Der Ortenauer Note. Verkündigungs-Blatt für die Amtsbezirke Offenburg, Oberkirch, Achern, Rheinbischofsheim, Kork, Gengenbach, Haslach und Wolfach. J\/s. 16. Ofsenburg, den 24 Februar 1852. Verordnung. Die Aufbewahrung und den Verkauf von GaS und Camphine betreffend. Zur Abwendung von Gefahr bei dem Verkaufe der unter dem Namen Leuchtgas und Camphine bekannten Mischungen von Weingeist und Terpentinöl, welche im höchsten Grad flüchtige und feuerfangende Flüssigkeiten sind, und sich schon in einer gewissen Entfernung von einem brennenden Lichte entzünden und explodiren, findet man sich veranlaßt, Folgendes gu verordnen: 1) Wer Leuchtgas und Camphine verkauft» will, bedarf hiezu einer speciellen Erlaubniß der Staatspolizeibehörde. Diese Erlaubniß ist auch von Jenen nachzusuchen, welche bisher schon den Verkauf von Gas und Camphine betrieben haben. Dieselbe wird von den Acmrern jedoch nur an Kaufte»« und Apotheker in Haupt- und Amtsftädten ercheilt. 2) Wer ohne eine solche Erlaubniß Gas oder Camphine verkauft, verfällt das erste Wal in eine Geldstrafe bis zu 25 fl.; bei Rückfällen wird die Straft nach § 188 des Straf- Gefttzbuches bemessen. 3) Oie Aufbewahrung von Gas und Camphine muß in Blechgefäffen mit Hahnen und an nicht feuergefährlichen Orten geschehen. 4) Die Abgabe darf in der Regel nur bei Tag, ausnahmsweise auch bei Nachtzeit, jedoch nur in — bei Tag gefüllten — wvhlverkorkren Flaschen startfinden. 5) Die Abgabe an Kinder bis zu 15 Jahren ist untersagt. 6) Uebertretungen der Vorschriften unter No. 3, 4 und 5 dieser Verordnung ziehen eine Geldstrafe dis zu 25 fl. und geeigneten Falls die Entziehung der Concefsion zum Verkauf des Leuchtgases und der Camphine nach sich. Karlsruhe, den 20. Jänner 1852. Großh. Ministerium des Innern. v. Marschall. v) zwei Schätzer für die zu versteigernden Liegenschaften hierher namhaft zu machen, damit solche sogleich in Pflichten genommen werden können. Die Bürgermeister «erden strenge daraus achten, nur einen durchaus redlichen und tüchtigen und insbesondere völlig unabdängigen Bürger in Vorschlag zu bringen. Gengenbach, de« 14. Februar 1852. Großherzogliches Bezirksamt. Dill. S Haslach. (Straferkennmiß.) Rro. 2018. Die pkionspflichtigen: Heinrich «rmbruster von Hausach und Michael Volk von Müblenbach haben sich aut die dies- seing« Aufforderung vom 16. Dec. v. I. Rro. 15171 nicht gestellt. Dieselben werden daher, unter Vorbehalt persönlicher Bestrafung auf Betteten, der Reiraction für schuldig erkannt, jeder derselben in die gesetzliche Seldftrase von 800 st. verfällt und wegen beharrlicher Landesflüchrigkert des Staats- und GemeindebürgerrechkS für verlustig erklärt. Haslach, den io. Februar 1852. Großherzogliches Bezirksamt. M. Klein. [21 Wolfach. (Gant -Edikt.) Rro. 2665. Gegen Handelsmanns C. E. Armbruster in Echilrach ist Sam erkannt, und Tagfahrt zum Richtigstellung-- und Vorzugs - Verfahren aus Dienstag den 16. März 1852, Vormittags 8 Uhr, aus diesseitiger AmiSkanzlei festgesetzt, wo alle Diejenigen „welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Masse zu machen gedenken, solche, bei Vermeidung de« Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte, welche sie geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden oder Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln. _ „ Zugleich werden in der Tagfahrt ein Maffepfleger und ein GläubigerauSschuß ernannt, Borg- und Rachlaßvergleiche versucht, und sollen in Bezug aus Borgvergleiche und Ernennung des MaffepflegerS und Graubiger-Ausschusses die Richterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Wolfach, den 2. Februar 1852. Großherzogliches Bezirksamt. Bassermann. [3] Wolfach. (Gant-Sdict.) Nr». 1SS2. Segen den vormaligen Badwirch Balchasae Söeiager von Rip- poldsau iü Gaur erkannt, und Tagsahrt rum »ickvgstet- luna«- und Borzugsvefthren aus Dienstag den S. März 1852, Dormiirags 8 Uhr, aus diesseitiger Amrskavzlei sest- gesty», wo alle Diejenigen, welche au« was immer für einem Grunde Ansprüche an die Masse zu mache» gedenken, solche, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder «ündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzug« - oder Unterpfandsrechte , welche sic geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mir gleichzeitiger Vorlegung der Brweisur- kunden oder Anteerung oes Beweises mit andern Beweismitteln. t »gleich werden in der Tagfahrt eia Maffepfieger und laubiger-Ausschuß ernannt, Borg- und Nachlaßvergleiche versucht, und sollen in Bezug auf Borg - und Nach- laßvergleiche und Ernennung des Maffepflegers und Gläubiger-Ausschusses die Nichterscheineuden als der Mehrheit der Erschienenen beuretend angesehen werden. Wolsach, den 24. Jänner 1852 Großherzogliches Bezirksamt. Bassermann. Rbeiublschofsheim. (Schulden-Liquidanvn.)Ro.2558. Der ledige Schneidermeister Mathias Häusel 4. von Scherz- Heim beabsichtigt, nach Nordamerika auszuwandern. Dessen Gläubiger haben ihre Forderung dis Donnerstag den 4. März d. I., Morgens 8 Uhr, dahier bei Verlust der Rechtshülfe geltend zu wachen. Rheinbischofsheim, den lg. Februar 1852. Großherzogliches Bezirksamt. Exter. sl) Haslach. (Gläubiger-Aufforderung.) No. 24)7. Nachstehende Personen beabsichtigen, nach Amerika auszuwandern. Etwaige Forderungen an dieselben sind bei Verlust der Rechtshülfe in der auf Dienstag den 2. März, Nachmittags 2 Uhr , anberaumten Schuldenliquidations-Tagfahrt anzumelden. 1) Victoria Feger von Bollcnbach. 2) Jakob Schätzte von da. . z. Johann Nepomuk Remmler von Flscherbach. 4) Mvri; Kornmaier von da. 5) Karvlina Mäntele von Haslach. «) und 7) Joseph und Katharina Blattmann v. Hausach. 8) Thermo Blattner von da. 9) Georg Schund von da. 10 ) und 11) Theresia und Marian»« Schmider von da. 12) Lorenz Winterer von Hausach. 13 ) Severin Holle von da. ^ , 14) 15) 16) und 17) Dre Eheftan des Ehktstoph Weiß, Johanna geborne Breithaupt von da, mit ihren drei Kindern Karvlina, Benha, Amalia. 18) Landolin Harter von da. 19) Konrad Hansmann von Schnellingen. ■>0) Joseph Gallenbach von Steinach. 21) Caieran Göhring von Weifchenstemach. Haslach, den 17. Februar 1852. Großherzogliches Bezirksamt. M. Klein. nannten Eheleute um so gewiffer hier anzumelden und richtig zu stellen And, als r« sonst Jedermann Ach selbst -uzuschreiben hat, wenn später von diesseits au« -u derlei Ansprüche« nicht mehr verholst» werden kann. Oberkirch, den 21. Februar 1852. Großherzogliches Bezirksamt. Pfister. Oberkirch. (Gläubiger - Aufforderung.) Nro. 4534. Der ledige Johann Schmiederer von Peterschal will nach Amerika auswander«. Ansprüche an denselben sind innerhalb 10 Tagen um so gewiffer hier anzumelden und richtig zu stellen, als sonst später zu solchen von hier aus nicht mehr verholfen werden kann. Oberkirch, den 21. Februar 1852. Großherzogliches Bezirksamt. Pfister. Achern. (Gläubiger-Aufforderung.) Rrv. 5891. Georg Blust von Furschmbach, Joseph Hausmann von da, Bernhard Hvdapp von Kappelrodeck, Lvreuz Hvdapp von da, f ranttsca Hasenftatz von Ottenhöstn und wer Doll von SaSbachwalde« sind gesonnen, nach Amerika »uszuwander«. Wr haben daher Tagfahrt zur Schuldenliauidanön aus Dienstag den 2. März d. I., Vormittags 8 Uhr, angeordnet, und werden die etwaigen Gläubiger derselben zur Anmeldung ihrer Ansprüche mit dem Bemerke» aufgefordert, daß ihnen später zu solchen dahier nicht mehr verholst» werden könnt«. Achern, den 18. Februar 1852. Großherzogliches Bezirksamt. Hippmann. tlj Achern. (Gläubiger - Aufforderung.) Nr». 5916. Joseph Bohnert von Kappelrodeck ist gesonnen, nach Amerika auszuwandern. Wir haben daher Tagsahrt zur Schuldenli- qmdativn auf Dienstag de« 2. März d.J., Vormittags acht Uhr, angeordnet, und werden die etwaigen Gläubiger desselben zur Anmeldung ihrer Ansprüche mit dem Bemerken aufgefordert, daß ihnen später zu solchen dahier nicht mehr verholfen werden könnte. Achern, den 17. Februar 1852. Großherzogliches Bezirksamt. Hippmann. Kork. (Schuldenkiquidation.) No. 2313. Joh. Richert, ledig, von Odelshofen, unter Vormundschaft des Michael Setzer von da, hat henk« feinen Entschluß, nach Amerika auszuwandern, dahier vvrgetragen. Wir werden deßhalb am Donnerstag den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, Tagsahrt zur Schuldenliquidation abhalten, wozu etwaige Gläubiger mit dem Bemerken vorgeladrn werden, daß sie an genanntem Tage ihre Ansprüche dahier geltend zu machen haben, indem ihnen später zu ihren Forderungen von hier aus nicht mehr verholfen werden t&tmtt. Kork, den 18. Februar 1852. Großherzogliches Bezirksamt, v. Hunoltstein. Oberkirch. (Gläubiger- Aufforderung.) No. 4028. Die Joseph Bvgt'schen Eheleute und die Joseph Bohnert s Wittwe von Oberdorf sind willens, nach Amerika auszuwan- dern. Ansprüche an dieselben sind innerhalb 14 Tagen um so gewiffer hier anzumelden und richtig ,» stellen, als sonst nach Umstuß dieser Frist Niemanden mehr zu solchen von hier aus verholfen werden kann. Oberkirch, den 17. Februar 1852. Großherzogliches Bezirksamt. Pfister. Oberkirch. (Gläubiger- Aufforderung.) Ro. 4435. Die Ciriak Panter'fchen Eheleute von Butschbach sind willens, mit ihren 5 Kindern nach Amerika auszuwandern. Zur Richtigstellung ihres Vermögensstandes wird Tagfahrt auf Dvs- oerStag den 4 . März d.J., ftüh 8 Uhr, auf dttssemger «mtSkanzlei anberaumt, wobei alle Ansprüche an tue gr Gengenbach. (Dir Abhaltung der Gerichtstage im Monat Jänner l. I. bett.) Nro. 615. Die Gemeinderäthe von Berghaupten, BermerSbach, Oberentersbach, Oberharmersbach, Ohlsbach, Reichenbach, Schwaibach, Unterenters bach und Unterharmersbach werden hiermit an die unverzügliche Einsendung der Verzeichnisse über die Gewährleistungen im Monat Jänner l.J. oder Erstattung der Fehlanzeigen erinnert, und damit die Bürgermeister und Rachsfchreiber aus ihre Verantwortlichkeit für Einhaltung der EinstndungSsrist unter Hinweisung auf die Verordnung in Nro. 12 des Verordnungsblattes vom Jahr 1842 mir dem aufmerksam gemacht , daß alle ferner etwa nvthwendig werdenden Erinnerungen durch Wanboten erfolgen. Gengenbach, den 21. Februar 1652. Großherzogliches Amtsrevisorat. Provence. 148 Wokfach. (Schukdenliquidation.) Nro. 449. Zur Richtigstellung des Schuldenstandes de« im ersten Grade «undtvdren Jakob Schmitt, Bürger und Bauer von Embach, ist Tagkahrt auf Mvnrag den 1. März d. 3-, früh 8 Uhr, im Schulhaute zu Einbach anberaumt. Es werden daher alte Diejenigen, welche aus irgend einem Grund eine Forderung zu machen haben, ausgefordert, ihre Ansprüche bei der festgesetzten Tagsahrr entweder schrist- nch oder mündlich anzumelden. Wolfach, den 17. Februar 1852. Großherzvgliches Amtsreviforat. Müller. vitt. Beitenheimer, Commissär. Ofsenburg. (Liegenschafts-Versteigerung.) Aus dem Nachlasse des verstorbenen ledigen Georg Benz von Durbach «erden auf Antrag der Erbbetheiligren, mit obervormund- fchastlicher Ermächtigung vom 13. d. M. No. 6890, dessen sämmtliche, in Zunsweierer Gemarkung gelegenen Liegenschaften am Mittwoch den 24. März d. Z., Vormittags 9 Uhr, im Gemeindehause zu Zunsweier, der Erbtheilung wegen, öffentlich versteigert; nämlich: 1 . Eine einstöckige Behausung mit Scheuer und Stallung, S ofraithe und Garten unten im Dorf Zunsweier, — ange- »lagen zu. 500 fl. 2 . Ein Sester Gartenangeschlagen zu . 100 fl. 3. & Sester 25 Ruthen Acker, — angeschlagen zu 500 fl. 4. 4Va Sester Matten, — angeschlagen zu . 240 fl. 5. 6 Haufen 10 Ruthen Reben, — angeschlag en zu 350 fl. Zusammen . 1690 fl. Hiezu werden die Liebhaber mit dem Bemerken einge- laden, daß die Bedingungen vor der Versteigerung werden bekannt gemacht werden. Offenburg, den 20. Februar 1852. Großherzvgliches Amtsreviforat. Bittmann. Ottenhöfen, Amts Achern. (Holzver- steigerung ) Aus Domainenwaldungen des Forst- bezirkS Ottenhöfen werben am Samstag den 28. d. M, Vormittags 10 Uhr, folgende, an die _»Thalstraße zur Hagenbruck verbrachte Hölzer gegen baare Zahlung vor der Abfuhr an On und Stelle versteigert: 26 Klafter buchenes und 44 Klafter tannenes Scheitholz, sowie 16*/» Klafter gemischtes Prügelholz und 1750 Stück gemischte Wellen. Ottenhöfen, den 19. Februar 1852. Grvßhcrzvgliche Bezirksforstei. G e r w i g. Osfenburg. (Nachricht) Die am 19. d. M. abgehal- kene Versteigerung der Wiesenbau-Arbeiten auf der diesigen Wallbachwäfferung hat unterm Heutigen die Genehmigung des Ausschuffeg erhalten, was auf diesem Wege den Ueber- nedmern der einzelnen Loose eröffnet wird, mit dem Anfügen, daß die Arbeiten sogleich zu beginnen sind, und die durch die Bedingungen vvrgeschriebene Frist genau eingehalten werden muß. Offenburg, den 21. Februar 1852. A. A.: Nußbaum, Geometer. Durbach. (Heuverfteigerung.) Auf dem DuppelS- berger Rebhof, in der Nähe des Schlosses Staufenberg, werben den 4. März d. Z., Nachmittags 1 Uhr, ungefähr 70 Centner ganz gutes Heu in Abtheilungen, nachdem sich Liebhaber hiezu finden, öffentlich an den Meistbietenden und gegen baare Zahlung bei der Abholung versteigert; was hie- vu bekannt gemacht wird. Durbach, den 18. Februar 1852. Das Bürgermeisteramt. Daoner. '*r Stadt Kehl. (Zwangsversteigerung.) Da in der auf heute anberaumten Versteigerung der Liegenschaften von Blechner Georg Müller, wie sie in No. 99 und 103 dieses Blattet näher bezeichnet sind, kein Resultat erzielt wurde, ist eine weitere Steigerung auf Samstag den 28. Februar d.Z., Nachmittags 2 Uhr, auf hiesigem Rathhause anberaumr, wobei der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis auch nicht erlöst wird. Stadt Kehl, den 17. Februar 1852. DaS Bürgermeisteramt. Gaß. vät. Sommer. m Offenburg. (Fahrnißoersteigerung.) Zn Folge richterlicher Verfügung werden dem Badwirth Georg Bühler von hier am Dienstag den 2. k. M., Vormittags 8 Ubr anfangend, im hiesigen Badhause Fahrnisse aller Art — im Schätz- , ■ ungspreis a Montags den 8. März, Vormittags 9 Uhr, läßt die hiesige Gemeinde in ihrem Gemeindswalde circa 100 Stück zu Boden liegende Eichstamme, welche sich vorzüglich zu Holländerbolz eignen, öffentlich versteigern. Altenheim, den 20. Februar 1852. Das Bürgermeisteramt. Bottler. slj Osfenburg. (Dienstamrag.) In eine kleine Haushaltung wird auf nächsten Frauentag ein braves Mädchen gesucht, welches kochen kann und sich allen häuslichen Geschäs- t«n willig unterzieht. Näheres bei der Redacriou d. Bi., zu. erftageu. 119 jZj Karlsruhe. (Versteigerung des Schnitts von Sichrnstammholz.) Auf dem Hvlzlagervlatze bei der Silen- bahnlianon vinglingen sollen >m Lauf diese« Zapres 12S,voa Cubikfuß Eicheostammholz zu Eisenbahnschwellen zugerichtet werden. Da« Schneiden Liese« Holzes wird Freitags den 27. d. Bl-, Nachmittags 2 Uvr, auf der Station vinglmgen öffentlich versteigert, wozu die Luftlragenden diermil eingeladen weiden. KarlerUbe, den 13. Februar 1852. Inspektion der Grvßb. Eisenbahn-Magazine u. Werkstätten. Klingel. Oensbach, Amts Achern. (Liegenschafts-Versteigerung.) Der Bernhard Keßler's Wittwe von Faulenbach werden in Folge richterlicher Verfügungen am Dienstag den 2. März d.J., Nachmittags 2 Uhr, im hiesigen Rathhause 2 Viertel Acker am Graden und ein Juhn Reben an der Hohlgaß, hiesiger Gemarkung, im Vollstreckungswege öffentlich versteigert, und bei erreicht werdendem Schätzungspreise tndgültig zugeschlagen werden. Oensbach, den 19. Februar 1852. Das Bürgermeisteramt. Weber. Oensbach, Amts Achern. (LiegenschastS-Versteigerung.) Den Mathias Fifcher's Eheleuten von hier werden in Folge richterlicher Verfügung am Montag den t5. März d.J., Nachmittags 2 Uhr, im hiesigen Rathhause nachbenannte Liegenschaften im Vollstreckungswege öffentlich versteigert, und erfolgt der Zuschlag, wenn wenigstens der Schätzungspreis geboten wird.— Die Liegenschaften sind: 1) 2 Vieriel Acker in der Langenbünd, 2) 1 Viertel Acker am ulmer Weg, 3) 15 Ruthen Reben am ulmer Weg, siimmtlich in der Gemarkung Oensbach. Oensbach, den 20. Februar 1852. Das Bürgermeisteramt. Weber. Zelk am Hammersbach. (Heuverkaus) Bürgermeister kechleitner hat 200 Centn» gutes Heu zu verkaufen. Anzeige. In der Friedr. Braun'schen Buchhandlung in Offenburg oben: ienstordnung für die Gerichtsboten und Vollftreckungsbeamten. Preis, vrochirt, 24 kr. £1] Offenburg. (Anzeige.) Mainzer weißer, sowie auch großer gelber Dickrübsamen ist zu haben bei Eduard Stöckte-Seng. [3] Ofsenburg. (Zmimervermiethung.) Kail Parisel hat ein möbliries Zimmer, sogleich beziehbar, zu vermiethen. Für die Herren Notare find Impressen zu Geschäfts-Tagebüchern, Stbühlenbüchern, Vorladungen, Pfandstrichedewilligungen, Inventur-Pallien, sowie Impressen zu Tagebüchern der Volistreckungsbeamien bei mir vorräihig. I. Vtteni. Anzeige. Da ich am 15. d. Bt. das Geschäft meines Daker« übernommen habe, so empfehle ich hiemir einem hiesigen und auswärtigen Publikum mein gut affvrlirleS Waaren- ^^attun, Wollmouffeline, Napolitains, VrleanS, weißen Waarcn, Hoscnzeug, Tuch, Westen und allen sonst möglichen Artikeln nebst Spezerei- Waaren und Cigarren, und bitte um geneigten Zuspruch. Achern, den 17. Febr. 1852. F. J. Oster. Tagesgeschichtliche Mitteilungen. Baden. Karlsruhe, 19. Febr. (K.Z.) Leider können wir auch heute noch keine erfreuliche Verminderung des Gichtleidens Sr. Kön. Hoh. des Großherzogs berichten. Dir abwechselnd bald mehr, bald minder heftig auftretenden Schmerzen des Knie's lassen ihre fortwährende nachcheilige Rückwirkung auf Schlaf und Appetit nicht verkennen. Als nothwendige Foige dieser Verhältnisse ist zu beklagen, daß der Kräftezustand sich noch immer nicht auf eine höhere Stuft erheben konnte. — Am 19. d. M. fand in Lahr die Bürgermeisterwahl Statt. Sie siel auf den seitherigen Bürgermeister F. Groß, welcher von den bei dem Wahlakt anwesenden 74 Mitgliedern des Ausschusses einstimmig wieder gewählt wurde. — Wie man vernimmt, beabsichtigt Hr. Eisenwerksbesitzer Benckiser in Pforzheim, die Beleuchtung dortiger Stadt mit Holzgas auszufuhren und zu dem Ende unverweilt diejenigen Schritte zu thun/ welche eine Vorbedingung für das baldige Beginnen der nöthigen Vorarbeiten sind. Philipps bürg, 18. Febr. (K.Z.) Die Stürme, welche in der letzten Zeit zum öfteren wütheten, haben unlängst in der Nähe von Germersheim einen bemerkenswerchcn Unfall zur Folge gehabt. Eine Lvcomonve — ein neues, prachtvolles Werk der Keßler'schen Fabrik — sollte zu Wasser nach Deutz, der Anfang der Köln - Mindener Bahn, für welche sie bestimmt war, gebracht werden. Da ergreift der Sturm nicht weit von Germersbeim die Segel des Schiffes mit solcher Wucht, daß dieses umschlägt, und die Maschine stürzt in die Fluchen des Rheins. Glücklicher Weise war dieselbe versichert. Bisher angestellte Nachforschungen haben gezeigt, daß sie in ansehnlicher Tiefe liegt, und daß es nicht geringer Anstrengungen bedarf, um das schöne mechanische Werk den Fluchen wieder zu entreißen. Ein Menschenleben ist bei dem Unfall nicht verloren worden. Freiburg, 18. Febr. Eine unserer Lehr- und Erziehungsanstalten, das Großh. Blindeninstitut, hat in diesen Tagen einen höchst schmerzlichen Verlust erlitten und unsere Stadl beklagt nicht minder den Verlust eines ihrer wackersten Söhne und ehrenwerchen Mitbürgers. Professor Franz Müller, Vorstand der Blindenanstalt, ist vor wenigen Tagen in der Schweiz, wohin eine stille Sehnsucht zum Besuch seines ältesten Sohnes ihn geführt, an einem Herzkrampf gestorben. Aus dem Amtsbezirk Radolfzell. Seit einiger Zeit ist in der Schweiz, namentlich im Canron Thurgau, ein Erwerbszweig aufgekommen, welcher viele hundert Hände beschäftigt; j«, die Arbeitskräfte scheinen daselbst nicht ausreichend zu sein, weil einer der Unternehmer auch in Orten des diesseitigen Amtsbezirks Arbeitskräfte gesucht und gefunden hat. Dieser Erwerbszweig ist das Verfertigen von Spitzen in mannichsachen Mustern aus Stroh, Neffelfaden und Pferdehaaren aus der gewöhnlichen Knöppelmaschine, wie sie zum Spitzenversertigen aus feineren Stoffen gebraucht wird. Nach der Breite der Spitze richtet sich der Arbeitslohn, der nach Ellen berechnet wird, und eine fleißige und gewandte Hand kann in einem Tage 24—36 kr. verdienen. Ein Hauptvvrtheil besteht darin, einmal, daß die Arbeit zu Hause und dann, daß sie auch von Kindern beiderlei Geschlechts in müßigen Stunden betrieben werden kann, was namentlich bei einer zahlreichen Familie von Bedeutung ist. Die Anschaffung der Knöppelmaschine verursacht allerdings eine Auslage von 3 fl. 36 kr.; dieser Preis ist jedoch offenbar zu hoch, und wird bei größerer Verbreitung diefts Er- werbszweiges sinken, in unferm Lande aber jedenfalls billiger geliefert werden. Die Spitzen werden sämmtlich nach Amerika versendet und dienen zur Verzierung von Hüten, Kleidungsstücken u.dgl. m. Da die Hauptunternehmer ihre gute Rechnung dabei finden, und durch die Einführung dieses Erwerbszweiges in unserm Großherzvgthum Gelegenheit zur Arbeit und zum Verdienst für viele Familien geboren werden kann, so wäre es erwünscht, wenn solide Handlungshäuftr diese Sache einer nähern Prüfung unterziehen und in Ausführung bringen würden. 150 LsndtagsverHandlungen. 7. Äebr. 20. Sitzung der 2. Kammer. Folgende Comnnsfionsberichte, deren Vorausdruck die Kammer beschließt, wurden heute vorgelegt.' durch Bar von Bonadorf über den Gesetzesentwurf, die Kataster- vermeffung betreffend; durch Hildebrand über jenen wegen Aushebung der zum Kriegsdienst tauglichen Pferde; durch Trefurt über Errichtung von Creditanstalten; durch Eiftn- lohr über Trefurts Antrag wegen Abänderung einiger Bestimmungen in der Geschäftsordnung, und endlich durch Junghanns über das ordentliche Budget des Großh. Staats- ministeeiums und des Großh. Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten. Hierauf berichtet Küßwieder über die an die Commission für dm Gesetzesentwurf, die Brandver- sicherungsanstart fiir Gebäude betreffend, zurückgewiesenen Paragraphen und beantragt zu § 50, welcher dem Großh. Ministerium des Innern das Recht einräumt, den Versicherten ausnahmsweise zu gestatten, das abgebrannte Gebäude auf einem andern Platz aufführen zu dürfen, den Zusatz, daß diese Nachsichtsertheilung im einzelnm Salle auch an die Bedingung einer Herabsetzung der Entschädigungssumme geknüpft werdm könne. Ebenso solle dem Großh. Ministerium des Innern das Recht eingeräumt sein, von einer neuerlichen Abschätzung der Gebäude, wie solche das berathene Gesetz verlangt, im einzelnen Falle Umgang zu nehmen, jedoch vorbehaltlich des Rechtes des Versicherten, auf einer solchen zu bestehen. Endlich wurde zu § 74, welcher sagt, daß ein Feuerschaden an Gebäuden, der in der Zwischenzeit von der Verkündigung des neuen Gesetzes bis rum Eintritt der Wirksamkeit der neuen BersicherungSanschläge sich ereignet, nach dem bisherigen Versicherungsanschlage vergütet werden solle, noch der Beisatz beantragt, daß, im Falle die bisherige Versicherungssumme den wahren Werth übersteigt, die Entschädigungssumme auf das nach dem jetzigen Gesetze zu ermittelnde Maaß herabgesetzt werden durfte. Die Kammer genehmigte nach kurzen Verhandlungen diese Anträge und gab dem Gesetze im Ganzen mit allen Stimmen gegen fünf ihre Zustimmung. Ebenso wurden die provisorischen Gesetze vom 11. Juni und 19. Juli 1851, Abänderungen des Bereinszotttarifs mit Sardinien, worüber Mathy Bericht erstattete und in letzterer Beziehung die Hoffnung aussprach, daß der obgleich gekündigte Zollvereinsvertrag ebenfalls bis zum Jahr 1858, wie erwähnte Additionalconvention, und noch länger andauern werde, einstimmig angenommen. Hieraus führte die Tagesordnung zur Berarhung der durch Üllersberger erstatteten Berichte über die Gesetzesentwürfe, die unveränderte Forterhebung der Kauf- und Tauschbrief- kaxe so wie der Kauf- und Schlachtviehaccise betreffend, und es wurden die dahin bezüglichen Cvmmissionsanträge auf Zustimmungsertheilung nach kurzen, die Schlachtviehaccise betreffenden Berathungen angenommen, auch der weitere dahin gehende Wunsch der Commission genehmigt: das Großh. Finanzministerium möge das Verhältniß der Dienststunden der Erheber zu dem Bedürfniß der Steuerpstichtlgen in Erwägung ziehen und nach Erfund eine angemessene Verlängerung der Dienftstunden eintreten und anvrdnen lassen, daß in1>ringenden Fällen auch außerhalb der Dienststunden die Entrichtung der Fleisch- und Weinsteuer gestattet werde. Bor dem Schluß der Sitzung wurden noch einige Berichte der Petitivnscommissivn erstattet und unter diesen ein solcher über das Gesuch mehrerer AMtsactuare um Besserstellung, welches die Kammer dem Großh. Staatsministerium zur geeigneten Berücksichtigung überwies. 9. Febr. 8. Sitzung der 1. Kammer. Das hohe Präsidium macht mehrere Mittheilungen der 2. Kammer bekannt, wornach die von der Regierung vorgelegten Gesetzentwürfe über die Feuerverstchcruns - Anstalt der Gebäude, über die unveränderte Forterhebung der Kauf- und Tauschbrieftaxe, wie der Kaufaccise, sowie über die Fortentrichtung der Schlachtviehaccise von derselben angenommen sind; ferner zwei Adressen der zweiten Kammer in Betreff der Zustimmung zum provisorischen Gesetze vom 14. Juni 1851 und vom 19. Juli 1851, die im Bereinszolltarif gettvffenen Abänderungen anbelangend, und zu der zwischen den Staate» des Zollvereins und dem Königreich Sardinien abgeschlossenen Additivnalcvnvention vom 20. Mai 1851 zu dem Handelsund Schifffabrtsvertrag vom 30. Juni 1845. Die Tagesordnung führt zur Berathung der Berichte der Budzetcom- mission über die Rechnungsnachweisungen für di« Jahre 1848 und 1849, und zwar: des Großh. Finanzministeriums, Abth. v. Tit. i. hi.- viii.; des Großh. Kriegsministeriums; der Badanstalten. Nach den CommissivnSanttägen werden die gehabten Einnahmen und Ausgaben für gerechtfertigt erklärt, und damit die Sitzung geschloffen. 9. Febr. 21. Sitzung der 2. Kammer. Der Tagesordnung gemäß wurde der durch Junghanns erstattete Eom- missionsbericht über das Budget des Großh. Staatsmini- stcriums für 1852 und 1853 zur Berathung ausgefetzt und sofort, da sich Niemand zum Worte meldete, die Forderung der Regierung für das Jahr 1852 mit 981,700 st. und für das Jahr 1853 mit 997/982 fl. nach den Commifsionsanttägen genehmigt. Hierauf wurde ein weiterer Bericht desselben Abgeordneten über das Budget des Ministeriums des Großh. Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten für die Jahre 1852 und 1853 debattirt. Das Resultat der einzelnen Ab- ) stimmungen besteht darin, daß die von der Regierung für icdes der beiden Budgetjahre geforderten 102,850 fl. auf 97,800 fl. nach dem Anwage der Commission ermäßigt wurden. Vor dem Schluffe der Sitzung berichtet Kirsner Namens der Petitionscommission über eine Bitte mehrerer Gemeinden des Odenwaldes um Abhülfe der dort allgemein herrschenden Noch, und beantragt empfehlende Ueberwrisung an das Großh. Staatsministerium. Dieser Antrag wird von Schaaff von Mosbach, Kiefer, Junghanns, Böhme und Andern unterstützt und von der Kammer, nachdem St.R. v. Marschall auf das nächster Tage zu übergebende außerordentliche Budget verwiesen, angenommen. Bayern. München, 1«. Febr. (Allg. Zg.) Inder heutigen Sitzung d«r Kammer der Abgeordneten stellte vr. Heine seine Anfrage wegen des Nothstandes im Spessarth und in der Rhön. Der Minister des Innern, Hr.v.Zwehl, antwortete umständlich, indem er den Umfang des Nothstandes darlegte, den man hoffen dürfe mit den vorhandenen Hülfsmitteln zu bewältigen. Die nöthigen Weisungen an die betreffenden Kreisregierungen seien ergangen. Ueberdies habe Seine Majestät der König 1500 fl. auf seine Cabinets- kaffe, und Ihre Majestät die Königin Marie 300 fl. aus ihre Privatschatulle zur Unterstützung der Nothleidenden huldvollst anweisen lassen. — I« August v. I. wurde in L a n d s h u t bei einer Wirthshausschlägerei ein Bursch« gestochen, der vermeintliche Thäter eingezogen und nun am 5. Febr. bei der öffentlichen Verhandlung, obwohl er die Schuld läugnete, zu 2 Jahren Zuchthaus verurtheilt. Da — nach Verkündung dieses Spruches — erwacht dem wahren Thäter das Gewissen: er erklärt, daß er es nicht über's Herz bringen könne, feinen nahen Verwandten, der unschuldig nun seit 23 Wochen gesessen, auch noch 2 Jahre eingesperrt zu sehen. Er sei der Schuldige. Daß dieser nun sestgenommen, der Andere ftei- gelaffen wurde, versteht sich. — In dem Orte Walsheim, nahe bei Landau, ereignete sich am 11. d. M. der höchst traurige Fall, daß der 19jährige Friedrich Laul von da seinen 12jährigen Bruder mit einem Carabiner erschoß. Beide Brüder wollten einen Wiesel erlegen, der ältere Bruder lag im Anschlag auf das Thier, der jüngere sprang im Augenblick, wo es sich zeigte, auf dieses zu, vor das sich entladende Gewehr, und wurde so getroffen, daß er in der folgenden Nacht den Geist aufgab. Wieviele Opfer der Unvorsichtigkeit sind schon gefallen- wie viele Unglückliche werden noch den Jammer eines blutigen Bildes in sich tragen müssen, wie dieser das Bild seines erschossenen Bruders, bis es dahin kommt, daß Unberufene sich des Gebrauches von Schjeßwaffen ganz enthalten! Preußen. Der in einigen Gegenden bereits ausge- brvchene, in ander» drohende außerordentliche Nothstand hat die Veranlassung gegeben, daß die Regierung sich mit den übrigen Zollvereinsregierungen darüber in s Einvernehmen gesetzt hat, inwiefern unter diesen Umständen die völlig freie Einfuhr des Getreides und anderer Nahrungsmittel zu gestatten sei. Nach den bis letzt noch gültigen Zollvereins- verträgen darf die einzelne Zollvereinsregierung nur für sich besondere derartig« Maaßregeln treffen, wenn der Preis de« Roggen« eine bestimmte, genau nomine Höhe erreicht hat. Dem Vernehmen nach soll von den andern betreffenden Regie- rnngen die Norhwmdigkeit bestimmter Schritte nach dieser Seite hin gleichfalls völlig anerkannt werden und dürsten daher schon binnen Kurzem die betreffenden- Maaßnahmen zu errvarten stehen. Au« Thüringen, 10. Febr. Auf dem südöstlichen Theil des Thüringer Waldes haben die in Folge der starken Regengüsse schnell anschwellenden Waldbäche großen Schaden angerichtet. 3» Sonneburg wurden viele Häuser beschädigt, und in einigen benachbarten Dörfern mehrere ganz umgc riffen. Zn andern Orten mußte des Nachts Sturm geläutet werden, damit sich Menschen und Vieh noch retten konnten. Stürme mit Donner und Blitz stellten sich ein. Sachsen. Weimar, 15. Febr. Unser Landtag hat den Beschluß gefaßt, die Diäten seiner Mitglieder von 3 Thlrn. aus 2 Thlr. herabzusetzen; obgleich die Opposition vorstellte, daß dann leicht die Volksvertretung ausschließlich in die Hände der Begüterten kommen möchte. Hingegen hat er den Antrag auf Wegfall der Diäten für die in Weimar selbst wohnenden Deputinen oder zum mindesten deren Herabsetzung um ein Viertel verworfen. Oesterreich. Durch k. k. Armeebefehl wird angeordnet, daß der Paragraph der Kriegsartikel, nach welchem jede thätliche Widersetzlichkeit des Untergebenen gegen den Vorgesetzten im Kriege mit dem Tode bestraft wird, in Zukunft auf dieselbe Weise auch im Frieden in Anwendung zu bringen sei, selbst wenn eine besondere Verletzung des Vorgesetzten nicht stattgesunden habe. — Nach dem neuen öster. Strafgesetze gegen Beschädigungen der Eisenbahnen und Telegraphen wird vorsätzliche Beschädigung des Bahnkörpers und der Beförderungsmittel mit 1—5 Jahren Kerker bestraft, wurde jedoch das Leben oder die Gesundheit eines Menschen in Gefahr gesetzt, mit 5— 10 Jahren, erfolgt wirklich ein solcher Unfall, mit 10—20 Zähren und führt die Beschädigung zum Tode eines Menschen, so soll die Todesstrafe erfolgen. Nach demselben Aus- maaße wird auch der Eisenbahnbeamte bestraft, der durch vorsätzliche Nachlässigkeit Urheber eines solchen Unfalls wurde. Muthwillige Beschädigung des Staatstelegraphen wird mit 6— 12 Monaten schwerem Kerker gesühnt. Schweiz. Bern, 14. Febr. Eine der Segnungen des Socialismus beginnt sich in Genf schon fühlbar zu machen; vierhundert Goldarbcitergehülfen auf einmal haben ihre Meister verlassen und sich geweigert, zu denselben zunick- zukehren, wenn nicht vorher ihr Arbeitslohn erhöht worden. Mit Recht weist das Journal de Geneve daraus hin, daß solches Verfahren ein gemeinschädliches sei, indem es allein der ftemden Eoncurrenz zugute kommt. Frankreich. Paris. Der Constitutionnel nimm die Regierung gegen die Beschuldigungen in Schutz, die man gegen sie wegen zu großer Ausgaben erhoben habe. Cr gibt darin die Ausgaben für den großen Staatsstreich des 2. Dec., der das Land gerettet, nur aus 500,000 Franken an, wovon 300,000 für die geheime Polizei und 200,000 für die Entschädigung der Hausbesitzer verwandt worden seien. Damit seien gewiß die Wohltharen nicht zu theuer bezahlt, welche diese fruchtbare Revolution hervorgebracht habe. Der Con- stitutionnell gibt zwar zu, daß man die Besoldungen der Staatsräthe erhöht, daß man einigen Senatoren Pensionen zu bezahlen habe, daß man dem Präsidenten der Republik eine seiner Würde angemessene Dotation geben müsse; man dürfe jedoch keineswegs vergessen, daß mit der alren Ver- saffung auch die 7 — 8 Will, verschwunden seien, die man jedes Zahr an die Nationalversammlung bezahlt habe. Die Besteuerten würden deßhalb nicht mehr zu bezahlen brauchen, n«d die Millionen des Präsidenten besser angewandt werden, als die 25 Frkn. der Repräsentanten. ^ , — Seit dem 2. Decbr. v. Z. wurden in Marseille allein nickt weniger als 400 Personen politischer Meinungen wegen verhaftet, deren Absicht es übrigens war, die Stadt zum Schauplatze der blutigsten Gräuel zu machen, wie dies die Untersuchungen schon herausgestellt haben. Außerdem wurden 250 Fremde von der Gendarmerie über die Grenzen des Departement« gebracht. Zu diesen 650 Verhafteten kommen noch 150, die wegen Diebereien und Betrügereien eingesteckt wurden. Es sollen nicht weniger als 150 Landstreicher aus allen Himmelsgegenden freiwillig die Stadt verlassen haben. Die Polizei ist auch so glücklich g< wesen, den berüchtigten Zean Rique, das Haupt der Gesellschaft der Mon- tagnards und der Anördner der Znsurrection im Departement du Var, in Marseille zu verhaften. Zm ganzen Süden Frankreichs dauern die Verhaftungen von Mitgliedern geheimer Gesellschaften fort, wenn auch einzelne der verführten Aufständischen aus freien Fuß gesetzt werden. Straßburg, 17. Febr. Seit einigen Tagen zeigt sich ein nicht unbeträchtlicher Abschlag in den Getreidepreisen. Die Zufuhren sind «eit stärker, und der Stand der Saaten ist nach ossiciellen Mittheilungen ein sehr günstiger. Auck in Lothringen und Burgund sind die neuesten Markrnotirun- gen den Consumenken günstig. Italien. Messina, 3. Febr. Seit 10—14 Tagen haben wir eine Folge von ungewöhnlich starken Erdstößen, die den hiesigen Einwohnern einen panischen Schrecken ein- gyagt haben; viele campiren in Zelten und Wagen auf de» öffentlichen Straßen und Plätzen, noch mehrere find aufs Land gezogen, und die Furchtsamsten sehen schon im Geiste einer Wiederholung der Katastrophe vom 5. Februar 1783 entgegen, wo die Stadt verschüttet wurde. Spa«ie«. Madrid, 6.Febr. Die Plaza del Armeria ist noch immer gepfropft voll Menschen, die sich nach dem Befinden der Königin erkundigen. Diese hat bereits das Bert verlassen und zeigte sich heute am Fenster der auf dem Platze harrenden Menge. Als das Volk die Fürstin erblickte, brach es in lauten Zubel aus, und in ihrer Herzensfreude schlugen einige Männer das Rad, andere stellten sich aus een Kops, welches Beginnen der Fürstin ein Lächeln ad- lockre. Mit Hand und Kopf dem Volke freundlich zuwin kend, zog sich die Königin nach einigen Minuten wieder vom Fenster zurück, um einem Ministerrathe beizuwohnen. — Vom 10. Febr. Die Königin befindet sich wohl. Ganz Madrid hat aus freiem Antrieb beleuchtet, um die Genesung der Königin zu feiern. Der Senat hat sich heute versammelt, um das Programm des Festes zu berathen, welches die Wiederherstellung der Königin feiern soll. Die Municipalitär und die verschiedenen Körperschaften der Stadt beschäftigen sich mit der Organisation der Feste, welche nächsten Sonntag beginnen. Die Königin wird an diesem Tage sich zum 're Deum in die Kirche von Atocha begeben. Die Abgeordneten werden auf dem Wege vom Palast zur Kirche den Wagen der Königin zu Fuß begleiten. Die Bälle beginnen wieder. Haus- und Landwirthschastliches. Das Mainzer Journal berichtet aus Kassel, 6. Febr. (Unfehlbares Mittel gegen das Weitergreifen der Kartoffel- Krankheit und zu deren gänzlicher Ausrottung.) Endlich hat ei» praktischer Landmann zu Grebenstein in unserer Nähe hinsichtlich der Ausrottung der Kartvffelkrankheit den Stein der Weisen entdeckt und wir beeilen uns deßhalb auf den Wunsch de» Erfinders und im Interesse des allgemeinen Wohles, da jetzt die Zeit heranrückt, wo von diesem untrüg- lichen Mittel Gebrauch gemacht werden muß, es nachstehend zur allgemeinen Kenntniß zu bringen. „Die seit neun Jahren über ganz Deutschland verbreitete und alle Jabre mehr über- handnehmende Kartoffelseuche", sagt der Landwirth in seinem Briefe, „hat vielfach die Aufmerksamkeit in Anspruch genommen, ohne daß die deßhalbigen Beobachtungen und angestell- ten Versuche bis letzt zu einem sicheren Mittel, der Krankheit beizukommen, geführt hätten. Schon beim Beginne dieser Seuche habe ich Versuche mit derselben angestcllt und habe endlich ein Mittel entdeckt, welches sich seit 5 Zähren als ein solches erprobt hat, welches zur gänzlichen Ausrottung dieser Krankheit fuhren muß, wenn es überall angewendet wird. Da diese Krankheit nicht in der Lust, auch nicht im Mehlthau und anderen äußeren Einflüssen steckt, sondern lediglich in der Kartoffel -selbst, so behandle ich die Kartoffeln seit 5 Jahren (und ich hatte während dieses Zeir- 152 raumes stets eine gute, fehlerfreie Aernte) auf folgende Art: Um die Mitte des Monats März laste ich die Pfianzkarrof- seln auf den Boden, wo Lehm befindlich ist, an die Luft tragen, laste die Kartoffeln einen Schub hoch schotten und bis zum Pflanzen liegen. Diese Kartoffeln muß man während dieser Zeit gehörig umwenden und von faulen reinigen. Sollte jedoch während dieser Zeit Frost einfallen, so kann man sie mit Stroh zudecken. Haben nun die Kartoffeln 4 Wochen lang gelegen, so werden dieselben, bevor man sie in die Säcke tbur, genau ausgelesen und werden nur solche zum Pflanzen genommen, welchewelk und eingeschrumpftstnd, diejenigen aber, welche ihr früheres Aussehen behalten haben, taugen zum Pflanzen durchaus nicht, denn solche find strun- k»g. Hat man die Kartoffeln in den Säcken, so darf man mrt dem Pflanzen keine drei Tage mehr warten, indem sonst die Kartoffel zu lang keimt. Diese auf vorstehende An behandelten Kartoffeln gehen 14 Tage früher auf, als diejenigen, welche frisch aus dem Keller gepflanzt werden. Im verflogenen Jahre pflanzte ich im Garten auf V- Acker Land 5 Weyen vcn aus vvrbeschriebenc Art behandelten Kartoffeln und ärnteke 7 Säcke voll, worunter auch nicht eine einzige schwarze Kartoffel befindlich war. Desgleichen pflanzre ich auf's Feld auf 3 / 4 Acker von denselben, auf vvrbeschriebenc Art behandelten Kartoffeln 2 Säcke und amtete 21 Säcke guter, fehlerfreier Kartoffeln. Neben diesen letzkern Kartoffeln, jedoch noch auf demselben Stück Land, pflanzte ich gleichzeitig, um das Experiment zu machen, 2 Säcke voll anderer, erst am 24. April erhaltener, äußerlich recht schöner Kartoffeln, mir welchen jedoch oben beschriebene Behandlung nicht vvrgenommen worden war, da diese Kartoffeln eben erst aus dem Keller kamen. Bei der Einärntung hätte man nun den Ungeheuern Abstand und Unterschied zwischen diesen beiden Sorten Kartoffeln sehen sollen, aber auch den fichersten Beweis der Probehaltigkett meines Mittels; denn von den letztgenannten Kartoffeln ärnrere ich 9 Säcke voll, davon waren 5 Säcke voll total schwarz und 4 Säcke voll konnte ich nur zum Füttern des Viehes brauchen." So weit unser Landwirch. Wir haben nicht» hinzuzusetzen, als die Bitte an alle Landwirrhe Deutschlands, im Jnrereffe der nokhlei- denden Menschheit und des allgemeinen Besten nach der von unserm Landwirrhe beschriebenen Art zu verfahren und sich in Betracht des unermeßlichen Nutzens und der reichen Belohnung die kleine Mühe der Perfahrungsweise nicht verdrießen zu lasten. Miscellen. (Eine gebcimni ßvolle Geschichte.j Ein sckon bejahrter Arzt in W erzählte dem Verfasser der -Leb,ns- und Reisebitter au» Oft und West" iBreelau Mar>: im Jahre 1846 wurde ich in der Nacht zu einer vornehmen Dame gerufen und «egen Morgen hatte sie einen gesunde», kräftigen Knaben geboren. Nur eine junge hübsche Wärterin war bei ihr. Sie erholte sich bald und »ach einigen Tagen trat die Wärterin mir dem Kinde und einem Briefchen in mein Zimmer. Der Brief enchielt 600 ft. und die Worte: „In dem Augenblicke, da Sie ries empfangen, habe ich W. bereits verlassen. Ohne Ihnen eine nähere Erklärung geben zu dürfen, vertraue ich Ihne» mein höchstes Gut, mein einziges Kink, an Möchte» Sie ihm Vater fein! Empfehlen sie es Ihrer Gattin, die, wie ich höre, kinderlos ist. Vielleicht schon nach einem Jahre werde ich meinen Schatz von Ihnen zurück ordern.- Ich machte der Behörde Anzeige und behielt da« Kind. Es vergingen 2 Jahre, ohne daß sich Jemand »ach rem Kinde erkurrdigle, außer gelezenttich die erwähnte Wärteriii. In der unruhigen Zeit von 1848 schickte ich meine Frau mit dem Kinde auf ras Land und nach einiger Zeit schrieb sie mir: -Gestern hat man de» Kleinen abgeholt. Eine groß- schöne Dame, ganz wie Du sie beschrieben hast, trat mit einem Ofstcrer und der Wärterin, die Du kerrnst. in meine Wohnung, und nahm unsern Pflegling nach tausend Danlsagungen und U.berreichirng einer goldenen Dose für Dich in Empfang. Um mich vollkommen zu überzeugen, daß sie auch wirklich die Mutter sei. ta ich raö Ki»d doch nicht sollet h ter Ersten Beste» überliefern wollte, zeigte sie mir di« Abschrift de« Briefe« vor, mit dem sie Dir da« kleine Kind damals zugeschickt hatte." Drei Monat« daraus stürzte — die wahre Mutter athemloS In mein Zimmer und verlangte ihr Kind. Es war ein enisetzlicher Auftritt. -Ich ahnrre es wohl,- äußerte sie händeringend, «daß dieses fluchwürdige Geld »rein Unglück sein werde." Die Polizei wurde natürlich in Anspruch genommen. Die junge Wärterin war spurlos verschwunden und trotz aller angewandten Müh« ist bis diesen Auaenblick durchaus nichts aufzefunden worden, was zur Entdeckung jener Kindesräuber führen lönnte. Die unglückliche Mutter aber verfiel in ein hitziges Fieber und keine Kunst vermochte sie zu retten. In Paris hat ein Gärtner, Hebert, eine wnnderbar« Entdeckung gemacht, die unglaublich erscheint, aber schon wiederholt durch öffentliche Versuche von Gärtnern, Naturforschern re. erprobt worden ist. nämlich Pflanzen allerlei Art fast augenblicklich, da« heißt in fünf bis zehn Minuten, zum Blühen z» bringen. Ein Berichterstatter erzählt: Wir fanden in einem klein«» improvistrten Garten etwa vierzig Gewächse, welche vor Kurzem erst i» die Erde gesetzt und offenbar noch nicht einmal angewurzelt waren, und zwar Nelke», Georginen. Rosen, Aftern, Sonnenblumen sc. Alle hatte» Knospen, die im gewöhntichen Verlauf der Dinge etwa binnen vierzehn Tagen erblüht fein würden. Zuerst wurde »ui, an den Stock einer frei stebeuden Georgine und an eine Nelke eine gewisse Menge einer röthlickea Flüsstg- keit gegossen und über jede Pflanze eine Glasglocke gestürzt. Sofort entwickelte stch eine bedeutende Wärme innerhalb der Glocke, so daß dieselbe fast herß wurde und ein Fensterchen darin geöffnet werden »rußte. Ehe zchn Minuten vergingen, sahen alle Zuschauer vor ibren Augen die schönsten Blumen an der Georgine und Nelle stch enifalten. Hebert ließ rie Glocke abnehmen, schnitt die Blumen ab und vertheilic sie: die Nelken verbreiteten den schönsten Geruch. Ein zweiter Versuch wurde mir einem Olean. dcrbusch gemacht, der sich »och schneller, wie durch Zauberei, mit' Llüihen bedeck«. Schon Plato spricht über eine ähnliche Beförderung des WachsthurnS in den berühmten Gärten des Adonis. Hebert's aiso wieder anfge-unoenes Bewahren ist noch ein Ge- heimniß. bei der» Gas eine Hauptrolle spielt, da solches bei den Versuchen bereits crplodirte; er will jedoch, wenn er erst zn weitern Resultaten gelangt ist, seine Entdeckung, wie Daguerr», veröffentlichen. _ Auflösungen der Räthsel in Nro. 14, 1. Reise, Riese. 2. Strahl, Stahl, Last. Anm. Bei dem zweiten Räthsel ist zu berichtigen, daß die fünfte Zeile beim Druck ausgelassen wurde, nämlich: „Nehmt wieder eines aus der Mitt'" Mit Bezugnahme aus die im vorigen Jahre im Orte- nauer Boren an Menschenfreunde gestellte Bitte um milde Gaben für die durch Brand verunglückte Paulina Mang in Fabrik Nordrach legt man über die eingegangenen milden Gaben hiermit Rechenschaft ab st. kr. Offen bürg: Von Hrn. Oderkirchenrath Städele 6 — „ „ Hauptlehrer Köhler. . 4 42 Gengenbach»: Von Hrn. Sonnenwirrb Maier . — 48 Biberach: „ Decan Schwendemann 1 — Zell: Von Hrn. Pfarrer Scheidegg .... 1 — „ „ „ Dicar Felder .... . . — 42 —14 12 wofür man im Namen der Unterstützten den innigsten Dank abstattet. Nordrach, den 17. Februar 1852. Pfarrer Walser. Für die durch Brand Verunglückten in Schachen find bereits eingegangen: von P. F. 2 fl. 42 kr., von G. W. 2 fl., von I. O. 1 fl.; zusammen 5 fl. 42 kr. Um weitere Beiträge bittet: Die Redaction des Ott. Boten. Verantwortlicher Redacteur: I. Otteni. — Druck und Verlag der I. Otteni'schen Puchdruckerei.