er Ortemmer Verkündtgungsblatt für den Kreis Offen-urg and für die Mme» and Amtsgerichts - Bezirke Offenburg, Gengenbach, Kork, Oberkirch. Jfi 123. Offenburg, Samstag den 20. October 1866 . Amtliche Generalverfügung. Oberkirch. (Die Statistik der Landwirthschaft, hier die Berichte über den Ernteausfall betr.) Nro. 7114. An sämmtliche Bürgermeisterämter des Bezirks: Weil es für die Förderung der Landwirthschaft, des Handels mit deren Producten und den damit zusammen hängenden gewerblichen Interessen wünschenswerth ist, regelmäßige Kenntniß von dem Ausfälle der gesammten Ernte zu erhalten, so empfangen sämmtliche Bürgermeister in Folge höherer Anordnung zur Erstattung der Ernteberichte Impressen mit der Veranlassung, solche auszufüllen und längstens bis 10. December d. I. eine Ausfertigung anher vorzulegen. Die zweite Ausfertigung ist bei den dortigen Acten zu behalten. Bei Ausfüllung der Berichte empfiehlt man den Bürgermeistern, sich mit Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit der Arbeit zu unterziehen. Oberkirch, den 14. October 1866. Großherzogliches Bezirksamt. Metzger. Bekanntmachungen. Nro. 9340. Durch den gegenwärtig auf den Großh. StaatSbahnrn eingetretenen ganz außerordentlich starken Güterverkehr ficht sich die Groß-. Eisenbahnbetriebsverwaltung gezwungen, auf Grund des § 14 des Gütertransportreglements die Frist, in welcher die Güter nach der Anmeldung ausgeladen und von den Bahnhöfen abgeführt werden müssen, bis auf Werteres von 24 ans 12 Stunden in der Art herabzusetzeu, daß hierbei jedoch die Zeit von Abends 7 Uhr bis Morgens 6 Uhr nicht eingerechnet wird. Offenburg, den 17. October 1866. GroßherzoglicheS Post- und Eisenbahnamt. I. A. d. B.: Schneeberger. Offenburg. (Vorladung.) J.S. Joseph W ö r n e r, Jakob Sohn in Urloffen, Kl., gegen Anton H e r t w i g, Nikolaus Sohn allda, Bekl., Forderung betr. Der Kläger hat unterm 4. Septbr. d. I. und unterm Heutigen vorgetragen: Der Beklagte, welcher fich heimlich nach Amerika entfernte, habe ihm im Jahre 1863 einen in der Gemarkung Urtoffen gelegenen Acker auf 6 Jahre um einen Pachtzins von je 15 fl. verpachtet. Beklagter habe diesen Acker im Laufe dieses Sommers verkauft und es fei ihm dadurch ein Schaden von 25 fl. erwachsen; er bitte dcßhalb, den Beklagten zur Bezahlung dieser Summe zu verur- theilcn und zugleich auf Grund der vorge- legtcn Bescheinigungen Sicherheitsarrest anzu- legcn auf das Guthaben des Beklagten bei I. B. Günzburger von Rheinbischofsheim. ES ergeht daher Nr. 15,394. Beschluß: 1) Wird auf den Grund deS § 598, Abf. I, P.O. Sicherheitsarrest angelegt zu Gunsten der klägerischen Forderung im Betrag von 25 fl. aus das Guthaben deS Beklagten bei I. B. Günzburger in Rheindischofsheim, und wird Letztcrm aufgegeben, die mit Arrest belegte Summe bis auf weitere gerichtliche Verfügung bei Vermeidung nochmaliger Zahlung nicht auszuzahlen. 2) Zur mündlichen Verhandlung auf die Klage in der Hauptsache und bezüglich des Arrestes wird Tagfahrt anberaumt auf Dienstag den 20. November, Vormittags 10 Uhr, und werden hiezu beide Theilc mit der Aufforderung hierher vorgeladcu, fich zum Beweise ihrer Behauptungen vorzubcreiten und die ihnen zu Gebot stehenden Urkunden nntzu- bringen. Dem Beklagten wird dies mit dem Anfügen eröffnet, daß bei seinem Ausbleiben die in der Klage behaupteten Thatfachen als zugestanven angenommen und er mit seinen etwaigen Einreden ausgeschlossen würde. Zugleich wird ihm aufgegebcn, einen am Orte des Gerichts wohnenden Gewalthaber aufzustellen , widrigenfalls alle weitere Verfügungen und Erkenntnisse mit der f 'eichen Wirkung, wie wenn fie der arthei eröffnet wären, an dem Sißungsort des Gerichts angeschlagen werden sollen. Offenburg, den 9. October 1866. Großherzogliches Amtsgericht. Roth. Gengenbach. Nro. 5636. Nachdem durch den Beitritt sämmtlicher bekannter Gesellschaftsgläubiger, resp. ihrer Vertreter, zu dem Vergleiche vom 28. Mai d. I. die Fortsetzung des unterm 20. Februar d. I. gegen die Eisenbahrwau-Gesellschaft Pfeiffer, Fischer und Cie. und über das Privatvermögen der Gesellschafter Philipp Pfeiffer von Mannheim, Kamill Fischer von Donau- eschingen, Michael Epp von Balzfeld, Johann Stier von Waibstadt, Karl Hofmann von Karlsruhe und Theodor Huber aus Offendach cröffneten Gantverfahrens abgcwendet ist, so treten die Schuldner wieder in Befitz, Verwaltung und Genuß ihres unbestrittenen Privatvcrinögens zurück und werden sofort die Verhandlungen über die einzelnen bestrittenen Ansprüche nach Maaßgabe der Vergleichsbestimmungen gepflogen. Indem wir Solches zur Kenntniß der Interessenten bringen, wird diesen zur Geltendmachung ihrer etwaigen Rechte, soweit noch nicht geschehen, eine Frist von 14 Tagen hiemit verwilligt. Gengenbach, den 6. October 1866. Großherzogliches Amtsgericht. Pfeiffer. Kork. (Versäumungs-Erkenntniß.); Nr. 7581. In Sachen des Georg Weber von Linr, des David Gabriel 2., Namens seiner Ehefrau Katharina geborne Weber, und des Michael M a n ß h a r d t 6. von da, Namens seiner Ehefrau Barbara geborne Weber, gegen unbekannte Berechtigte, Aufforderung und Eigcnthumsfreihcit betreffend, werden, da auf die Aufforderung vom 9. März d. I. Nr. 1860 keinerlei dingliche, lehen- rechtliche oder fideicommiffarische Ansprüche geltend gemacht wurden, solche einem neuen Erwerber oder Unterpfandsgläubiger gegenüber für verloren erklärt. B. R. W. Kork, den 9. October 1866. GroßherzoglicheS Amtsgericht. _ E i s e l e i n. _ Kork. (Auswanderung betr.) Nr. 8833. Seiler Georg Barbanes Eheleute von Bo- hcrsweier beabfichtigcn, mit ihren 7 minderjährigen Kindern nach Nordamerika auszuwandern. Etwaige Ansprüche an die Ge- nanulen find spätestens in der auf Mittwoch den 24. October d. I., Vormittags 9 Uhr, dahier anberaumten LiquibationStagfahrt geltend zu machen. Kork, den 17. October 1866. GroßherzoglicheS Bezirksamt. _ Frech. __ Offenburg. (Retour - Briefe.) Die Aufgeber nachstehender, dahier zur Post ge- 844 gebcnen Briefe, die als uichcstellbar zurückgekommen find, werden zu deren Rückempfang, gegen Entrichtung der darauf haftenden Taren re., hiermit aufgefordert. Daube in Frankfurt. Croß in Mainz. Hartenfels in Frankfurt. Daube in Frankfurt. Grim in Pforzheim. Eret in Niederschopfheim. Bachenmüllcr in Hornberg. Kretz in Neustadt. Münch in Bruchsal. Schneider in Göbrichen. Kre- mer in Straßburg. Gramont in Nizza. Buls in London. Oberamtsgericht in Horb. Schüller in London. Bürk in Nötteln. Offenburg, den 16. Octbr 1866. Großh. Post- und Eisenbahnamt. Offene Stelle. Die Stelle eines Waldhüters und Güteraufsehers für die kirchenärarischen Besitzungen auf der Gemarkung Schutterthal ist neu zu besetzen. Bewerber, welche zugleich befähigt sind, in das mit diesem Dienste verbundene Pacht- verhältniß einzutreten, werden aufgefordert, sich binnen 14 Tagen unter Vorlage ihrer Vermögens- und Leumundszeugnisse schriftlich zu melden. Die Bedingungen können auf unserem Geschäftszimmer eingesehen werden. Lahr, den 11. October 1866. Großherzogliche Stiftschaffnei. Sprenger. Aufforderung. Mit dem 1. November d. I. tritt dahier eine neu gegründete Realschule in das Leben. Die Unterrichtsgegenstände find: a) Religion, h) deutsche Sprache mit Literatur, c) deutsche Geschichte, (1) französische Sprache, e) Arithmetik und Geometrie, f) Naturkunde, Geographie, Chemie, Physik, «;) Zeichnen, Kalligraphie, k) Gesang. Diejenigen Schüler, welche diese Realschule besuchen wollen und mindestens 12 Jahre alt sein müssen, haben sich am Samstag den 3. Novbr. d. I., Morgens 8 Uhr, bei Lehrer K a r l c i n dahier zu melde» . worauf ihre Prüfung vorgcnommen und bei günstigem Ausfall die Aufnahme stattfinden wirv. Das Schulgeld für die vcrmöglichcn diesigen Schüler beträgt jährlich 10 fl., während ganz dürftige Schüler von hier davon befreit werden können. Auch auswärtige Schüler werden zum Besuche dieser Realschule zugelassen. Indem wir hoffen, daß die Wichtigkeit und Nützlichkeit der neu gegründeten Anstalt allseitig anerkannt wird, laden wir die Eltern der aufnahmsbercchtigtcn Knaben ein, von derselben zum Wohle ihrer Kinder Gebrauch zu machen und damit das Bestreben der Gemeinde- und Ortsschulbchörde auf Hebung der diesigen Schulzuständc zu unterstützen. Gcngenbach, den 10. October 1866. Der Ortsschulrath. Abel. Holzlieferung. Nächsten Montag den 22. d. M., Morgens VitO Uhr, findet auf diesseitigem Bureau die Versteigerung der Lieferung der zur Reparatur der Offenburger Kinzigbrücke erforderlichen Hölzer tm Voranschlag zu 1000 fl. öffentlich statt, wozu dielusttragenden Usber- nehmer eingeladeu werden. Offeaburg, den 16. October 1866. Gr. Wasser- und Straßenbau-Jnspection. Strohmaper. Versteigerung von Gebänlichkeiten auf den Abbruch. Mittwoch den 24. d. M., Vormittags 11 Uhr, werden die beiden sog. Z o l l - Häuschen am westlichen Eingänge hiesiger Stadt auf dem Platze selbst auf den Abbruch öffentlich versteigert, wozu die Liebhaber eingeladen werden. Kehl, den 16. October 1866. Großherzogliches Hauptzollamt. Baumann. Wilßer. Damancc. Bühl. (Pferdeversteigerung.) Montag den 22. October d. I., Nachmittags 2 Uhr, werden vor dem hiesigen Nathhause 7 Militärpferde (4 Wallachen und 3 Stuten) gegen Baarzahlung öffentlich versteigert. Bühl, den 12. October 1866. Großh. Domainenverwaltung. O f f e n b u r g. (Pferdeversteigerung.) Donnerstag den 25. d. M., Vormittags 10 Uhr, werden vor dem hiesigen Rathhause sechs Militärpferde (4 Wallachen von 5 bis 8 Jahren und 2 Stuten von 6 und 9 Jahren- gegen Baarzahlung öffentlich versteigert, wozu Kaufliebhaber eingeladen werden. Offenburg, den 10. October 1866. Großhcrzogliche Obercinnchmerei. Maler. Zunsweier. (Stamm- und Scheitcr- holzversteigerung.) Die diesseitige Gemeinde läßt am Dienstag de» 23. d. M., Vormittags halb 9 Uhr anfangend, in ihrem Gemeinvc- wald, Abth. 4, circa 80 Klafter zu Boden liegende tannene Stämme von verschiedenem Cubikmaaß, zu Nutz- und Bauholz geeignet, sowie circa 16 Klafter tannenes Schciterholz auf der Hiebstelle gegen annehmbare Bedingungen versteigern; wozu man die Liebhaber einladet. Zunsweier, den 17. October 1866. Das Bürgermeisteramt. M ö s ch l e. Liegenschaftsversteigerung. Die Erben des Sägmüllers Ignaz Braun von Ramsbach lassen am Freitag den 26. d. M., Morgens 9 Uhr, auf dem Rathhause alldort eine neucrbaute Sägmühle mit Bauplatz, auf Ramsbacher Gemarkung an der Rench gelegen, — tarirt zu . . 2300 fi. 2 Morgen 1 Viertel 43 Ruthen Ackerfeld, am Hubackerhof auf Lautenbacher Gemarkung liegend, — tarirt zu . 1915 fl. 1 Viertel 71 Ruthen Ackerfeld daselbst, — tarirt zu ... 340 fl. öffentlich zu Eigentbum versteigern; was mit dem Anfügen bekannt gemacht wirr- daß der Zuschlag um das sich ergebende höchste Gebot erfolgt, bei ungünstigem Resultate aber unmittelbar nach der Versteigerung eine öffentliche Verpachtung der Liegenschaften durch das Waisengerichi stattfindct. Oppcnau, den 8. Ocrobcr 1866. Der Großherzogl. Notar Ed. Eck. Fahrnistversteigerung. In Folge richterlicher Verfügung werden den ffr an z B e r e n z Eheleuten hier am Dienstag den 23. t>. M , Vormittags 10 Uhr, vor dem Rathhaus dahier nachbeschricbene Fahrnisse gegen gleich baare Zahlung öffentlich versteigert: 1 Pferd, 1 Kuh. 1 Kalbin, 2 Schweine, 1 Wagen, 1 Kleiderkasten und V- Morgen Kartoffeln auf dem Bürger- Acker in der Kartonlach. Offenburg, den 15. October 1866. Gerichtsvollzieher Strauß. Fahrnist-Bersteigerung. In Folge richterlicher Verfügung werden dem Karl Ritter in Griesheim am Donnerstag den 25. October d. I., Vormittags 11 Uhr, vor dem RathhauS zu Griesheim 1 Pferd, 1 Mutterschwein, 2 Läuferschweine, ca. 20 Centner Ochmt, 1 Pflug und 1 Egge gegen gleich baare Zahlung öffentlich versteigert. Offenburg, den 15. October 1866. Gerichtsvollzieher Strauß. Lautenbach. (Hausversteigerung.) Michael Zimmcrmann von Ibach läßt Donnerstag den 25. October, Nachmittags 2 Uhr, im Gasthause zum Sternen hier sein im Ort Lautenbach an der Landstraße gelegenes Wohnhaus mit Stallungen und Bäckerwerkstätte an den Meistbietenden öffentlich versteigern. Lautenhach, den 15. October 1866. A. A.: Bürgermeister Hofe rer. Kork. (Fahrniß - Versteigerung.) Im Hause der L. R. V c n a t o r'schen Erben werden Mittwoch den 24. d. M., Morgens 9 Uhr, gegen Baarzahlung öffentlich versteigert : Spiegel, Betten, Bettstätten, Canapee's, Tische, Stühle, Rohr- und Skrohsesscl, Sccrctäre, Commode, Kästen, Nachttischchen, Teppiche, Vorhänge und etwas Äüchegeschirr. Kork, den 15. October 1866. Der Beauftragte: Frosch. Gasthaus-Verkauf oder Verpachtung. In der Nähe von Offenburg an einer frequenten Straße ist ein Gasthaus mit Metztg und Sommerwirthschaft liehst Ockonomicge- bäudcn unter annehmbaren Bedingungen zu verkaufen oder zu verpachten; auch können 3 große Gärten mit Obstbäumcn, Felder und ' Wiesen beigegcbcn werden. Näheres im öffentlichen Gcschäfts-Bureau von C. F. Bannmüller _tn Offenburg._ Offenburg. (Kartoffelnverkauf.) Bei Bäckermeister Weber sind rothe und weiße Kartoffeln der Sester zu 18 kr. zu kaufen. 845 Fahrnisversteigerung. Adlcrwirth Wagner in Willstätt läßt am 30. und 31. d. in seinem Hause ver- steigern: 3 Pferde. 3 Pferdkummete, 2 Sielen, 1 großen ausgerüsteten Wagen, 1 Mittelwagen, 1 Berncrwagele sammt Sitz, _ 1 Metzgerklotz, 5 Schuh hoch, 3*/a «chuh breit, 1 großen Zuber, 1 Bauchkeffel, 7 Kübel Wasser haltend, t Steinkohlenofen, 80 Ceniner Heu, 150 Körbe Dickrübcn, 80 Sester Kartoffeln, 13 ausgerüstete Betten, davon 5 mit Stahl- und Roßhaarmatratzen, 3 Rachttischle, 6 kleine Tischle, 1 großen Tisch, 1 kupfernen Schwenkkessel, verschiedene Spiegel, verschiedene GlaS- und Porzellanwaaren, allerlei Weißzeug, eine Gctüchmange, 20 Ohm guten Wein, und sonstige Wirthschastsgeräthschastcn. Offenburg. Fästerverkauf. 3 weingrüne Ovalfäffer von 4 u. 11 Obm find zu verkaufen. Bon wem ? sagt die Er- pedirion ds. Bl._ Feine Wildprett - Lasteten empfiehlt bestens und find zu haben bei JF. I. Adam, Conditor in Offenburg. Coaks-Kohlen, » 52 kr per Ccntner, größere Parthien und Wagenladungen bedeuten- billiger bei (-LslberK sL Vitfali in Offen bürg. Osfenburg. Dürres Brennholz in allen Sorten zu ermäßigten Preisen. K. Armbruster ö- Cic. In unserer Porzellanfabrik in Köln (Vorstadt Nippes) finden noch einige tüchtige Dreher für flache und Hobe Artikel, sowie Porzellanmaler für Dccor und Randverzierung dauernde Beschäftigung. __Wir z öl M art. Obstbäum chen-Berkauf. Bei N. G r e t h c r in Kork werden wieder schöne Acpfel- und Biruenstämmchen abgegeben. Trnnbrnzncker. vorzügliche Qualität, in Kisten von 50 Pfund zum Fabrikpreise bei Casibetrg & ViiiuH 9 Nitterstraße Nro. 275 in Offenburg. Kohlenkuchen, ä 24 kr. per Zentner, können abgeholt werden auf der Glasfabrik Offenburg. 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Füsilier- b ataillon, wird ein Einsteher gesucht. _ Offenburg. (Kaufgesuch) Ein Chiffonier wird zu kaufen gesucht — von wem? sagt der Herausgeber dieses Mattes. Osfenburg. (Rübenverkauf.) In Nr. 245 der Steinstraße find ‘/* Zeuch weiße Rüben z u verkaufen. _ Offenburg, f Krautstande - Verkauf.) Eine Krautstande, welche 100 Köpfe hält, ist zu verkaufen. Von wem d sagt die Expedition dieses Blattes. 846 Neu eingetroffen: Molitor, vr. I. G., Geographie vom Großhcrzogthum Baden nebst einer kurzen Geschichte 18 kr. — PNüaer. 2. G. Sk«, badische Vaterlandskunde. Ein Lehr- und Lernbüchlein für Schulen und Jugend überhaupt mit einer Karte 18 kr. —. Badische Antwort auf daS Pamphlet über den angeblichen Verrath an den deutschen BundeStruppc» 18 kr. — Karoline Kirchwald, der Schulmeister Ein Lebensbild, gewidmet den deutschen Lehrern. 28 kr. — Der Anthetl der badischen Felddivifioo an dem Kriege des Jabreö 1886 in Deutschland. 3. Lieferung, k 18 kr. — Jllustrirte zusammenhängende Schilderung der Schlachten und Kämpfe auf den Krieasschauvläüen in Böhmen und Deutschland im Jahre 1866 12 kr. — Bauer, Ad., Badische Gemeinde-RechnungSanweisung mit Zusätzen Er- läuterungen und Formularien. 4. Auflage 1866. 1 fl. 48 kr. — Der neue badische Advokat oder vollständiger Rathqeber Kr Jedermann, seine gerichtlichen Angelegenheiten bei den Amtsgerichten ohne einen Anwalt selbst besorgen zu können. 3. Auflage 1867. i ff 12 kr — Das badische Verwaltungsgesetz vom 5. October 1863 nebst Vollzugsverordnungen, Kreiswahlordnung Md Geschäftsordnung für die Kreisversammlungen, droschirt 30 kr. Ferner empfehlen wir zur gütigen Abnahme: Des Lahrer hinkenden Boten Kalender für 1867. 8 kr. — Adreß-Kalender der Stadt Offcnburg. Neue Ausgabe >867. 36 kr. — v. Horn, die Spinnstube 1867. 45 kr. — Jllustrirter Kalender und Novcllen- Almanach 1867. 43 kr. Jedem Exemplar dieses Kalenders wird gratis die schöne Farbendruck-Prämie „Das erste Seite!" beiaeaeben Sämmtliches vorräthig und zu beziehen dunch die Fr. Braun'schen Buchhandlung (W. Gulsch) in Offenburg, Kornstraße Nro. 27. Verloosung Weier Delgemälde. Fräulein Anna Barth, früher hier wohnend, nun Malerin in München, laßt mit obrigkeitlicher Genehmigung zwei von ihr selbst gefertigte O e l g e m ä l d e, darstellend 1 ) Eine Mutter aus Alvitto mit ihrem Kinde, nach R i d l i n Rom, gerichtlich tarirt zu . 90 fl. 2 ) Einen Engel, nach Kaulbach in München, gerichtlich tarirt zu 60 fl. auf der Bürgermeisteramtskanzlei dahier ver- looft». Die Zahl der Loose auf die beiden Gewinne beträgt 300. Die Gemälde sind bei dem Unterzeichneten zur Ansicht ausgestellt, und daselbst auch Loose, ä 30 kr. das Stück, zu haben. Die sehr gelungene Ausführung beider Gemälde berechtigt zu der Annahme, daß die Loose bald abgesetzt sind, und die Gewinn- Ziehung längstens im Laufe des nächsten Monats stattfinden kann. Das Ergebniß der Ziehung wird durch dieses Blatt bekannt gemacht werden. Offenburq, den 15. October 1866. Alexander Reiff. Erdöl-Lampen in schönster Aus- K i wähl, Moderateur-Lampen, Cy- g | linder rc., sowie stets Borrath von 8 ! weißen und lakirten Blechwaaren j8j j und Ofenrohr empfiehlt zu billigsten § Preisen: 8 Kehl. L. Rittershofer, | Blechner. g Oberkirch. (Gebäude-Verkauf) Es ist ein Gebäude, 18 Fuß breit, 34 Fuß lang und zweistöckig, Alles noch ganz neu und zu einer Wohnung, Wcrkstätte, Scheuer oder Stallung geeignet, zum Abbruch billig zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt Peter T e r t o r, Rathsdiener. R e n ch e n. (Brennholzverkauf.) Da der hiesige Fruchtmarkt bisher sehr stark besucht war, so erlaubt sich der Unterzeichnete, seinen starken Vorrath von dürrem Brennholz zu empfehlen. Es sind alle Sorten vorräthig und wird billig verkauft, unter Anderm schönes Buchen-Schcitholz ä 18 fl. pr Klafter, Tannen-Scheiiholz zu 13 und 15 ff. u. s. w.. L. Graf, Bierbrauer und Holzhändler. Anzeige und Empfehlung. Aus der weltberühmten Fabrik des Herrn C h. C h r i st o f l e und Comp, in Karlsruhe und Paris, habe ich eine theilweise Niederlage von deren verschiedenen Fabrikaten, welche in Frankreich, England, Baden mit der goldenen Medaille gekrönt wurden, in massiv Silber, Versilberung, Vergoldung und Galvanoplastik, als: Bestecke, Vorlcg-, Suppen- und Kaffeelöffel, Flaschen- und Gläserteller, Platten, Schüsseln, Speisewärmer, Gemüsekaffcrolen, Suppenschüsseln, Saucieren, Brodkörbe, Teller, Körbe zu Backwerk, Weinkühler, Huiliers, Salzfäßchen, Eierbecher, Liqueur- gestelle, Geldvasen und Caraffengestelle, Kaffee- und Rahtnkannen, Thecmaschinen, Thee- u. Kaffeebretter, Thecservice, Leuchter, Armleuchter u. s. w. 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Unterzeichneter hat seinen Bürgeracker Nr. 50 im Alberts- bosch auf mehrere Jahre zu verpachten. Auch hat er eine große Krautstande, sowie einen noch neuen Zuber zu verkaufen. I. Roth, Schuhmacher. Durnipsen , 200 Centner, im Ganzen oder'in kleinen Parthicn hat zu verkaufen: 3. G ärger in Offenburg. Offenburg. l Stoppelklee- und Weiß- rüben-Berkauf.) 3 Morgen Stoppelklce und 1 Morgen Weißrüben verkauft billig: Jos. Nonn. Oberkirch. (Verkaufs - Anzeige.) Joseph S ch l i ch t i g, Gärtner in Oberkirch, hat einen zweitheiligen, steinernen Schweinstrog und eine 38sprossige Leiter zu verkaufen. Offenburg. (Empfehlung.) Unterzeichnete empfiehlt sich im Waschen und Färben von Federn, Glace - Handschuhen, seidenen Spitzen und Bändern, sowie in der Wollwäscherei. Philippine Flügels, Glasergaffe Nr. 226, bei Frau Jak. Feßler Wittwe. Äechten Portland - Cement zum Fabrikpreise bei Castbera & Vittali, Ritterstraße Nro. 275 in Offenburg. Clavierverkauf. 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In einem Engrosgeschäfte Freiburg's ist für einen soliden, mit den nöthigen Vor- kenntniffen versehenen jungen Mann und unter günstigen Bedingungen eine Lehrstelle offen. Näheres zu erfragen bei der Erpedition dieses Blattes. Offenburg. (Stellege such.) Ein tüchtiges Zimmermädchen mit guten Zeugnissen wünscht sogleich eine Stelle. Zu erfragen in der Erpedition dieses Blattes. Offenburg. Gesucht wird für eine hiesige Herrschaft ein braves Dienstmädchen, welches gut kochen kann. Der Eintritt kann sogleich geschehen. Näheres bei der Erpedition dieses Blattes. Ein schöner gewölbter Keller ist zu vermiethen. Näheres bei C. F. Bann- müller in Offenburg. Offenburg. Zu vermiethen: 2 ausgerüstete Zimmer zu ebener Erve nächst der Bahnhofstraße; ferner können daselbst noch 3 ledige Arbeiter Logis finden — wo ? sagt die Erpedition dieses Blattes. Offenburg. (Wohnungsvermiethung.) Schloffcrmcister B. M e n z e r hat den zweiten Stock auf Weihnachten zu vermiethen. Offenburg. (Wohnungsvermiethung.) Eine Wohnung rm ersten Stock mit 6 Zimmern nebst aller Zugehör ist, sogleich beziehbar, zu vermiethen. Zu erfragen bei dem Herausgeber dieses Blattes. Offenburg. (Logis und Kost.) Ein gesitteter junger Mann findet bei einer stillen Familie gegen billige Vergütung hübsches Logis, Frühstück und guten bürgerlichen, Mittagstisch — wo? ist bei der Erpedition' dieses Blattes zu erfragen. Lehrlingsgesuch. Für einen gesitteten jungen Mann, welcher Lust hat, die Handlung zu erlernen, ist unter günstigen Bedingungen eine Stelle frei und könnte der Eintritt sogleich erfolgen. Nähere Auskunft crtheilt die Erpedition d. Bl. Offenburg. Gesucht wird sogleich für eine fremde Herrschaft ein tüchtiges Zimmermädchen. Näheres in der Erpedition dieses Blattes. Offenburg. (Kellervermiethung.) Ein großer gewölbter Keller ist zu vermiethen. Zu erfragen in der Expedition d. Bl. Offenburg. (Wohnungsvermiethung.) Der obere Stock meines Wohnhauses in der Gymnasiumsstraße ist auf Weihnachten zu vermiethen. Hutmachcr A. S t ö h r. Offenburg. (Wohnungsvermiethung.) Sattlermeistcr Link hat den obern Stock in seinem neuen Hause sogleich oder auf Weihnachten zu vermiethen. Offenburg. (Geid auszuleihen.) 1500 fl. Privatgeld sind gegen gerichtliche Versicherung auszuleihen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Wagshurst. (Kapitalantrag.) Im Ar- menfond Wagshurst liegen 400 fl. zum Ausleihen bereit. B i b c r a ch. (Geld auszuleihen.) Bei dem hiesigen Kirchenfond können 300 fl. und beim Kirchenbaufond 400 fl. sogleich und 1200 ft. bis 28. Decembcr d. I. gegen gerichtliche Versicherung aufßcnommen werden. Verrechner H c i z m a n n. Badischer Landtag. Karlsruhe, 17. Oct. (Karlsr. Z.) 61. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer der Landstände. Unter dem Vorsitz des Präsidenten Hildenbrandt. Am Ministertisch: Der Hr. Präsident des Ministeriums des Innern, Dr. Jolly, später Minister Malhy. Der Abg. v. Feder ergreift das Wort: Um über den politischen Charakter des von dem neuen Ministerium adoptirten Systems einige Gewißheit zu erhalten, muffe er an den Hrn. Präsidenten des Ministeriums des Innern die Anfrage richten, wie eS mit dem Ministers rantworllichkeils-Gesetz, der Wahlreform, dem Preßgesetz gehalten werden wolle. Bezüglich des lctztern Punktes fühle er sich um so mehr zu einer Anfrage genöthigt, als das Ministerium des Innern durch einen Erlaß vom 28. Juli d. I. in einer Weise vorgegangen sei, welche ihm mit den bestehenden Preßgesetzen nicht vereinbärlich scheine. Ferner gedenke er das Großh. Kriegsmiuisterium zu interpellircn, ob nicht für die Soldaiengeldbriefe, welche mir der Feldpost besöldert und vom Feind weggenommen wur- 849 den, ein Ersatz geleistet werden solle, und ob für daS Fortkommen der im Dienst arbeitsunfähig gewordenen Soldaten gesorgt sei. — Mini- sterialpräsident Jolly: lieber das Ministerverantwortlichkeits-Gesetz hege die Großh. Regierung dieselben Bedenken, welche s. Z. auch in der Kammer geltend gemacht worden seien. Was die Wahlreform anbelange, so sei darüber eine Motion in das Haus eingebracht worden; so lange diese Motion nicht berathen sei und die Kammer ihre Ansicht noch nicht ausgesprochen habe, sehe sich die Regierung zu Schritten in der Sache nicht veranlaßt. Bezüglich des Preßgesetzes habe sich die Großh. Regierung deutlich dahin ausgesprochen, daß sie den vorgelegten Gesetzentwurs unverändert ausrecht erhalten wolle. Der Erlaß vom 28. Juli d. I. verletzte die Preßgesetze nicht. Derselbe wurde hinausgegeben, als ein Theil der Presse in unverantwortlicher Weise über die un Lande befindlichen königl. preußischen Truppen herfiel und sie auf das unbändigste verläumdete. Die Presse erlaubte sich damals confessionelle Hetzereien, durch welche nicht nur der Staat, sondern die ruhige Existenz des einzelnen Bürgers gefährdet wurde. — Abg. von Fever verließt den Erlaß vom 28. Juli und erläutert in längerem Bortrag, warum er ihm zu weitgehend scheine. Namentlich das Verbot des Abdrucks desselben sei kaum zu rechtfertigen. — Ministerial- präsident Dr. Jolly: Wäre dieses Verbot nicht erlassen worden, so hätte die Großh. Regierung gewärtigen müssen, daß dasselbe in kindischer Weise von irgend einem Blatt an der Spitze seiner nächsten Nummer abgedruckt würde; einem solchen Hohn habe man zuvorkommen müssen. Er wiederhole, daß der Erlaß mit den bestehenden Gesetzen nicht i» Widerspruch sich befinde; er besage blos, daß vön nun an die bestehenden Gesetze mit aller Strenge würden angewendet werden. Ein Grund zur Zurücknahme des Erlasses, wie es der Abg. v. Feder verlange, liege deßhalb nicht vor. — Abg. Kiefer: Bei der demnächst erfolgenden Berathung des Friedensvertrags sei Gelegenheit geboten, sich nicht nur über die großen nationalen Fragen, sondern auch über Die innern Angelegenheiten auszusprechen. — Abg. Moll: Er wolle nur constatiren, daß er mit deni Verbot, jenen Erlaß vom 28. Juli abzudrucken, durchaus nicht einverstanderl sein könne. Damit wird dieser Gegenstand verlassen, und die Kammer wendet sich der Tagesordnung gemäß zur Berathung von Gemeinden eingereichter Petitionen über neu herzustellende Eisenbahnlinien und Eisenbahnanschlüsse. An der Debatte über die erste Petition betheiligen sich die Abgg. Roder, Heilig, Kirsner und der Hr. Regierungscommissär, Mi- nisterialrath Muth. Der Abg. Kirsner fragt an, ob die Regierung beabsichtige, die angefangenen Bahnen fortzusetzen und die gesetzlich beschlossenen Bahnen, welche noch nicht angefangen seien, in Angriff zu nehmen; namentlich ob die Bahn von Engen nach Donaueschingen, und von Donaueschingen über Billingen nach Rottweil in der nächsten Zeit ausgebaut werden würde. — Hr. Staatsminister Mathy: Die Bahnen, welche nicht angefangen seien und zu deren Angriff keine vertragsmäßige Verpflichtung bestehe, können in der gegenwärtigen Budgetperiode nicht mehr begonnen werden. Die Linie Radolf- zell-Stockach sei angefangen; die Linie von Stockach nach Meßkirch werde gegenwärtig berathen, und dürfte ebenfalls in Angriff genommen werden. Bezüglich der Linie Hausach-Villingen könne nicht die Zusage gemacht werden, daß noch bedeutende Verwendungen dafür in dieser Budgetperiode gemacht würden. Es bestehe in Triberg eine Bauinspectwn, welche die Vorarbeiten besorge; die von den Ständen für diese Linie bewilligte halbe Million jetzt schon zu vergraben, scheine nicht angemessen; die Bahn werde deßwegen nicht eher fertig werden, ob man »un in gegenwärtiger Zeit, wo Geld schwer zu bekommen sei, jene halbe Million vergrabe oder damit zuwarte, bis der ganze Ausbau der Bahn möglich sei. Die Bahn von Engen nach Donaueschingen würde gebaut, und wenn sie einmal beendigt sei, so werde die Strecke von Donaueschingen nach Villingen, welche keinerlei Schwierigkeiten bietet, bald ebenfalls ausgebaut sein. (Schluß folgt.) * Zur Argenwärttskn Lage. Die Beziehungen zwischen Preußen und Frankreich sollen lhatsäch- lich ihren herzlichen Charakter eingcbüßt haben. An deren Stelle trat eine beobachtende Haltung aus beiden Seiten, die bei der Gereiztheit Louis Napoleons den ersten guten Anlaß benützen wird, um die Spannung bemerklich zu erweitern. So faßt man die Lage im Allge- meinen auf. Spcciell erfährt die „Rh. Ztg." von den Intimen der Wilhelmstraße Folgendes: Der französische Gesandte Benedetti weigert sich noch immer, den Berliner Botschafterposten wieder anzunehmen, wenn er die Fäden nicht wieder dort anknüpsen kann, wo sie der Krieg, dessen Erfolg gewisse Versprechungen unerfüllt ließ, abgerissen hat. Louis Napoleon zögert noch, seine Regierung mit in's Spiel zu ziehen; mit Moustier's Gntritt in's Cabinet ist die Frage noch nicht zur Entscheidung gekominen, ob Benedetti oder eine minder ausgeprägte Persönlichkeit der französischen Diplomatie nach Berlin geschickt werden soll, aber dessen hält nran sich versichert, daß der Groll Napoleons unter der Asche fortglimmt. Die Berichte des preußischen Gesandten in Paris, des Grasen a. d. Goltz, aus Biarritz ermnlyiaen zu keiner anderen Ansicht über die Meinung am französischen Hofe und unter den einflußreichsten Mitgliedern des kaiserlichen Hauses. Der Gesandte soll sich mit einiger Kälte behandelt sehen, überhaupt nur in streng officieller Form mit dem Kaiser verkehren. Graf v. d. Goltz dürfte eine Aeußerung Louis Napoleons erfahren haben, daß Frankreich Unrecht geihan, seine traditionelle Politik zu Gunsten Preußens nur einen Augenblick lang vergessen zu haben. Hätten nur, soll es weiter geheißen haben, 100,000 Franzosen am Rhein gestanden, als die Schlacht von Königgrätz geschlagen wurde, so würde Benedetti nicht Ursache gehabt haben, über Undank Klage zu führen. . . . Als diese Mittheilungen am hiesigen maßgebenden Orte zur Kenntniß gelangten, soll gesagt worden sein: „Preußen ist jetzt die erste Großmacht Europa's. Wir fürchten Niemand als Gott. Wenn Frankreich Krieg haben will, so kann es ihn haben; wir haben ihn führen gelernt und werden mit Gottes Hülfe überall siegen." Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Karlsruhe, 17. Oct. (N. B. L.) Die Budgetcommission hat heute nach längerer Berathung, wie wir erfahren, einstimmig beschlossen, der Kanimer die Ablehnung des Gesetzes über die Steuererhöhung zu empfehlen. Dieser Beschluß ist, wie gesagt, einstimmig gefaßt worden, und ist daher an dessen Annahme in der Kammer selbst nicht mehr zu zweifeln. Auch die Kreditforderung des Kriegsministeriums zum Zweck der Beistellung von Hinterladungsgewehren soll in der Commission kein besseres Schicksal gehabt haben; es wird der Antrag auf Ablehnung gestellt werden. Wahrscheinlich wird man es dem Kriegsministerinm anheimstellen, seinen Zweck durch Ersparnisse an den ihm bereits bewilligten Mitteln zu erreichen. Die Kriegsverwaltung hat jetzt nach Aufhebung des Bundes vollkommen freie Hand, durch thunliche Einschränkungen das ohnehin übergroße Militärbudget zu mindern; es kann sich jetzt nicht mehr auf den Bund berufen und hinter der Bundesmatrikel sich verschanzen, um allen Vorstellungen der Volksvertretung zum Trotz, den Militäraufwand von Jahr zu Jahr zu steigern, und ihn auf eine Höhe zu treiben, die die Kräfte des Landes über Gebühr in Ausprrrch nimmt. — 15. Oct. Der Schwab. Merkur schreibt ans Baden : Man glaubt annehmen zu dürfen, daß in Folge des Ausgleichunasgesetzes eine Summe von beiläufig fl. 800,000, Entschädigung für Quartiergelder, Requisitionen, Beschädigungen re., zur Auszahlung, bezw. Abrechnung gelangen wird. Rastatt, 14. Oct. (B.L.Z.) Im Ganzen kamen bis jetzt 25 Erkrankungen an der Cholera vor mit 18 Todesfällen. Hauptsächlich sind die ärmeren Bewohner davon befallen worden. Es wurde bereits ein Eholeraspital errichtet, wohin alle von der Krankheit Ergriffenen, wenn möglich, verbracht werden. Mit großer Umsicht und Strenge hat man auf polizeiliche Anordnung die Aborte, Gräben und dergleichen entleert und entgiftet. Stuttgart, 16. Oct. Die am Sonntag und gestern hier versammelt gewesenen Abgeordneten süddeutscher Kammern haben als die Aufgabe der — deutsch gesinnten liberalen Partei ausgestellt, in den Kammern und im Volke alle Bestrebungen und Schritte zu unterstützen, welche geeignet sind, den Anschluß der süddeutschen Staaten an denn norddeutschen Bund und daS Anrecht der Nation auf Ein, ganz Deutschland umfassendes Parlament zu verwirklichen oder zu befördern. Namentlich war man darin einig, daß als Ersatz und als Vorbereitung für die volle Verwirklichung dieser Idee Reorganisation des Heerwesens, militärische und diplomatische Allianz mit dem norddeutschen Bund, Neugestaltung des Zollvereins und Ausbildung einer gemeinsamen Gesetzgebung nach Kräften zu befürworten und in diesem Sinne der drohenden Vereinsamung der unter sich selbst nicht einigen süddeutschen Staaten entgegenzuarbeiten sei. — In Frankfurt fanden am letzten Sonntag in einigen Kirchen, als der Geistliche den König von Preußen und das königliche Haus zum ersten Male im Gebet erwähnte, bezeichnende Scenen statt. Etwas Aehnliches ereignete sich im Theater bei der Aufführung des Don Juan. Als der Chor die Freiheitshymne begann, sang das ge- sammte Publikum mit, und mußte der Gesang auf Verlangen wiederholt werden. Man sah sehr viele roth-weiße und schwarz-roth-goldene Abzeichen. — Nach Berliner Meldungen beabsichtigt die preußische Regierung bei de» nächsten Zollvereinsverhandlungen de» Antrag zu stellen, den Zoll für Wein in Fässern auf zwei Thaler für den ganzen Zollverein herabzusetzen. Berlin, 17. Oct. Nach der Nordd. Allg. Ztg. ist die Bildung dreier Heerkörper für die neuen Provinzen auf Grund allgemeiner 849 Dienstpflicht, doch unter möglichster Schonung und Berücksichtigung bestehender Verhältnisse, bevorstehend. Die Journalnachricht., in Nassau habe die Aushebung in bisheriger Weise stattgefunden, ist falsch. — Die Kreuzzeitung meldet: Die Veröffentlichung des norddeutschen Reichswahlgesetzes erfolgt demnächst. — Die Gerüchte vom Rücktritt Patow's sind unbegründet. Wien, 14. Oct. Die „Wien. Ztg." veröffentlicht den Wortlaut des österreichisch-italienischen Friedensvertrags und ein Handschreiben des Kaisers an den Grafen Belcredi. Dasselbe spricht die dankbarste Anerkennung für die werlhvollen Beweise von Treue, für die edle Aufopferung der österreichischen Völker in den vsrflossenen Unglückstagen ans, und beauftragt den Staatsminister, dies zur allgemeinen Kenntniß, besonders auch der Landesvertretungen, zu bringen. Der Kaiser erwartet die angestrengteste Thäiigkeit aller Regierungsorgane, um die durch den Krieg geschlagenen Wunden zu heilen. Wien, 15. Oct. (Presse.) Traurige Nachrichten über das Befinden der Kaiserin Charlotte werden herrte gemeldet. Die Aufregung der hohen Kranken ist einem Zustand der absoluten Theilnahmslosig- keit gewichen. Fast immer liegt sie mit geschlossenen Augen in einem schlafähnlichen Zustande da. Dr. Blanche ist beauftragt, täglich ein Bulletin direkt an die Kaiserin Eugenie einzusenden. Ern Telegramm, das der „Debatte" aus Triest vom 14. October zugekommen, meldet: „Gestern hielten die gegenwärtig in Miramare versammelten Aerzte ein Consilium, welches constatirte, daß für die Wiederherstellung der Kaiserin Charlotte nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit sei. Die Königin der Belgier, Schwägerin der Kaiserin, wird erwartet." Stockholm, 6. Oct. Der nordische Nationalverein in Stockholm hielt am Donnerstag eine Versammlung, in welcher mehrere der bedeutendsten Mitglieder des Vereins sich mit großer Bestimmtheit und Kraft dahin äußerten, daß Deutschland die Macht sei, welcher Skandinavien sich als einer verbündeten anschließen müsie. Ein Redner fügte die Bemerkung hinzu, daß in Deutschland schon seit alten Zeiten her viele Zuneigung für Schweden vorhanden sei, weßhalb man auch von jener Seite keine Ungeneigtheit bei einer politischen Annäherung Schwedens zu befürchten 'habe. Schließlich wurde die Meinung ausgesprochen, die Regierung müsse zur Erringung eines solchen Verhältnisses wirksam austreten. Neuefies. Stuttgart, 17. Oct. (Abgeordnetenkammer.) Der Kriegsminister verspricht eine aktenmäßige Darstellung des Main-Feldzuges. Die Kammer beschließt, die Petitionen wegen Untersuchung der Kriegführung der Regierung zu- zufuhren. Berlin, 16. Oct. Die „N. Pr. Z." sagt: Die Publikation des Wahlgesetzes für den norddeutschen Reichstag erfolgt demnächst. — Das Gerücht von dem bevorstehenden Rücktritt des Civilgouverneurs Frhrn. v. Patow ist unbegründet. Wien, 16. Oct. Es trifft hier so eben die verläßliche Nachricht ein, daß an des Grafen Berg Stelle zu dem wichtigen Posten eines Statthalters des Königreichs Polen der General Graf Heyden ernannt ist. Triest, 16. Oct. (W. T.-B.) Wie die „Triest. Z." meldet, ist das Befinden der Kaiserin von Mexiko unverändert. Die Kaiserin nimmt theilweise Speise und genießt des Schlafes. Der Graf von Flandern unv der Erzherzog Karl Ludwig sind von hier abgereist. Berona, 16. Oct. Die italienischen Truppen sind heute Nachmittag uuter Anführung des Generals Medici hier eingezogen. Eine große Volksmenge war in der Stadt, und in den Straßen war geflaggt. St. Petersburg. 16. Oct. (W. T.-B.) In dem Moment, wo Jschutitt heute Morgen den Strangtod erleiden sollte, schenkte der Kaiser demselben das Leben. Vermischte Rachrichte«. “ Kork, 17. Oct. Am Dienstag den 30. October wird der vor 2 Jahren m's Leben gerufene Hansmarkt hier abgehalteu werden. Die mannigfachen Bedenken, welche gegen diese Einrichtung erhoben wurden, ja selbst einzelne Anfeindungen, welche dieselbe erfuhr, haben nicht vermocht, die Fortentwicklung derselben zu hindern. Der Hanauer Landwirth sieht recht gut ein, daß ihm die Abhaltung eines Hanfmarktes nur nützen und niemals schaden könne. Waren schon auf dem ersten Markte im Jahre 1864 zahlreiche Käufer erschienen, welche beträchtliche Quantitäten angekauft haben, so hat sich deren Zahl im letzten Jahre noch erheblich vermehrt, und sämmtliche aus den Markt gebrachte Waare war in kurzer Zeit um günstigen Preis verkauft. Die Wiederkehr aller jener Käufer, welche in den letzten Jahren hier ihre Einkäufe gemacht haben, steht auch dieses Jahr wieder zu erwarten, da sich dieselben über diese neue Einkaussgelegenheil nur günstig ausgesprochen, und ihr Wiederkommen in sichere Aussicht ge- stellt haben. Voraussichtlich werden sich diesen wieder neue Käufer anschließen und so sich deren Zahl von Jahr zu Jahr vermehren. An Nachfrage fehlt es darum nicht, und ist es nun an den Hanauer Hanfbauern, durch reichliche Zufuhr auf den Markt dafür zu sorgen, daß diese auch in vollem Maaße befriedigt werden kann. — Ans der Ostschweiz, 12. Oct., schreibt man dem „Schnn Mrk." : Nachdem die ersten Fälle von Rinderpest sich sehr rasch aufeinander gefolgt waren und auch noch vor etwa zwei Tagen abermals ein Fall im Kanton St. Gallen vorgekömmen, ist seit fünf, bald sechs Tagen in Graubünden, wohin sie aus dem Voralberg zuerst ge-» schieppt worden war, kein einziger Fall mehr vorgekommen, und Direktor Zangger traf auch aus seiner Reise bis Lauts nicht ein einziges Stück kranken Viehes mehr an, so daß Aussicht vorhanden ist, diese Seuche unterdrückt zu sehen. Auch wird, sofern noch die Woche ohne Krankheitsfall verläuft, nächste Woche schon in Chur die sanitätsräth- liche Umschau gehalten werden, nach deren gutem Verlauf die dreiwöchentliche Kontumazzeit beginnt, und drei Wochen nach dieser, wenn sie gut bestanden ist. dürfen dann wieder Viehmärkte gehalten und Gesundheitsscheine ausgestellt werden. Wenn namentlich diesmal die graubündnerische Bevölkerring durch die Befolgung der sanitätsräthli- chen Vorkehrungen einer Weiterverbreitung der Seuche so wirksam ent- § egeuarbeitete, so mochte dazu viel die Erinnerung an die letzten 90er ahre mit beigetragen haben, als die Rinderpest in manchen Gemeinden den ganzen Viehstand dahingerafft und sie so verarmt halte, daß sie sich heute noch nicht erholen konnten. Bis jetzt ist diese Seuche noch in keinen andern Kanton eingedrungen, somit auch nicht in den Kanton Schafshausen, wie der französische „Moniteur" irrthümlich berichtet. — In Folge der zu Berlin staitgehabten Berathungen wegen der Pariser Ausstellung werden die Regierungen der norddeutschen Staaten einschließlich Sachsens, welche an der Ausstellung Theil nehmen, ihre Ausstellungen der preußischen Ausstellung einfü- gen und ist der ihnen zustehende Raum in unmittelbaren Anschluß an die preußische Abtheilung gelegt worden. Die Vertreter der süddeutschen Staaten: Baden, Bayern, Württemberg und Hessen haben von dem preußischen AussteUiingsplan eingehende Kenntniß genommen uild ihre Bereitwilligkeit zu erkennen gegeben, ihre Ausstellung mit demselben niöglichst »i Einklang zu setzen. Auch in Betreff der Kunstgallerie hat eine Vereinbarung stattgesunden und haben sich tue , Ansichten hier darin begegnet, daß nicht eine örtliche Abgrenzung de? Raumes nach den einzelnen Ländern, vielmehr ein Austausch der Räume nach dem sachlichen Bedürfniß in Aussicht genommen werden müsse. — Hiernach zerfällt die Theilnahme Deutschlands an der Pariser Weltausstellung also doch in zwei Theile, in eine solche des norddeutschen Bundes — und eine der süddeutschen Staaten. Bamberg. Hier erschien eine Flugschrift, unter dem Titel: „Der Bundesselozug i» Bayern 1866", die soeben in neuer Auflage ausgegeben ist und verschlrtngen wird. Hier eine Stelle daraus. „Es war eine verfehlte Wahl, einen Mann von 71 Jahren zu einer Zeit an die Spitze von Armeen zu stellen, wo es galt, durch ^schnelle und Entschlossenheit die Kraft zu verdoppeln. Gewöhnlich siegt die Armee, welche die jüngsten Generäle hat, hier war es auch der Fall. Das Alter ist vorsichtig, sparsam, verzagt, ergreift zu gern die passivste Defensive, statt der kecken Offensive, ist dann selbst zu sehr an Bequemlichkeit, an Ruhe gewöhnt. So kam es denn, daß das Hauptquartier des Prinzen Karl 168 Pferde, 8 Chaisen mit sich führte, eigene Wägen für Silberzeug, Porzellan, Federvieh. Ja, das bayerische Hauptquartier soll nur deßhalb einige Tage später zur Armee ausqebrochen sein, weil die bestellten Leibstühle noch nicht fertig waren. Koche, Friseure und ähnliche Individuen waren in reicher Anzahl vorhandeir. Fürst Taris führte sogar, nebst seinem Küchenwaaen und vier brillanten Eqitipagen, Kaminerdiener und Köchin im Cabriolet mit sich herum. Trotz der Schnelligkeit der Preußen soll der Herr Commandanl der Bundesarmec vor 9 Uhr Morgen» keinerlei Meldung angenommen, Offiziere nur in Galla vorgelassen haben. Gut« Diners zu halten , war eine Hauptsorge des Tags. Während die Preußen daS 8. 850 Bundesarmeekorps verfolgten, wurden fünf Tage lang in der königlichen Residenz zu Würzburg splendide Essen gegeben. Fürst Tarrs hielt eben auch ein Gelage iu Hammelburg, als die Nachricht vom Anrücken der Preußen kam, die er natürlich, da sie störend wirkte, nicht glaubte. Das Alter und die nicht mehr gewohnten Anstrengungen wirkten so, daß königliche Hoheit und ad latus von der Tann auf der Hin- und Herreise von Würzburg nach Tauberbischofsheim zu einem Kriegsrathe mit dem 8. Armeekorps im Wagen schliefen zur Verwunderung der guten Höchberger, die meinten, die Verhandlung, bei der es sich um Sein oder Nichtsein Deutschlands handle, müßte wichtig genug sein, jeden Schlaf zu verscheuchen. Aber ein gutes Gewissen ist ein sanftes Kissen. War das hohe Alter unserer Heerführer schon kein Segen, so noch weniger die hohe Stellung derselben. Als königlicher Pnnz war es mißlich, unter dem bürgerlichen Doktorssohn Benedek zu stehen, es gab Rangstreiligkeiten mit dem erst später gefürsteten Prinzen Alexander; als königlicher Prinz konnte man keinen Mahner dulden, wie General v. Zoller, und mußte ihm Arrest dicli- ren. Diese Strenge traf selbst Offiziere im Dienst, die so unvorsichtig waren, dem prinzlichen Wagen vorzureiten." — (Verstärkte Heizkraft.) In der letzten Sitzung der Berliner polytechnischen Gesellschaft wurde, wie die „N. Pr. Z." erzählt, eines «Mittels gedacht, welches der Graf Ballestrem in Brieg anwendet, um die Heizkratt eines gewöhnlichen Stubenofens zu erhöhen. Derselbe füllt die Horizontalzüge mit Drainröhren an. Die erhitzten Gase streichen durch diese Röhren hin und geben an dieselben den größten Theil ihrer Wärme ab; bei lebhaftem Feuer kommen die Röhren des dem Feuer zunächst liegenden Röhrenbündels bald zum Glühen und veranlassen eine fast vollständige Rauchverbrennung. Während sonst der innere Raum des Ofens nur mit warmer Luft ausgesüllt ist, ist er nach dieser Methode mit einer erhitzten Thonmasse gefüllt, welche die Wärme lange zurückhält. — N u r e i n e r schrieb nicht. Als die Preußen nach dem letzten Welfenkampf bei Langensalza über den Thüringer Wald zogen, um das verbündete Koburger Land von den Bayern zu befreien, lagen sie mehrere Tage in Hildburghausen. In einer nahen Mühle im Werrathale hatten ein paar Dutzend Landwehrmänner Platz gesunden. „Als ich nach dem Mittagessen in die untere Wohnstube trat", erzählte mir die junge Frau des Hauses, „saßen an den Tischen so viele der Soldaten, wie nur Raum finden konnten, hatten die Schreibzeuge herbeigesncht und lasen oder schrieben Briefe. „Nun, da wird wohl an die Herzlichsten geschrieben?" fragte ich. „Wir sind sämmtlich Ehemänner", antwortete Einer; „es kommt selten an uns, daß man uns so viel Rast gibt, Briefe zu schreiben. Um so eifriger benutzt heute Jeder die Gelegenheit, damit Frau und Kinder einmal erfahren, daß wir noch am Leben sind." Und damit griff er wieder nach der Fedcr. Alle waren in ihre Briefe so vertieft, baß ich sie nicht weiter stören wollte. Nur Einer schrieb nicht. Es war ein junger Mann; er saß bleich und den Blick in sich gekehrt im alten, hohen Lehnstuhl. Ich konnt's nicht lassen, ich fragte ihn doch: „Und Sie schreiben nicht mit?" Er sah mich an, daß ich vor dem Blick erschrack. „Nein", sagte er, „ich habe an Niemand in der Welt mehr zu schreiben. Als es daheim zum Abmarsch trommelte, starb ineine Frau in Kindsnöthen. Ich mußte von ihem Sterbebette fort — fort in den Krieg." — Da eilte ich aus der Stube in die Kammer irnd drückte meinen Knaben air's § erz und bat Gott auf meinen Knieen, daß er ihn vor einem solchen immer behüte!" Börse seines Geschäftsfreundes, die unter dem Kopfkissen hervorsah. „Und er schläft!" sagte der unglücklich, Vater leise, ergreift plötzlich «ne Pistole, setzt- dieselbe, ehe Hr. D. sein Vorhaben geahnt, seinem Sohne an die Stirn und zerschmetterte ihm den Schädel. Er wurde deportirt und erhielt nach 10 Jahren die Erlaubniß zur Rückkehr nach Frankreich. Er hatte etwas Vermögen ilnd lebte seit dieser Zeit zu Paris, einsam, in tiefer Schwermuth. Zu der von der Regierung genehmigten Berloosung von 460 titerarisch-artistischen Gegenständen aus der Verlagshandlung von F. M. Reichel in Baden werden »eben Loose ä 14 kr. hier und in der Umgegend ausgegeben. Da die zu verloosenden Gegenstände laut dem auf der Rückseite der Loose aufgedruckten Prospectus literarisch-artistische Prachtwerke ind und zum Zwecke haben, den badischen Schwarzwald und insbe- ondere die Umgegend von Baden zu verherrlichen, so kann man eine Abnahme von Loosen bestens empfehlen. Frucht-Mittelpreise. Ein Centner Achern, 9. Oct. Achern, 16. Oct. Gengenbach, 11. Oct. fl. kr. fl. kr. fl. fr. Warzen . . „ . . 7 36 7 36 7 12 Kernen. _ _ _* _ Halbwaizen .... — — _ _ 4 24 F-es. 5 6 J 6 Korn. 4 6 4 24 4 26 Gerste. — _ _ Welschkorn .... — — _ Haber. — — — — 4 30 Concert-Anzeige. Samstag den 20. b. M., Abends 7 1 / 2 Uhr, im Saale j« den Drei Königen Vocal- und Instrumental-Concert, gegeben von der 12jährigen Violinspielerin Therese Liebe, unter gefälliger Mitwirkung des Herrn Mustkvirectors Pfeiffer, sowie verehrlicher Kunstfreunde hicflgcr Stadt. Das Nähere im Programm. Eintrittskarten k 30 kr. Abends an der Kaffe. Theater in Offenburg. Sonntag den 2 t. Oct.: Esmeralda, die Zigeunerin, oder: Der Glöckner von Notre-Dame. Romantisches Schauspiel in 6 Tableaur von Eh. Birch-Pfeiffer. — In diesen Tagen starb in Paris ein gewisser HL, hochbetagt, ein Mann, dessen Prozeß vor 40 Jahren Aufsehen in der Welt gemacht hatte; Herr X. stand damals an der Spitze eines großen, industriellen Unternehmens, geachtet als ein redlicher Mann von strengem Ehrgefühl und großer Entschlossenheit. Sein Sohn E., 18 Jahre alt, ein Mensch voll böser Neigung, bereilete ihm vielen Kummer. Eines Abends zahlte Herr X. auf seinem Landhailse einem Geschäslsfreunde, Herrn D., in E.'s Gegenwart eine große Geldsumme aus. Um 10 Uhr Wends kehrte Herr D. nach Hause zurück, wobei er durch einen Wald zu gehen hatte; kaum eingetrelen, wird ihm von einem Menschen mit geschwärztem Gesicht und vorgehallener Pistole das Geld abgefordert. Er will sich zuerst vertheidigen, da er bewaffnet war, aber er erkennt den Räuber und wirft ihm die Börse zu, mit welcher derselbe schnell verschwand. Am nächsten Morgen früh kehrt Herr D. zu Herrn £. zurück, theilt ihm den Unfall und den Verdacht mit, daß eS der junge E. gewesen. — „Wir wollen uns überzeugen", sagt S., „kommen Sie." Und mit einer Blendlaterne schleichen sie in E.'s Zimmer, der noch in tiefem Schlafe lag. Sein Vater leuchtet mit der Laterne umher und entdeckt ein Handtuch mit schwarzen Flecken, zwei Pistolen und die Hamburg, <3. Oet. Das hiefige Postdampfschiff Allemannia, Kapt. Trautmann, von der Linie der hamburg-amerikanischen Paketfahrtaktiengesellschaft, ging, erpedirt von Hrn. Aug. Bolten, Will. Miller's Nachffolger, am 13. Oct. von Hamburg über Southampton nach New-Iork ab. Außer einer starken Brief- und Paketpost hatte dasselbe 52 Reisende in 1., 117 in 2. Kajüte und das Zwischendeck mit Reisenden voll besetzt, so wie auch den Laderaum mit Maaren. — Das Hamburg-New-Iorker Postdampfschiff Teutonia, Kapt. Haack, welches am 23. Sept. von hier und am 26. Sept. von Southampton abgegangen, ist am 10. d. M. wohlbehalten in Ncw-Iork angekom- men. (Mitgetheilt durch die General-Agentur des Hrn. C. Herold in Mannheim.) Bremen, 15. Oct. Da« Postdampfschiff des nordd. Lloyd Deutschland, Kapt. H. Wessels, hat gestern seine erste Reise nach New-Hork über Southampton angetreten und nahm außer der Post 712 Reisende und 600 Tonnen Ladung an Bord. Gestern 9 Uhr Vormittags kam die Deutschland am Leuchtthurm vorüber. — (Mitgetheilt durch die Gencrolagcntur von C. Herold iu Mannheim.) Verantwortlicher Redacteur: I. Otteni. — Druck und Verlag der Buchdmckerri von I. Otteni.