♦ Berkündigungsblatt für den Kreis Offenburg und für dir Amts- und Amtsgerichts-Bezirke Offenburg, Gengenbach, Kork, Oberkirch. M 96. Offenburg, Samstag den 18. August 1866. > • i Amtliche Generalverfügungen. Großherzoglicher Verwaltungshof. Bruchsal, den 8. August 1866. Die Auslegung deS 8 13, Itt. f. u. g., und des § 16 der Verordnung vom 21. Novbr. 1820 (Reg.-Bl. 1827, Nr. >.) betr. Rro. 22,704. Sämmtlichcn Großh. Bezirksämtern wird hiemit zur eigenen Nachachtung und zur Verständigung der Stiftungs- Commisstonen des dortigen Bezirks eröffnet: 1) daß bei den unter § 15, iu. f., der Verordnung vom 21. Novbr. 1820 genannten ungewöhnlichen unständigen — an und für sich aber dem Zwecke der Stiftung entsprechenden — Ausgaben weder die Stiftungs-Commisfion noch das Bezirksamt besugt seien, den nach § 16 der genannten Verordnung in ihrer Zuständigkeit liegenden Betrag für dieselbe Person oder für denselben Zweck mehr als einmal im Laufe eines Jahres aus Stiftungsmitteln zu zahlen oder zur Zahlung zu genehmigen: 2) zur Bewilligung von Remunerationen oder Gratifikationen und ebenso von Unterstützungen an Bedienstete der Stiftungs-Commissionen (Stiftungsactuare, Berrechner, Decopistcn unv dergl.) in allen Fällen die diesseitige Genehmigung einzuholen sei. ' [gej] Bohme. Vorstehender Erlaß wird hiemit zur Kenntnißnahme und Nachachtung den Stiftungs-Commissionen bekannt gemacht. Den 13. August 1866. Großh. Bezirksamt Gengenbach, Kork, Oberkirch, Offendurg. Bekanntmachungen. Mit höherer Genehmigung wird auf der Eisenbahnstation Haus ach eine Bahnhof-Restauration errichtet. Der Pachtweise Betrieb dieser Restauration soll alsbald eröffnet werden, «nd haben die hierzu Lufttragenden ihre Angebote nebst Vermögens- und Leumundszeugniß längstens bis zum 1. September d. I. bei Großh. Post- «nd Eisenbahnamt Offenburg einzureichen. Karlsruhe, de» 13. August 1866. Direktion der Großh. Berkehrsanstalten. Zimmer. Lorentz. O f f e n b u r g. Nr. 12,300. K o n r a d Duffner von Rammersweier wird auf Grund der §§ 376, 377, Z. 1, 385, Z. l, 163 ff. und § 125 St.-G.-B. gemäß dem Antrag der Großh. Staatsanwaltschaft wegen der in der Nacht vom 17. auf den 18. v.M. zum Nachtheil des Blumenwirths Hausmann von Rammersweier in verbrecherischer Verbindung und unter dem Erschwcrmigsgrunde des § 385, Z. 11, St.-G.-B. verübten Entwendung von 2 Ärettstücken und 1 forlenen Dielen rm Werthc von 1 fl. 30 kr., damit wegen erschwerten Diebstahls und Rückfalls in ein gleichartiges Verbrechen in Anschuldigungsstand versetzt und auf- efordert, fich binnen 14 Tagen dahier zu ellen, widrigenfalls nach dem Ergebnisse der Untersuchung das Erkenntniß gefällt werden wird. Wir bitten um Fahndung auf den flüchtigen Äonrad Duffner und um Einlieferung im BctretungSfalle. Offenburg, den 11. August 1866. Großherzogliches Amtsgericht. Fieser. Offen bürg. (.Aufforderung.) Nr. 6863. Leonhard W ö r n e r von Urloffen, Reservist 6£ t , * Ersatzbataillons, hat sich unerlaubt aus seiner HeimathSgemeinde entfernt. Derselbe wrrd aufgcfordert, sich binnen 4 Wochen dahier oder bei seinem Bataillons-Commando zu stellen, widrigenfalls gerichtliche Untersuchung wegen Reftaction gegen ihn beantragt würde. Sein Vermögen wird mit Beschlag belegt. Offenburg, den 11. August 1866. Großherzogliches Bezirksamt. Montfort. Oberkirch. (Erbtbeilung auf Ableben der Joseph Heinrichs Ehefrau von Ettlingen, z. Z. in Fernach, Karoline gcb. Hofmann, betr.) Nro. 4658. Auf die öffentliche Aufforderung vom 16. Februar d. I. ist bis jetzt eine Einsprache nicht begründet worden gegen, die Einsetzung des Ehemannes in Besitz und Gewähr der Verlaffenschaft seiner verstorbenen Ehefrau Karoline geb. Hofmann; seinem Anträge gemäß wird er nunmehr in Besitz und Gewähr eingesetzt. Oberkirch, den 13. August 1866. Großherzogliches Amtsgericht, v. Wank er. Oberkirch. (Erbvorladung.) Xaver Nottermann von Gaisbach, dessen Aufenthalt unbekannt, ist zur Erbschaft seiner verstorbenen Mutter, Jakob Nottcr- inann Wittwe, Agatha geb. Meier, von Gaisbach, berufen. Derselbe wird aufgefordert, innerhalb drei Monaten sich bei dem Unterzeichneten Notar zu melden, widrigenfalls die Erbschaft lediglich Denjenigen zugelheilt würde, welchen sie zukäme, wenn der Vorgeladenc zur Zeit des Erbanfalls nicht mehr am Leben gewesen wäre. Oberkirch, den 13. August 1860. Der Großh. Notar Finck. Einladung. Die Grundsteinlegung bei Erbauung der neuen katholischen Kirche zu Haslach, Amts Oberkirch, findet Montag den 20. August d. I., Vormittags 9 Uhr, statt, zu welcher Feierlichkeit freundlichst einladet: Die Stiftungs-Commission. Offenburg. (Grasversteigcrungbetr.) Am Montag den 20. d. M., Nachmittags 3 Uhr, wird das Oebmtgras von den städtischen Anlagen in schicklichen Loosabtheilungen auf dem Platze selbst öffentlich versteigert, wozu die Liebhaber cingeladen werden. Offenburg, den 14. August 1866. Der Gememderath. S ch a i b l e. F. A. Kunz. Weier. (Kicsbeifuhr - Versteigerung.) Die hiesige Gemeinde läßt am nächsten Montag den 20. d. M., Nachmittags 1 Uhr, im hiesigen Rathhause die Beifuhr von 656 100 Meß Rheinkies auf die Bicinalwege an den Wenigstnehmenden öffentlich versteigern, wozu man die Liebhaber einladet. Weier, den 14. August 1866. Der Gemeinderath. Vetter. Holzversteigerung. Am Dienstag den 21. August d I. läßt die Gemeinde Gengenbach folgendes Brennholz im Walde selbst gegen Zahlung vor der Abfuhr versteigern: 1) ö ',4 Klafter eichenes Scheitcrholz, 2) 1 „ buchenes „ 3) 120% „ schäleichenes Prügelholz, 4) 52 „ buchenes ,, 5) 34% „ gemischtes „ Die Steigerung beginnt Morgens 8 Uhr im Ziegelwalde. Zusammenkunft früh 7 Uhr vor dem Rathhause. Gengenbach, den 9. August 1866. Das Bürgermeisteramt. Abel. Kaiser. O f f e n b u r g. (Liegenschafts - Versteigerung.) In Folge richterlicher Verfügung wird den Erben der I. I m h o f f Eheleute dahier die nachverzeichnete Liegenschaft auf hiesigem Rathhause Dienstag den 21. August 1866, früh 9 Uhr, öffentlich versteigert, wobei der endgültige Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis oder mehr erlöst wird. Beschreibung der Liegenschaft. Die Hälfte von einer Zeuch 2 Ruthen Acker. Grundstücks-Nr. 699: 201 Ruthen Acker auf der Tcichmatte, neben Jos. Schucmacher und Trutpert Wagner von hier, und zwar jene Hälfte neben Trutpert Wagner, — tar. zu 200 j — Zweihundert Gulden. — Offcnburg, den 25. Juli 1v66. Der Großherzogliche Notar S e r g e r. Altenheim. (Zwangsliegcnschafts- Versteigerung.) Den Untersteueramtsgehülfen Georg Adam Baumhekel Eheleuten von Offenburg, in Müllen wohnhaft, werden am Dienstag den 11. September d. I., Nachmittags 1 Uhr, auf dem Rathhause in Altenheim nachfolgende Liegenschaften im Zwangswcge öffentlich zu Eigenthum versteigert , wobei der Zuschlag erfolgt, wenn die Schätzungspreise geboten oder überboten werden; als: 96%» Ruthen Acker auf dem Hochstett, Gemarkung Altenheim, neben der Gemeinde und Jakob Marx Erben, — tar. zu 150 fl. 2 . 99 6 /io Ruthen Acker im Stried- feld, Gemarkung Rohrburg, liebendem Weg und Michael Reuter, — tarirt zu. - 150 fl. Summa 300 fl. Schutterwald, den >3. August 1866. Der Vollstreckungsbeamte: A. Leiber, Notar. S ch a p b a ch. (Liegenschafts - Versteigerung.) In Folge richterlicher Verfügung werden am Montag den 3. Septbr. 1866, Nachmittags 2 Uhr, in der K n ä b l e' fchen Papierfabrik in Seebach, Gemeinde Schapbach , die am 7. August 1866 einer ersten Zwangs-Versteigerung ausgesetzten Liegen- schäfte» des Johann Nepomuk K n ä b l e von Schapbach zweitmals öffentlich versteigert, wobei der Zuschlag erfolgt, wenn auch der Schätzungspreis nicht geboten wird. Beschreibung der Liegenschaften. 1 . Eine zweistöckige Papiermühle im Sce- bach, Gemeinde Schapbach, mit Hausplatz und Hofraithe nebst Wasserleitung und Ge- wcrbsetnrichtung, — tarirt zu . 3500 st. Ein zweistöckiges, von Stein erbautes Wohnhaus daselbst, oberhalb der Papiermühle, mit Hausplatz, — tarirt zu. 1000 fl. 3. Ein Stückle Garten und Reut- feld beim Haus, — tarirt zu . 350 fl. Summa 4850 fl. Wolfach, den 9. August 1866. Der Vollstreckungsbeamte: R i s ch w i tz, Notar. Altenheim. (Haus - Versteigerung.) Mit obervormundschaftlicher Ermächtigung wird aus dem Nachlasse der Michael M a r r Ehefrau, Anna Maria gcb. Strohsack, von Altenheim, ain Mittwoch den 12. September d. I., Nachmittags 1 Uhr, auf dem Nathbause in Altenheim nachbe- schricbcnes Wohnhaus, der Erbvcrtheilung und Untheilbarkeit wegen, öffentlich zu Eigenthum versteigert, wobei der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreis oder darüber geboten wird; als: GrundstückS-Nr. 203: Ein anderthalbstöckiges Wohnhaus sammt Scheuer, Schopf und Stallung am kleinen Gäßle in der Krummlachergasse mit Hofplatz und Garten, 267 Ruthen haltend, neben Johann Jakob Engel, Michael Marzluff, Mathias Sutter und Jakob Sutter, — tarirt zu. . . 2000 fl. Die Bedingungen werden unmittelbar vor der Versteigerung verkündet; sie können bis dorthin jeden Montag auf dem Geschäftszimmer des Unterzeichneten Notars cingesehen werden. Schutterwald, den 15. August 1866. Der Großherzogl. Notar A. Leiber. Offcnburg. (Fässer-, Wein- und Branntweinversteigerung.) Joseph Korn- map e r dahier versteigert ani Dienstag den 4. September, Morgens 10 Uhr: 10 Stück Ovalfäffer verschiedener Größe, 2 Stück neue Rundfäffer, je 16 Ohm haltend, sämmtlich weingrün, nebst 10 Stück eichenen, aus unbenützten Eisenbahnschwellen bestehenden Faßlaaern mit den dazu gehörigen behauenen Lagersteincn; 6 Ohm l865er Bergweln, 4 Ohm 1859« Durbacher, 300 Maas 1858er Durbacher Kirschen- und Zwctschgcnwaffcr nebst Korbflaschen. O f f e n b u r g. (Beschäftigungsantrag.) Ein Mädchen wünscht Beschäftigung im Nähen in und außer dem Hause. Zu erfragen in der Erpcdition dieses Blattes. Einstrhergefuch. Bis künftiges Frühjahr wird ein Einstehcr zur Infanterie gesucht. Za erfragen in der Erpedition dieses Blattes. Offcnburg. (Verkaufs - Anzeige.) 4 Herbstbütten von 30 a 40 Fährten Gehalt, 4 Einmachfässer von 15, 20, 30, 50 ditto, 3 Weinfässer, 7 a 8 Ohm haltend, 3 abgeschlagene Weinfässer, 15 a 20 Ohm haltend; mehrere Stände, Zuber und Fäff« von 2 a 4 Ohm werden billigst abgegeben bei Ferd. Hölzljn sen. Nutzholzverstetgeruirg. Unterzeichneter läßt Donnerstag den-23. d. M., Nachmittags 1 Uhr, vor der Krone in Oedsbach 000 Dtück eichene Dielen von 8'" bis 15"' dick und 800 Stück eichene Schwarten von 1" bis 2" bicf in kleineren Loosen versteigern. Sämmtliches Holz eignet sich für Schreiner, Glaser u. Küfer. Der Zuschlag erfolgt, wenn der Anschlag erreicht wird. Kehl, den 13. August 1866. I. Müller. Einen Destillirapparat zum Gutbrennen von Branntwein, Blase zu 28 Maas und Kühltonne von Kupfer, Helm und Kühlrvhre von englischem Zinn, hat billig zu verkaufen: C. F. Schoch, Apotheker in Lichtenau. Schweizer und Limburger Käse, Prima-Qualität, frisch eingetroffen, bei B. Mßler Mittwe, Gerberstraße. Offenburg. (Verkauf einer Kinder- bcttstatt.) Eine nußbaumene Kinberbettstatt ist billig zu verkaufen — von wem? strgt die Erpedition dieses Blattes. O f f e n b u r g. (Kornstroh- und Milch- kuhvcrkauf.) Joseph Liefert, Kesselgaffe Nro. 364, hat 50 Centn« Kornstroh und eine ausgezeichnete Milchkuh zu verkaufen. Zu verkaufen: Ein achtjähriger Wallach, gut cingcfahrcn und zuncrüten, sehr fromm. Preis billig. Wo? sagt Lte Expedition dieses Blattes. Appenweier. (Faß- und, Krautständeverkauf.) Küfer Ludwig Fäll von Appenweier hat neue und weingrüne Faß von verschiedener Größe, sowie auch Krautstände zu verkaufen. R a in m e r s w e i e r. (Verkauf einer Trotte und einer Mutter sannnt Spindel.) Roman Litt erst zu Rammersweier hat eine neue eichene Trotte mit eiserner Spindel und eine Mutter sammt Spindel zu einer Klemmtrotte zu »erkaufe«. %> 657 'Z+ Soeben angekommen eine große Sendung verschiedener €rinollneii,'%S namentlich in glatten und gemusterten Woll-, Halbwoll- und Baumwollstoste», in Gitter mit und ohne Stoß u. s. w. und billigst bei £. X. LurK, Bahnhofstraße in Offenburg. Anzeige und Empfehlung. Offenburg. Dem geehrten Publikum in Stadt und Land mache ich die ergebenste Anzeige, daß ich mich als Buchbinder und Tapezierer dahier etablirt habe. Unter Zusicherung prompter und billiger Bedienung empfiehlt sich bestens: Friedrich Buhler, Buchbinder und Tapezierer Gcrberstraße Nr. 293. Depot des vorzüglichen Portland-Cemeiits aus der Fabrik der Herren Dykerhoff und Söhne eiium und allein bei Ferd. Mlzlin jc. in Offenburg. Offenburg. Farbwaaren-Empfehlung. Alle Sorte» weiße und bunte Farben in Oel und trocken, Firnisse aller Art, Ter- penrinöl, Zinkweiß in vielerlei Qualität, Holl. Leinöl und P i n s e l in großer Auswahl. X«. Auf meiner Farbmaschine können alle möglichen Farben von den Käufern selbst gerieben werden, und crtheile dazu die gehörige Anleitung. Mar Wenk. tlickrlonc von Mtnoiunnenteti in Dorf Kehl in einfacher und reichster Auswahl empfiehlt: J. Osswald, Bildhauer in Xtraßlmrg. Näheres zu erfragen bei Hrn. Th. Itreitdcrg, Kaufmann in Stadt Kehl. _ Für Jusum-mr. _ Regelmäßige Beförderung mit den Post-Dampf- und Segelschiffen der rühmlichst bekannten Linien zwischen Havre und Amerika, zu den billigsten Preisen, durch die im Jahr 1838 gegründete Haupt- und General- Agentur von August Ehrmann, Nußbaumgasse Nr. 6 in Straßburg. Näheres bereitwillig auf postfreie Briefs Für Auswanderer. Ich zeige hiemit an, daß Herr Gastwirth Walter in Kehl meine Agentur niedergelegt hat und Herr I. C. Rehfus, Kaufmann in Kehl, als Agent für mich cvncessionirt worden ist. Die von meinen Bezirksagenturen engagirten Auswanderer wollen sich deßhalb zur Beförderung an mein Rhederhaus BKood St Bielefeld in Havre nur an Herrn I. C. Rehfus in Kehl wenden. J. Hl. Bielefeld, Auswanderungs-Unternehmer in Mannheim. Auf Obiges Bezug nehmend, empfehle ich mich zum Abschluß von Ueberfahrts-Verträgen über Havre und den übrigen bekannten Seehäfen. J. €. Rehfus in Kehl. Für Gewerbe und Hauswirthschaft empfehle ich technische Materialwaaren, Farbwaaren und fertige Oelfarben in guter Qualität zu billigem Preisen. C. F. Schoch, Apotheker in Lichtenan. Apotheker Bergmanns Eispommade, rühmlichst bekannt, die Haare zu kräuseln, sowie deren Ausfallen und Ergrauen zu verhindern, empfehlen, b Flac. 18, 27 u. 36 kr.: Berthold Reck in Offenburg. Apotheker Hermann in Kehl. M. Schrempp in Oberkirch. Ä Offen bürg. (Fässer- Verkauf.) Wir verkaufen ca. 250 Ohm guterhaltene Lagerfässer, Transportfässer, meist neu, in' jeder Größe, sowie Kellerrequisiten. Kocher & Cie. Bestellungen auf ichvnes, buchenes Scheiterholz, grobe schäleichene Prügel und Tannenholz, zu den billigsten Preisen und franco vor das Haus geliefert, nimmt entgegen: Franz Dimmler in Offenburg. Trottspindeln und zweirädrige Sackschubkarren sind billig zu haben bei K. Martin, Mechanikus, in der Nähe des Bahnhofes. Backmulden. Bei Jakob Walter in Lahr, in der Gärtncrgaffe Nr. 601, sind Backmulden verschiedener Größe für Bäcker um billige Preise z u haben. ___ Appenweier. (Fässer- und Malz- darre-Berkauf.) Küfer Leopold F ö l l s Wtb. in Appenweier hat 16 Stück neue Weinfässer von 50 Maas bis zu 8 großen Ohm, wie auch eine Malzdarre zu verkaufen. Weier. (Hanfverkauf.) Gabriel Link Witwe in Weier hat 1»/- Sester 8 Schuh hohen Hanf zu verkaufen, der sich zum S chleißen eignet. _ Offenburg. (Dungverkauf.) Einen großen Haufen Dung verkauft: Busch er, Bierbrauer. 658 Feuerwehr! Nächsten Sonntaa, Nachmittags 3 Uhr, Hauptprobe. Sollte ungünstige Witterung eintreten, so wird die Mannschaft an einem der darauf folgenden Tage durch das Signal zur Probe gerufen. Offenburg, den 15. August 1866. Das Kommando. Guitarre billig zu verkaufen — wo? sagt die Expedition dieses Blattes. _ «- Offenburg. (Empfehlung.) Glasermeister Gottfried Huber wohnt jetzt bei Wittwe Vifeld in der Gerberstraße, und empfiehlt sich angelegentlichst zu jeglichem Aufträge in seinem Fache unter Zusicherung solidester und billigster Bedienung. _ Weißer flüssiger Leim von Ed. Gaudin in Paris. Dieser Leim wird kalt angewendet; er ersetzt vollkommen den Kleister, den Leim und den Mundleim. Man kann denselben gebrauchen für Papier, Pappdeckel, Porcellan, Glas, Marmor, Holz, Leder, Kork re. re., und ist für den Handwerksmann, sowie auch für jede Haushaltung von Nutzen. Niederlage hiervon in Glasern ä 14 und 28 Kreuzer bei Alexander Reiff in Offenburg. Rubin-Pulver von demselben, um Rasirmesser zu schleifen, Silber, Horn, Elfenbein, Schildkröte, Neusilber, Kupfer- und Stahl-Geräthe und Diamanten zu putzen. 1 Fläschchen 21 kr. Niederlage hievon bei Alexander Reiff in Offenburg. _ Empfehlung. Offenburg. Um Irrungen zu begegnen, empfehle ich mich zur Besorgung aller in ein Gold- und Silberarbeitergcschäft einschlagender Arbeiten mit dem Anfügen, daß stets massive und hohle Ringe, sowie verschiedene andere Gegenstände, nach der Goldschmiedsordnung gefertigt, vorräthig sind. Durch prompte und billige Bedienung in jeder Qualität, so wie in Reparaturen, werde ich das mir geschenkt werdende Zutrauen stets zu rechtfertigen mich bemühen. Wilh. Herbstlich» Gold- und Silberarbeiter. Offenburg. (Unterrichts-Er- theilung.) Junge Mädchen, welche die französische Sprache erlernen wollen, sowie solche, welche fich in der französischen Con- versation zu üben wünschen, können bei der Frau eines dahier Angestellten Unterricht gegen ganz billiges Honorar erhalten. Näheres bei der Erpedition dieses Blattes. Tanzunterricht. Hiemit beehre ich mich, die ergebenste Anzeige zu machen, daß in etwa 14 Tagen mein Tanzunterrichts-Lurs eröffnet wird, und ersuche ich diejenigen Herren und Damen, welche sich an demselben zu betheiligen wünschen, sich alsbald bei mir zu melden, da ich dieser Tage die Liste zum Unterzeichnen zuschicken werde. Theodor Trittler, _ x Tanzlehrer._ Offenburg. (Verwechselter Regenschirm.) Vergangenen Feiertag wurde im Frühgottesdienst der Pfarrkirche ein braun- seidener Regenschirm mit rothem Glasknops gegen einen andern verwechselt. Zur Auswechslung bittet man sich an Meßner M a n d e l zu wenden. Zu vermiethe« r Ein Magazin, worüber Auskunft ertheilen: Kocher und Comp. __in Offenburg._ Küfergesuch. Bei Küfer Maier in Diersburg kann ein tüchtiger Küferbursche sogleich in Arbeit treten; ein gelernter Bierbrauer hätte jedoch den Vorzug. Ortenberg. (Schuhmacherlehrling-. Iesuch.) Schuhmachermeister Philipp En» m Ortenbcrg sucht einen Lehrling. Lahr. (Färberlehrlings - Aufnahme.) Bei Ehr. Scholder, Färber in Lahr, kann sogleich ein junger Mann in die Lehre treten. Kapitalanerbieten. 1000 — 1200 ß. find auf Obligation oder sonstige Sicherheit auszuleihen. Wo? sagt die Erpedition d. Bl. Offenburg. (Geldanerbieten.) Mehrere hundert Gulven Privatgeld können gegen Obligation ausgeliehen werden — wo? sagt die Erpedition dieses Blattes. Offenburg. (Geldanerbieten.) 1600jfi. werden gegen gerichtliche Versicherung zu ,4»/- pEt. ausgeliehen. Zu erfragen in der Erpedition dieses Blattes. O ffe n b u r g. (Wohnungsvermiethung.) Bäckermeister Sylvester Braun in der Glasergaffe Nr. 231 hat eine Wohnung mit b Zimmern und Alkov auf Michaeli zu vermicthcn. Osfenburg. (Wohnungsvermiethung.) Schloffermeister Mösch hat 3 Zimmer nebst Küche, Keller und Speicher auf nächstes Ziel zu vermiethen. Offenburg. (Wohnungsvermiethung.) In der Kinzigvorstadt ist eine Wohnung zu ebener Erde mit 2 Zimmern, Küche und Zugchörde, sogleich beziehbar, zu vermiethen — von wem? sagt der Herausgeber dies. Bl. Offenburg. (Wohnungsvermiethung.) In der Glasergasse Nro 226 ist eine Wohnung mit 2 Zimmern, Küche und Zugehörde, auf Michaeli beziehbar, zu vermiethen. Grabsteine in feinem französischem Sandstein, Marmor und Granit, wie auch Crucifire in Stein und Holz sind stets in großer Auswahl vorräthig bei Bongard, Bildhauer in Offenburg, Langestraße. Für AllMlUldkrer. Regelmäßige Beförderung mit den Post- und Dampfschiffen zwischen Havre und New- B»rk zu den billigsten Preisen durch die General-Agentur von L. Sichler, Nußbaumstraße Nro. 2 in Straßburg. Nähere- bereitwillig auf postfreie Briefe. Concessionirte General-Agentur nach Amerika von Riehl & Held zur Blume in Kehl. Wöchentliche Abfahrten der Post-Dampf- und Segel-Schiffe erster Klasse nach NewIork und New-Orleans. <> 5 650 In Folge eines von befreundeter Hand hierher gelangten Tele- grammeS über die Nothstände in der Main- und Taubergegend hatten sich die Unterzeichneten veranlaßt gefühlt, zur Unterstützung der Noth- leidenden eine Sammlung in hiestger Stadt zu veranstalten. Dieselbe hat bei dem bekannten Wohlthätigkeitsstnn der hiesigen Einwohner solche Resultate erreicht, daß schon den ersten Abend (den 31. Juli) 12 Kisten und 2 Säcke Lebensmittel, 2 Faß Wein, 2 Faß Schmalz, 1 Kiste Cigarren, 1 Sack Reis, 1 Sack Gerste, 1 große Kiste Leinwand und Verbandzeug und 1 Kistchen Apothekerwaaren in Begleitung der Herren Wilhelm Schell und August Föhrenbach nach jener Gegend abgehen konnten. Der größere Theil hievon wurde an Herrn Oberamlmann H ep- ting in Mosbach zur Vertheilung an die Lazarethe und durstigen Ortschaften abgegeben, das Uebrige dem in Osterburken zur Zeit gelegenen großh. 5. Infanterieregiment verabfolgt. (Für diese Gabe erhielt das hiesige Bürgermeisteramt ein besonderes Danksagungsschreiben seitens des Regiments-Commandos.) Eine zweite Sendung, bestehend in 1 Kiste, enthaltend ca. 1000 Stück Eier, 7 Kisten Lebensmittel, 4 Faß Wein, 7 Säcke Mehl, 2 Säcke Bohnen, 2 Säcke Erbsen, 1 Sack Gerste, 1 Sack Reis, 1 Korb comprimirte Gemüse, 2 Kisten Leinwand und Verbandzeug, 1 Paket Schreibmaterialien und ca. 400 Laibe Brod ging des andern Tages (den 1. dieses Monats) in Begleitung des Herrn Kaufmanns Wittmann, Posthalter Krämer und Karl Schmidt nach derselben Gegend ab, unv wurde von obigen Herren an das Depot in Tauberbischofsheim abgeliefert. Von den emgegangenen Geldern im Betrage von 281 fl. 6 kr. wurden verausgabt: für Eier . Schinken, Würste und Schweineschmalz ausgelassene Butter Speck ...» Brod .... Zucker und Kaffee Orangen, Mandeln rc. . Kisten, Töpfe, Verpackung Dienstleute zum Einsammeln Telegramme . verbleiben 10 st. — kr. 44 fl. 21 kr. 26 fl. 30 kr. 7 fl. 21 kr. 9 fl. 53 kr. 9 fl. 26 kr. 15 fl. 29 kr. 20 fl. 30 kr. 3 fl. - kr. 4 fl. 8 kr. 150 fl. 38 kr. 130 fl. 28 kr. welche dem hiesigen Bürgermeisteramt zur einstweiligen Aufbewahrung übergeben wurden. Die spätere Verwendung dieser Stimme wird veröffentlicht werden. Den hiesigen Gebern, sowie denjenigen von Altenheim, Ortenberg, Fessenbach und Weierbach unfern herzlichen Dank. Offenburg, 11. August 1866. Mols Schelk. Äugust /öhrenkach. S. Ries zum Ochsen. Rrämer zum Adler (Post), /ranz Raktiany. Ehr. /egfer. IV. Röchh. Carl Schmidt. Carl Rattiany. Ä. Reiff. Rudolf Mitmann. kVilh. Schell. Rechenschaftsbericht über Empfang und Verwendung der bei dem hiesigen Frauen-Comitee zur Unterstützung der Bundestruppen eingegangenen Beiträge. Zu den in unserer ersten Bekannlmachung vom 5. Juli d. I. Nr. 79 dieses Blattes angezeigten Gaben an Geld — 236 fl. 49 kr. - sind noch weiter eingekommen: durch Frau Gräfin von Bothmer . . . . 12 fl. — kr. „ Frau Braunstein.8 fl. 57 kr. „ Fräulein A. Bohm .13 fl. 45 kr. „ Frau v. Neveu .. . — fl. 30 kr. „ Frau Pfähler.36 fl. 18 kr. Hievon wurden zur Verwendung für die badischen Truppen an Hrn. Kaufmann Lindau nach Heidelberg geschickt . 265 fl. 34 verwendet: für den Ankauf von Socken . . für den Ankauf von Lebensmitteln noch besonders für Verwundete . Auslage für Porto u. m. a. . . Rest in der Kasse. * Der Collecte für die schwer heimgesuchten Gegenden des Unterlandes nachträglich zugewiesen. 265 fl. 34 kr. 4 fl. 24 kr. 12 fl. — kr. 20 fl.'- kr. 2 fl. 1 kr. 4 fl. 2 kr.' Von den an Charpie, Verbandzeug, Hemden, Leintüchern u. a. u»S zugegangenen Gaben wurden gesendet: 1) an das Haupt-lluterstützungs-Depok nach Karlsruhe: 2 Kisten 11,14 » Hemden, 5 Dutzend Paar Socken, 125 Paar Fußlappen, 1 Kiste Cigarren. 2) Nach Heidelberg an Herrn Lindau; 1 Kiste mit 108 Hemden, 8 Paar Socken, 14 Paar Unterhofen, 300 Paar Fußlappen, 12 Taschentüchern. 3) Nach Freiburg an den Vorstand des VincentiushauseS: 2 Kisten mit 84 Hemden, 27 Pfund Charpie, 239 Binden und Com- preffen und 16 Betttüchern. 4) In den Taubergrund, durch gefällige Besorgung des Herrn Dr. Barth: 1 Kiste mit 52 Betttiichern, 15 Kissen, 6 keinen Polstern, Schwämmen, 2 Bettanzügen. 5) Da der Bedarf an Verbandzeug allerseits gedeckt ist, so bleibt noch eine Kiste mit 525 Binden, 65 Pfund Charpie und 17 Betttüchern zu anderweitiger Verfügung. Wir benutzen gerne diesen Anlaß, sämmtlichen Wohlthätern für die vielfachen Unterstützungsbeiträge den innigsten Dank auszufprechen. Offenburg, den 12. August 1866. Das Comitee des Hülfsvereins. * Zur gegenwärtigen Lage. Auf den Gang der Friedensunterhandlungen Preußens mit den süddeutschen Staaten ist die im Westen aufgekauchte Gefahr nicht ohne Einfluß geblieben. Schneller, als man erwarten konnte, find die Vereinbarungen mit Württemberg und Baden zum Abschluß gebracht worden und Freiherr v. Barnbüler bereits von Berlin zurück. Wie man hört, soll Württemberg eine Kriegsentschädigung von 5—6 Will. Gulden bezahlen, seinen Ganzbestand behalten und im Zollverein verbleiben. Das Abkommen mit Baden wird wohl nicht viel von dem mit Württemberg getroffenen abweichen; die Karlsruher Zeitung hat ja schon (s. unser Blatt Nr. 94) officiell darauf vorbereitet, daß Baden keine Bevorzugung erwarte» dürfe. Nur in den Verhandlungen mit Bayern, von dem, wie es scheint, Gebietsabtretungen verlangt werden, ist ein Stillstand eingetreten; gerade wegen der Besorgnisse, welche die äußere Lage Deutschlands erregt, ist indetz wohl schwerlich an ein Wiederaufnehmen der Feindseligkeiten zu denken. Das Ausland steht scheel zu den beabsichtigten Annexionen Preußens, und man nimmt daher wohl mit gutem Grunde au, daß dieses solche nicht viel über das Maaß feiner Gebietsabrundung ausdehnen werde, so gern es auch möglichst viel einverleiben würde. Die norddeutschen Bevölkerungen widerstreben trotz aller auf sie stattfindenden Einwirkungen heftig, und selbst die Anhänger der norddeutschen Nationalpark« können kein eigentliches Gedeihen ihrer keineren Länder in einem Bundesstaate mit dein übermächtigen Preußen sehen, sondern hallen dafür, daß gegen die Annerionen und für die Wiebereinfetzung der vertriebenen Fürsten — selbstverständlich unter der Bedingung, daß sie sich unbedingt der von Preußen mit dem deutschen Parlament zu gründenden Verfassung des deutschen Bundesstaats unterwerfen — zu wirken sei. Dem entgegen, was diese Männer erstreben, welche in einem freien Ganzen die Sicherung der Freiheit der einzelnen Theile Deutschlands erblicken und nicht deren absolutes Aufgehen in Preußen wollen, vergleich: das officielle Organ Bismarcks in einer seiner neuesten Nummern Preußen mit dem allen Rom, das ebenfalls annektirt habe, und konnnt zu dein Schluffe, daß es letzterem nur durch das Zusammenfaffen seiner Macht zu einem Sraatsganzen möglich geworden sei, seine welthistorische Mission zu erfüllen. Tagesgeschichtlrche Mittheilungen. Karlsruhe, 14. Aug. (R.B.L.Z.) Nach einem Dekret der französischen Regierung sollen von den in den deutschen Staaten resioi- renden Gesandten und Consulu für die Arisfertigrlng von Pässen und die Ertheilung der Visa nach F r a n k r e i ch , unter der Voraussetzung der Gegenseitigkeit, keine Gebühren mehr erhoben werden. Es bedarf also nur noch der ausdrücklichen Verzichtleislung der an Frankreich grenzenden deutschen Staaken auf Vorlage von Pässen im Reiseverkehr aus Frankreich nach Deutschland, um die seitherigen Paßfor- maluäien zu beseitigen. — Dem Kurfürsten von Hessen war, wie der „K.-Z." geschrieben wird, das Schloß Brühl unter der Bedingung zur Verfügung gestellt worden, daß derselbe sich mit seinem fürstlichen Worte verpflichte, dasselbe nicht zu verlassen. Darauf war aber der Kurfürst nicht ein- gegangen, ebensowenig wie auf eine Uebersiedlung nach Aachen unter derselben Bedingung. Hannover, 41. Aug. Eine Korrespondenz der „Jndependence" von hier sagt u. A. Folgendes: „Gewiß findet die Legitimlstenpartei hier keine Popularität, aber ebenso gewiß ist es, daß die antidynaslische Partei nur wenig Anhänger zählt. Mag man auch die unbedingte 660 Rückkehr der Regierung, von derer» Politik ivir so viel z» leiden gehabt haben, nicht wünschen, so verlangt doch der weitarrs überwiegende Theil der Bevölkerung die Erhaltung der Unabhängigkeit des Königreichs, vorbehaltlich seiner Verpflichtungen gegen den zrr bildenden norddeutschen Bund. Wenn Preußen einfach anneriren wollte und die Bevölkerung befragte, würde es nicht ein Dorf erhalten. Leider aber werden wir als Besiegte betrachtet und inan denkt kraft des Eroberungsrechtes über uns zu verfügen, ohne im Geringsten nach unseren Wünschen zü fragen." ^ Berlin, 14. lug. Die von Frankreich an Preußen, unter Voraussetzung der Annahme, gemachten Zumurhungen wegen Abtretung deutschen Gebietes solle», wie der Rh. Ztg. als zuverlässig aus Berlin gemeldet wird, eine entschiedene Ablehnung preußischer Seils hervorgerufen haben. Auch neuere Erklärungen Preußens, die gegen das Ende der vorigen Woche nach Paris gegangen. sollen keinen Zweifel darüber bestehen lassen, daß Preußen in die Abtretung deutsche,i Bodens unter keinen Umständen willigen werde. — Man gibt sich der Eiivartung hin, daß Frankreich, dem der Umfang der von Preußen beabsichtigten Annexionen bei Abschluß der Nikolsburger Friedenspräliminarien bekannt war, die Sache nicht aus die Spitze treiben und an unbegründeten Anforderungen festhalten werde. — Die Vorlage der preußischen Regierung an das Abgeordnetenhaus, bezüglich der im Norden von Preußen besetzten Länder, dürfte innerhalb 8 Tagen zu erwarten sein. Von Vorlagen über die weiter besetzten Lander verlautet noch nichts. Wahrscheinlich ist man im preußischen Cabinet hierüber selbst noch nicht schlüssig geworden. Auch dürften die Friedensverhandlungen mit Oesterreich auf einen deßfallsigen Entschluß noch Einwirkung haben; wie auch die diplomatischen Verhandlungen zwischen Berlin und Petersburg auf der einen und Berlin und Paris auf der andern Seite. Berlin, 15. Aug. (N.B.L.Z.) Man zeigt sich hier bezüglich der französischen Forderungen beruhigter. Der „Rhein. Ztg." wird aus der nordischen Hauptstadt gemeldet, Graf Bismarck habe den Kaiser Napoleon veranlaßt, bei allen Ausgleichungen wenigstens deutsches Gebiet ganz außer Betracht zu lassen, und Napoleon dafür der steten Freundschaft Preußens versichert. Wien, 12. Aug. Die hiesigen Blätter äußern sich bis jetzt sehr zurückhaltend über die preußisch-französische Differenz. Die „Debatte" weist bei Erwähnung des Napoleonischen Briefes vom 11. Juni darauf hin, daß eine Forderung desselben, die Erhaltung der Stellung Oesterreichs in Deutschland, bereits aiifgegeben sei. In einem Punkte stimmt das Wiener Blatt merkwürdiger Weise mit dem einen Tag später erschienenen Constitutionnel-Artikel überein. Es vermulhet nämlich , daß Napoleon sich jetzt zum Wiederhersteller Deutschlands auf- weisen und sagen werde: „Ich will Deutschland, das ganze Deutschland einigen und es bewahren vor der Vergewaltigung durch Preußen." Die Debatte bezweifelt jedoch, daß ein solches Programm in Deutschland irgendwie auf Zustimmung rechnen könne. Paris, 15. Aug. (N.B.L.A.) Französische Berichte besagen, die Note, welche betreffs der französischen Forderungen an Deutschland im Constitutionnel erschienen, sei nach der Unterredung abgefaßl worden, welche der französische Bevollmächligte Hr. Benedetti nach feiner Ankunft in Paris mit dem Kaiser gehabt habe. Die Berichte, welche Hr. Benedetti über Berlin abgestattet, sollen Eindruck gemacht und den Entschluß hervorgerufen haben, vorderhand wohl Vorbehalte für die Zukunft zu machen — ohne sofort mit Energie vorzugehen. Darnach wären die Gewitterwolken wohl da — aber noch nicht so drohend. — Wie man dem französischen „Armee-Moniteur" schreibt, sind die Fußjäger der Garde im Lager z>l Chalons bereits mit Hinterladungs- gewehren bewaffnet, und sollen damit schon flink ererziren und schießen. Schweiz« lieber die zwischen Frankreich und Preußen schwebenden Streitfragen sagt der Schweizer „Bund", ein Blatt, welches während der ganzen Kriegsdaner seine objektive Haltung zwischen den streitenden Machten keinen Augenblick verleugnet hat: „Der Kampf zwischen Frankreich und Deutschland ist unausweichlich, ob er ftüher oder später entbrenne. Deutschland wird ihn nicht beginnen, denn es könnte im schlimmsten Falle ohne Krieg zum Ziele gelangen. Um so heißer und schneller wird den Kampf Frankreich fordern, den, das Lob der preußischen Blätter über die Uneigennützigkeit der kaiserlichen Vermittlung wie der Hohn gegen den Ueberlisteten in den Ohren klingt." Brand von Antwerpen, 13. Aug. Die Feuersbrunst hat keine weiteren Fortschritte gemacht, die Kellergewölbe haben den znsammen- stürzenden Verbindungsmauern der verschiedenen verbrannten Gebäude glücklich Widerstand geleistet. Heute Mittag schlugen nochmals di« Flammen auS einem der mit Petroleum gefüllten Keller hervor, doch iü die Besorgniß vor neuem Unglück durch zweckmäßig getroffene Anordnungen verschwunden. Aus dem Keller des Magazins Merus wird das auf eine Höhe von 1V* Fuß eingedrungene Petroleum mittelst Pumpen fortgeschafsl. Die Waarendorräkhe in den beide» abgebrannten Magazinen des Hrn. Denis Hain« und des Eutrepol Krypta bestanden aus 10,000 bis 12,000 Faß Petroleum, 1000 bis 1500 Ballen Wolle ^ 10,000 Ballen Guano, 14,000 Blöcken Palisander-, 5- bis 6000 -stück Palm- und 10,000 Stämmen und Balken airikcr- nischen Tannenholzes, ferner großen Parthien Reis, Kaffee und einer Masse Schiffsmaterial, im Ganzen einen Werth von 5 bis 6 Millionen Francs betragend. Die Gebäude waren bei der hiesigen Gesellschaft l'Escaut für 892,000 Francs versichert. London, 10. Aug. (Karlsr. Z.) Die kurze Meeresstrecke, welche Neufundland vom amerikanischen Festland trennt, wird demnächst mir einem Telegraphenkabel versehen sein, so daß eine vollständige telegraphische Verbindung zwischen Europa und den entlegensten Theilen Nordamerika's hergestellt sein wird. Die Leilungsfähigkeit und Jso- lirung des Kabels hat in ganz unerwarteter Weise zngenommen, so daß in den letzteir Tagen Depeschen mit einer Geschwindigkeit von 14 1 /, Worten per Minute autgcgeben werden konnten, ohne daß auch nur ein einziges Mal die Wiederholung eines Signals nölhig geworden wäre. Fortan können daher alltäglich Telegramme direct von New- Pork in einer halben Stunde hier‘ erwartet werden. Wie viel der letztern (comurerzielle Privattelegrannne) bereits hinüber und herüber befördert werden, ist zum Erstaunen; vorgestern war der Draht den ganzen Tag ununterbrochen in Thätigkeit; jiir eine geschäftliche Mit- theilung allein wurden über 800 Pfund Sterling, ca. 9600 fl., Gebühren bezahlt. Die preußische Thronrede ist vom hiesigen Correspon- denteir des „New-Pork-Herald" vollständig zu einem Kostenbetrag von ungefähr 1000 Pfd. Sterl. (ca. 12000 fl.) hintelegraphirt worden. Es mag kaum glaublich erscheine», ist aber Thatsache, daß das Kabel bei Fortdauer des Verkehrs in dem jetzigen Verhältniß, auch nur 3 Wons auf die Minute gerechnet, ein jährliches Verdienst von mehr als 1 Millionen Pfd. Sterl., 18 Will. Gulden, haben würde. Kriegsnachrichten. Frankfurt, 14. Aug. Die Frankfurter Contributions-Angelegen- heit ist noch iricht beseitigt. Die Deputation ist wieder nach Berlin berufen worden, und eine Commission des Finanz- und Handelsministeriums ist mit der Prüfung der preuß. Anforderung beauftragt. Man scheint hiernach die Sache nur nach finanziellen Gesichtspunkten behandeln zu wollen. Zutreffender ist wohl, daß man dilrch diese eird- losen Verhandlungen die Frankfurter mürbe zu machen hofft. Hoffentlich werden sich im Abgeordnetenhause Stimmen zü Gunsten der schwer geprüften Stadt erheben. Aus Oberhenen, 11. Aug. Preußen übernimmt bereits voll-- ständig die Administration unseres Landes. Der königl. preußische Landrath v. Briefen erließ an die großh. Kreisämter in Oberhessen folgendes Schreiben: „Ew. . . . übersandte ich heute . . . Exemplare der Bekanntmachung, betreffend einstweilige Verwaltung der Provinz Oberhessen, mit dem ergebenen Ersuchen, dieselben in allen Gemeinden ihres Kreises anheften und sonst ortsüblich publiciren zu lassen. Ew.. . muß ich zugleich verpflichten, (!) keinerlei Weisungen nrehr Seitens der großh. Centralbchörden außerhalb der Provinz anzrinehmen und iroch weniger au dieselben z>l berichten, indem die Autorität dieser Behörden über die Provinz Oberhessen faktisch aufgehoben und auf die königl. preußische Administration übergegangen ist. Soweit nach der bestehenden Gesetzgebung eine Entscheidung höherer, nicht in hiesiger Provinz bestehender Instanzen erforderlich ist, wollen Ew.... daher von jetzt ab gefälligst an mich berichten. Gleichzeitig ersuche ich Sie, diese An- i ordnung sämmtlichen, in Ihrem Kreise bestehenden Behörden aller Ressorts, einschließlich der Justizbehörden, zu insinuireu und wie gs- scheheu, mir alsbald gefälligst airzeigen zu wollen. Gießen, den 30. Juli 1866. Der königl. preußische Eivil-Comnüssarius, Landrath von Briese»." Mainz, 13. Ang. Man schreibt dem „Franks. Journ.": „Rach einer Reihe vorliegender Thatsachen zu schließen, werden die bürgerlichen und politischen Verhältnisse der Stadt für die nächste Zukunft unverändert bleiben rmd die militärischen in der Weise geregelt werden , daß Verwaltungs- und Besatzungsrecht zwischen Preußen und Bayern, als „Vormacht des Südens", nach dem Verhältniß des Territorialbesitzes geregelt und beiden Mächten überlassen wird, den übrigen Staaten entsprechende Mitwirkung zuzugestehen. Dieses jedoch rmbeschadet der streng durchzuführenden einheitlichen Leitung aller Angelegenheiten des wichtigen Platzes. Die Unterverwaltungen werden reorganisirt und wahrscheinlich geschäftstüchtigen Leitern aus dem Bürgerstande unterstellt werden; wenigstens scheint dieses bayrischer Seils beabsichtigt zu sein, während der preußische Antheil der Verwaltung an dessen anerkannt geschäftstüchtige Beamte kommen wird. Die Jn- ventarisirnng des Festnngs«ig»nlhuws ist theilweise bereits im Gange, ■O 661 bit Uebemahme soll in den nächsten Tagen erfolgen. Als Beginn der neuen Aera wird der 1. Sept. bezeichnet." ' Wien, 12. Aug. (Karlsr. Z.) Die iveiteren Trnppenscndungen nach denr Süden sind von Heine ab eingestellt. Freilich stehen bereits 4 Armeecorps dort, ein ganzes Armeecorps mehr, als zur Zeit des Ausbruchs der Feindseligkeiten. Wien, 13. Aug. (Karlsr. Zig.) lieber die Stellung Preußens M den von Italien über die Grenzen Venetiens hinaus erhobenen Ansprüchen sind viele Mnthmaßungen geäußert worden. Es dürste dieselbe aber nichiklarergezeichnetwerden kön,len, als durch cineAeußerung, welche von preußischer Seite direkt nach Florenz, wie wir hören, abgeganaen und qleichzeitia in Wien zur Kenntniß gebracht worden ist. Preußen ütirt darin den Wortlaut des Art. 1 der Präliminarien von Rikols- bnrq, nach welchem „mit Ausnahme des lombardisch-venelianischen Königreichs der Territorialbestand der österreichischen Monarchie un- veräiidert'bleibl", nnd sieht sich auf Grund dieser Bestimmung, welcher Italien vorbehaltlos zugestimmt, außer Stand, den seitdem geltend gemachten Ansprüchen auf anderweitige österreichische Gebietstheile irgendwelche Berechtigung zuzugestehen. Beneschan, 12. Aug., tliachts. Man telegraphirt der „Presse": Anstoß erregt nur das Berhältniß zu Italien. Oesterreich wünscht Nicht die Einbeziehung Italiens in die Prager Friedensverhandlungen; es will, daß der Friedensschluß mit Italien selbstständig geschehe, nachdem der Prager Friedensvertrag den Italienern den Besitz Venetiens garantirt. — Die Wiederherstellung des Telegraphen- und Bahnverkehrs wird von Baron Brenner und zwei Vertretern des Handelsministeriums mit Entschiedenheit betrieben. Florenz, 13. Aug. (Sch. M.) Die offizielle Zeitung veröffentlicht den Waffenstillstand. Pelitti hatte die Stipulation erwirkt, daß die Bewohner des Trientinischen, welche sich für den Anschluß an Italien ausgesprochen, nicht belästigt würden. Erzherzog Albrecht weigerte sich, diese Bestimmung zu billigen, weil sie nicht in eine militärische Convention gehöre. Der österreichische Commissär versicherte Petiiti, daß Oesterreich gegen die politisch Compromittirten mild sein werde. Primolano, 13. Aug. (Sch. M.) Die österreichischen Truppen haben sich in Borgo (Val Sugano) festgesetzt. Die Oesterreicher fangen an, Rache im Trientinischen zu nehmen. Sie plünderten nach dem Abzltg der italienischen Truppen die Häuser der besten Patrioten. — Der Schweizer Bundesrath hat die Entlassung sämmtlicher Truppen an der österreichischen und italienischen Grenze angeordnet. — Auch hat derselbe an Preußen das Ersuchen gestellt, daß einige Schweizer Offiziere zur Prüfung der Militäreinrichtungen, namentlich bezüglich des Zündnadelgewehres, in Preußen zugelassen werden. Neuestes. Berlin, 14. Aug. Der „Rhein. Ztg." wird von Berlin telegraphisch gemeldet, die Annexion von Hannover, Kurhessen, Nassau nnd Frankfurt sei gewiß, nild die, Vorlage darüber werde von der Regierung in der nächsten Sitzung des Abgeordnetenhauses eingebracht werden. Berlin, 15. Aug., Abends. Die „Provinzialcorre- spondenz" bringt einen Artikel, worin die Einsicht und Mäßigung des Kaisers Napoleon gerühmt wird und welcher schließt: Es hat sich stets gezeigt, daß dem Kaiser Schritte fern liegen, welche die freundschaftlichen Beziehungen zu Preußen stören können; der Kaiser ist vielmehr entschlossen, Deutschland in seiner nationalen Entwickelung gewähren zu lassen. Entgegengesetzte Ansichten sind vorzugsweise von dem Einflüsse der französischen Oppositionsparteien herzuleiten. Preußen wird die Maßregeln zur Vereinigung der eroberten norddeutschen Staaten »»verweilt ergreifen. Es vertraut, die Vereinigung derselben werde durch Festigkeit und 'Schonung der Eigenthümlichkeiten ebenso fest, wie die mit den alten Landestheilen werden. Die Stellung der seitherigen Beamten in ihrer Verpflichtung gegenüber Preußen soll unverzüglich geregelt werden. Wik», 12. Aug. (A.Z.) Es ist Thatsache, daß die österreichisch-italienischen Friedensverhandlungen in Paris geführt werden. Der Kaiser der Franzosen hat hierauf bestanden gegenüber dem Verlangen Italiens und Preußens, welche Mächte auch diese Verhandlung nach Prag ver^ legen wollten. Oesterreich entschied sich für den Standpunkt des französischen Hofs, welcher sich sein Recht, als faktischer Besitzer Venetiens eintreten zu dürfen, nicht nehmen lassen will. Nun scheint aber Preußen es darauf angelegt zu haben, die Verhandlung in Prag hinzuziehen, bis die österreich.-italienischen Präliminarien abgeschlossen sind. Miscellen. — Badische Trupp cn in Trient. Die „Mailänd.Ztg." berichtet alles Ernstes, der in Trient commandirende österreichische General Kuhn habe neuerdings große Verstärkungen erhalten von Truppen der alleqchlimmften Sorte; sie mißhandelten die Bewohner, bedrohten sie mit dem Tod, itnd raubten, so viel sie könnten. Und zwar seien dies leine Oesterreicher, sondern — Badener. Ja, das Blatt geht so weit, von der italienischen Regierung zu verlangen, daß sie dem badischen Gesandten sofort seine Pässe zustelle. Wie das seltsame Quid pro quo entstanden ist, steht dahin; am wahrscheinlichsten dünkt uns, daß unter diesen Verstärkungstruppen „Baden-Infanterie", d. h. das österreichische Infanterie-Regiment „Großherzog von Baden" zu verstehen sei, aus welchem dann der Unverstand badische Truppen gemacht haben mag. — Folgendes Genrebild aus der Schlacht von C u st o Z z a bringt der „Wanderer": „Hier liegt unter Kameraden ein schwer getroffener Lombarde, der Wunde entquillt nur mehr tropfenweise das Blut, das Röcheln wird immer leiser, es verstummt mit verhallenden Schlachten- lärm, der Mann ist todt. An seiner Seite kniet ein österreichischer Offizier und betet, Soldaten stehen umher. Was hat die Scene zil bedeuten? Die Geschichte ist einfach und rührend. Ein kaiserlicher Jägerofsizier, Baron D., stand vor einigen Jahren mit seinem Bataillon in Venelien. Eine Lombardin war Amme seines Kindes. Sie, eine verheiralhete Frau, wie dies in Italien üblich ist, kehrte nach der Ammenschast zu ihrem Manne in die Lombardei zurück, versehen mit einem von dem Offizier verfertigten Zetigniffe ihres Wohlverhaltens und beschenkt von der Mutter mit der Photographie ihres Säuglings. Jetzt „rußte ihr Mann, der in der italienischen Armee diente', in's Feld, blieb bei Custozza verwundet liegen und fiel in die Hände der verfolgenden österreichischen Jägertruppen. Nach Kriegsgebrauch wurde sein Tornister durchsucht und darin ein zusammengesaltetes Papier gefunden, das die Mannschaft ihrem Offizier überreichte. Dieser öffnet es uud erblickt seines Kindes Photographie nebst dem erwähnten Zeugnisse. Man kann sich den Eindruck auf den jungen Mann denken. Zu Ende der siegreichen Schlacht, die er unversehrt mitkämpfte, wird ihm vom verstorbenen Feinde das Andenken an das Thenerste hinter- lassen, das er in ferner Heimath hat, und gerade von feinen Leuten mußte Der lödtlich getroffen werden, dessen Gattin seinent Kinde die erste Nahrung gab. Ohne Zweifel packte das treue Weib beides ihrem Manne in den Tornister, gleichsam als Amulet uud Geleitschein, falls er in österreichische Gefangenschaft geriethe. Der Tod kam zuvor nnd ein kurzes Gebet war Alles, was für den Gebliebenen geschehen konnte. Der Wittwe wird reichlicher Trost nicht entgehen, denn die Baronin D. ist die Tochter eines Hohen Staatsbeamten, der in Zurückgezogenheit lebt. — Ein rettender Eitgel. Ein Soldat, welcher auf dem Schlachtfelde von Königgrätz schwer verwundet liegen geblieben war, erzählt über die Art seiner Atiffindung und die ihm zu Theil gewordene Pflege Folgendes: Mehrere Stunden lag ich bewußtlos, und als ich wieder zur Besinnung kam, war es schon dunkel. ich sah nichts als blutige Leichenhügel, meine Schmerze» waren unsäglich , aber so weit mem Auge reichte, war kein lebendes Wesen zu erblicken. Ich glaubte niich schon dem Tode nahe, als plötzlich, wie ein rettender Engel, ein Mädchen mit einem großen Weinkrnge in der Hand erschien, uud als sie meiner ansichtig wurde, mir jit trinken gab, meine Wunde wusch und verband; eben so labte sie noch viele meiner verwundeten und auf dem Schlachtfelde liegen gebliebenen Kameraden nnd entfernte sich sodann mit dem Versprechen, das Röthige zu unserer Weitertrans- porlirung zu veranlassen. Sie hielt auch tretilich Wort; es langten später mehrere Männer mit Tragbahren an, welche uns in das nächst- gelegene Spital beförderten. Nur mit vieler Mühe konnte ich den 'Namen dieser heldenmüthigen Wohllhäterin erfahren; dieselbe heißt Josepha Kalina und ist die einzige, erst 18 Jahre alie Tochter eines Gutsverwaliers nächst Königgrätz. 662 — Rothschild hat sich von Napoleon znm Generalconsul der „freien" Stadl F.amsurl ernennen lassen; in seiner Bestallung steht wirtlich: der freien Stadl. Rothschild hai's weniger gethan, um in knapper Zeit ein festes Einkommen zu haben, als um Preußen einen seinen Wink zu geben, mit ihm und seine» Frankfurtern glimpflich umzuspringen. Ec hat sich übrigens schon vorher als tapferer und selbstbewußter Mann gezeigt. Dem General Manteuffel ließ er sich als „der Jude Rothschild" melden, weil er hörte, daß ihn hohe Herren so nannten. Der Adjutant trat einen Schritt zurück, aber Rothschild jagle: ja, sagen Sie: der Jude Rothschild! — Als dann drinnen der General drohte, er werde nöthigenfalls bombardiren lassen, antwortete Rothschild: dann werde ich die Bank und die Seehandlung in Berlin bombardiren! Damit öffnete er seine Brieftasche und breitete vor dem General für 60 Millionen Wechsel aus — wie gezogene Kanonen. — Einer von der „leichten" Eavallerie. In dem Kampfe bei Kissingen wurde ein Cavallerist der leichten Reiterei der Bayern von den Preußen gefangen genommen und spaßeshalber seiner Corpulenz wegen gewogen. Das Gewicht desselben stellte sich auf 212 Pfund heraus. Wie viel mag nun erst ein schwerer bayerischer Reiter wiegen? fragt ein Nürnb. Blatt. — Aus Gaunersdorf wird folgende Geschichte erzählt: „Ein jüdischer Kaufmann kam dieser Tage mit einem Tambour der hier lagernden Preußen zusammen und erstaunte nicht wenig, als er aus dem Trommelfelle mit hebräischen Lettern folgenden Bibelvers in der Ursprache sah: „Arg, Ewiger, zerstreue die Feinde!" Der Kaufmann fragte den Tambour, wie seine Trommel zu dem Spruche gekommen sei, worauf dieser erzählte: Vor der Schlacht bei Königgrätz sei ein Fell seiner Trommel geplatzt, weßhalb von seinem Commandanten in einem Orte Böhmens unter den Äeqnisttionen auch ein Kalbsfell verlangt wurde. Es war indessen keines zu bekommen. Nach langem Hin- und Herralhen wurde der Tambour an einen jüdischen Bibelschreiber gewiesen, da dieser stets Pergament vorräthig haben müsse. In der That wurde dieser gerade angelrossen, als er auf einem Pergament Verse aufzeichnete. Der Tambour machte nicht viel Federlesens und forderte kategorisch von dem friedlichen Manne das Material zu der Trommel, welches natürlich sofort abgeliefert wurde. Als er die fremdartigen Zeichen auf dem Pergament erblickte, konnte er sich nicht enthalten, den Schreiber um die Erklärung desselben anzugehen. Dieser zögerte nicht, ihm zu sagen, daß die Worte den Anfang eines Gebetes bedeuteten, das er — für den Sieg der österreichischen Waffen niedergeschrieben. „Det macht nischt," meinte der Tambour nach kurzem Besinnen, „wir reqniriren das Gebet für die preußischen Waffen." — Ein tief ergreifender Fall trug sich in einem unserer Spitäler zu. Ein wegen Tiefsinnes behandelter Soldat wurde vom Wahnsinire befallen, und gestern wegen Tobsucht in's Irrenhaus gebracht. Der Unglückliche hatte im Gefecht bei Helmstadt einen preußischen Landwehrmann mit dem Bajonnette durchbohrt, der mit den Worten: „Herr Jesus! Meine Frau! Meine armen, armen Kinder!" zusammenstürzte. Dieser Todesschrei ergriff den Soldaten so sehr, daß er von dem Augenblicke an ein Opfer der fürchterlichsten Gewissensqualen und jetzt des Wahnsinns wurde. — Berlin. In einem hiesigen Lazareth liegt ein Oesterreicher schwer verwundet darnieder, der sich erst nach einem harten Kampfe gefangen nehmen ließ. Er lag für todt auf dem Schlachtfelde, aus einer Wunde blutend. Als aufgeräumt wurde, wollten ihn Preußen wegtragen, er bat, ihn liegen zu lassen, „er wolle sterben." Der Gewalt setzte er Gewalt gegenüber. Kaum war er aufgehoben, so bemerkte man eine österreichische Fahne, die ein wenig in die Erde gedrückt war. Der tapfere Soldat wollte dieses theure Unterpfand nicht in Feindes Hand kommen lassen. Als dies dennoch geschah, fielen dem Soldaten die hellen Thränen aus den Augen, er glaubte, nun um die ewige Seligkeit gekommen ju sein. — Dem „Glauchauer Tagblatt" ist der nachstehende Brief zur Mittheilung überlassen worden: „Werthes Fräulein! Als wir Dienstag den 3. die blutige Schlacht schlugen und die Sachsen zurücktrieben, lag ein Sachse auf dem Hof eines Schlosses zum Sterben; die Kugel war ihm durch den Kopf gegangen. Da winkle er mich an sich heran und zeigte auf den Brodbeutel; ich faßte hinein und fand eine Brieftasche, worin ich beiliegenden Zettel fand, und habe jetzt seinen Wunsch erfüllt, Ihnen seinen Tod zu melden. Er starb als tapferer Soldat kür seinen König. Der Soldat, welcher Hermanir Haase heißt, hatte noch eine Uhr und 1 fl. Papiergeld bei sich. Obgleich ich es als rechtliche Kriegsbeute betrachten kann, so will ich es nicht behalten, kann es Ihnen aber auch nichr zuschicken, weil auf der Feldpost keine Pakete angenommen werden. Ich bin selbst verwundet und werhu höchstwahrscheinlich nach Sachsen in's Lazareth transportirt werden, und wenn mich das Gefchick nach Glauchau hinsührt, so werde ich mich nach Ihnen erkundigen und Ihnen Sämmtliches einhändigen; wenn nicht, so erhallen Sie es nach dem Krieg, wenn ich mit dem Leben davonkomme, aus meiner Heimath, welche Braunsberg in Ostpreußen ist, zurück. Ächlungsvoll I. Korsch, Füsilier." Auf der Rückseite deS Couverts stand die Bemerkung: „Absender preuß. Füsilier Korsch im Auftrag eines gefallenen Sachsen." Der oben erwähnte, in der Brieftasche enthaltene Zettel lautet: „Wer dieses Buch findet, wenn ich nicht mehr unter den Lebenden bin, Der lhue mrr den Gefallen und schreibe an Anna Salzbrenner bei Meister Uhlig, Bahnhofstraße in Glauchau." — (Cholera-Nachrichten.) In B r ü n n häuft sich die Anzahl der erkrankten Preußen in Besorgniß erregender Weise. Die beiden durchpassirten Corps des Kronprinzen Friedrich Wilhelm haben beim Durchmarsch nicht weniger als 2300 Kranke zurückgelassen, und es sind in Folge dessen die Gebäude: Oberrealschule, Gymnasium, Technik, Seminar, Blinden-Jnstitut, Spielberg, Obrowitzer Spital sowie Karthause derart überfüllt, daß eine weitere Aufnahme nahezu unmöglich erscheint. — In N a ck e n h e i m sind 7 Cholerafälle vorgekommen, wovon 4 tödtlich waren. — Ju M i l t e n b e r g hat die Cholera viele Opfer gefordert; am 9. August sind 13 Personen begraben worden. — In Darm stad t sind unter den preußischen Truppen bereits 38 Cholerafälle vorgekommen. Von Einwohnern der Stadt ist nur 1 Fall angemeldet. — F.M.L. Festetics, dem bei Königgrätz eine Kanonenkugel das Bein zerschmettert hatte, mußte dasselbe abnehmen lassen. Nachdem er die Amputation mit großer Kaltblütigkeit ertragen, sagte er zu einem Diener, welcher in einer Ecke des Zrmmers weinte: „Spar deine Thränen, du Heuchler! Ich weiß, daß du innerlich froh bist, denn du brauchst jetzt nur noch emcn Stiefel zu wichsen." Bekanntmachungen. B ü h l bei Offenburg. (Kiesbeifuhr-Versteigerung.) Dienstag den 21. d. M., Nachmittags 1 Uhr, läßt die hiesige Gemeinde im Rathhause die Beifuhr von ungefähr 70 Meß Rheinkies aus die Bicinalstraßen öffentlich versteigern. Bühl, den 16. August 1866. Das Bürgermeisteramt. Gaß. Weier. (Haferernteversteigerung.) Johann Kern von Weier läßt Montag den 20. August, Abends 7 Uhr, seine Hafcrernte auf 150 Ruthen vor dem Rathhause öffentlich versteigern. Regulativ - Schietzen Sonntag den 19. d., Nachm. Z Uhr anfangend, wozu die Schießliebhaber eingeladen werden. Der Vorstand der Lchützengesellschaft Vffenburg. Tanzmusik nächsten Sonntag den 19. d. M. in der B l u m e zu Rammersweier, wozu höflich einladet: Blumenwirth Hansmann. Gengenbach. Kunst-Anzeige. Der rühmlichst bekannte Franz Knie wird Sonntag den 19. August seine letzte Kunst-Vorstellung auf dem kleinen und hohen Seil produciren. Zum Beschluß wird Herr Knie seine 99jährige Großmutter auf das hohe Seil hinauf tragen. Der Anfang ist um 3 Uhr. Der Schauplatz ist auf dem Marktplatz. Es ladet ein hie» flges und auswärtige« Publikum ergebenst ein: Franz Knie. verantwortlicher Redactcur: I. Otteui. — Druck und Verlag der Buchdruckerei von 3. Otteui.