er GrteiMuer Hole. Verkündtgungsblatt Kr den Kreis Offenburg und für die Amt»- and AmtSgerichtS-Bezirke Offenburg, Gengenbach, Kork, Oberkirch. M 124. Offenburg, Dienstag den 23. Oktober 1866. Amtliche Generalverfügung. Kork. (Den Ausbruch der Hundswuth im Amtsbezirk betr.) Nr. 8921. Am 17. d. M. wurde in Willstätt ein wüthendcr Hund actödtet, welcher in Willstätt und einigen benachbarten Orten mehrere Hunde gebissen hatte, deren Tödlung sofort angeordnet worden. Wir bringen dieß zur öffentlichen Kenntniß mit der Aufforderung an die HundSbcfißer, diesen ihren Thieren eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen, und wenn sie Zeichen der Wuthkrankheit an denselben bemerken, sofort die vorgeschriebene Anzeige ans Bürgermeisteramt zu machen. Werden a» einem freilaufenden herrenlosen Hunde die Erscheinungen der Wuth wahrgenommen, so ist derselbe, wenn er ohne Gefahr nicht lebend gefangen werden kann, zu tödten. Gelingt dieß nicht, so ist die Ortspolizei desjenigen Orts, nach welchem der Hund seinen Laus genommen, schleunig hievon in Kenntniß zu setzen. Kork, den 20. October 1868 . Großherzogliches Bezirksamt. Frech. Die Kennzeichen der Hundswuth. Die Wuthkrankheit des Hundes, welche bei diesem, so wie bei Füchsen und Wölfen, selten auch bei Katzen von selbst entstehen kann-, gewöhnlich aber durch den Biß wuthkranker Thiere aus andere Thiere und auf den Menschen übertragen wird, ist an folgenden Erscheinungen erkennbar: Der Hund wird traurig, mürrisch, scheu, selbst gegen die ihm vertrautcnPersonen feindlich und zum Beißen geneigt; und der Blick ist wild oder scheu, später matt und trübe, die Stimme eigenthümlich heiser, widerlich bellend und heulend, die Freß- und Trinklust ganz aufgehoben oder ungewöhnlich vermehrt. Er verschluckt ungenießbare Gegenstände, wie Stroh Holz, Haare, Erde u. s w. Eigentlich wasserscheu wird er nur sehr selten. Er verläßt seinen gewöhnlichen Aufenthalt, läuft mit gesenktem Kopfe, mit niederhängcndem oder ein» gezogenem Schweife und schwankenden Ganges, gerade aus oder richtungslos hin und her; glänzenden Gegenständen, auch dem Wasserspiegel geht er dabei bald aus dem Wege, bald stürzt er auf sie los; Menschen unv Thiere, vie ihm in den Weg kommen, fällt er beißend an. Im gewöhnlichen Verlaufe der Krankheit wirv der Hund allmählig erschöpft, und namentlich am Unterkiefer und Hinterlcibe gelähmt. Bei der selten «»'tretenden s. g. stillen Wuth tritt die Lähmung gleich Anfangs ein. In diesem Zustande lebt der Hund längstens noch 8 Tage. Bei den andern Hausthicren äußert sich die Wuth auf ähnliche Weise: fie werden traurig, scheu, wild, fressen nicht, während sie meistens noch trinken, bekommen eine ungewöhnlich heisere Stimme, zeigen ein feindliches Benehmen und suchen nach ihrer Art zu verletzen. Die landwirthschaftlichen Winterschulen betreffend. Nro. 4226. Am 5. November beginnt der Unterricht in den landwirthschaftlichen Winterschulen zu Karlsruhe, Heidelberg und Bühl. Der Zweck dieses volksfaßlichen und bis gegen Ostern nächsten Jahres dauernden Unterrichts, welcher täglich in 6 Stunden ertheilt wirlt', ist, jungen (mindestens fünfzehnjährigen) Landwirthen Gelegenheit zu verschaffen, um die zu einem verbesserten Betrieb ihres Gewerbes erforderlichen Kenntnisse zu erlangen. Das Schulgeld beträgt 15 fl. Anmeldungen geschehen in Karlsruhe bei der Großh. landwirthschaftlichen Gartcnbauschule, in Heidelberg bei LandwlrthschaftScnspcctor Gsell, in Bühl bei LandwirthschaftSlehrer Horn. Karlsruhe, den 1. September 1866. Großherzogliches Handelsministerium. M a t h y. vorstehendes wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß und Nachachtung gebracht. Den 6. September 1866. Großh. Bezirksamt Gengenbach, Kork, Oberkirch, Offenburg. Die Wiesenbauschule betreffend« Die Wiesenbauschule in Karlsruhe, deren Aufgabe es ist, tüchtige Wiesenbauaufscher und Wiesenwärter hcranzubildcn, beginnt am 1. December ihren Unterricht; Letzterer wird unentgeldlich ertheilt und dauert bis Ende Februars des nächsten Jahres, zu welcher Zeit der praktische Unterricht beginnt. Dies wird mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß noch acht junge (mindestens 17jährige) Leute ausgenommen werden können, und daß Anmeldungen unter Anschluß eines Schul- und Leumundszeugnisses und eines Taufscheins bei unferm Wiesen- baumcistcr Abel in Karlsruhe, welcher auch jede weitere Auskunft ertheilt, zu geschehen haben. Karlsruhe, den 1. October 1866. Großherzogliches Handelsministerium. Mathy. Vorstehender hoher Erlaß wird anmit zur Kenntniß der Amtsangehörigen gebracht. Den 4. October 1866. Großh. Bezirksamt Gengenbach, Kork, Oberkirch, Offenburg. An die Gemeinderäthe des Notariatsdistricts Schutterwald. Mit Bezugnahme auf § 128 der Geschäftsordnung für Rotare (Regierungsblatt pro 1864, Nr. 43) mache ich Sic darauf aufmerksam, daß allen Äittheilungen an mich ohne Ausnahme die Gebührenanfprüche beizusetzen find, und daß alle Ausfertigungen, denen die Gebühren nicht speziell beigefügt find, zur Ergänzung zurückgegeben werden müssen. Schutterwald, am 17. October 1866. Der Großherzogliche Notar A. Leiber. Bekanntmachungen. Offenburg. (Bürgermeisterwahlbetr.) Rro. 8771. Der seitherige Gemelnderath Joseph End von Rammersweier wurde als Bürgermeister dieser Gemeinde gewählt, unterm 6. d. M. von Großh. Landcscommissär bestätigt und heute in Pflichten genommen. Offenburg, den 20. October 1866. Großherzogliches Bezirksamt. M o n t f o r t. Kork. (Das Feuervcrficherungswcsen betr.) Nr.8823. Kaufmann Gustav Kahnmann von RheinbischofSheim wird als Agent der Magdeburger Fcuervcrfichenmgs- 852 Gesellschaft für den diesseitigen Amtsbezirk bestätigt. Kork, den 17. October 1866. GroßhcrzoglicheS Bezirksamt. Frech. Osfenburg. (Dm Wiederanfang der katholischen Volksschulen hier betr.) Der Wintercurs an den hiesigen katholischen Volksschulen — sowohl der Knaben- als der Mädchenschule — beginnt Montag den 2 9. October d. I. Offenburg, den 22 October 1866. Der kath. Ortsschulrath Schaible. Holzversteigerung. Petersthal. Aus dem hiesigen Do- mainenwalde „Griesbachcrwald" werden am Mittwoch den 31. October d. I., früh 9 Uhr, in der hiesigen Badwirthschaft folgende Nadelholzsortimente versteigert: 662 Stück Sägklötze, 22'/* Klafter Scheitholz, T% Klafter Prügelholz, 8‘/j Klafter Wcißtannenrinde, 52o Stück Wellen und 2 Loose Schlagraum. Domaincnwaldhüter Roth von hier zeigt das Holz auf Verlangen vor. Petersthal, den 19. October 1866. Großherzogliche Bezirksforstei. B i e h l e r. Holzversteigerung. Aus den Domainenwaldschlägen Gartenbach, Schwarzenbergle, Leimenlöchcr und von Windfällen und Dürrständern aus den Di- strictev I., II., III. versteigern wir bis Dienstag den 30. October 1866 nachstehende Hölzer: a) Tannen: 140 Bauholzstämme, 35 Doppelklötze, 439 Sägklöße, 196 Lattenklötze, 8275 Hopfenstangen, 440% Klftr. Scheit-, 191% Klftr. Prügelholz, ca. 20,000 unaufbereitete Wellen; b) Forlen: 4 starke Nußholzstämme; o) Buchen: 30 Nutzholzklötze, 157-/» Klftr. Scheitholz. Die Zusammenkunft ist Morgens 10 Uhr auf der Herrenwies. HcrrenwicS, den 18. October 1866. *- Großhcrzogliche Bezirksforstci. Mozer. Zell a. H. (Holzvcrsteigernng.) Am Donnerstag den 25. und Freitag den 26. Octbr. d. I. versteigert die hiesige Gemeinde in ihre» Gemeindewalruugen nachstehende Holzsortcn: 380 tannene Stämme, 69 „ Klötze, 461 „ Stangen, 17% Klafter tanncneS Scheitholz nebst einer Parthie Reis z wozu man die Liebhaber höflich einladet. Die Zusammenkunft ist an den besagten Tagen, jedesmal Morgens 8 Uhr, beim Rathhause allda, von wo aus man mit den Steigerer» in den Wald geht. Zell, a. H., den 18. October 1866. Das Bürgermeisteramt. Moßmann. Liegenschaftsversteigerung. In Folge richterlicher Verfügung wird aus der Gantmasse der Eisenbahnbaugcscll- schaft Pfeiffer, Fischer und Comp, in Gengenbach nachbmanntc«, in der Gemarkung Reicheubach gelegenes Grundstück am Montag den 5. November 1866, Vormittags 9 Uhr, im Nathhaus zu Gengenbach öffentlich zu Eigenthum versteigert und endgültig zuge- schlagen, wenn auch der Schäßungspreis nicht geboten wird: Ein Morgen 40 Ruthen Ackerfeld im Hörgerfeld, oben Güterweg, rmten Do- mainenärar, vornen Almend, hinten Güterweg. Anschlag .... 400 fl. Gengenbach, den 15. October >866. Großherzoglicher Notar Seitz. Liegenschaftsversteigerung. In der Verlasscnschaftssache des verlebten Bürgers und Löwenwirths Wunibald Schönberger von Renchen werden die in Nr. 114 und 115 dieses Blattes beschriebenen Liegenschaften , da bei der ersten Versteigerung der Anschlag nicht erlöst worden ist, am Dienstag den 30. October 1866, Nachmittags 2 Uhr, km Löwenwirthshause zu Renchen einer zweiten Versteigerung ausgesetzt, was man 'ücröfTcntticfet. Achern, den 11. October 1866. Großhcrzoglicher Notar Brackenheimer. Offenburg. (LicgenschaftS - Versteigerung.) In Folge richterlicher Verfügung werden die Liegenschaften der Ehefrau des Gantschuldners Friedrich Stockinger von hier Dienstag den 30. October 1866, früh 9 Uhr, auf dem Rathhause dahier öffentlich versteigert, und erfolgt der Zuschlag, wenn der Schätzungspreis oder mehr erlöst wird. Die Bedingungen werden am Steigcrungs- tage bekannt gemacht. Beschreibung. 1) Grundstücks-Nr. 21: 9,8 Ruthen Hof- raithe und 12 Ruthen Garten in der Prädikaturgasse, neben Friedrich Keßler und Georg Schwendemann, mit neuerbautem zweistöckigem Wohnhausc nebst Hinterbau, — tarirt zu . 3500 fl. 2) Grundstücks-Nr. 1344: 192,2 Ruthen Acker im Bühlerfeld, neben Eduard Stöckle beiderseits, — tarirt zu . . 500 fl. 3) Grundstücks-Nr. 2497: 117,4 Ruthen Acker in der Schwärzlach, einers. Martin MandelS Wittwe, anders. Michael Vetters Wittwe, — tarirt zu . 200 fl. Summa 4200 fl. Offenburg, den 27. September 1866. Der Großherzogl. Notar , S e r g e r. Dungversteigerung. Am Donnerstag den 25. October d. I., Vormittags 11 Uhr, läßt die Geincinde Gengenbach einen großen Haufen Dung bei den Zuchtsticrstallnngen in drei Abthcilungen versteigern. Gengenbach, den 12. October 1866. Das Bürgermeisteramt. Abel. Kaiser. Zuchtstierankans. Die Gemeinde Gengenbach sucht einen jungen, schönen und spruqgfähigen Zuchtsticr von Achter Simmcnthaier «der Appenzeller Race anzukaufen. Anmeldungen wollen innerhalb 8 Tagen beim Bürgermeisteramt dahter gemacht werden. Gengenbach, am 18. October 1866. Das Bürgermeisteramt. Abel. Kaiser. O b e r k i r ch. (Stierversteigerung.) Die hiesige Gemeinde läßt am Donnerstag den 25. d. M., Vormittags I I Uhr, auf dem Rathhause einen fetten Wuchcrstier öffentlich versteigern. Oberkirch, den 20. October 1866. Der Gemcinderath. Fischer. Osfenburg. (Güterverpachtung) Herr Notar S erg er von hier läßt am Dienötag den 30. d. M., Vormittags 10 Uhr, im hiesigen Rathhaufe die nachbcnannten in der Gemarkung Offcn- burg gelegenen Grundstücke von Martini d. I. an auf sechs Jahre verpachten: 1. 250 Ruthen Acker auf der Schanz, am Stegcrmattgäßle. 2 . 250 Ruthen Acker im Galgenfelde. 3. 369 Ruthen Acker am Frauenwege mit Bäumen. 4. 349 Ruthen Acker bei der Sägmühle mit jungem Klee. 5. 335 Ruthen Acker daselbst, frisch gedüngt. 6 . Bürgeracker Loos-Nr. 61 im Albertsbosch. Der Eigenthümer wird den Pächtern auf Verlangen die Pachtobjekte vorzeigcn lassen. Hiezu werden die Pachtliebhaber eingeladcn. Offenburg, den 19. October 1866. Rathsschreiberei. G ü t l e. Bad Griesbach. Viehversteigerung. Nächsten SamStag de» 27. d. M., Nachmittags 2 Uhr, lasse ich im Badhanse zu Griesbach gegen Baarzahlnng öffentlich versteigern : 2 gute Zugpferde, 1 Kuh, 4 Schweine (starke Läufer). Griesbach, den 21. October 1866. IockerS Wittwe. Ohlsbach. Fahrnistversteigerung. Fräulein Karolina Kann« läßt ans der Hinterlassenschaft ihrer Mutter, Hauptlehrer Kaunas Wittwe, in ihrer Wohnung dahier Donnerstag den 25. October v. I., Nachmittags 1 Uhr, gegen Baarzahlung öffentlich versteigern:' 1 Secretär, 1 Commodc mit Glaskasten, 1. Kasten, I Bettstatte, 6 Sessel, 1 starken Koffer, Spiegel, Gemälde, I Wanduhr, Kunsthäfen mit Zugehör, einen eisernen Ofen zum Kochen sammt Rohr, Zinn- und Porcellangeschirr, Beuten, sonstige Hausgeräthe und verschiedene Bücher. Fästerverkauf. Es sind 14 Stück weingrüne Fässer, vvn 40V Maas bis 1200 Maas haltend, zu verkaufen — von wem? sagt die Grpedition dieses Blattes. 863 Bohlsbach. (Gütcrverpachtung.) Unterzeichneter läßt als Vormund der Geck'- schen Kinder am Dienstag den 30. d. M., Nachmittags 2 Uhr, im KreuzwirthShauS in Bohlsbach folgende Liegenschaften auf 6 Jahre vervachten: ^ l 1 / 2 Zeuch Acker int Breitfeld, neben Karl Link und Valentin Jvckrrst, in 3 Loos- Abtheilungen. 7 2 Zeuch Acker in der Spiri, neben Jakob Siebcrt und dem Graben. 3. V- Zeuch Acker auf dem Muhrberg, neben Alexander Seeger von Windschläg und Lurk von Bühl. Offenburg, den 22. October lSf'ti. Karl Schreiber. Lautenbach. (Hausversteigerung.) Michael Ztmmermann von Ibach läßt Donnerstag den 25. October, Nachmittags 2 Uhr, im Gasthause zum Sternen hier sein im Ort Lautenbach an der Landstraße gelegenes Wohnhaus mit Stallungen und Backerwerkftätte an den Meistbietenden öffentlich versteigern. Lautenbach, den 15. October 1886. A. A.: Bürgermeister H o fe r e r. Gasthaus-Verkauf oder Verpachtung Zn der Nähe von Offcnburg an einer frequenten Straße ist ein Gasthaus mit Metzig und Sommerwirthschaft nebst Oekonomiege- bäuden unter annehmbaren Bedingungen zu verkaufen oder zu verpachten; auch können 3 große Gärten mit Obstbäumcn, Felder und Wesen bcigegeben werden. Näheres im "öffentlichen Geschäfts-Bureau von C. F. Bannmüllrr _ tn Offenburg. _ Feine Wildprett - Pasteten empfiehlt bestens und find zu haben bei £. I. Adam, Conditor in Offen bürg. . Waarengeschafts-Berkauf. Ein gemischtes Waarcngeschäft in einer Amtsstadt des Kinzigthales, gut gelegen und sehr frequent, ist zu verkaufen. Näheres bei der Expedition dieses Blattes. Gengen bach. (Holzverkauf.) Auf dem Grün nächst des Bahnhofs sind circa 50 Klafter Stockholz, 60 Klafter Anbruch und 18 Klafter Buchenscheitholz dem Verkauf ausgesetzt. Liebhaber wollen sich an Herrn Verwalter B r e ch t e l auf dem Bahnhof oder an die Steingutfabrik Schramberg wenden. Scheuerverkauf. Eine vor 4 Jahren neugcbaute Scheuer mit Schopf und Stallung, in starkem Riegcl- holz gebaut, mit Backsteinen ausgemauert, ist auf den Abbruch zu verkaufen — von wem? ist zu erfragen bei dem Herausgeber d. Bl. H a u f a ch t. K. (Hopfenverkauf.) Ich habe aus Auftrag circa 3 Centncr schöne gute 1865r Hopfen zu verkaufen. Franz Baur, Spediteur. Allgemeine Versorgungs-Anstalt in Baden. Einladung zur Rentenorhebung. Die Mitglieder der Versorgungsanstalt benachrichtige ich hiemit, daß bei mir als Geschäftsfreund der Anstalt vom 29. Octbr. an die Renten für das Jahr 1866 erhoben werden können, sowie ich auch zur Annahme von Beitrittserklärungen für alle Arten von Bexforgungs- und LebensvcrsicherungSverträgen und jeder AuSkunftSertheilung gerne bereit bin. R e n ch e n, den 20. October 1866. Der Geschäftsfreund: A. Schwab. Grabdenkmale. Auf Allerheiligen empfehle ich mein Lager von fertigen Grabdenkmälern von bestem Heilbronner Stein zu äußerst billigen Preisen. Für Dauerhaftigkeit, wie für schöne Ausführung derselben wird stets garantirt. Fr. §pieidler, Mein- & Bildhauer, wohnhaft bei Wittwe König, Gärtnergaffe in Offenburg. Kohlenknchen, ä 24 kr. per Centner, und Coaks, ä 36 kr. per Centner, können abgeholt werden auf der Glasfabrik Offenburg. /einst rectistzirtes Petroleum in Korbflaschen und Original-Fässern, sowie Petroleum-Lampen billigst bei Ford. Hölzlitt jr. __ in Offenburg. BZg? Grabsteine in seinem französischem Sandstein, Marmor und Granit, wie auch Crucifire in Stein und Holz sind stets in großer Auswahl vorräthig bei Bongnrd, Bildhauer in Offenburg, Langestraße. Für Auswanderer. Unterzeichneter befördert Auswanderer nach Nord- und Süd-' 'amcrika, sowie andern überseeischen Ländern über: Antwerpen, Bremen, Hamburg, Havre und Liverpool vermittelst Dampf- und Segelschiffen. Auch werden Gelder von und nach Amerika auf's Billigste besorgt. Der concessionirte General-Agent: Karl Hund in Achern. Zu Vertragsabschlüssen empfehlen sich: Zn Offenburg : Ehr. Feßler. In Wolfach : Hermann Vogt. In Kehl: L. W. Wetzel zum Adler. In Neufreistettr Julius Hanser. 864 Traubenzucker, vorzügliche Qualität, in Kisten von 50 Pfund zum Fabrikpreise bei Castberg & Jiffati, Ritterstraße Nro. 275 in Offenburg. Aiedtliiigt non Mmpitiunentni in Dorf Kehl in einfacher und reichster Auswahl empfiehlt: A. OssWAld, Bildhauer in Ltraßdurg. Näheres zu erfragen bei Hrn. Th. Streitdkrg, Kaufmann in Stadt Kehl. Allgemeine Versorgungs-Anstalt im Großherzogthum Baden. Vom 29. d. M. an werden von mir die Renten pro 1866 ausbezahlt, desgleichen bin ich zur Annahme von Beitrittserklärungen für alle Arten von Verforgungs- und LebenS- vcrfichcrungsverträgen und zu jeder AuskunftS- ertheilung bereit. Offenburg, den 13. October 1866. Der Geschäftsfreund der Anstalt: Th. König. Anzeige und Empfehlung. Der Unterzeichnete hat in der Eigenschaft eines von Großh. hohem Justizministerium bei Großh. Amtsgerichte zu Offenburg ange- stellten Notariats - Assistenten dahier seinen Wohnsitz genommen und wird die unten angegebenen, in der Geschäftsordnung für Notare bezeichneten Geschäfte, als: 1) Fertigung von Urkunden über Rechtsgeschäfte, und zwar: Verträge jeder Art, wie namentlich von Kauf-, Pacht- und Mietverträgen, Cessionen, Schuldverschreibungen, Vollmachten; 2) Privatvermögensaufnahmen und Schuldenrichtigstellungen ; 3) Privattheilungen zwischen Volljährigen; 4) Versteigerungen oder Verpachtungen von Liegenschaften und Fahrnissen; 5) Grund- und Pfandbuchbereinigungen, sowie 6) Stellung von Rechnungen über Pflegschaften und Vermögensverwaltungen u. s. w. zu den, durch Uebereinkommen zu bestimmenden Gebühren zur alsbaldigen und pünktlichen Besorgung übernehmen. Ueber die Rechtsgiltigkeit solcher Urkunden auf die Bestimmung des Landrechtssatzes 1322 sich beziehend, empfiehlt sich zu dcßfallfigen Aufträgen: Offenburg, den 11. October 1866. I. U. Katzenbergrr, pens. Notar, wohnhaft in der langen Straße Nro. 391 im zweiten Stock. Bullrich's Original-Seife. Diese Seife übertrifft alle bis jetzt eri- stirendcn Rasirseifcn, da sie das Barthaar weich macht, und der Schaum sich lange im Angesicht erhält. Niederlage hievon in Stücken, n 21 kr., bei Alexander Reiff in Offenburg. Die heftigsten Zahnschmerzen beseitigen augenblicklich unfehlbar die bewährten Tooth-Ache-Drops Verkauf in Originalgläsern a i8 kr. nur ä ch t in Offen- burg bei C. Fink. £ 3 - Sehnliche Anzeigen beruhen aus An- maßung und Fälschung._ Rammersweier. (Fäfferverkauf.) Bei Valentin Lurk, Küfer in Rammersweier, find 2 Rundfäffer, ganz neue, das eine zu 13 großen Ohm, das andere zu 10 Ohm, zu verkaufen. Offen bürg. (Rübenverkauf) In Nr. 245 der Steinstraße find V- Zeuch weiße Rüben zu verkaufen. Immortellen-Kränze, sowie alle Sorten Kränze und Blumen empfiehlt: Offcnburg. Frau Oesterlein, Mctzgergaffe. Traubenzucker, Prima-Qualität, in beliebigen Quantitäten billigst bei Fer-. Hölzlin jr. in Offenburg. Fäfferverkauf. Weinlagerfäffer von 8, 10 , 40 , 50 Ohm zu 5*/a fl. die Ohm offerirt: Heinrich Rofenfeldt in Karlsruhe. Gichtwatte, unfehlbares Mittel gegen Gliederreißen aller Art, empfehlen, k 18 und 30 kr.: Berthold Reck in Offcnburg. M. Schrempp in Obcrkirch. Apotheker Hermann in Kehl. Emfer Pastillen, durch ihre so vorzüglichen Wirkungen besonders gegen Husten, Ber- schleimung, Maaenschwäche rc. so sehr beliebt, sind stets vorräthigin O ffe n- bürg bei Herrn Alexander Reiff. Die Pastillen werden nur ln etiquettirteu Schachteln versandt. Herzoglich Nassauische Brunneoverwaltung zu Bad EmS. Kalender. Lahrer hinkender Bote, Comptoir-Kalender, Taschen-Kalender, Bad. Geschäfts-Kalender, Offenburger Abreß-Kalender bei C F. Bannmüller in Offenburg. Danksagung. . Allen Denen, weiche die irdische KKG Hülle unserer nach kurzen, aber D schwere» Leiden in einem Alter von JL 12 Jahren dahingeschiedenen lieben jjsSP&B Tochter und Schwester Anna zur «M»»>»letzten Ruhestätte geleiteten, den teilnehmenden Freunden und Bekannten, sowie den Mitschülerinnen der Frühentschlafene« unseren innigsten Dank. Unser Schmerz ist um so tiefer, als wir gerade vor Jahresfrist unseren lieben Gatten und Vater verloren haben. Offenburg, den 19. October >866. Mathilde Schubert, geb. Huber, für sich und ihre Kinder. Dr. de Iong'fchen Dorscli-Lebert lira n empfiehlt: Alexander Reiff in Offenburg. Gegen Zahnschmerz «npfchlen zum „augenblicklichen" Stillen Apotheker Rergmann's Zahnwoffe, patcntirt in den Kaiser!, französischen Staaten, L Hülse 9 kr.: Berthold Reck in Offenburg. M. Schrempp in Obcrkirch. Apotheker Hermann in Kehl. &'B. Für den sofortigen Erfolg ga- rantirt der Erfinder, Apotheker Bergmann in Paris, 70 Boulevard Magenta. Zugelaufener Hund. Am 19. v. M. ist ein mittelgroßer Windhund mit weißem Kopf und weißen Füßen zugelaufen. Der Eigenthümer wird ersucht, gegen Erstattung der Einrückungsgebühr und der Futterkosten in Obcrachern denselben in Empfang zu nehmen. In der Ziegelei Hofweier werden nächsten Dienstag und Mittwoch Ziegel, Backsteine und Kalk ausgetragen. Co aks-Verkauf. In hiesiger Gasfabrik find fortwährend gute EoakS zu haben, der Cciitner zu 54 Kreuzer. Bei Abnahme größerer Par- thien billiger. Kehl, den I. October 1866. 855 -Nachricht Oberkirch. Die neue katholische Kirche dahier wird Sonntag den 28. d. M. eingeweiht. Oberkirch, den 18. Octobcr 1866. Stiftungsvorstand. Anzeige. Rechtsanwalt Blum ist am 23., 24., 25. und 30., 31. d.M. zu O ffenburg lim Ochsen) zn sprechen. In unserer Porzeüan/abrik in Köln (Vorstadt Nippes) finden noch einige tüchtige Dreher für flache und hohe Ärmel, sowie Porzellanmaler für Decor und Randvcrzierung dauernde Beschäftigung. Wiy ör Niffart. Offenburg. Dürres Brennholz in allen Sorten zu ermäßigten Preisen. K. Armbruster & Lie. Obstbäumchen-Verkauf. BeiN. Grether in Kork werden wieder schöne Aepfel- und Birnenstämmchen abgegeben. Fäfferverkauf. Es find 9 Stück runde, 8 bis 10 Ohm, und 8 Stück ovale, 5 bis 10 Ohm haltende, weingrüne Fässer zu verkaufe». Zu erfragen bei Partikulier H. E i s e l e in Karlsruhe. Offenburg. Fäfferverkauf. 3 weingrüne Ovalfässer von 4 u. 11 Obm find zu verkaufen. Bon wem ? sagt die Expedition ds. Bl. Anzeige. In der Sonne in Oberkirch find wieder angekommcn: Eine Auswahl von Steinplatten und eine Parthic der berühmten Rothenburger Schleifläufcr. Offcnburg. (Verkaufs-Anzeige.) Eine Einspänner-Chaise, ein Pferdgeschirr und einen Reitsattel mit Zaum hat billig zu verkaufen: G. Schmidt, zur neuen Pfalz. Verloosung zweier Mgemaldt. Fräulein Anna Barth, früher hier wohnend, nun Malerin in München, läßt mit obrigkeitlicher Genehmigung zwei von ihr selbst gefertigte Oelgemälde, darstellend 1) Eine Mutter aus Alvitto mit ihrem Kinde, nach R i d l i n Rom, gerichtlich tarirt zu . 90 fl. 2) Einen Engel, nach Kaulbach in München, gerichtlich tarirt zu 60 fl. auf der Bürgermeisteramtskanzlei dahier ver- loosen. Die Zahl der Loose auf die beiden Gewinne beträgt 300. Die Gemälde find bei dem Unterzeichneten zur Anficht aufgestellt, und daselbst auch Loose, ä 30 kr. das Stück, zu haben. Die sehr gelungene Ausführung beider Gemälde berechtigt zu der Annahme, daß die Loose bald abgesetzt find, und die Gewinn- Ziehung längstens im Laufe des nächsten Monats stattstnden kann. Das Ergebniß der Ziehung wird durch dieses Blatt bekannt gemacht werden. Offenburg, den 15. October 1866. Alexander Reiff. Gummifchläuche für Bicrpres. fionen find zu haben bei K. Martin, mechanische Werkstätte in Offenburg. Offenburg. (Kartoffelnverkauf.) Bei Bäckermeister Weber sind rothe und weiße Kartoffeln der Sester zu 18 kr. zu kaufen. Offenburg. (Stoppelklee- und Weiß- rüben-Verkauf.) 3 Morgen Stoppelklee und 1 Morgen Weißrüben verkauft billig: Jos. Nonn. Offenburg. (Ackerverpachtung, Kraut- stanve- und Zubervcrkauf.) Unterzeichneter hat seinen Bürgeracker Nr. 50 im Alberts- bosch auf mehrere Jahre zu verpachten. Auch hat er eine große Krautstande, sowie einen noch neuen Zuber zu verkaufen. I. Roth, Schuhmacher. Traubenzucker in vorzüglicher Qualität, in Fässern, Kübeln u. Kisten, fl. 11'/- pr. 100 Pfd. — bet größeren Parthien billiger — frei ab hier, Verpackung inbegriffen, offerircn: Rabus & Stall in Mannheim, _ Zu der'Berloosrmg vo» 460 literarisch-arti- stischen G egenständen aus der Verlagshandlung von F. M. Reichel in Baden werden Loose k 14 kr. abgegeben. Die Ziehung findet noch vor Weihnachten statt. Neue holl. Vollhäringe bei B. Fäßler Wittwe, Gerber straße. Miethegesuch. Offenburg. Sogleich oder bis Martini wird ein Logls von 3—4 Zimmern nebst Zugehör gesucht, nebst einem Platze — Nordseite frei — zum Aufstcllen eines photographischen Ateliers von 36 Schuh Länge und 14 bis 16 Schuh Breite, Offerte werden bei der Erpedition d. Bl. angenommen. Offenburg. Gesucht wird sogleich für eine fremde Herrschaft ein tüchtiges Zimmermädchen. Näheres in der Erpedition dieses Blattes. Offene Lehrlingsstelle. In einem Engrosgcschäste Freiburg'S ist für einen soliden, mit den nöthigen Vor- kenntnissen versehenen jungen Mann und unter günstigen Bedingungen eine Lehrstelle offen. Näheres zu erfragen bei der Expedition dieses Blattes. Oberschopfheim. (Einstehergesuch.) Für den Rest einer Dienstzeit vo» 16 Monaten in der Infanterie, 1. Füfilier- bataillon, wird ein Einsteher gesucht. Jakob Bruch. Offenburg. Zu vermiethen: 2 ausgerüstete Zimmer zu ebener Erde nächst der Bahnhofstraße; ferner können daselbst noch 3 ledige Arbeiter Logis finden — w» ? sagt die Erpedition dieses Blattes. Offenburg. (Geld auszulcihcn.) 1500 fl. Privatgeld find gegen gerichtliche Versicherung auszuleihen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. H c r z t h a l, Amts Oberkirch. (Geld auszuleihen.) Vom hiesigen Armenfond können 200 fl. auf gesetzliche Versicherung dargelichen werden. Rechner F i c ß. Badischer Landtag. Karlsruhe, 17. Oct. (Karlsr.Z.) Schluß der 61. öffentlichen Sitzung der Zweiten Kammer. Der Eommissionsantrag: da? Bittgesuch der 23 Gemeinden der Großh. Regierung empfehlend zu Überwerfen, wird angenommen. Zrrr Petition der Gemeinde Eberbach beantragt die Commission: dieselbe der Grotzh. Regierung zur geeigneten Berücksichtigung zu empfehlen. Dieser Antrag wird von den Abgg. Schaaff und Moll mit warmen Worten zur Annahme vorgeschlagen. Elfterer bemerkt: Wenn der Commissionsbericht aus Voraussetzungen beruhe, deren Verwirklichung nicht ausschließlich in der Macht Badens liege, so zweifle er doch nicht an deren Realisirung und zwar in nicht entfernter Zukunft. Dafür sprächen außer den im Commissionsberichl hervorgehobenen Momenten gewichtige Gründe, welche die Neugestaltung der staatlichen Zustände Deutschlands gefchaffen haben, politisch-strategischer Natur. Die Dieburg- oder Aschassenburg-Neckargemünder Bahn über Eberbach fbr- dere die Beziehungen des Südens mit dem Norddeutschen Bund. ES werde dafür gesorgt werde», daß diese Brücke geballt wird. Zum letzten Mal hoffentlich sei die sogen. Mimlingsbahn in Gestalt einer Petition in die Kammer gelangt, das nächste Mal werde ste ohne Zweifel die Kaminer als Object eines Gesetzentwurfs oder Staatsvertrags beschäftigen. Redner hebt schließlich hervor, wie auch selbst ohne Fortsetzung der Bahn nach dem Norden die Stadt Eberbach mit mehr als 4000 Einwohnern, hohem Steuerkapital, mit ihrem bedeutenden Handel und ihrer blühenden Industrie der besondern Rücksichtsnahme von Seilen der Regierung ilnd der Stände wohl werth sei und die Hereinziehung in das Eisenbahnnetz des Großherzogthums, für sie eine Existenzfrage, zu gewärtigen habe. — Abg. Frick kann dem Commissionsantrag ebenfalls zustimmen, glaubt aber, daß an die Ausführung der Bahn, deren Berechtigung er anerkennt, zunächst nicht werde gedacht werden können, bevor d>e angefangenen Bahnen ihre Vollendung erlangt hätten. Staatsminister ^stathy: Die Bahn sei mit großen Tchwlerigkeiten verbunden: das Steuerkapital der Gemeinde Eberbach, 856 iMdje etma 2 Millionen betrage, würde nicht hinceichen, sie p bauen. W sei beabsichtigt, eine Bahn vom Main nach Eberbach zu bauen? wenn die Gesellfchast, weiche diese Bahir baue, einmal mit dem Bau begonnen oder denselben beendigt habe, so werde dieselbe Gesellschaft auch von Eberbach nach Neckargemünd bauen. Der Eommissionsan- lrag wird angenommen. Zn den Bittschriften von 34 Genieinden der Aemter Waldshut, Boundorf, Donaueschingen und des ehemaligen Amtes Stühlingen, um Erbauung einer Staatseisenbahn von Ober- lanchringen nach Donaueschingen, resp. Anschluß an die Donauthal- bahn beantragt hre Commission: Uehezweisung zur Kenntnißnahme. Abg. Hckting: Wenn die gegenwärtigen Coustellationen aus dem Geldmarkt nicht wären, würde er den Antrag auf „empfehlende Berücksichtigung" stellen. Er bitte aber die Regierung, diese Bahnlinie bis auf bessere finanzielle und politische Verhältnisse im Auge zu behalten. — Ministerialrath Muth: Diele Verhältnisse müssen sich sehr bessern, wenn man an den Bair der Bahn denken wolle; sie koste nach den vorläufigen Berechnungen 18 Millionen und werde, wenn man wirklich baue, wohl noch hoher kommen. Der Commissionsantrag, sowie jener zu den Petitionen: 1) Die Vorstellung der Stadl Müllheim für sich und im Nanien von 64 Geineinden der Aemter Müllheim, Stau- sen, Lörrach, Schönau und Schopsheim um gründliche Untersuchung des Planes der Herstellung einer Verbindung zwischen Mühlhausen und Müllheim. 2) Die Bllte von 66 Gemeinden des Amtes Stockach u. s. w. um Erbauung einer Eisenbahn von Stockgch über Owingen, Salem, Markdorf zur württemb. Grenze im Anschluß an die Bodenseegürtelbahn. Der Antrag, Ueberweisungzur geeigneten Berücksichtigung, wird zum Beschluß des Hauses erhoben. An der Discusston nehmen die HH. Regierungscommissäre, der Berichterstatter und die Abgg. Schaafs, Moll, Seiz, Lenz, Friderich, Heilig, Poppen, Kirsner Antheil. Zu der letztem Petition beinerkt der Hr. Staatsminister Mathy: Es schwebe die Frage noch, ob die Bahn nach dem bayrischen oder würt- lembergischen Plan sortgeführt werden soll. Dringe Bayern mit seinen Vorschlägen durch, so sei für die Markdorfer Linie entschieden; dringe Württeniberg durch, so könne sowohl die Markdorfer als auch die Ludwigshasen-Mecrsburger Linie gebaut werden; nähere Untersuchungen müßten dann entscheiden, welche Linie vorzuziehen sei. Karlsruhe, 19. Oct. (Karlsr. Z.) 62. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer. Von Regierungscoinmissären sind antvesend: Der Präsident des Ministeriums des Innern, Dr. Jolly, und die Ministe- rialräthe Muth und Regenauer. Tagesordnung: Erstattung und Beratung von Berichten der Petitionscommission über verschiedene Petitionen. Hierauf legt der Herr Präsident des Ministeriums des Innern die Wahlakten über die im 18. Städtewahlbezirk Mannheim und im 12. Aemterwahlbezirk Breisach stattgefuudenen Ersatzwahlen vor. Die Wahlen waren bekanntlich durch den freiwilligen Austritt der Abgg. Köpfer und Knies nothwendig geworden und hatten das Er- gebniß, daß im Wahlbezirk Mannheim Kaufmann ^Gustav Hummel von Mannheim, im Wahlbezirk Breisach Bezirksralh Stöcker von Roth- weil aus der Urne hervorgingen. Zur Prüfung der Wahlakten durch die Abtheilungsvorstände ivird die Sitzung ans eine halbe Stunde unterbrochen. — Nach Umflitß dieser Zeit berichtet der Abg. Kirsner über die erstgenannte, der Abg. Achenbach über die letztbczeichnete Wahl. Gründe, welche eine Ungiltigkeirserklärung der einen oder andern Wahl nothwendig machen könnten, sind weder aus den Akten noch den persönlichen Verhältnissen der Gewählten zu entnehmen. Die Commission beantragt deßhalb in beiden Fällen: „Der Wahl die Genehmigung zu ertheilen und darüber in abgekürzter Form zu be- rathen." Die Kammer erhebt den Commissionsautrag zum Beschluß des Hauses, ohne in eine Discnssion einzugehen. Der neugewählte Abg. Hummel nimmt einen Sitz im Saal ein und wird versasjungs- gemäß beeidigt. Sodann gelangen die Gegenstände der Tagesordnung zur Berichterstattung und Berathung. Kie Petenten aus dem Amt Pfullendorf verlangen: Abschaffung des Sprunggeldes und Erhebung von Fohlengeld; der Bedarf von Militärpferden und Zuchthengsten soll im Lande angeschafft werden; Herabsetzung der Brantweinsteuer und Befreiung des eigenen Produkts des Landwirths von jeder Steuer; Verminderung der Salzsteuer; Aufhebung der Fleischaccise, soweit deren Bezahlung solche Bürger betrifft, welche nicht gewerbsmäßig sind, sondern nur zum eigenen Bedarf schlachten; Herabsetzung der Weinstener; Beizug der Kapital- und Klassensteuer-Kapitalien der ortsbürgerlichen Einwohner zu sämmtlichen Gemeindeausgaben, und Beseitigung der Vorausbeiträge der Ortseinwohner. Diese Petition, deren einzelne Billen schon wiederholt im Hause besprochen worden sind, erregt eine längere Debatte. Der Abg. Heilig befürwortet dieselbe bezüglich der 2., 5. und 6. Bitte. Der Abg. Roder stellt zu Bitte 2, der Abg. Richter zu Bitte 6 den nicht unterstützten Antrag ans „empfehlende Ileberwei- fung an das Großh. Staatsministerium". — Der Hr. Ministerialrath Regenauer gibt auf Anfrage die Erklärung ab, daß die Bohrversuche ans Steinsalz bis zur^Tiefe von 500 Fuß fortgesetzt worden seien, und daß man dabei auf Schichten von Steinsalz, deren eine 42 Fuß Durchmesser betrug, gerathen sei; doch sei dieses Salz nicht rein genug, um es verwenden p können. In der Nähe des ersten Bohrlochs werde jetzt ein weiteres niedergetrieben, um über die Ausdehnung, Reinheit und Mächtigkeit des Lagers Gewißheit zu erhalten. Die Bohrversuche seien auch in den letzten Zeiten niemals ausgesetzt worden. — Der Abg. Gerwig würde für den Commissionsantrag ans Uebergang zur Tagesordnung bezüglich der Herabsetzung der Salzsteuer nicht stinimen können, wenn dieser Punkt nicht dadurch bereits erledigt wäre, daß bei der Berathung des Budgets der Salinenverwaltung der Wunsch zu Protokoll gegeben werde, eine Ermäßigung des Viehsalzes eintreten zu lassen, ein Wunsch, dessen Erfüllung st Z. von der Negierungsbank zugesichert worden sei. — Die Abgg. Kiefer und Beck wünschen Zurücklegung der Petition, damit in einer andern Sitztmg, wo Mitglieder des Kriegsministeriums anwesend sein werde», die in der Petition enthaltene Bitte, daß künftig die Militärpferde im Lande angekauft werden sollen, weiter besprochen werden kann. Diesem Antrag tritt die Kammer einstimmig bei. — Der Abg. Obkircher zeigt an, daß der Commissionsbericht über den zwischen Baden und Preußen abgeschlossenen Friedensvertrag, der Abg. Sachs, daß jener über das Kriegs- kosten-Ausgleichnugsgesetz drucksertig seien. Die Kammer genehimgl den Druck der Berichte und ertheilt dem Abg. Grimm den nachgesuchten zweitägigen Urlaub. Schluß der Sitzung. * Zm gegenwartikkn Lage. Unsere Regierung hat am 20. ds. die wichtige Erklärung abgegeben, daß sie den baldigen Eintritt Badens in den norddeutschen Bund erwarte; dieß würde nothwendig eine Reihe von Bestimmungen, welche sich auf das neue Bundesver- hältniß beziehen, nöthig machen. Ferner: In Folge der neuesten Ereignisse stünden wir am Anfang einer tief eingreifenden Umgestaltung Deutschlands; diese werde auch auf unsre inner» Slaatszuställde zurückwirken, sobalv sie einmal vollendet sein werde. Die von der 2. Kammer unsrer Stände zur Begutachtung der mit Preußen abgeschlossenen Waffenstillstands- und Friedensverträge eingesetzte Commission ' beantragt die Zustimmung der Kaminer zu denselben, und verlangt, die hohe Kammer wolle den Wunsch zu Protokoll erklären, daß die Großh. Regierung den Eintritt der süddeutschen Staaten und insbesondere Badens in die Verbindung der norddeul- ichen Staaten mit aller Entschiedenheit erstrebe, daß bei diesen Bestrebungen die Selbstständigkeit des Einzelstaats in ihren inner» verfassungsmäßigen Zuständen nicht nur erhalten, sondern dafür auch eine Gewähr durch die Bundesverfassung erlangt werde, und daß bis zur Erreichung dieses Zieles jede mögliche Annäherung Badens an Preußen und den norddeutschen Bund sowohl auf volkswirthschaftlichen Gebieten, als durch vertragsmäßige Sicherung des Zusammengehens für den Fall eines Krieges und Verabredung entsprechender militärischer Einrichtungen zu erreichen gesucht werde. Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Karlsruhe, 18. Oct. Die Akluarsprüfungen finden zu Koilstanz am 29. October, zu Offenburg am 12. November und zu Freiburg am 19. November statt. Karlsruhe, 18. Oct. Das heute erschienene Regierungsblatt Nr. 60 enthält unter Anderm: 1) Bekanntmachung des Großh. Justizministeriums: Die Besetzung einer Anwaltsstelle in Lahr betreffend. Diese Stelle, die durch den Tod des Anwalts Spreter in Erledigung gekonlmen ist, wird zur Bewerbung ausgeschrieben. 2 ) Bekanntmachung des Großh. Handelsministeriums: Die Ertheilung eines Erfindungspatentes betreffend, und zwar an die HH. Pfaff und Cons., Inhaber einer mechanischen Werkstätte in Eßlingen, für die von ihmn erfundene combinirte Schulbank und Tafel. Aus Baden, 18. Oct. (N.B.L.Z.) Die preußische Regierung hat beschlossen, die in Wiesbaden, Ems und Homburg bestehenden öffentlichen Spielbanken vorerst noch auf unbestimmte Zeit fortbestehen zu lassen, bis in anderiveitiger Weise für diese Kurorte gesorgt worden ist. — Gutem Vernehmen nach beabsichtigt die badische Regierung hinsichtlich des in Baden bestehenden Spiels ein gleiches Verfahren eintreten zu lassen. Die Freude hierüber ist hier selbstverständlich eine sehr große. Vom Mittelrhei», 16. Oct. (N.B.L.Z.) Wie verlautet, soll die Mehrheit unserer Kammermitglieder nicht geneigt sein, die von der Regierung geforderte Summe p Militärzwecken zu bewilligen, und zwar zunächst aus dem Grunde, weil dadurch die leider schon zu lange schwebende und bereits sehr unangenehm gewordene Besoldungssrage 857 bet Volksschullehrer noch weiter in's Ungewisse hinaus verschoben würde. „Was wir wünschen, glauben wir gerne;" und es wäre demnach noch Hoffnung vorhanden, daß diese für den Lehrerstaud so wichtige Sache schon in naher Ankunft znm Anstrag gebracht würde. Wrr wünschen demselben von Herzen Glück dazu! Wenn auch die in dem Gesetzentwurf enthaltenen Bejoldungsansätze der verschiedenen Klassen noch sehr bescheiden zu nennen sind, so dürfte die dadurch gewährte Aufbesserung vom Lehrerstande einstweilen dennoch mit Dank Eingenommen werden, da sie eine Ausgleichung des bisher bestandenen Mißverständnisses zwischen Arbeit und Belohnung, Bedürfnissen und Einnahme bedeutend näher bringt. Freiburg, 18. Oct. (N.B.L.Z.) Aus der gestern stattgehabten Wahl des Abgeordneten unserer Universität in die Erste Kammer wurde Hr. Siaatsminister a. D. Dr. Stabe! mit 16 von 25 Stimmen gewählt. Bohlingen, A. Radolfzell, 13. Oct. Unser Kirchenbau forderte gestern bedauerlicher Weise einige Opfer. Beim Aufziehen der letzten der 3 Uhrentafeln nämlich brachen die zwei Stützen des Hängewerkes, worauf Maurergesell W. Schneller von Lottstetten,^Mechaniker Müller und Soldat I. Hirt von hier sich befanden, und Sämmiliche stürzte» ans einer Höhe von 60—70 Fuß zur Erde. Der Erste verschied nach kurzer Zeit, der Zweite brach ein Bein und ist ganz zerquetscht, der Dritte aber fiel ans Schneller und erlitt nur etwelche Berletzungen. Walldürn, 16. Oct. (N.B.L.Z.) Das hiesige Bezirksamt macht bekannt, daß die Choleraepidemie in hiesiger Stadt nun erloschen ist, damit dem Eintritt hiesiger Einwohner in fremde Bezirke, insbesondere der Zulassung hiesiger Krämer zu Märkten nicht ferner Schwierigkeiten bereitet werden. Stuttgart, 18. Oct. (Karksr. Z.) Die Stände sind durch kön. Rescript auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Der Ausschuß winde bevollmächtigt, die Regierungsvorlagen den Commissionen zuzuweisen. Keine Neuwahl in den Ausschuß. München, 17. Oct. (Niirnb. Corr.) Vorgestern Abends bei dem letzten hieher gehenden Zuge der Ostbahn wurde von einem Conduc- teur der Ostbahn in Regensbnrg ein Füßchen Geld mit einem Betrag von 9800 fl. zur Beförderung nach München übernommen und von demselben in Landshut noch gesehen. Als der Zug in München ankam , war das Füßchen verschwunden. Man ordnete sofort auf der ganzen Strecke mittelst des Telegraphen Nachforschungen an, welche bald zur Auffindung des Füßchens in der Nähe von Feldmoching, wo ein Wäldchen an der Bahn sich hinzieht, führten, doch waren in demselben nur mehr beiläufig 2000 fl. enthalten. Am andern Morgen wurden weitere Nachsuchungen angestellt, da man natürlich das übrige Geld in der blähe versteckt vermnthete, und einem Vorarbeiter der Ostbahn fiel eine mit großen Steinen umlegte kreisförmige Stelle in einer im Wäldchen gelegenen Kiesgrube auf, wo man denn wirklich den fehlenden Theil des Geldes beim Nachgraben fand. Nun ließ man den Platz von Gendarmerie den Tag über bewachen, und richtig stellten sich bei Anbruch der Nacht zwei Bursche mit einem großen Sack ein, urn den Schatz zu heben; sie wurden von den Gendarmen festgenoinmen und sitzen heule bereits hier wohlverwahrt hinter Schloß und Riegel. Es sind zwei hiesige, übelbeleumundete Bursche, >vie wir vernehmen, ein Schneider und ein Maschinenschlosser ihres Gewerbes, die weder gegenwärtig noch je früher in irgend einem Dienstesver- hältniß bei der Ostbahn gestanden waren. Sie hatten sich in den Gepäckwagen einznschleichen gewußt und während der Fahrt das Geldsaß ans demselben hinausgeworfen. Frankfurt, 16. Ocr. Das „Franks. Jonrn." bestätigt das Zeitungsgerücht , daß sich Franksurt in Betreff der Wehrpflicht einer besonders schonenden Behandlung zu erfreuen haben wird. Berlin, 16. Oct. Man schreibt dem Franks. Jonrn.": In diesen Tagen erscheint das Gesetz bezüglich der Wahlen zum Norddeut- jchen Parlament. Mit der Publikation des Gesetzes ist indeß noch keineswegs gesagt, daß die Wahlen nun auch unverzüglich vor sich gehen werden. Für dieses Jahr ist nicht Mehr daran zu denken; etil Termin kann frühestens »ach Abschluß der Friedensverhandlungen mit Sachsen anberaumt werden, da Sachsen als der nächst Preußen bedeutendste Staat des Norddeillschen Bundes unmöglich im Parlament unvertreten bleiben kann. So viel bis jetzt bestimmt ist, wird das Parlament im Kroll'schen Etablisseinent vor dein Brandenburger Thor tagen. Tritt cs z>t Ostern zusammen, so habeil sich, wie augenblicklich die Dinge liegen, die tausendfachen Schwierigkeiten noch rasch beseitigen lassen. Berlin, 17. Oct. (W. T.-B.) Die „Provincial-Corresp." schreibt: „Die Friedensverhandlungen mit Sachsen sind so weit gediehen, daß ihr Abschluß mir nächstem erwartet werden kann." — Der Gcsund- hetkszrrstand des Kaisers Napoleon hak in neuester Zeit in Folge irr- thümlicher Zeitungsnachrichten Befürchtung«» erregt. Es wurde behauptet, die preußische Regierung habe die Mittheilung von einer gefährlichen Wendung in dem Zustande des Kaisers erhalten. Dies ist völlig grundlos. Das Befinden des Kaisers bietet nach zuverlässigen Nachrichten erfreulicher Weise durchaus keinen Grund zu Besorgnissen. . Berlin, 18. Oct. (Karlsr. Z.) Der Bürgermeister von Frank- flirt, Dr. Müller, hat sich heute verabschiedet und wird morgen zur Uebernahme neuer Functionen nach Frankfurt zurückkehr en. ES heißt, derselbe sei zum Oberbürgermeister von Frankfurt ernannt worden. Hamburg, 16. Oct. Die amerikanischen Kriegsschiffe sind gestern früh 7 Uhr elbabwärts abgegangen. Ob sie noch einen Besuch auf der Weser abstaitcn werden, scheint in der letzten Zeit wieder zweifelhaft geworden zu sein. Die Zahl der Besucher des „Miantouomah" von hier, Altona und näherer und fernerer Umgegend wird auf circa 20,000 angegeben. Tyrol, 11. Oct. (A. Z.) Meine Meldung über das drohende Weitergreifen des romanischen Geistes durch Errichtung neuer Klöster hat inzivischen einen ivahrhast erschreckenden Ueberfluß von Bestätigungen gefunden. Die Zahl der Mönche und Nonnen, die aus dem klosterfeindlichen Italien in's Tyroler Land unter den Schatten des Concordats flüchteten, ist so groß, daß überall die Convente mit Zuzüglern überfüllt sind, und znm Unglück für das Land denken diese herangeschwemmten Bruchstücke der walschen Klerisei daran, sich in Tprol bleibend festzusetzen. In Trient und Umgebung werden bis heute wenigstens 6 große Gebäude bezeichnet, denen die Bestimmung zugedacht ist, künftighin dauernde Herbergen wälscher Ordensleute zu sein. In Briren haben sich die aus Padua gekommenen Jesuiten ein großes Anwesen gekauft, Um sich daraus ein Collegium und ein Con- vict für ihre Zöglinge zu gestalten. Endlich hat ein französischer Gönner der Jesuiten, Graf Breda, in dem indristriereichen Dornbirn in Vorarlberg um 140,000 Fr. einen Wohnsitz für italienische Söhne Loyola's angekauft. Alle diese Kaufsakte, die von wälschen Mönchen geschlossen werden, kommen inir vor wie eben so viele Besitzergreifungspatente, mit denen der romanische Geist die „Provinz Tyrol" seinen Gebieten dauernd einverleibt. Was für eine Bedeutung hat, unter so bedauerlichen Vorgängen, der unmnthige Weheruf, den das ganze Land, das eben die Stutzen aus der Hand gelegt, gegen das Vordringen des Wällchthums erhebt? Das Wälschthum hat fa seine Vorwerke und seine Besatzungen schon in Briren und Dornbirn! Wien, 17. Oct. (Karlsr. Z.) Heute Abend reist der am preußischen Hof beglaubigte Graf Felir Wimpffen ab. Er geht indeß nicht direkt nach Berlin, sondern nimmt, nm zunächst sein Abberufungs- schreibcn zu überreichen, den Weg über Kopenhagen. Bern, 15. Oct. (Köln. Z.) Die in Aarau behufs Wahl eines Systems für Hinterladung zur Einführung in der schweizerischen Armee versammelten Experten haben endlich einen Entscheid gefaßt. Derselbe geht laut Mittheilung an bett Bundesrath dahin: „1) Für Einführung einer neuen Waffe sind die Studien und Proben fortzusetzen; 2) für Umwandlung der bereits vorhandenen Gewehre der jchweizerischen Armee ist das von Professor Amtier in Schafshausen verbesserte System „Milbank" angenommen; 3) für die Scharffchützen ist der neu verbesserte Henry-Stutzen einzuführen und sofort eine Anschaffung von 8000 Stück zu machen." Florenz, 13. Oct. Die „offizielle Zeitung" veröffentlicht einen aus Palermo unterm 4. Oct. an den Ministerpräsidenten gerichteten Bericht des Generals Rafaele Cadorna über die Ereignisse von Palermo , welcher mehrere grausenhafte Einzelheiten enthält. Eine grüße Menge von Agenten der öffentlichen Macht ist auf die barbarischste Weise ums Leben gebracht worden. Ein Artillerist ist im Quartier della Vittoria gekreuzigt gesunden worden; man hatte ihm die Augen arrsgerissen und die scheußlichsten Verstümmelungen an ihm vorgc- nommcn. Unfern Saut Antonio wurde ein Carabinier, der nicht: „Es lebe die Republik!" schreien wollte, niedergeschlagen. Die Mönche dieses Klosters zündeten einen Scheiterhaufen an, auf welchen sie den Sterbenden warfen. An den Thüren dieses Klosters und in Monte- reole verkaufte man das Fleisch getödteter Soldaten. Fast alle Klöster gaben den Empörern ZuflnchtsoAer. Die Mönche schossen auf die Soldaten. Man hat im kön. Pallast bemerkt, daß die weißen Benediktiner auf die Truppen schossen. Wenn ein Schutz getroffen hatte, dann rief man: „Es lebe die hl. Rosalic!" In Mifilmeri sielen abscheuliche Mordthaten vor. Ein gewisser Sartorio, ein Wächter der öffentlichen Sicherheit, wurde von den Empörern dazu verdammt, mit den Zähnen zerrissen zu iverden, und die Weiber übernahmen es, dies gräßliche Urtheil auszuführen. Dieser Mann wurde gebunden und geknebelt und die entfesselten Furien stürzten sich ans ihn und zerrissen sein Fleisch mit ihren Zähnen in Fetzen, so daß bald nur noch eine formlose, blutige und zuckende Masse übrig blieb, deren schreckliche Torturen kein« menschliche Zunge beschreiben kann. * 868 Neuestes. Karlsruhe, 20. Oct. Die Commission der Zweite» Kammer für die Waffenstillstands- und Friedens-Verträge beantragt: die Kammer wolle den benannten Verträgen ihre Zustimmung ertheilen und zu Protokoll erklären, die Regierung wolle 1) den Eintritt der süddeutschen Staaten, insbesondere Badens, in die Verbindung der norddeutschen Staaten zur möglichen Wiederherstellung eines Gesammt- deutschlands mit aller Entschiedenheit erstreben; 2) bei diesen Bestrebungen darnach trachten, daß bei der Gestaltung des bundesstaatlichen Verhältnisses nicht nur die hiermit verträgliche Selbstständigkeit der Einzelstaaten in ihren inneren verfassungsmäßigen Zuständen erhalten, sondern dafür auch eine Gewähr durch die Bundesverfassung erlangt werde; 8) bis zur Erreichung des bezeichnet«! Zieles jede irgend mögliche Annäherung Badens an Preußen und den norddeutschen Bund sowohl auf volkswirth- schaftlichen Gebieten, als durch vertragsmäßige Sicherung des Zusammengehens für den Fall eines Krieges und Verabredung dem entsprechender militärischer Einrichtungen zu erreichen suchen. Stuttgart, 19. Oct. Der „Staatsanzeiger" meldet amtlich, daß Graf v. Linden in den Ruhestand versetzt, und Frhr. v. Spitzemberg zum Gesandten in Berlin, v. Ow zum Gesandten ut Florenz und Bern, v. Thumb zum Gesandten in Wien, und v. Soden zum Geschäftsträger in Karlsruhe ernannt worden sind. — Nichtamtlich meldet dasselbe Blatt, daß die Unterhandlungen mit Hrn. v. Beust als österreichischer Minister des Auswärtigen so gut wie abgeschlossen seien. — Wie mitgetheilt wird, soll am 4. November in Stuttgart eine größere Versammlung von Anhängern der verschiedenen Richtungen des großdeutschen Programms abgehaltcn werden. Einladungsschreiben an einzelne Personen, auch in Baden, sollen bereis ergangen sein. Gestützt auf die Beschlußfassung der württembergischen Kammer wird vor Allem die Frage der Einrichtung des süddeutschen Bundes ventilirt werden. Man hofft, den jungen König von Bayern mit der Zeit doch noch für dieses Projekt zu gewinnen, in welchem Falle der Ausführbarkeit desselben nichts mehr im Wege stehen würde. Kassel, 19. Oct. (Karlsr. Z.) Das Gesetzblatt verkündigt eine allerhöchste Verordnung vom 13. d. M., die Militärdienstpsticht in den neuerworbenen Landestheilen betreffend. Die allgemeine Wehrpflicht beginnt nach Maaß- gabe der in der preußischen Monarchie giltigen Bestimmungen mit dem 1. Januar des Kalenderjahres, in welchem der Verpflichtete das 21. Lebensjahr vollendet. Die nach den Landesgesetzen Militärbefreiten bleiben auch fernerhin von der persönlichen Dienstpflicht befreit. Die Bestimmungen für die einjährigen Freiwilligen treten mit der Maaßgabe in Kraft, daß den bis 1868 einschließlich pflichtig Werdenden der Nachweis der wissenschaftlichen Bildung erlaffen bleibt. Leipzig, 19. Oct. (Karlsr. Z.) Eine Versammlung der Nationalpartei von 400 Personen beschloß, dem Votum der Stadtverordneten beizutreten, und beauftragte einen Ausschuß, bei längerer Verzögerung des Friedens die preußische Regierung für die Berufung einer freigewählten Kammer anzugehen, um die Volksinteressen gegen den Widerstand der Regierung zur Geltung zu bringen. Wik», 18. Oct. DaS „Correspondenz-Bureau" meldet, dem Verlauten nach, sei gestern der Abschluß einer Militärconvention zwischen Sachsen und Preußen auf Grund gemischter Besatzung erfolgt; die Organisation der sächsischen Armee bleibe bis zur Beschlußfassung des norddeutschen Parlaments vertagt. Florenz, 19. Oct. (Karlsr. Z.) Heute erfolgt die französische Uebertragung Veneziens an Italien. H a m b u r g, 16. Oct. Das Hamburg-New-Iorker Postdampfschiff Bavaria, Kapitän Taube, welches am 30. Sept. von hier und am 3. d. M. von Southampton abgegangen, ist nach einer sehr schnellen Reise am 15. d. M. wohlbehalten in New-Iork angckommen. (Mitgetheilt durch die Generalagentur von C. Herold in Mannheim.) Verlag der B u ch n e r'schen Buchhandlung in Bamberg. Soeben ist erschienen und zu haben in der Fr. Brann'- schen Buchhandlung (W. Gutschi in Offenburg: Der Mensch und die Ehe. Gesundheitslehre und Physiologie derselben. Natur- und ärztliche Geschichte des Mannes und der Frau in ihren merkwürdigsten Einzelheiten. Ueber die Erzeugung deck Menschen, über Unfruchtbarkeit, Unvermögen, physische Unvollkommenheiten und die Mittel ihnen abzuhelfen. Besonderer Theil: Die schwangere Frau und das Neugeborene. Von A. Debay. Nach der 35. Auflage des franz. Originals deutsch bearbeitet und mit Anmerkungen versehen von Ludwig Hauff. 27 Bogen, eleg. Ausstattung. 1 fl. 45 kr. Diese Schrift ist, wie sowohl die Vorrede als ihr ganzer übriger Inhalt ergibt, auf Förderung der Sittlichkeit und Abschreckung vor dem Laster berechnet und bebt die überwiegenden Vortheile sowie die Bedingungen eines glücklichen ehelichen Lebens, die Nachtheile der Ehelosigkeit, die schrecklichen Folgen der Ausschweifungen und anderer Verirrungen des Gefchlcchtstriebs in höchst eindringlicher Weife hervor, wobei sie zugleich die Mittel bezeichnet, die häufig vorkoimncnden Leiden abzuhelfen. Man sieht sich daher in derselben nicht, wie bet so manche» Schriften der Neuzeit über diesen Gegenstand, auf Recepte und Arcana verwiesen, die viel Geld kosten und nicht helfen. Theater in Offenburq. Dienstag den 23. Oct.: Doctor Wespe, oder: Drei Heiraths- anträge auf einmal. Original-Lustspiel in 5 Acten von R. Benedir. Offenburger /ruchthalle. Markt vom 2«. Octbr. 1866. Frucht- Gattung. Einge- führt. Ausgestellt v. letzten Markt. Verkauft. Mittel- Preis per Centner. Bleiben aufgestellt Eentner« Centn«. Zentner. ft. fr. Waizen . 36 l — 361 7 14 Kernen. — — — — — _ Halbwaizen . . . 93 — 93 5 5 — Korn.. 39 — 39 4 28 — Haber. 21 21 3 37 Gerste. 64 — 64 5 16 Wclschkorn.... 2 “ 2 4 45 — I 580 580 — Das Marktgericht. Verantwortlicher Redacteur: I. Otteni. — Druck und Verlag der Buchdiuckeret ro» I. Otteni.