Or temme r Note. Verkündigungs-Blatt für die Amtsbezirke Offenburg, Oberkirch, Achern, RheinbLfchofsheim, Kork, Gengenbach, Haslach und Wolfach. M 46. Offenburg, den 8. Juni 1852. Bekanntmachungen Die Einbringung österreichischer Sechskreuzer- stücke in das Großherzogthum Baden betr. Nro. 1420t. ES ist zur diesseitigen Kenntniß gekommen, baß seit einigen Wochen in manchen Orten «ine nicht unbeträchtliche Menge neuer österreichischer Sechskreuzerstücke im öffentlichen Verkehr sich zeigt. Diese Münze hat im Großherzogthum keinen gesetzlichen EurS, und ist nach der landesherrlichen Verordnung vom 16. November 1837 (Reg. Bl. Seite 403 und f.) nur zu vier Kreuzer im Umlaufe geduldet. Nach Erlaß Großh. Ministeriums der Finanzen vom 25. v. M. Nro. 4260 bringen wir die verordnungsmäßige Geltung der österreichischen Sechskreuzerstücke andurch wiederholt in Erinnerung und beauftragen zugleich die Großh. «emter des Kreises, sobald solche Münze im Amtsbezirk zum Vorschein kommt, die geeignete Warnung in die «mrs- und Localblätter aufnehmen zu lassen. Karlsruhe, den 1. Juni 1852. Großh. Regierung des Mittelrheinkreises. B. B. d. v.: Der Vorsitzende Rath v. Stockhorn. vckt. G. Pfeiffer. Nro. 23228. Vorstehende hohe Verordnung wird, da solche Münzen in diesseitigem Bezirk im Umlaufe sind, zur Warnung veröffentlicht. Offenburg, den 5. Juni 1852. Großherzogliches Oberamt. v. Fader. Offenburg. (Straferkenntniß.) Nro. 22334. Da Ganonier Ferdinand Siefert von hier der oberamtlichen Aufforderung vom 22. v. M. Nro. 16745 keine Folge geleistet hak, so wird derselbe wegen Desertion in die angedrohte Strafe von 1200 fi. verfällt und seines StaarSbürgerrechts für verlustig erklärt. _ Offenburg, den 29. Mai 1852. Großherzogliches Oberamt. v. Faber. vdt. Zitte!. Offenburg. (Bekanntmachung.) Nro. 22920. Durch Erlaß Großherzogl. Justizministeriums vom 29. Mai d. I. Nro. 4985 wurde Lukas Herrmann von hier als Stellvertreter für die diesseitigen Gerichtsvollzieher, hauptsächlich im Gerichtsbotendienste, ernannt. Wir haben ihm die Ortschaften Fessenbach, Zell, Riedle, Weierbach, Rammersweier und Durbach für den Gerichtsbotendienst zugewiesen. Dies wird hiemit bekannt gemacht. Offenburg, den 4. Juni 1852. Großherzogliches Oberamt. Braunstein. Ofsenburg. (Aufforderung.) Nro. 22715. Gestern den 31. v. M. wurde im Gottswalde unterhalb Griesheim eine Mannsperson an einem Baume erhängt ausgefunden. Der Entseelte, dessen Name und Heimath unbekannt find, ist ungefähr 29 Jahre alr, 5 ' 5" bad. MaaßeS groß und von kräftigem Körperbaue; er hat kastanienbraune Haare, röthlich-blonden Schnurr- und Knebelbart, blaue Augen, proportionine Nase, ziemlich großen Mund und gesunde Zähne. Eine Wundnarbe auf der rechten Seite des Kopses gegen die Schläfe, eine solche an der innern Seite de» linken Fußes gegen die Kniescheibe hin, ein auf der »ordern rechten Armfläche blau und rvth eingeätztes Bild, eine Militärperson (einem Frauenzimmer die Hand reichend) darstellend, lassen vermuthen, daß derselbe dem Militärstande früher angehort habe. Unter diesem Bilde sind die Buchstaben a. w. und die Jahreszahl 1844 in gleicher Weise eingeätzt. Ein kleiner Dorrath französischen Regie-Tabaks deutet darauf hin, daß der Verstorbene aus Frankreich herüber gekommen sein dürfte. Derselbe war bekleidet mit einer schwarz tuchenen Schild- kappe, mit einem braun baumwollenen geblümten Halstuch, einer noch ziemlich neuen blauen Bloufe, einer alten baumwollenen, blau, roth und weiß gestreiften Weste, mit blau und weiß gestreiften Hofen, blau baumwollenen Strümpfe» und mit alten ledernen s. g. Bundschuhen. Wir stellen an die refp. Behörden das Ansuchen, uns über diese Person nach Namen, Heimath rc. Auskunft zu geben. Offenburg, den 1. Juni 1852. Großherzogliches Oberamt. Klein. vdt. Lang. Offen bürg. (Diebstahl.) Nro. 21322. Samstag den 8. d. M., Nachmittags, wurden der ledigen Maria Anna Kemps von Schutterwald aus einem unverschlossenen Troge zwei seidene Halstücher entwendet. Das eine war von schwarzem Seidenstoffe mit breiten rochen Streifen; das andere Hane eine rothe Grundfarbe und war mit gelben und grünen Streifen durchzogen. Wir machen die» zur Fahndung bekannt. Offenburg, den 22. Mai 1852. Großherzogliches Oberamt. Braunstein. Ofsenburg. (Diebstahl.) Nr. 22710. Dem Andreas Graf von Zufenhofen, Hausknecht dahier, wurden in die Nacht vom 18. auf den 19. v. M. aus seinem unverschlossenen Koffer ein Paar blau gestreifte Sommerzeughvsen «ft einem gestickten Hosenträger entwendet, was wir behufs der Fahndung bekannt machen. Offenburg, den 1. Juni 1852. Großherzogliches Oberamt. Klein. HaSlach. (Schuldenliquidation.) Nro. 7333. Bier- wirch Florentin Schnetzer von Steinach will nach Amerika auswandern. ES wird deßhalb Tagfahrt zur Schuldenliquidation anberaumt auf Montag den 14. Juni, Nachmittags 2 Uhr, wozu etwaige Gläubiger des Florentin Schnetzer de» Verlust der Rechtshülfe zur Anmeldung ihrer Forderungen vorgeladen werden. Haslach, den 27. Mai 1852. . Großherzogliches Bezirksamt. M. Klein. vdt. Hinterskirch. 446 Offenburg. (DichstM.) No. 22714. De« Aach. Kü fer von Durbach wurden am 22. v. M. vor der Frucht- Halle dahier zwei Sester Waizen und zwei Sester Gerste in einem Sacke/ welcher mit den Buchstuben m. k. m. d. roth gezeichnet nat, entwendet; was wir behufs der Fahndung hiemit bekannt machen. Offenburg/ den t. Juni 1852. Großherzogliches Oberamt. Klein. Offenburg. (Gant-Edict.) No. 21706. Gegen Xaver Ilg von Durbach ist Gant erkannt/ und Tagfahrt zum Richtigstellungs- und Vorzugs-Verfahren auf Mittwoch den 16. Juni 1852/ Vormittags 9 Uhr, auf diesfeitiger Amts- kauzlei festgesetzt/ wo alle Diejenige»/ welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche au die Masse zu machen gedenken/ solche, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte, welche sie geltend machen wollen, zu bezeichnen habe», und zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweis-Urkunden oder Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln. Zugleich werden in der Tagfahrt ein Maffepfieger und ein Maubigcr-Ausschuß ernannt, Borg- und Nachlaßvergleiche versucht, und sollen in Bezug auf Borgverglriche und Ernennung des Maffepflegers und Gläubiger-Ausschusses die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen bei- «retrnd angesehen werden. Offenburg, den 26. Mai 1852. Großherzogliches Oberamt. Kamm. Oberkirch. (Aufforderung.) Rro. 10997. In Sachen der ledigen Anna Wild in Freiburg, Klägerin, gegen den flüchtigen Aloin Wieder, ledig, von Renchen, Beklagten, Alimenten- Forderung betreffend. Advokat Näf von Freiburg hat Namens der Klägerin »orgetragen: Klägerin habe am 25. Febr. 1846 ein Mädchen geboren, das den Namen Walburga erhalten, und welches der Beklagte, als natürlicher Vater desselben, laut Eintrag zum bürgerlichen Standesbuch anerkannt habe. Cs wird für die vermögenslose Klägerin ein Ernährungs- Beitrag von 20 kr. wöchentlich verlangt und gebeten, den Beklagten zur Zahlung dieses Betrags vom 25. Febr. 1846 an und in die Kosten zu verurtheilen. Der Beklagte wird hiermit aufgefordert, in der auf Donnerstag den 29. Juli, Vormittags 10 Uhr, angeordneten Tagfahrt bei Vermeidung des gesetzlichen Rechtsnachtheils Vernehmlassung abzugeben, auch einen hier wohnenden Gewalthaber aufzustellen, als sonst alle weitern Verfügungen mit gleicher Wirkung, wie wenn sie dem Beklagten eröffnet oder eingehändigl wären, nur an die Gerichtstafel angeschlagen würden. Oberkirch, den 14. Mai 1652. Grvßherzogliches Bezirksamt, v. Litschgi. Haslach. (Präclusiv-Bescheid.) Nro. 7397. In Sachen mehrerer Gläubiger gegen «dlerwirth Johann Merz dahier, Forderung und Vorzug den. lllle dieienigen Gläubiger, welche in der heutigen Tagfahrt » wderungen nicht angemeldet haben, werden hiemit von affe ausgeschlossen. V. R. W. Haslach, den 27. Mai 1852. Großherzogliches Bezirksamt. l.s.) M. Klein. vdt. Wörner. Gengenbach. (Schuldenliquidation.) No. 9220. Die Anton Zimmermann's Eheleute und Sylvester Finken- jeller, ledig, von Reichenbach, Joseph Kälble, Rebmann von Fußtzgch, und Benedikt Gießlir, Taglöhner von Bi- berach, wollen nach «merika auswandern. Es wird deßhalb Tagfahrt zur Schuldenliquidativn auf Freitag den 11. Juni l. I., früh 8 Uhr, angeordnet, in welcher die etwaigen Gläubiger derselben ihre Ansprüche anzuweiden haben, widrigenfalls ihnen zu solchen dahier nicht mehr verhelfen werden könnte. Gengenbach, den 25. Mai 1852. Großherzogliches Bezirksamt. Bode. Offen bürg. (Versteigerungs-Zurücknahme.) Die auf den 21. Juni d. I. ausgeschriebene Liegenschafts-Zwangs- Versteigerung gegen Clara Gallus von Niederschopfheim wird hiemit auf ertheilte Borgftist flstirt. Offenburg, den 2. Juni 1852. Großherzvgliches Amtsrevisorat. Bittmann. £1J Windschläg. (Versteigerungszurück- ncchme.) Die Ankündigung der auf den 9. Juni d. I. bestimmten zwangsweisen Liegenschafts- Versteigerung des Taglöhners Sebastian Kränzle von Windschläg wird auf den beigebrachten Nachweis der Einwilligung des Gläubigers in den Einhalt der Vollstreckung hiermit zurückgenommen. Appenweier, den 1. Juni 1852. Der Vollstreckungsbeamte: Beck, Notar. - 'Durbach. (Versteigerungs-Zurücknahme.) Die auf Dienstag den 15. Juni d. I., Nachmittags 1 Uhr, bestiminte zwangsweise Versteigerung der Liegenschaften des Johann Kempf, Rebmann von Durbach, wird auf den beigebrachten Nachweis über die Tilgung der Schuld hiermit zurückgenommen. Appenweier, den 4. Juni 1852. Der Vollstreckungsbeamte: Beck, Notar. Oberkirch. (Widerruf einer Zwangsversteigerung.) Die auf Dienstag den 15. Juni d. I. festgesetzte Versteigerung der Liegenschaften der Simon Reichhart'schen Ehefrau Karolina aeb. Herbst von Zusenhofen sinket nicht Statt, indem der Kläger darauf verzichtet hat. Oberkirch, den 3. Juni 1852. D.D.B.: C a st o r p h. Gengenbach. (Widerruf.) Die aus Dienstag und Mittwoch anberaumke Grasversteigerung wird hiemit widerrufen. Gengenbach, den 4. Juni 1852. Das Bürgermeisteramt. Stein. Schutterwald. (Fahrnißversteigerung.) Dem Johann Wenkert von Schutterwald werden in Folge richterlicher Verfügung vor dem Rathhause zu Schutterwald am Samstag den 12. Juni, Morgens 8 Uhr , verschiedene Fahrnißgegenstände, worunter namentlich ein Bauernwagen, ~ - off entließ versteigert; was ««durch be- 5. Juni 1852. Vollstreckungsbeamte Jamm. rannt gemacht wird. 447 Offenburg. (Bekanntmachung.) Das Bürgermeisteramt dahier har heute die von F. aus M. vor der Thüre der Kanzlei der Großh. Stiftungen -Verwaltung dahier nirder- gelegten 5 fl. — die ihm zu Verwendung zu wohlthätigen Zwecke« von Letzterer Übergeben wurden — der SuppeN- - anstatt dahier in Einnahme zugewiesrn; was auf Verlangen hiemit veröffentlicht wird. Offenburg, den 5. Juni 1852. Suppenanstalt - Verrechnung. Th. Kön ig. iä. Nordrach. (Hvlzvelsteigerung.) Di« hiesige Gemeinde läßt Freitags den 11. Juni d.J., Vormittags 9 Uhr, im »nkerwirchshause zu ^Fabrik folgende Holzganungen gegen Baarzah- lunz öffentlich versteigern, als: 540 Stämme Bau- und Sägholz, 9 buchene Klötze (Lichtholz), 58 Klafter tannenes Scheitholz, 10 „ buchenes do. und 5 „ Prügelhvlz; wozu die Liebhaber höflich eingeladen werden. Nordrach, den 3. Juni 1852. Das Bürgermeisteramt. Spitzmüller. thal, [2] Prinzbach. (Liegenschaftsversteigerung.) In Sachen des Jakob Herr in Dinglingen, Vertreter der Georg Blatt'schen Erben von Lahr, und des Bernhard Himmelsbach von Schutker- Pfieger des Bernhard Volk, gegen Müller Bernhard Beck's Eheleute hier, Forderung von 1000 fl. und Zinsen und von 1495 fl. 56 kr. mit Zinsen betreffend — ist das Unterzeichne in verehrt. Verfügung Großh. wohllöbl. Ober- amts Lahr vom 1. Oc'tvber v. I. Nro. 30265 und vom 17. December v.J. Nro. 49213 beauftragt, die Versteigerung unten beschriebener, rin geschloffenes Hvsgut bildender Liegenschaften vorzunehmen. Zu dieser Versteigerung ist Tagfahrt auf Donnerstag den 17. Juni d.J., Nachmittags 2 Uhr, im hiesigen Kreuzwlrchs- hause anberaumt, wobei ausgesetzt werden: 1 ) Ein zweistöckiges Mahl- und Wohngebäude mit einer aus 2 Gängen bestehenden Kundenmühle unter Ziegel-' dach. Anschlag. 1600 fl. 2) Eine Scheuer mit Stallung und Schopf. Anschlag . 500 fl. 3) Acht Schweinställe. Anschlag ..... 133 fl. 4) Circa 8 Sester, die Matte über dem Bach. Anschlag. 300 fl. 5) Circa 3 Sester, das Sommermättle. Anschlag 100 fl. 6) Circa 20 Sester Reutberg, einerseits Philipp Stölker, anders. Kirchenbauer Jos. Himmelsbach. Anschlag .. 200 fl. 7) Circa 5 Sester Hausmatte. Anschlag . . 400 fl. 8) Circa 2 Meßle Hausgarten. Anschlag . . 100 fl. 9) Circa 3 Sester, das Badbronnenmättle. Anschlag . 300 fl. 10) Circa 40 Sester, die Winterhaltenackern. Anschlag . 1800 fl. 11) Circa 12 Sester, der Wintcrberg. Anschlag 100 fl. 12) Circa 30 Sester, die Sommerhaltenackern. Anschlag. 2300 fl. 13) Circa 3 Sester Reben. Anschlag .... 200 fl. 14) Circa 18 Morgen Wald. Anschlag . . . 1080 fl. Summa des Anschlags > . . 9113 fl. Der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis erreicht wird. Prinzbach, O.A. Lahr, den 25. Mai 1852. Das Bürgermeisteramt. Weber. vckt. B. Müller, Rathsschbr. slj Schiltach. (Liegenschaftsversteigerung.) In Folge richterlicher Verfügung werden dem ledigen Johann Georg Wölber von Schiltach am Freitag, den 18. Juni d. I., , Vormittags 10 Uhr, in dem Rathhaus zu Schiltach seine nachbenannten Liegenschaften einer zweiten öffentlichen Versteigerung ausgesetzt, wobei der Zuschlag um das sich ergebende höchste Gebot erfolgt, wenn der Schätzungspreis auch nicht erreicht wird. Die Hälfte an einem dreistöckigen Wohnhause auf dem Schleifegrün dahier; die Hälfte an einer hinter dem Haus befindlichen Waschküche; die Hälfte am vorhandenen Hoftaum, sowie die Hälfte an dem neben dem Hause befindlichen Gemüsegarten.' Schätzungspr. 1500 fl. Schiltach, den 3. Juni 1852. Der Vollstreckungsbeamte: Furherer, Notar. [1] Ortenberg. (Heu- und Ochmtgras-Versteigerung.) Die hiesige Gemeinde läßt am Montag und Dienstag den 14. und 15. d. M., jedesmal von Morgens 8 Uhr an, den diesjährigen Heu- und Oehmrgras-Erwachs auf de« hiesigen «lmendgrün in 135 bis gegen 137 Loosadrheilungen auf dem S atze selbst um gleich baare Bezahlung beim Zuschlag östlich versteigern, wozu die Liebhaber eingeladen «erden. Orrenberg, den 5. Juni 1652. Das Bürgermeisteramt. Braun. Offenburg. (Heugras-Versteigerung.) Von den städtischen Wiestn wird her diesjährige Heugraserwachs im hiesigen RathhauSsaale in folgender Ordnung versteigert: Freitags den 11. Juni, Morgens 8 Uhr: vom untern Angel. Nachmittags 2 Uhr: vom Seewinkel, von der Schlur zwischen den Herren- und Burgerackern, von der Herrenmatte und Schlößlebühnd. Samstags den 12. Juni, Morgens 8 Uhr: von der Bambösch und ober» Angel oberhalb der Straße. Nachmittags 2 Uhr: von der Schlangenmatte und Gisiz. Montags den 14. Juni, Morgens 8 Uhr: von 25 Morgen an der Goldscheuerer Sttaße und dem Friedhof. Hiezu werden die Stetgerungsliebhaber mit dem Bemerken eingeladen, daß zur Zahlung Borgftist bis Michaeli d. I. gestattet ist, die Steigerer, so wie deren Bürgen aber sich mit Zeugniffen ihrer OrtSbehörde über ihre Zahlungsfähigkeit auszuweisen haben. Offenburg, den 3. Juni 1852. Stadtverrechnung. Pezold. Offenburz. (Heugras - Versteigerung.) Buchhalter Alexander Walter läßt Samstags den 12. Juni im hiesigen Rathssaale, nach beendigter städtischer Heugras-Versteigerung, das Heugras von 3 /» Tauen im Drachenacker, einerseits Joseph Schmie- derer von hier, anderseits Lorenz Wacker von Waltersweier, 3/4 Tauen in der Lochmatte, einerseits Altbürgrrmeister Metz von Waltersweier, anderseits Psalzwitth Carl Heffel von hier, sodann läßt die Fr. Katharina Gutgsell von Freiburg das Heugras von V 4 Tauen Matte auf der Sperrmatte, einerseits Valentin Fitzkamm von Rammersweier, anderseits Joseph Erhard von Riedle, durch Herrn Stadttechner Pezold gegen Baarzahlung versteigern. Offenburg. (Heugras-Versteigerung.) Don den zur Gammaffe der Gottfried Kappler'schen Eheleute gehörenden Wiesen wird der diesiährige Heugraserwachs am Samstag den 12. Juni, Nachmittags, gleich nach beendigter städtischer Steigerung, gegen baare Zahlung öffentlich versteigert, und zwar: - 1) von 2 Tauen an der alten Ortenberger Straße, neben Posthalter Alexander und mehrerer» Anstößern; 2) von Tauen im Seewinkel, neben Förster Stticker und Xaver Burg's Kindern; 3) von 3/8 Tauen aus dem Schleiergrün, neben Gemeinde- rach Kiefer und Johann Behr. Offenburg, den 5. Juni 1852. w „ Joh. Behr, Maffepfleger. 448 Elgersweier. (Heugras-Versteigerung.) Am Freitag den 11. d. M. läßt die hiesige Gemeinde ibr Heugras auf circa 40 Morgen Wiesen looSweise um gleich baare Zahlung versteigern. Der Anfang -ist Mittags 12 Uhr im neuen Waldfeld in der sogenannten Seelach. Die Liebhaber werden hiermit eingeladen. Elgersweier, den 1. Juni 1852. Das Bürgermeisteramt. Männle. Schiltach. (Liegenschastsversteigerung.) Zn Folge richterlicher Verfügung werden dem Rothgerber Ludwig Zakob Trautwein von Schiltach am Donnerstag den 17. Juni d. I./ Vormittags 10 Uhr, in dem dortigen Rathhauie seine auf Schiltacher Gemarkung gelegenen Liegenschaften einer zweiten öffentlichen Versteigerung ausgefetzt, wobei der Zufchsag um das sich ergebende höchste Gebot erfolgt, wenn der Schätzungspreis auch nicht erreicht wird: 1) Ein zweistöckiges Wohnhaus mit Keller und Stallung nebst Dunglege, in der Gaß gelegen. Schätzungspr. 500 fl. 2) Zwei Viertel Acker- und Wiesfeld am kalten Rain. Anschlag.. .... 250 fl. 3) Ein Halo Viertel Acker auf der Leibgeding. Anschlag.. 70 fl. 4) 28 Ruthen Acker auf dem Hoffeld. Anschlag 120 fl. 5) 18 Ruth. Acker aufdem Gründlebühl. «nschl. 30 fl. 6) 30 Ruth. Almendtheil — Gras- und Reut- feld. Anschlag.. . 25 fl. 7) Eine Rotbgerbereiwerkstätte mit 2 Gruben, Farben und Bescher, sammt 9 Ruthen Gras- und Gemüsegarten. Anschlag. . 300 fl. Zusammen . 1295 fl. Schiltach, den 2. Juni 1852. Der Dollstreckungsbeamte: Futherer, Notar. Offen bürg. (Kinderwägelchen-Gesuch.) Ein Kinderwägelchen wird zu kaufen gesucht — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Empfehlung. Zum Aufbewahren von Pelzwaaren empfiehlt sich einem verehrungswürdigen Publikum ergebenst: Friedrich Neundorff, Kürschner in Kehl. Offenburg. (Gesuch eines Burschen.) Es wird ein braver Bursche auf nächsten Johannistag zu zwei Pferden gesucht, der zugleich auch Feldgeschäfte versteht — von wem? ist beim Herausgeber dieses Blattes zu erfahren. Deutscher Phönir, Versicherungsgesellchaft gegen Feuerschaden. Grund-Capital 5% Millionen Gulden. Nach den §8 74 bis 76 des neuen, im Großh. Regierungsblatt Nro. XlV. verkündigten Gesetzes über Gebäude-Versicherung vom 29. März d.J. sind die bei der Staatsbrandkaffe versicherten Gebäude seit dem 2. April d. I. nur zu vier Fünftel ihreH Werthes versichert. Das weitere Fünftel kann nach § 9 des Gesetzes bei Privatgesellschaften versichert werden. Diejenigen Gebäude-Eigenthümer, welche dieses Fünftel unter den Schutz des deutschen Phönix stellen wollen, belieben sich vorläufig bei mir einzeichnen zu lassen. Weitere Auskunft ertheile ich bereitwilligst. Oberkirch, im Juni 1852. Zachmann, Agent für den Amtsbezirk Oberkirch. Offenburg. (Kleeverkauf.) Oer Klee auf v-Jeuch Acker ist zu verkaufen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. , [1] Sichern. (Verlorene Uhr.) Am Pfingst - Dienstag Nachmittags ist auf dem Wege von Sasbachwalden nach dem Bahnhof bei Achern eine silberne Uhr nebst kurzer goldener Kette mit Haken und einem goldenen Uhrenschlüffel verloren gegangen. Wer dieselbe dem Herrn Adlerwirth Geck in Achern wieder bringt, erhält eine Belohnung von 2 Kronenthalern. Offenburg. (Heugras-Verkauf.) Friedr. Braun hat zu verkaufen: DaS Heugras von 2 Tauen 29 Ruthen Matten auf der Kinzigmatte, neben Herrn Alexander Gottwald's Erben, 2 1 !* Tauen 67 Ruthen ebendaselbst, neben Hrn. Schmiederer, V- Tauen und 46 Ruthen neben sich selbst, 1/2 Tauen 26 Ruthen am hohen Rain, neben dem Sanct- Andreas-Hospital und Hrn. Reindle. Ohlsbach. (Wem- und Kirschen- ^waffer-Verkauf.) Bei Seifensieder Jos. LSuhm in Ohlsbach, Amts Gengenbach, «sind circa 80 Ohm vorzüglichster Qualität »alte, für jeden Schank paffende, reinge- »haltene, namentlich 1848er Weme, 4>/- 5 Grad wiegend, um ganz billige Preise, in größerem oder kleinerem Quantum, sowie 8 Ohm Kirschengeist » 51 kr. per Maas, zu verkaufen. Anzeige. Au« der Papierhandlung von Ferd. Hölzlin jun. zu Offenburg ist das Portrait Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen und Regenten Friedrich von Baden a 1 fl. zu beziehen. Offen bürg. (Heugras-Verkauf.) Pfalzwirch Carl Heffel's Wiltwe hat das Heugras von 2*/« Tauen Matte im Waltersweirer Bann zu verkaufen. s3j Offenburg. (Anzeige.) Badhofe« und Badschwämme bei Ferd. Hölzlin jun. |2] Kork. (Schröpfbad - Errichtung.) Der Unterzeichnete hat vom hiesigen Großh. Bezirks-Amt und Großh. Phyfikat die Erlaubmß erhalten, ein Schröpfbad dahier zu errichten. Hierauf habe ich dasselbe bequem und schön eingerichtet, wie Jedermann sich bei deffen Besuch überzeugen wird. Hiezu wird besonders bemerkt, daß weibliche Jndividum von meiner Frau und männliche von mir geschröpft werden. Zugleich empfehle ich mich dem Publikum in allen in mein Fach einschlagenden Geschäften, und bitte run zahlreichen Zuspruch. Die das Schröpfbad Besuchenden werden zu jeder Zeit des Tages und an jedem Tage angenommen. Kork, den 28. Mai 1852. Bürkle, Chirurg. Offen bürg. (Anzeige.) Kaffeemehl, ebenso vorzüglich und ökonomisch für die Haushaltung, als Malzbonbons, empfehlend wider Heiserkeit und Katarrh, sind stets ftisch zu haben Pei Ferd. Hölzlin jun. [2] Offenburg. (Tapeten-Empfehlung.) Der Unterzeichnete empfiehlt sich einem verehrten Publikum mit einer reichen Auswahl von Tapetenmustern aus der Fabrik von V. Scherer in Heidelberg. Diese Tapeten zeichnen sich durch Schönheit und Güte nebst billigen Preisen aus, weß- halb ich dieselben zur gefälligen Ansicht und zu Aufttägen empfehle. Die Muster werden auf Verlangen auch über Land gegeben, und die Tapeten zu dem Fabrikpreise von 10 kr. bis 1 fl. 24 kr. per Stück verkauft und frei hieher geliefert. Zugleich empfehle ich mich im Tapezieren. C. August Stöhr, Buchbinder. Offenburg. (Anzeige.) Vorzüglichen, reinen Frncht- Efstg» die Ohm zu 5 fl. 30 kr., liefert Ferd. Hölzlin jnn. 449 «r. (Liegenist gesonnen, Eine anderthalbstöckige Behausung mit einer Mahlmühle und Gerstenstampfe, Scheuer und Stallung, nebst ungefähr 3 Morgen Wiesen und 3 Morgen Aeckern, welche um die Mühle herumliegen. Ferner besitzt derselbe noch 6 Haufen Reben, welche mit verkauft werden können. Die Kauflustigen können bei mir irden Tag die Liegenschaften einsehen. Damian Neumeyer, Riedmüller. Ossenburg. (Kleeverkauf.) Der Klee-Erwachs auf 1-/- Viertel Acker im Oberönle ist zu verkaufen, und das Nähere im ftüher Rahner'schen Hause (linkes Eck der Ritter- straße) zu erfragen. Offenburg. (Wohnungsveränderungs- Anzeige.) Ich mache hiemit die Anzeige, daß ich nunmehr im Hause der Frau Handelsmann Nerlinger Wittwe in der Gerberstraße, zunächst der Haüptstraße, wohne, und empfehle mich ferner dem mir bisher geschenkten Zutrauen. Anna Doll, Modistin. £2] Offenburg. (Wohnungsvermiethung.) Metzgermeister Michael Siesert in der langen Straße hat eine Wohnung mit 3 Zimmern, Küche und Keller auf Johanni zu vermiethen. Offenburg. (Kleeverkauf.) Den Kleeerwachs von >/r Zeuch Feld hat zu verkaufen Müller, Mehlhändler. Offenburg. (Wohnungs-Nermiethung.) Schuster- «eister Adolph Mahlbacher in der Webergaffe hat eine kleine Wohnung sammt Zugehörde zu vermiethen, welche sogleich oder bis Johanni bezogen werden kann. „Deutscher Phönix", Versicherungsgesellschaft gegen Feuerschaden. Grund-Kapital 5'/, Millionen Gulden. Nach den §§ 74 bis 76 des neuen, im Großherzoglichen Regierungsblatt Rro. xiv. verkündigten Gesetzes über Gebäudeversicherung vom 29. März d. I. sind die bei der Staatsbrandkaffe versicherten Gebäude feit dem 2. April d. I. nur zu vier Fünftel ihres Werthes versichert. Das weitere Fünftel kann nach § 9 des Gesetzes bei Privatgesellschaften versichert werden. Diejenigen Gebäude-Eigenthümer, welche dieses Fünftel unter den Schutz des deurfthen Phönix stellen wollen, belieben sich vorläufig bei mir einzeichnen zu lassen. Weitere Auskunft mheile ich bereitwilligst. Kehl, im Juni 1852. Johann Wilhelm Sommer, Agent für den Bezirk Kork. Offenburg. (Wohnungs-Vermiethung.) Eine angenehm gelegene Wohnung im untern Stock ist an eine kleine stille Familie zu vermiethen und sogleich zu beziehen — bei wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. l)r. 8uin de Boutemard’s aromatische Zahn-Pasta kann jeder Haushaltung und Toilette mit Recht als das Beste empfohlen werden, was zur Cultnr und Conservation der Zähne und des Zahnfleisches vorhanden ist, und untericheidet sich diese Zahn-Seife (Pasta) auf daS Dortheilhafkeste von all' den verschiedenen Zahnpulvern. Die alleinige Niederlage dieses Artikels für Kehl und Umgegend befindet sich bei Joh. Sommcr'S Wittwe, und kostet ein Paketchen (für einen sechsmonatlichen Gebrauch ausreichend) 42 Kreuzer. Oberweier, OberamtS L< ischaftS-Verkauf.) Unterzeichneter 'aus freier Hand zu verkaufen: Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Bade». Seine Königliche Hoheit der Regent haben sich bewogen, den Oberbefehl über Höchstihr Armeecorps künftig Selbst zu führen. — Das Großhcrzogliche Regierungsblatt Nro. 26 enthält eine Bekanntmachung des Ministeriums des Großh. Hauses und der auswärtigen Angelegenheiten, den mit dem 1. Juni d. I. stattgefundenen Eintritt der hohenzollern'schen Fürstenthümer in den deutsch-österreichischen Postverein betr. — Das Anzeigeblatt für den Mittelrheinkreis enthält folgende Bekanntmachung und Warnung der Großh. Regierung des Mittelrheinkreises vom 25. Mai: „Am 25. v. M. fand das -jährige Kind eines TaglöhnerS in Lahr während der Abwesenheit seines Vaters und während die Murrer kaum fünf Minuten lang das Zimmer verlassen hatte, auf schreckliche Weise dadurch seinen Tod, daß es von seinem Bettchen aus die auf einem Tiscye gelegenen Zündhölzchen ergriff, mit ihnen spielte, dadurch sie entzündete und in dem darauf erfolgten Brande seines Bettchens nicht nur erstickte, sondern auch verbrannte. Man sieht sich veranlaßt, diesen Unglücksfall mit wiederholter Warnung vor den Folgen unterlassener Verwahrung der Zündhölzchen in der Nähe von Kindern öffentlich bekannt zu machen." — Die „Konst. Ztg." brachte schon wiederholt Mitthei- lungen über Zeichen freundlicher Erinnerung des Prinz- Präsidenten von Frankreich an Personen aus der Zeit seines Aufenthaltes zu Arenenberg. Sie erzählt wieder einen solchen Fall. Der frühere Jäger L. Napoleons, Wucherer von Allensbach, begab sich jüngst nach Paris, wo er von seinem früher» Herrn jehr gütig ausgenommen wurde. Er erhielt ein Geschenk von 1000 Fr. und eine jährliche Pension von 300 Fr. — Die Aufmerksamkeit der Polizeibehörden ist seit längerer Zeit besonders daraus gerichtet, müßige herumlaufende Fremde, welche die Mittel fiir ihre Unterhaltung nicht nachzuweisen vermögen, aus dem Lande zu entfernen. Sv werden fremde Handwerksbursche, wenn sie binnen acht Tagen keine Arbeit finden oder annehmen wollen, ausgewiesen. Außerdem bestimmt eine kürzlich veröffentlichte Verfügung der Staatsregierung, daß die als Musikanten oder Marionettenspieler im Lande herumziehenden Zigeunerfamilien von der herumziehcnden Lebensweise entwöhnt und zur Erlernung ordentlicher Gewerbe und anderer nützlicher Beschäftigungen angehalten werden sollen. Den in- und ausländischen Zigeunern ist das Herumziehen als Musikanten oder Marionettenspieler u. dgl. sowohl einzeln als in Massen unbedingt untersagt. Inländische sollen unverzüglich auf dem Schub in ihre Heimath, und Auswärtige über die Grenzen gebracht werden. (Schw. M.) Rastatt, 3. Juni. Unsere Stadt wird in diesem Jahre das nahe bevorstehende h. Frohnleichnamsfest mit seltenem Glanze begehen. Wenigstens ward es hier nie in der Weise gefeiert, wie es am 10. Juni, wenn anders die Witterung günstig bleibt, zu erwarten ist. Am 9. Abends wird der hvchw. Bischof Räß von Straßburg hier eintreffen; zugleich werden mehrere auswärtige Geistliche erwariet. Am Frohn- leichnamstag selbst wird der Hr. Bischof Morgens 7 Uhr in der Stadtpfarrkirche ein feierliches Pontificalamt halten und sodann die Procession selbst führen. Zur Erhöhung der Feierlichkeit hat der Oberst und Regimentscommandeur Hoff- mann die Musik des österreichischen Infanterieregiments Benedek zuges^t: eine Gefälligkeit, welche die dankbarste Anerkennung findet. Nachmittags wird sodann der Herr Bischof das Sacrament der Firmung in der Stadtpfarrkirche spenden, zu welchem Zweck sowohl die Jugend der Stadt, als die Schmer des Lyzeums vorbereitet werden. Birkendorf, I.Juni. Gestern und vor etlichen Tagen geschahen dahier zwei gewaltsame Einbrüche, die, weil sie in Hausern armer Leute stattfanden, ein sehr trauriges Interesse erregen. Während der eine dieser Einbrüche in der Nacht geschah, mit Entwendung von verschiedenen Kleidungsstücken vom beiläufigen Werth von 11 fl., hatte der gestern frccher- weise noch vor der Morgenkirche, wo man die Bewohner des Hauses aber schon auf dem Kirchgänge wähnre, aber ohne Erfolg statt. Als nämlich ein Knabe des Hauses in 450 die Stubenkammer sich begeben wollte, war schon ein Bursche mit geschwärztem Gesicht, hinter dem noch drei solche waren, im Begriffe, sich durch das bereits erbrochene Fenster in die Kammer herabzulaffen. Der Knabe schrie aber sogleich dem Barer, woraus die drei Bursche den Rückzug in den nahen Wald nahmen. Denselben Leuten wurde früher schon ein- mal durch Einbruch ein Schwein entwendet. (B. B.) Rheins heim (A. Philippsburg), 29. Mai. Diesen Nachmittag um i L ji Uhr wurden in der hiesigen Gemarkung 2 Frauen, die Wittwen Schau und Klein von hier, welche sich zum Schutz vor dem Regen unter einen Nußbaum gestellt hatten, vom Blitze erschlagen. Man fand sie theils verbrasint, theils zerfetzt und ihre Kleider in Asche verwandelt. Den 12jährigen Sohn der Letztern, welcher sich ebenfalls unter dem Baume befand, verbrannte der Blitzstrahl am Rücken und zerriß dessen Kleider gänzlich. Er wurde nach Hause getragen und in ärztliche Behandlung genommen, es wird aber an seinem Aufkommen gezweifelt. Württemberg. Stuttgart, 3t.Mai. Vom t.Juni an kommen die Bestimmungen des deutsch-österreichischen Postvereinsvertrags auch bei dem Postverkehr zwischen Württemberg und den hohenzollern'schen Landen zur Anwendung. Der Pvstverein umfaßt nun sämmtliche deutsche und den größten Theil der italienischen Staaten und wird die Schweiz demnächst gleichfalls an demselben Theil nehmen, wie auch ein Vertrag über wichtige Verkehrserleichterungen für den Pvsttranspvrt mit Spanien abgeschlossen und mit England und Frankreich in Unterhandlung begriffen ist. Frankfurt. Am 18. Mai hat der hiesige Bürgerverein, die einzige Schöpfung aus dem Jahr 1818, die sich erhalten hat, denjenigen Palast zum Gesellschaftslocal angekauft, den ehemals der Reichsverweser bewohnte. Es ist dieses das größte und prachtvollste Haus in Frankfurt, und für 150,OVO fl., die der Verein dafür zahlt, keineswegs zu theuer gekauft. Der Verein, aus 1500 Mitgliedern bestehend, den Kern der Bevölkerung aus allen Ständen und Cvnfessionen in sich schließend, hat mit der Politik durchaus nichts mehr zu schaffen, ist also blvs für gesellige Zwecke vorhanden, wird sich aber von nun an auch der PMe der Kunst und Wissenschaft insofern widmen, als das Museum wahrscheinlich mit diesem Verein verbunden wird. Zu diesem Zweck soll !m Garten des genannten Palastes noch ein besonderer Riesensaal gebaut werden, worin große Concerte, Musikfeste und wissenschaftliche Versammlungen stattsinden werden. Dieses neue Gesellschaftslocal dürfte dann an Pracht und Bedeutung seines Gleichen nicht haben in Deutschland. Es fehlte auch bisher hier ganz und gar an einem solchen Institute. Aus Rheinhessen, 1. Juni. Es wird wohl kein Schulmann mehr behaupten wollen, daß eine gründlich-religiöse Schulerziehung ohne konfessionellen Charakter der Schule erzielt werden könne. Die Erfahrung ist allenthalben gemacht, daß, wenn wie an unfern Communalschulen die Lehrer nicht nach ihrer konfessionellen Ueberzeugung die Jugend zur Religion leiten dürfen, die Geistlichen auch bei der gewissenhaftesten Einhaltung der ihnen zugewiesenen Rcligionsstunden eben nur den Unterricht, keineswegs aber die erforderliche religiöse Erziehung zu geben vermögen. Es ist darum dringend nothwendig, daß die in dieser Hinsicht sich als höchst mangelhaft erwiesenen Communalschulen wieder in Confessionsschulen umgewandelt und die Lehrer wieder die Erzieher der ihnen anverkrauten Kinder werden. Biele Lehrer sehen solches ein. Sie erkennen gerade in dieser ihrer zweifachen Wirksamkeit den Segen und. die Würde ihres Berufes. Und wenn nun gar Einzelne aus ihnen — wie nach einem neulichen Berichte des „Frankfurter Journals" die evangelischen Lehrer T. und H. zu Alzei gethan — die Herstellung der Confessionsschulen beantragen, so ist dieses ehrenhaft und verdient Anerkennung. Man würde jedoch den Nachthei! der Communalschule für die religiöse Erziehung nicht in seiner ganzen Größe jn's Auge fassen, wenn man noch der Ansicht wäre, daß dieselbe mit Zustimmung der Bürgerschaft, die aus der Communalschule her- vorgegangen ist, wieder aufgehoben werden könne. Alle Versuche der Art müssen scheitern. Obne Beseitigung dieser im Schuledict vorgeschriebenen Zustimmung werden die Communalschulen zur vollständigen Entchristlichung des Volkes bleiben. (M. I.) Preuße«. Der Minister des Innern hat das Wandern der Handwerksbursche nach Bremen strengen polizeilichen Maaßregeln unterworftn. Da dasselbe nicht geradezu verhindert werden kann, so soll bei jedem Handwerksburschen, der sich in Bremen aufgehalten hat, bei seinem Eintritt in Preußen eine genaue Revision seiner Effecten vorgenommen, und wenn sich unter denselben verbrecherische Schriften befinden, sofort die geeigneten gerichtlichen Schritte veranlaßt werden. Im Allgemeinen aber ist jedem Handwerksburschen, der sich in Bremen aufgehalten hat, das fernere Wandern in der nächsten Zeit gar nicht mehr zu gestatten, vielmehr soll er in seine Heimath gewiesen werden. Die Heimaths- behörde ist von jedem solchen Falle sofort zu benachrichtigen und hat bei dem Eintreffen des Handwerksburschen ihn einer sorgfältigen Beaufsichtigung zu unterwerfen, ihm auch erst dann wieder eine neue Wandererlaubniß zu ertheilen, wenn sie sich nach dem Verlaufe mehrerer Monate überzeugt hak, daß der Betreffende ein Anhänger revolutionärer Doktrinen nicht sei. (K. Z.) Berlin, 1. Juni. Der „Kreuzzeitung" zufolge hat Se. Maj. der Kaiser von Rußland jedem Cürassier des Regiments Kaiser Nikolaus ein Geschenk von 3 Ducaten, jedem Untervfficier ein solches von 6 Ducaten, und jedem Wachtmeister von 10 Ducaten hinterlaffen. Berlin, 27. Mai. Die Nat. Ztg. schreibt: Der Abschluß eines Protokolls in der Schweizer Angelegenheit ist ein Ereigniß von unbestreitbar großer Wichtigkeit. Das Protokoll ist als das Crgebniß langer, vorher zwischen den Großmächten gepflogener Verhandlungen zu betrachten, und die Unterzeichnung, an welcher Preußen, Oesterreich, Rußland, England und Frankreich Theil genommen haben sollen, setzt eine Uebereinstimmung dieser Mächte in Bezug aus die aus dem Protocoll entspringenden Eventualitäten voraus. Frankreich soll sogar an der Aufstellung des Protokolls ein lebhaftes Interesse genommen haben. Dem Vernehmen nach werden nunmehr die Mächte eine Collertivnow an die Bun- descentflalregierung der Schweiz erlassen und darin die Herstellung der früheren Verfassung Neuenbürgs verlangen. Im Fall sich die Schweiz weigert, der Forderung nachzukommen, was in diplomatischen Kreisen nicht erwartet wird, sollen die gegen die Schweiz weiter zu ergreifenden Maaßregeln auf Grund des Protokolls in Berarhung gezogen werden. Berlin, 28. Mai. Im Widerspruch mit der Angabe eines Berliner Blattes hört man, daß der Kaiser von Rußland cs hier vermieden habe, sich über die Fragen des Zollvereins auszusprechen. Der Kaiser Nikolaus hat hier durch sein freundliches Benehmen viele Herzen gewonnen. Man erzählt sich, daß er einem Grenadier, der mit dem Anschnallen eines Kleidungsstücks nicht zurecht kommen konnte, kameradschaftlich geholfen habe, während preußische Officiere zusahen. Als er Sanssouci verließ, um die Rückreise nach Warschau anzutreten, umarmte er den Posten von dem brandenburgi- schen Cürassierregiment, dessen Chef er seit 36 Jahren ist. Höhere Officiere bewundern die Art, mit der er nach dem preußischen Reglement sein Regiment commandirte. Die Hofbeamten sollen diesmal besonders bedeutende Geschenke erhalten haben. Magdeburg, 28.Mai. Nachdem länger als 8 Tage hier eine Hitze geherrscht hatte, die in den Mittagsstunden nicht selten auf 23 Grad stieg, entlud sich gestern Nachmittag ein ziemlich heftiges Gewitter mit so gewaltigem wolkenbruchartigem Regen über unsere Stadt, daß viele Straßen längere Zeit hindurch wegen der darin stromartig treibenden Waffermaffen unpassirbar und viele Kellerräume derartig mit Wasser angefüllt waren, daß Tonnen, Fässer u. dgi. darin schwammen, und manche Vorräthe Beschädigungen erlitten. Aus Thüringer», 28. Mai. Täglich haben wir seit einiger Zeit sehr heftige Gewitter. Das stärkste derselben zeigte sich vorgestern, indem durch die enorme Wasserfluth der Postenlaus gehemmt und die Communicativn zwischen den einzelnen Städten abgeschnikten wurde. Besonders hart 451 wurde ein Gothaisches Dorf, ta, betroffen, in welchem bei dem reißend schnell anschwellenden Wasser ei» großer Theil des Viehes in den Ställen ertrank und überdies die Aernte durch einen furchtbaren Hagelschlag vernichtet wurde. Ans der thüringischen Eisenbahnlinie sind an mehreren Stellen die Telegraphen durch den Blitz zerstört und einige Wärterhäuschen zertrümmert worden. Breme«, 26. Mai. Die vorgestern und zum Theil noch gestern vorgenommenen Verhaftungen beschäftigten natürlich das Publikum noch in hohem Grade. Eine regelrechte Carbonariverschwörung an den Usern der Weser, das ist zu romantisch, um nicht eine gewisse Aufregung zu verursachen. Es versteht sich von selbst, daß die verschiedenartigsten und abenteuerlichsten Gerüchte im Umlauf sind. Auf die Anzeigen hin, welche die hiesige Polizeibehörde von Außen her erhielt, wurden vorgestern mit großer Raschheit alle com- prvmittirten Personen verhaftet, dem Vernehmen nach 40 bis 50. Die meisten derselben wurden jedoch sogleich wieder auf freien Fuß gesetzt. Rur einige wenige sind in Gewahrsam geblieben. Bei andern fand man in der That Waffen- vorräthe, die Statuten und die Mitgliederliste des „Todren- bundes." Die Verhafteten sind meistens ganz vbscure Leute, Die ganze Geschichte deutet jedenfalls auf eine Höhe des Aberwitzes, der in gewissen Köpfen spuckt, von der wir uns nicht hätten träumen lassen. Aus Schleswig-Hosstein. Mit dem 1. Juli d. I. wird auch Holstein in den dänischen Postverband ausgenommen werden und damit der unter der ehemaligen Statthalterschaft veraniaßte Anschluß des Herzogthums an den deutschösterreichischen Postverein wieder aufhören. Dagegen wird dann die gestimmte Monarchie mit allen ihren Gebietsthei- len mittelst eines Vertrages sich dem deutsch-österreichischen Postverein anschließen und namentlich den in letzterem geltenden Portoansatz dem Auslande gegenüber annehmen, so daß in dieser Beziehung wenigstens Holstein keine erhebliche Veränderung bevorsteht. Oesterreich. Die Silberfuhren für die k. k. Münze aus den ungarischen Bergstädten gestalten sich von Monat zu Monat reichhaltiger, indem der jetzt wieder regelmäßige Betrieb eine größere Ausbeute zuläßt. Der Werth der monatlich eingelieferten Metalle beläuft sich aus 50—60,000 fl. C.-M. — Dem Vernehmen nach soll außer dem in Frankfurt aufgelegten Silberanlehen von 35 Mill. Metalliques zunächst ein zweites in Amsterdam negvcirt werden, dessen Belauf auf 30 Mill. angegeben wird. Im Ganzen wird eine Anleihe von 100 Mill. negocirt. Wien, 29. Mai. Don ganz glaubwürdiger Seite wird versichert, daß mit den genehmigten Maaßregeln zur Verbesserung der Valuta auch die seit längerer Zeit schwebende Frage über Reform des österreichischen Münzwesens verbunden ist. In der seit einigen Jahren besonders schlagend hervorgetretenen Thatsache, daß bis jetzt das österreichische Silbergeld wegen seines unübertroffenen Feingehaltes im Auslande fortwährend eingeschmolzen und mit Gewinn wieder als Münze ausgeprägt wird, liegt die Begründung für diese hochwichtige Maaßregel. Wie man vernimmt, wird Oesterreich den Münzfuß der süddeutschen Staaten annehmen. Auf welche Weife der Uebergang erzielt werden soll, ist noch nicht festgesetzt, doch dürften auch hierüber die Bestimmungen ehestens erfließen. — In Temeswar (Ungarn) sind drei wegen Raubs mit bewaffneter Hand standgerichtlich vcrurtheilte Individuen erschossen worden. Schweiz. Bern, 28. Mai. Im Fortgang des Reor- ganisationswerkes kommen die Behörden des Cantons Bern zetzt auch an das Schullehrer-Seminar Münchenbuchsee, die Pflanzstätte und den Herd des Radicalismus unter den Volksschullehrern und in der Volksbildung. Nachdem der Gr. Rath am 25. d. M. mit 92 gegen 39 Stimmen seine Aufhebung beschlossen hatte, wurde gestern bereits die Commission niedergesetzt, welche den von der Regierung vorge- leaten Entwurf über die Reorganisation der Anstalt begutachten oder einen neuen Gesetzentwurf ausarbeiten soll. Sodann wurde zur Berathung des Wirthschaftsgesetzes geschritten. Die Mangelhaftigkeit der Gesetzgebung über d»e Wirkhschasten, die Leichtigkeit, eine Licenz zur Eröffnung einer Wirthschaft zu erhalten, die Masse der vorhandenen Kneipen und die schlechte polizeiliche Ueberwachung derselben, — alles Dieses hat einen sehr demoralisirenden Einfluß aus das Volk geübt. Man will jetzt an die Hebung auch dieses Uebelstandes gehen. — Am 24. Mai ist der Tessiner Nationalrath Soldini, ein junger, kräftiger Mann, Abends gegen halb zehn Uhr meuchlings auf der Straße ermordet worden. Der oder die Mörder waren mit Zurücklassung der tödtenden Waffe entflohen. Es versteht sich fast von selbst, daß dieser Meuchelmord politischen Motiven zugeschrieben und mit der bevorstehenden Verhandlung über das Schulwesen in Verbindung gebracht wird. Jndeß wird nichts Näheres gemeldet, was diesen Verdacht bestärken könnte. Sardinien. Turin, 20. Mai. In der Nacht vom 16. auf den 17. wurde die Diligence zwischen Trino und der Hauptstadt durch einen quer über die Straße gespannten Strick aufgehalten. Während die erschreckten Pferde den Wagen in den Straßengraben zurückdrängten, warfen sich füns Räuber auf denselben. Da auch die Conducteure be- wassnet waren und sich zur Wehre setzten, so entspann sich ein Kampf, der sich durch die baldige Dazwischenkunft der Carabiniere mit der Flucht der Räuber endete. Niederlande. Nach der „Nieuwe Rvtterdamsche Courant" hat ein glücklicher Zufall die Stadt Amsterdam vor einem schweren Unglücke bewahrt. In der Kalverstraet in Amsterdam bemerkten die Arbeiter eines Chimisten, als sie nach dem Speicher gingen, Brandgeruch. Sie forschten nach und fanden in der Mitte eines der obern Magazine ein Kohlenseuer, das schon den Boden ergriffen, und in dessen Nähe einen Sack Schießpulver. Noch wenige Minuten, und das Feuer mußte den Sack ergreifen, der Brand brach aus, und ein Theil der Stadt wäre zweifelsohne der Flammen Raub geworden. Ein dieser Brandstiftung verdächtiges Individuum war aus flüchtigem Fuße, wurde aber in Kämpen ergriffen, wo es sich selbst entleiben wollte. Die Wunden waren nicht tödtlich. Die Untersuchung ist eingeleitet. Großbritannien. London. Das Schicksal des Londoner Krystallpalastes ist also bestimmt entschieden. Er wird in Shdenham, einer Station der Bahn nach Bristol, in einem Parke von 150 Acres, der mit exotischen Pflanzen und Bäumen besetzt werden soll, wieder ausgefuhrt. Man wird das Innere theilweise, nämlich achtzehn Acres, zu einem Wintergarten benutzen und zugleich ein Museum plastischer Werke in demselben aufstellen, wie auch geologische und mineralogische Sammlungen. Haus- und Landwirthschastliches. (Mittel gegen Schneckenfraß.) Im Altenburgischen wendet man schon seit einigen Jahren gegen die Vernichtung der Keime u. jungen Pflanzen in Gärten und Feldern durch die Schnecken ein höchst einfaches Mittel an, das sich als durchaus erfolgreich und sicher bewährt hat, und daher in weiteren Kreisen bekannt zu werden verdient. Man nimmt nämlich 8 Theile Eisenvitriol und' i Theil Assa - foetida - Pulver (sog. Teufelsdreck) , löst dieses zusammen in etwa 30 Theilen Essig auf und feuchtet den Samen, bevor man ihn in die Erde bringt, damit an. Der Geruch der Assa-koetttta ist den Schnecken >m höchsten Grade zuwider und sie halten sich von einem Acker, der mit solcher Weise befeuchtetem Samen bestreut ist, auf lange Zeit fern, so daß miterdeß die jungen Kenne weit genug heranwachsen können. (Nützlichkeit des Salzes als Zusatz zum Viehfutter.) Herr Barre cheilt mit, daß sich seine Heerden in einem kläglichen Zustande befanden, obgleich es an Waide und gutem Futter nicht gefehlt. Er sonderte 4 der magersten Mutterschafe und Hämmel ab, gab ihnen ein Futter, (täglich 8 Pfund Stroh und 4 Pfund Heu) das er mit einer Auflösung von 9 Loch Salz in 2 Pfund Wasser anfeuchtete und 6 Stunden darauf zu fressen gab. Nach 40 Tagen waren die Thiere wohl beleibt und überhaupt in gutem Zustande. — Die Schweine bedürfen zur Mästung Kartoffeln, Runkelrüben, Kohlrabi re. Die großen Runkelrüben schneidet Hr. 452 Barre in 2 Stücke und stupst ste, damit sie das Salz beim Kochen leichter austiehmen. Auf 120 Pfd. Runkelrüben nimmt er 30 Pfd. Waffer und 1 Pfd. Salz. Nach dem Kochen nimmt er die Rüben ^aus dem Waffer, zerdrückt und zerrührt ste noch warm, und vertheilt sie dem Vieh, welchem sie wohl bekommen. — 2 Ochsen waren durch übermäßige Arbeit schr heruntergekommen, sie legten sich hin und wollten nicht mehr steffen. B. gab ihnen dasselbe Runkelrübenfutter, und sie wurden vollkommen wieder hergestellt. — Wenn Hr. Barre seine Futtergewächse einheimst, bestreut er sie jetzt schichtenweise mit Salz, von welchem 1 Pfund auf 250 Pstlnd hinreicht. (Die Bienen als Wetterpropheten.) Die kommende Witterung fStnwn wir am sichersten durch die Bienen erfahren, welche einen geordneten Haushalt sichren und deren Geschick mit der Witterung in naher Verbindung steht. Wird bei schöner Witterung der Flug der Bienen irrend und schwirrend, als wenn sic das Flugloch nicht recht treffen könnten, so erfolgt binnen 24 Stunden Regen. Wenn sie spät in der Dunkelheit noch arbeiten, so regnet es am folgenden Tage. Laufen sie ängstlich vor dem Flugloche hin und her, ehe sie m dasselbe kriechen, so erfolgt bedeutende Nässe. So lange in hellen Zwischenräumen jenes Irren fortdauert, haben wir in 24 Stunden kein gutes, beständiges Wetter zu erwarten, wenn auch die Barometer hoch steigen. Schlachten honigreiche Bienmstöcke ihre Drohnm ungewöhnlich früh in schöner Witterung, so ist dies ein Vorzeichen großer und dauemder Nässe. (Für Barbierer und sich selbst Rasirende.) Vor dem Rafiren wird das Waschen des Gesichtes, resp. der zu rasireuden Stellen, mit frischem, kallem Brunnen- oder Flußwaffer sehr empfohlen, da dies, eine englische Mechode, das Rasiren ungemein erleichtert, was Einsender dieses schon seit Jahren befolgt und bei der ersten Probe die Wahrheit dieser Behauptung vollkommen bestätigt fand. — Zur nähern Verständigung wird jedoch noch bemerkt, daß die naßgewordenen Stellen nicht abgetrocknet werden dürfen und die Einseifung, wie gewöhulich, mit warmem Waffer zu geschehen habe. (Heilpomade, bei jeder Wunde, jedem aus Schärfe entstehenden Ausschlag anwendbar.) Man nimmt ein Viertel ftischer Butter aus der Buttermilch heraus — nicht ab- aewäffert — rührt dieselbe zu Schaum, dann gießt man für 1 kr. Rosenwaffer und für 12 kr. peruanischen Balsam hinein, verrührt die Salbe recht, und bestreicht die wunden Stellen damit. Die Salbe muß an einem kühlen Ort aufbewahrt werden; auch wenn sie nicht mehr gut riecht, ist sie noch sehr heilend. MiScellen. Jute ist der Name eines neuen Webestoffs, niit dem man sich jetzt in England angelegentlich beschäftigt, der in der Mitte zwischen dem Hanf und der Baumwolle steht und durch den die Engländer sich der Tyrannei der amerikanischen Baumwolle entziehen zu können bofferi. Jute ist eine Art Hanf, die in den Ebenen Benaalens häufig vorkommt: in Ostindien heißt die Psianze Natta-Jutc, auch Gheenallapaat. Diese Faserpflanze hat das Eigenchümliche, daß sie sich sowohl in parallele Fäden kämmen, als auch kardätschen läßt, mithin in seltsamer Weise die Eigenthüinlichkeiten des Flachses mit Venen der Baumwolle vereinigt. Schon ist es gelungen, diesen Stoff ko vollständig zu bleichen, daß keine Seide schöner glänzt. Die Jute laßt sich ganz gut mit Seide, Wolle, Flachs und Baumwolle verarbeiten; aus ihr'gemachte Flanelle, Tricots, glatte Zeuge und Tuche waren bereits auf der Londoner Ausstellung zu sehen. Mehr als 20,000 Tonnen dieses Stoffs find schon in England eingeführt; man glaubt, die Einführung dieses neuen Webestoffes könnte sehr wichtig werden. Ein Curiosum ist die Ascention der berühmten Seiltänzerin Saqui, welche, obgleich jetzt 75 Jahre alt, doch während der Festtage in Paris ein Seil mit einer Spannung auf 100' Höhe erstiegen und dabei alle die Künste ausgesiihrt hat, wie man sie nur von jungen, Lenten zu seben gewohnt ist. Unter den jungen Frauen auf dem letzten Tuiierien - Balle bemerkte man mehrere, die ihr Haar hatten pudern lassen. (Welche schlimm« Folgen da« Abscheere« Schnurrbartes nach sich ziehen kann.) Bekanntlich dürfen die franzöfischm Professoren, nach einer neuerm Verordnung, keine Schnurrbärte tragen; nun vernehme man, welche schlimme Folgen diese Verordnung für einen Herrn M.. F..., einen junge» Professor an der Pariser Universität, herbeiführte. Derselbe war mit einer schönen und reichm Wittwe verlobt, die ihn unter einer ganzen Schaar von Bewerbern ausgewählt hatte. Simson's Kraft lag in seinem Haupthaar; Hrn.M.. F...'s Anziehungskraft stack, ohne daß er es wußte, in seinem Schnurrbarte, den er jetzt, dem Dekrete gemäß, abschneidm mußte. Kaum war das Opfer dem Wohle des Staates gebracht, als er die Unvorsichtigkeit beging, sich unerwartet seiner Braut vorzustellea; ein Blick m sein Gesicht machte dieser die unvortheichaste Veränderung bemerkbar und sie empfing chn so eifizkalt, daß er sich darüber entsetzte. Vergebens schützte er den Befehl vor, vergebens versuchte er mancherlei gelehrte Scherz« über eine seinem Stande so wenig geziemende Zierde: die aufgebrachte Dame antwortete ihm nach Art Eleonorens von Guyenne, welche mit Ludwig dem Jungen au« dem nämlichen Grunde brach. Einer solchen Entschiedenheit gegenüber blieb dem armen Professor nichts übrig, als dem Minister sein Entlaffungsgesuch zu senden; aber es war leider zu spät; der üble Eindruck war einmal gemacht. Was sollte er auch bei einer Frau weiter beginnen, die ihm, als er zu ihr gesagt, ich bitte Sie blos um Zeit, meinen Vart wieder wachsen zu lassen, geantwortet hatte: Ich habe keine Zeit mchr zu wartm! Für Auswanderer. Den vielen Auswanderern möchte es von Werth sein, den Geldcurs von New-Dork als Anhaltspunkt kennest zu lernen. Derselbe war in Rew-Dork am 16. April 1852 nachfolgender, wobei zu merken, daß 100 Cents einen Dollar machen: Fünf Franken .... Doll. Cents. 95 — fl. 2 kr. 22-/- Preußische Thaler . . ... — 68 — 1 42 Francs. . . . — 19 — — 28«/a Engl. Silber .... ... 4 75 — 11 52-/2 Deutsche Kronenthaler . ' . 1 5 - 2 37V* Franz, ditto .... . . . 1 10 - 2 45 Guldenstücke .... ... — 38 - — 57 Species-Thaler . . . . . . 1 4 — 2 36 Doppel-Louisd'or . . ... 7 84 - 19 36 Zehnguldenstücke . . . ... 3 99 — 9 58‘/si Zwanzig Franken . . ... 3 83 — 9 34'/- 25 Kranken Belg. . . ... 4 70 — 11 45 10 Franken Belg. . . . . . 1 88 - 4 42 Victoria-Sovereigns ... 4 84 - 12 6 Alte ditto. ... 4 83 — 12 4'/- Amer. halbe Doll, -h . . . . 1 1 - 2 31V- Fleischtare für den Amtsbezirk Gengenbach für den Monat Juni. Mastochsenfleisch 12 kr., Ochscnfleisch 11 kr., Kuhfleisch 10 kr., Rindfleisch 10 kr., Kalbfleisch 8 kr., Hammelfleisch 8 kr. Für die Herren Notare find Impressen zu Gebühre«-Tagebücher« (neues Formular), Geschäfts-Tagebüchern, Vorladungen, PfandstrichS- Bewilligungen, Znventur-Pallien, sowie Impressen zu Tagebüchern der Vollstreckungsbeamten bei mir vorräthrg. I. Stteni. Des h. Frohnleichuams-Festes wegen können Inserate für die nächste __ Nummer dieses Blattes nur bis Mittwoch Mittag angenommen werden. Verantwortlicher Redacteur: I f*m»i. — Druck und Verlag der I. Orieni'fchen Buchdruckerei.