den 2 . Januar 1852 . Bekanntmachungen. Die Husbeschlaglehre betreffend. No. 29733. Rai- der im Verordnungsblatt vom Jahr 1841 Rro. 5 erschienenen diesseitigen Verfügung vom 21. Zanuar 1841 Ro. 1835 sind die Großh. Aemrer des Kreises angewiesen worden, die Schmiedezünfke aus die im Verlag von A. Bielefeld in Karlsruhe erschienene Schrift: »Anleitung rum zweckmäßigen Beschlagen sowohl fehlerfreier, alS feplerdafter Hufe, zur Belehrung der Huf. „schmiede entworfen von den Lehrern der Thierarznei- „schule in Karlsruhe, mit 3 Tafeln", aufmerksam zu machen, und ihnen die Anschaffung derselben zu empfehlen, auch letztere den Lehrlinge» und Gesellen zur Pfiicht zu machen, und bei der Meiftrrannahme eine Prüfung daraus abnehmen zu laffen. Laut einer Anzeige der Derlagshandlung vom 21. d. M. sollen sich nach den eingegangenen Bestellungen viele Gesellen und Lehrlinge im Kreise befinden, welche dies« Schrift nicht besitzen. E» scheint daher, daß obige Anordnung von Seite der Zünfte nur unvollständig vollzogen worben ist, und man steht sich deßhalb in «»betracht der Nützlichkeit der allgemeinen Verbreitung dieser Schrift, deren Preis für Gesellen und Lehrlinge von 36 kr. auf 18 kr. herabgesetzt wvr- ven ist, veranlaßt, die Grvßb. Aewler zu beauftragen, jene Empfehlung an die Schmiedezünfle zu wiederholen. Karlsruhe, den 2S. November 1851. Großh. Regierung des Mittelrheinkreises. Z. A. d. D.: Oer Vorsitzende Rath v. Slvckhorn. No. 28766. Oie Schmiedezünfte des diesseitigen Amts- beziik« werden aufgesordert, dafür besorgt zu sein, daß die Gesellen und Lehrlinge im- Bezirke bas in vo,stehendem Erlasse benannte Schriftchen sogleich anschaffen, und baffelbe künmg von jedem Gesellen und Lehrlinge angeichaffk wird. Oberkirch, den 24. December 1851. Sroßherzogliches Bezirksamt. P fiste r. Offenburg. Bürgermeisterwahl. N>o. 49S98. Bei der am 3. d. M. zu Zunsweier vvrgenommenen Bürger- meisterwahl wurde August Wörter als Bürgermeister gewählt, von Großherzogl. Kreisregie,ung mittelst Erlaß vom 19. d. M. Rro. 31803 deftSligl und deute in dieser Eigenschaft verpflichtet; was zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. — Offenburg, den 30. December 1851. Kroßherzogliches Oberamk. v. Kader. vckr. Zsenniann. vderkirch. (Bürgermeisterwahl.) Nro. 12. Bei der am 13. d. Di. in der Gemeinde Zusenhofen vorgenom- menen Bürgermeisterwahl wurde der bisherige Bürgermeister Andrea- Zimmerer als solcher einstimmig wieder erwählt, von der Großh. Kreisregierung bestätigt und heute in Pflich- ren genommen; was hiemit bekannt gewacht wird. Oberkirch, den 27. December 1851. GroßherzvglicheS Bezirksamt. Pfister. O f f e n b u r g. (Die Ernennung eine« Bürgermeister- betreffend.) Nro. 49995. Da di« in der Gemeinde Elgersweier vvrgenommene dritte Bürgermeisterwahl ein gesetzlich erforderliches Srgebniß nicht geliefert, so wurde von Großh. Kreisregierung nach Maaßgabe de- § 27 der Gemeindeordnung der seitherige Bürgermeister Joseph Männle auf drei Zahre ernannt; wa« hiemit bekannt gemacht wird. Offenburg, den 30. December 1851. GroßherzoglicheS Oberamt. v. Kader. Oberkirch. (Bürgermeisterwahl.) Nr. 13. Bei der am 12. d. M. in der Gemeinde Lierbach vorgenommenen Bürgermeisterwahl wurde der bisherige Bürgermeister Zakob Schweiger als solcher wieder erwählt, von der Großh. KreiSregieruag bestätigt und sofort heute in Pflichten genommen ; was hiemlt bekannt gemacht wird. Oberkirch, den 27. December 1851. Sroßherzogliches Bezirksamt. Pfister. Oberkirch. (Bürgermeisterwahl.) Nro. 61. Bei der am 9. d. M. in der Gemeinde Mosbach vvrgenommenen Bürgermeisterwahl wurde Valentin Wilhelm von da als Bürgermeister erwählt, von der Großh. Kreisregierung bestätigt und beute in Pflichten genommen; was hiemit bekannt gemacht wird. Oberkirch, den 29. vecbr. 1851. Großherzogliches Bezirksamt. Pfister. Offenburg. (Die Eonscription pro 1852 betreffend.) Nro. 49810. Die bei der beute dahier staltgehabren Rekru- tenaushebung zur ordentlichen Eonscription pro 1852 Nicht eischienenen und zu dem acnven Militärdienste berufenen Pflichtigen: _ Loos Nro. 16. Meinrad Wöhrle von Ourbach, . 26. Benedicr Hilderer von Zunsweier, „ 41. Zoh. Nepomuk Vollmer von Ourbach, .. » 64. Karl Anselm Klein von Offenburg, ., - 76. Martin Moll von Urloffen, „ 90. Ferdinand Adler von Marlen und » „ 150. Andreas Brüderle von Diersburg werden anmit aufgefordert, sich binnen 4 Wochen dahier zu stellen und sich über ihr Nichterscheinen zu verantworten, bei Vermeidung der auf Refraction angedrohren Geldstrafe und Verlust ihre« Gtaatsbürgerrechte. vffenburg, den 24. December 1851. Großherzogliches Lberamt. v. Fa der. vdt. Zsenmann. Offenburg. (Diebstahl.) Nro. 49817. Dem Zoh- Fischer von Ohlsbach wurden am 17. d. M. an dem Brandecker Wege in der Gemarkung Vurbach ein Zwiesvitz, zwei Steinbvhrer von ungefähr 1V- Fuß Länge, ein 7 Pfd. schwerer Hammer und ein 15 Pfd. schwerer Schlägel entwendet. Dies bringen wir behufs ^.Fahndung zur öffentl. Kenntniß. Offenburg, den 24. Deiember 1851. Großherzogliches Oberamt. Klein. 2 Haslach. (Dretstadt.) Nro. 89. Dem Hvfbauer» Moriz SntmaMt W Haofach wurden in der Nacht vom 2t. auf den 22. d. M. mittelst gewaltsamen Einbruchs aus seinem Keller 5V bis 55 Maas größientdeil» neues Kirsch enwasser nebst fünf gewöhnlichen Brannrweiffguttern im Maaßgehalt von 5V- Maas bis zu 8 Maas, und ein leeres Brannt- wemsäßchen aus Eschenholz, beinade 16 Maas haltend, entwendet, welche- die Diebe aller Wahrscheinlichkeit nach in der Nähe der Wohnung des Bestohlenen mit einem Theile deS entwendeten Branntweins gefüllt haben. Ein in der Nähe der erbrochenen Kellerthüre autgefundener f.g. Klamm- Haken, gezeichnet AXX, sowie ein aus Schafwolle gestrickter, nur mit einem Vaumenfinger versehener, für die rechte Hand bestimmter Handschuh scheint von den vieben rückgelaffen worden zu sein. Wir bitten, auf die Eigenthümer dieser Gegenstände sowohl, als auf das Entwendete und die noch unbekannten Thäter zu fahnden. Haslach, den 28. vecember 1851. GroßberzoglicheS Bezirksamt. M. Klein. [1} »chern. (Gläubiger - Aufforderung.) Nro. 222. Nikolaus »llgeier und dessen Ehefrau Katharina geb. Hurst von WagShurft, ferner Kaib. Gchmälzle von GaSbachwaldm sind gesonnen, nach Amerika auszuwandern. Wir haben daher Tagfahrt zur Schuldenliquidation aus F r e i t a g den 9. Januar 1852, Vormittags 8 Uhr, angevrdnet, und werden die etwaigen Gläubiger derselben zur Anmeldung ihrer Ansprüche mit dem Bemerken aufgefordert, daß ihnen später zu solchen dahier nicht mehr verholten werden konnte. Sichern, den 20. Vecember 1851. GroßberzoglicheS Bezirksamt. Hlppmann. Gengenbach. (Gant-Edict.) No. 23494. Gegenden früheren Bürgermeister Uaver Seppert von Berghaupten ist Gant erkannt, und Tagfahrt zum Richtigstellung-- und Vorzug-verfahren auf VienStag den 20. Jänner 1852, Vormittags 8 Uhr, auf diesseitiger AmrSkanzlci festgesetzt, wo alle Diejenigen, welche auS was immer für einem Grunde Ansprüche an die Masse zu machen gedenken, solche, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte, welche sie geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden oder Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln. § „gleich werden in der Tagfahrt ein Massepfleger und ilaubiger-Ausschuß ernannt, Borg- und Nachlaßvergleiche verjucht, und sollen in Bezug aus Borg - und Nachlaßvergleiche und Ernennung des Maffepfiegers und Gläubiger-Ausschusses die Nichterfcheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Gengenbach, den 27. vecember 1851. GroßberzoglicheS Bezirksamt. Dill. stk Wolfach. (Präklusiv-Erkenntniß.) Nro. 21543. Zn der Gant deS Zvhann Pfeiffer von Wolfach werden alle Diejenigen, welche in der SchuldenrichtigstellungS-Tagfahrt ihre Forderungen nicht angemeldet haben, damit von der vorhandenen Masse ausgeschlossen. Wolfach, den 4. vecember 1851. GroßberzoglicheS Bezirksamt. Basfermann. Gengenbach. (Sant-Sdict.) No. 22587. Ueber die Verlaffenfchaft des verstorbenen Physikus vr. Panther von Gengenbach wurde Gant erkannt und Tagfahrt zum Richtig- stellungS- und Vorzugsverfahren auf SamStag den 17. Zanuar 1852, Morgens 8 Uhr, auf diesseitiger »mtSkanzlei festgesetzt, wo alle viezenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Masse zu machen gedenken, solche, bei Der. meidung des Ausschlusses von der Sank, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder UnterpfandSrechte, welche sie geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden oder Antretung de» Beweise- mit andern Beweismitteln. Zugleich werden in de» Tagfahrt ein Maffepstrger un» ein GlaubtgerauSschuß trnannt, Borg- und Nachtaßvergleiche versucht, und sollen in Bezug aus Borgvcrgleiche und Ernennung des Maffepfiegers und Gläubiger-Ausschusses die Nichterfcheinenden als der Mehrheit der Erschienenen hei trekend angesehen werden. Gengenbach, den 12. vecember 1851. GroßberzoglicheS Bezirksamt. Dill.. [2] Haslach. (Oeffentliche Aufforderung.) No. 15046. Zvhann Baptist Köbele von Welschensteinach, dessen Aufenthalt unbekannt ist, wird aufgefordert, über sein in Verwaltung stehendes Vermögen von 106 fl. 34 kr innerhalb Jahresfrist zu verfügen, widrigenfalls solches feinen nächste» Verwandten gegen Siche,heiti-leistung in fürso-gl'chen Besitz gegeben wird. Haslach, den 12. vecember 1851. GroßberzoglicheS Bezirksamt. M. Klein. Offenburg. (Die Nothwendigkeit der Eintragung de» Erwerbs von Liegenschaften oder liegenschaftlisten Rechten in das Grundbuch, insbesondere die Ausfertigung der Kaufurkunden bete.) Nro. 9014. Jeder Uebergang von Itegen- fchaltlichem Sigenthum oder andern LiegenschaftSrechlen durch Kauf, Tausch, Schenkung, Erbschaft, Ehevertrag, Pfründ- oertrag, BermögenSübergabe oder Vergleich muß im Grundbuch Gewährbuch) auf den Erwerber eingetragen werden. Nach der Instruction ste 1824 über Führung der Gewährbücher §§ I und V darf und soll der Eintrag in diese» Buch nur auf Vorlage der öffentlich beglaubigten Erwerbs- Urkunden geschehen. vas Großh. Justizministerium har nun die Beobachtung und Erfüllung der bieSfallsigen gesetzlichen Bestimmungen nach Verordnungsblatt 1851 Seite 66 wiederholt und zwar unter dem Anhang eingeschärft, daß bei Liegenschaftever- käusen in den zur Ausfertigung der Kauf- und Tauschbriefe von den Gemeinderätben einkommenden Kaufbuchs-Auszügen stet» der Nachweis geliefert fein müsse, daß und wo die Der- kaufSobjecte auf den Namen des Verkäufer» im Grundbuch eingetragen erscheinen, und daß, wo dieser Nachweis fehle, die Ausfertigung deS Kaufdrirfs vom Amrereviforak zu verweigern feie. SS müssen demnach künftig die Kaufbuchs-Au-züge bei Beschreibung der verkauften Liegenschaft nicht nur die Angabe, ob dieselbe ehemännlich, edeweiblich oder ehegemeinschaftiich, sondern auch daß und wo das veräußerte Eigentdum auf den Namen de« Verkäufers im Grundbuch (Gewäh.buch) eingetragen feie, bestimmt enthalten. Die Scmeinderäthe und ihee Rathsfchreiber werden sich darnach achten. Offenburg, den 28. vecember 1851. GioßherzoglicheS «mlSreviforak. B i k t m a n n. Offenburg. (Oie Svtzhienstiftung dahier betreffend.) vie diesigen unbemittelten BürgerSiöchrer, welche auf Zulassung zue Derloosung de« Tugendpreifes der Sophienstiftung Ansprüche machen zu können glauben, werden hiemit aufgefordert, sich im Laufe de» Monars Januar und längstens bis zum 15. Februar 1852 bei dem Sriftungsvorstande. unter Dorlage^rmeinderäihlicher Zeugnisse über ihre Vermögens- Verhältnisse und ihrer Taufscheine, zu melden, vie sich später meldenden Jungfrauen werden für da« Jahr 1852 ausgeschlossen. Offenburg, den 29. vecember 1851. Stiftung» -Do, stand. S t ä d e l e. W»e d e m e r. v851. Das Bürgermeisteramt. Gerold. vm. Deid, Rathsschreiber. Zell, Oberamts Offenburg. (Liegen, schaftsversteigerung.) Da bei der unter« 28. d. M. dadier abgebalkenen Zwangs IlT.’iliMriMi Versteigerung der Liegenschaften des Kronen- wirths Simon Hund in Zell aus nachver- jeichneie Realitäten keine Angebote geschehen sind, so hat man zweite und letzte Versteigerung auf Dienstag den 20. Jänner 1852, Nachmittag« 2 Uhr, in'« Gemeindehaus dadier anberaumk, wozu wir die Liebdaber mir dem «»fügen einladen, daß der Zuschlag um das sich ergebende höchste Gebot erfolgt, wenn solches auch unter dem SchätzungSpreise bleiben sollte. Die versteigert werdenden Liegenschaften sind: 1 . 166 Ruthen Haus- und Hosplatz mit Garten in Zell sammt dem darauf stehenden Wohnhaus« von zwei Stockwerken mit der Realwirrhschafts-Gerechtigkeit zur Krone, enthaltend zwei Keller und Stallung, im untern Stock eine große Wirlhsstude, Schank und Küche, im obern Stock eine Stube, 7 Zimmer und Tanzboden, nebst einer besonders stehenden Scheuer und Stallung, miuen in Zell, einerseits Johann Sälinger, anbeis. Beruh. Oberwüller. 2 . l k Zeuch Wald am Beiner», einers. Beruh. Müller, anders. Anton Göring. Zell, den 29. veeember 1851. Vas Bürgermeisteramt. Hahn. llj Windschläg. (Holz-Versteigerung.) Die hiesige Gemeinde läßt am Donnerstag den 7. Jänner >852, Vormittags halb 10 Uhr, circa 28 Klafter erlenes Prügelhvlz, in halbe Klafter aufgesetzt, und etliche Hundert Wellen um baare t ahlung vor der Abfuhr auf der Hiebstelle an der Sander -traße öffentlich verste-gein, wobei bemerkt wird, daß für Liebhaber des Korker Amtsbezirks das Abbvlen sehr bequem wäre. Windschläg, den 30. Vecemder 1851. Das Bürgermeisteramt. Windschläg. (Liegenschastsverfteigerung.) Da bei der ftattgehabten Liegenschcftsoerfteigerung der August K«r- lUrst-a Eheleute von hier der Schätzungspreis nicht erlöst wurde, so bä, man zur zweiten Versteigerung Tagfahrt aus 6en 12. Jänner 1852, Nachmittags 2 Uhr, auf dem maivozimmer dahier anberaumt, wozu die Liebhaber mit dem »nmgen eingeladen «erden, daß der endliche Zuschlag erfolgt, wenn auch unter dem Schätzungspreise geboten werden sollte. Die Liegenschaften sind in No. 96, 98 u. 99 d. Bl. defchriÄen. Windschläg, den 30- Decbr. 1851. Vas-BÜrqermeisieramt. Weiß. Nord rach, «wtS Gengenbach. (ZwangS-Versteigerung.) . ^ Richterlicher Verfügung zufolge " werden die Liegenschaften des Lolestin Heitzmann von hier, und _ _„ ^zwar: a) ein Wohnhaus, am «rafenberg an der Thalstraße dahier gelegen; d) «ine Schmiedwerkstätte mit einem kleinen Hammerwerke; c) 6 Weßle Gras- und Gemüsegarten vor und hinter dem Hause, — zusammen taxirt zu ... . 1200 fl. — Freitags den 16. Jänner 1852, Vormittags 10 Uhr, auf der hiesigen Rathsstube öffentlich versteigert und endgültig zugeschlagen, wenn der Schäyung«- preis oder darüber geboten werden wird. Nordrach, den 12. December 1851. Da« Bürgermeisteramt. S p i tz m ü l l e r. MirfCp’ M Offenburg. (Accord - Versteigerung.) ^3» Für die Wesenanlagen der Offenburgek-ElgerS- weirer Wässerung« - Genoffenschaft in die SeitenwäfferungS- gräben auf den obern Abtheilungen wird SamStagS den 3. Jänner 1852, Morgens 10 Uhr, auf dem hiesigen Ratbhause die Herstellung von 19 kleinern Schleuß«» an die Wenigstnehmenden vergeben. Der Voranschlag ist berechnet: 1) für Maurer-, Skeinhauer- u. Pflasterarbeit 280 fl. — fr. 2) für Zimmermannsarbeit.22 fl. 35 kr. 3) für Schlofferarbeit. 19 fl. 48 fr. Zusammen ... 322 fl. 23 kr. vir lusttragenden Liebhaber werden mit dem Bemerken zur Eteiqerungshandlung eingeladen, daß unterdessen Pläne und Kostenüberschläge bei dem Unterzeichneten eingeseheo werden können. vffendurg, den 27. December 185 l. A. Nußbaum, Geometer. [2] Offen bürg. (Eichen Holländer-, Bau- und Nutzholz-Versteigerung.) AuS den .Offenburger Stadtwaldungen, Distrikt Yi, «b- theilung 6, werden am Montag den 19. Jänner 1852, Morgen« 9 Uhr, 148 Eichenstämme im Cubikgehalt von 17100 Fuß gegen gleich baare Bezahlung vor der Abfuhr öffentlich versteigert. Zusammenkunft im Holzschlag zunächst der Straß« nach Gvldicheuer. Offenburg, den 22. December 1851. Der Gemeinderarh. W i e d e m e r. [2] Renchen. (Liegenschaftsversteigerung.) In Folge verehrlicher Verfügung Grvßh. Bezirksamts Oberkirch von. 18. Juli d. I. No. 15188 und 15524 werden in Forderungssachcn mehrcier Gläubiger Taver Faißl's Eheleute dahier, denselben die nachbeschriebenen Realitäten im Zwangswege am Montag den 19. Jänner 1852, Nachmittags 2 Uhr, auf der Rathskanzlei dahier öffentlich an die Meistbietenden versteigert, und zwar: 1 . Ein zweistöckiges Wohnhaus mit Realwirthschastsgerech- tigkeit zum goldenen Engel, sammt Scheuer, Stallungen, Holzremsse, Schweinställen und Hvfraithe, an der Hauptstraße gelegen, einers. «mbroS Schüit, anders. Schmied Johann Graf, vornen die Landstraße, hinten Philipp Braun. 2 . Ein hiezu gehöriger Gemüsegarten von ca. 25 Ruthen Flächengehalt, beim Mühlbach gelegen, neben Leonhard Behrle's Wittwe und Konstantin Schlecht. »»II gegen Engelwirih 4 : Jf Der Zuschlag erfolgt, wenn der SchätzungSprei« oder darüber geboten wird. Renchen, den 23. vecember 1851. Da« Bürgermeisteramt. Biox. r«. Schlecht. vberachern. (LiegenschaftSversteigerung.) Za Folge mehrerer Verfügungen Sroßh. Bezirksamts Acher« «erden sämmtliche Liegenschaften de« heimlich nach Amerika entwichenen hiesigen Bürger« Fridolin -über DieoStag« den 27. Zänner 1852, Nachmittag« 2 Uhr, auf dem Rathhauft dahier im Dollstreckungswege versteigert, und wird der endgültige Zuschlag sogleich ertheilt, wenn der SchätzungSprei« oder darüber geboten ist. — Die Steigobjecte sind: 1) Ein einstöckige- Wohnbau« mit besonder« stcbender Scheuer und Stallungen im Oberdorf hier, neben sich selbst und Stephan Gchmieder, mit 15 Ruthen Sorten beim Hause und Hofraithe. 2) 2 Morgen Acker mit 10 Ruthen Sra«garten beim Hause in der Weißgaffe, oben Bernhard Neunzig, unten Stephan Schmieder. 3) 2 Viertel 10 Ruthen Acker im Ssel-bosch, neben Mich. Bähr und Sebastian Kasper. vberachern, den 24. vecember 1851. Da« Bürgermeisteramt. Koppel. [2] Renchen. (Liegenschaft-Versteigerung.) > Nach verehrlicher Verfügung Grvßh. Bezirks- k amt« Obrrkirch vom 15. März d. Z. Nro. 6505 _ f sollen in Forderungssachen de« hiesigen Kirchen- fond« gegen Mathäu« Butz' Winwe von hier dieser Letzter« die nachbeschricbenen Liegenschaften zu Eigenthu« an die Meistbietenden am Montag den 19. Zänner 1852, Nachmittag« 2 Uhr, im Rathbause dahier öffentlich versteigert »erden, und zwar: Eine anderthalbftöckige Behausung mit Scheuer und Stallung unter einem Vach, nebst Hofraithe und Gärtchen, hier im Butzenwinkel gelegen, neben einem Weg und Victor Joseph Armbruster. 2. Eia Viertel Acker im Brühel, neben Ambro« Braun und Franz Berger. Der endgültige Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungs- prri« oder darüber geboten wird. Renchen, den 23. vecember 1851. Da« Bürgermeifteramt. Dior. vdt. Schlecht. [2] Windschläg. (GasthauSverstei- gerung.) vie Unterzeichnete ist wegen Der- imipK mögensübergabe gesonnen, ihr cigemhüm- ■4 ii|uk licheS Gasthaus mit der RealwirthschaftS- ^ Gerechtigkeit zum Anker am Montag den 5. Zänner k. Z., Vormittag« 10 Uhr, in ihrer Behausung selbst unter annehmbaren Bedingungen einer Steigerung für Eigenthum oder in einen Pacht aussetzen zu laffen. vie nähern Bedingungen «erden bei der Steigerung bekannt gemacht. Windschläg, den 21. vecember 1851. Ankerwirth Glaser'« Wirtwe. Suppen - Sachen. Rei« zu.8, 10, 12, 14 kr. pr. Pfund. Gerste zu ..7, 8, 10 .. Hafergrütze zu. 12 -- ,, Russisch Korn zu. 12 „ .. z. Sago zu. 12 " Grüne Kern zu. 12 „ » Geschälte Erbsen zu. 8 „ bei Frrd. Hölzlin jun. in Offenburg. , Ossenburg. (Anzeige.) Bei Sattlermeister Mach. Link sind hölzerne und lederne Koffer, sowie lederne Reisetaschen und Geldgurten, ferner Straßburger Holzschuhe, mit Pel, besetzt, billig zu Hilden. Gesundheits-Sohlen von Kautschuck (Gummi elasticum). Einzige« Mittel, um da« Eindringen der Kälte und der Feuchtigkeit in da« Fußwerk abzuwenden und sich dadurch vor dem Schnupfen zu sichern. Prei«: da« Paar 3« kr. Allein zu haben bei Ford. Hölzlin jun. in Offenburg. Kapitalien au«zuleiben. 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Stall-Dünger und andere sind auf der Zuckerfabrik zu haben. [2] Offenburg. (Rindviehfutter.) Rüben-Abgang ist täglich auf der Zuckerfabrik zu haben. Dr. Suhl de Boutemard’s aromatische Zahn-Pasta kann jeder Haushaltung und Toilette mit Reckt als da« B e st e empfohlen werden, wa« zur Cultnr und Conservation der Zähne und de« Zahnfleisches vorhanden ist, und untericheidet sich diese Zahn-Seife (Pasta) auf da« Vortheilhafreste von all' den verschiedenen Zahnpulvern. vie alleinige Niederlage diese« AriikelS für Kehl und Umgegend befindet sich bei Joh. Sommer'S Winwe, und kostet ein Paketchen (für einen sechsmonatliche» Gebrauch ausreichend) 42 Kreuzer. Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Badech Durch allerhöchste Ordre S.K.H. des Grvß- herzogS ist S.G.H. Markgraf Maximilian von Baden zum Commandirenden des Grvßh. Armeecorps ernannt worden. — Der Großh. evang. und kach. Oberkirchenrath haben unterm 5. Dec. d. I. gemeinschaftlich eine sehr zweckmäßige Verordnung über die Vvlksschulordnung und Lehrplan erlassen , worin den Lehrern insbesondere empfohlen wird, sich gewissenhaft an das kirchliche Leben des Confessionstheils, welchem die Gemeinde angehört, anzuschließen und darauf zu achten, daß die Kinder in Kirche und Schule, oder wo sie sich sonst außer dem elterlichen Hause befinden, ein anständiges, gesittetes und gvttesfürchtiges Verhalten an den Tag legen. — Die Voraussetzungen, welche vor längerer Zeit in Betreff der Haltung der gegenwärtigen Ständeversammlung geäußert wurden, erweisen sich als vollkommen richtig. Ein Geist der Einttacht und Versöhnung waltet in »nsern Kammern, wie er wohl noch nie an solchem On heimisch war. •» 5 Hat früher der bavische Landtag, freilich in anderer Weise, die Augen des ganzen Deutschlands auf sich gezogen, so verdient er die allgemeinste Aufmerksamkeit diesmal in noch viel höherem Grad, weil er einen Weg eingeschlagen, welchen die Kammern anderer Staaten, folgten sie ihm, nur zum Heil ihrer Cvmmittenten wandeln würden. Die Parteikämpfe sind verstummt, das unfruchtbare Gebiet politischer Discus- sionen ist verlassen, dafür aber mit allem Eifer das der materiellen Interessen betreten, und auf diesem reichen sich, wie wir sehen, Alle die Hand, um ein Werk zu schaffen, das eine wahrhafte und dauernde Stütze des Volkswohls wird. — Der „S. M." bringt Nachstehendes aus dem Entwurf über Abänderung verschiedener Bestimmungen über die Verwaltung des Gemeindevermögens. Gegenüber den seitherigen andern Bestimmungen ist im neuen Entwurf darauf abgesehen, die Gemeindebedürfniffe zunächst durch verstärkte Beiziehung des Ertrags des Gemeindevermögens zu decken, dann erst zu Umlagen zu schreiten, und hierbei den Umlagefuß für die Ortsbürger und die ihnen Gleichgestellten einerseits, und die staatsbürgerlichen Einwohner und Ausmärker andererseits in billigerem Maaßstab sestzustellen. Es soll demnach, wenn in einer Gemeinde die nach dem Steuerkapital zu machende Umlage 4 kr. von 100 fl. Steuerkapital übersteigt, die auf die Bürgernutzungen zu machende Auflage nöthigensalls bis auf 3 Viercheil des reinen Genußwerches erhöht werden, und unter denselben Voraussetzungen auf den von der Auflage sonst ganz fteizulaffenden Theil der Bürgernutzungen eine solche Auflage bis auf t Viertheil des Genuß- werthes stattfinden. Was sodann durch die Gemeindeeinkünste und durch die Auflagen auf die Bürgernutzungen nicht gedeckt ist, wird nach dem Gemeindekataster aus das gesammre Ge- werb-, Häuser--, Güter- und Gefällsteuerkapital in der Art umgelegt, daß die Steuerkapitalien der Gemeindebürger in ihrem vollen, jene der übrigen staatsbürgerlichen Einwohner und der Ausmärker mit dem hälftigen Betrag in Ansatz kommen. Uebersteigt die allgemeine Umlage den Betrag von rv kr. vom 100 Steuerkapital, so darf dieselbe nur mit besonderer Genehmigung der Staatsbehörde stattfinden. In diesem höchst schwierigen Theil der Gesetzgebung, wo so vielerlei zum Theil widerstreikende Interessen zu berücksichtigen sind, wurden bei uns schon einige Versuche gemacht; möge der vorliegende zu einem gedeihlicheren Resultate führen! — Die Schlachtvichaccise soll auch nach Ablauf der derzeitigen Budgetperiode forrerhobrn werden. Die von den Metzgern des Landes dagegen einaereichte Petition dürste den gewünschten Erfolg wohl schwerlich haben, da, wenn eine Abgabenminderung zulässig ist, es nach der Begründung der Regierungsvorlage nicht die Schlachtviehaccise sein wird, welche man dabei zunächst ins Auge zu fassen hat. Ebenso kann die 1848 in Aussicht gestellte Aufhebung der Kauft und Tauschbrieftaxe und die Ermäßigung der Kaufaccise zur Zeit noch nicht eintreten. Der einzige Artikel des deßfallsigcn Gesetzentwurfs ordnet bie Forterhebung an, und die Großh. Regierung sagt in der Begründung: „Gerade gegen die Steuer, in welcher man früher ein Surrogat erblicken mochte, hat die Erfahrung neuerdings erhebliche Bedenken hervortre- ken lassen." Der Gesetzesentwurf will daher die Forterhebung bis auf Weiteres, um nicht zum vierten Mal Hoffnungen zu erwecken, die abermals vereitelt werden könnten. — Der Gesetzesentwurf über die Branntweinsteuer ist dem Gesetz von 1837 nachgebildet, erhöht jedoch das Kesselgeld, - bringt die Kessel in 3 Klaffen: a) einfache, deren wir etwa 57,000 im Lande haben; d) mit Vor- oder Maischwärmcrn, deren es 1850 im Lande 194 gab, und c) Dampfbrennereien, 1850 75 zum Theil sehr großartig und kostspielig eingerichtet. Nach dem Entwürfe soll die Branntweinsteuer von jeder Maas Keffelinhalt monatlich bei a) 3 kr., bei b) 4Vs kr., bei c) 6 kr. betragen. Gestattet werden Fristen (Zahlzeiten) von * 3 Monat. Aus dem in der Begründung niedergelegten Material geht hervor, daß bei den besonderen Verhältnissen unseres Landes immer noch die Brennerei im Kleinen und als landwirthschaftliches Nebengeschäft viel verbreitet ist, daß - den letzten 10—12 Jahren auch große Brennereien >"> Lande entstanden sind, während sich fast überall im Lande vas Branntweinbrennereigeschäst als besonderes Großgeschäst entwickelt, und in vielen Theilen Deutschlands, namentlich aber Englands, besonders ausgebildet hat. Das Zeitenrad wird auch hierin wahrscheinlich bei uns noch seinen Umschwung vollenden. — In Rastatt befindet sich eine Arbeitsschule für reise« Mädchen, welche aus der dortigen Karl-Friedrichs-Stiftung hervorging. In ihr erhalten alle Mädchen, die der Schule entlassen sind und wollen, unentgeldlichen Unterricht in allerlei weiblichen Arbeiten, vorzüglich im Weißnähen und Kleidermachen. Sie erhalten überdies Gelegenheit, sich ftühe schon Einiges durch ihre Fertigkeiten zu erwerben, und werden durch Beispiel und Lehre so zu Sitte und Zucht herangewöhnt, daß man mit Recht hoffen darf, manches von «bnen werde vor dem moralischen und physischen Verderben bewahrt bleiben, dem es sonst unrettbar verfallen wäre. Wie veredelnd dann wieder eine gesittete weibliche Jugend auf das andere Geschlecht hinüber wirken müsse, ist so wenig zu verkennen, als die alte Erfahrung, daß häusliches Glück und Wohlstand mehr durch das stille Wirken des Weibes, als durch die geräuschvollere Thätigkeit des Mannes, die mehr nach Außen sich richtet, geschaffen und gefestigt werde. — Der landwirthschastl. Bezirksverein Rastatt hat Versuche mit der Duffeau'schen Samendüngung auf dem Vereinsfelde gemacht. Das Ergebniß war ein durchaus ungünstiges, indem sowohl Gerste als Haber an Garben, Stroh und Körnern einen ansehnlich geringer» Ertrag lieferten, wo die vielgepriesene Samendüngung angewendet worden, als wo man die Saat ohne Düngung in Boden warf. Es sind solche Versuche höchst dankenswerth, auch wenn sie mehr kosten, als der gegenwärtige (2 fl. 42 kr.), da die Land- witthe dadurch vor Täuschungen bewahrt werden. — Vom Rhein brachte die Karlsr. Zeitung kürzlich folgenden beachtenswerthen Artikel: „Aus Württemberg hat die Karlsruher Zeitung jüngst berichtet, daß der dortige Seidenbau-Verein mit aller Thätigkeit auf einen reichlichen Erfolg hinarbeite; fast zu gleicher Zeit vernahm man aus verschiedenen Blättern, wie man in Preußen eiftig bemüht ist, diesen Industriezweig zu fördern, und namentlich an Arme unentgeldlich Maulbeersetzlinge abzugeben, um sie in Stand zu setzen, sich einen Erwerbszweig zu schaffen. Es mag auffallen, daß in einem Landstrich, wie Baden, das alle Vortdeile für die Zucht der Seibenraupe vereinigt, so fast gar Nichts geschieht, um einen Industriezweig zu begründen, der bei Fleiß und Aufmerksamkeit reichliche Früchte trägt. Denn was bis jetzt bei uns geschehen, sind einzelne Versuche, welche aber gerade den Beweis geliefert haben und noch liefern, daß wir uns des schönsten Erfolgs erfreuen könnten, wenn wir nur mit Ernst die Sache unternehmen wollten. So haben vor einigen Jahren der jüngst verstorbene General von Wangen in Biengen, der Regierungsrath Gras von Kagencck in Munzingen eine so ausgezeichnete Seide gewonnen, daß sie der italienischen nicht nachstand; in ähnlicher Weife hat der frühere Dvmpräpendar Dr. Müller in Freiburg, letzt Skadtpfarrer in Ueberlingen, seine Bemühungen reichlich belohnt gesehen, und noch in den jüngsten Jahren hat ein Bauer in Waldprechtsweier am Eichelberg zahlreiche Seidenraupen und ihr seines Gespinnst gezogen. Das erste Erforderniß für Seidenraupen-Zucht ist das frische Laub des weißen Maulbeerbaumes; dieser aber gedeiht bei uns allenthalben recht üppig. Die landwirthschaftliche Kreisabtheilung in Freiburg hat vor einigen Jahren eine recht schöne Pflanzung des weißen Maulbeerbaumes angelegt, und in der Nähe von Mannheim stehen seit mehr als 50 Jahren mehrere Tausende solcher Bäume, ohne in den rauhesten Winkern Schaden gelitten zu haben. Ganz besonders aber eignen sich die Maulbeergesträuche zu Einfassungen von Gärten und Feldern, da keinerlei Jnsecren in einer Maulbeerheckc sich aufhalren. Das Laub solcher Gesträuche ist noch zarrer, als das der hochgewachsenen Stämme. Wie mancher schöne Thaler könnte für unser Land gewonnen werden, wenn dieser Industriezweig der Seidenzucht bei uns Eingang fände!" Aus dem Bezirk Lörrach. Rach genauen Nachrichten soll die Anlegung einer zollfreien Straße aus dem Wiesenthale über Weil nach dem letzten badischen Bahnhöfe von der Schweizer Regierung schon genehmigt sein, was sicher darauf schließen läßt, daß die 'Eisenbahn selbst in näch- c der Zeit bis Basel fortgesetzt werde. Das gewerbreiche Wiesenthal freut sich in- dankbarer Anerkennung über die Bemühungen unserer väterlichen Regierung, die bei der Sorge für das allgemeine Wohl auch die Bedürfnisse eines einzelnen Distrikts nicht aus dem Auge verliert. Von der Murg, 28. Dec. (K. Z.) Die Wichtigkeit der Creditkassen für unbemittelte Landwirthe und Gewerbs- leure wird mehr und mehr anerkannt. Für den Rastatter Bezirk dürfte die Sache wohl in Bälde zur Ausführung kommen. Schon früher hat Stadtdirector Graf v. Hennin auf einer Generalversammlung des landwirthschastlichen Bezirksvereins in Rothenfels einen derartigen Antrag gestellt und nun in der Sitzung am "18. d. M. denselben näher begründet. Er verlangt eine Creditanstalt für die ärmere Klasse der Landwirthe und der kleinern Gewerbe, und zeigt zu dem Zweck die schlimme Lage dieser Bürgerklaffe, der es oft an Mitteln fehlt, sich eine Kuh oder das Futter für dieselbe anzuschaffcn, oder das benöthige Material zu seinem Gewerbe zu bekommen; die Folge ist, daß sie dem Wucherer verfallen und nach wenigen Jahren Bettler sind. Diesem Uebel, das wie eine böse Krankheit um sich greift, werden solche Creditanstalken ahhelfcn, und der Redner glaubt, es könnte eine solche Anstalt auch hier in's Leben gerufen und mit der hier schon längst bestehenden § parkaffe in Verbindung gebracht werden. Weil jedoch die Sache von sehr großem Belang sei und nach allen Seiten hin geprüft werben müsse, so schlug derselbe vor, eine gemischte Commission aus Landwirthen, Handelsverständigen und Rechnungskun- digen zu ernennen, welche die Sache zu prüfen, darüber zu berichten und sich in's Einvernehmen zu setzen hätten mit den Vertretern der Sparkasse. Die Versammlung, mit dem Antrag einverstanden, ernannte zu Mitgliedern der Commission den Vorstand der landwirihschafrlichen Bezirksstelle, Professor Schneyder, als Vorstand, dann die HH. Gutsverwalter Weber von Rothenfels, Handelsmann Fliegler von da, Gemeinderath Kramer von Rastätt und Notar Cbecke von da. Frankreich. Man schlägt die Zahl der in ganz Frankreich aus Veranlassung der jüngsten Unruhen verhafteten Personen aus dreitausend an. Dem Vernehmen nach sollen sie in drei Kategorien getheilt werden. Die am wenigsten Comprvmittirten sollen ihre Freiheit wieder erhalten; die Mitglieder der geheimen Gesellschaften solle» in die Straf- Colonien deporkirt und die des bewaffneten Aufstandes Angeklagten durch die Kriegsgerichte abgeurrheilt werden. Der Kriegsminister har die Arsenale bestimmt, in welchen die Gewebre abgegeben werden sollen, die an die verschiedenen Behörden bei der in Frankreich allgemein statk- sindenden Entwaffnung abgcliefert werden. — Der Präfect des Allier - Departements hat unterm Darum vom 19. Dec. folgenden Beschluß gefaßt: „In Anbetracht, daß die politischen Aufschriften, namentlich die Worte: ..Freiheit, Gleichheit, Bruderliebe", welche auf den meisten öffentlichen Gebäuden zu lesen sind, keinerlei Nutzen bieten, im Gegentheil für die Bevölkerungen eine stete Aufreizung zum Aufruhr sind, indem sie das Bild und die Erinnerung des triumphircnden Aufruhrs sind; daß dasselbe mit den sogenannten Freiheiksbäumen der Fall ist, welche auf den öffentlichen Plätzen und Spaziergängen hindernd im Wege stehen und jetzt fast nichts als verdorrte, ausgetrock- nere Baumstämme sind, beschließen wir: Art. 1. Jede politische Aufschrift ohne Unterschied, und namentlich die Worte: Freiheit, Gleichheit, Bruderliebe, wird unmittelbar an den öffentlichen Gebäuden und Privathäusern ausgewischt. Die FreiheitSbäume werden gefällt oder ausgegraben. Art. 2. Sind von dieser Maaßregel ausgenommen diejenigen Bäume, welche gediehen sind und zur Verschönerung des Orts dienen. Paris, 20. Dec. Dem „Pay" zufolge hat die Polizei soeben eine merkwürdige Entdeckung gemacht. Unter den Papieren, die bei der Verhaftung eines Mannes während der letzten Ereignisse in dessen Wohnung in Beschlag genommen wurden, befand sich auch eine Liste mit einigen Namen, an ihrer Spitze der eines gewissen C., eines Mathematikers, und neben demselben die Bemerkung: „durch das LooS ausersehen, den Schlag zu voüführen." Man 6 forschte nach diesem Mann, und es stell« sich heraus, daß er sich im vorigen Monat selbst entleibt hat«. Als man seine Wittwe in's Verhör nahm, gewahrte man, daß sie fchr verwirrt wurde und den ihr vorgelegten Fragen, sobald sie Beziehungen zur Politik hatten, auszuweichen such«. Auf wiederholtes Eindringen gab sie endlich nach, und erklärte, C. habe ihr gestanden, daß er Mitglied einer geheimen Gesellschaft sei, welche die Ermordung des Präsidenten Ludwig Napoleon zum Zweck habe. In einer der letzten Versammlungen sei das Loos darüber gezogen worden, wer der Mörder fein sollte, und dieses Loos habe den C. getroffen. Der Unglückliche sei vor dem Ansinnen eines solchen Verbrechens zurückgeschaudert, habe aber die Rache der Mitverschworenen gefürchtet, wenn er die Ausführung ablehnte, und sei deßhalb u dem Entschluß gekommen, lieber Hand an sich selbst zu egen. Ehe er den Selbstmord beging, ließ er sein Weib schwören, nichts von dem zu verrathen, was er ihr mitge- theilt habe, und alle Papiere mit ihm zu begraben. Seine letzten Wünsche wurden erfüllt, und die wahre Ursache seines Todes war bisher ein Gcheimniß geblieben. In Folge dieser Enthüllung wftd in diesem Augenblick eine strenge Untersuchung vvrgenommen; auch ist die Ausgrabung des Selbstmörders bereits angeordnet. Paris, 23. Dec. (Allg. Ztg.) Wenn wir in den nächsten Tagen mit der neuen Constitution nicht auch das Kaiserreich proclamiren sehen, so ist das nicht das Verdienst der Persigny und Genossen, die im Rausche den Präsidenten bestürmen, er möchte den günstigen Augenblick zu dieser Umwandlung nicht unbenützt vorübergehen lassen. Allein L. Bo- napar« bleibt unerschütterlich in seinem Entschluß, dieft Metamorphose noch zu vertagen. Wie man glaubt, ist sein Plan, den Traditionen des Oheims gemäß sich nicht selber zum Kaiser zu machen, sondern, wenn es einmal sein muß, wenn die Interessen des Landes es erheischen und die neuen Staarskörpec es verlangen werden, mit diesem Tttel auch die Cvnsequenzen desselben anzunehmen. Unmittelbar nach Veröffentlichung der Constitution wird der Präsident ein Manifest an die europäischen Mächte erlassen, über dessen Grundzüge noch nichts bekannt ist; immerhin aber glaubt man, dasselbe werde schwerlich die Begeisterung unterhalten, in welche der Staatsstreich manche derselben versetzt hat. Paris, 26. Dec. Die Wahlprüfungs-Commission hat sich Heu« versammelt und die Durchsicht der Wahlprotocolle begonnen; ihre Arbeiten werden wohl vor Montag oder Dienstag nicht beendet werden. Die städtische Commission, welche beauftragt war, dem Präsidenten das definitive Resultat der Wahlen des Seinedeparremenks anzuzejgen, har, wie es in dem Pariser Bulletin vom Gestrigen heißt, vom Prinzen die patriotischsten Versicherungen erhalten über den Gebrauch, welchen er von der großen Macht, womit ihn die Nation jetzt bekleidet, machen wolle. Sich dem Glück des Volkes, dem Gedeihen des Landes widmen, sei sei« ausschließlicher Zweck und sein steter Ehrgeiz. Wie in dem Pariser Bulletin ferner bemerkt wird, hat« sich noch niemals in Frankreich in einem Acr der Wahl eine größere Anzahl von Wählern bekheiligk. Oie Verfassung von 1793 sei nur von 1,057,300 Abstimmcnden, die von 1799 von 3,011,000, die Kaiserwahl Napoleons im Jahr 1804 von 3,572,000 Gstimmenden gutgeheißen worden. Aber auch der 10. Dec. des Jahres 1848 sei von der diesmaligen Abstimmung in numerischer Beziehung üdertroffen worden. — Das Cherdeparkement, welches am eindringlichsten und längsten von socialistischen Aposteln bearbeitet worden, hat denselben ein für sie höchst entmuthigendes Dementi gegeben und mit mehr als drei Viertel aller Stimmen für den Präsidenten sich erklärt. Im Niovredepartement hat die öffentliche Meinung einen solchen Umschlag erfahren, daß, wenn Jemand sich dort erkühn«, sich als „Rorber" zu bezeichnen, er eine derbe Tracht Schläge, wo nicht vielleicht sogar einen Messerstich erhalten würde. Alle Nachrichten besagen, daß die Abstimmung durchweg ohne di« mindeste Störung, ohne irgend welche Aufregung vollzogen worden ist. Die Arbeiter der zahlreichen Hochöfen und Hüttenwerke von Vierzon, die vor wenigen Wochen noch als der Demagogie käst gänzlich verfallen betrachtet wurden, haben sich mft 7 Borantragung einer großen Fahne, auf der ein riesiges „Ja!" -n lesen war, nach dem Hauptorte begeben, und ihr Ja dort einstimmig abgegeben. In Paris hat die von lauter Arbeitern bewohnte Vorstadt St. Marceau mit fteudigem Elfer für L. Napoleon gestimmt. Die Arbeiter der Anrvns- vorstadt, auf welche die Abgeordneten des Berges am meisten sich verlassen zu können glaubten, sind von denselben wirklich verlassen worden; denn die größte Hälfte bat ein „Ja" abgegeben. Die Regierung hat nicht allein deßhalb viele Stimmen gewonnen, weil man eingesehen, welch Schicksal der Socialismus Frankreich für 1852 vorbehielt, sondern auch deßhalb, weil nach der großen Thal des 2. Dcc. Handel und Verkehr, wie durch einen Zauberschlag gekrästigt und beflügelt, sich in höchst beachtungswercher Weise entwickelt und befestigt haben; weil der Werth des Eigentbums und aller Artikel sich vermehrt, und der Arbeiter endlich selbst eingesehen hat, daß er nur durch Ruhe, Ordnung und gesetzlichen Schutz zu grvßerm Erwerb und durch diesen zu Wohlstand gelangen kann. — Die „Jndependence" bringt einige Proben der Ausdrücke auf den mit Nein bezeichneren Pariser Stimmzetteln. „Nieder mit dem Dicrawr!" „Nieder mit dem Ver- räther!" „Tod dem Tyrannen!" „Es lebe die Constitution!" „Nicht so dumm!" „Es lebe die National - Versammlung!" „Es lebe der Berg!" „Ehre den Märtyrern!" „Wir kommen auch daran!" re. Auf den Ja-Zetteln fanden sich unter Andern folgende Rufe: „Es lebe das Kaiserreich!" „Nach den Tuilerien!" „Muth, Napoleon!" „Nieder mit den Rothen und Weißen!" „Krieg den Demagogen und den Legitimisten!" — Die Abstimmung ist im Ganzen ruhig von Statten gegangen. — Man schreibt aus BourgeS: Ein schreckliches Verbrechen ist soeben in Oisan, Canron Aubigny (Cher), verübt worden. Während der Maire die Wahloperationen prä- sidirte, drangen fünf Banditen in sein Haus, welches drei Kilometer von Bourges gelegen ist, plünderten dasselbe und versetzten seiner jungen Gattin zwei Dolchstiche. Sine Co- lvnne von mobilen Nationalgardisten ist auf die Kunde dieses Verbrechens von Aubigny und eine andere von Henrichemont nach Oisan geschickt worden, um die Umgegenden zu durchstreifen und sich der Schuldigen zu bemächtigen. — Der Verwaltungsabtheilung der consultativen Commission hat der Präsident der Republik einen Plan vorlegen lassen, nach welchem aus Kosten der Regierung und der Stadt Paris in den Quartieren, wo hauptsächlich die Arbeiterbevölkerung wohnt, vier große Badeanstalten errichtet werden sollen, wo man nicht blos gewöhnliche Bäder, sondern auch alle Arten Gesundheitsbäder nebst unentgeldlicher ärztlicher Berathung zu ganz niedrigen Preisen erhalten würde; Kranke würden die Gesundheilsbäder und den ärztlichen Beistand in ihren Wohnungen ebenfalls zu niedrigen Preisen oder nach Umständen unentgeldlich erhalten. — Vor den Assisen zu Rennes, im Departement Ille und Mlaine, wurde in einer Reihe von Sitzungen (6. bis 13. Der.) der Proceß einer Giftmischerin verhandelt, die eine seltene Virtuosität des Verbrechens erreicht hatte. Es ist eine Dienstmagd, Namens Helene Jegado. Ihr letzter Platz war bei dem^rofeffor Bidard an der Rechtsschule zu Rennes, wo sie am 19. Oct. 1850 eingetreten war, und hier wurde sie, nachdem sie seit Jahren ungestraft mörderische Tbaten vollbracht, endlich entlarvt. Cs war gewöhnlich, daß sie sich mit andern Dienstboten nicht vertrug, und daß diese dann schnell wegstarben. In dem Bidard'schen Haus war schon am 7. November ihre Nebenmagd, Rose Tcsfler, unter gräulichen Krämpfen und Erbrechungen verschieden, später hatte deren Nachfolgerin, Francisca Huriaur, einen ähnlichen Anfall bekommen, war aber durch zeitig geleistete Hülse noch gerettet worden und hatte das Haus verlassen, am 1. Juli 1850 war aber auch ihre zweite Nachfolgerin auf dieselbe Art weggerafft worden. Nun erst erkannten die Aerzte eine Ber- glstung durch einen Stoff, wie Arsenik, und die Jegado wurde an demselben Tag eingesetzt. Kaum wurde ihre Ver- »»"ungim Departement des Morbihan bekannt, so erinnerte Mder zahlreichen Todesfälle, durch die ihre Anwesen- xi'k m den verschiedenen Diensthäusern, die sie durchlaufen, »ememich geworden war, und die Untersuchung mußte bis 1833 zurückgreifen. Damals diente sie bei einem Geistlichen, Hrn. Ledroge, in Guern, und vom 28. Zuli bis 30. Oktober waren in diesem Haus nicht weniger ms sieben Personen, worunter die eigene Schwester der Beklagten, unter verdächtigen Symptomen, wie Erbrechungen, nach zwei- oder dreitägigem Kranksein gestorben. Alle waren von Helene Jegado verpflegt worden, und sie allein war gesund geblieben. Von da kam sie zu einem andern Geistlichen, Hrn. Lorho, nach Bubry, und wieder starben in wenigen Tagen mit denselben Krankheitserscheinungen drei Personen, worunter die Schwester und Nichte des Pfarrers und eine der Muhmen Hekenens. In dieser Weise ging cs fort, man zählt nicht weniger als 43 solcher Todesfälle, die natürlich nicht alle mehr näher untersucht werden konnten, und es ist nur zu verwundern, daß die gesetzliche Ahndung dieses weibliche Ungeheuer so spät erst getroffen hat. Bor Gericht läugnete Helene Alles. Die Heuchlerin halte die Frechheit, als sie schuldig erkannt und das Tvdesurrheil ausgesprochen war, zu sagen: „Ich sterbe lieber unschuldig als schuldig. Ich bin das Opfer falscher Zeugen und böser Zungen. Der gute Gott ist gerecht, er wird uns Alle richten. Die, welche an meiner Verur- kheilung schuld sind, werden es in der andern Welt verantworten, denn sie werden sich den Tod einer Unschuldigen vorzuwerfen haben." Beim Wegführen der Vcrbrecherin von dem Gesängniß nach dem Gerichtssaal und zurück bedurfte es einer starken Gendarmeriebedeckung, so erbittert war das Volk. Sie zeigte gleich an, daß sie das Rechtsmittel der Cassation ergreifen werde. England. London, 20. Decbr. Die große Pianv- forte-Fabrik des Hrn. Collards wurde gestern ein Raub der Flammen. Es verbrannten allein zweihundert fertige Instrumente, deren Werth auf20,000 Pfd. Skerl. (220,000 fl.) veranschlagt wird. Die Firma soll für 18,690 Pfd. Sterl. versichert sein. Italien. Sardinien. Äm 18. Decbr. wurde zu Genua zum Gedächtniß der bei der letzten Pariser Emeute gebliebenen italienischen Flüchtlinge ein Todtenamt gelesen. Abends sollte vor dem französischen Cvnsulaisgebäude eine Volksdemonstralion stattfinden, wozu bereits Aufforderungen ergangen waren. Die Militärbehörde traf energische Anstalten, in deren Folge die Ruhe bis jetzt ungestört blieb und wohl auch ungestört bleiben wird, 'da die Aufregung bedeutend abgenommen hat. Kirchen staat. Furcht u. Schrecken war unter die Bewohner der Romagna zurückgekehrt, seit auf den Landstraßen zwischen Bologna und Rimini, vorzüglich aber im Umkreise von Jmvla, Faenza und Forli, die Raubansälle wieder häufiger zu werden anfingen. Die ominösen Zeiten des berüchtigten Paffatore und seiner Gesellen schienen wieder aufzuleben. Aller Eifer und die regste Wachsamkeit der auf Commando ausgesendeten K. K. Truppen, wie der mobilen päpstlichen Gendarmerie, scheiterten an der »List und Verschlagenheit dieser behenden Räuberbande, bis es endlich jüngst in einem Zusammenstöße mit derselben gelang, einen Gefangenen zu machen, dessen Bekenntnisse zu wichtigen Entdeckungen führten. Gar bald war man dem gefährlichen Gesindel aus der Ferse, und zwölf Bösewichter aus seiner Mitte wurden den Händen der strafenden Gerechtigkeit überliefert, wovon am 10. d. M. der K. K. Stadtkommandant in Jmola sieben standrechtlich durch Pulver und Blei hinrichten ließ. Türkei. Konstantinopel, 9. Decbr. Der Sultan hat für den Präsidenten Ludwig Bonaparke ein Geschenk, aus acht prachtvollen arabischen Hengsten bestehend, bestimmt, welches mit dem Dampfer Ajaccio und in Begleitung eines Attache der französischen Gesandtschaft bereits nach Marseille abgcgangen ist. Amerika. Die Amerikaner scheinen John Bull in der Koffuthmanie noch übertreffen zu wollen, wenigstens ist ihre Presse hierin bereits im besten Zug. Der Einzug in New Dvrk wird als ein solcher geschildert, der nicht glänzender hätte sein können. Der Antrag Foote's, einen Ausschuß zum officiellen Empfang zu ernennen, ist zwar verworfen worden, dennoch soll Koffuth Seitens des CabinetS ein (nichtofficielles Diner in Washington gegeben werden. Der österreichische Geschäftsträger Hülsemann scheint sich von dort entfernt zu -•r - 8 haben. Dir Städte Brooßlyn, New-Havre,'Albanp, Boston, Washington, New-Jersey imck Philadelphia haben Deputirte ain-den '.ungarischen Patrioten" gesandt, um ihn feierlich . euijulüden. Der Gouverneur Hunt in Albany hqk ihm seinen Pakast zur Verfügung gestellt. In Philadelphia ist ein Preis Auf die beste Ode zu feinem Empfange ausgesetzt. Die Vertreter der Presse, die Flüchtlinge, die Avvvcaten u. s. w. wollen ihrerseits es. an Kossuthdemonstrationen ebenfalls nicht schien, lassen. Bei all Dem übrigens verlautet Mancherlei, yMParauf hindeurcr, daß man in Nordamerika durchaus nicht geneigt ist, der von Kvffuch, Kinkel und Genossen beabsichtigten Propaganda realle Unterstützung zu gewähren. Ueber den Rücktritt des Lord Palmerston. Die revolutionäre Partei, ist von eineiy neuen schweren . Schlage getroffen morden; der Rücktritt Lord Palmerfton's ist käum minder hoch anzuschlagen, als der 2. Oec., wenn wir annehmen dürfen, daß dieser Ministerwechfel zugleich , ; . eine Aenderung m der Politik bezeichnet, die seither von England dem Geist der Revolution gegenüber eingehalten worden ist. Weder wird-England selbst fortan der Central- ' punkt aller "Verschwörer gegen die Ruhe der Staaten des Continents sein, noch wird England die Mächte hjndern wollen, 'gegen die Staaten des Continents einzuschreiten, welche seither den flüchtigen Verbrechern gestartet haben, neutrales Gebiet zum Ausgangspunkt neuer Pläne des Um- . kurzes zu machen. _ , .. . ' Der Staatsstreich vom 2. Dec. hat wohl ohne Zweifel den Sturz Palmerfton's beschleunigt- Indem Ludwig Na- . ' poleon mit der revolutionären Pattei den Kampf auf Tod und Leben begann, musste seine Regierung nvthwendig in ein gespanntes Verhältniß zu dem Minne treten, der dieser Partei sich als Hauptmitt^ bediente, die Kraft des Cvnti- ^ - nents zu lähmen und seilie Zwecke zu verfolgen. Dadurch aber wurde Frankreich mit Notlrwendigkeik zum Bunde mit denjenigen Staaken getrieben, dir gleiches.Interesse hatten, wie es selbst, die Revolution zu bekämpfen. England drohte völlige Jsvlirung. Wie es einst die Seele aller Coalikionen 7 . - gegen Frankreich gewesen war, so drohte ihm eine Coahrion der Cvntinentalmächte gegen es selbst. Diefer die Spitze zu bieten, ist England zu schwach; mag es sicher sein-vor erfolgreichem Angriff «if'sein-Gebiet, ein Krieg zerstört seinen Handel und damit'den Nerv seiner Existenz. Der Sturz Palmerston's ist daher eine der wichtigsten Folgen des 2. Der.; mit Frankreich führt man keine Sprache, wie mir Portugal ' ' und Griechenland; die seitherige Politik Englands war un." ' haltbar geworden, wollte nicht England durch offenen Krieg - s,« aufrecht halten; Dies ging nicht;,deitzi so brauchbar die . revolutionäre Partei für den Krieg im Frieden ist, fo unzulänglich ist sie für den Ernst des -offen«« Krieges. Unter diesen Umständen har der Rücktritt de.s Lord Feuerbrand nichts UcberrMendeS; er ist eine Burglchaft mehr für die Befestigung der Ruhe und Ordnung nicht nur, fonderu auch der wahren Freiheit, die in-dem Maaße sich wird ent-, wickeln.können, als die Gefahr der falschen in den Hintergrund tritt.. . . „ .., . . _ Hören wir nun, in welcher Weise das mächtigste Organ .der öffentlichen Meinung Englands, die „Times", sich über diesen Gegenstand äußert: - „Die Wichtigkeit eines solchen Ereignisses für den Be- - stand des Ministeriums sowohl, als für die auswärtigen Interessen dieses Landes in einer so ungewöhnlich kritischen . Lage der europäischen Verhältnisse kann nicht leicht zu hoch . angeschlagen werden. AHin in beider Hinsicht, glauben wir, haß, wenn die Gründe dieser entscheidenden Maaßregel dem Lände vollständiger werden bekannt werden, man sie durch ' - die Würde der Räche der Krone und die besten Interessen des Staats unabweislich geboten finden wird. Es» hatten sich nicht nur ins der Führung der Geschäfte mir stemden - - Staaten , sondern auch in dem Geschäftsverkehr im Innern, soweit er mit unserer! auswättigen Politik zusammen hängt, Schwierigkeiten erhoben, welche das Berttauen der Mintst« in den Staatssecretär für die auswärtigen Angelegenheiten erschüttert, und die Controle geschwächt hattbn, welche der erste Minister über jedes Departement der Verwaltung auszuüben verpflichtet ist. Diese Schwierigkeiten stammen nicht von gestern her, obwohl sie gesteuert wurden durch einige ofsicielle Kundgebungen, welche die Erbitterung des Aus- landos. und das Staunen des Inlandes erregt haben.. „Ihrer Majestät Regierung könnte aus dem einen oder dem andern Grunde dieser Thatsache gegenüber nicht gleich- S bleiben; denn die Verwaltung Lord Palmerfton's hatte lnd ohne einen Bundesgenossen,'ja ohne einen Freund in'Europa gelassen. Dies ist nicht die natürliche Stellung für England oder einen englischen-Minister, zumal in einer Zeit, wo unser einziges Interesse sein sollte, MtnMqftlicheiind .Niedliche Beziehungen zu allen ftemden SMteff zu pflegen." — Der Artikel schließt mit der ThatsachesWtzPcr Rücktritt . Palmerfton's durch seine College» herbeigefühn würde. (K.Z.) R ä t h s e l. r. @3 rennt das Volk, es wälzt sich durch die Gaffen, Und gaffend stehen dicht gedrängte Masse», Und harren Deiner um die Henkerbühue; * Du-steigst empor und lüftest die Gardine — Es zischt das Schwert.... er ist des Leibes ledig' — - - Er hat gebüßt — Gott fei der Seele gnädig! — — ? — n. In Zeitungen, durch Briefe und auch mündlich Erhalten wir tagtäglich sie und stündlich: Der Vater schluchzt, di« Mutter und die Braut, Und Freund und-"Bruder weinen überlaut. Ach. schmerzlich bitk-w ist, was fee gebracht. Der einzig Th eure hat — bankrott gemacht! Oberkirch. _ Kpstlon. Auflösung der Lharade in No. 103: ' Sylvester. Frucht - Mittelprerse. Ein Malter Osse. 27. Dec. iburg 30. vec. Oberkirch 24. vec. Sichern t 30. Eet* Gengenb. 24. Der. , fl. kr. fl- kr. fl. kr. fl. fr. fl. kr. Waizew. . 21 15 21 15 — 14 48 17 30 ' Kernen . , — — — - ' 15 ■ - 15* 45 Halbwaizen 13 46 13 35 — — — - 1 15 2 » Fees . . . — — — — — — 6 -1 — Kvrn . . . -- — :- — 14 — 11 56 i 13. 59 * Gerste . .- * 9 15 8| 56 — — 10* 15*| 9 '59 Welschkorn — — — ~ ' _ _ - — t 12 Haber . . 4 12 4 6 4 12 4 49 4 47 Brodtare für den Amtsbezirk Oberkirch vom I. bis 16. Zanuar 1852. Weißli/vd: Weck zu 2 kr. 8*2 Lokh. Halbweißbrod: 2 ff 8 fr,, 4 S 16 fr. Schwarzbrvd: 4 ff 13 fr. Wegen des 'auf künftigen- Dienstag'.fallenderi hl. Dheikdnigtages erscheint die nächste Nummer dieses Blattes''schon am Montag; es können daher nur solche Inserate in dieselbe ausgenommen tperden, welche längstens bis Samstag Mittag einkommcn. Verantwortlicher Redact'eur> I Orr'eni. °— Druck und Verlag der I. Otteni'schen Buchdkuckerei. f