Der Ortenauer Bote. Verkündigungs-Blatt für di« Amtsbezirke Offevburg, Oberkirch, Achern, Rheinbischofsheim, Kork, Gengenbach, Haslach und LSolfach. M 73 Offenburg, den 16. September 1853. Bekanntmachungen Rheinbischofsheim. No. 9807 . Nach einer Mittheilung des Großh. Landstallmeisteramts vom 3. September d. I. findet Dienstag den 27. September d. I., - Vormittags 10 Uhr, dahier eind Preisvertheilung an die Besitzer der besten Mutterstuten »Statt, an welcher sämmtliche Stuten vom 3ten Jahre an Theil nehmen können. Indem wir dies zur öffentlichen Kenntniß bringen, laden wir die Pferdebesitzer der Umgegend eftt, an besagtem Tage ihre Mutterstuten zur Preisbewerbung vorzuführen. Rheinbischofsheim, den 6. Sept. 1853. Großherzogliches Bezirksamt. Exter. Oberkirch. (Die Bildung der Geschworenenliften pro 1854 betreffend.) No. 21850. Oie Bürgermeister des Amtsbezirks werden unter Verweisung aus die VollzugSverordn. vom 7 . März 1851 ( Reg. Bl. S. 205-9) aufgefordert, sogleich die Einleitung zur Aufstellung der Geschworenen - Liften zu treffen und diese binnen 4 Wochen anher einzusenden. Oberkirch, den 12. September 1853. Großherzvgliches Bezirksamt. Saur. Offen bürg. (Aufforderung.) Nro. 30840. Jäger Gregor Neger von Rammersweier, welcher flüchtig gegangen, wird anmit aufgeforderk, sich binnen vier Wochen dahier oder bei seinem Commando wieder zu stellen und sich über seine Flucht zu verantworten, ansonst er als Deserteur behandelt, in die desfalls angeordneten gesetzlichen Strafen verfällt und seines Staats- und Ortsdürgerrechts für verlustig erklärt würde. Offenburg, den 7. September 1353. Großherzogliches Oberamk. v. Fa der. Achern. (Aufforderung.) Nro. 22103. Der ledige Georg Geifer von Obersasbach soll kürzlich nach Amerika heimlich ausgewandert sein. Derselbe wird daher aufgefor- derk, sich binnen 4 Wochen dahier zu stellen, widrigenfalls er des badischen Staatsbürgerrechts für verlustig erklärt und in die veranlaßten Kosten verfällt werden würde. Achern, den 8. September 1853. Großherzvgliches Bezirksamt. Hippmann. Achern. (Aufforderung.) Nro. 22382. Andreas Roth ledig, Georg Roth ledig, Anton Roth ledig, Ignaz Roth ledig und Magdalena Roth ledig, Sämmtliche von SaSbach, sind vor mehreren Jahren nach Nordamerika heimlich aus- bewandert. Dieselben werden daher aufgefordert, sich binnen 4 Wochen dahier zu stellen, widrigenfalls sie des badischen Staatsbürgerrechts für verlustig erklärt und in die veranlaßten Kosten verfällt werden würden. Achern, den 12. September 1853. Großherzogliches Bezirksamt. Hippmann. f Oberkirch. »Mo. 21893. In dem Zeiträume vom 1. September 1852 bm »dahin 1853 wurden an nachstehende Amtsangehörige Jagdkarten abgegeben: 1) Joseph Geldreick von Oberkirch. 2) Amtsrevisor Link von da. 3) August Hof von da. 4) Bezirksförster Bajer in Petersthal. 5) Augustin Ziegler von Renchen. 0) Michael Spinner von Ramsbach. 7) Valentin vorner von Fernach. 8) Wendelin Breig von Butschbach. 9) Notar Maier von Oppenau. 10) Bezirkssörster Gerwig von Ottenhöfen. 11) «nton Hvferer von Lautenbach. 12) Anton Börsig von Butschbach. 13) «nton Kiefer von da. 14) Michael Streif von da. 15) Joseph Kimmig jung von Döttelbach. 16) Georg Panter von Oberdorf. 17) Anton Panter von Oedsbach. 18) Johann Erbrich von Petersthal. 19) Bärenwirth Schmiederer von da. 20) Karl Kimmig von da. 21) Anton Börsig von Ramsbach. 22) Joseph Kimmig von da. 23) Georg Rosenfelder von da. 24) Salinen wirth Beck von Ringelbach. 25- Georg Braun von Zusenhofen. 26) Joh. David Ruppert von Petersthal. 27) Poftexpeditor Weinmann von Renchen. 28) Joseph Basler von Winterbach. 29) Fidel Fies von Lautenbach. 30) Schmied Karl Vogt von da. 31) Badwirtb Börsig von da. 32) Karl Stölzel von Renchen. 33) Karl Braun von Müllen. 34) Kilian Walterspiel vou Ulm. 35) Lindenwirrh Huber von Zusenhofen. 36) Ignaz Köhler von Oberkirch. 37) Ignaz Vollmer von Herzthal. * 38) Karl Huber von da. ' 39) Xaver Birk von Lierbach. 40) Anton Sauer von Mösbach. 41) Pflugwirth Müller ^»on Löcherberg. 42) Georg Spinner jung von Ibach. 43) Adlerwirth Meier von Oppenau. 44) Bürgermeister Andre von da. 45) Posthalter Peter von da. 46) Xaver Renner von Ulm. 47) Lindenwirth Müller von Fernach. 692 48) Mathias Himmelsbacher von Stadethoftn. 49) Freiherr Emil von Schauenburg in Gai-dach. 50) Geometer Siesert in Renchen. 51) Joseph Walz von Erlach. 52) Anton Vogt von da. 53) Joseph Roth von Löcherberg. Oberkirch, den 12. September 1853. Großberzogliches Bezirksamt. Saur. Verzeichuiß derjenigen Personen/ welchen in der Zeit vom 1. Sept. 1852 bis dahin 1853 -Jagdpäffe ausgestellt wurden. Von Bischofsheim: Michael Durban, Bezirksförster Mader, Ludwig Feldmüller, Georg Hetz, Reinhard Scher» witz, Jakob Meier, Johann Engel, Jakob Dörr. Don Bodersweier: Georg Kuder. Von Viersheim: Martin Meier, Georg Schäfer, Friedrich Hauß 1., Carl Meier. Don Freiftelt: I. I. Durban, Benj. Hauß 1., David Hauß 3., Bürgermeister Rohr, David Hauß 5-, Jakob Rohr 2-, David Wolff, Friedrich vennler, Jak. Durban jun. Don Helmlingen: Dammmeister Wagner, Accisor Kreß, Hechtenwinh Zimmer. Don Holzhausen: «ccisor Sutter, Jakob Knobloch. Von Leutes heim: Mathias Ttzorzparth, Schwanen, wirth Thorwarth. « Don Linx: Kaufmann d'Autjl7 David Scherwitz. Von Lichtenau: Bürgermeister Frick, Wilh. Stengel, Andreas Schoch. Von Memprechtshosen: Friedrich Hummel, Phil. Spielmann. Von Muckenschvps: Jakob Bensch. Von Neufreistett: Wilhelm Scherwitz, Oberzollin- spenor Kieffer, Bürgermeister Feßler. Don Scherzheim: Michael Feßler, Michael Kienz, Rathsschreiber Kautz. Don ZierolShofen: Johann Jundt, Johann Vogt. Von Straßburg: Stemncl Lippmann, Johann Anton Dörr, Rentier Schulmeister, Generaleinnehmer Durrier, Eugen Hecht, Theodor Human», Alfred de Bussiere, Eduard von Merlen, Eduard Schäfer, Joseph Wenzer, Jvh. Jakob Siegel, Rentier Ehrmann, Hypolite de Regel, Rentier Chabert, Rentier Lippmann. Rheinbischofsheim, den 13. September 1853. Großberzogliches Bezirksamt. Exter. Offen bürg. (Gläubiger-Aufforderung.) No. 3158& Wilhelm Kiefer ledig von Orrenberg will nach Amerika auswandern. Alle Diejenigen, welche Forderungen an denselben zu machen haben, werden aufgeforderr, solche am Dienstag den 20. September, Vormittags 9 Uhr, dahier anzumelden, ansonst ihnen von hier aus nicht mehr dazu verhelfen werden könnte. Offenburg, den 13. September 1853. Großberzogliches Oberamt. v. Fab er. Offenburg. (Gläubiger-Aufforderung.) No. 31258. Nachbenannte Personen: Crescentia Kiefer, Wittwe, von Urloffen, mit ihren Kindern, Pauline Gegg, ledig, von Hofweier, Apollonia Kemps, ledig, von Elgersweier, und Stephanie Falk, ledig, von Orkenberg, wollen nach Amerika auswandern. Alle Diejenigen, welche Forderungen an dieselben zu machen haben, haben solche am» Dienstag den 20. d. M., Vormittags 9 Uhr, dahier anzumelden, ansonst ihnen von hier aus nicht mehr dazu verhelfen werden könnte. Offenburg, den 10. September 1853. Großherzogliches Oberamt. v. F a b e r. Oberkirch. (Gläubiger-Aufforderung.) Nro. 21608. Der ledtze Bernhard Schweiß von viebersbach will nach «imrika ausnnmdern. Etwaige Ansprüche »»denselben sind am Donnerstag den 22. d. M., Morgens 9 Uhr, dahier geltend zu machen, andernfalls nach Umfluß dieser Frist zu solchen von hier aus nicht mehr verholfen werden wird. Oberkirch- den 7. September 1853. Großherzogliches Bezirksamt. Saur. Oberkirch. (Gläubiger-Aufforderung.) Nro. 21009. Der kebige Anton Ko derer von Oedsbach will nach Amerika auswandern. Etwaige Ansprüche an denselben sind Donnerstags den 22. d. M., Morgens 9 Uhr, dahier geltend zu machen, andernfalls zu solchen von hier aus nicht mehr verholfen werden wird. Oberkirch, den 7. September 1853. Großberzogliches Bezirksamt. Saur. Oberkirch. (Gläubiger-Aufforderung.) Nro. 21607. Der ledige Lorenz Ziegler von Oppenau will nach Amerika auswandern. Etwaige Gläubiger desselben haben ihre Ansprüche Donnerstags den 22. d. M., Morgens 9 Uhr, dahier geltend zu machen, andernfalls zu solchen von hier aus nicht mehr verholfen werden wird. Oberkirch, den 7. September 1853. Großherzogliches Bezirksamt. Saur. Oberkirch. (Gläubiger-Aufforderung.) Nro. 21610. Der ledige Xaver Krätzig von Ulm will nach Amerika auswandern. Etwaige Ansprüche an denselben sind Donnerstags den 22. d. M., Morgens 9 Uhr, dahier geltend zu machen, andernfalls zu solchen nach Umfloß dieser Frist nicht mehr verholfen werden wird. Oberkirch, den 7. September 1853. Großherzogliches Bezirksamt. Saur. Wolfach. (Schulden-Liquidation.) No. 17044—45. Gottfried Kaiser von Einbach und die Wittwe Maria Anna Hörmann von Rippoldsau wollen nach Amerika auswandern. Etwaige Gläubiger derselben werden aufgefordert, ihre Ansprüche an dieselben in der aus Mittwoch den 21. d.M., Vormittags 10 Uhr, angevrdneren Liguidations - Tagfahrt dahier anzumelden, widrigenfalls ihnen von hier aus zu ihrer Befriedigung nicht mehr verholfen werden kann. Wolfach, den 7. September 1853. Großherzogliches Bezirksamt. Mallebrein. fl) Offen bürg. (Aufforderung.) Nro. 31688. Die gesetzlichen Erben des verstorb. Taglöhners Mathias Schlei in Schutterwald haben auf den Nachlaß des Verstorbenen verzichtet, worauf dessen Wittwe, Maria Anna geb. Hubacher, um die Einweisung in Besitz und Gewähr gebeten hat. Etwaige Berechtigte werden daher aufgefordert, ihre Ansprüche innerhalb 4 Wochen um so gewisser dahier vorzutragen, als sonst dem Gesuche sofort statrgegeben werden wird. Offenburg, den 13. September 1853. Großherzogliches Oberamt. Jungbanns. [13 Offenburg. (Aufforderung.) Nro. 31592. Die Wittwe des verstorbenen August Kämmerer, Metzger hier, hat um die Einweisung in den Besitz und in die Gewähr der Verlaffenschaft ihres verstorbenen Ehemannes gebeten, nachdem von Seiten der gesetzlichen Erben auf dieselbe Verzicht geleistet worden ist. Etwaige Einsprachen eines Berechtigten sind innerhalb 4 Wochen dahier vorzutragen, widrigenfalls dem gestellten Gesuche sofort stattgegeben werden würde. Offenburg, den 13. September 1853. Großherzogliches Oberamt. Junghanns. 693 Gengenbach. (Bekanntmachung.) Nro. 15483. Die uneheliche Tochter der verstarb. Barbara Vit von Zell a.H. bmri um Einweisung in Besitz und Gewähr des Nachlasses ihrer Mutter in Ermangelung anderer erbfähiger Verwandten, weichem Ansuchen wir entsprechen «erden, wenn sich innerhalb 6 Wochen nicht etwa näher Berechtigte melden sollten. Geogenbach, den 2. September 1853. Großherzoglichcs Bezirksamt. Baumgertner. Wolsach. (Erbvorladung.) Emil Krausbeck von hier, welcher im Februar 1850 von hier entwichen, und nach Nordamerika sich begeben haben soll, ist bei der Vertheilung des Nachlasses seiner in New - Orleans verstorbenen Schwester Ämakia Krausdeck von hier mit einem beikäusigen Erbtheil von 100 fl. betheiligt, und wird, da sein Aufenthalt dahier nicht bekannt ist, zur Thcilung des Nachlasses seiner genannten Schwester binnen 3 Monaten mit dem Bedeuten öffentlich vvrgeladcn, daß, wenn er in der bezeichneten Frist nicht errscheinr, die Erbschaft lediglich Denjenigen werde zu- gerheilt werden, welchen sie zukäme, wen» der Vorgeladene zur Zeit des Erbanfalls gar nicht mehr gelebt hätte. Wolsach, den 6. September 1853. Großherzogliches AmtSrevisorat. Müller. Offenburg. (Das Besuchen der Reben betr.) Nr. 1799. Es wird anmik bekannt gemacht, daß Kinder, Dienstboten, Handwerksbursche und Lehrlinge, welche von jetzt an und bis nach eingeheimstem Herbste an Werk- und Sonntagen ohne Beisein ihrer Eltern oder Dienstherren in den Reben getroffen werden, als Feldfrevler behandelt und zur Strafe gezogen werden. Zugleich wird die Anordnung gerroffen, daß künftighin diejenigen Personen, welche Trauben auf hiesigen Markt verbringen oder sonst dahier zum Verkauf feilbieten, mit einem ortsgerichtlichen Zeugniß versehen sein müssen, woher sie solche haben; widrigenfalls dieselben gleiche Straft zu gewärtigen haben. Die verehrlichen Bürgermeisterämter der angrenzenden Reborte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden auf übliche Weise bekannt machen zu lassen. Offenburg, den 13. September 1853. Das Bürgermeisteramt. W jedem er. vllt. Huber. [1] Offenbürg. (Bekanntmachung.) Nro. 1798. Den Güterbcfltzern in hiesiger Gemarkung aus den Abthei- lungen Nachkwaide, Schlößlebühnd, Mauchenloch und Ober- brtle wird hiemir zur Kenntniß gegeben, daß durch gegenseitige Vorträge ftstgestellr wurde, daß die neue Gewann- und Stückeinrheilung von der Abtheil. Nachtwaide und Schlößle- bübnd im Lauft des nächsten Winters vor sich gehen wird, und jene von der Abtheilung Mauchenloch und Oberörtle oberhalb der Eisenbahn im Winter 1854—55, wornach sich Zeder mit der Bestellung seiner Felder zu richten hat. Die verehrlichen Bürgermeisterämter der umliegenden Gemeinden werden in Dienstfteundschast ersucht, dieses auf ortsübliche Weise bekannt machen lassen zu wollen. Offenburg, den 12. September 1853. Das Bürgermeisteramt. Wie dem er. vcit. Huber. sl) Oberachcrn. (Mühle-Versteigerung.) Unterzeichneter ist gesonnen, seine im hiesigen Ort gelegene Mühle mit zwei Mahlgängen und einem Schälgang am Montag den 31. October einer freiwilligen Versteigerung für Eigenthum aussetzen zu lassen. Das Gebäude ist 2Vr Stock hoch, und befinden sich dabei eine schöne Hofraiche mit Scheuer und vielen Stallun- gen, sodann i > 2 Morgen Wiesen, ^ 2 Morgen mit guten Obstbäumen angepflanzees Ackerfeld und ein schöner Gemüsegarten. Dieses Anwesen liegt in einer angenehmen Gegend an der Straße nach Württemberg und nach Allerheiligen, und wäre auch zu einer Fabrik jeder Art geeignet, da es das ganze Jahr hindurch genugsam mit Wasser versehen ist. Sollte sich m der Zwischenzeit b,s zum Skeigerungstag ein Liebhaber zeigen, so kann auch ein Verkauf unter der Hand abgeschlossen werden. Oberachern, de» 1 l. Sepr. 1853. Kaspar Huber. /rauenvereiu Vffeulnirg. In der heutigen Generalversammlung wurde beschlossen: 1) Vom 1. Oktober d. I. an werden die Beiträge der Mitglieder, weiche zur Uanerstützoi« armer Wöchnerinnen nicht erforderlich als Beitrag zur Bestreitung der Bedürfnisse für das in's Leben tretende Waisenhaus abgegeben. Es hören somit von dieser Zeit an sämmt- lich anderweitige Unterstützungen, weiche vom Verein bisher geleistet wurden, auf. 2) Soll das ganze Vermöge» des Vereins — dessen Betrag namhaft gemacht wird, sobald die Waarenvorräthe des Vereinsladens veräußert sind — als Schenkung dem Waisenhause Übermacht werden. Dies bringen wir zur Kenntnißnahme der nicht erschienenen DereinSmitglieder. Offenburg, den 10. Swtember 1853. Der Vorstand. K. Geiger. Th. König, Secretär. flZ Durbach. (Reparationsarbeit-Versteigerung.) Oer Unterzeichnete, als Vormund der Georg Werner's Kinder in Durbach, läßt die Reparation an ihrem Wohnhaus« im Unterweiler dahier, bestehend in Maurer- und Zimmerarbeit, im Anschläge von 70 fl., am Montag den 19. September d. I., Nachmittags 2 Uhr, auf dem Rathszimmer dahier an den Wenigftnehmenden öffentlich versteigern, wozu die Steigcrungsliedhaber mit dem Bemerken eingeladen werden, daß der Ueberschlag auf dem Rathszimmer zur Einsicht offen liegt. Anton Schmid. Anzeige. Da ich den Jahrmarkt nicht mehr besuche, so habe ich die Ehre, dem verehrlichen Publikum die ergebenste Anzeige zu machen, daß mein Waarenlager zu Hause vollständig und bestens affortirt ist. Offenburg, den 14. Sept. 1853. I. V. Battiany, Sohn. Offenburg. (Empfehlung.) Wachstuch am Stück, S aßte Tisch-, Commode - und Waschtisch-Decken in den en Dessins, sowie gemalte Stramin-Fenster-Vorsetzer mit Rahmen empfiehlt zur gefälligen Abnahme billigst: Alexander Henco. Offenburg. Billige Schirme und Teppiche. P. Alofse, Hofschftmfabrikant aus Carlsruhe, bezieht wieder den hiesigen Zahrmarkt mit seiner bekannten Auswahl von Regen-, Sonnen- und Umlegschirmen, nach dem neuesten Geschmack bearbeitet. — Zugleich verbindet er hiemit die Anzeige, daß er eine ansehnliche Partie von hier oben genannten Schirmen besitzt, welche derselbe, um schnell damit aufzuräumen, weit unterm Fabrikpreis abgibt. — Auch tauscht er alte gegen neue ein, und übernimmt fortwährend zum Ueberziehen und Ausbessern an. Sodann empfiehlt er seine baumwollenen u. wollenen Bettdecken, sowie auch seine wollenen Pferde- und Biegel-Teppiche von vorzüglicher Qualität. Sein Stand befindet sich wie früher unter der Allee, mit seiner Firma versehen. Er verspricht billige Preise, und bittet um zahlreichen Zuspruch. Offenburg. (Welschhühner-Derkauf.) Ein Paar Welsch- Hühncr (Hahn und Henne) sind zu verkaufen — wo? sagt der Herausgeber dieses Blattes. ,«->2 694 Das Bureau der „Hoffnung" von J. M. Bielefeld befördert Auswanderer wöchentlich regelmäßig von Kehl, resp. Straß bürg, per Eisenbahn nach Havre für Rew-Uork und Rew-OrleanS. Preise und Bedingungen zu erftagen auf dem Bureau in Kehl, Hauptstraße Nro. 1. Offenburg. (Anzeige.) Da ich den Jahrmarkt nicht beziede, so zeige ich an, daß in meiner Wohnung verschiedene Häubchen und Chemisetten, auch sonst verschiedene Putz-Arbeiten zu ganz billigen Preisen abgegeben werden. K. Tritschler, Modistin, wohnhaft am Eck der Spitalkirche. Offenburg. (Omnibus-Verkauf.) Ein in gutem Zustand erhaltener Omnibus ist zu verkausen bei N. Buhler, zum römischen Kaiser. Offenburg. (Wohnungs-Dermiethung.) Metzger- meister Joseph Schmidt nächst den drei Königen hat eine Wohnung im zweiten Stock auf den 1. Oct. zu vermiethen. O ffe n b u rg. (Markt - Empfehlung.) Peter Ebner, Schuhfabrikant aus Mainz, empfiehlt einem geehrten Publikum zum hiesigen Jahrmarkt sein wohlaffortirtes Lager in Damen- und Kinderstiefeln, Schuhen und Pantoffeln. Sein Stand ist in der Allee und mit obiger Firma versehen. [23 Offenburg. (Wohnungs-Vermiethung.) Messerschmied Rudolph Nerlinger hat den ober« Stock seines Hauses mit Zugehörde, im Ganzen oder theilweise, auf Michaeli zu vermiethen. [i] Offenburg. (Wagenverkauf.) Ein wohlerhaltener Leiterwagen mit Zugehör ist billig zu verkaufen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Offenburg. (Jahrmarkts-Anzeige.) Da ich kommenden Jahrmarkt mit einer großen Auswahl guter und schöner Winterschuhe und Stiefclchen besuche und zu den billigsten Preisen verkaufe, so ersuche ich ein geehrtes Publikum um geneigten Zuspruch. Der Stand ist mit Firma versehen. Fr. Köhler, Damenschuhmacher aus Heidelberg. Offenburg. Tanz - Musik. Zu der am Jahrmarkt-Oienstag Nachmittags bei mir stattfindenden Tanzbelustigung lade ich anmit hofllchst ein. N. Buhler, zum römischen Kaiser. Bei Unterzeichnetem findet den 20. September Tanzmusik Statt — Anfang 4 Uhr - Entree l2 Kreuzer - wozu höflichst cinlader: Louis Baumgartner, zum Adler (Post). Nächsten Jahrmarkt- Dienstag Nachmittags fmdet bei mir eine Tanzdelustigung Statt, wozu ich bestens einlade. F. X. Wagenmann, ,u den 3 Königen. Bei Unterzeichnetem ist nächsten Jahrmarkt-Dienstag Nachmittags Tanzmusik zu finden, wozu höfiichst einladet: L. Schweiß, zur Krone. vr. Vorchardt's arom. medic. Kräuter- Axjfx (a 6 Sgr. pr. Paketchen) und vr. Suiv de Boutemard's aromatischer Zahn-Pasta (ä 6 und 12 Sgr. pr. */ 2 und y* Päckchen) habe ich für hiesigen Ort und Umgegend das alleinige Depot und halte diese,, durch öffentllche Anzeigen in den ge- lesensten Zeitungen hinlänglich bekannten und durch ihren Werth im Publikum so gut renommirten Artikel fortwährend in frischer Waare und hinreichender Auswahl vor- räthig, und bitte nach wie vor um geneigten Zuspruch. Ferd. Hölzlin jun. in Offenburg. I. W. Sommer in Kehl. Lageögeschichtliche Mittheilungen. Baden. □ Aus dem Hanauerlande. Der Geburtstag unseres allverehrten Regenten ist hier recht herzlich und feierlich begangen worden und mit einer erfreulichen Theilnahme aus allen Ständen. Ueberall, in allen Orten des Korker und. Rheinblschofsheimer Bezirkes, muntere Gesellschaften, die bis in die späte Nacht aus voller Brust ächt und wahr ihrem Herzen Luft machten in weitschallendem Hoch auf unfern edlen Fürsten. Ueberall Glockengeläute, Böllerschießen, Freudenfeuer, Blumen- und Laubkränze und Fahnen der Landesfarben. Kurz, dieser Tag war ohne alle Vorbereitung und Anordnung aus dem eigenen Antriebe der Einzelnen wie aus dem Boden heraus gezaubert,, zum Volksfeste geworden. In Kork namentlich wurde dieses Fest besonders feierlich begangen. Um 9 Uhr Morgens bewegte sich der Festzug, sehr zahlreich, aus dem Saale des Amt- hauses in die Kirche, geleitet von Herrn Pfarrer Schneider von Feldberg, der zufällig auf Besuch hier war bei seinem Bruder, Herrn Pfarrer Schneider. Eben dieser Geistliche hielt wegen Unwohlseins des hiesigen Herrn Pfarrers den Festgottesdienst ab. Die Festrede, die er bei gefüllter Kirche und an ein aufmerksames Publikum hielt, war eine recht seelenvolle, dir Herz und Gemüth ergriff. Ebenso gewichtig war seine Ansprache nach dem Gottesdienste an d,e zur Ableistung des Huldigungseides am Amtssitze erschienenen, jungen Männer. Der Großh. Herr Amksvorstand richtete sofort auf den Grund der Erfahrung der letzten Jahre ernste Worte an diese jungen Staatsbürger, und nahm ihnen in. würdiger Weise den Eid der Treue für Fürst und Vaterland ab, dem aus der Fülle der jugendlichen Brust ein dreimaliges „Hoch" auf den geliebten Fürsten folgte. Daß es nicht blos leere Form war, was hier geschah, sondern wohlverstandener Ernst und freier eigener Wille, davon zeugten die freudestrahlenden frischen Mienen der jungen Männer. Um 12 Uhr vereinigte sich eine Gesellschaft von 50 Personen aller Stände und fast aller Orte des Bezirks zum Iestschmauß im Gasthause zum Schwanen. Eine schon lange nicht mehr gesehene Heiterkeit überstrahlte von vorne herein die Gesellschaft, und diese Heiterkeit steigerte sich zu einer wahren ge- müthlichen Aufregung, als Herr Amtsvorstand, Oberamtmann von tzunoltstein, in kurzen tiefgefühlten Worten den Trinkspruch aus Seine Königliche Hoheit ausbrachte,, worin nicht unberührt blieb, wie väterlich unser geliebter Fürst in jüngster Zeit für die Zukunft unseres Hanauerlandes in der Weise gesorgt hat, daß Er bei einem gewissen Anlässe unlängst gnädigst zu verfügen geruhte, daß Kork (und folgeweise auch Bischofsheim) Amtssitze bleiben und eine Verlegung nach Kehl nicht statthaken werde. Daß diesem Toaste auf Seine Königliche Hoheit ein feuriges dreifaches Hoch aus allen Kehlen, begleitet von Böllerschüssen, folgte, bedarf wohl keiner Erwähnung. Durch die obenerwähnte Entschließung Seiner Königlichen Hoheit war eine Lebensfrage für das Hanauerland, welche vor ihrer Entscheidung das Herz manches braven Familienvaters mit bangen Sorgen erfüllt hatte, zu Gunsten dieser Gegend und ihrer braven Bewohner zur Erledigung gekommen. Man ist hier überzeugt, daß unser verehrter Amtsvorstand, Herr Oberamt- mann von Hunoltstein von Kork, so viel an ihm lag und wohl mit Hintansetzung persönlicher Rücksichten, die Interessen des Hanauerlandes zu wahren kräftigst sich bestrebte,, 695 unb gewiß die Verlegung des Amtssitzes von Kork nach Kehl nicht gebilligt haben wird, und es Hanen daher die Bewohner unserer Hanauergemeinden den Entschluß gefaßt, demselben bei dem heutigen festlichen Anlässe — den allgeliebten Fürsten in seinem würdigen Diener ehrend — ein äußeres Zeichen ihrer Hochachtung und Dankbarkeit zu widmen, und wurde ihm daher vom Korker Bürgermeister in diesem Sinne in einfachen Worten ein von der Meisterhand des Herrn Schaible in Offenburg gefertigter Pokal überreicht. In bekannter seelenvoller Gemüthlichkeit und Anspruchslosigkeit dankte Herr von Hunoltstein für diese „unverdiente" Aufmerksamkeit (wie er sagte) mit dem Anfügen., wie ihm ja das Wohl seines ihm lieb gewordenen Bezirks nach allen Richtungen am Herzen liege, und nur dies zu befördern, sein ganzcs ungetheiftes Bestreben sei. — Der Pokal, fortan mit perlendem schäumendem Weine gefüllt, kreiste von Mund zu Mund, und noch mancher herzliche Toast auf unser liebes Fürstenhaus erscholl mit donnerndem Hoch. — Auch der Armen und Kranken wurde gedacht. 3» kurzer gediegener Ansprache machte Herr Pfarrer Förster den Antrag zur Sammlung, sie wurde durch ihn und Herrn Pfarrer Deitigsmanu von Willstätt sofort vollzogen, und die nicht unbedeutende Gabe ward dem Herrn Pfarrer Schneider zur Verwendung behändigt. — In ungestörter Heiterkeit ward dieser Tag bis in späte Nacht hinein durchlebt, überall wiederholt erschallten donnernde Hoch auf den Allgeliebten, und die herzlich innige Freude wollte kein Ende nehmen. Ich wiederhole es, das heutige Fest, so wie es gefeiert wurde, steht als reines Volksfest da, und man darf wohl sogen, man sieht eine Zeit wiederkehren, die man seit Jahren leider vermißt hatte. — Das Regierungsblatt Nro. 36 enthält ein provisorisches Gesetz, d. d. Kirchberg, 8. d., wodurch auf Antrag des Grvßh. Finanzministeriums und im Einverständnisse mit den übrigen Zollvereins-Regierungen verordnet wird: daß Getraide, Hülsenfrüchte, Mehl und sonstige Mühlenfabrikate aus Getraide und Hülsenfrüchren, als geschrotete und geschälte Körner, Graupe, Gries und Grütze, gestampfte und geschälte Hirse, bei der Einfuhr aus dem Auslände vom 1h. Sept. an bis zum Ablaufe des gegenwärtigen Jahres vom Eingangszolle frei gelassen werden. Heiligenberg, 9. Sept. (K.Z.) Se. Kön. Hoheit der Regent gewährte unseren fürstlichen Herrschaften die große Freude, seinen heurigen Geburtstag hier zu feiern. Das stattliche Schloß war mit seinem vollen Festschmuck angethan, als Se. Kön. Hoheit, nebst Gefolge, Mittags gegen t Uhr hier eintraf, sinnig bewillkommt von gehaltvollen Glückwünschen, die über den Portalen unter Blumen prangten, aufs Herzlichste begrüßt von den liebenden Anverwandten, und freudig gefeiert von dem lauten Jubel der zahlreich versammelten Volksmenge von hier und aus der Umgegend. Bald nach dem Empfang unterhielt sich Se. Königl. Hoheit mit den geistlichen und weltlichen Beamten und Vorständen des hiesigen Ortes und der nächsten Nachbarschaft, namentlich auch mit den Bürgermeistern und den Gemeinderäthen des vormaligen Amtsbezirks Heiligenberg. Bei der Tafel im großen Saale des Schlosses gab Se. Durchl. der Fürst zu Fürstenberg, mit sichtbarer Rührung, den allgemeinen Wünschen für das dauernde Wohl des theuern Landesregenten würdigen Ausdruck, die vielfache Bedeutung des hochfestlichen Tages für Gegenwart und Zukunft hervorhebend. Nach der Tafel erhielt eine Anzahl Kinder beiderlei Geschlechts, unter Leitung des diesigen Lehrers, die Erlaubniß, vor dem Schlosse einige Lieder zu singen, worunter das feierlich vorgetragene „Heil unserm Fürsten, Heil!" ergreifenden Eindruck machte. Der seit etlichen Togen dicht umhüllte Himmel hatte sich vom Morgen an von Stunde zu Stunde mehr erheitert, so daß gegen Abend, bei einem Spaziergang durch den Schlvßpark, das herrliche Panorama im Glanze der Abendsonne den bewundernden Blicken fast vollständig sich darstellte. Erst nach 7 Uhr wurde die Rückreise nach Kirchberg angetreten, wo überall auf dem Wege fröhliche Menschen ihre jubelnde Huldigung darbrachlen und so den festlichen Tag würdig schloffen, der für uns Alle an schönen Erinnerungen und kostbaren Hoffnungen so reich ist. — Zn Meers bürg erhielt die Feier des 9. Sept. eine besondere Weihe dadurch, daß Se. Kön. Hoheit der Regent auf der Fahrt nach Heiligenberg die Stadt berührte. Eben war der Gottesdienst zu Ende, als Se. Kön. Hoheit nahte. Der ganze Festzug begab sich sofort vor das obere Thor, um den allverehrten Fürsten und Herrn zu beglückwünschen. Se. Kön. Hoheit geruhten einige Zeit Halt zu machen und aus dem Munde eines weißgekleideten Schulmädchens, unter Ueberreichung eines Festkranzes, folgendes Festgebet ent- gegenzunehmen: Du hast, o Gott! den Landesherrn auf Erden Dazu bestellt, daß wir beglücket werden; Verleihe Ihm Gesundheit, Lieb' und Kraft, Daß Er stets Wohl dem Lande schafft. Während die Zöglinge des Lehrerseminars schöne Festgesänge vortrugen, unterhielt Sich Se. Königl. Hoheit mit den anwesendenden Staats- und Gemeindebeamten , Lehrern und Lehrfraucn aufs Freundlichste. Unendlicher Jubel begleitete den geliebten Fürsten, als Höchstderselbe dann wieder die Reise sortsetzte. Oberkirch, 12. Sept. (KZ.) Dieser Tage erfolgten verschiedene Veränderungen in dem Kreise unserer Bezirks- beamten, woran die hiesige Einwohnerschaft lebhaften An- theil nahm. Vorigen Mittwoch, 7. d., traf unser neuer Amtsvorstand, Herr Amtmann Saur, von Offenburg ein und wurde des Abends durch ein schönes Fackelständchen begrüßt. Gleichzeitig scheidet von uns der seitherige provist»- rischr Amtsvorstand, Herr Amtmann v. Litschgi. Ihm zu Ehren wurde gestern von dem Gemeinderath ein Abschieds- effen und Abends ebenfalls eine Serenade veranstaltet. Zugleich wurden ihm von Seiten der Städte Oberkirch und Oppenau sichtbare Erinnerungszeichen überreicht. — Die Bad. L.Ztg. schreibt aus Karlsruhe vom 7. Sept.: „In der Hoffnung, daß man sich ernstlich bestrebe, der Hebung des Gewerbewesens aus seinem tiefen Verfalle in der Presse das Wort zu reden, wollen wir mit den Vorschlägen beginnen, die uns langjährige Erfahrung an die Hand gegeben. Die Entlassung aus der Volkslchule geschehe im 15. Jahre und vom 14. bis 15. Jahre sollen Uebungen durchgemacht werden, als praktische Vorbildung der künftigen Gewerbsmänner. Kommt ein entlassener Schüler in die Lehre, so soll er eine Probezeit von 4 Wochen erstehen, sö- dann eine Lehrzeit von mindestens 3 Jahren, nach deren Beendigung er ein sog. Gesellenstück zu fertigen hat. Nur anerkannt tüchtige und brave Meister sollen Lehrlinge annehmen dürfen. Die Wanderzeit sott mindestens 3 Jahre dauern. Der Annahme zum Meister muß eine Prüfung im Gewerbe und ein Meisterstück vorausgehen. Dies Alles leitet ein Gewerberath, aus den einschlägigen Beamten, einigen Magistratspersonen und Gewerbsmeistern bestehend. Mögen über diese Punkte Alle, welche dazu berufen sind, sich aussprechen und was sie für gut befunden, möglichst zur Ausführung bringen helfen." — In Pforzheim fand am 9. d. M., wie die Bad. L.Zrg. berichtet, zur Erhöhung der Feier des Geburrsfestes Sr. Kön. Hoheit des Regenten, im festlich decorirtcn obern Rathdaussaale in. Gegenwart der geistlichen und weltlichen Bezirks- und der städtischen Behörden und eines zahlreichen Publikums,, darunter viele der betreffenden Dienstherrschaften, die jährliche Vertheilung von Preisen an fleißige und treue Dienstboten Statt. Es wurden im Ganzen 18 Preise, und zwar 4 an männliche und 14 an weibliche Dienstboten, aus- getheilt. Die geringste Zahl der Dienstjahre bei einer und derselben Herrschaft war 7, die höchste dreiunddreißig. In hohem Grade ergreifend und das Publikum zu Thränen rührend war die Scene, als Herr Bürgermeister Zerrenner des Umstandes erwähnte, daß sich unter den weiblichen Dienstboten eine früher geheirathet gewesene Frau befinde, die ihren Lohn dazu verwendet habe, die Schulden ihres verstorbenen und verganteten Mannes zu bezahlen. Als Anerkennung für eine so seltene edle Gesinnung wurde ihr noch eine besondere Belohnung zu Theil. Rheinbayern. In Hördt bei Germersheim ist ein Veteran, wie sie selten geworden sind, in's große Hauptquartier, wie er sagte, abmarschirt. Es ist ein Rheinpsälzer,, 696 Oberstlieutenanr v. Waldmann, der unter dem ersten Napoleon hei den Pyramiden gekämpft Ham, wahrscheinlich der letzte vergessene Posten aus jener Zeit; denn er starb 93 Jahre alt. Preußen. Kalle, l. Sept. Zn der auf deute Vormittag 11 Uhr anberaumten öffentlichen Sitzung des kvn. Kreisgerichts Hierselbst wurde eine hiesige Einwohnerin wegen „Störung einer Taushandlung durch Lachen" zu 2 Monaten Gesängnißstrase und Tragung der Gerichtskosten verurtheilt. Tilsit, 27. August. In dem Dorfe Powilken ist ein schauderhaftes Verbrechen verübt worden. Zwei Hirtenknaben , im Alter von 8 bis 16 Jahren, führten ein dreijähriges männliches Kind in den Wald, während der Abwesenheit seiner Mutter; dort zogen sie den nur mit einem Hemde bekleideten Knaben nackend aus, warfen ihn auf die Erde und hieben mit einer doppelten Peitschenschnur so lange auf ihn ein, bis er beinahe tvdt war. Hierauf schleppten sie den noch lebenden Körper in einen nahen Sumpf, wo der ältere Hirtenknabe auf den Kopf und den Bauch des unglücklichen Geschöpfes trat und es völlig tödtere. So haben die beiden gestern hier eingelieferten Verbrecher die Thar eingestanden, dabei aber durchaus nicht angegeben, welche Ursache sie zu der Grausamkeit verleitet. Wie es heißt, soll der kleine Knabe ein Stückchen Brod aus dem Sacke des einen Hirtenjungen genommen haben und von dem Ei- genthümer dafür einige Peitschenhiebe erhalten haben. Als der Gezüchtigte deßhalb schrie und drohte, dieses seiner Mutter zu erzählen, sollen die beiden Hirtenjungen übereingekommen sein, ihn zu tödten. Oesterreich. Wien, 10. September. Die heutige Oesterr. Corr. bringt folgende interessante Nachricht: „Nach einer gestern Abends eingelangten telegr. Depesche des FML. Grafen Coronini, Militär- und Civilgouverneurs der serbischen Woiwodschaft und des Temefer Banats, sind die ungarischen Kron-Jnsiguien (welche seit dem Ende der ungarischen Revolution vermißt wurden) bei Orsowa, wo sie vergraben lagen, aufgesunden worden. Die Krone des h. Stephan sammt Kugel und Kreuz, eben so Schwert und Scep- ter sind unversehrt. Für die Ueberführung dieser Kron-Jn- signien auf dem Kriegsbampfer Albrecht, unter angemessener Bedeckung, ist durch den Militär- und Civilgouverneur, welcher sich persönlich nach Orsowa begeben hatte, bereits Sorge getragen." Schweiz. Solothurn. Eine Einsiedlerin ist im Stadrwalv von Solothurn entdeckt worden. Sie hatte sich dort eine Hütte in Form eines Bienenkorbes gestochten und mit Moos künstlich ausgepolstert. Als Lagerstätte diente ihr Heu. Die Weibsperson wurde des Abends abgefaßr, als sie eben mit heller Stimme die Vesper sang; sie trug ein etwas nach der Landestracht zugeschnittenes Klosterhabit und haue ein Dutzend Gebetbücher bei sich. Ihren Unterhalt fristete sie durch milde Gaben und Waldbeeren. Sie gibt vor, aus Kassel gebürtig und Mitglied eines aufgehobenen belgischen Klosters zu sein. Man erinnert sich bei diesem Anlaß, daß deutsche Blätter vor einer Klosterfrau warnten, welche einem Solvthurner Kloster angebören wolle und die Mildthätigkeit der Leute mißbrauche. Möglicherweise ist hier Identität der Personen vorhanden. Die Einsiedlerin wurde über die Grenze gewiesen. Frankreich. Letzter Tage kamen in Paris einige sog. Selbstverbrennungen vor, bei Personen, die allzuviel Spirituosen vertilgten. Ein Bursche dieser Art wollte im Rausche seine Tabakspfeife am Lichte anzünden, er selbst aber kam jämmmerlich durch inneres Feuer um. Paris, 1. Sept. Folgender tragicomischer Vorfall verdient erzählt zu werden: Zwei Eheleute lebten seit langer Zeit schon in Zank und Elend. Sie beschlossen, sich friedlich von einander zu trennen, und verkauften ihr Mobiliar, dessen Preis sic unrer einander theilten. Da ihnen dieser Verkauf nur wenig einbrachte, dachten sie über ihren Zustand nach und beschlossen das Schlimmste — sich gemeinschaftlich das Leben zu nehmen. Sie begaben sich somit vorgestern am frühen Morgen an das Ufer des Kanals Saint Martin. Ihre späteren Bekenntnisse bewiesen, daß sie beide es nicht aufrichtig mit einander meinten. Der Mann sprang zuerst ins Wasser, aber als ausgezeichneter Schwimmer streckte er bald den Kops aus dem Wasser heraus, und als er seine Frau am User sah, keineswegs geneigt, ihm zu folgen, ries er ihr zu, ihr Versprechen zu erfüllen. Anstatt dieser Aufforderung nachzukommen, überhäufte sie ihn mit Ausbrüche» der Wuch und warf ihm vor, daß er sie ums Leben bringe» wollte, während er sich gerettet hätte. Ueberzeugt, daß ftim! Hälfte dieselbe Absicht mit ihm hatte, beeilte sich der Schwimmer, ans Ufer zu gelangen, und prügelte seine Gemahlin so heftig durch, daß die dadurch herbeigelvckten Leute die Wache holten. Das Ehepaar wurde verhaftet, und ihr Verhör führte zur Entdeckung dieser Thatsachen. — In Paris erstickte sich eine junge Frau durch Kohkew- dampf, weil ihr Mann sie nicht zur — Kirchweihe führte. — Ein Gärtner im Eur-Departement hat kürzlich eftre wahrhaft fürchterliche Erbschaft gethan: er har von einem Detter, der vor langen Jahren landesflüchtig geworden, eine Menagerie geerbt; sie wird auf 70,066 Frcs. angeschlagen» und besteht aus 2 Löwen , 1 Löwin, 1 Tiger, 2 Hyänen r«. Zu der fatalen Erbschaft gehört auch ein Krokodill, das bereits drei Menschen verschlungen, und ein Bär, der zwei ähnliche Morde auf dem Gewissen hat. Dänemark. Kopenhagen. Unter manchen anvrrn Zügen des Edelmuthes, veranlaßt durch die gräßlichen Chv- leraverheerungen, verdient folgender, als eine neue Variatio» des Liedes vom braven Manne, erwähnt zu werden: Kommt letzter Tage ein Bauersmann in ein Haus in Kopenhagen» und sinder da zwei Kinderchen, denen die Seuche Vater, Mumer und Geschwister geraubt und die nun, wenigstens in der gegenwärtigen Zeit allgemeiner Angst und Noch, keinen Menschen mehr haben, der sich ihrer annimmt. Was glaubst Du, mitleidige Leserin, daß der Mann gethan ? Er legt die Waisen auf seinen Wagen, fährt nach Hause und bringt sie seiner Frau, welche nunmehr Mutterstelle vertreten will. Die Hebung der Rindviehzucht im Großherzogthum Baden betreffend. (Schluß.) Wenn wir, ohne den weirern Einfluß auf die Nachzucht, nur den höhern Werth der Kälber als Schlachtvieh, also die geringste Werthserhöhung, annehmen, welche durch einen bessern Zuchtfarren erreicht wird, wenn wir zu diesem Behufe annehmen, daß 60 Kühe auf einen Farren kommen, daß von diesen jährlich 66 Kälber fallen, und daß ein Milchkalb nur um 1 fl. im Wende steigt (der Unterschied beträgt oft 2 bis 3 fl.), so ergibt sich ein höherer Reinertrag von 66 fl., welcher gewöhnlich mir geringen Opfern erkauft werden kann. Aber welche entsetzliche Vernachlässigungen sinden sich oft in dieser Beziehung! a) Die Farrenhaltung wird an den Wenigstnehmendeu oder mit anderen Worten an Den, welcher sie am schlechtesten besorgt, versteigert; denn der Steigerer will für seine schlechte Bezahlung noch einen Prosit machen; d) die Zahl der Farren wird zwar angegeben, aber wir? etwa: einen größer» und einen kleinern; vielleicht auch mir der Bemerkung, sie müßten von guter Race sein; v) der Ankauf wird dem Pächter überlassen, und wenn sich auch der Gemeinderath vordehält, schlechte Tdiere ausschießen zu dürfen, so kommt das nur höchst selten vor, und zwar billiger Weise; denn für eine schlechte Bezahlung kann man nichts Gutes verlangen; d) damit sich die Kosten nicht zu hoch belaufen, so wird oft auf 120, selbst auf 156 Kühe 1 Farren gerechnet. Dir Beschwerden mancher Gemeinden, daß die Kühe nicht tragend bleiben, dürfen da nicht befremden; e) die Farren müssen wohlfeil angekauft und wohlfeil gehalten werden; der Pächter kaust sie zu 1 bis i( 2 Jahr, bei starkem Gebrauch und schlechter Nahrung sind sie begreiflicher Weise schon nach einem Jahre träg und geschwächt und müssen adgeschaffl werden, weil sie, wie man behauptet, zu schwer werden, in einer Zeit, wo der Körper sich erst ausgebildet hak und fähig wäre, gute Nachkommenschaft zu produciren; 697 f) in einigen Gegenden ist neben allen diesen Mißständen noch der schlechte Gebrauch, die Farren zur Arbeit zu verwenden. Wir wissen zwar recht wobl, daß dies auch in der Schweiz üblich ist bei guter Viehzucht; wir wissen, daß eine leichte Arbeit sogar der Gesundheit recht zuträglich sein kann, aber nur dann, wenn der Körper der Thiere kräftig ausgebildet ist, wenn die Fütterung eine gute, wenn der Gebrauch zur Züchtung ein mäßiger ist. Es sollte daher überall, wo dem Pächter das Einspannen der Farren gestattet wird, eine bessere Fütterung zur Bedingung und die Zahl der Kühe auf einen Farren herunter- aesetzt werden, so daß, wenn sonst 80 Kühe auf einen Farren kommen, dann nur 60 gerechnet werden dürfen. Zn einzelnen Bezirken haben die Großh. Bezirksämter in llebereinstimmung mit landwirthschastlichen Bezirksvereinen solche Uebelstände besonders in's Auge gefaßt und nach Einvernahme der Ortsvorstände allgemeine Bestimmungen erlassen, von deren Handhabung wir uns die besten Erfolge versprechen dürfen. Wir theilen die erlassenen Bestimmungen hier mit, um ihnen, je nach den örtlichen Verhältnissen modistcirt, auch für andere Bezirke Geltung zu verschaffen. 1) Das Faselvieh ist, wenn die Gemeinde zu dessen Haltung verpflichtet ist, entweder auf Kosten der Gemeinde anzuschaffen und zu unterhalten, oder es ist — jedoch ohne vorherige Versteigerung — dessen Anschassung und Unterhaltung an einen tüchtigen Landwirth in Accord zu geben. Die Gemeinderäthe haben diejenigen Bewerber auszu- wählen, welche sie nach pflichthafter Erörterung für den tüchtigsten und den zur Erfüllung nachstehender Bestimmung geeignetsten Mann erkennen. 2) Werden die Fasel auf Kosten der Gemeinde angeschafft und unterhalten, so ist von dem Gemeinderath eine aus drei Mitgliedern bestehende Commission zu ernennen, welcher die nächste Aufsicht über die Haltung der Zuchtstiere obliegt; sie hat deren Ankauf zu besorgen und darüber zu wachen, daß die Thiere sorgfältig gefüttert und gepflegt werden, daß Stallungen und Sprungplatz in gehörigem Stande sind, und daß die Viehwärter in jeder Hinsicht ihrer Pflicht Nachkommen; sie stellt wegen An- und Abschaffung der Fasel Anträge bei dem Gemeinderalh, und hat insbesondere auch alle Bemerkungen des Thierarztes gelegentlich zu besorgen. 3) Werden hingegen die Farren in Accord gegeben, so sind in die abzuschließenden Verträge jeweils folgende Bestimmungen auszunehmen: a. Der Farrenpächter darf einen Farren nur nach vorheriger Genehmigung des Gemeinderathes erwerben. Bei Uebertretung dieser Bestimmung verfällt er in eine Strafe von 10 fl. — und steht dem Gemeinderath überdies das Recht zu, nach lit. cl alsbald den Vertrag zu kündigen. h. Der Pächter muß sich jeder Zeit die Untersuchung der Fasel durch den Gemeinderath und den aufgestellten Thierarzt gefallen lassen und sich deren Ausspruch wegen besserer Wartung oder Abschaffung desselben, sowie auch allen desfallsigen Anordnungen von Seilen des Oberamts unterwerfen. c. Asterpachl ist nur mit Genehmigung des Gemeinderaths d. ^»er^Pacht ist jeweils auf 6 bis 9 Zahre abzuschließen; gibt der Pächter Anlaß zur Beschwerde, so steht dem Gemeinderath das Recht zu, im Laufe der Pachtzeit den Vertrag mit Frist von drei Monaten zu kündigen. e. Kein Farren darf gebraucht werden, welcher älter als 4 und jünger als IV- Zahr ist. f. Der Pächter hat für einen gehörig geschloffenen Sprungplatz mit der nöthigen Einrichtung zu sorgen. 8- Die Zuchtstiere sind reinlich zu halten und gut zu pflegen. Die Fütterung muß in hinreichendem und gutem Futter bestehen. i>. Die Stallung muß reinlich und geräumig sein. i. Auswärtiges Vieh darf nur mit Erlaubniß des Ge- meinderathes zugelaffen werden. § 5. Die Zahl der Zuchtstiere richtet sich nach der Zahl der vorhandenen Kühe und Rinder, so daß auf 60 bis 80 derselben t Fasel genehmigt wird. § 6 . Das Pachtgeld soll, wo der Genuß eines Fasel- mits nicht an den Pächter überlassen wird, für einen größer» Fasel nicht unter 80 fl.„ für einen kleinern nicht unter 45 bis 50 fl. betragen. § 7. Durch die landwirthschaftliche Bezirksstelle und aus Auftrag durch den Amtsthierarzt werden sämmtliche Farrren von Zeit zu Zeit besichtigt, und etwaige Bemängelung dem Großherzogl. Oberamt zur Anzeige gebracht werden. Die von dem Oberamt nach Einvernahme der landwirth- schaftlichen Bezirksstelle oder auf deren Anregung erlassenen Anordnungen sind sogleich zu vollziehen. Zu diesen Bestimmungen würde noch die weitere, wegen des Gebrauchs der Farren zur Abeit für jene Gegenden aufzunehmen sein, wo dies üblich ist. Wir empfehlen diese Einrichtung sämmtliche» landwirth- schaftlichen Bezirksstellen zur Berücksichtigung, und sind überzeugt, daß die Großh. Bezirksämter denselben ihre Unterstützung gerne angedeihen lassen werden. (Landw.Centr.Bl.) Ueber Wachsthum, Pflege, Farbe, Färbung und Erhaltung, wie auch über Beseitrgung der unangenehmen Haare. (Fortsetzung.) Man nimmt großen breiten Wegerich (dsrba plantagm. major), wo möglich frisch, zerschneidet ihn klein und verfertigt daraus ein sehr starkes destillirtes Wasser. Das erhaltene Wasser gießt man wiederum auf friscyen Wegerich, und destillirt cs in einer gewöhnlichen Destillirblase noch einmal, so daß auf diese Art ein doppelt destillirtes Wasser aus Wegerich bereitet wird. Zn v- Maas dieses Wassers löse man (4 Loth venetianische Seife und J / 2 Lvth Soda auf. Das Ganze ist nun zum Gebrauche fertig. Mit dieser Flüssigkeit werden die Haare Mittelsteines reinen Schwämmchens täglich angefeuchet und an der Luft getrocknet. Dieses wird so lange fortgesetzt, bis die Haare die beliebige Farbe erlangt haben. Es kommt daraus an, wie lange das Mittel fortgesetzt wird, um die Haare entweder schön blond oder braun zu haben. Ist die beliebige Farbe da, so wird die Anfeuchtung der Haare jede Woche ein, höchstens 2 Mal, wiederholt. Sollten die Spitzen der Haare, was hei manchen rvthen nicht zu beseitigen ist, hiebei fortwährend in der Helle röthlich durchscheinen, so müssen diese alle 14 Tage ein klein wenig abgeschnitten werden. Nach Krankheiten und hei Wüstlingen ist es oft der Fall, daß die Haare in großer Menge ausgehen. Dieses Uebel ist eine natürliche Folge der Schwäche der Haarzwiebeln. Die Haare wieder zu erhalten, ist folgendes Mittel ebenfalls sehr gut: 9 Loth venetianische Seife, 1 Loth Benzvn, 1 Loth Myrrhe, 1 Loth kohlensaures Kali, 5 Loch Gewürznelken, 2 Loth Lorbeeren, 3 Pfd. rectisicirten Weingeist, läßt man 3—4 Tage gut verschlossen bei gelinder Wärme stehen, siltrirt darauf die Flüssigkeit durch Fließ- oder Löschpapier und bewahrt sie zum Gebrauche auf. Man wascht damit täglich ein Mal die Kopchaut,' am geeignetsten Morgens , dabei müssen aber die allenfalls noch vorhandenen Haare wenigstens alle 14 Tage kurz abgeschnitten, und eine Haartour, Haube oder zarte Mütze ständig getragen werden, um den Kopf vor Verkältung zu hüten. Ist der Haarwuchs wieder gut, dicht, fallen keine Stoppeln mehr aus, so hört das Abschneiden und das Waschen mit obigem Mittel auf, und der Kopf und die Haare werden dann täglich ein Mal mit frisch ausgepreßtem Saft aus weißen Zwiebeln eingerieben, wodurch die Haare rasch wachsen und Schönheit und Glanz wieder erhalten. Dieser Zwiebelsaft wird auch bei Personen mit Vortheil angewendet, welche schon ganz kahle Stellen *) auf dem Kopfe haben, wenn die Haarzwiebeln noch nicht abgestorben sind, was, wie schon gesagt, der Fall ist, wenn die kahlen Stellen nicht wie Speck glänzen und die Haut sammtartig und ohne Glanz ist. Natürlich müssen diese Mittel lange fortgesetzt werden, wenn von einem oder dem andern Erfolg erwartet werden will. *) S. Hanlwv. Magazin. August 1820 . 698 Haare, die zu sehr in das Gesicht, am Bart, an den Wangen oder der Nasenwurzel, im Nacken u. s. w. der Frauenzimmer wachsen, werden auf die unschädlichste Art und ganz sicher für immer vertrieben: Man überzieht einen der von den Haaren zu befreienden Steste entsprechend geformten Leinwandlappen mefferrückdick mit gemeinem Schusterpech, erweicht vor dem Auflegen bas Pech über starker Wärme und drückt es auf die haarige Stelle und läßt e« kalt und steif werden; dann wird es in der entgegengesetzten bisherigen Lage der Haare abgerissen. Die Haare bleiben hängen und ihre Wurzeln liegen zu Tag. Sollte es nöthig werden, so wird dies nicht besonders schmerzhafte Verfahren so lange fortgesetzt, bis keine Haare mehr erscheinen. Nach jedesmaligem Abreißen dieses Pflasters werden die Stellen mit einem Absud von Marienblümchen, im Wein gesotten, einige Tage lang bestrichen und gewaschen. Es kommen gewiß keine Haare mehr. *) Einzelne, belästigende Haare auf Warzen am Kinn u. s. w. werden am Besten mit einer Pincette nahe an der Haut gefaßt und ausgeriffen. Bei denjenigen Personen ferner, bei welchen die Haare zu üppig wachsen, so daß sie nicht allein zu weit in die Stirne, sondern selbst bei den Ohren herabwacysen, oder die Augenbraunen über der Nase zusammenlaufen, kann auch das türkische Mittel Rusma, welches in jeder Galamerie- waarenhandlung nebst Gebrauchsanweisung zu haben ist, angewendet werden; es vertreibt die Haare, daß sie nicht wieder wachsen. (Fortsetzung folgt.) *) Schon im Alterthum war diese Art zu epiliren bekannt. Juvenal. Satyr. IX. V. 11. Calidi circumlita fasern visci. M i s c e l l e u. In Paris werden jetzt Flöten von Krystall fabrizirt, die einen herrlichen Ton haben sollen und selbstverständlich vom Temperatur- wrchsel nicht afficirt werden. In Vaihingen ist ein Schwein geschlachtet worden, welches 418 Psd. wog. An Schmalz wurden 22» Pfd. gewonnen. Es-war von der vom landw. Vereine erngeführteu Düffelthaler Rare und hatte bei dem landw. Feste den ersten Preis erhalten. Viele, sowohl Einheimische als Auswärtige, kamen herbei, bas Riesenschwein lebend zu sehen. Frösche und Kröten als Jnsektenvertilger zu schonen. Die ganze Nahrung der Frösche und Kröten besteht aus Insekten; und ganz besonders erfolgreich stellen denselben die Kröten in Gärten rc. auf ihren nächtlichen Wanderungen nach. Es ist daher das Verfahren der gewöhnlichen Gärtner und Landleute, die Kröten überall, so oft sie derm ansichtig werden, zu tödten, sehr zu tadeln. In manchen Gartenbüchcrn werdm sie als sehr schädlich aufgesührt, indem sie die Wurzeln der Bäume abnagen sollen, was ich aber nie habe bemerken können. Auch ist dies bei dem gänzlichen Mangel an Zähnen wohl nicht gut möglich. Sie müssen, wie die Frösche, ihren Raub ganz verschlucken. Eben so nützlich wie die genannten Thiere find die von Insekten lebenden Eidechsen. Frucht - Mittelpreife. Ein Malter Osse, lOSept. iburg 13Sept. Oberkirch 7. Sept. Achern 13Sept. Gengenb. 7. Sept. fl- kr. fl- kr. fl. kr. fl. kr. st- kr Waizen. . 19 20 18 56 19 30 18 41 18 38 Kernen . . — — _ — 19 — 18 30 18 26 Halbwaizen 15 10 14 41 15 — — — 15 41 Fees . . . "- — — — — -. 7 10 — — Korn . . . 13 7 — — 13 — 12 50 13 25 Gerste . . 10 — 11 16 10 30 11 17 13 24 Welschkorn Haber . . 5 48 5 48 5 54 5 28 6 48 Brodtare für die II. Hälfte des Monats Sept. A. Im Oberamt Offenburg. Weißbrod: der 2 kr. Weck 8 Loch. Halbweißbrvd: 2 ff in langer Form 11 kr., 2 ff in runder Form 10'/- kr., 4 ff in runder Form 20'/- kr. Schwarzbrod: 4 ff in runder Form 17 kr. L. Im Kezirbsamt Oberkirch. Weißbrod: der 1 kr. Weck 4 Loch, 2 kr. Weck 8 Loch. Halbweißbrvd: 2 ff 10 kr., 4 ff 20 kr. Schwarzbrod: 2 ff 8 kr., 4 ff 16 kr. C. Im KezirKsamt Achern. Der 1 kr. Weck 3»/« Loth, 2 kr. Weck 7'/- Loch. Weißbrod: 11-/4 Loch 3 kr., 23-/- Loch 6 kr. Halbweißbrvd (-/- Gries- und Bollmehl): 4 ff in runder Form 21'/- kr. Schwarzbrod ('/» Voll-, - 4 Kernenschwarz- und 2/4 Kornmehl) : 4 ff in runder Form 16'/- kr. v. Im Kezirksamt Gengenbach. Weißbrod: der 1 kr. Weck 4 Loch, 2 kr. Weck 8 Loch. Halbweißbrvd: 2 ff 10'.- kr., 4 ff 20 kr. Schwarzbrod: 2 ff 8 '/- kr., 4 ff 17 kr. Fleifchtare für den Oberamtsbezirk Offenburg für die zweite Hälfte des Monats Sept. Das Pfund Mastochsenfleisch 12 kr., Mastkuhfieisch 10 kr., Kalbfleisch 9 kr., Schweinefleisch 14 kr., Hammelfleisch 9 kr. Fleifchtare für den Amtsbezirk Achern vom 16. bis 30. S eptember 1853. Das Pfund Ochsenfieisch 12 kr., Kuh- und Rindfleisch 10 kr., Kalbfleisch 9 kr., Hammelfleisch 10 kr., Schweinefleisch 14 kr. R ä 1h s e l. Du siehst mich alle Tage Bei Frauen meist, auch Herr'»; Ost ist's gerechte Klage: „Ich drückte manchmal gern!" Und liefst Du mich von hinten, Werd' ich zu einem Ton, Der Dir alsdann wird künden: »Auf ging er und — davon!" Triberg. H. R. A. G i ß l e r. Frankfurter Geldcnrs vom 13. Sept. st. kr. Neue Lvuisd'vr. 11 Pistolen. 9 44V--45- Preuß. Friedrichsd'or .... 9 57-58 Holländische Zehnguldenstücke . 9 52-53 Randducaten. 5 37-38 Zwanzig-Frankenstücke .... 9 27-28 Engl. Sovereigns. 11 48 Preußische Thaler. 1 45 —',4 Fünf- Frankenthaler .... 2 21V4-®/4 Preußische Kaffen-Scheine . . 1 45-/4—'/- Verantwortlicher Redacteur: I. Okkeni. - Druck und Verlag der Z. vtteni',chen Buchdruckerei.