Der Ortemmer Note. Berkündtgungsblatt für den Kreis Offenburg und für die Amts- and Amtsgerichts-Bezirke Offenburg, Gengenbach, Kork, Oberkirch. M 138. Offenburg, Samstag den 24. November 1866. Die Kreisversammlung für 1886 betreffend. Nro. 9735. Am Donnerstag den 2 9. d. M, Vormittags 10 Uhr, findet im Schwurgcrichtssaale dahier die erste öffentliche Sitzung der diesjährigen Kreisversammlung des Kreises Offcnburg statt. Die Tagesordnung ist: 1) Wahl des Vorsitzenden, seines Stellvertreters und zweier Secretärc; 2) Vorlage der Kreisrechnung für 1805/06 und des Voranschlags-Entwurfs für 1866/67, und Wahl eines Prüfungsausschusses; 3) Berich: des Kreisausschuffes über den Entwurf eines Straßengeseßes; 4) Miitheilung des Kreisausschuffes über die bei anderen Krcisversammlungen des Landes gestellten Anträge einzelner Kreisaus- schüffe über Errichtung von Kreisverpflegungsanstalten, einer Armen-Äinvcrerzichungsanstalt, über Hebung der Viehzucht, über Untcrstützuug von Augenheilanstaite»; 5) Bericht des Kreisausschuffes über den Antrag auf Errichtung einer landwirthschaftlichen Winterschule für den Kreis Offenburg; 6) Abhör und Verbescheidung der Kreisrechnung für 1865/66 und Feststellung des Voranschlags für 1866/67; 7) Aufstellung der Vorschlagsliste für die Ernennung der Bezirksräthe. Offenburg, den 12. November 1866. Der Großh. Kreishauptmann M o n t f o r t. Amtliche Generalverfügungen. Offenburg. (Die Unterstützungen aus dem allgemeinen Lehrgelderfond betr.) Nro. 9717. Die Gemeinderäthe des Bezirks werden aufgefordcrt, etwaige Gesuche um Unterstützung aus dem allgemeinen Lehrgelderfond bis längstens 15. Decbr. d. I. anher vorzulegcn. Die Gesuche sind nach dem Erlasse Großh. Ministeriums des Innern vom 28. August 1829 (Anzeigeblatt Seite 57) und vom 11. März 1865 (Centralverorvnungsblatt Seite 62) zu behandeln. Offenburg, den 20. November 1866.. Großherzogliches Bezirksamt. M o n t f o r t. Oberkirch. (Die Viehzählung betr.) Nr. 7857. Sämmtliche Bürgermeister erhalten die Tabellen: a) über die Viehzählung überhaupt, und b) über die Zählung des Rindviehs mit der Weisung, diese Tabellen bei der Zählung am 3. Deccmber d. I io duplo auszufüllcn und das Ergebniß der Viehzählung bis längstens den 15. December d. I. anher vorzulegen. Oberkirch, den 21. November 1866. Großherzogliches Bezirksamt. Metzger. Bekanntmachungen. Gengcnbach. (Die Conscription für 1867 betr.) Nr. 6256. Das Ausschreiden vom 8. d. M. Nr. 6047/49 und die zugleich verfügte Vermögensbeschlagnahme bezüglich des Johannes Herrmann von Nordrach wird zurückgenommen. Gengcnbach, den 16. November 1866. Größhcrzoglichcs Bezirksamt. _Wc(ß._ Gengcnbach. (Fahndung.) Nr 6479. Vom 5. auf den 6. d. M. wurde in der Knechtskammer des AdlerwirthShauses hier «in Diebstahl mittelst Erbrechens des Kastens versucht. Wir bitten um Fahndung. Gengcnbach, den 20. November 1866. Großherzogliches Amtsgericht. _Pfeiffer._ Oberkirch. (Beistands»Ernennung.) Nr. 6016. Für den unterm 8. Novbr. v. I. wegen Verschwendung mundtodt erklärten Valentin L e p p e r t von Ulm wurde statt de« Anton Amann nunmehr Engelbert «utz von Ulm als Beistand ernannt, ohne »essen Mitwirkung er keine der in L.R.S 5)3 genannten Rechtsgeschäfte vornehmen kann. Oberkirch, den 12. November >866. Grvßherzogliches Amtsgericht, v. W ä n k r r. Offcnburg. (Das Ausheben der Gräben betr.) Nr. 1901. Mit Bezug auf § 17, Ziff 20, der Feldpolizeiordnung werden die Güterbcsitzcr der hiesigen Gemarkung aufgefordcrt, tote Gräben an den Feld- und Bicinalwegeii, sowie in den Feldern, soweit sic Anstößer sind, binnen 14 Tage» zu öffnen, widrigen- die Säumigen als Feldfrevler bestraft werden. Offcnburg, am 20. November 1866. Das Bürgermeisteramt. Schaible. F. A. Kunz. Offenburg. (Stipendicnvcrgebung.) Nr. >900. Aus der Pfarrer Häußler'schen Stiftung find folgende Stipendien zu vergeben : I) Das Stipendium 1. Klaffe, welchc« dcn Zweck hat, daß ein nützliches Handwerk oder eine Kunst gelernt werde, womit Jemand sein Brod im Bürgcrstande erwerben kann, z. B. bei Jünglingen ein Handwerk, bei Mädchen das Kleidcrmachcn, Nähen, Kochen u, s. w., und zwar: ». bereits verfallen 26 fl. 37 kr. u. 21 fl. 40kr.,zus. 48 fl. 17 kr. d. aufAücrheiligen 1867 und 1863 je 21 fl. 40 kr., zus. 43 fl. 20 kr. 91 fl. 37 kr. 2) DaS Stipendium 2. Klaffe, welches die Erlernung höherer Wissenschaften und Künste zum Zwecke hat, a bereits verfallen . . . 43 fl. 20 kr. b. auf Allerheiligen 1867 und 1868 je 43 fl. 20 kr., zus. 86 fl. 40 kr. 130 fl. - kr. Diejenigen, welche sich um diese Stipendien bewerben wollen, werden aufgefordcrt, ihre Gesuche binnen 4 Wochen anher einzu- rcichen. Offenburg, de» 21, November 1866. Der Gemeinderath, Schaible. _ F. A. Kunz. Offcnburg. (Die Vertilgung der Raupennester betr.) Nr. 1902. Die Güter- besißcr der hiesigen Gemarkung werden auf- gcfordert, alle Obstbäume, Zierbäume und Gesträuche in Gärten, Höfen und Weinbergen, auf Feldern und Wiesen, an Straßen und Wegen bis 1. Februar von den Raupennestern zu reinigen und Letztere zu vertilgen, wid- rigens gegen die Säumigen eine angemessene Feldfrevclstrafe erkannt und die ihnen obliegenden Arbeiten auf ihre Kosten vorge nommen werden würden. Offenburg, den 21. November 1866. Das Bürgermeisteramt. Schaible. F. A. Kunz. 944 Zwaugsverstkikerunkswidkrruf. Die unterm 15. d. M. gegen Metzger Karl Hummel von Marlenangekündtgtc, auf den 13. December d. I. anberaumte ZwangsliegenschaftSversteigerung findet nicht statt, nachdem der Schuldner fich über Bezahlung der eiugeklagten Schuld ausgewiesen har. Schutterwald, den 21. November 1886. Der Vollstreckungsbeamte: _ A. Leib er , Großh. Notar. Offenburg. (Nutz- und Brennholz- Versteigerung.) Am Montag den 26. d M-, Morgens 9 Uhr, und Mittwoch, den 28. d. werden die nachverzeichneten Hölzer gegen Baarzahlung vor der Abfuhr öffentlich versteigert, und zwar am örsten Tag: District Hl., Brandeck, Abtheilung 3, 3000 rothrannene Rebpfähle; District 111., Abth. 5, 2500 Stück buchene Wellen; daselbst, Abth. 2, 69 eschene Stangen auf dem Stock, für Wagner geeignet; District II., Fußberg, 5 '/; Klstr. forleneS Brennholz und 16 Loose Buchen- und Weichholzreisig auf dem Stock. Zusammenkunft in der Laube in Zell. Am zweiten Tag: im District 111., Bran- drck, Abth. II, IV- Klftr. eichenes Rebstecken- Holz, 30V» Klstr. buchene, 1'/- Klftr. gemischte Scheiter, 6 Klftr. buchene, 2V- Klftr. gemischte Prügel, da« unaufbereitete Reisig, geschätzt zu 400 Wellen; Abth. 6, 152 eschene Stangen auf dem Stock und Abth. 7, >31 dergleichen, für Wagner geeignet; daselbst, Abth. 12, 3V- Klftr. eichenes Rebstecken- holz, 40 3 /» Klftr. buchene Scheiter, 16 Klftr. buchene, 2'/» Klftr. gemischte Prügel, 850 buchene Wellen und das unaufbereitete Reisig, zu 150 Welle» geschätzt. Zusammenkunft in derLindc in Durbach. Offenburg, den 19. November 1866. Großherzogliche Bezirksforstei. _ v. Böcklin. _ Fessenbach. (Holzver- steigerun^.) Die hiesige Gemeinde läßt am Dienstag den 27. d. M., Morgens % 9 Uhr, tut Gemeinbewalde 240 Stämme Tannen und Eichen, welche sich zu Bauholz und Rebstecken eignen, öffentlich an den Meistbietenden versteigern. Die Zusammenkunft ist am Kuhläger; bei ungünstiger Witterung aber wird die Steigerung im Traubcnwirlhshaüse hier abgehalten. Fessenbach, den 17. Nov. 1860. Das Bürgermeisteramt. Basler. _ Nordrach (Holzversteigerung.) Die Gemeinde Nordrach läßt am Mittwoch den 2ö. d. M., Morgens 9 Uhr, auf ihrem Rathbause nachverzcicbnete Holzgattungcn in schicklichen LooSabtheilungen — zahlbar vor der Abfuhr — an den Meistbietenden öffentlich versteigern, als: a) 90t tanaene und fichtene Stämme, welche fich zu Bau. und Nutzholz eignen; b) 1367a Klafter buchenes S-beiierbolz; e) 777» Klafter tanneneS Scheiterholz; d) 54 Klafter gemischtes Prügelholz; e) 16 Klafter tannencs und fichrencS Reb- steckenholz; f) 70 Spänbuchen; g) 425 Baumpfähle; h) 3425 Rebstecken: i) 2300 Bohnenstecken; k) 1722 Bengelwellen; 1} 3 Loose Reißholz und m) mehrere Loose Schlagraum. Nordrach, den 14. November 1866. Das Bürgermeisteramt. Spitzmüllcr. O p p e n a u. (Versteigerung.) Die Stadtgemeinde Oppenau läßt Freitag den 30. d. M., Nachmittags 2 Uhr, im Gasthaus zur Post allda die Abholzung von 13 Morgen Eichenschälbosch, Abth. 15, auf dem sog. Haldenhof gelegen, öffentlich an den Meistbietenden versteigern. Oppenau, den 21. November 1866. Der Gemcindcralh. Huber. _vdt. Lehmann. Liegenschaftsversteigerrrng. In Folge richterlicher Verfügung werden dem Andreas Kopf mann jung von Diersburg am Freitag den 14. December d. I., Vormittags 9 Ühr, im Geuieindchausc zu Diersburg nachstehende Liegenschaften im Vollstreckungswege zu Eigenthum versteigert: Ein emstöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stall und Zugehörve, nebst 65*/,o Ruthe» Hausplatz, Hofraithe und Hausgarten bei der Säge, neben Karl Feißt, Philipp Kopp jung und dem Weg, tar. zu o25 st. Der Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungs- Preis oder darüber geboten wird. Offenburg, den 16. November 1866. Der Vollstreckungsbeamte: Ed. Dilling er, Notar. Rammersweier. Hausversteigcrung. Die Erben des ff Rebmanns Zakob Li tterst von Rammersweier lassen, rer Erbiheilung wegen, die unten beschriebene Behausung mit Zubchörde Donnerstag den 29. Novbr. 1866, früh 9 Uhr, in der Blume in Rammersweier öffentlich versteigern, und zwar: Grundstücks-Nro. 295 : 140,4 Ruthen Haus- und Hofraithe sammt darauf stehendem Wohnhaus mit Scheuer, Stall, Keller, Trotte, nebst Waschhaus, neben Valentin Räger und Georg Müller's Kindern, — tarirt zu . . 2400 fl. Offenburg, de» 29. Oktober >866. Der Großherzogliche Notar S e r g c r. _ Wirthshausversteigerung. Die Erben des verlebten Grünbaum- wirthS Johann Rauscher von Sand lassen mit obervormundschaftlicher Genehmigung das ihnen eiaenlhüinlich zugehörige, unten beschriebene WirthShauS durch den Unterzeichneten Notar am Donnerstag den 6. Dccbr. 1866, Vormittags 10 Uhr, im Rathhaus zu Sand öffentlich an den * Meistbietenden versteigern. . Die Bedingungen können in der Zwischen- ^ zeit bei dem Unterzeichneten Notar, wie auch bei dem Bürgermeisteramt Sand eingeschea werden. Beschreibung des WirthshaufeS. Lagerbuch-Nro. 71: 128 Ruthen, eine zweistöckige Behausung mit Ser Realwirthschaftsgercchtigkeit zum grünen Baum, mit Scheuer, Stallung, Schopf, Hofraithe und Garten dabei, oben im Dorf Sand, neben der Landstraße und Michael Hetze!, — tarirt zu . 4200 fl. . Kork, den 15. November 1866. A Albert Kaiser, Notar. Fahrnißversteigerung. In Folge richterlicher Verfügung werden am Montag den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, vor dem Rathhause in Windschläg 1 Kuh, 1 Kalb, 1 Wagen, ca. 15 Centner Heu, ca. 15 Centner Stroh gegengleich baarcZahlung öffentlich versteigert. Offenburg, den 20. November 1866. Gerichtsvollzieher Strauß. Fahrnißversteigerung. Baven. Am Mittwoch den 28. und Donnerstag den 29. November werden, Vormittags von 9 Uhr und Nachmittags von halb 2 Uhr anfangend, im Saale des Gasthauses zum »Löwen Baldreit" gegen Baarzahlung versteigert: 14 vollständige Betten in Mahagonp- und Nußbaumholz, 3 Garnituren Polstermöbel, worunter eine antike, 3 Ruhebetten und 4 Fauteuils, 6 Cominodcn, worunter 2 antike, 4 große Kleiderschränke, worunter 2 antike, 6 Chiffoniers, 2 Waschcommoden und 4 Waschtische mit Marmor, 8 vcr- schievene Tische, 2 Glasschränke, 8 Nachttische, tO Spiegel, 18 Rohr- und 6 Polsterstühle, 24 Kupferstiche in Goldrahmen, 8 Oelgcmälde, kupferne und messingene Cass«- rolen, 2 Küchenschränke, 1 Marmormörser, allerlei Küchen- und Hausgeräthschafken, Weißzeug, Vorhänge, Portieres mit Zugehör, Rouleaur, Porcellan und sonst verschiedene Gegenstände. Hierzu werden die Liebhaber cingeladen, Baden, den 21. November 1866. Die Auctions-Anstalt. C a st o r p h. Obcrkirch. (Haus- und Gartenvcr- stcigerung.) Joseph S ch l i ch t i g. Gärtner, läßt Donnerstag den 29. Nov., Nachmittags 2 Uhr, wegen Wegzug sein cigenthüntlicheS Wohnhaus nebst 7» Morgen Garten aus freier Hand gegen baare Zahlung an den Meistbietenden öffentlich versteigern im Gasthaus zum Kreuz. Ratification wirb Vorbehalten. Das Ganze liegt von allen Skiteu frei und ist dcßhald für jedes o-cwerb sehr geeignet. Liebhaber werden hiezu höflich cutgeladen. Rammersweier. (Reben-Berstch- gerung.) Metzger Leo Siefert von Offendurg läßt Montag den 3. December, Nachmittags 2 Uhr, 27a Haufen Reben bei der Laubenlind in der Blume öffentlich versteigern._ Ofsenburg. In der Gerbcrgaffe Nro. 308 werden noch mehrere Kostgänger angenommen. 945 Französische Sprache. Vxzüglich der Stimonce in Nr. 108 dieses Matte« zeige ich an, daß der Unterricht mit de« 4 . k. M. beginnt, »nd weitere gefällige Anmeldungen vom 1. Decbr. ab in meiner Wohnung, Gerberstraße Nro. 313, entgcgen- genvmmen werden. Louis Cruehon, Sprachlehrer aus Lausanne Anzeige und Empfehlung. O f f e u b u r g. Unterzeichneter empfiehlt sich dem geehrten hiesigen und auswärtige» Publikum in allen Sorten Stroh- und Rohrsesseln, sowie auch in allen Reparaturen und im Flechten der alten Sessel. Ich zeige zu- gleich an. daß ich auch alte Möbel in den Wohnungen wieder ftisch aufpolire. Geschmackvolle Ausführung, prompte und reelle Bedienung sichere ich zu. Meine Wohnung ist bei Feldhüter Link hinter dem römischen Kaiser. Christian Schirrich, Seffe lmacher._ Schönreichs Wasserdichte Fettsalbe! zu Chaisen-Geschirr, Stiefeln, Schuhen ein- zufetten und vor jeglichem Eindringen von Wasser, Schnee und allen Feuchtigkeiten zu schützen, — einzig unv allein bei Ferd. Hölzlin jr. _ in Offenb urg._ Für Augenkranke ist Unterzeichneter künftig jeden Sonntag Nachmittag von 2 bis 5 Uhr in Offenburg im Gasthaus zum Ochsen zu sprechen. Lehandlung Unbemittelter unentgeltlich. Karlsruhe, 18. Nov. 1866. Emil Maier, Augenarzt. Danksagung. i Für die große Theilnahme, welche unserm verunglückten Vater und Großvater Andreas Geyer durch Besuche während seines achttägigen Schmerzenslagers erwiesen würde, sowie für die Begleitung der Leiche des in seinem 54. Lebensjahre Hingeschiedenen zu seiner letzten Ruhestätte lägen wir anmit unsern wärmsten Dank. Odelshofcn, den 21. November 1866. Die trauernden Hinterbliebenen. Verkaufs-Anzeige. Circa 400 Sester gute Eßkartoffeln, 30 Centncr Heu, 50 Centner Korn- uud Wickcn- stroh, 20 Sester Wickhafer, sowie gute gebrauchte Teppiche verkauft billig: Z. Wiemer in Fußbach bei Gengcnbach. Ofsrnburg. (.Arbeitgesuch.) Ein kräftiger junger Mann sucht Arbeit als Bäcker- oder Mallerbursche. Zu erfragen in er Ervedition dieses Blatte». Empfehlung von köliüschem Wasser zu Weihnachtsgeschenken. Mein schon lange rühmlichst bekanntes, selbst fabricirtes Kölnisches Wasser, welches nach amtlicher Prüfung untadelhaft befunden wurde, erlaube ich mir hiemit in empfehlende Erinnerung zu bringen. Die gehaltvolle Aechtheit dieses Wassers beurkundet sich durch seine gute Wirkung bei geschwächten Augen, sowie durch seinen angenehme» feinen Parfüm zur Toilette und zur Reinigung der Luft im Zimmer, wenn mau einige Tropfen auf den heißen Oftn schüttet. Ganze Flacons zu 26 kr., halbe Flacons zu 13 kr. Job. Chr. Fochtenberger, Kölner Wasser-Fabrikant an rer Weinsberger Straße. Alleiniges Depot von obigem beliebtem Kölnischem Wasser bei Herrn Frtd. Hölzliu jr. in Offenbu rg._ Offenburg. Neckarthäler und gewöhnlich deutsches Sohlleder, Schmalleder, Java, Kalbleder, Futterleder, Kidd-, Bock- und Lackleder, Schäftchen, Vorschuhe und Schäfte, Werkzeug für Schuhmacher, sowie sämmtliche Schuhartikel empfehlen billigst: Gebrüder: Haberer, Lederhandlung. Steueranlehens-Scheine werden gegen Waaren angenommen. Agenten zum Wiederverkauf gegen angemessene Provision gesucht. Große Verloosung von » a u u» a Pferden, Wagen, Kapitalien und Grundbesitz. Der Verwaltungsrath des Schwefelbades Fiestel bei Pr. Minden bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß das reizende Bad Fiestel mit einem Fläche,iraum von circa 15 Morgen Gartenlandes auf dem Wege der öffentlichen Ausloosung veräußert werden soll. — Außer obigem Gewinn als Hauptgewinn kommen noch eine große Anzahl der schönste« Pferde» Equipagen, Silbcrwaarc« und Dtaats-Prämieu-Loose mit Treffern von: fl. 300,000, 250,000, 200,000, 150,000, 50,000, 46,000, 43,000, 40,000, 32,000, 30,000, re. re. zur Verloosung. Sämmtliche Gewinne müssen in bevorstehender einen Ziehung gewonnen werden, sind Original-Loose, sowie ausführliche Verloosungspläne nur und allein durch unseren General-Agenten bis 12. December a. c. zu beziehen. Ein Original-LooS kostet Thlr. I Pr. Crt. oder fl. 1 . 45. Eilf Original-Loose „ „ 10 „ „ „ „17.30. Gest. Aufträge mit Baarsendung oder Ermächtigung zur Postnachnahme beliebe man baldigst und nur direkt an unseren General-Agenten Herrn Carl Hensler in Frankfurt a. M. zu richten. Der Verwaltungsrath. S» 3’ £ e S u <«■ m Nestaurmtions - Empfehlung. Mit dem Heutigen habe ich zu dem Betrieb deS Gasthauses zum Engel die Restauration im Bahnhof in Hausach übernommen. Indem ich dies dem verchrlichcn Publikum empfehlend anzeige, versichere ich, daß cS mein eifrigstes Bestreben sein wird, meine verehrten Gönner stets prompt und billig zu bedienen. Hausach, den 1. November 1866. Gottlieh Schlietzer. Der L. W. Egers'sche Fenchel-Honig-Ertract wird seiner erprobten Güte wegen vielfach nachgcpfuscht, dcßhalb achte man genau auf Siegel, Etiquette nebst Facfimile, so- wie eingebrannte Firma von L. W. Egers in Breslau. Gpgen alle Hals- und Brustübel, Husten, Heiserkeit, Katarrhe, Krampf-, Keuch- und Stickhusten, sowie gegen Verstopfung und Hämorrhoidal-Bcschwcrdcn ist dieser Ertract von bester Wirkung und nur allein acht zu haben bei Rudolph Laubner in Offenburg. 946 Oeffentliche Erklärung. Ich Unterzeichneter nehme die am 27. v.M. bei Großh. Amtsgericht in Obcrkirch gegen Bürgermeister Vollmer und Cons. von Hcrz- thal gemachte chrenkränkcnde Aussage als Unwahrheit wieder zurück. Bächlehof, den 20. November 1866. Adam Schmitt. Photographische ^Portraits werden fortwährend von Unterzeichnetem gefertigt. Rahmen für Photographien sind vorrathig bei mir billig zu haben. I. Lohmüller, Photograph. 6% Nordamerikanische Staatöobligatiouen, die nach dem Frankfurter Cours zu 9—10"/, rentiren und 1882 voll bezahlt werden, sowie Wechsel nach allen Theilen Amerika's besorgt: Max Wenk in Offcnburg. Eine achtbare Firma in Frankfurt a. M. läßt gegen billige Provision auf sich trassiren. Fraukirte Offerten unter A. A. Nro. 420 poste restante Frankfurt fl. M. Durbach. (Geld auszuleihen.) Valentin Huber in Durdach hat 250 si. Pflcgfchasts- geld auszuleihcn. Durbach. (Freitzchießen.) Das Freischießen in Durbach im Ritter wird am nächsten und an den folgenden Sonntagen fortgesetzt. Christofle's Waaren: Bestecke, Leuch- ter rc. sino allein acht zu haben und verkauft dieselben zum Fabrikpreis: Wilh. Herbstrith, Gold- u. Silberarbciter in Offenburg. Schutterwald. (Einstehergesuch ) Sigmund Kaub von Schutterwald sucht einen Einsteher für 2>,p Jahre zum Grenadier- Regiment. Einstehergesuch. Theodor K ü n z l e aus Roth, Gemeinde Unterharmersbach, sucht für Infanterie einen Einsteher auf 2 Jahre. Abfallholz und Sagspäne find billig zu haben auf den mechanischen Sägmühlen in Gengenbach bei Albert Taubert. Gengenbach. (Fäfferverkauf.) Bei Bernhard M o s e r sind 10 Stück neue Rundfässer, von 30 Maas bis 7 Ohm Gehalt, zu verkaufen. Offenburg. (Zimmervcrmicthung.) Johann Neumaier in der Klostergaffc No. 199 hat ein Zimmer mit Bett, sogleich beziehbar, zu vermicthcn. Offen bürg. (LogiS- und Kostgefuch.) Ein solider Mann sucht ein möblirtcS Zimmer mit Kost bei einer stillen Familie. Näheres bei der Erpedition d. Bl. Offenburg. (Zimmervcrmicthung.) Im neuen Brehm'schcn Hause Nro. 288 ist eine Mansarde mit Bett sogleich zu ver- miethen. Zu erfragen bei Photograph Lvhmüllcr. N u ß b a ch, AmtS Oberkirch. (Geld auszuleihcn.) In dem Pfarrhofbaufond Nußbach können sogleich 300 fl. und bis den 1. Januar wieder 500 fl. zu 4(, pCt. ausgenommen werden., ■i, " Rechner Kirn. Strohbach, A. Gengenbach. (Geld auszuleihen.) Joseph Lehmann in Strohdach hat 1000 fl. Pflegschaftsgeld zu 4 pTt. gegen Obligation auszuleihen. Gengenbach. (Geld auszuleihcn.) Pfleggeld im Betrage von 1000 fl. und 50t) fl. kann gegen gesetzliche Versicherung ausgeliehe» werden. Näheres bei Joseph Jsenmann, Kaufmann._ Commisstelle - Gesuch. Ein junger Mann mit guten Zeugnissen sucht auf 1. Januar eine Stelle, gleichviel in welcher Branche. Näheres durch E. Stein in Gengenbach. Offcnburg. (Dungverkauf.) Ich habe Acker- und Wiescndung zu verkaufen. Kopf, Bierbrauer. TageS-Ordnung zur öffentlichen Bezirksrathssitzung zu Oberkirch vom 27. Nov. d. I.: 1) Die Beschwerde des Anton Höllstern von Winterdach gegen die dortige Gemeinde wegen verweigerter Zulassung zum Antritt des angeborenen Bürgerrechts; 2) die Beschwerde des Lukas S ch l t l e r von Lierbach gegen die dortige Gemeinde wegen Einweisung in den Bürgergenuß; 3) die Beschwerde des Oberlehrers K. Huber von Oberkirch gegen die dortige Gemeinde wegen Umlagcnforderung. rvezirksrath Gengenbach. In der am Mittwoch den 28. d. M. dahier stattfindenden Be- rirkörathssitzung kommt nachstehender Fall zur öffentlich mündlichen Verhandlung: Beschwerde des Wilhelm S u h m von Reichcnbach gegen die Gemeincebehördc dortfechst, Zulassung zum Antritt des angeborenen Bürgerrechtes betreffend. Landwirthschaftliches» 8 Urloffen, 19. Nov. Gestern hielt der landwirthschastliche Verein eine Besprechung dahier ab und kamen folgende Gegenstände zur Abhandlung: 1) lieber Farrenhalkung, 2) über Hagelversicherung, 3) über Düngerbehandlung. Nachdem Heir Obeiamtmann Montfort diese Besprechung mit warmen, Zutrauen erweckenden und für den Landwirth recht verständlichen Worten eingeleiiet hatte, sprach Herr Thierarzt Metzger rn kräftiger Weise über die Farrenhallung; der wesentliche Inhalt dessen Vortrages ging darauf hinaus, den Landwirth zu belehren, daß er nur kräftige Zuchlfarre» von anerkannter und bewährter Rape verwenden solle, und empfahl Redner namentlich die Schweizer Farren, die die beste Gattung für uns wflien; er hob namentlich auch mit Recht hervor, daß aber auch der Landwirth, beziehungsweise die Gemeinden, bei der e i n in a l e i n g e s ü h r t e n guten bewährten Rape konsequent verbleiben solle, da eine Abweichung hiervon schon viele Verluste da und dort herdeigefühn habe. Herr Oekonom Schuck sprach sodann über das Versicherungswesen und namentlich über Hagelversicherungen, wobei die Landwirlhe ermahnt wurden, daß dieselben es niemals unterlassen sollten, nebst dem Hausfünftel und der Fahrnisse auch die aus dem Felde stehenden Etzeugnijse gegen Hagelschaden zu versichern; am besten wäre die Bildung von Versicherungen aus Gegenseitigkeit u. s. w. Herr Ober- amlmann M o n t s o r t nahm hierber Veranlassung, sich darüber zu äußern, warum der Staat diese Versicherung nicht in die Hand nehme, wie man so oft es wünschte, und hob namentlich hervor, daß unser Land zu klein an Umfang wisse, und daß nur große Gesellschaften — seien es private oder aus Gegenseitigkeit gegründete — die ein weites g r o ß e s F e l d der Thätigken — eure sehr große Anzahl Versicherter — vor sich hätten, wirklich gedeihen könnten, und daß es daher an den Landwirthen selbst wäre, solche Gesellschafteu durch Beitritt zu verstärken und zu unterstützen ; daß die neue Slaaislheorie überhaupt aber ja den Bürger aus dev Grundsatz der Selbstverwaltung — also möglichst wenig Bevormun düng von Seiten des Staates — Hinweise; daß es aber leider noch Biele gibt, die schon versichert waren, aber die Versicherung wieder deßhalb aufgaben, weil — kaum glaublich und doch wahr — es ja nicht bei ihnen brenne oder hagele, und sie nur unnützes Geld der Gesellschaft gegeben hätten! (Etwas starker „Tubak" aber leider allzuwahr!) Herr Oberlehrer Huber tadelte auch einige harte Bedingungen solcher Hagelversicherungsgesellschasten und führte namentlich die iöt- stimnrung an, daß für Hagelschaden, der vor oder während der Blülhc entsteht, keine Entschädigung gegeben wird. Bezirksraih Basler wies noch daraus hin, ivie weit ehrenvoller und mannhast ter es wäre, wenn man den Feuerschaden von der Bei siche, ungsge- sellschaft kraft Rechts empfange, stau ihn auf dem Weg« — des B e t r e l n S sammeln zu müssen! Ebenso wies auch Herr GaSdireclor N u ß b a n m auf die Nolhwendigkeit der Versicherungen in beredte« Worten hi». Zum Schlüsse sprach noch Bezirksrath BaSler über Düngerbt- Handlung; er machte die Landwirlhe namentlich auf 3 Punkte aufmerksam, nämlich: 1) daß wir dem Boden immer mehr entziehen, als wir ihm zu- rückgeben, was er an den Aufzeichnungen der landw. Schi,Ir zu Hohenheim nachwies; 2) daß wir deßhalb in Behandlung des Stalldüngers sorgsame- sein, nud 9*7 f t) die Jauche sorgfältig sammeln und nicht durch den Regen auSwaschen lassen sollen. 4) Sollen wir mit künstlichem Dünger, wie in England, Rheinbayern, Rheinpreußcn u. s. w. nachhelfen. Redner ging nun in einzelnen Theilen die Behandlung des Stalldüngers durch und hob namentlich hervor, aus welchen Bestandthei- len der Dünger eigentlich bestehe; es enthält nämlich ein Wagen Dung von 20 Cent. 4 Pfd. Phosphorsäure, 8 Psd. Kali (Pottasche), 2'/ t Pfd. Natron, 12 Pfd. Kalk, 2'/i Pid. Schwefelsäure, 8 Pfd. Chlor- und Kieselsäure (Ammoniak), zusammen 37 Pfd., alles Uebrige wäre Wasser und fliichtlge Theile, während man durch die Ernte dem Boden nahezu 50 Pfd. von diesen für die Nahrung der Pflanzen unentbehrlichen mineralischen Bestandtheilen entnimmt. (Der Wagenladung nach gerechnet.) Wenn man nun den Dung überstreut mit GypS, so werden die flüchtigen Theile — der Ammoniak — zurückgehalten und bleiben also im Düngerhaufen zurück. ES sei durch Versuche nachgewiesen, daß durch Anwendung von 100 Pfd. Gyps, den man nach und nach auf den Dung, in und außer dem Stalle, stieut, 18 Pfd. Ammoniak im Dung bleiben, das heißt denselben am Verflüchtigen hindern und also für den Acker gewonnen werden; 100 Pfd. Gyps kosten etwa 36 — 42 kr., das Pfund Ammoniak hat einen Werth von 18—24 kr., und gewinnt man durch die Auslage für Gyps von etwa 42 kr. also einen Werth von 18 mal 24 kr. das sind 7 fl. 12 kr.; gewiß die bestrentirende Sparkasse! Ein jeder sorgsame Landwirth, der solchen Beweisen gegenüber sticht ganz blind fein will, wird gewiß wohl thun, seinen Dung mit Gpps, Erde und Jauche zu bestreuen und den werthvollsten Bestand- rheil — den Ammoniak — für seinen Acker gewinnen wollen. Redner sagte deßhalb mit vollem Rechte, daß der ärmste Bauer zwar rauchen dürfe, aber einer bei ihm dürfe nicht rauchen — nämlich der. Dünger, denn gerade dieser Rauch besteht aus Ammoniak, und Derjenige, welcher dieses Düngerranchen nicht verhütet, der läßt sich bei offenen Augen bestehlen. Ebenso, fährt Redner fort, verhält es sich mit der Jauche; wer solche nicht in Gruben, die fest verschlossen sind, sammelt, der hat nach Ver- siutz von 8 Tagen bereits */s der besten Theile seiner Jauche — Ammoniak — verloren; wer würde, frug Redner, denn eine Bütte Wein oder Bier auch nur einen Tag offen der Luft und denk Regen aussetzen? Was aber bei dem Wein der Geist ist, der da flüchtig gehet, das ist bei der Jauche das Ammoniak! Ein jeder Land- wirlh, der seine Jauche nicht deckt, zeigt dadurch an, daß er sein Interesse nicht kennt. Redner kam dann noch auf die Anwendung von Kalk und Knochenmehl zu sprechen, konnte jedoch bei der schon weil vorgerückten Abendstunde sich nur kurz fassen. Zum Schluffe machte derselbe noch den bekannten Versuch mit Salzsäure, indem er vor aller Augen etwas Salzsäure in ein Glas goß, das mit Wasser vermischte Erde enthielt, und somit die Gegenwart von Kalk in der genommenen « vrde nachwics, da die Masse alsbald ansing, aufznbraufen. Zum Andenken an diese erste Landesbesprechung zu Urlofsen und zu immerwährender Anregung zur Gypsdiingung trug Redner den zahlreich anwesenden und sehr aufmerksam gewesenen Landwirthen noch einige Sprüchlein vor, mit dem Wunsche, daß Verfasser sic nicht iKvsonst geschrieben habe möge! Sie heißen, wie folgt: 1. Der größte Schaden ist es nicht, Wenn Tabak raucht der ärmste Bauer; Doch raucht des Bauern Düngericht, So steh'r die Armuth auf der Lauer. 2. Gyps und Jauche macht den Mist, Daß er wirklich Gold werth ist. 4. Wie eine Jungfrau will ich's haben. Wenn deine Felder ich soll laben. Bedeckt und vollauf dis zum Hals, Sonst war' ich Suppe — ohne Schmalz. Spricht die Jauche. Darmstadt, 19. Nov. Von welchem günstigen Erfolg der Obstbau, wenn rationell betrieben, ergibt sich aus einer Mikthcilung des Oekonomen G. Einsiedl von Nauheim bei Groß-Gerau, welcher auf V» Morgen geringen Sands IV. Klaffe au« einer Zwetschgenpflan- »oug, bei welcher die Bäume in Ibfüßiger Entfernung stehen, 16 Malier » 3 fl. erzielte, also einen Erlös von 48 fl., oder per Morgen von 197 fl. vereinnahmte. Ueberdies war der Obstpreis in Folge geringer Qualität selbst nicht ein ungewöhnlich hoher und kann daher das Ertragsergebniß als ein durchschnittliches angesehen werden' * Zur gegenwärtige« Lage. In dem preußischen Abgeordnetenhause ist ein intereffanter Zwischenfall eingelreten. Der König von Preußen hat demselben einen Gesetzentwurf vorlegen lassen, wonach es ihm (dem Könige) zustehen soll, den höheren Kriegs- und anderen Beamten, die bei dem Kriege dieses Jahres hervorragende Rollen gespielt haben, aus de» Kriegsgeldern eine Dotation (Ausstattung) von im Ganzen 1,500,000 Thalern zukommen zu lassen. Bei der Vorlage dieses Gesetzentwurfs bemerkte der Minister, es werde höheren Orts darauf gerechnet, daß die Kammer auf jede Discussion über dieses Thema verzichte und dre verlangte Summe in Bausch und Bogen genehmige. Das Abgeordnetenhaus, welches die Verpflichtung hat, die Verwendung der Staatsgelder (und die Kriegsgelder sind es doch ebenfalls) zu prüfen, hielt es mit seiner Würde nicht zu vereinbaren, ohne Discussion diesen Gesetzentwurf anzunehmen, und hat denselben zur Begutachtung an eine Eommission verwresen. — Darüber große Entrüstung im Lager der Feudalen, die durch diesen Beschluß die königliche Würde für beeinträchtigt erklären. Die preußische Regierung wird den Dotationsgesetzentwurf nicht zurückziehen, obgleich ihr die vom Abgeordnetenhaus ungeschlagene geschäftliche Behandlung desselben nicht zusagt und ihr, wie die „Nordd. AUg. Zig." bemerkt, eine schnellere Erledigung willkommener gewesen wäre, ... weil nach Auffassung der Regierung eine solche der Würde des ganzen Gegenstandes inehr entsprochen haben würde. Die Regierung will in der Commission „vertrauensvoll" die Namen derjenigen Männer bezeichnen, für welche eine Belohnung von dem Könige in Anspruch genommen wird. Als Gegenleistung hiesür verlangt sie jedoch dre Genehmigung der Forderung und zwar ohne wettere Dis- cnssion in dem Abgeordnelenhause, und ohne daß demselben die Namen der zu belohnenden Heerführer und die Größe der ihnen zugedachten Belohnungen mrtgetheilt und von ihm erörtert werden. — Bei der Berliner Bevölkerung har der Dotationsplau eine bemerk lich kühlere Aufnahme gefunden, als im Abgeordnelenhause. Für die Berliner ist er, wie „Rh. Ztg." meldet, entweder zu früh oder zu spät gekommen. Im September hätte» sie viel weniger zu erinnern gehabt. Jetzt neigt die Stimmung wieder zur Kritik. Man fragt sich, ob man gewiß sei, alle Berwicnungen, welche die gegenwärtige Ge- neralirät auf die Probe stellen kömue», vollständig hinter sich zu haben, ob schon für die Wiltwen und Waisen der Gebliebenen und für die erwerbsunfähig gewordenen Kämpfer vollauf gesorgt sei, ob Verdienste, die mit einer Auibessernng der Bermögensverhältnisse belohnt werden dürften, blos in den höchsten Stellen zu finden seien, und ob für solche Landwehrleute, die durch den Wehrdienst große Einbußen erlitten, nicht einige Echadloshaltung billig sei, kurz man fragt, wie Leute fragen, welche argwöhnen, es möchte die Benheilung der Belohnungen nicht überall mit den Wünschen im Einklänge stehen. Es besteht darüber kein Zweifel, daß die Landesverlrelung nur an bestimmte Personen Dotationen bewilligen dürfe. Wer von seinen Mitbürgern berufe» ist, den Säckel des Landes zu chüten, ist damit auch berufen, alle Leistungen, für welche aus der Staatskasse Gegenleistungen ein treten sollen, zu prüfen, und mit seinem bürgerlichen Ve> stände z. B. zwischen Moltke und Manteuffel uird zwischen Steinmetz und Boniu Vergleichungen anzustellen. Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Karlsruhe, 20. Nov. Im Ministerium beschäftigt man sich, wie der „Schw. M." hört, mit dem Diätenreglemcnl und der Zusammenfassung aller bezüglichen Vorschriften in einer Verordnung. Karlsruhe, 19. Nov. (N. B. L.Ztg.) Unsere zweite KreiSver- sammlung wurde heute mit einer die Bedeutung dieses jugendlichen Instituts hcrvorhebenden Ansprache von dem Krcishauptmann Herrn Stadldireclor Frhrtt. v. Neubronn eröffnet. Bon der Gesammtzahl der Mitglieder, welche 56 beträgt, waren 53 erschienen. E. G. H. Prinz Karl von Baden lehnt die auf ihn gefallene Präsidentenwahl ab, sofern er der Ansicht ist, cs sei von hoher Wichtigkeit, einen theoretisch und praktisch gebildeten Geschäftsmann, der mit den einschlägigen Gesetzen genau vertraut, zum Vorsitzenden zu haben. Die Wahl siel nun auf den Ministerialrath Hrn. Turban, woraus der großh. Kreishauptmanu die Versammlung für constituirt erklärt. Das Präsidium geht nun zur Beralhnng der Berichte und Anträge des KreiSausschuffeS über; 948 Die Mit dem großh. Handelsministerium vorgelegten Grundzüae zu MM «eiten Gtrahengefetz, wöbet der Antrag des KreisauSschusse» zu Mer kängeren Debatte Veranlassung gibt, die schließlich dahin führt, daß der Berichterstatter des KreiSauSschnsseS, Hr. Ministerialrath Waüi, den Antrag des Ausschusses zu Grundzug I». zurücknimmt und beantragt, den Regierungsentwurf zu belassen und nur in demselben statt die „Staatsverwaltungsbehörde" die „zuständige Behörde" zu setzen, welchem Wunsche einstimmig Folge gegeben wurde. Nachdem so der Grundzug III., wie ihn der Regierungsentwurf gibt, mit der eben angedeuteten kleinen Abänderung angenommen war, ging man zur Be- ralhung des Grundzugs IV. über, der eine längere Debatte und vier Anträge veranlaßte, von welchen der vierte von Hrn. Eisiitger gestellte: „Die Gemeinde soll >/,, der Kreisverband ‘A und der Staat 2 n der Kosten zur Unterhaltung der Landstraßen beitragen", die große Mehrheit der Stimmen auf sich vereinigt, in Folge dessen der Regierungsentwurf, dem der Ausschuß beigetreten war, abgelehnt ist. In der darauf folgenden Nachmittagssitzung beschließt die Versammlung mit großer Stimmenmehrheit nach Antrag des Ausschusses, daß bei Einreihung einer Straße in die Landstraßen, sowie beim Ausscheiden auS dieser Kategorie die Zustimmung der Kreisversammlung erforderlich sei. Schließlich wurden die weiteren Zifsern des Grundzuges IV mit den von dem Ausschuß angebrachten unbedeutenden Modificatio- nen angenommen und im Uebrigen das Gesetz nach dem Entwurf und den Anträgen der Ausschusses genehmigt. — Die Kreisversammlung hat heute die Bitte der Gemeinden Heidelsheim, Ubstadt, Stettfeld, Langenbrücken, Mingolsheim und Untergrombach um Uebernahme und Unterhaltung der dortigen Vicinal- straßen auf den Kreisverband abgelehnt; dagegen aber beschlossen, an die Großh. Regierung die Bitte zu richten, es möchte in thunlichster Bälde ein Straßengesetz mit den Ständen vereinbart werden. Karlsruhe, 21. Nov. Die Kreisversammlung beschäftigte sich gestern noch milder Frage über die Sorge für die Augenkranten des Kreises. Der Antrag des Kreisausschusses, es werde für entsprechend und zweckmäßig anerkannt, daß der Kreis die den Gemeinden obliegende Verpflichtung, für ärztliche Behandlung und Verpflegung armer Augenkranken des Kreises zu sorgen, erfülle, und zu dem Ende mit einer Augenheilanstalt in ein Vertragsverhältniß trete, angenommen. Dem Kreisausschusse wurde überlassen mit der einen oder beiden Heidelberger Augenheilanstalten Verträge abzuschließen. Im letzteren Falle bleibt den Patienten bei Benutzung der Anstalten die Wahl. An die Anstalten soll 45 Kreuzer per Kopf und Tag bezahlt werden. Zur Beschaffung der Kosten haben die Gemeinden Vorausbeiträge zu leisten. Lahr. Freitag den 16. d., Abends 8 Uhr, hat im Rappensaale eine Sitzung und Berathung deS hiesigen Gewerbevereins darüber stattgefunden, ob im Jahr 1867 hier in Lahr eine Gewerbeausstellung unternommen werden solle. Der Vorstand des Gewerbevereins, Herr G. Schaller, befürwortete den Antrag und forderte die Anwesenden auf, sich darüber zu äußern. Von mehreren Seiten, besonders auch von Herrn Stadtdirector Gucrillot, welcher eingehender den Nutzen für hiesige Stadt darlegte, lebhaft unterstützt, und nachdem nur von einer Seite, ohne Anklang zu finden, das Bedenken geäußert wurde, ob wegen der Pariser Ausstellung das nächste Jahr der geeignetste Zeitpunkt wäre, wurde der Vorschlag zum Beschlüsse erhoben. Hieraus erwählte man einen Ausschuß von 12 Mitgliedern, welcher die Vorarbeiten zu dem Unternehmen in die Hand zu nehmen hat. Es wird jedenfalls von großem Interesse sein, die letzte Lahrer im Jahr 1842 stattgehabte Ausstellung mit der kommenden vergleichen zu können. Möge das Unternehmen zum Wohle und Gedeihen unserer Vaterstadt und deren Industrie gelingen. (L.A.) Lahr, 17. Nov. (L. W.) Die evangelische Gemeinde wird es am heutigen Sonntag freudig begrüßen, daß Gemeinderath und engerer Ausschuß in gestriger Sitzung einstimmig den Beschluß gefaßt haben, dem Antrag des Kerchengemeinderaihs Folge zu geben und unlerm verehrten Herrn Pfarrer Werner eine entsprechende Gehaltszulage in widerruflicher Weise aus Gemeindeinitteln zu bewilligen. Lahr, 17. Nov. (L. W.) Purch Beschluß des Gemeinderaths und Ausschusses vom Gestrigen, wurde dem Beschluß der Spital- und Armeecommission, wonach die Verwaltung des Spitals den Diaconis- smnen übergeben werden soll, die Zustimmung ertheill. Frciburg, 20. Nov. Die Kreisversammlung Freiiurg hat gestern unter dem Vorsitze des Oberbürgermeisters Fauler ihre Sitzungen begonnen. Zur Verhandlung kamen die Anträge auf Einführung einer neuen Dienstbotenordnung, die Errichtung von Kreisarmenhäusern und die Errichtung einer landwirthschattlichen Winterschule. Es wurde mit großer Mehrheit beschlossen, die Großh. Staatsregierung um eine Durchsicht der bestehenden Gesetze und Verordnungen über das Dienstbstenwesen zu bitten, von Errichtung eines Kreisarmenhauses Umgang zu nehmen, dagegen die mehr im Bedürft niste gelegene Herstellung von Bezirksarmenanstalten anzustreben und eine landwirlhschastliche Winterschule in der Stadt Fretburg aus Mitteln des Kreisverbandes zu errichten. Schopfheim. Wie nöthig es ist, auch bei Behandlung der gewöhnlichen Dreschmaschinen Vorsicht anzuwenden. beweist ein sehr trauriger Vorfall, der sich gestern Abend in Maulburg ereignet hat, indem ein junger Manu, der Landwirth I. F. Dreher, bei dem Gebrauche der Dreschmaschine von derselben ergriffen und ihm die linke Hand und der Vorderarm dermaßen zerquetscht wurde, daß ihm heute Morgen um 7 Uhr dieser abgenommen werden mußte. Lörrach, 16. Nov. Die Kreisversammlung hat ihre Sitzungen beendet und die Errichtung von Zuchtfarren-Stationen, sowie die Unterbringung der Augenkranten des Kreises auf dessen Kosten in der Manz'schen Klinik zu Freiburg beschlossen, dagegen die beantragte Gründung von Kreisverpslegungs- und Kreis Wa>iena»stalten, sowie von landwirthsch. Winterschulen abgelehnt. München, 20. Nov. Nach der „Pf. Ztg." stünde der Einmtt des früheren badischen Ministers des Aeutzern, Frhrn. v. Evelsheim, in das bayerische Eabinet in Aussicht. Kisfingen, 19. Nov. Se. Mas. der König ist, nachdem er eenen kurzen Aufenthalt in Schweinfurt genommen hatte, gestern Mi- tag um 1 Uhr hier eingetroffen. Se. Maj. empfing die Gemeinde- collegien und viele beurlaubte Soldaten, welch Letztere von ihm beschenkt wurden. Um 4 Uhr erlheilte der König den Aerzten, baunher- zigen^Schwestern und Beamten Audienz. Abends wurde Sr. Maj. eine Serenade gebracht; die Beleuchtung der Stadt wurde durch Schneegestöber verhindert. Heute besichtigte der König das hiesige Schlachtfeld. Der Stadt Kissingen hat Se. Maj. ein Geschenk von 2000 fl. gemacht. Salzburg, 19. Nov. In der Rede zur Landtags-Eröffnung äußerte der Landeshauptmann: Wir sind aus Deutschland ausge- schreden, werden aber dennoch Deutsche bleiben. Erzbischof Tarnoczy tügtc bei, daß das Land betrübt sei über das Ausscheiden Oesterreichs aus Deutschland. DreSven, 17. Nov. Die „Dresden. Nachr." sprechen die Befürchtung aus, daß auch die französische Gesandtschaft hier über kurz oder lang ihre Funktionen einstellen werde/ Auf Grund cingezogener Erkundigung kann das „Dresden. Journ." versichern, daß zu einer solchen Befürchtung zur Zeit keine Veranlassung vor liegt. — Unter den an die Kammer gelangten Regierungsvorlagen befindet sich auch das Reichswahlgesctz für den norddeutschen Bund. Berltt», 19. Nov. Im Budget des Marineministeriums sind unter den außerordentlichen Ausgaben angesetzt: 4,120,000 Thlr. zttr Anschaffung und Armirung von drei Pauzersregatten, 200,000 Thlr. zur Herstellung anderer Kriegsschiffe, 1,320,000 zur Fortsetzung der Kriegshafen-Bauten am Jadebusen und 500,000 zur Herstelütng und Befestigung des Marineetablissements an der Kieler Bucht. Berlin, 20. Nov. In diesen Tagen kehrten 32 preußische Un- terthauen, welche sich als Mitglieder des Taczanowski'schen Jnsurgen- tencoips an dem polnischen Aufstande von 1863 betheiligt hatten, und im September jenes Jahrs in russische Gefangenschaft gerathen waren, nach dreijähriger Deportation ans Sibirien in ihre Heimath zurück. Sie waren auf Reklamation der preußischen Regierung ichon zu Anfang Septembers in Freiheit gesetzt, hatten aber volle 8 Wochen zu ihrer Zurückbeförderung bedurft. Nach ihrer Aussage sollen noch viele Leidensgefährten aus der Provinz Posen in den Bergwerken Sibiriens schmachten, für deren Befreiung die polnische Presse in jener Provinz jetzt alle Hebel in Bewegung setzt. Wien, 17. Nov. Während die Presse vielfach den Entschluß des Papstes, spätestens gleichzeitig mit dem Abzug der letzten französischen Truppen Rom zu verlassen, als feststehend bezeichnet und es nur als unentschieden hinstellt, ob das Oberhaupt der katholischen Kirche auf Malta oder auf Majorka oder irgendwo sonst seine Residenz auft schlagen werde, kann ich Ihnen die eilte Thatsache verbürgen, daß Hieher noch nicht die mindeste Andeutung, als ob ein solcher Domizift Wechsel in Aussicht genommen worden, wohl aber mehr als eine Aeußerung gelaugt ist, welche den unerschütterlichen Willen Pius IX. bekundet, unter allen Umständen in Rom auszuharren. Im Uebrigen glaubt freilich Oesterreich fortgesetzt und aufs strengste sich jeder Einmischung in die römischen Dinge enthalten und die Weiterentwickltmg einer durch Convention, der es von Anfang bis zu Ende ganz fremd geblieben, geschaffenen Lage zunächst einfach beobachtend abwarten zu müssen; aber es ergiebt sich in diese Enthaltung, die ihm unter anderen Umständen vielleicht schwieriger erscheinen möchte, um so leichter, als die bisherigen ErNärungen von Parts aus keinen Zweifel gestatten, daß Frankreich alle in der September-Convention, sei es von ihm, sei * t 94 » es von Italien, übernommenen Verpflichtungen voll und treu auszuführen, beziehungsweise deren volle und treue Ausführung zu fordern enischloffen ist. Berlin, 20. Nov. Die VolkSzeitung veröffentlicht das Programm von 48 in Berlin wohnenden Abgeordneten, Redacieuren und sonstigen Herren, welche sich als „Central-Wahlcomüe" für das norddeutsche Parlament constiluirt haben. Das Programm forden «die Ueber- tragung einer wirtlichen Negierungsgewalt an die Krone Preußen in Bezug auf die militärischen, diplomatischen, Zoll-, Handels- und Verkehrs-Angelegenheiten, während auf der andern Seile dem Parlamente in Bezug auf Budget und Gesetzgebung des neuen Bundes entscheidende Befugnisse, dein Volke ein gemeinsames deutsches Bürgerthum und die Selbstverwaltung in allen nicht gemeinsamen Angelegenheiten sicher zu stellen sind." Der geschäftsleitenoe Ausschuß besteht aus den Herren: Dr. Löwe-Calbe als Vorsitzendem, Franz Duncker als Stellvertreter desselben, L. Parisius-Gardelegen als Schriftführer, Dr. Langer- hans, Prince-Smilh, H. Runge, Schröder, v. Unruh und Dr. Virchow. Turin, 15. Nov. Die Lage der Dinge in Sizilien ist noch immer eine sehr schlimme. Selbst die offiziösen Blätter machen dessen kein Hehl. So schreibt man der „Gazz. di Firenze" von Palermo u. A.: Rach bald zweimonatlichem Zuwarien scheinen meine Voraussagungen sich zu bewahrheiten. Die Provinz ist trotz des Aufwandes einer im- xouirenden Truppenmacht noch in derselben Lage wie am 15. Sept. Die Räuber sind in hellen Haufen über die ganze Provinz zerstreut, lähmen Handel und Wandel, rauben auf den Landstraßen, todlen die Bürger, die als treue Anhänger der Regierung bekannt sind, und überfallen vor den Thoren der Städte die gegen sie ausziehenden Gendarmen und Truppen in solcher Zahl, daß diese nur zu oft zum Rückzug genöihigt sind. Die Lage ist grausam; die Cholera rafft ganze Familien m Palermo dahin und macht jeden Verkehr unmöglich, wenn er es nicht schon wäre durch die Unsicherheit der Landstraßen; selbst die Felder können nicht bebaut werden. Sinn kommt zum Bürgerkrieg und zur Pest auch noch die Hungersnolh. Was soll aus uns werden? Ich weiß es nicht, und werde Palermo mir dem nächsten Dampfer verlassen. — Zu Treviso machte die Polizei am 10. einen guten Fang. Sie hatte Wind bekomnren, daß die dortigen Barfüßermönche die Absicht hatten, aus ihrem Kloster vor der Aushebung Alles wegzuschaffen, was von erheblichem Werth war. Bei einer vorgenommenen Hausun- tersuchung fand man viele Kisten mit silbernen Kirchengeräthschaften und werthvollen Gemälden und Aktenstücken, welche zum Transport bereit standen. Bei einem der Mönche, welcher sich möglichst den Augen der Polizeiagenten entziehen wollte, fand man bei körperlicher Durchsuchung eine Obligation des Marchese Bandini, worin dieser erklärte, von dem Kloster der Barfühermönche die Summe von 10,000 Franken erhallen zu haben. Der Marchese Bandini wu.de hierauf verhaftet und in das Gefängniß zu St. Vito gebracht. London , 17. Nov. Die schlimmen Ahnungen wegen des Schicksals des kleinen Königreichs, welches zwischen zwei so mächtigen Nachbarn wie Preußen und Frankreich eingekeilt liegt, haben sich bei ruhigerem Nachdenken so wert gemildert, daß jetzt der zuversichtliche Ton der belgischen Thronrede genügt, um den letzten Rest jener Be- furchttlngen aus der Welt zu schaffen. Wenn auch seit 1859 ein böser Wind für die kleinen Staaten geweht hat, so ist doch die internationale Stellung Belgiens ilnd sein Verhältniß zu denjenigen Mächten, welche es etwa absorbiren könnte», ganz verschieden von den Beziehungen, die zwischen den Völkern der aufgesogenen und aufsaugenden Staaten in Italien und Deutschland obwalteten. Die .Times" macht cs Belgien selbst zur Allfgabe, seine Selbständigkeit zu wahren. In dem Willen der Belgier sei die Lebensbedingung Belgiens begründet, und Napoleon eines Attentats aus das Königreich zu beschuldigen oder ihm ein Komplott mit Preußen zur Theilung der Niederlande in die Schuhe zu schieben, sei eins wie daS andere ungerechtfertigt. Innere Streitigkeiten seien ein gefährlicher Luxus ffir kleine Staaten und vor dieseil habe Belgien sich mehr zu hüten, als vor ausländischen Jntriguen. Vermischte Nachrichte«. — Reliquien. Ein englisches Journal gibt eine immerhin sehr interessante, wenn auch zun, Theil phantastische Mittheilung mit folgenden Worten: Die ältesteir Ucberreste hervorragender Menschheit sind das Gerippe eines der ersten Pharaonen (in seine ursprünglichen Todtengewänder eingehülll und in Berücksichtigung seines überaus hohen Alters wunderbar gut erhalten), welches vor ungefähr 18 oder 20 Monaten in dem britischen Museum niedergelegt wurde, und mir Recht als der werlhvollste von all' dessen archäologischen Schätzen angesehen wird. Auf dem Deckel des Sarges, welcher die königliche Mumie enthielt, war der Name seines Inhabers Pharao Mykennns eingeschrieben, welcher dem Erben deS Erbauers der großen Pymmide, ungefähr 22 Jahrhundert« vor Christus, nachfolgte. Zu welchen merkwürdigen Gedanken gibt dies aber Veranlassung. Der Monarch, dessen zerbröckelnde Gebeine und lederarlige Haut nun die Neugierde und Bewunderung der schauenden Menschenmasse Londons erregen, regierte in Aegypten, che Abraham geboren war, nnd nur ungefähr zwei Jahrhunderte, nachdem Mizraim, der Enkel des alten Vater Noah und der erste der Pharaonen, zu seinen Vätern versammelt worden war. Ja, die Zeichen der Wafferhöhe der Süirdfluth konnten kaum verwisch;, die Krunnnhölzer der Arche auf dem Berge Ararat kaum verfault sein, als dieser Mann der früheren Welt lebte, sich bewegte und sich seines Daseins freuete. Sein Fleisch und Blut waren Zeitgenossen der Voreltern des großen Patriarchen, seine Gebeine und seine zusammengeschrumpfte Haut sind Zeitgenossen des 19. Jahrhunderts, und das Datum der Kreuzigung befindet sich zwischen seiner Zeit und der unsn- en ungefähr in der Mille. Als er in der Blüthe seines Lebens stand, alle die Zeit des fernen Alterlhuins eben erst begonnen. — Aus Zürich wird ein schöner Zug nachbarlicher Freundschaft gemeldet. Da der Gemeinde Ellitön am Rhein im letzten Frühjahr alle Reben und Baumblüthen erfroren waren, so ließ die Gemeinde Benken am 9. d. M. ein mit 20 Saum Wein beladenes Fuder nach Ellikon führen und den Schwerheimgesuchten als Geschenk überreichen. Die Freude und Ueberraschung der Ellikoner kann man sich denken; sie bekränzte» den heimkehrenden Wagen mit Guirlanden und legten als Zeichen ihrer Dankbarkeit einen famosen aus dem Rhein herstam- menden Lachs bei. — Auf dem O l t e n e r Markt vom 12. d. MS, hemmten die hohen Fvrdemngen für Milch- und Schlüchtthiere und allgemeiner Geldmangel den Verkehr, der Handel zeigte sich gedrückt. Nur etwa 200 Stück verkauftes Großvieh wurden per Eisenbahn verladen. Am meisten Nachfrage halten Zuchtstiere nach dem badischen Oberland und deinFrickthale. — Milchpräparat. Es ging seiner Zeit die Nachricht durch die Blätter, daß englische Speculanten in Cham (Canton Zug) die Milch von mehr als 100 Kühen aufzukaufeu beabsichtigen, um selbe in pulverisirlem Zustande nach England zu versenden. Nun vernimmt die N. Z. Ztg., daß das zu dieser Operation nöthige Gebäude seiner Vollendung naht. Die Milch wird durch Verdampfung von ihrem Wasiergehalte befreit und der feste Rückstand versandt; am Bestimmungsorte angelangt, wird derselben die entsprechende Quantität Wasier wieder zur Auflösung beigesetzt. — Die Bevölkerung der ganzen Erde wird nach de» schr ein gehenden Arbeiten Dr. Behrn's zu 1350 Millionen angegeben, vorm denen (in runden Summen) 285 Millionen auf Europa, r89>/r Will, auf Asien, 4 Mill. auf Australien und Polynesien, 188 Will, auf Afrika, und 74>/z Mill. auf Amerika kommen. Der erschienenen Rccension über das Stück: „Ein gebildeter Hausknecht" gegenüber, fühle ich mich bewogen, dem verehrlichen Publikum die Erklärung zu mache», daß ich durchaus nicht heiser war, sondern daß cs die Auffaffungsart dieser Rolle von mir ist, den Hausknecht heiser zu geben. Ist mir dies so gut gelungen, daß selbst der Herr Recenscnt von einer wirklichen Heiserkeit überzeugt war, so muß ich bekennen, nie ein größeres Lob in dieser Rolle geerntet zu haben. g. Lindcmuth, Theaterdirector. Newvork, 13 Nov. (Per transatlantischen Telegraph). Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Ncwyork", Capt. G. Ernst, welches am 28. Oktober von Bremen und am 31. Oktober von Southampton abgegangcn war, ist wohlbehalten hier angekommen. tMit- getheilt durch den Generalagenten Conrad Herold in Mannheim). Hamburg, 13. Nov. Das Hamburg - Newyorker Postdampfschiff „Saxonia", Capt. Meyer, welches am 28. Oktober von hier und au, 3l. Oktober von Southampton abgegangen, ist laut telegr. Botschaft bereits am Montag, den 12. d. M., wohlbehalten in Ncwyork angekommen. (Mitgetheilt durch den Generalagenten Conrgd Herold in Mannheim). Southampton, 14. Nov. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd „Hermann", Capt. G. Wcnke, welches am 3. Nov. von New- york abgegangcn war, ist heute 12 Uhr Mittags nach einer schnellen Reise von 10 Tagen wohlbehalten unweit CowcS eingctroffen, und hat um Ihr Uhr Nachmittags die Re.se nach Bremen fortgesetzt. Dasselbe bringt außer der neuesten Post 147 Passagiere und volle Ladung. Am Sonntag, den 11. Nov., 8 Uhr Morgens auf 49° 30" N. Br. und 25" W. L. passirte der „Hermann" das Dampfschiff „Bremen", Capt. Neynabcr, welches am 4. November von Bremen und am 7. November von Southampton gesegelt war. (MirgethM durch de» Generalagenten Conrad Herold m Mannheim). 950 Näh-Maschinen. Verkauf unter Garantie! Vorzüglich geeignet zur Verarbeitung aller Stoffe des feinsten Molls wie des stärksten Leders. Unlösbarer Doppelsteppstich; — besonders geeignet für Näherinnen, Schneider, Säckler & Sattler, ‘tJrover & Baker’s DW Näh Maschinen der besten Systeme: Wheeler Wilson Howe, Wilcox & Gibs, berühmte, mit den höchsten Preisen gekrönte acht amerikanische Näh- Maschinen, IS 65 HRSTPREMlüM MmSIATEFWRSQF^ NEW YORK. VERMONT ILLINOIS. H-'.V-iAlt, «tSmiCWY »UiUSVLVWWL die anerkannt __ , „ —. einfachsten und praktischsten f ür de n Familiengebrauch. . SEWING MACIIINES ' Zahlungs-Erleichterung und Credit! 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MjlmU. f) Forlene oder tannene Querschwellcn, 10' bis 14' lang, 5/8" stark: 300 Stück auf die Station Langenbrücken, 400 „ „ „ „ Durlach, 500 „ „ „ „ Freiburg. g) Forlene oder tannene Qucrschwellen, 8' lang, 5/8" stark, kantig oder halbrund, mit 11 bis 12 Zoll breiter untcrcr Lagerfläche: , 7000 Stück auf die Station Langenbrücken, 15,000 „ „ „ „ Durlach, 19,000 „ „ „ „ Freiburg, 5000 „ „ „ „ Radolfzell. Die Ablieferung der Hölzer hat kostenfrei auf die genannten Eisenbahnstationen zu geschehen, die Vorweisung und Untersuchung derselben kann aber auf jeder andern, von dem Lieferanten zu bestimmenden Gütcrstation der Badischen Eisenbahnen erfolgen. Die bezüglichen Angebote, in welchen die zu übernehmende Schwellensorte und die Stückzahl, sowie der Preis per Stück für jede der genannten Stationen besonders anzugeben ist, sind schriftlich und mit der Aufschrift „Schwellenlieferung" versehen, portofrei und verschlossen bis zum 5. Decbr. laufenden Jahres, Vormittags 9 Uhr, an die Unterzeichnete Stelle einzureichen. Die näheren Lieferungsbedingungen können bei sämmtlichen Großh. Eisenbahnämtern, sowie auch bei der Verwaltung der Großh. Eisenbahnhauptwcrkstätte und des Hauptmagazins in Karlsruhe eingeschen oder in einzelnen Exemplaren erhoben werden. Karlsruhe, den 9. November 1866. Direction der Großh. Verkehrsanstalten. Zimmer. Sievert. Verantwortlicher Redakteur: I. Lite ui. — Druck und Verlag der Buchdruckerei i»n I. Ottcni.