Der Orlemuer Bote. Verkündigungs-Blatt für dir Amtsbezirke Offenburg, Oberkirch, Achern, Rheinbischofshetm, Kork. Gengenbach, Haslach und Wolfach. M 75 Offenburg, den 22. September *854. Bekanntmachungen. [1] Karlsruhe. (Oie Lieferung von Brennholz für den Eisenbahnbetrieb betr.) Unrer Voraussetzung der Erzielung entsprechender Preise beabsichtigt man, größere Quantitäten von Tannen oder Forlen-Scheitholz zu beziehen. Indem man bemerkt, daß die zu liefernden Quantitäten unbeschränkt und daß die Lieferungen frei aus irgend einen Gülerbahnbos der Grotzh Eisenbahn zu bewerkstelligen sind, werden die betreffenden Lieferanten hiermit eingeladen, ihre Angebote mir Angabe 1) des LieserungsquantumS, 2 ) des Preises per Klafter in Scheitern unter Angabe der Länge derselben, 3) des Bahnhofs, wohin die Ablieferung geschehen will, längstens bis 10. Oktober d. I. verschlossen und bezeichnet mit der Aufschrift ..Brennholzüeserung für den Eisenbahnbetrieb" bei der Unterzeichneten Stelle einzureichen. Karlsruhe, den 16. September 1854. Direktion der Großh. Verkehrsanstalten. Verzeichniß solcher Personen, welchen >m Amtsbezirk Kork vom l. Scpt. v. I. an big dahin 1854 Jagdpässe ertheilt wurden. 1) Franz Doyen von Straßburg. 2) I. Bruiiek von da. 3) L. Solon von dass Julius Gardof von do. 5) August Birke! von da. 6) Georg Reif von Kork. 7 ) Iagdhürer Baas in Eckartsweier. 8) Forstmeister Rvtb in Kork. 9) Handelsmann Sälen von Straßburg. 10) Gememderaih Walter von Hesselhurst, l!) David Baas von Hesselhurst. 12) Bürgermeister Zockers von da. 13) Anatole Freschwille von Straßburg. 14) Michael Fuchs von Anenheim. 15> Friedrich Michael Zier von da. 18) Renk Morian von Straßburg. 17) Advocat Ritling von da. 18) Anton Marsal von da. 19) F. «. Dörr von da. 20) Rentier Schulmeister von da. 21) Forstinspecror de Faucault von da. 22) Notar .flach von da. 23) Partikulier Baumgaft von da. 24) Friedrich Bücherei von da. 25) August Maffon von da. 28) Johann Rauscher von Sand. 27) Karl Grün von Straßburg. 28) Julius Saum von da. 29) Michael Maier 3. von Kork. 30) Kaufmann Eduard Schneegans von Straßburg. 31) Jak. Philipp Böswillward von da. 32) o. d. Benzmann, Artillerie - Officier von da. 33) Banquier Theodor Humann von da. 34) Julius Schindler von Kork. 35) Löwenwirth Herrel von Legelshurst. 36) Michael Arbogast 2. von Legelshurst. 37) Jakob Erharbr 3 von da. 38) Gemeinderarh Michael Arbogast von da. 39) Michael Arbogast 5- von da. 40) Kaufmann Braun von Bvdersweier. 41) Daniel König von eiersheim. 42) David Erhardt von Willstätt. 43) Karl Berliner von da. 44) Franz Bertincr von da. 45) Ferdinand Steiner von Straßburg. 48) Louis Bucherer von da. 47) Steuerinspektor WiUaredt in Stadt Krhl. 48) Eduard Odier von Paris. 49) Gustav Odier von da. 50) Karl Grün von Straßburg. 51) Bürgermeister Michael Rieber von Sand. 52) A. Hummel von Straßburg. 53) Georg Köhl von Dorf Kehl. 54) Philipp Cognier von Straßburg. 55) Franz Doyen von Straßburg. 56) Friedrich Jmmlin von da. 57) Johann Häs von Willstätt. 58) Hauptmann Briquet von Straßburg. 59) Felix Langlois von da. 60) August Walter von da. 61 Karl Mury von da. 62) Joh. Bernhard v. Böcklin von da. 63) Jakob Köbel von Hodndurst. 64) Capitain Morel von Straßburg. 65) Roger Barbedat von da. Kork, den 1. September 1854. Grvßderzogliches Bezirksamt, v. Hunoltstein. Verzeichniß derjenigen Personen im Amtsbezirk Gengenbach, welche » 0 « 1. September >853 bis dahin >854 Iagdpäffe erhalten haben. 1) Faschinenleger Berger von Biberach. 2) Fabrikant Schnitzler von Zell. 3) Fridolin Biidstein von Nordrach. 4) Georg Schappacher von Berghaupten. 5) Joseph Kemps von Nordrach. 6) Bürgermeister Besser von Reichenbach. 7) Bernhard Gieslcr von Biberach. 8) Joseph Zapf von Bcrmcrsbach. 9) Bürgermeilker Lehmann von Oberharmersbach. 10) Bernhard Jsenmann von da. 11) Bezirkstörster Barrelmez von Gengenbach. 12) Anton Walter von Oberentersbach. 13) Joseph Geppert von Bcrmcrsbach. 14) Bürgermeister Stein von Gengenbach. 15) Stephan Feißt von Obcrharmersbach. 16) Johann Breia von da. 17) «ltstabhalter Vollmer von Oberharmersbach. 18- Bernhard Welle von Nordrach. 19) Johann-Lemmler von Unterentersbach. 20) Joseph Brüderle von Berghaupten. 6S6 21) Ludwig Edle von «ermersbach. 22) SaleS Fischer von Schwaibach. LZ) Bürgermeister Schtle von da. 24) Zvbann Schwarz von Oberharmersdnch. e 25) Joseph Lehmann von da. 26) Simon Braig von da. 27) Kaufmann UUersberger von Gengenbach. ,<■. 28) Georg Lehmann von Obcrenterskach. 29) Ludwig Köhler von Bermersbach. 30) Anton «rmbruster von Reichenbach. 3t) Georg Huber von da. 32) Stephan Riehle von da. 33) Georg «rmbruster von da. 34) Paul Mußler von da. 35) Joseph Walter von Berghaupten. 36) Johann Walter von da. 37) Georg Walter von Schwaibach. Geugenbach, den 10. September 1854. ** GroßherzoglicheS Bezirksamt. ^Baumgartner. Gengenbach. (Hjebstahl und Fahndung.) Nr?k62G- vem Bincenz Muser von'Nordrach, wurde vom t. auf best 3. v. M. folgendes Arbeitsgeschirr entwendet: Eine Schrotaxt im Werth von 1 fl. 12 kr. Ein Spitzeisen im Werth von 12 kr. Ein Schlageisen im Werth von 12 kr. Wir bringen diesen Diebstahl behufs der Fahndung aus das Gestohlene und den noch unbekannten Thäter hiemit zur öffentlichen Kenntniß. Gengenbach, den 12. Sept. 1854. GroßherzoglicheS Bezirksamt. Baumgartner. Offenburg. (Das B'rschollenheitsverfahren gegen Augustin Baßler von Feffenbaix betr.) Nro. 29623. Beschluß. Da weder Augustin Baßler von Fessenbach, noch ein Nachkommen desselben, sich auf die oberamtliche «ufforde- rung vom 19. August v. I. Nro. 27259 gemeldet, so wird Ersterer für verschollen erklärt und dessen Vermögen seinen nächsten erbberechtigten Verwandten gegen Sicherheitsleistung in fürsorglichen Besitz gegeben. Offenburg, am 18. Sept. 1854. Großherzogliches Oberamt. v. Faber. ! [11 Oberkirch. (Schuldenliquidation.) Nro. 22923. fran, Ludwig Hüger, Schuhmacher von Oppenau, will mit einer Frau nach Amerika auswandern. ES wird beßhalb Tagfahrt zur Schuldenliquidation auf Dienstag den 26. September, Morgen« 8 Uhr, angeordnet. Oberkirch, den 14. September 1854. Großherzogliche« Bezirksamt. Saur. «chern. (Aufstellung eines Beistandes betreffend.) Nro. 25493. Statt des Metzgers Karl Oberföll wurde Bäcker Johann Lott von hier al« Beistand des mundtodten Ignaz Stöckle von da aufgestellt, wa« anmit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. «chern, den 19. September 1854. Grvßherzvgliches Bezirksamt. Hippmann. »chern. (Gläubiger-Aufforderung.) Nro. 25422. Die Valentin Flink's Ehefrau von Achern ist gesonnen, mit ihren Kindern Joseph und Bernhard Flink nach Amerika «uSzuwandern. Wir haben daher Tagfahrt zur Schulden- kiquidation auf Dienstag den 26. d. M., Vormittag« 8 Uhr, angeordnet, und werden die etwaigen Gläubiger derselben zur Anmeldung ihrer Ansprüche mit dem Bemerken aufgefordcrt, daß ihnen später zu solchen dahier nicht mehr verholfen werden könnte. «chern, den 18. September 1854. GroßherzoglicheS Bezirksamt. Hippmann. RheinkischofSheim. (Schuldenliquidation.) Nr. 9M. Die Ehefrau des bereits in Aimrikachefindlichen Jakob UKi von viersbeim, Katharina geb^RuM, und die >8 Jahre alte Minna Reichmann von RheinbischofSheim wollen nach Amerika auswantern. Wer an dieselben noch etwas zu fordern hat, bat feine Ansprüche Donnerstags den 28. d. M., Morgens 8 Uhr, bei Verlust der RechtShülfe dahier anzumelden. RheinbischofSheim, den >3. Sept. 1854. GroßherzoglicheS Bezirksamt. Exter. Gengenbach. (Schuldenliquidation.) Nr. 16308. Der ledige Andreas Huber von hier will nach Nordamerika auSwandern. Zur Schuldenliquidation haben wir Tagfahrt auf Mittwoch Den 27. d. M., früh 9 Uhr, anberaumt, in welcher etwaige Forderungen an denselben anzumelden sind. Gengenbach, den 14. Sept. 1854. Großherzogliches Bezirksamt. Baumgartner. HaSlach. (Schulden-Liquidation.) Nro. 15249. Anna Maria'Brem und Walburga Dunkel von Steinach wandern nach Amerika aus; etwnige'Forderungen an dieselben wollen am Montag den 25. September d. I., Morgens 8 Uhr, hier angemeldet werden bei Vermeidung des gesetzlichen Rechrsnachsheils. Haslach, am 18 Sept. 1854. Großherzogliches Bezirksamt, v. Laroche. HaSlach. (Bekanntmachung.) Nro. 13883. Nach Erlaß hoher Regierung vom >8. August d. I. Nro. 22721 sind wir ermächtigt, eine entbehrlich gewordene Tiegelpresse zu verkaufen. , Kaufliebhaber hiezu wollen sich zur Besichtigung auf diesseitiger Amtskanzlei cinffnden und ihre Angebote abgeben. Haslach, am 26. August 1854. Grvßherzvgliches Bezirksamt, v. Laroche. [2] Offenburg. (Bachabschlag.) Behufs der Vornahme der Reparation der Wasserbauten an den Mühlen dahier wird der Mübl- und Flvßbach vom nächsten Montag den 25. d. M. bis Scmsrag den 7. October abgeschlagen; wa« andurch bekannt gemacht wird. Offenburg, den 8. September 1854. Großh. Wasser- und Straßenbau-Jnspection. Föhrenbach. RheinbischofSheim. (Bekanntmachung.) Zufolge erhaltener Weisung machen wir andurch den Großh. Localbe- hörden und den Bürgermeisterämtern bekannt, daß dem Unterzeichneten BezirkSsorftei-Vorstand gestattet wurde, seinen Wohnsitz einstweilen in Neufreiste» zu nehmen, und daß derselbe am 25. d. M. dahin überziehen werde. RheinbischofSheim, den >9. September 1854. Großherzogliche BezirkSsorftei. Fackelmann. Waltersweier. (Grabenaushebung betr.) Alle Diejenigen, welche Wiesen am Sträßle besitzen, werden hiermit aufgefordert, ihre Gräben binnen 3 Tagen auSzuhebea und zu putzen, ansonst solches aus ihre Kosten geschieht. Zugleich har jeder Gürerbefltzer im untern Feld einen Zettel auf seinen Acker zu stecken, auf welchem der Namen des Eigenthümers geschrieben steht. Die Bürgermeisterämter in der Umgegend wollen diese« sogleich bekannt machen lassen. Waltersweier, am 20. September 1854. Das Bürgermeisteramt. Schmidt. v Cigarfen-Falbricanteii. Amerikanische TabaksALtter zu den billigsten Preisen bei ... - -»s R Lud. Th. Müller ' in Frankfurt a. Dl. Offenbtzrg. (Anerbieten.) Di« Unterzeichnete erbietet sich zum Abwarten der Krankem in Privarhäuseru. Victoria Buhler, wohnhaft bei Wiuwe Eckenfels .». in hev.^injigvprWt. - Iagdpulver ^ und Berner Schiiizeripolver iu vorzüglicher,, Qualität, sowie?’ feinst englisches jagdpulver in Blechbüchsen, bei «/♦ Fingado Sohn in Kehl, [2] Osfenburg. (Wohnungs- und Kellervermiethung.) In dem ehemaligen Michael Weisenbach'scheu Hause bei der Pfarrkirche dahier, sind’ im untern Stocke drei neü^tapezirte Zimmer nebst Küche) sowie Platz im Keller mnkk auf dem Speicher — auf Michaeli beziehbar — zu vermierhen. Auch kann aus Verlangen ein Mansard-Zimmer abgegeben werden. , Zugleich chabe ich unter meinem eigenen' Hause in der Steinstraße dahier einen schönen geräumigen Keller auf 1. Octvber l. I. ^u verpachten. .• Offenburg, den 16. September 1854. Ed. Stigler, Glasermeister. s3) Ofsenburg. (Zimmervermietdung.) Es find zwei schöne Zimmer mit oder ohne Meubel billig zu vermiethen — bei wem? sagt der Herausgeber dieses Blaues. [3] Ofsenburg. (Wohnungsvermiethung.) Schneidermeister Schwarz hat 2 Zimmer im untern Stock, nebst Küche, Play im Keller und Speicher, auf Michaeli zu vermiethen. Ofsenburg. (Kapitalien auszuleihen.) 300 fl., 350 fl., 500 fl., 1500 fl. bis.8000 fl. sind gegen gerichtliche Versicherung ausjtfleihen. Gute Verlagscheine nimmt entgegen: Joseph Baumann. Mühlenbach, Amt» Haslach. (Kapital auszulkihen.) Bei dem hiesigen Kirchenfond liegen 950 fl. gegen gesetzliche Versicherung zu 5 pCr. zum Ausleihen bereit. Offenburg. (Hausverkauf oder Dermietbung.) Di« H-lfte eines in der Kiefergaffe gelegenen zweistöckigen Wohnhauses (der obere Stock, nebst dazu gehörigem Speicher und Keller ist billig zu verkaufen oder zu vermiethen. Näheres bei dem Herausgeber dieses Blaues. Offenburg. (Chaise-Verkauf.) Eine moderne Ehaise, zum Ein- und Zweispännigfahren eingerichtet, ist um billigen Preis ,u verkaufen — bei wem 2 sagt die Expedition dieses Blattes. Offenburg. (Wohnungsvermiethung.) Bierbrauer Nerlingcr hat den ober» Stock, bestehend in 4 Zimmern und einer Küche, nebst Platz im Keller und Speicher, sogleich oder auf Michaeli zu vermiethen. Doetov aromarrkck-medtcrnrsche Ärauter-Seefe ist ein bewährtes, seit Jahr und Tag bei beiden Geschlechiern in großen Ehren stehendes, cosmetisches Mittel zur schmerzlosen Ent- -=-— , fernung von Sonnenbrand, Sommersprossen, Leberflecken, Finnen, Pickeln, Haukbläschen rc. -Ot)VL»firDr A und zur Erhaltung und Herstellung einer schönen, reinem, weißen Haut in jugend- . lidier Arische und belebtem Ansehen, sowie sie mit großer Superiorität alle anderen Loilekre Seifen und Schönheiiswasser ersetzt. ZU Im Bade wirktsie außerordentlich heilsam und stärkend. ZZ /arom meuioI Dr. Borchardt's Kräuter-Seife ist in versiegelten Original-Päckchen a 21 kr. nur allein acht zu haben in i kmüteb-/ effeuburg bei Ferd. Höljliu jun. und in Kehl bei I. W. Sommer. 668 Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Baden. Oie Tagesordnung der Urthcilssitzungen des Schwurgerichts in Freiburg für da« 3. Quartal ist folgendermaßen festgesetzt: Montag den 25 Gepk.: 1) Vormittags 9 Uhr, Anklage gegen Gregor Burkhardt von Ebringen wegen gefährlichen Diebstahls; 2) Nachmittags 3 Uhr, Anklage gegen Karl MeierSmüllcr von Riegel wegen gefährlichen Diebstahls. Dienstag den 26. Sepk.: 3) Vormittags 8 Uhr, Anklage gegen Heinrich Konrad Erhardr von Durlach wegen Nvthzuchr, verübt an einem Kinde; 4, Nachmittags 3 Uhr, Anklage gegen Xaver Marbis von Oberlauchringen wegen Unzucht mir einem Kinde. Mittwoch den 27. Sept.: 5) Vormittags 8 Uhr, Anklage gegen Friedrich Srrübin und Christian Haag von Windenreukhe wegen falschen Zeugnisses; 6) Nachmittags 3 Uhr, Anklage gegen Karl Kern von Prech- thal wegen versuchter Norbzuchl und Raubs. Donnerstag den 28. Sept.: 7) Vormittags.8 Uhr, Anklage gegen Maria Fix, geborne Weber, von Siegelau wegen Brandstiftung. Freitag den 29. Sept.: 8) Nachmittags 3 Uhr, Anklage gegen Kasimir Klemm und Wilhelm «ntvn Klemm von Winseln wegen Erpressung durch Bedrohen mit Brandlegung. Freiburg, 18. Sept. Vor einigen Tagen ist S. M. der Kaiser Ferdinand von Oesterreich im strengsten Jn- cognito hier eingetroffen und im Zähringer Hofe abgestiegcn. Maulburg im Wiesenthale, 15. Sept. (B.L.Z.) Heute früh 5 Uhr erhielten wir einen schauerlichen Mvrgengruß durch ein Gewitter von seltener Heftigkeit, wie sich besten die ältesten Leute kaum zu erinnern wissen. Es entlud sich in einem engen, nieder« Kreis über den Ortschaften Maulburg, Adelhausen und Güntenhausen. An diesen drei Orten hat der Bfttz fast gleichzeitig eingeschlazen; an letzterem Orte ohne zu zünden. In Adelbausen brannte ein Haus nieder, in Maulburg eine von oben bis unten reich mit Garben und Heu gefüllte Scheuer. Menschen verunglückten keine. Württemberg. Reutlingen, 9. Sept. Auch wieder einmal ein Fall, wo eine Mutter frevelnde Hand an das Leben ihres eigenen Kindes legen wollte. Ein Mädchen aus Grasenberg, das in einem hiesigen Wirihshaus im Dienste steht, wußte ihre Schwangerschaft zu verheimlichen und gebar in der Nacht vom 6. auf den 7. d. in der Küche ihrer Dienstherrschaft, als diese bereits im Bette war, ein Kind, das sie sofort nackt und bloß, wie es zur Welk gekommen, zum Küchenftnster 10—12 Fuß hoch hinaus, nach dem in der Nähe des Hauses vorüberflleßenden Bach zu, warf. Das Kind fiel aber nicht in den Bach, sondern hart an den Rand desselben und lag in diesem Zustand in der kühlen Nachtlust gegen 2 Stunde», bis es durch einen glücklichen Zufall und — wer staunt nicht darob? — lebend gesunden wurde. Da nämlich bas Haus allenthalben gut verschlossen war, so sprang die harke Mutter später selbst zum Fenster hinaus, wahrscheinlich um zu sehen, ob daS Kind wirklich den Bach hinunter sei. Einem der Nachbarn fiel das hiedurch entstandene Geräusch in später Nacht um so mehr aus, als dem W'rth kurz vorher einzebrochen worden war. Er näberke sich dem Hause, traf die Magd, und auf ihren nichtigen Vorwand, es sei ihr ein silberner Löffel heruntergefallen, nicht achtend, weckte er den Wirtd und entdeckte so den wahren Thatverhalt. Das Mädchen und ihr Kind befinden sich im Krankenhause, und ist gegen Erstere bereits • gerichtliche Untersuchung eingeleitet. Aus dem Oberamt Oberndorf, >5. Sept. Die Ruhrepidemie macht in dem hiesigen Oberamt leider sehr bedeutende Fortschritte. Zn der einzigen, etwa 2000 Seelen zählenden Gemeinde Lauterbach sind bis jetzt über 60 Personen gestorben und noch ist die Seuche nicht im Adnehmen. Auch der wackere junge Ortsvorsteber daselbst ist derselben erlegen. Zn Schramberg sind es schon über 30 Todesfälle und die Zahl der Kranken ist äußerst bedeutend; das gleiche Verhälkmß findet Statt in den Gemeinden Hardt, Mana- zell, Aicbhalden, Sulgen und andern Orten. An einem Tage sind oft 3 bis 4 Leichenbegängnisse und immer noch scheint sich die Krankheit weiter ausdehncn zu wollen. Bayern. München, 12. Sept. Oie Cholera ist sehr kotschieden in der Abnahme und heute hat deßhalb eineOank- procesflon nach einer benachbarten Gnadenkapelle stattgehabk. Zwar ist die tägliche Zahl der CboleratodesläUe, soweit chic amtlichen Bulletins reichen, noch nicht unter 30, den höch» ften Stand im Jahr 1836, herabgegangen, allein man hofft, gestützt auf die neuestens eingerretene rasche Verminderung der Erkrankungen, daß die Seuche bald ganz erlöschen werbe. Das Ockoberfest wird übrigens auch in diesem Falle nicht in der üblichen volkstdümlicheu Weise abgehalren werden, und es sind die pvlizeiärzklichen Anträge bierwegen bereits dem König Vorgelege. — Die Industrieausstellung wird zweifelsohne am 15. des nächsten Monats definitiv geschloffen werden. Augsburg, 16. Sept. Vom 15 Aug. bis 14. Sept. sind, nach officieller Angabe, 2271 Personen an der Brech- ruvr erkrankt, 914 gestorben und 1324 genesen. Dies jedoch mir Ausschluß des vergleichsweise nicht so hart betroffenen Militärs. Rach der letzten Zäblung Hane Augsburg eine Civilbevölkerung von 34,211, mit Militär von 39,340 Seelen. Unsere Lttadt har hiernach verhältnißmäßig mehr gelitten, als das benachbarte München. Bamberg, 17 Sept. Auf der Eisenbahn bei Mainroth wurden gestern Nacht halb 8 Uhr ein Mann und 19 Stück Schafe durch eine leer zurückgehende Schleppmaschine überfahren. Oer Mann und die Schafe blieben todt. Hessen. Offenbach, 12. Sept. Vor einigen Tagen wurde in der Nähe unserer Stadt ein junger Mann erstochen. Derselbe wollte bei einem Streite, den zwei Kameraden auf dem Heimwege nach Mühlheim miteinander begonnen , ab- wehren, und mußte seine gute Absicht mir dem Tode büßen, indem Einer jener Beiden ihn mittelst eines Messers so schwer verletzte, daß er bald darauf starb. Preußen. Don der Direction der Aachen-Münchener Feuer-Veisicberungs-Gesellschaft ist für die bedürftigen Schlesier die bedeutende Summe von zehntausend Thalern zur Verfügung gestellt und ausgezahlr worden. — Der Prinz von Preußen hat den Schlesiern >000 Tbaler überreichen lassen. — Das Monstre Concert im Berliner Thiergarten für die Wafferdeschädigten trug >6-000 Tbaler ein. Saarbrücken, 6. Sept. Dem Gesundheitsapostel Ernst Mahner, welcher auf gestern Abend im Plager'fchen Saale dahier eine Vorlesung ,.zur Erweckung eines kühnen Wider- standsmuihes gegen die Cholera" angekündigt hatte, zu welcher j-doch nur 3 Personen erschienen waren, ist heute Morgen das sehr Unangenehme widerfahren, von der Polizei im Gasthof „zur Post", wo er logirke, in Haft genommen und in'S Gefängniß abgeführt zu werden. Derselbe ist beschuldigt, in SaarlouiS einem Reisenden eine Summe von ca. 200 Thalern in Gold entwendet zu haben, welche auch wirklich hier bei ihm gefunden worden sein soll. Trier, 17. Sept. Die „Trierer V. Ztg." bringt einen Aufruf, worin zu freiwilligen Beiträgen aufgefvrdert wird, um der hier lebenden allen Mutter Friedrich Grach's, des Helden von Silistria, ein ErinnerungSgefchenk zu machen, die Leiche desselben hier zu bestatten und über seinem Grabe einen Denkstein zu setzen. Oesterreich. Wien, 9. Sepr. Seit gestern macht hier ein Vorfall viel Gerede, der, an sich ohne Bedeutung, doch schon in einer Masse von Variationen in Umlauf gesetzt worden ist. Vorgestern ging nämlich der Kaiser wie gewöhnlich des Nachmiltags im Schönbrunner Garten spazieren, als plötzlich ein Mann, den Hut stramm aus dem Kopfe haltend, mir auffallender Dringlichkeit gerade auf ihn lvsging und nicht zur Seite weichen zu wollen schien, was denn der Monarch selber khat, ohne sich ,m Geringsten von jener Unziemlichkeit berührt zu zeigen. Desto mehr war dies mit den in der Nähe weilenden, zum Hofstaate gehörigen Dienstpersonen der Fall, welche jenen Fremden sofort an- bielten und auf die nahe Wachstube brachten, wo sich nach kurzer Erhebung zeigte, daß derselbe — irrsinnig sei und nicht einmal begriff, wo er sich befinde, oder anzugeben wußte, wem er angehöre. Wien, 13. Sept. Wie jetzt auch der „Lloyd" behauptet, haben die Westmächte die Politik Oesterreichs als den Umständen vollkommen angemessen anerkannt. Die 669 Rückantwort auf die nach Paris und London gesandten Ratificationen des österreichischen Cabincts bezüglich der letzten russischen Entschließungen ist in diesem Sinne abgefatzl. ZN den osficiellen Kreisen weder Englands noch Frankreichs har man eine sofortige Kriegserklärung Oesterreichs gegen Rußland erwartet und die mit Hinblick auf Deutschland naheliegenden Grunde dieser anscheinenden Zögerung um so mehr zu würdigen gewußt, als die Erfolge, die Oesterreich auf militärischem Felde, obwohl mit unblutiger Hand, errungen, nicht zu den geringsten des diesjährigen Feldzuges zählen. Italien. Messina, 2. Sept. (Pari.) Unsere Stadt ist unter der fürchterlichen Geißel der Cvolera eine Einöde geworden; was kann, stiebt auf's Land; die Behörden haben UNS im Stich gelaffen; das arme Volk duldet jede Art von Elend. 50i)0 (vom 23.-24. Aug. 5080) Opfer sind ihr gefallen, die Leichname können nicht fortgeschaffr werden, verlassen liegen die Kranken da. Keine Sorge wurde getroffen; als längst die Krankheit in Neapel und Palermo herrschte, lebten hier die Behörden unbekümmert. Die ungemeine Hitze näbrte die Krankheit; der Thermometer stieg bis auf 44 Grad und 3l im Scharren. Ei» weiterer Bericht vom 2. d. sagt: «m 29. Aug. richtete die Cholera ein wahres Gemetzel an. Der allgemeine Schreck verdreifachte die Opfer. Die Soldaten barten 2000 von der Krankheit Befallene, fast alle Polizeibediensteie sind gestorben. Ganze Familien sind weggerafft; von den 12 Mitgliedern des sardinischen Consulö Ruggieri lebt keines mehr. Alle Läden waren geschloffen; 48 Stunden lang erhielt die Stadi keine Lebensmittel mehr vom Lande. Zum Transportiren der Leichen hatte man keine Karren mehr. Seit gestern haben wir Waffenstillstand, die Kaffeehäuser öffnen sich wieder. Rom, II. Sept. Die ..Allgemeine Zeitung" schreibt: „Cardinal «nkonesii ließ dem Sraarsrath Brunner vorgestern den definitiven päpstlichen Entscheid über Form und Inhalt des badischen „Znrerim' ausserkigen. Sr ist zugleich eine Antwort auf die aus Karlsruhe letzreingegangenen Depeschen. Ich kann Ihnen darüber aus bewährter Quelle fo viel miltheilen , daß mit diesem vorläufigen Abkommen beide streitende Tbeilc in einer Weise zusriedengestelll werden, welche der Umsicht und Gewandtheit der hiesigen badischen Unterhändler nicht weniger als der Mäßigung des heil. Stuhls zur Ehre gereicht.... Uebrigens har man ganze fünf Monate gebraucht, che man sich über die nun geschloffene vorläufige Uebereinkunft einige» konnte. Wann das Eoncordat selbst bis dahin gediehen sein wirb, ist dermalen noch nicht abzusehen." Frankreich. Straßburg, l5. Sept. Unsere Stadt athmet wieder freier auf; denn seit einigen Tagen sind wir des leidigen Gastes los, der uns während mehrerer Monate so sehr beängstigt harre. Die Cholera hat uns nun, Gott sei Dank, verlaffen. Zn den letzten Tagen kamen keine neuen Erkrankungen von Bedeutung vor, und so wollen wir hoffe», daß der vo,treffliche Gesundheitszustand, dessen wir uns gegenwärtig erfreuen, von Bestand sein werde. Cs ist wahrlich kein Unglück, wenn die Aerzre über Mangel an Beschäftigung klagen, und das ist gegenwärtig in unserer Stadt der Fall.— Gestern Abend ward unser neurestaurirreS Theater wieder eröffnet. Dasselbe ist auf eine Weise verschönert worden, daß es mit den großen Theatern in Paris wetteifern kann. Die erste Vorstellung fiel sehr glänzend au« und lieferte den Beweis, daß die Berwaliung unS sehr tüchtige Kräfte zu gewinnen bestrebt war Sine besondere Huldigungsfeier fand zu Ehren des grvßmüthigen Stifters, des seligen Hrn. Apfel, Statt, der unsere Bühne mit einem Legate beglückte, das ihr die Mittel an die Hand gibt, eine wahre Kunitai.stalt zu sein. Slraßburg besitzt jetzt rin Theater, das seinen Bewohnern wie den zahlreichen Fremden, die durch unsere Stadt kommen, die seltensten Ge- nüffe bietet. Paris, 12. Sept. Einiges Aussehen macht in der feinen Welt das Entweichen der Frau eines reichen Banquiers aus dem schönsten Stadtviertel von Paris. Dieser hakte vor wenigen Tagen mit Selbstgefühl gegen seine liebenswürdige Ehehälfte geäußert: „Nun, unser Vermögen beläuft sich im Augenblick, Alles hübsch abgerechnet, auf eine Million." Zwei- oder dreimal vierundzwanzig Stunden später fand die noch junge und lebenSbegterige Frau die Kaffe ihre« Mannes offen (oder — wie Andere sagen — das Portefeuille auf dem Tisch), nahm 50 Banknoten von zehntausend Franken heraus und verschwand mit Hinterlassung folgenden AbschiedsbriefchenS: „Uuftr Vermögen — sagen Sie, mein Herr — beträgt eine Million. Zch habe mir soeben in Ihrer Kaffe 500,000 Fr. genommen, die mein Antheil bilden. Es bleiben Zhnen noch 500,000 Fr., um Ihre Operationen fortzusetzen. Es ist mehr, als ein thäriger, gewitzigter und durchtriebener Patron, wie Sie, nöthig hat." — Der Jnbuitriepalast schreitet seiner Vollendung rasch entgegen; die äußeren Gerüste werden schon abgenvmmen, da die Verzierungen und Sculpkuren fertig sind, «n der Nvrdfrvnt stehen schon die unsterblichen Namen von Plinius, Dirruvius, Phidias, Apelles, Archimcdes, Cuvier, Papin, Vaucansvn und Philtberr velorme eingeschrieben. Vas fortwährende Steigen der Aclien dieses großartigen Baues beweist die Theünahme, die das Publikum demselben zuwendet, und das Vertrauen, das es m's Gelingen der allgemeinen Ausstellung setzt — Mehrere Bischöfe haben Gebete für den Erfolg des Unternehmens gegen die Krimm angeordnet. Belgien. Brüssel, 11. Sept. Die öffentliche Ruhe ist hier seit dem letzten Brodkrawall nicht mehr gestört worden. In Audenarde fanden sich vorgestern die Arbeiter maffen- weise aus dem Kornmarkre ein und trieben mit Gewalt alle Aufkäufer und Kornhändler fort, so daß der Verkauf sich blvs auf den Bedarf für den Verbrauch beschränken mußte. Wie gewöhnlich befanden sich Weiber an der Spitze der Volkshaufen. Oie Polizei und die Gendarmerie verfahren sehr schonend; eine einzige Person wurde verhaftet. Zn der Nähe des Marktes war eine Truppenabrheilung aufgestellt. Brüssel, 16. Sept. Die Brüsseler Journale sprechen seit einigen Togen von einer «rk Höllenmaschine, welche durch Vermittlung einer der bedeutendsten hiesigen Meffagerien nach Frankreich abgeschickr und bei der Dvuane als ei» Collis chemischer Producle declarirt worden wäre. Die „Zndepen- dance" weiß zwar Nichts über die Bestimmung dieser Maschine, will aber bis auf weitern Beweis nicht den Journalen beipfiichten, nach welchen sie zu einem Attentate gegen den Kaiser Napoleon hätte dienen sollen. Die fragliche Maschine soll der Hauptiheil sein, zu welcher die Stücke gehörten , deren vor einiger Zeit erfolgte Beschlagnahme die Verhaftung mehrerer, nun vor da« Zuchtpvlizeigericht von Brüssel verwiesenen Personen veranlaßte. Oer Absender jenes Haupitheiles unterzeichnet mit dem Namen Lccomte; er ist auf der Flucht; mehrere seiner Familienangehörigen sollen aber in Lille verhaftet worden sein. England. London, 9. Sept. In den letzten Tagen haben in mehreren englischen Städten ziemlich ernste Brvd- krawalle staktgefunden, besonders in Nottingham, wo Bäckerläden angegriffen und verheert wurden, und endlich nur die Verlesung der Aufruhrakte und das Einschreiten des Militärs die Ruhe wieder Herstellen konnte — Auftritte, wie sie in England seit der Abschaffung der Kornzesetze nicht mehr vorgekommen. Der Anlaß war, daß die Bäcker noch immer nicht mit ihren Brodpreisen herabgeben wollten, obgleich, Angesichts der reichgesegneten Aernre in den drei Königreichen, der Preis des Waizens in den letzten Wochen um beinahe 30 Sb. das Quarter gefallen ist, bis auf 50 Sh., und noch fortwährend fällt. Polen. Nach Berichten aus Warschau vom 9. d. werden dort die Befestigungsarbeiten im großartigen Maaß- stabe fortgesetzt. Die Citadelle wird mit zwei neuen FvrtS versehen und von sechs kleineren Tdürmen umgeben. Schiffbrücken werden vorbereitet, um im Falle des beantragten Abbrechens der nach Prag« führenden Brücke verwendet zu werden. Vor der Citadelle ist am Weichseluser ein Brückenkopf mit >8 Kanonen aufgeworfen. Am 6. d. har Fürst Paskewicsch die Befestigungsarbeiten besichtigt und zur Beschleunigung derselben aufgefordert. Auch an der von der Grenze nach Warschau führenden Straße werden an mehreren Punkten Vorbereitungen zur Anlegung von großartigen 670 Verbauen und Batteriebauten getroffen. Mehret« Dörfer wurden für Förderung dieser Zwecke vom Aerar angekausr und abgebrochen. In Warschau selbst beläuft sich die Zahl der bis zum 9. September demolirren Häuser bis -auf 200. Rußland. Nach einer siebenbürgischcn Zeitung hat die russische Regierung im Hinblick auf die Gefähr eines , Angriffs auf Beffarabie» an die Bewohner dieses Landes den Befehl erlaffen, sobald sich der Feind zeige, sollten sie Alles, Städte und Dörfer, in Asche verwandeln; wer gegen diesen Befehl handelt, werde als Verrätber bestraft werden. Alles Getreide soll zusammen aufgespeichert werden, um eS dann leichter in den Flammen aufgehen zu lassen. Ueber das Vermögen jedes Einzelnen, Bürger und Bauersmann, sind Znvenrarien ausgenommen. — Die ..C. Z.-C-" schreibt: Nach Berichten aus St. Petersburg vom l. Sept. sind die Bauunternehmer der Forts und Festungswerke von Bomarsund daselbst verhaftet worden, weil es sich durch die Belagerung gezeigt hat, daß dieselben auS Gewinnsucht und Betrug, starr wie angcordnet gewesen, Granitmauern herzustellen, einfache Ziegel- und Bruchsteinmauern errichteten und diefe mir Granit verkleideten, die Bezahlung aber für Granitmauern in Empfang genommen hatten. Aus dem Norden. Bomarsund. Ueber die Zerstörung der Festungswerke auf der Alandinsel schreibt der Times-Correspvndent aus Ledsund, 5. d.: 'Mittwoch den 30. August begann das Werk der Zerstörung mit dem Fort Prästv, welches, außer am Dach, kaum beschädigt war, und gegen Mittag in die Luft gesprengt wurde Man spürte zuerst ein Rumpeln und Raffeln und gleich darauf erfolgten zwei furchtbare Explosionen; dann sah man das Fort in Gestalt einer unförmlichen Maffe auffiiegen, mit einer dichten Rauch- und Staubsäule, aus der Balken und Steinblöcke nach allen Seiten schossen; ein starker Wind trieb die Wolke gen Osten. Von Dem, was einst Prästv war, sind nur 2 kleine, etwa 20 Fuß bohe Mauerstücke übrig, die aus den Trümmerhaufen hervorragen. Die Ungeheuern Dvcräthe von Bomarsund sind dem Landvolk preisgegeben worden, das von allen Seiten mit Karren und Fuhrwerk jeder Art herbeiströmt, um sich mit Mehl, Gerste, Hafer u. s. w. zu versorgen. ES steht Jedem frei, zu nehmen, so viel er will, und obgleich schon Hunderte die Gelegenheit benützt haben, ist »och mehr alS genug für Hunderte übrig. Den armen Leuten, die sonst im Winter gehungert hätten, kommt die Gabe sehr gelegen. Oie Franzosen nahmen einige der Kanonen der Forts nach Frankreich heim; einige, namentlich die, welche auf die „Penelope" feuerten, als sie auflief, nahmen wir mit. Am 1. Sept wurde Fort Nomch gesprengt, aber versuchsweise nur mit der Hälfte des bei Prästo gebrauchten Schießpulvers; die Explosion war nicht gleich heftig und wirksam; aber die Mauern stürzten doch zusammen. Am 2. Sept. Abends um 7 Uhr wurden die Minen unter Bomarsund angezündet, und der größere Theil der Feste stog in sünf oder sechs Explosionen auf. Es war beinahe dunkel, als Dies staktfand, und die Wirkung schauerlich prachtvoll anzusehen. Man hatte keine einzige Bombe aus dem Fort genommen; beim Auffiiegen sah man daher diese Geschosse nach allen Seiten hinschießend und im Augenblick des Platzens wie Helle Gestirne blitzend. Die Ruinen gcriekhen nachher in Brand, ustd um Mitternacht erreichte die FeuerSbrunst ein anderes Magazin, auS welchem die brennenden Balken und glüben- den Steine wie Meteore durch die Luft flogen. Leider sind 4 Eingeborne mit dem Fort in die Lust geflogen. Man harre sie wiederholt gewarnt, aber sie verbargen sich darin, Beure hoffend, und glaubten nicht, daß man die Minen so bald anzünden werde. Einer entkam wie durch ein Wunder. — Russische Blätter melden vom Weißen Meere folgende Einzelheiten über die Operationen der Engländer. Das Dorf Pufchlachra, im Kreise Onega, bcstedend in 40 Höfen und einer Kirche, wurde niedergebrannt Sechs Engländer wurden gerödtet, die Russen verloren keinen Mann. Gegenüber vom Dorfe Susma wurden 3 Schiffe mit Mehl verbrannt; ebenso eines mit Fischen, im Wertbe von 980 S.-R., belade»; serner wurde ein anderes beladenes ungehalten und weggenommen sammt ISO S.-R.; da« Fahrzeug wurde ln Grund gebohrt, was dem Eigner einen Lerlust von 1400 S.-R. verursachte. An der Küste von Kolsk wurdet ein Fahrzeug mit-800 Pud Getreide aufgebracht, dann ei» anderes verbrannt und dem Eigner 900 S. R: Schaden zu- gesügt; endlich wurde eines mir einer Ladung Getreide, im Werkhe von 3000 S.-R., ebenfalls verbrannt. Türkei. Berichte aus Varna melden, daß die Einschiffung der Truppen in den ersten Tage» dieses Monat», unter dem Donner der Kanonen und vom schönsten Werter begünstigt, glücklich vor sich ging. Eine unabsehbare Mei»- schenmaffe harre sich bei dem großartigen Schauspiele eingefunden und sandte den Truppen ihre Segenswünsche nach. In allen Kirchen, Bethäusern und Moscheen fand feierlicher Gottesdienst statt, um den Segen des Allmächtigen für die Waffen der Alliirtcn zu erflehen. Für die Verpflegung der Soldaten ist bestens gesorgt; jeder Mann ward mit warmer Kleidung versehen, um gegen den Witterungswechsel möglichst geschützt zu fein. — Die vereinigte'Pontusexpedikion soll am 8. September auf der Höhe von Sebastopol erschienen sein. ' — Der „Lloyd" schreibt vom 13. Sept.: Unsere heutigen Berichte aus Varna reichen bis züm 4. d. Sie bestätigen, daß die Expedition an diesem Tage bereits abge- gangen war. Die Augen der ganzen Welk sind auf diefe That gerichtet und erwarten mit Ungeduld das Ergebniß derselben. Ohne daß man bis jetzt über das erste Ziel der Ex- peditioü etwas Positives wüßte, so einigen sich doch in gut unterrichteten Kreisen die Ansichten dahin, daß dieser erste wahrhaft große Schlag des gegenwärtigen Feldzuges vorzugsweise Sebastopol gelte. Diefe Seefeste soll geschleift und ' die zwischen ihren Mauern verkrochene russische Flotte vernichtet werden. Ein gleiches Schicksal bedroht alle Küsten- plätze dieser Halbinsel, und auch die Befestigungen von Odessa dürsten demselben kaum entgehen. — Man schreibt dem Moniteur aus Bucharest, daß die Russen, als sie Jbraila verließen, die der Stadt u. Privat- perfonen gehörenden Keireidevvrrätbe Wegnahmen, und daß namentlich die österreichischen Kaufieute darunter litten. Die Stadt wurde, demselben Schreiben zufolge, nach dieser Raub- that der Plünderung übergeben. — Berichte aus Jassy vom 8. Sept. melden, daß der Durchmarsch russischer Rückzugscvlonnen in und um Jassy fortdauert. Alle vom Sercrh gegen den Pruch führenden Straßen sind mit Truppen, Wagen und Geschützen gleichsam bedeckt. Jede Communication für Reisende ist thcilt erschwerrt, »Heils ganz unmöglich. Ueberall werden Brücken und Straßen zerstört. Agenten und Prediger ziehen vor den Truppen von Dorf zu Dorf und suchen die Einwohner unter glänzenden Versprechungen zur Auswanderung nach Beffara- dien zu bereden. Der Biehstand in der Moldau ist gänzlich vernichtet Ochsen, Kühe, Schafe, ja sogar Schweine werden von den Russen tbeils gegen Bezahlung, theilS gewaltsam mitgenommen. Unabsehbar große Viebheerden treiben russische Bauern über die Grenze. Fürst Gonschakoss wird am 15. Sept. Jassy verlassen und nach Beffarabien reisen. Tags vorher soll die Uebergabe der RegierungSgeschäfte an den provisorischen Verwalruiigsrath erfolgen. Oie moldauischen Sraarskassen sind geleert. Dem Einmarsch der k. k. österreichischen Truppen sieht man in den ersten Tagen des OctoberS entgegen. Amerika. Nach dem Berbice Journal hat mau am Evlerado in Mittel-Amerika bedeutende Gvldminen entdeckt. Man traf dort mit einem Jndianerftamme zusammen, welcher sich goldener Flintenkugeln bediente. Die Handwerkerbank in Mannheim. Diese vortreffliche Anstalt, welche im Jahr 1847 gegründet wurde, und die Unterstützung der Handwerker durch Gelddarleihen zum Zweck bat, erfreute sich auch vorigen Jahres eines so gedeihlichen Fortganges, daß sie ihren so wohlthä» tigen Geschäftsbetrieb für die Zukunft noch weiter ausdeh- ncn kann. Die Zahl der Darlehen, welche aus der Hand- werkerbank gegeben wurden, hat sich im letzten Jahre aus 577 zusammen im Betrag von 52,000 fl. gesteigert. Seit ihrem Bestand hat di« Bank iw Ganzen schon 2300 Dar- 671 letzen zusammen Im Betrag von 180,000 fl. gegeben, und der äußersten Pünktlichkeit, Vorsicht und Sorgfalt der Verwaltung verdankt man es, daß bei so vielen Darlehen doch Nicht« verloren gegangen ist. Hier ist ein aufmunterndes Beispiel für das ganze Land, was wahrhafter Gemeinsinn, der mit Kraft durchführt, was er sich in Liebe »»«-gesetzt hat, wirken kann. Hier steht man, daß es Mittel und Wege gibt, Verluste abzuwenden, an deren Besorg»,ß so oft gemeinnützige Untecnebmungen ähnlicher Art, namentlich Leihkassen, gleich von vornherein scheitern. Die Handwerkerbank hat nun ihr Geschäft dabin erweitert, daß I) auch solide Bürger, welche kein selbstständiges Gewerbe betreiben, jedoch die Nützlichkeit eines GeldanlehenS für ihre häuslichen Bedürfnisse, sowie die Möglichkeit des vertragsmäßigen Rückersatzes durch ihre Erwerbsquelle genügend nächzuweisen vermögen, unter Stellung eines oder zweier hiesigen tüchtigen Bürgen, bei der Handwerkerbank ebenfalls Darlehen erhalten können; daß 2» unter gewissen Bedingungen Darlehen bis zu 600 fl. gegeben werden sollen; daß 3) Mannheimer Gewerbsleute, welche Gegenstände in der Gewerbehallc niederlegen, daraus nach Maaßgabe der bestehenden Einrichtungen und des mit dem Gewerbverein abzuschließenden Vertrags von der Hand- werkerbank Darlehen erhalten, und daß endlich 4) auch Darlehen zur Entlastung des liegenschafrlichen EiaenthumS durch sogenannte Annuitäten, Tilgungsrenien oder Tilgungszinsen von der Handwerkerbank gewährt werden sollen. Die Einrichtung von Annuitäten oder Tilgungsinsen besteht darin, daß der Schuldner einen höbcrn Zins ezahlt, als den gewöhnlichen, wovon dann der Mehrbetrag von Jahr zu Jahr am Kapital abgeschrieben und aus diese Weise das Kapital nach und nach abgetragen wird. Je bäl- der ein Schuldner seine Schuld abzukragen wünscht, desto mehr Procenke läßt er sich gefallen. Diese Art der Schuldentilgung ist offenbar die leichteste und sicherste, und wo einem Schuldner dieser Weg eröffnet wird, da sollte er mit Dank zugreifen. M i s c e l l tu. Aus den Laufgräben von Silistria erzählt nach den „Daily News" ein Officier folgende Schnurre: „Die Russen hatten einen kleinen Stcinwurf weit von Arab-Tabia einen Laufgraben eröffnet und eine Batterie errichtet. Belagerer und Belagerte waren sich nahe genug, um einander verstehen zu können, und machten sich sehr häufig das Vergnügen, Worte miteinander auSzutanschen, die eben nicht der freundlichsten Natur waren. Be! einer Gelegenheit jedoch, als eine Pause im Feuern eintrat, ließ sich aus vem russischen Laufgraben eine Stimme mit folgender Frage vernehmen: „Holla, ihr Türken, habt ihr vielleicht noch Tabak?" „Natürlich", lautet die Antwort, „und zwar mehr als ihr Halunken rauchen könnt." „Wie wäre es, wenn ihr mir welche» verkauftet", sagte der Russe. „Ich will nach der Stadt schicken, und dann kannst du kommen und dir deinen Tabak holen." Der Russe schlich hierauf vorsichtig aus dem Laufgraben hervor und warf einen Silberrubel nach Arab-Tabia hinein. Ein türkischer Soldat ging nach der Stadt und kehrte mit mehreren Lkas Tabak zurück, welche den Russen dann auch richtig zuqeworfen wurden. Nachdem der Handel zur Zufriedenheit beider Theile abgemacht ward, ward das Feuer wieder eröffnet." Merkwürdiger Unglücksfall. Eine junge Frau, deren Satte in Geschäften abwesend war, befand sich ganz allein in dem Hause, welches sie zu Montinartre bewohnte. Sie hatte eine reizend hübsche, kleine Tochter im Alter von zwei Monaten, welche sie selbst «ährte. An dem gedachten Tage sah sie sich genöthigt, mehrere Lebensmittel, deren sie dringend benöthigt war, einkaufen zu gehen. Sie legte ihr Kind in die Wiege, sang e« ein und machte sich, als dasselbe im tiefen, ruhigen Schlaf lag, auf den Weg, in der Hoffnung , wieder zurückgekehrt zu fein, ehe ihr kleiner Liebling erwachte. Als sie zurückkam, befand sich Alles in der alten Ordnung und das kleine Mädchen ganz in der Lage, in welcher die Mutter es verlasse» hatte; nur lag ein großer Kater, der gewöhnlich im Zimnier gelitten wurde, auf dem Bett, und zwar mit der ganzen Schwere keines Körper« auf der Brust des Kindes. Dir junge Frau jagte ihn weg, und wollte das Kind, in der Meinung, daß es noch immer schlaf«, in den Arm nehmen. Da« Gesicht de« unglückliche» Kindes war bleich, seine Glieder fingen an zu erstarren, die Mutter suchte es vergebens zu erwecken; es öffnete die Augen nicht wieder und die herbeigerufenen Aerzte erklärten, daß alle Hülfe unnütz und das arme Kind durch den von dem Gewicht des Katers auf sein« schwachen AthmungSorgane ausgeübten Druck erstickt sei. Der Eisenberg in Amerika. Im Staat Missouri in Amerika ist ein Berg von 700 Fuß Höhe ( von der Meeresfiäch« an gerechnet) und anderthalb Stunden im Uinfang ganz von Eisen. Von diesem Berge könnte man die Schienen zu einer Eisenbahn um die ganze Erdeherum (bei t 1,000 Stunden lang) nehmen, ohne daß er sehr abnehmen würde. Bis jetzt hat man von diesem ungeheuer» Reichthum noch keinen Gebrauch gemacht, weil der Berg sehr abseits liegt und es dort auch sonst viel Eisen gibt. Eine natürliche Folge der stacken Auswanderung Deutschlands nach den amerikanische» Staaten ist der stets wachsende Verkehr mit diesen Ländern. Allein nicht nur, daß eine Menge deutscher Fabrikate dahin ihren Absatz finden, so ist auch der schriftliche Verkehr dahin ein wahrhaft großartiger geworden. Es wird bald kein Dorf in Süddcutschland sein, das nicht von seinen Angehörigen drüben an- gesiedclt hat. Der Briefwechsel ist daher selbst unter Landleuten ein lehr bedeutender geworben, und bas veranlaßt uns, darauf aufmerksam zu machen, baß Briefe über Bremen nach allen Punkten der Vereinigten Staaten, selbst nach Kalifornien, nur 33 kr. Porto kosten, während jenes über Ostende oder Liverpool 45 kr. beträgt. Für den Landmann ist aber der Unterschied von 12 kr. schon von Bedeutung, und es wäre daher für das größere Publikum gewiß von Interesse, daß diese Portosätze allgemeiner bekannt werden. Ein Berliner Handelshaus soll vor Kurzem das Opfer eines großartigen Betruges geworben sein. Eines Tages erschien nämlich ein Fremder, der 100,000 Thaler einzahlte und dafür einen Dis- pofltionsschei» von gleichem Werthe auf ein Haus in Paris verlangte. Dieses wird sogleich durch den Telegraphen davon benachrichtigt. Nach einigen Tagen erscheint der Fremde wieder, gibt vor, daß er seine Reisepläne geändert und verlangt gegen Zurückgabe des Dlspositionsscheines seine 100,000 Thaler, die ihm natürlich nicht verweigert werden können. Wie erstaunt aber das Berliner HauS, als ihm kurz darauf von Paris die Anzeige gemacht wird, daß (auch dort) gegen den Dispositionsschein die 100,000 Thaler ge- zahli worben sind. Man läßt vor allen Dingen den Dispositionsschein von dort kommen, und vergleicht ihn mit dem zurückzegebenen. Beide sehen einander so ähnlich, daß selbst der Buchhalter, der ihn geschrieben, den wahren von dem falschen nicht zu unterscheiden vermag. Dieser kühne Betrug läßt auf eine Gaunergesellschaft schließen, die mit Vermögen auSgestattet und mithin um so gesährlicher ist. Hoffentlich werden die Schreibkünstler bald auf die fälschenden Finger geklopft. Klugheit und Treue des Hundes. Von diesen Eigenschaften des Hundes wirb neuerdings folgendes Beispiel erzählt: Das noch sehr junge Kind eines Ehauffeebeamten in der nächsten Nähe von Danzig befindet sich allein vor dem Hause im Freien, nur in der Gesellschaft des treuen Haushundes. Das Kind geht und kriecht vom Hause fort und nähert sich einem hohen, steilen Abhange. _ Als es diesem schon ziemlich nahe gekommen, sucht der Hund zunächst es an den Kleidern zurückzuhalten und zurückzutragen. Dies gelingt ihm nicht. Er eilt zurück und fordert durch sein Geheul die Mutter des Kindes auf, ihm zu folgen. Von dieser nicht verstanden, wiederholt er sein Versahren, das endlich Aufmerksamkeit erregt. Die Mutter 'folgt und findet ihr Kind nur noch wenige Schritte von jenem Abhange entfernt. Nach wenigen Minuten wäre es dem Tode verfallen gewesen. Das „Dresdener Journal" erzählt: Zur Zeit der letzten Kammerverhandlungen gingen eines regnerischen Nachmittags, aus der Kammcrsitzung kommend, zwei Herren, eilig und in eifrigem Gespräche begriffen, gerade in dem Augenblick« über den Neumarkt, nach dem Judenhosc zu, als eben eine arnfe Frau in zerlumpter Kleidung sich vergeblich bemühte, ihren großen schweren Tragkorb voll Kehrichts sich auf den Rücken zu hebe». Aber kaum hatte der eine dieser Herren das erfolglose Mühen der Armen gewahrt, als er auch schon mit den Worten: „Warte, Mütterchen, warte!" auf sie zueilte und ihr den schmutzigen Korb auf den Rücken hob. Die arme Frau dankte freudig, doch sichtlich überrascht, denn der hülf- reiche Herr schien ihr, obwohl sie ihn nicht kannte, doch ein vornehmer Herr zu sein. Und sie irrte nicht. Jener Herr war damals schon der Zweite im Königreich Sachsen und ist seit dem 10.». M. der Erst«. 672 Sk ä t h s e l. Ich komm' heran mit Riesenschritte» Bon Osten her, von Land zu Land; Das allerschnellste Roß der Britten — 3m Wettlauf hält es mir nicht Stand. Jetzt bin ich weit entfernt von Dir, In kurzer Zeit bin ich doch hier. Ich darf mich nirgends lang verweilen, Denn festgesetzt ist »reine Zeit. Flüchtig nruß ich immer eilen, Wie der besiegte Feind im Streit. Kennt ihr den stolzen Sieger nicht? Er sagt euch Wahrheit ins Gesicht. Ich darf mich nicht mit ihm vergleichen, Es wäre fast, wie Schwarz zu Weiß. Wo er sich zeigt, da muß ich weichen, Doch unser Kampf wird niemals heiß. Sein scharfes Aug' erspäht mich nicht; Ich tret' ihm nie ins Angesicht. Auf dunkeln Pfaden schleicht der Stehler, Ein Andrer zieht den Dolch zum Mord Ich hilf dazu und bin der Hehler, Dem Bösen bin ich Schutz und Hort. Ich decke manche Schlechtigkeit, Die sich vor meinem Feinde scheut. D'rum jagt mich auch der stolze Sieger, Weil er ein Feind vom Truge ist. Doch ist er nicht ein schtauer Krieger, Weil er in seinem Wahn vergißt, Daß er mir räumt im Orient, Was er mir nimmt im Lccident. Hier muß ich täglich wiederkehren, Im Winter früh, im Sommer spät; Doch segle du nach jenen Meeren, Wo beim Zenitb der Nordstern steht: Dort ist es nicht wie hier zu Land, Im Sommer bin ich wegverbannt. Doch wenn einmal auf Gottes Werde Der Sieger seine Kraft verliert, Dann decke ich die ganze Erde Und todt wird Alles, was sich rührt. Wer weiß, wie groß ist das Gebiet, Von dem das Leben dann entsiieht? Ebersweier. W. Rast etter. Frucht - Mittelpreise. Sin MalrerUzg^s-" bürg 18.Spt. Oberkirch 7. Sept. , Sichern ,19 Spr. Gengenb- 14. Scpr. jl fl. kr. fl. kr. fl. 20 kr. fl. kr. fl. kr Waizen. . 2o 31 21 6 — i 20 11 20 30 Kernen. . — — — — 21 — j 21 — 20 — Halbwa>zeii 15 48 15 54 16 30 — — 16 — Fees . . . !l — — — — — — 8 26 — — Korn ... 15 36 14 47 15 30 16 24 — — Gerste . . I! 10 36 11 — 10 — !" 49 — — Welschkorn — — — — — 18 — — — Kabcr . . jl 5 30 5 30 5 I 5 46 7 Die Fleischtaxe im Amtsbezirk Kork betreffend. Nro. 11424. Beschluß. Die unterm 30. v. M. diesseits regulirte Fleischkaxe pro September wird dahin abge- andcn, daß das Pfund Kalbfleisch von 11 kr. aus 12 kr. erhöbt werde. Kork, den 20 September 1854. Großderzogliches Bezirksamt, v Hunvlkstein. Kirchenbuchs - Auszüge der katholischen Psarrgemeindc Offenburg vom Monat August 1854. Geboren: Den 19. Juli. Maria; Vater: Sebastian Kuschle, Bürger und Fuhrmann dahier. Den 26. Juli. Ludwig Adolph; Vater: August Pezold, Grvßherzvgl. Srifkungeverwaller dahier. Den 28. Juli. Adolph Gustav; Vater: Adolph Wacker, Bürger und Oelmüller dahier. Den 8. «ugust. di.dk., ein todtgeborenes Knäblein; Vater: Peter Obcrt, hiesiger Burger und Spanner. Den 9. August. Anna; Varer: Karl Ludwig Abelt, Bürger in Büchenau und Eisenbahn-Conducteur dahier. Len 10. Aug. Bertha; Vater: Johann Armbruster, Bürger und Kolzhändler dahier. Den l7. Aug. Franz Karl Joseph; Vater: Karl Stig- ler, Bürger in Schliengen und Apotheker dahier. Den l8. Aug. d>. di., ein nothgekauftes Mädchen; Vater: Joseph Kemps, Bürger und Ackersmann dahier. Den 20. «ug. Joseph Michael; Vaicr: Marquardt Sattel, hiesiger Burger und Schuhmachermeister. Len 23. Aug. Georg; Vater: Georg Kemps, Bürger und Ackersmann dahier. Getraut: Den 3. August, vr. Karl August Wagcnmann, Großh. Amtschirurg u. Bürger dahier, Wiiliver, und Sophia geb. Bürkle, verwiltwere Walter dahier. Den 3. — Joseph Leopold Fuchs, hiesiger Bürger und Metzgermeister, ledig, und Monika Kern, ledig, von Waltersweier. Den 31. — Joseph Anton Wölber, Bürger in Schramberg und Rothgerber dahier, Witkwer, und die ledige Maria Victoria Benz von Skadelhofen. Gestorben: Den 2. August. Magdalena Dreher, geb. Mayer, 78 Jahre alt, Wirrwe. Den 2. — Anna Elisabeiha Hugelmann, 8 Monate und 18 Tage alt; Vater: Michael Kugelmann, Bürgern. Satt- lermeister dahier. Len 3. — Magdalena Waidele, geb. Zimmerer, 79 I. alt, Ehefrau des hies. Bürgers und SeüerS Jos. Waidele. Len 5. — Ellsabetha Gebhard, geb. Kermann, 54 Jahre alt, Ehefrau des hies. Bürgers u. SchrelnermeisterS Friedrich Gebhardt. Len 7. — Barbara Magdalena Sattel, 4 Jahre und 22 Tage alt; Vater: Marquardt Sattel, hies. Bürger und Schuhmachermeister. Den 8. — N. N., ein todtgeborenes Knäblein; Vater: Peter Oben, Bürger und Spanner dahier. Den tl. — Ellsabetha Anna, 75 Jahre alt, ledige Wäscherin dahier. Len >4. — Wilhelm Karl Viseld, 2 Monate u. kl T. alt; Vater: der hies Burger u. Glasermeister Wilh. Viseld. Den 18. - di. di., ein nvkhgetauftes Mädchen; Vater: Joseph Kemps, Bürger und AckerSmann dahier. Den >9. — Anna Kessel, >0 Jahre 7 Monate alt; Vater: der verstorbene Michael Kessel, hies. Bürger u. Echuh- machermeistcr. Len 21. — Gustav Albert vusberger, 16 Wochen alt; Pater: Johann vusberger, Bürger in Schwetzingen und Wazenwäner auf der Eisenbahn dahier. Den 25. — Theresia Falbifaner, geb. Mast, 69 Jahre alt. Den 30. — Martin Blum, 42 Jahre 10 Monate alt, Bürger in Norsingen und Kaminsegcrmeister dahier. Offenburg, den 12. Sept. 1854. Katholische« Stadspsarramt. Sräde le. Verantwortlicher Ikedacreur: 3. Dtteni. - Druck und Verlag der Buchdruckerei von 3- Orreni und Sohn.