Ortenauer Note. Verkündigungs-Blatt für die Amtsbezirke Offenburg, Oberkirch, Achern, Rheinbifchofsheim, Kork, Gengenbach, Haslach und Wolfach. M 49. Offenburg, den 18. Zuni 1852. Bekanntmachungen. Die Vergebung des zur Unterstützung der durch Diebstahl oder Krankheit verunglückten baden-baben'schm Unterthanen bestimmten Legats von 80 fl. aus dem Maria-Victoria-Fond betreffend. Nro. 15140. Die höchstselige Frau Markgräfin Maria Victoria von Baden-Baden har zur Unterstützung baden- baden'scher Unterthanen durch besonderes Unglück, z. B. durch erlittenen Diebstahl, durch lange Krankheit rc. in Armuth gerathene Katholiken jährlich 80 ss. gestiftet, welche für das Fahr 1851,52 zu vergeben sind. Die Bewerber um fragliche Stiftung aus den ehemals baden-baden'schen Bezirken des Ober- und Mittelrheinkreises werden nun aufgefvrdert, ihre Bittschriften durch die geistlichen und weltlichen Ortsbehörden binnen 3 Wochen dem Vorgesetzten Amte zu übergeben, welches letztere sodann der diesseitigen Stelle und beziehungsweise der Grvßh. Regierung des Oberrheinkreises binnen weiteren 14 Tagen mit gutachtlichem Anträge darüber Vorlage machen wird. Vorstehende Bekanntmachung ist auch in die Lvcalbläner auszunehmen. Karlsruhe, den 11. Juni 1852. Grvßh. Regierung des Mittelrheinkreises. Rettig. vst. Neumann. Offen bürg. (Aufforderung.) Nro. 24551. Ziegler Banhvlomä Fritz von Schutterwald, 54 Jahre alt, dahier wegen unerlaubter Ausübung der Heilkunde in Untersuchung stehend, hat sich flüchtig gemacht, und wird hiemik aufgefordert, sich innerhalb 14 Tagen bei uns zu stellen, widrigens nach dem Ergebnisse der Untersuchung wider ihn erkannt würde. — Gleichzeitig wird dessen Vermögen mit Beschlag belegt. Die Behörden werden ersucht, den Barthvlvmä Fritz im Betretungsfaüe an uns einzuliefcrn. Offenburg, den >5. Juni 1852. Großherzogliches Oberamt. Klein. Osfenburg. (Aufforderung.) Nro. 24264. Durch das Grenzaufsichts-Personale wurden am 27. v. M. in der Nähe von Goldscheuer — unter Faschinen versteckt — folgende Maaren aufgesunden: Eeidenwaare, kurze Maare, mehrere Kistchen und Pa- quete Cigarren, . .. Der Eigenthümer dieser Maaren wird aufgefordert, seine Ansprüche hieran binnen 6 Wochen dahier geltend zu machen, als sonst dieselben für cvnfiscirt erklärt und dem Großher- zoglichen Zollärar als Eigenthum zugewiesen würden. Offenburg, den 9. Juni 1852. Großherzogliches Oberamt. Klein. gedruckte Mollenwaare, glatte Mollenwaare, Halbseidenwaare und eine Pistole. Offenburg. (Oie Auswanderung des Joh. Schreiber von hier deir.) Nro. 24304. £«■ Johann Schreiber von hier der vberamtlichen Aufforderung vom 22. April d.Z. Nro. 1696t keine Folge geleistet, so wird derselbe wegen Auswanderung ohne Staatserlaubniß seines Staats- und Ortsbürgerrechts für verlustig erklärt. Offenburg, den 14. Juni 1852. Großherzogliches Oberamt. v. Faber. Achern. (Verlaffenschafts-Einweisung bett.) No. 19355. Die Marx Kuber's Wittwe, Agatha geb. Kimmig, von Ober- achern, hat um Einweisung in den Besitz und die Gewähr der Verlaffenschast ihres verstorbenen Ehemannes, auf welche von den bekannten Erben verzichtet wurde, gebeten. Etwaige Einsprachen sind dahier binnen vier Wochen geltend zu machen, widrigenfalls dem Gesuche entsprochen werden soll. Achern, den 11. Juni 1852. Großherzogliches Bezirksamt. Hippmann. Rheinbischofsheim. (Gläubigervorladung.) No.7271. Der ledige Schloffergeselle Jakob Merker von Bodersweier ist gesonnen, nach Nordamerika auszuwandern. Zur Liquidation seiner Schulden haben wir Tagfahrt anberaumt auf Donnerstag den 24. Juni d. I., Morgens 8 Uhr, wozu seine etwaigen Gläubiger mit Dem vorgeladen «erden, ihre Ansprüche in der Tagsahrt geltend zu machen, widrigen« man ihnen später von hier aus hiezu nicht mehr verOlftn könnte. Rheinbischofsheim, den 12. Juni 1852. ' Großherzogliches Bezirksamt. Exter. Gengenbach. (Gläubiger-Vorladung.) Nro. 10941- Joseph Heiter von Nordrach hat um Errheilung aoes Reisepasses und die Xaver Geppert's Ehefrau mir Kindern von Berghaupten um AuswanderungSerlanbniß nach Amerika nachgesucht. Etwaige Gläubiger derselben haben ihre Forderungen am _ m Samstag den 26. d. M., Morgens 9 Uhr, dahier anzumelden. Gengenbach, den 15. Juni 1852. Großherzogliches Bezirksamt. Bode. Haslach. (Ausschluß-Erkenntniß.) Nro. 7616. In der Gant des Xaver Uhl von Steinach werden alle Diezeni- gen, welche in der Schuldenrichtigstellungs-Tagfahrt ihre Forderungen nicht angemeldet haben, damit von der vorhandenen Masse ausgeschlossen. Haslach, den 2. Juni 1852. Großherzogliches Bezirksamt. Hirsch. Kork. (Gam-Edict.) Nro. 7262. Gegen Johann Zettwoch's Wittwe von Stadt Kehl ist Gant erkannt, und Tagfahrt zum Richtigstellungs- und Vorzugs-Verfahren auf Dienstag den 6. Juli 1852, Vormittags 8 Uhr, auf diesseitiger Amtskanzlei festgesetzt, wo alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Maste zu machen gedenken, solche, bei Vermeidung des Ausschlusses von der Ganr, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, 478 schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich dir etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte, welche sie geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit gleichzeitiger Vorlegang der Beweis-Urkunden oder Antretung des Beweifts mit andern Beweismitteln. J »gleich werden in der Tagsahn ein Maffepfleger und kiuibiger-Ausschuß ernannt, Borg- und Nachlaß-Vergleiche versucht, und sollen in Bezug aus Borg- und Nachlaß- Vergleiche und Ernennung deS Maffepflegers und Gläubiger- Adsschusses die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Kork, den 5. Juni 1852. Großherzvgliches Bezirksamt, v. Hunoltstein. Oberkirch. (Die Wiederbesetzung des Notariatsdist- ricts Oppenau bett.) Nro. 3233. Durch Erlaß Großher- zoglichen Justizministeriums vom 21. v. M. Nro. 14332 ist m Nviariatsdistrirt Oppenau dem Oistrictsnoiar Maier in Bonndorf übertragen worden, was zm Kenntniß der Betheiligten gebracht wird. Oberkirch, den 13. Juni 1852. Großherzogliches Annsrevisorat. Link. Ofsenburg. (Die Eoüecte für die Brandbefchädimen der Gemeinde Oeschelbronn, Oberamts Pforzheim, bettffd.) Nro. 1R2. Zn Folge Verfügung Grvßh. Oberamts vom 1. v. M. Nro. 18221 (Ortenauer Bote Nro. 37 Fol. 354 vom 7. v. M.) haben wir auf Montag den 2t. d. M. eine Collecte für die obengenannten Beschädigten durch die beiden hiestgen Waisenrichter Krafft und Behr angeordnet, was wir mit dem Ersuchen um milde Gaben hiemtt veröffentlichen. Offenburg, den 14. Juni 1852. Das Bürgermeisteramt. Wiedemer. vckt. Gütke. Ofsenburg. Aufforderung. (Die Liquidation der Maiauftkandskosten pro 1849 bett.) No. 922. Bei der im November 1849 stattgefundenen Liquidation haben mehrtte hiesige Bürger und Einwohner ihre vom 2. Juli bis 15. Oct. 1849 grhabtt Einquartierungslast nicht liquidirt. Die Folge hievon ist, daß dieselben bei der stattfindenden Ausgleichung mit ihrer Forderung nicht berücksichtigt werden können, während sie die Umlage bezahlen müssen. Um allenfalls vorkommenden Beschwerden zu begegnen, fällt es nöthig, daß eine nochmalige und letzte Liquidation für obigen Zeitraum abgehalten wttde. Hiezu ist Tagfahrt auf Freitag den 25. d. M., Bormittags 7 Uhr anfangend, in die Stadtverrechnungs- Kanzlei dahier angeordNet, wozu alle Jene, welche für besagte Zeit nicht liquidirt haben, zur Anmeldung ihrer Forderungen mit dem «nfügen eingeladen werden, daß dieselben im Unterlassungsfälle nicht mehr bttücksichtigl werden können. Offenburg, den 6. Juni 1852. Der Gemeindttath. Wiedemer. vst. Gütle. s2f Renchen. (Zwangsversteigerung.) Da bei der ersten Versteigerung dtt Liegenschaft der Leopoldina R e z u e r in Renchen der Schätzungspreis nicht geboten wurde, so wird dieselbe, als: ein Vitttel Acktt in der Langbühnd, — Schätzungs- preis.130 fl. — künftigen Dienstag den 22. Juni d.J., Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathhause in Renchen zum zweiten Male dem öffentlichen Zwangsverkaufe ausgesetzt, wobei der endgültige Zuschlag erfolgt, auch wenn das höchste Gebot den Schätzungspreis nicht erreicht. Renchen, den 2. Juni 1852. Der Vollstreckungsbeamte: Carl Stuhl, Großh. Notar. Rammersweier. (Liegenschafts - Versteigerung.) Dem Karl Hahn von Rammersweier werden in Folge richterlicher Verfügung folgende, auf dtt Gemarkung von Rammttsweier gelegene Liegenschaften am Freitag den 2. Juli d.J., Vormittags 8 Uhr, auf dem Rathhause in Rammersweier durch den Unterzeichneten Vollstreckungsbeamten einer zweiten Versteigerung ausgesetzt, und es erfolgt der endgültige Zuschlag, wenn der Schätzungspreis auch nicht eneicht wird; nämlich: 1) circa 4 Viertel Acker in 4 Stücken, 2) „ 9 Haufen Feld in 6 Stücken, 3) „ 4 „ Reben in 3 Stücken und 4) „ V- Tauen Matten an einem Stück. Der Schätzungspreis dieser Liegenschaften zusammen beträgt 1095 fl. Offenburg, den 3. Juni 1852. Beyer, Notar. £2] Renchen. (Zwangsversteigerung.) Da bei der ttsten Versteigerung der Liegenschaften des abwesenden Handlungs-Commis Hermann Hund von Renchen dtt Schätzungspreis nicht geboten wurde, so wttden dieselben, und zwar: 1) eine halbe Zeuch Acker in der untern Hub, — Schätz- ungspreis.300 fl. — 2) 3 /8 Tauen Matten im Morast, — Schätzungspreis . . 300 fl. — im Ganzen . . . 600 fl. — künftigen Dienstag den 22. Juni d. I.» Nachmittags 3 Ühr, im Rathhause zu Renchen zum zweiten Male dem öffentlichen Zwangsverkaufe ausgesetzt, wobei der endgültige Zuschlag um das höchste Gebot erfolgt, auch wenn dasselbe den Schätz- üngspreis nicht etteichk. Renchen, den 2. Juni 1852. Dtt Vollstreckungsbeamie: Carl Stuhl, Großh. Notar. i 22 Erlach. (Zwangsversteigerung.) In Folge richtet Verfügung werden den Joseph Veith'schen Eheleuten in Erlach künftigen Montag den 21. Juni d. I, Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathhause in Erlach folgende Liegenschaften dem öffentlichen Zwangsverkaufe ausgesetzt werden, als: 1) Ein andttthalbstöckiges Wohnhaus sammt Scheuer und Stallung, Hofplatz und einem dabei liegenden halben Tauen Matten. Schätzungspreis. 800 fl. 2) Beiläufig 3 1 h Morgen Aecker und Matten, in 14 Parcellen auf dtt Gemarkung Erlach zerstreut liegend. Schätzungspreis. . 2090 fl. Im Ganzen . 2890 fl. Zweitausend achthundert neunzig Gulden. Der endgültige Zuschlag wird sogleich erfolgen, wenn mindestens der Schätzungspreis geboren wird. Die Versteigerungsbedingungen werden vor der Versteigerung bekannt gemacht werden, und liegen bis dahin zu Jedermanns Eiusicht auf dem Geschäftszimmer des Unter- zeichntten auf. Renchen, den 21. Mai 1852. Der Vollstreckungsbeamte: Carl Stuhl, Großh. Notar. [2] Renchen. (Zwangsversteigerung.) Da bei der ersten Versteigerung der Liegenschaften des Schloffermcisters Hilarus Georg von Renchen der Schätzungspreis nicht geboten wurde, so werden dieselben, und zwar: 1) ein Vierttl Acker am Oberkircher Weg, — Schätzungspreis .150 fl. — 2) ein Viertel Reben im Galgenberg, — Schätzungspreis ......... . 100 fl. — zusammen . . . 250 fl. — zweihundert fünfzig Gulden — künftigen Dienstag den 22. Juni d. I., Nachmittags 4 Uhr, auf dem Rathhause in Renchen zum zweiten Male dem öffentlichen Zwangsverkaufe ausgesetzt, wobei der endgültige Zu- S um das höchste Gebot erfolgt, auch wenn dasselbe den tzungspreis nicht erreicht. Renchen, den 2. Juni 1852. Der Dollstreckungsbeamte: Earl Stuhl, Großh. Notar. W Stadelhofen. (Zwangsversteigerung.) Dabei der ersten Versteigerung der zur Gantmaffe des Amon Busam in Ringelbach gehörigen, in Stadelhoftt Gemarkung gelegenen Güter der Schätzungspreis nicht geboten wurde, so werden dieselben, wie sie in No. 39 u. 40 dieses Blattes nähtt beschrieben sind, künftigen Dvnnttstag den 24. Juni 470 tu $., NachlilUtdags halb $ Uhr , auf dem Nachhause in StadelHofen nochmals dem öffentlichen ZwaoaLverkWf« aus- geftht, und wird nun der endgülttze ZMchlag erfolgen, auch wenn dqs höchste Gebot den SchäSüngspreis mcht erreichen sollte. Neuchen, den 1. Juni 1852. Der Pollstreckungsbeamte: Carl Stuhl, Grvßh. Notar. [2] Offenburg. (Früchteversteigerung.) Dienstags den 22, d. M., Vormittags 1t Uhr, «echen bei der unrerzeichnetey Verwal- ßtung 48 Malter Korn und 10 Malter Waizen gegen baare Zahlung bei der Abfassung versteigert; wozu man einladet. Ossenburg, den 9. Juni 1852. St. Andr. Hospital-Verwaltung. König. Hofweier. (Liegenschafts-Versteigerung.) Zn Folge richterlicher Verfügung vom 14. Oct. 1851 Ro. 39661 werden hem Pominik Stvtzle in Hofweier Montags den 5. Juli d. I., Morgens 8 Uhr, auf dem Gemeindehause in Hofweier im Zwangswege folgende Liegenschaften durch Assistenten Wachs öffentlich versteigert: Ein Wohnhaus mit Zugehörde, taxirt zu . . 40Ü fl. 2 . 3 Viertel 25 Ruthen Acker in 5 Abtheilungen, taxirt zu.'. 280 st. 3. 3 Viertel 12 V 2 Ruthen Reben in 5 Abtheilun- gen, taxirt zu.221 fl. Der Zuschlag erfolgt, wenn der Gchätzungspreis geboten wird. Offenburg, den 5. Juni 1852. Großherzvgliches «mtsrevisvrat. Bittmann. Offenburg. (Heugras-Versteigerung.) Der Großh. Oberhosgerichtsrath Herr Ruth in Mannheim läßt am Dienstag den 22. d. M., Nachmittags 2 Uhr, im städtischen Rathsaale dahier das Heugras von nachstehenden Wiesen durch den Unterzeichneten öffentlich versteigern: a. In der Gemarkung Ojftnburg: 1 ) 1 Tauen auf der Bühlermatte, neben Franz Guerra und Xaver Göring; 2) V» Tauen allda, neben Franz Guerra und dem Herr- schastsgut; 3) 1 Tauen aus der Stegermatte, neben Hrn. Bürgermeister Wiedemer und dem Spitalgut. k. In der Gemarkung Waltersweier: 4 ) 3,4 Tauen in der Insel, neben dem Kinzigdamm und einem Altenheimer. Hiezu werden die Liebhaber eingeladen. Offenburg, den 14. Juni 1852. Rathsschreiberei. Gütle. Waltersweier. (Fahrnißversteigerung.) In Folge richterlicher Verfügung werden dem Xaver Huschle von Wal-' tersweier vor dem Rathbause daselbst verschiedene Fahrnisse, worunter namentlich 6 Wirthstische, Fässer rc., am Montag den 2l. d. M., Nachmittags 2 Uhr, gegen Baarzahlung öffentlich versteigert; was hiermit verkündet wird. Offenburg, den 14. Juni 1852. Der Vollstreckungsbeamte: Iamm. " Achern. (Liegenschaftsversteigerung.) In der Liegen- fchaftsvvllstreckungssache der Wagner Leopold Dölzschen Eheleute von Achern ist zur zweiten Versteigerung auf Dienstag den 6. Juli 1852, Nachmittags 2 Uhr, im Rathszimmer zu Achern Tagfahrt anberaumt, bei welcher das in Nr». 31 dieses Blattes verzeichnete Liegenschaftsvermögen e? nochmals der Steigerung ausgMt und der ekitzgtzlti-e Zu- fW Ar das sich ergebende höchsteGebotMgen.Md auch wenn solches unter dem SchätzunzSprelse v> sollte; was hiemit bekannt gemacht fyicb. »cherp, den 2. Jum 1852. Der VMxeckungsbeamke: Brack hstheimer, Notar. Waltersweier. (Fahrnißversteigerung.) Da« Joseph Benz von Waltersweier werden in Folge richterlicher Verfügung am Montag de» 21. b. M., Nachmittags 3 Uhr, vür de« Rachhause daselbst verschiedene Fahrnisse, worunter namentlich 1 Kalbin, 1 Wagen rc., gegen Baarzahlung öffentlich versteigert, was hiermit verkünde» wird. Ossenburg, dm 14. Juni 18S2. Der Dvllstreckungsbeamte: Iamm. Waltersweier. (Fahrnißversteigerung.) Dem Norbert Bauer von Waltersweier «erden in Folge richterlicher Verfügung am Mvnrag den 21. d.M., Nachmittags 2 Uhr, vor hem Rathdause daselbst verschiedene Fahrnisse, worunter namentlich 1 Milchkuh, gegen Baarzahlung öffentlich versteigert, was hiermit verkündet wird. Ossenburg, dm 14. Juni 1852. Der Vollstreckungsbeamte: Iamm. Zell. (Liegwschastsversteigerung.) Dem Karl Hauser von Zell werdm in Folge richterlicher Verftigung folgende, auf der Gemarkung von Zell gelegene Liegenschaften am Freitag de» 2. Juli d. I., Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathhause in Zell durch den Unterzeichneten Vollstreckungsbeamten einer zweiten Versteigerung ausgesetzt, als: 1) Ein Wohnhaus in Weierbach, 2) Circa 4 Haufen Rebm in 4 Stücken und 3) Circa 2 Haufen Feld und Matte ln 2 Stückm. Der endgültige Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis auch nicht erreicht wird. Offenburg, am 7. Juni 1852. Beyer, Notar. Hohn hurst. (Heugrasversteigrrung.) Die hiesige Gemeinde läßt am Montag den 21. d. M., Nachmittags 1 Uhr, den Heugras-Erwachs von circa 33 Morgen Wiese» io ab- getheilten Loosen, zahlbar auf Martini d.J., in dem Gemeindehaus« versteigern, wozu die Steigliebhaber eingeladen werden. Hohnhurst, den 14. Juni 1852. Das Bürgermeisteramt. König. Zell. (Fahrnißversteigerung.) In Folge richterlicher Verfügung werden dem Sonnenwirth Fitzkamm in Weierbach Montags den 21. Juni, Nachmittags 1 Uhr, vor dem Ratbhause in Zell verschiedene Fahrnisse, als: mehrere Tische, Sessel, Stühle und 1 Bett sammt Bettstatte, gegen Baar- zahluna öffentlich versteigert. Offenburg, dm 14. Juni 1852. Seeberger, Gerichtsvollzieher. Fessenbach. (Fahrnißversteigerung.) Dienstags den 22. Juni, Nachmittags 1 Uhr, werden in Folge richterlicher Verftigung vor dem Nachhause in Fessenbach verschiedene Fahrnisse, worunter namentlich 3 Weintrotten, Fässer von 8 bis 30 Oehmle haltend, ein Pflug rc., gegen Baarzahlung öffentlich »ersteigen. Offenburg, den 14. Juni 1852. Seeberger, Gerichtsvollzieher. M- Offenburg. (Hausversteigerung.) Am 1 ‘ 1 Dienstag den 6. Juli werde ich durch Hrn. Rath- mi schreibe! Gütle im Rathhause dahier fteiwillig ver- steigern lassen: Mein erst seit 1832 erbautes zw«'' stöckigtes Wohnhaus, worunter sich ein schöner gewölbter Keller besindet, mit Scpeuer, Stallung und Hofraum. Die Steigerungsbedingungen werden am Steigerungstage bekannt gemacht. Die Gebäulichkeiten können täglich bei mir einge- sehen werden. Cs kann auch inzwischen ein Verkauf unter der Hand ftausinde». , , , Johann Schrempp s Ehefrau. 480 Offenburg. (Fahrnißversteigerung.) Die Dormund- schasts- Verwaltung der Anna Mathilde Bühler von hier läßt am Dienstag den 6. Juki d. I., Vormittags 8 Uhr anfangend, in dem ehemals Seiler Klotzsche» Wohnhause in der Gerberftraße dahier verschiedene Fahrnisse, worunter namentlich Bettwerk, Schreinerwerk, Küchengeschirr, Seilerwaaren (Pechfackeln und Pechkränze), Seilerwerkzeug, Levat, Stroh, Holz, Faß- und Bandgeschirr, eine Trotte, einige Ohm 1850er und 1851er Wein, eine Seilerhütte und sonstig verschiedene Fahrnisse gegen Baar- zahlung öffentlich versteigern. Hiezu werden die Liebhaber mit dem Anfügen eingeladen, daß, falls am besagten Tage die Steigerung nicht beendigt werden sollte, dieselbe die darauf folgenden Tage fortgesetzt werde. Offenburg, den 15. Juni 1852. Das Bürgermeisteramt. Wiedemer. vdt. Gütle. Zell. (Fahrnißversteigerung.) Dienstags den 22.Juni, Nachmittags 3 Uhr, werden vor dem Rathhause in Zell verschiedene Fahrnisse, worunter namentlich 1 Commode, einige Kleiderkasten und circa 5 Ohm Wein, gegen Baarzahlung öffentlich versteigert. Offenburg, den 14. Juni 1852. Seeberger, Gerichtsvollzieher. .säsgägjsk Kork. (Gastbausversteigerung.) Der JG WSgSik. Unterzeichnete ist wegen vorhabender Aus- Wanderung nach Amerika willens, sein da- hier mitten im Ort an der Sttaße von ' Odelshofen nach Bodersweier an einem sehr vortheilhaften Platze stehendes zweistöckigtes Wirthshaus mit der Realschildgerechtigkeit zum schwarzen Adler und eingerichteter Bäckerei, einem 50 Fuß langen gut verttaßken Weinkeller und einem Kartoffelkeller, sammt Schopf, 2 Scheuern, 5 Stallungen, Futterkammer, 1 Helmenkammer, 4 Schweinställen, großem Hof, 2 Gemüsegärten, einem 1 Morgen großen Obst- und Grasgarten, einers. I. Siegel, anders. I. Zuflucht, am Donnerstag den 1. Juli, Nachmittags 2 Uhr, in vorbeschriebenem Wirthshaus selbst an den Meistbietenden öffentlich versteigern zu lassen. Die Bedingungen werden am Tage der Versteigerung bekannt gemacht werden. Jakob Jockers, Adlerwirth. Stadt Kehl. (Hausverkauf.) Der Unter- s zeichnete beabsichtigt, sein in der Vorstadt gelegenes ,,»> zweistöckiges Wohnhaus nebst Hintergebäude, Stal- Imm llung, Metzig, Holzremise, Hof und Garten, vor- nen aus die Hauptstraße, hinten an die Marktstraße stoßend, einerseits Madame Immerath, anderseits Siebmacher Fleischmann, aus freier Hand zu verkaufen, wie auch das nöthige Geschirr zu einer Metzgerei. Das Haus kann schon auf den 1. Juli bezogen werden; auch die Kaufbedingungen werden billig gestellt. Im Fall ein Kauf nicht zu Stande kommen sollte, werde ich dasselbe auf einige Jahr vermiethen. Stadt Kehl, den 13. Juni 1852. Karl Hauß. Ebersweier. (Danksagung.) Allen Jenen und vorzüglich den theilnehmenden Ortsvorständen, welche die Leiche unseres Hingeschiedenen geliebten Vaters, des Bürgermeisters Anton Rößler, zu Grabe begleiteten, sagen wir unser» innigsten Dank. Ebersweier, den 13. Juni 1852. Ciriak und Angela Rößler. Reisekoffer-Verkauf. Es sind mehrere gute Reisekoffer zu verkaufen — wo? sagt die Redackion dieses Blattes. Ofsenburg. (Wohnungs-Vermiechung.) Bei August Zettwoch in der Vorstadt ist ein Zimmer mit Küche, wozu auch ein aufgerichtetes Bett abgegeben werden könnte, zu vermiethen. [1] Offenburg. (Zimmervermiethung.) Bei Bürstenmacher Bohrmann dahier sind zwei Zimmer an eine einzelne Person zu vermiethen. Verlorenes Notizbüchlein. Vor einigen Tagen hat Unterzeichneter auf der Sttaße von Nußbach bis Will- stätt sein Notizbüchlein vttloren. Der Finder wird gebeten, solches bei dem Herausgeber dieses Blattes abzugeben. Bonisaz Peter, Sauerwafferhändltt von Oppenau. [1] Offenburg. (Kapitalgesuch.) Gegen dreifache Versicherung auf Liegenschaften wird ein Kapital von 3000 fl. a 4 Procent gesucht; versiegelte Offerten befördert die Redaction d. Bl. unter Chiffre ». [1] Achern. (Mutterschwein-Verkauf.) Bei Metzgermeister Karl Oberföll in Achern ist ein großträchtiges Mutterschwein zu verkaufen. Windschläg. (Kinderwägelchen - Verkauf und Lehrlingsaufnahme.) Wagnermeister Franz Michael Glatt hat ein neues Kinderwägelchen billig zu verkaufen. Auch kann bei demselben ein Lehrling eintreken. Offen bürg. (Heu- und Oehmtgrasverkauf.) Gerber Anton RieS hat das Heu- und Oehmkgras auf 1 Tauen Matten zu verkaufen. [ 1 ] Offenburg. (Verkaufsanzeige.) Schmiedmeister Schaible hat einen starken ein- und zweispännigen Leiterwagen, mehrere Pflüge, Eggen und Pflugkärche billig zu verkaufen; auch werden andere dagegen genommen. Offenburg. (Wohnungsvermiethung.) In dw Steinstraße Nro. 219 ist eine kleine Wohnung sogleich oder bis Michaeli zu vermiethen. Zur Nachricht. Den Urheber der gestern in Renchen verbreiteten infamen Lüge, ich feie an der Cholera gestorben, erkläre ich hie- mit für einen gemeinen niederträchtigen Menschen. Die schreckliche Cholera hat ihren kühnen, Tod und Verderben bringenden Sprung bis jetzt noch nicht nach Oberkirch gewagt. — Harlequinssprünge aber und Gaukeleien gehören, zur Belustigung der Bauernjugend, auf den Jahrmarkt und Tanzboden. Oberkirch, den 16. Juni 1852. Orth, prakt. Arzt. Hanptagentnr der amerikanischen Postschiffe zwischen Havre und New-Bork von C. /. Nieder zum schwarzen Bären, Austttlitzerstraße Nro. 10 in Straßburg. Unterzeichneter C. F. Rieder, Haupt- agent der H. Chrystie, Heinrich & Comp, für die regelmäßigen Postschiffe zwischen Havre und New-York, sowie Httr I. Held zur Blume in Kehl können auf nachstehende Abfahrten Uebersahrts- Verttäge zu äußerst billigen Preisen ab- schlicßen, nämlich: John Cu mm ing — Capitaine Dwight: Ankunft in Sttaßhurg am 14. Juni; Abfahrt von Havre „ 20. Juni. Splendid — Capitaine Higgins: Ankunft in Straßburg am 20. Juni; Äbfahrt von Havre 26. Juni. New-York — Capitaine Chompson: Ankunft in Straßburg am 4. Juli; Abfahrt von Havre „ 10. Juli. C. F. Rieder. Offen burg. (Haus zu vermiethen.) Der zweite Stock des ehemals Schlosser Weinkausschcn Hauses in derStroh- gaffe wird vermiekhet und kann sogleich bezogen werden; ferner wird der untere Stock besagten Hauses vermiekhet und kann derselbe binnen einem Monat bezogen werden. Das Nähere ist zu erftagen bei Werkmeister Alois Meisburger dahier. 481 Oberkirch. (Einhalt einer Zwangsversteigerung.) Die in diesem Blatt Nro. 44 stehende, auf Donnerstag den 24. d. M. festgesetzte Liegenschaftsversteigerung der Anton Hnber's Wittwe von Winterbach beruht nach dem Antrag des Klägers bis auf weitere# Anrufen. Oberkirch, den 16. Zuni 1852. D. V. B.: C a stv r p h. Deutscher phönir, Versicherungsgesellschaft gegen Feuerschaden. Grnnd- Capital 5'/, Millionen Gulden. Nach den §§ 74 bis 76 des neuen, im Großh. Regierungsblatt No. XlV. verkündigten Gesetzes über Gebäude-Versicherung vom 29. März d. I. sind die bei der Staatsbrandkaffe versicherten Gebäude seit dem 2. April d. I. nur zu vier Fünftel ihres Werthes versichert. Das weitere Fünftel kann nach § 9 des Gesetzes bei Privatgesellschaften versichert werden. Diejenigen Gebäude-Eigenthünier, welche dieses Fünftel unter den Schutz des deutschen Phönix stellen wollen, belieben sich vorläufig bei mir einzeichnen zu lassen. Weitere Auskunft ertheile ich bereitwilligst. Achern, im Juni 1852. Der Agent für den deutschen Phönir: I. Armbrnster. (3) Offen bürg. (Anzeige.) Zn der Papierhandlung von Ferd. Hölzli« jun. sind Eisenbahnfrachtbriefe nach dem neuesten Reglement für den mitteldeutschen Eisenbahn- Verband, d.h. zur directen Verladung bis Leipzig, Berlin, Magdeburg rc., rieß- und buchweise billigst zu haben. Von Dr. Borchardfs Kräuter-Seife, '■—=" die auch in hiesiger Gegend wegen ihrer anerkannt vortrefflichen Eigenschaften so beliebt ist, erhalte ich allein auf hiesigem Platze öfter ftische Zusendungen und verkaufe das Original-Paketchen »21 kr. Ioh. Sommers Wittwe in Kehl. KKÄUTEK-/ SEIFE* Offen borg. (Zimmervermiethung.) Unterzeichneter hat zwei möbline Zimmer im untern Stock feines Hauses einzeln oder zusammen an ledige Herren zu vermiethen. Friedr. Borho. Offenburg. (Verkaufs-Anzeige.) Ein schöner zweijähriger welscher Hahn ist billig zu verkaufen — wo? sagt die Redaction dieses Blattes. Osfenburg. (Möbelverkauf.) Bei Schreinermeister Stöhr steht ein ganz neuer Mainzer Cvnsol-Tisch zum Verkauf. Franeuverer«. Bei der Veröffentlichung der Vereinsrechnung des vorigen Zahres und der Namen der verehrlichen Vereinsmitglieder sind folgende Namen aus Versehen nicht angeführt worden: Frau Beile, Maler. Frl. Leicht Elise. Frl. Büchele Lena. Frl. Leonhard Susanne. Frau Bührer, Kaufmann. Frau Manshardt, Bierwirth. Frau Dewerth, Kaufmann. Frau Neef, Badwirth. Frl. Dillinger, Modistin. Frau Pezold, Stadtverrechn. Frau Hahn Jos. Fr. Philipps, Locomotivfhr. Frl. Henco Nannette. Frau Schoch, Zollverwalter. Frau Henco, Kaufmann. Frl. Wacker Fanny. Fr. Heninger, Restaurateur. Frau Wagner, Bierbrauer. Frau Kiefer, Werkmeister. Frau Wagner, Zimmermstr. Frau Kiefer, Küfermeister. Fr. Zeitvogel, Gefängnißwtr. Offenburg, den 6. Zuni 1852. Die Vorsteherin: K. Geiger. Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Baden. Auf sinnige Weise feiert das „Correspondenz- blatt der Großh. bad. Centralstelle des landwirthschaftlichen Vereins" das Andenken an die Verdienste, welche sich der Höchstselige Großherzog Leopold während seiner 22jährigen Regierung durch Förderung der Landwirthschaft erworben. Es eröffnet seine erste Nummer mit einer Gedenktafel, worin einfach die bezüglichen Regierungsacte aufgezählt werden, welche in diese Zeit fallen, und erblickt darin mit Recht ein „bleibendes Denkmal", welches sich der unvergeßliche, zu. Gott eingegangene Landesvater selbst errichtet hat. Folgendes sind diese denkwürdigen Regierungsacte: Den 22. April 1830: Verordnung über die Aushebung des Straßengeldes. Den 28. Mai 1831: Gesetz über Aufhebung der Straßenbau-, Militär-und Gerichtssrohnden. Den 28. Dec. 1831: Gesetz über Aufhebung der Herrenfrohnden. Den 28. Dec. 1831: Gesetz über Aufhebung des Blutzehntens. Den 28. Dec. 1831: Gesetz über Aufhebung des Zehntens von Neubrüchen. Den 11. Juli 1833: Gesetz über Herabsetzung des Salzpreises. Den 15.Nov. 1833: Gesetz über die Wiederverleihung heimgefallener Schupflehen. Den 15. Nov. 1833: Zehnt- ablöstingsgesetz. Den 15. Nov. 1833: Forstpolizei-Gesetz. Den 11. Juli 1835: Gesetz über den Beitritt des Großyer- zogthums zum großen deutschen Zollverein. Den 28. Aug. 1835: Gesetz über die Aufhebung der zu den Gr. Domainen gehörigen Bannrechte. Den 28. Aug. 1835: Expropriations- Gesetz. Den 28. Aug. 1835: Gesetz über die Regulirung des Dreisam- und Elzfluffes und über die Aufbringung der Kosten. Den 3. Aug. 1837: Gesetz über die Aufhebung alter Abgaben. Den 3. Aug. 1837: Gesetz über die Haltung des Faselviehes und über die Ablösung dieser Last. Den 29. März 1838: Gesetz über die Erbauung einer Eisenbahn von Mannheim bis zur Schweizergrenze. Den 8. Mai 1838: Anordnung, daß die landwirthschaftlichen Centralseste nach einer bestimmten Reihenfolge m den einzelnen Landestheilen abgehalten werden sollen. Den 18. Aug. 1838: Statuten für den landwirthschastl. Verein. Den 19. Dec. 1844: Neue Landesgestüts-Ordnung. Den 22. April 1846: Verordnung über die Errichtung von Ackerbauschulen. Den 10. April 1848: Gesetz über Aufhebung der Feudalrechte. Den 31. Juli 1848: Gesetz über die Ablösung der Weidrechte. Den 21. April 1849: Gesetz über die Ablösung der Erb- und Schupflehen. Den 13. Febr. 1851: Gesetz über Bewäffe- rungs- und Entwässerungsanlagen. Den 28. März 1851: Errichtung eines großen landw. Gartens in Karlsruhe. Den 26. März 1852: Gesetz über die Entschädigung für aufgehobene Feudalrechte. Den 26. März 1852: Gesetz über die Vornahme einer stückweisen Vermessung sämmtlicher Liegenschaften des Großherzogthums. — Mit dem 15. d. M. begann ein directer Güterverkehr zu festen Frachtsätzen und Lieferzeiten auf den Bahnen des mitteldeutschen Ellenbahn-Verbandes, deren Endpunkte Haltingen (Basel), Kehl (Straßburg), Mannheim, Warburg, Karlshafen, Leipzig, Magdeburg und Berlin sind. Demzufolge werden Güter, welche an einen, am Sitze einer Güterstation der verbundenen Bahnen (Großh. Bad. Staatsbahnen, Main-Neckar-Bahn, Main-Weser-Bahn, Friedrich-Wilhelm - Nordbahn, Thüringer Bahn, Magdeburg-Köthen - Halle-Leipziger Bahn, Berlin-Anhafter Bahn) gerichtet sind, mit directen Frachtbriefen angenommen und befördert. Eine Umladung ist z. B. zwischen Haltingen und Berlin nur in Heidelberg nöthig, wie denn bereits auch in Heidelberg Waggons von den entferntesten Bahnen erschienen sind. Das Nähere über diese erfreuliche Erweiterung der deutschen Verkehrsverhältniffe ist aus den amtlichen Kundmachungen nebst beigesügten „provisorischen Vorschriften über den directen Güterverkehr im mitteldeutschen Eisenbahn-Verbande- zu ersehen. Karlsruhe, 12. Zuni. (B. L. Z.) Im Lause der vorigen Woche ist hier eine für unser Land >owohl im Allgemeinen, wie für die Stadt Karlsruhe im Besonder» überaus wichtige materielle Frage verhandelt worden. Wie bereits durch die öffentlichen Ausschreibmigen bekannt war, sollte am 7. Juni d. I. die Keßler'sche Maschinenfabrik 482 Karlsruhe im Wege der Soumission verkauft und damit die definitive Entscheidung über das Schicksal der Fabrik selbst, welche seither in ihrem, wenn auch schwachen, Betrieb durch die Liquidationscommission fortgeführt worden war, getroffen «erden. Um einige Tage früher, auf den 4.Juni, waren die Actionäre zu einer Versammlung eingeladen worden, um sich nochmals darüber zu berathen, ob die seitherigen Interessenten in irgend einer Weise das Geschäft wieder übernehmen oder ob in der Thal zum Verkauf geschritten werden sollte. Es fand die Versammlung an dem Vormittag des festgesetzten Tages Statt, war aber, da viele Hauptbetheiligte gänzlich ausblieben, nicht so zahlreich besucht, als man erwartet hatte. 3" dieser Versammlung wurde nun zunächst das Erbieten der Großh. Regierung bekannt, sich unter gewissen, speciell die Verwaltung betreffenden, Bedingungen in Actien oder durch Vorschuß bis zur Höhe von 200,000 fl. an der Fabrik betheiligen zu wollen. Ohne Zweifel war die Regierung durch die Crkennt- niß von der außerordentlichen Wichtigkeit der Fabrik für den Eisenbahnbetrieb sowohl, als für den Verkehr, welcher der hiesigen Stadt aus jenem industriellen Etablissement erwächst, dazu bewogen worden, auf jede mögliche Weise den Fortbestand der Fabrik zu erleichtern, wie ja überhaupt die Großh. Regierung seit einigen Jahren ihre größte Sorgfalt auf die Wahrung der materiellen Interessen des Landes richtet und nicht aufhört, nach allen Seiten hin ihre segensreiche Fürsorge mit Rath und Thal zu spenden. Mehrere Interessenten gingen sofort auf dieses Anerbieten ein, namentlich ließen es die HH. Koch, einer der Chefs des Hauses Gebr. Bethmann in Frankfurt a. M., Max v. Haber von hier, v. Herz aus Wien, an Bemühungen, die Gesellschaft zu reconstikuiren, nicht fehlen, indem sie theils auf die Vortheile aufmerksam machten, welche eine Association mit der Regierung darböte, theils selbst mit dem Beispiele der eigenen Subscriprion vvrangingen. Es währte nicht lange, so ergab diese Subscription ein Resultat von 220,000 fl. Da nun die Gesellschaft zu ihrer Reconstikuirung ein Kapital von 500,000 fl. brauchte, so war dasselbe in Folge dieser Subscription einerseits und des Regierungsanerbietens andererseits bis auf 80,000 fl. zusammen. Man hoffte auch diese noch zusammen zu bringen, allein Hr. Oppenheim aus Köln trug in gewandter Rede so viele Bedenklicykeiten vor, baß sich in Folge derselben nicht nur keine neuen Unterschriften fanden, sondern vielmehr von Denjenigen, welche bereits unterzeichnet hatten, Viele wieder schwankend wurden und ihre Unterschriften zurückzogcn. so nennte sich denn die Versammlung, ohne zu irgend einem Ergcbniß gekommen zu sein. Am 7., dem Tage der Soumission, erschien ein Regierungscommissär an der betreffenden Stelle und legte folgendes Gebot der Großh. Regierung nieder: die Großh. Regierung zahlt für sämmrliche Liegenschaften, Maschinen, Werkstätten, Schmieden, Betriebsgeräthschaften, statt des angcsetztcn Minimums von 215,000 fl., 180,000 fl. und statt des für die vorhandenen Materialien angesetzten Minimalbetrags von 100,000 fl. die Summe von 70,000 fl. Die Großh. Regierung erbot sich ferner, 10,000 fl. mehr als jeder andere Sumittent zahlen zu wollen, und zwar bis zur Höhe von 230,000 fl. Da von anderer Seite her kein Gebot gemacht wurde, so ist die Regierung als Käuferin der Fabrik zu betrachten. Sie erklärte übrigens von vornherein, um alle» etwaigen Umerstellungen zu begegnen, alle seitherigen Actionäre einladen zu wollen, sich an der neu zu gründenden Gesellschaft zu bctheiligen, und unterliegt es gar keinem Zweifel, daß die Zahl derselben bei den offenbar günstigen Verhältnissen des Ankaufes und in Erwägung des Umstandes, daß die hiesige Maschinenfabrik einen ganz gesicherten Verrieb hat, eine sehr beträchtliche sein wird. Die Großh. Regierung hat somit ein Etablissement, welches nach dem uns vorliegenden Derzcichniß die Summe von 648,000 fl. gekostet hat, für 180,000 fl. erstanden, und in dieser Beziehung nicht allein als Käuferin ein materiell sehr günstiges Geschäft gemacht, sondern auch noch weiter den Interessen des Landes einen ungemeinen Vorschub geleistet. Denn nehmen wir den Fall des Aufhörens der hiesigen Maschinenfabrik an, so wären nicht nur die Cvnsum- tivnskapitalien dem hiesigen Verkehr gänzlich entzogen worden, sondern es wäre auch für die Anschaffung und Reparatur von Maschinen nothwendigerweise sehr viel Geld ins Ausland gegangen, das jetzt in zweifacher Beziehung dem Iulande zu gut kommen wird. Freiburg, 10. Juni. Vom 3. bis 6. d. M. brach in den Gebäulichkeiten eines Bewohners von Zarten in verschiedenen Zwischenräumen achtmal Feuer aus, welches glücklicherweise ohne größeren Schaden wieder gelöscht wurde. Während die Untersuchungsdehörde, hievon benachrichtigt, sich am letzten Sonntag an Ort und Stelle befand, fieng es plötzlich in der Scheuer zu brennen an, und dieses führte zur Ermittlung des Thäters. Es ist dies ein 11 '/r Jahre altes Mädchen, welches, eine Waise, im Alte» von 4 Wochen von dem Beschädigten ausgenommen und seither verpflegt wurde. Rach anfänglich hartnäckigem Läugnen hat sie ihre Thäterschaft einbekannt. Württemberg. Aus der Reutlinger Gegend. (Schw. Merk.) Gegen Ende des letzten Jahres wurde von hier aus in diesen Blättern der Bewegung Erwähnung ge- than, welche am Fuße der Alb und um den Neckar durch Einladungen und Verlockungen zu wohlfeiler Auswanderung nach Peru unter denarmen Leuten hervvrgerufen wurde, auch ist darauf aufmerksam gemacht worden, wie mangelhaft berathen die Letzteren so oft seien, und wie sic durch die Unleidlirhkeit der gegenwärtigen Zustände jedem abenteuernden Verführer in die Arme gerrieven, leicht in noch größeres Elend gerathen könnten. Die damals ausgesprochenen Befürchtungen sind nur zu traurig in Erfüllung gegangen. Nachdem schon vor einiger Zeit die Allg. Zeitung niederschlagende Berichte in Beziehung auf die jüngst eingewanderte Menge von Deutschen überhaupt gebracht hat, sind nun auch einige Nachrichten von unfern Landsleuten insbesondere eingelaufen, welche wahrhaft verzweifelnd und trostlos lauten. Beifolgender Brief eines Auswanderers aus der Neuffener Gegend, den wir mittheilen zu dürfen glauben, mag einen Begriss von dem Loose geben, in welches eine große Menge Armer, die zum Theil auf Ge- meindekvsten abgeschickt wurden, gefallen ist, und mag andern, so leicht zu bethhrenden Unglücklichen, auch den Gemeindebehörden, welche so gerne auf jeden Weg Hingehen, sich der Armen zu entledigen, zur Warnung dienen: . . . Kalna (wird heißen sollen Callav) im Hafen sind wir noch im Schiff Wuschilbi, heute, am Gründonnerstage 1852. Lieber Bruder: Ich muß noch einmal die Feder ergreifen, Euch ein paar Zeilen zu schreiben, ehe ich in meinen Scla- vendienst trete. Wir haben von unserer Heimath an eine gute Reise gehabt, aber vor mich und mein Luisle eine sehr Traurige, weil mir mein liebes Kind den 14. Dec. 1851 auf dem Schiff starb; der liebe Gott hat das liebe Sklävlein zu sich genommen und nicht in Sufdolfs (wird heißen sollen Rodolphos, des Menschcnmäcklers) Hände kommen lassen, o mein liebes Kind, wie weh thut es uns alle 3. Aber wie viel müssen wir Gott danken. Liebe Geschwister danket dem lieben Gott dafür, daß ihr noch in eurem Paradiese seid, unsere Reise dauerte von unserem Hause an 110 «Tage bis in den Hafen Kalna. Denn vor 10 Tage Hab ich und der Gottfried Schmid und der'Lü und fünf andere gute Bekannte das erstemal das Land betreten, aber da sah es betrübt aus, da wollte ich, ich wäre nie geboren, wo ich gesehen, wie es ausgesehen hat, wir müssen da alle erstaunen vor den schönen Gebäuden, wo es da hat und vor allem, was man uns so prächtig vorgestellt hak. O web dem . . ., wo uns so in das Unglück stürzte, vergangenen Montag war ich in Lima, und Hab« die Badische unsere Landsleute gesucht; wir haben müssen auf dem Boot bleiben, es war eine Frau krank, die hak man nicht von dem Boot bringen können und es ist dem Gottftied Beck seine Frau von Aichelberg, O. A. Schorndorf. Mein Luisle hat ihr das Kind aus der Taufe gehoben, letzt sind wir noch auf dem Boot, wir werden aber wahrscheinlich am Samstag auf den Seelenmarkt müssen, es sind bereits alle verkauft, hier ist es gerade wie auf dem Viehmarkt, hier stehen sie herum und fangen diese heraus wo ihnen gefallen, Gottfried und die blanken Derfiinger und Schweizer hat ein Herr gekauft und kommen in ein Bergwerk. Der Lü ist noch im t 483 basischen Haus, er muß noch auf uns warten, der Lü ist Gott sei Dank gesund und auf der ganzen Reise ist er besser daran gewesen als ich. Mein Luisle ist Gott sei Dank gesund, ich bin wirklich nicht am Besten an der Gesundheit, ich glaube ich habe das Fieber. (Wir lassen hier eine Stelle aus, in der auf die Veranlasser der Auswanderung stark' gescholten ist) ... Mir ist es selber nicht bange, ich bin za allein, ich kann dahin und meine Frau dorthin, wann wir nicht bei einander bleiben können: Lieber Bruder, wenn es mir möglich ist nach Deutschland zu kommen; ich wäre bereits wieder zurückgekommen, wenn meine Frau nicht gewesen wäre. Ich habe nicht länger Zeit zum Schreiben, Ö mir alle Freunde bis auf die . . ., die uns daher ge- t haben,. . . viele Grüße an meine Gevatterleute, ich muß schließen, denn der Zorn übernimmt mich wieder so, daß ich die Feder nicht mehr halten kann. Lebt alle wohl. Bayern. Aus der Pfalz, 8. Juni. Durch die kön. Regierung ist den Voiksschullehrern nunmehr gänzlich untersagt worden, Schriften von Diesterweg in ihren Lesezirkeln und Bibliotheken zu halten, und was davon schon aiigeschafft ist, soll, wofern es nicht in Privatbesitz übergegangen, abgeliefert werden. Grund dieser Maaßregel ist die destructive Tendenz, welche dieser fruchtbare, ehedem hochgefeierte Schriftsteller gegen Kirche und Staat eingeschlagen hat, so wie die Früchte, welche seine Schriften in der Pfalz bereits getragen. Die revolutionären Schullehrer waren sämmtlich Anhänger Diesterweg's. Die Emancipa- tivnslust von der Kirche, die maaßlosen Ansprüche an den Staat und die Gemeinden, die tollen Hoffnungen und Pläne, welche das Treiben so vieler Volkslehrer in den Jahren 1848 und 1849 auszeichneten, sind hauptsächlich durch Diesterweg'sche Schriften geweckt worden. Preuße«. Berlin, 6. Juni. Das Gesetz wegen Erhebung der Stempelsteuer von politischen und Anzeigeblättern besagt: Die Steuer von jedem Jahrgange eines Exemplars soll betragen: Für Blätter, welche vierteljährlich weniger als 12 Bogen liefern, 4 Sgr., 30 Bogen 10 Sgr., 60 Bogen 20 Sgr., 90 Bogen 1 Thlr., 120 Bogen 1 Thlr. 10 Sgr., 150 Bogen 1 Thlr. 20 Sgr., 180 Bogen 2 Thlr., 180 Bogeiz. und darüber 2 Thlr. 15 Sgr. Für die außerhalb des preußischen Staats erscheinenden Blätter beträgt die Steuer 10 Proc. des am Orte ihres Erscheinens geltenden Abonnementsprcises, mindestens aber für Blätter, welche nicht öfter als einmal wöchentlich erscheinen, 15 Sgr., zwei- oder dreimal 1 Thlr., viermal oder öfter 2 Thlr. 15 Sgr. von jedem Jahrgange eines Exemplars. Die Erhebung der Stempelsteuer beginnt mit dem 1. Juli 1852. Berlin, 7. Juni. Soeben wird als bestimmt mitge- theilt, daß von Seiten der diesseitigen Regierung heute in der Zvllconferenz die Erklärung abgegeben wurde, daß auf das Projekt einer österreichischen Zolleinigung nicht eingegangen werden könne, und bezüglich eines Handelsvertrags von Preußen der schon ausgesprochene Grundsatz festgehalten werde, erst nach Reorganisation seiner eigenen Zollver- bindung darüber zu erwägen. Die bisherigen Zollvereins- Regierungen sind aufgefordert, ihren Beitritt zu diesem Programm oder dessen Ablehnung zu erklären, damit die preußische Regierung in letzterm Falle bezüglich der neuen Grenzbewachungs-Organisation die nöthigen Vorkehrungen treffen könne. — Die Gewitter in den letzten Tagen des Mai haben an verschiedenen Orten schlimm gehaust. An manchen Stellen hat der Blitz eingeschlagen, Personen auf dem Felde erschlagen und Häuser in Asche gelegt; in Fech- heim bei Ziesar schlug er während des Gottesdienstes in die Kirche ein; in Berlin fuhr der Blitz einem Droschkenpferd in das Hufeisen; das Pferd bäumte sich von Schreck und Schmerz hoch aus und stürzte zusammen, wurde aber nur leicht verwundet. Das ist aber nur die Kehrseite der zahlreichen Gewitter; sie haben, wie Festberichre aus allen Theilen Deutschlands rühmen, unendlich mehr Segen gebracht. Alles grünt in üppiger Fülle, die ganze Natur gleicht einem Treibhause. Schon sind die Fruchtpreise an vielen Orten gefallen. Heiligenstadt, 28. Mai. Schwere Gewitter, welche schon die beiden vorhergehenden Tage große Besorgnisse erregt hatten, entluden sich am Nachmittag des 26. Mai zwischen Mühlhausen und Heiligenstadt in einer Waffersiuth, wie sie seit Menschengedenken hier nicht stattsand. Sie erfüllte die Thäler nach Mühlhausen, Heiligenstadt und Esch- wege zu; am furchtbarsten wüthete sie in den beiden erster» Richtungen. Wege und Stege sind verschwunden, die Felder verheert, die Wohnungen größtentheils schwer beschädigt, Vieh und Hausgeräth von den Wogen verschlungen. In Dingelstädt kamen eilf Personen um; noch mehr werden, wie cs heißt, vermißt. Geisleben, eine Stunde über Heiligenstadt, in den beiden letzten Jahren bereits vom Feuer und der Cholera hart bedrängt, verlor zwar keinen Menschen, mußte aber im Uebrigen feiner Lage wegen die ganze Wuth des empörten Elements aushalten. Der größere untere Theil desselben gleicht im eigentlichen Sinn einem Chaos und die daselbst herrschende Noch ist schwer zu beschreiben. Auch di« Dörfer an der Unstrut nach Mühlhausen zu, Heiligenstadt selbst und viele andere Orte wurden schwer heimgesucht und noch immer nehmen die traurigen Nachrichten über die schrecklichen Spuren der Fluch kein Ende. Ödenthal, im Regbez. Köln, 12. Juni. (Fr.J.) Als bei der gestern stattgehabten Frohnleichnamsvrocession der Zug aus der Dühnbrücke anzelangt war, brach diese unter dem Gewichte der ftommen Wanderer ein, so daß mehrere hundert Menscyen, Männer, Frauen und Kinder, plötzlich in den angeschwollenen Strom stürzten. Glücklicher Weise ist kein Menschenleben zu betrauern, und es haben selbst, außer einigen Arm - und Beinbrüchen, keine bedeutenden Verletzungen stattgefunden; die Mehrzahl der Pilger kam mit dem Schrecken und dem kalten Bade davon. Oesterreich. Wien, 11. Juni. (S. M.) Heute aus Pesth-Ofen anaekommene Reisende schildern die Pracht des dort gestern gefeierten Frohnleichnamsftstes als eine nie gesehene, und die Begeisterung, welche sich allenthalben für den Monarchen kundgab, als aus der Tiefe des wieder erwachten altloyalen Volksgeistes quellend. Die Magnaten erschienen in außerordentlicher Anzahl, und ihre entfaltete Pracht und ihr Reichthum lassen alle Beschreibung hinter sich. Der Fürst Paul Esterhazy z. B. ist in einem Costüm mit Ordens-Decorationen erschienen, deren Werth an Gold und Edelsteinen über 2 Mill. Gulden geschätzt wird. Die Gebäude der Festung Ofen, wo die Ceremvnie stattfand, waren alle mit Teppichen re. auf das Glänzendste geschmückt, und die Menfchenzahl der beiden Schwesterstädte zeigte sich zum Mindesten verdoppelt, wozu Wien ein Contigent von mehreren Tausenden lieferte. Die Ordnung war musterhaft, und der einzige Unfall zu beklagen, daß ein Ofener Bürger, welcher den Himmel über dem Venerabile tragen half, während der Function vom Schlagfiuffe getödtet wurde. — Se. Maj. der Kaiser ist heute früh in das Militärlager bei Czegled abgegangen. Dänemark. Kopenhagen, 10. Juni. Die Restauration in den Herzogthümern Schleswig-Holstein schreitet mehr als kühn voran. Ein am 7. d. M. erschienenes Dekret erklärt alle von 1848 dis 1851 daselbst gemachten Staats- aniehen für unverbindlich, und die dazu gehörigen Verschreibungen der Staatskasse gegenüber für null und nichtig. Das Decret hat in den Herzogthümern, auf der Hamburger Börse und in ganz Norddeutschland, wo diese Papiere sind, die peinlichste Wirkung gehabt. Au sämmtlich« Gemeivdevorftände im Großherzogthum. Verehrte Amtsgenoffen! Sie Alle haben nun unfern Auftuf zur Gründung einer Leopoldsstiftung erhalten und Viele unter Ihnen haben uns schon Ihrer herzlichen Zustimmung versichert. Wir glauben nun, damit die allgemeine Theilnahme wisse, wie und wo sie sich bethätigen könne, Sie ersuchen zu müssen, sogleich mit der Sammlung beginnen zu wollen, und es Ihrer Einsicht und Kennmiß der örtlichen Verhältnisse überlassen zu dürfen, in welcher Weise dieselbe vorzunehmen sei. Haben die sämmniche» Gemeinden eines Amtsbezirks ihre Collecten, sowohl die allgemeine Sechskreuzersammlung, sowie dieder freiwilligen größeren Beiträge geschloffen, so sind die «summen stimmt 484 Verzeichnissen an den Hrn. Oberbürgermeister Malsch in Karlsruhe abzuliefern, welcher unserer Bitte, sich an unsere Spitze zu stellen und die Beitrüge aus dem ganzen Lande in Empfang zu nehmen, auf das Freundlichste und Bereitwilligste entgegenkam. Die Karlsruher Zeitung wird von Zeit zu Zeit Rechenschaft über die eingegangenen Gelder veröffentlichen und uns so die Freude gönnen, unser Unternehmen sortschreiten und zunehmen zu sehen. Mit der herzlichen Bitte an unsere geehrten College», mit dem der Sache würdigen Eifer dje Sammlung möglichst zu beschleunigen, verbleiben wir unter freundschaftlicher Begrüßung Ihre im Aufrufe Unterzeichneten Amtsgenoffen. Aus dem Kinzigthale. Miscellen. Am späten Abend des 17. Mai entlud sich über Paris ein sehr starkes Gewitter, von strömendem Regen begleitet. Der Blitz traf verschiedene Gebäude, ohne zu zünden. Ein Baron v. H., der gegen 11 Uhr nach Hause ging, als eben das Gewitter begann, sah sich in der Straße Barennes plötzlich von einem Blitze geblendet und befand sich für einige Sekunden wie vom Feuer umgeben. Der Blitz war seiner Uhrkette in die Westentasche gefolgt, hatte hier einen Ring in 6 Stücke zerbrochen, den Uhrschlüffel geschmolzen, den Kettenhaken herausgeriffen und war am unteren Ende der Tasche, deren' Stoff er verbrannte, ein Medaillon und einen kleinen goldenen Schlüssel miwehmend, herausgefahren. Baron H. erlitt nicht den mindesten Schaden; er fühlte nur die Empfindung eines elektrischen Schlages und fand erst die Wirkung des Blitzes, als er nach Hause kani. Bor mehreren Jahren wurde in der naffauischen Gamisons- stadt Weilburg ein Bauernbursche als Rekrut eingekleidet, der aus der ärmsten und abgelegensten Gegend des hohen Westerwaldes gekommen war. Der Bursche hatte noch nie in einem Bett geschlafen, und als er fich in der Caserne zuin ersten Mal in ein solches legen sollte, fieng er an zu weinen wie ein Kind und desertirte zwei Mal, weil er sich mit dem Gedanken, in einem Bett zu schlafen und überhaupt mit dem für ihn allzu vornehmen und üppige» Leben in der Caserne durchaus nicht befreunden und das Heimweh nach dem gewohnten Elend seiner strohbedeckten Lehmhütte nicht verwinden konnte. Folgende Anekdote, welche die Schnelligkeit beweiset, mit welcher man in England arbeitet, ist in England allgemein bekannt: Sir John Trogmorton präfidirte Abends 7 tthr bei einer Sitzung von Tuchfabritanten. Er hatte einen Rock an, der an demselben Tage, Morgens um 4 Uhr, noch als rohe Wolle am Rücken des Schafes hing. In Zell von 12 Stunden war das Schaf geschoren, die Wolle, gewaschen, gekardätscht, gesponnen, gewoben, das Tuch gewaschen und gewalkt, geschoren, gefärbt und zugerichtet und um 7 Uhr Abends war der Rock fertig. Kirchenbuchs - Auszüge vor katholischen Pfarrgemeinde Offenburg vom Monat Mai 1852. Geboren: Den 23. April. Karolina Magdalena; Vater: Friedrich Monsch, Bürger und Metzgermeister dahier. Den 30. April. Joseph Ludwig Hermann; Vater: Fr. >aver Kleindienst, Bürger und Schreinermeister dahier. Den 30. — Adolph Gustav Philipp; Vater: Philipp Maier, Glaslnacher dahier. Den 6. Mai. Wilhelm Joseph; Vater: Mathias Link, Bürger und Sattlermeister dahier. Den 7. Mai. Gustav Adolph; Vater: Karl Ludwig Abele, Eisenbahnconducteur dahier. Den 8. - Anna Karolina; Vater: Andreas Erhardt, Bürger und Küfermeister dahier. Den 18. — X. X.; Vater: Franz Joseph Koch, Musiklehrer dahier. Gekraut: Den 17. Mai. Michael Wurth, Bürger in Dundenheim und Güterpacker dahier, mir der ledigen Josephine Horst von Neckarsulm. Gestorben: Den 29. April. Barbara Schweiß, geb. Moppert, 75 Jahre alt, Wittwe des verstarb. Bürgers und Schuhmachers Georg Schweiß dahier. Den 3. Mai. Barbara Heizmann, geb. Pflugmacher, 75 Jahre alt, Ehefrau des hiesigen Bürgers und Zimmer- manns Joseph Heizmann. Den 4. — Dionysia Oberle, geb. Oßwald, 89 Jahre alt, Wittwe des hiesigen verstarb. Bürgers und AckerS- manns Anton Oberle. Den 4. — Andreas Rvthmann, 75 Jahre alt, Bürger in Griesheim und Schuhmacher dahier. Den 13. — Theresia Schweiß { ledig, 37 Jahre alt, Tochter des verstorbenen hiesigen Bürgers und Grünbaum- wirths Landolin Schweiß. Den 15. — Luitgarde Wagcnmann, geb. Faß, 68 Jahre 4 Monate 22 Tage alt, Wittwe des gewesenen Bürgers, Küfers und Bierbrauers Frz. Xav. Wagenmann in Cndingen. Den 17. — Andreas Heuberger, 76 Jahre alt, Bürger und Taglöhner dahier. Den 18. — x. X., V 2 Stunde alt, Tochter des hiesigen Musiklehrers Franz Joseph Koch. Den 23. — Friederika Weber, ledig, 44 Jahre 16 Tage alt, gebürtig von Karlsruhe, Gesellschafterin der Frau Gräfin von Bothmer dahier. Den 23. — Simon Schwendenmann, 84 Jahre alt, Bürger und Ackersmann dahier. Den 26. — Regine Mathilde Durler, 7 Monate alt, Tochter des hiesigen Gpmnasiumslehrers Ignaz Durler. Offenburg, am 12. Juni 1852. Katholisches Stadtpftrrramt. Frucht - Mittelpreise. Ein Malter Ofsei 12.Juni iburg 15. Juni Oberkirch 1 : Achern ji Gengenb. 9. Juni s 15. Juni! 9. Juni. ! *• kr. fl. kr. st. kr. fl. kr. fl. kr. Waizen. . 114 29 14 41 14 45 j 14 27 17 12 Kernen . . — — — 15 15 14 39 — — Halbwaizen 13 18 13 8 13 15 ! — — 15 26 Fees . . . — — — — — — 1 5 23 — — Korn . . . 11 5 11 15 12 45 ! 12 9 14 8 Gerste . . 8 47 9 16 10 15 ! 10 20 9 12 Welschkorn Haber . . j 5 24 5 24 5 — 5 42 5 6 Brodtare für die II. Hälfte des Monats Zuni. A. Im Oberamt Ossenburg. Weißbrod: der 2 kr. Weck 9*« Loch. Halbweißbrod: 2 ff in langer Form 8Va kr., 2 ff in runder Form 8 kr., 4 ff in runder Form 16 kr. Schwarzbrvd: 4 ff in runder Form 13 kr. 8. Im Dezirksamt Oberkirch. Weißbrod: dass kr. Brod 9 Loch. Halbweißbrod: 4 ff 17 kr. Schwarzbrvd: 4 ff 14 kr. 6. Im KezirKsamt Nheinbischofsheim. Weißbrod: der 2 kr. Weck 9s, Loch, Weißbrödchen zu 6 kr. 28 Loch. Halbweißbrod: 2 ff 8s, kr., 4 ff 16*/* ft. Schwarzbrvd: 2 ff 7sv kr., 4 ff 14'/- kr., 6 ff 21 kr. v. Im KezirKsamt Haslach. Weißbrod: der 2 kr. Weck 8'/- Loch. Halbweißbrod: 2 ff 9 kr., 4 ff 18 kr. Schwarzbrvd: 2 ff 7sr kr., 4 ff 15 kr. Verantwortlicher Rehaeteur: I Orreni. — Druck und Verlag der I. Otteni'schen Buchdrucker«. I i I » * y v" r