Der Ortenauer Bote. Verkündigungs-Blatt für die Amtsbezirke Offenburg, Oberkirch, Achern, RheinbischofSheiM, Kork, Gengenbach, Haslach und Wolfach. 86. Offenburg, den 30. März 1855. Bekanntmachungen. Haslach, l Bekanntmachung.) Nro. 3960. Es wird hiemit zur öffentlichen Kcnntniß gebracht, daß der zum Bürgermeister von Hofstetten gewählte Georg Moser durch Erlaß Großh. Kreisregierung vom 20. d. M. Nro. 6862 bestätigt und unterm en amtlich verpflichtet worden ist. Heutige Haslach, den 27. März, 1855., Großherzogliches Bezirksamt, v. Krafft-Ebing. Haslach. (Bekanntmachung.) Nro. 3784. Nachdem der unterm 17. Februar d. I. als Bürgermeister der Gemeinde Fischerbach gewählte Augustin Maier durch Erlaß Großh. Kreisregierung vom 9. d. M. Nro. 6002 als solcher bestätigt worden ist, so wurde derselbe heute amtlich verpflichtet; was hiemit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Haslach, den 23. März 185a. Großherzogliches Bezirksamt, v. Krafst-Ebing. Osfenburg. (Aufforderung und Fahndung.) No. 9120. Johann Herr von Hofweier, Soldat vom Großh. 4. Infanterie-Regiment, welcher sich unerlaubter Weise von^Hause entfernt hat, wird anmit ausgesordert, sich binnen 4 Wochen wieder dahier oder bei seinem Co.nmando zu stellen und sich über seine Entweichung zu verantworten, bei Vermeidung der auf Desertion angedrohten Strafe und Verlust seines Staatsbürgerrechts. Zugleich werden die Polizeibehörden ersucht, auf denselben, dessen Signalement beigefügt ist, zu fahnden und ihn im Betretungsfalle anher liefern zu lasten. Offenburg, den 24. März 1855. Großherzogliches Obcramt. v. Faber. vdf. Baumann. Signalement. Alter: 26 Jahre; Größe: 5' 4" 4'".' Statur: schlank; Gesichtsfarbe: gesund; Augen: blau; Haare: blond; Nase: mittler; besondere Merkmale: keine. Osfenburg. (Fahndung.) Nro. 8945. Dem Ignaz Ockensuß 'von Bühl wurde in der Nacht vom 2. aus den 3. d. M. aus einem in seinem chsenen Hose stehenden Gänsestall eine weiße Gans entwendet; was wir behufs der Fahndung hiemit bekannt machen. Offenburg, den 20. März 1855. Großherzogliches Oberamt. Klein. vdt. F. A. Müller. Osfenburg. (Aufforderung und Fahndung.) No. 9011. Der dahier wegen Diebstahls in Untersuchung stehende Carl Ockensuß, Maurer von Bohlsbach, welcher flüchtig geworden ist, wird hiemit aufgefordert, sich binnen 14 Tagen zu seiner weitem Verantwortung zu stellen, widrigens die Aburcheilung nach Actmlage erfolgen würde. Die Behörden sind ersucht, denselben im Betrelungsfall '" glich anher einzuliefern. Ussenburg, den 22. März 1855. ~ " flrches Oberamt. klein. vdt. K. A. Müller. Oberkirch. (Straferkenntniß.) Nro. 6890. Soldat Georg Benz von Lautenbach hat der Auffordemng vom 6. v. M. keine Folge geleistet, weßhalb er unter Kostenverfällung des Staatsbürgerrechts für verlussig erklärt und in die gesetzliche Desertionsstrafe ad 1200 fl. verurtheilt wird. Oberkirch, den 17. März 1855. Großherzogliches Bezirksamt. Saur. Oberkirch. (Ansuchen.) No. 7403. Das Wanderbuch des Christian Vogt von Lautenbach, das demselben wahr scheinlich von irgend einer Polizeibehörde abaenommen wurde, ist nicht mehr heizubringen. Wir bitten deßhalb auf diesem Wege um Auskunft über daffclbe und besten Uebersendunq. Oberkirch, den 27. März 1855. Großherzogliches Bezirksamt. Saur. Osfenburg. (Gläubiger - Aufforderung.) No. 9525. Baruch Weil und dcffen Ehefrau von Diersburg beabsichtigen, nach Amerika auszuwandcrn; deren Gläubiger werden aufgefordert, ihre Ansprüche in der auf Dienstag den 17. April d. I., Vormittags 9 Uhr, angcordncten Tagfahrt geltend zu machen, ansonst ihnen von hier aus nicht mehr dazu verhelfen werden könnte. Osfenburg, den 27. März 1855. Großherzogliches Oberamt. v. Faber. Ofse-nburg. (Eant-Edict.) Nro. 9427. Gegen den Nachlaß der Elisabetha geb. Riedinger von Ortenberg ist Gant erkannt, und Taasahrt zum Richtigstellungs- und Vorzugs-Verfahren auf Mittwoch den 4. April 1855, Nachmittags 3 Uhr, auf diesseitiger Amtskanzlei festgesetzt, wo alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Masse zu mache» gedenken, solche bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder- mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Borzugsoder U.rterpfandsrechte, welche sie geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden oder Antretung des Beweises mit andern Beweisinitteln. Zugleich werden in der Tagfahrt ein Massepfleger und ein Gläubiger-Ausschuß ernannt, Borg- und Nachlaßvergleiche versucht, und sollen m Bezug auf Borg-und Nachlaßvcrglciche und Ernennung des Massepflegers u. Gläubiger-Ausschusses die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. , Offenburg, den 26. März 1855. Großherzogliches Oberamt. Nicolai. Osfenburg. (Gant-Edict.) Nro. 9730. Gegen die Verlassenschaft derTaglöhncr LeopoldWörter's Wittwe von Hofweier ist Gant erkannt, und Tagfahrt zum Rich- sigstellungs- und Vorzugs-Verfahren ans Dienstag den 17. April 1855, Vormittags 8 Uhr, aus diesseitiger Amtskanzlei festgesetzt, wo alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Masse zu 204 machen gedenken, solche bei Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich anzumelden, und zugleich die etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte, welche sie geltend machen wollen, zu bezeichnen haben, und zwar mit gleichzeitiger Vorlegung der Beweisurkunden oder Antretung des Beweises mit andern Beweismitteln. Zugleich werden in der Tagfahrt ein Massepfleger und ein Gläubiger-Ausschuß ernannt, Borg- und Nachlaßvergleiche versucht, und sollen in Bezug auf Borgverglciche und Ernennung des Maffepflegers und Gläubiger-Ausschusses die Nichterscheinenden als der Mehrheit der Erschienenen beitretend angesehen werden. Offenburg, den 27. März 1855. Großherzogliches Oberamt. Junghanns. Oberkirch. (Verschollenheits-Erklärung.) Nro. 6480. Joseph Schüler von Nußbach wird hiemit, da er der Aufforderung vom 11. März v. I. keine Folge leistete, für verschollen erklärt und sein Vermögen seinen bekannten nächsten Erben in fürsorglichen Besitz gegeben. Oberkirch, den 17. März 1855. Großherzogliches Bezirksamt. Saur. Achern. (Bekanntmachung.) Nro. 7565. Die Wittwe des Landmanns Joseph Rödler von Obcrachern, Therese geb. Höß, bat um Einweisung in Besitz und Gewähr der Verlassenschaft ihres Eheniannes nachgesucht. Dies wird mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß, wenn binnen 4 Wochen keine Einsprache angemeldet wird, dem Gesuche stattgegeben werden soll. Achern, den 19. März 1855. Großherzogliches Bezirksamt. Huber. [1] Karlsruhe. (Die Lieferung von Brennholz für den Eisenbahnbetrieb betr.) Unter Voraussetzung der Erzielung entsprechender Preise beabsichtigt man, größere Quantitäten von Tannen-, Forlen- oder Buchen - Scheitholz zu beziehen. Diejenigen, welche zu dieser Lieferung Lust tragen, werden daher hremit eingeladen, ihre Angebote bis zum 10. April hieher einzureichen und dabei anzugeben: 1) das Lieferungsquantum, das ganz unbeschränkt ist! 2) den Preis per Klafter unter Angabe der Länge der Scheiter: 3) den Güterbahnhof, wohin die Ablieferung bewirkt werden will. Die Angaben müssen verschlossen und mit der Aufschrift: „Brennholzlieferung für den Eisenbahnbetrieb" versehen sein. Karlsruhe, den 28. März 1855. Direktion der Grotzh. Verkehrsanstalten. B. V. d.D.: S t e i n a m. Ofsenburg. (Wiesenverpachtung.) Das von der Stadtgemeinde Offenburg cinaetauschte Wiesenstück im s. g. Sauwasen zu 1 Morgen 8 Ruthen wird künftigen Mittwoch den 4. April, Vormittags 10 Uhr, auf der Domainen-Verwaltungs- Kanzlei in öffentlicher Steigerung auf 6 Jahre — 1655 bis 1660 — verpachtet werden, wozu Liebhaber eingeladen sind. Offenburg, den 28. März 1855. Großh. Domainen-Verwaltung. Klumpp. Ebersweier. (Die Katastervermeffung betr.) Da nun fämmtliche Grenzen der Güterparcellen in hiesiger Gemarkung im sogenannten Breitfeld, Spechtenthal und Rothshakv ausgepfählt und theilweise gerade gezogen sind, so werden die Güterbesitzer aufgefordert, innerbalb 6 Tagen zu jedem Pfahl einen tauglichen Lochen zu legen: wo dies in der angegebenen Frist nicht geschieht, werden solche durch die Gemeinde auf Kosten der betreffenden Güterbesitzer beigeschafft. Etwaige Einwendungen gegen die Auspfählung sind in der angegebenen Frist dahier anzumelden. Spätere Anmeldungen werden nur auf Kosten der Betheiligten berücksichttgt. Dies wolle in dm Nachbarsgemeinden sogleich bekannt gemacht werden. Ebersweier, am 27. März 1855. Das Bürgermeisteramt. Kuderer. ä Weier. (Die Kataster -Vermessung betr.) Da die umsgrenzen diesiger Gemarkung abgepfählt sind, und die Eigenthümer die Lochen an ihren Gütern, und zwar so, wie sie ausgepfählt sind, selbst zu setzen haben; so wird bestimmt, daß das Geschäft an folgenden Tagen und in folgenden Gewannen, jedesmal Morgens 8 Uhr, beginnt, und zwar: 1) Am Montag den 2. k. M. im Gewann Mittelfeld und Stteng. 2) Am Dienstag den 3. k. M. im Gewann Waldmattm, zehn Jeuchen rc., somit an sämmtlichen Güterstücken zwischen dem Weg nach Heffelhurst und dem Rittweg. 3) Am Mittwoch den 4. k. M. im Gewann Bruch. 4) Am Mittwoch den 10. k. M. im Gewann Heirisseld und rothen Meer. 5) Donnerstag den 12. auf den obern Matten und über der Kinzig im Kühner gegen Griesheim. Die Bürgermeisterämter, deren Gemeindsangebörige bier begütert sind, werden ersucht, dieses mit dem in ihren Gemeinden bekannt machen zu lasten, daß Denjenigen, welche ihre Lochen auf die besttmmte Zeit nicht gehörig oder gar nicht setzen, solche auf ihre Kosten gesetzt werden. Weier, den 27. März 1855. Das Bürgermeisteramt. Gaß. v(U. Oberföll. [1] Schutterwald. (Verbotener Fußweg.) Der Fußweg, welcher von deni Teichstcg bei Müllen über die Grumatte aus den Mattenweg unterhalb dem sogenannten Kößlächle führt, ist bei Strafe von Einem Gulden Dreißig Kreuzer verboten. — Die benachbarten Bürgermeisterämter werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lasten. Schutterwald, am 26. März 1855. Das Bürgermeisteranit. Oßwald. Zunsweier. (Stammholz - Versteigerung.) Die hiesige Gemeinde läßt am. Montag den 2. April d. I. in der Nähe des Steinkohlenbergwerkes Hagenbach, Waldabtheilung vili, 400 Stück tannenes Stammholz, welches sich gu Bau- und Nutzholz eignet, gegen Baarzahlung vor der Abfuhr öffentlich auf dem Platze versteigern; wozu man die Liebhaber mit dem Anfügen emladet, daß die Zusammenkunft in der Nähe des Steinkohlenbergwerkes Hagenbach stattfindet. Der Anfang ist präcis Morgens 8 Uhr. Zunsweier, am 26. März 1855. Der Gemeinderath. Bgmstt. Ha ns mann. [2] Haslach. (Sägholz - Versteigerung.) Die Stadtgemeinde Haslach käßt den 3. und 4. April d. I: 465 Stück starkes Sägholz von 40 bis 60 Fuß Länge in ihren Waldungen im District Uhren- und Lächlewald an Ort und Stelle öffentlich an den Meistbietenden versteigern. Die Zusammenkunft ist früh 7 Uhr außerhalb der Stadt aus dem Sebastianusplatz. Haslach, den 23. März 1855. Das Bürgermeisteramt. Ph. Sahl. (21 Hofweier. (Rindenversteigerung.) Montags den 2. Avril, Nachmittags 1 Uhr, versteigert die hiesige Gemeinde die Rinden von circa 250 Maffenklaftern Holz in ihrem untern Gemeindswald, in der Nähe der Eisenbahn und Land- sttaße nach Offenburg, in zwei schicklichen Abtheilungen, aus dem Platze; wozu die Liebhaber mit dem Anfügen emgeladen werden, daß die Zusammenkunft beim hiesigen Rößlewirths- H e stattfindet, von wo aus man die Steigerer in den Wald fiten wird. Hofweier, den 22. März 1855. Der Gemeinderath. Wörter. 205 [2] Walvulm. (Liegenschastsversteigerung.) In Folge richterlicher Verfügung werden den Paul Ebert's Eheleuten von Waldulm eine Behausung mit Scheuer, Stallung und Garten, dann ungefähr 31 Morgen Aecker, Wiesen, Reben, Ka- stanimbvsch und Waldung, in verschiedenen Lagen und Gewannen, bis Freitag den 13. k. M. April, Morgens 8 Uhr, auf dem Rathszimmer in Waldulm Zweitmals öffentlich versteigert, ünd erfolgt dabei der endgültige Zuschlag, wenn der Schätzungspreis von 10918 fl. auch nicht erreicht wird. Kappelrodeck, den 16. März 1855. Der Vollstreckungsbeamte: Heckmann, Notar. Offenburg. (Fahrniß-Versteigerung.) Aus der Verlassenschaftsmasse des dahier verstorbenen Herrn Rechtsanwalts Friedrich Rettig werden am Samstag den 31. d. M., Vonnittags 9 Uhr anfangend, verschiedene Fahrnisse, worunter namentlich Kleidungsstücke aller Art und Bücher juristischen Inhalts, im hiesigen Ratbssaale gegen Baarzahlung öffentlich versteigert, wozu die Steigerungsliebhaber eingeladen werden. Offenburg, den 27. März 1855. Das Bürgermeisteramt. Wiedemer. vdt. Rathsschreiber Gütle. Unterenkersbach, Amts Gengenbach. (Liegenschafts Versteigerung.) Aus der Verlaffenschaft des verlebten Xaver Schille und deffen Ehefrau Elisabeth geb. Lehniann von Un- termtersbach werden nachbenannte, den Kindern gemeinschaftlich zugehörige Liegenschaften am Montag den 16. April d. I., Nachmittags 1 Uhr, in dem Gemeindehause dahier durch dm Unterzeichneten gegen terminweise Zahlung zu Eigenthum versteigert, als: ^ Ein Wohnbaus sammt Scheuer, Stallung und Weber- »verkstätte oben im Dorf dahier, taxirt zu . 700 fl. 2 . Ein Back- und Waschhaus dahier, taxirt zu . 20 fl. 3. N/« Sester Acker unterhalb der Straße, tax. zu 150 fl. 4 . 1» ; 4 Sester Mattfeld aus der Großmatte, tax. zu 200 fl. 5. 1*0 Sester Mattfeld allda, tax. zu 6. 250 fl. IV- Sester Mattfeld allda, tax. zu . . . 150 fl. 7. 1 Sester Mattfeld am Pfuhl, tar. zu . . 100 fl. 8 . 3V.» Sester Hausäckerle, dahier im Dorf, tax. zu 500 fl. 9. 5 Zeuch 2 3 » Sester Waldung im Häslingswald, tarirt zu. 400 fl. 10 . 6 Sester Reutfeld im Entersbacher Berg, tax. zu 100fl. 11. S * 1 2 ,; Sester Reutfeld allda, tax. zu . . 80 fl. 12 . Ungefähr 4 Sester 54 Ruthm Ackerfeld aus dem Stöckmhof, tax. zu. 250 fl. 13. . 44/a Sester 14 Ruthen 33 * 2 Schuh Mattfeld, taxirt zu. 300 fl. 14. 2 Sester Ackerfeld auf dem Weismstein, ta x, zu 140 fl. Summa . 3340 fl. Untermtersbach, dm 20. März 1855. Das Bürgermeisteramt. Jsenmann. , DorsKehl. (Wucherstiere-Verfteigerung.) )Am Dienstag dm 3. April d. I., Nachmtt- tags 3 Uhr, läßt die hiesige Gemeinde zwei fette Wucherstiere — einen schwarzscheckigten , _>au$ dem Stierstall zu Dorf Kehl und einen rothscheckigtm aus dem Stierstall zu Sundheim — auf dem Rathszimmer dahier öffentlich an die Meistbietmden verstei- gem, wozu Liebhaber hiermit, eingeladen werden. Dorf Kehl, den 26. März 1855. Das Bürgermeisteramt. Frech. Verkauf einer Sägmühle zum Abbruch. In Ohlsbach ist ein Sägmühl-Gebäude, enthaltend 6Klftr. Steine und 7000 Stück Ziegel, nebst Wasserrad, Wirbelzapfen, 3 Kammrädern, aller Art eisemen Geräthschasten, 300 Fuß steinemen Kähnern, IV- Zoll breit, 8 Zoll hoch, 5 Zoll dick und 4 bis 1Ö Fuß lang, um billigen Preis zu verkaufm durch Säger Walter in Gengenbach. [1] Durbach. (Weinverstei- aerung.) Donnerstags dm 12. April d. I., Vormittags, läßt Freiherr von Bulach dahier nach- stehmde selbstgezogene Weine gegen baare Zahlung bei der Abfassung in deffm Behausung dahier versteigcm, als: 1) 52 Ohm 1852er weißer, 2 95 „ 1853er do., 3) 14 „ 1853er Klingelberger, 4) 49 „ 1853er Klevner. A. A.: Xaver Pfitzmayer, Küfer. Berghaupten, Amts Gengenbach. (Radfelgen-Verkauf.) Bei Gemeinderach Schappacher in Berghaupten sind 600 Stück s. g. Hanauer Radselgm zu haben, welche dürr sind und sich zur alsbaldigm Verarbeitung eignen. Das Hundert wird zu 10 fl. und werden auch kleinere Parthien zu 100 Stück abgegeben. a Biberach. (Holzversteigerung.) Nächsten Montag dm 2. April, Vormittags 10 Uhr, läßt Unterzeichneter circa 120 Klafter verschiedene Sorten Prügelholz gegen Baarzahlung öffentlich verstei- Biberac^, den 29. März 1855. L. Schweiß, zur Post. sl) Haus ach. (Kapital auszuleihm.) Von Unterzeichneter Verrechnung können 874 fl. gegen vorschriftsmäßige Pfandversicherung dargeliehm werden. Hausach, am 26. März 1855. Kirchmrechner Waidcle. [1] Altenheim. (Geld auszuleihm.) Andreas Bähr in Altenheim hat 300 fl. Pflegschaftsgeld gegen Unterpfand in Acker- oder Mattfeld auszuleihm. [2] Waltersweier. (Geld auszuleihm.) Vom Bau- lastmsond Waltersweier können 200 fl. und vom Heiligenfond 100 fl. gegen gesetzliches Unterpfand dargeliehen werdm. Waltersweier, den 24. März 1855. Verrechner Metz. Waltersweier. (Geld auszuleihm.) Von dem hiesigm Pfarrzehnt-Kapital können 237 fl. 30 kr. gegen gesetzliches Unterpfand in Grundstückm ausgeliehen werden. Verrechner Fabian Buch Holz. Waltersweier. (Geld auszuleihen.) Der hiesige Armen- sond hat 50 fl. gegm gesetzliches Unterpfand in Grundstückm auszuleihm. Verrechner Fabian Buch Holz. [2] Weier. (Geld auszuleihen.) Nikolaus Wacker in Weier hat 200 fl. Hflegschastsgeld gegen vbligatton auszu- lrihm. 206 t Todesanzeige und Danksagung. Dem Allmächtigen hat es gefallen, unfern geliebten Gatten und Vater PeterKnapp nach langem Leiden in ein befferes Leben abzurufen. — Allen Denen, welche ihm an seinem Krankenlager ihre Theilnahme schenkten, insbesondere seinen Freunden und Bekannten, welche ihn zum Grabe begleiteten, sagen wir unfern innigsten Dank. Offenburg, den 24. Man 1855. Die hinterlafsene Wittwe nebst Kindern. Todesanzeige. t Heute früh halb 7 Uhr starb meine liebe Frau, Fannp geb. Stöckle, nachdem dieselbe gestem von einem gesunden Knaben entbunden wurde. Diese traurige Nachricht theile ich allen Verwandten und Bekannten mit. Greberhof bei Zell a. H., 26. März 1855. Heinrich Fischer. [2] Osfenburg. (Wohnungsvermiethung.) Weber j Melchior Deiß in der Schlosscrgasse hat eine Wohnung im ! zweiten Stock nebst Zugchörden zu vermicthen, welche sogleich ! oder auf Johanni bezogen werden kann. ! (2s Offenburg. lWohnungsvermiethung.) In der Schloffergasie Nro. 410' - ist im obern Stock eine kleine Wohnung niit zwei Zimmern, Küche und Speicher zu vcrmiethen, und kann sogleich oder auf Johanni bezogen werden. OH Osfenburg. (Garten zu ver- Eiu in der Nähe der Stadt ^URKMM und besten Lage befindlicher Gemüse- und Baumgarten mit Gartenhaus ist zu verpachten. Näheres beim Herausgeber dieses Blattes. Offen bürg. lFeldverkauf.) Ein Haufen Feld im Blöchle ist zu verkaufen — von wem? sagt der Herausgeber d. Bl. Bleich - Anzeige. Da die Eröffnung der schon. längst be- ^rühmten Naturbleiche von I. L. Krauß ^in Müllheim bereits erfolgt ist, so zeige _Eich hicmit an, daß ich für dieses Jabr auch wieder Leinwand und Gespinnste für obige Bleiche anncbmen und bestens besorgen werde. Offcnburg, den 29. Blärz 1855. Theodor Plank, Färber. (2] Offen bürg. lWohnungsvermiethung.) Glasermeister Wilhelm Vifeld hat den obern Stock seines Hauses in der Gerbergasie sammt Zugehörde, sogleich beziehbar, zu vermiethen. ! ! Oberkirch. lHausvcrmiethung.) Der Untcr- ninl zeichnete wünscht sein in der Hauptstraße gelegenes, » 16 it! dreistöckiges Wohnhaus, dem Fruchtmarkt gegenüber, »«ev. I nebft einem besonders stehenden Stall für 6—8 Stück Vieh, Scheuer und Schweinställen, auf mehr>ährigen Pacht ] zu vergeben. Max Schrempp. Aechter Peruvianischer Guano, eines der vorzüglichsten Dungmittel, dessen Anwendung sich ! bisher bei allen Bodenarten und Anpflanzungen als äußerst wirksam bewährt hat, welches auch in ökonomischer Beziehung durch seine lange Ausdauer und bei dem zur Düngung erforderlichen geringen Quantum alle Berücksichtigung verdient, ist in ganz unverfälschter Prima-Oualitat « fl. 10 vr. Netto-Centn er zum Verkauf auf Niederlage bei Carl Eduard Fesch am B'bubof in Offcnburg. Osfenburg. (Anzeige.) Bester Labberdan, der vor Zubereitung nur während circa 24 Stunden zu wäffern ist, wird ;'t 10 kr. per 8 abgegeben bei U. Aachmann. [2] Obernesselried. (Rinden- und Repsölkuchen-Ver- kauf.) 800 bis 900 Centner Eichen-Lohrinde, gute Mittelrinde, welche ganz gut gelagert ist, sowie 300 bis 400 Stück Repsölkuchen sind im Ganzen oder theilweise billig zu haben bei Georg Hurst/zur Krone. Oberkirch. (Heuverkauf.) Auf dem Höll- hof des Herrn Max von Haber ist eine Parthie gutes Heu von 200 Centnern zu verkaufen. Joseph Schuster. (!) Zell am Hammersbach. (Heuverkauf.) Rabenwirtb Lechleitner in Zell a. H. hat ungefähr 250 Centner gutes Kinzigmattenheu zu verkaufen. Offen bürg. (Bleiche-Empfehlung.) Da der Unterzeichnete seine hinlänglich bekannte Naturbleiche für dieses Jahr wieder eröffnet hat, so empfiehlt er dieselbe einem verchrlichen Publikum zu gefälligem Zuspruch bestens. Mathäus Hikberer, Bleicher. [1] Offen bürg. (Heuverkauf.) Bleicher Mathäus Hilberer hat ein Quantum Heu zu verkaufen. [4] Stadt Kehl. (Kleesamen Verkaufs Bei dem Unterzeichneten ist fortwährend erste Qualität Kleesamen in größeren und kleineren Parthieen zu vortheilhaften Preisen zu haben. Stadt Kehl, den 7. März 1855. I. G. Schmidt. Osfenburg. (Verkaufs-Anzeige.) Fruchtbranntwein . . . »32 kr. Tresterbranntwein . . . » 40 kr. Hefenbranntwein . . . . » 48 kr. altes Zwetschgcnwafser »Ist. altes Kirschenwasier . . »1 fl. 24 kr. circa 50 Centner Heu, „ 100 „ Stroh bei Ferd. Hölzlin *e». S Osfenburg. (Zimmervermiethung, Heu- u. Stroh- .) Karl Parisel dahier hat ein möblirtes Zimmer, sogleich beziehbar, zu vcrmiethen: auch bat derselbe ein Quantum Heu, Oehmt und Stroh zu verkaufen. B o h l s b ä ch. Im Pfarrhause ist ein Quantum Heu und Stroh zu verkaufen. (21 Osfenburg. (Bleich-Anzeige.) Die Naturbleiche in Zell im Wiesen- ktbal, bekannt durch ihre langjährigen v o r- kzüglichcn Leistungen, hat mit der An- - 'nähme roher Leinwand wieder begonnen; cs können daher von heute an die Bleichgegenstände für diese Naturbleiche wieder zur Weiterbesorgung anfgegeben werden bei: Ferd. Hölzlin zu». (31 Osfenburg. (Heu-, Oehmt- und Ltroh-Verkauf.) Eine Parthie Heu und Oehmt ist centnerweise zu verkaufen; ebenso mehrere Hundert Bund Stroh nach dem Gewicht. Bei wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. 207 [2] Offenburg. (Anzeige.) In der Papierhandlung des Unterzeichneten ist vorzügliche schwarze Tinte, sowie «uch Tintenpulver zu haben. Ferd. Hölzlin jtm. Franz Winkler zu 1'/» Jahre (geschärfter) Zuchthausstrafe verurtheilt worden sind. — Die aus Montag den 26. anberaumte Verhandlung gegen H. Wertheimer von Bühl wegen Meineids ist, weil vorerst ein in Amerika sich aushaltender Entlastungszeuge vernommen werden soll, von der Tagesordnung dieses Quartals gestrichen worden. Offen bürg. (Durnipsen-Verkaus.) Kaiserwirth Bühler hat ein Quantum Durnipsen zu verkaufen. Samenverkauf. Folgende Samen: ächte Normänder gelbe Rüben, Riesen, weiße mit grünem Kops, Saalselder schwefelgelbe, Runkelrüben, gelbe runde und rothe lange, weiße Zuckerrüben, sowie aller «orten Gemüse-Samen sind ächt und frisch zu jeder Zeit zu haben bei Herrn Wetzet, Gastwirth zum goldenen Adler in Stadt Kehl. Welschensteinach. (Geld auszuleihen.) Beim hiesigen .Kirchenfond können 125 fl. und 500 fl. gegen gesetzliches Unterpfand ausgeliehen werden. Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Bade«. Das Großh. Ministerium des Innern hat durch Erlaß vom 9. Juni v. I. und 23. Jan. d. I. No. 8788 und 988 ausgesprochen, daß tm öffentlichen Verkehr die Verwendung von Deeimalwaagen für geringere Gewichtsmengen als 1 Centner nicht zuzulaffen sei. — Del Umbau unserer gesummten Staatseisenbahn zur Herstellung einer jener der übrigen Eisenbahnen Deutschlands gleichen Spurweite ist seit Kurzem vollendet, indem die letzte Äbtheiluna, die Seltenbahn von Oos nach Baden, welche eine Strecke von einer starken Wegstunde einnimmt, mit an- erkennenswerther Energie binnen drei Tagen (vom 19. bis 21. März) in ihrem Umbau hergestellt und dem Verkehr wieder übergeben wurde. Dieser allerdings kostspielige Umbau ist namentlich in Ansehung des Gütertransports, welcher nun von der äußersten Nordgrenze Deutschlands bis zur Schweizergrenze ohne Umladung in kürzester Zeit bewerkstelligt werden kann, höchst wichtig und für Baden insbesondere von größter Bedeutung. — Dem Hauptlehrer Alois Sohler in Nordrach wurde der Schul-, Meßner- und Organistendienst zu Appenweier, ! und dem Hauptlehrer Cäsar Eller in Freiolsheim (Amts j Gernsbach) der Schuldienst zu Rammersweier übertragen. — Vor dem Schwurgerichte des Mittelrheinkreises in i Bruchsal standen am 22. und 23. d. M. Jakob Hirt, > Lukas Weber und Franz Winkler von Qttenhöfen unter der Anklage einer Reihe von gefährlichen Diebstählen. Die > 3 Angeklagten bildeten ein Kleeblatt ausgeprägter Diebsge- stchter. Zu ihrer Gesellschaft gehörte auch noch Nikolaus Winkler, der nach Anierika entwichen ist, und Mathias Seebacher von Qttenhöfen, der wegen lebensgefährlicher Erkrankung nicht nach Bruchsal transvortirt werden Konnte. Im Ganzen liegen dieser Diebssippschaft nicht weniger als 54 verschiedene Diebstähle zur Last, von welcher Anzahl 14 wegen Gefährlichkeit vor das Schwurgericht, die übrigen 40 aber zur hofgerichtlichen Abnrtheilung verwiesen worden waren. Die, vor dem Schwurgericht verhandelten Fälle betrafen meistens solche Diebstähle, wobei die Diebe in vereinzelt stehende Bauernhäuser, wie man solche in den Gebirgsgegenden von Achern und Oberkirch anzutreffen pflegt, zur Nachtzeit gewaltsam eingebrochen oder über die Strohdächer, deren Hintere Abdachung oft bis an den Bergweg sich hinabsenkt, cinge- stiegen waren. Bei dem unumwundenen Geständnisse der Angeklagten war die Hauptaufgabe der Staatsbehörde dahin gerichtet, das. .Vorhandensinn des Merkmals der Gefährlichkeit bei jedeni einzelnen Falle nachzuweisen. Diese Aufgabe wurde, der von Seiten der Vertheidigcr erhobenen Bedenken ungeachtet, in der Weise vollständig gelöst, daß eie Geschwo- i reuen sämmtliche Fragen, welche ihilen über , die Schuld der ! Angeklagten vorgelegt wurden, durchweg bejahten, worauf Jakob Hirt zu 8 Jahren, Lukas Weber zu 5 Jahren und Bruchsal, 24. März. (K. Z.) Die ergreifende Feierlichkeit, mit welcher heute Nachmittag 2 Uhr die sterblichen Ueber- reste des Staatsraths Bekk zur Erde bestattet wurden, gab ein sprechendes Zeugniß von der hohen Verehrung und Liebe, welche dem edlen Verstorbenen zu Theil geworden sind. Endlos war der Trauerzug, welcher seinem Sarge folgte, und selbst aus weiter Ferne waren Leidtragende gekommen. Die HH. Staatsräthe Regenauer und von Stengel, die Ministe- rialdireetoren Weitzel und Junghanns, sowie zahlreiche Mitglieder der Ministerien und viele Notabilitäten von Karlsruhe, Heidelberg und Mannheim, darunter die HH. Staatsminister v. Dusch, Generallieutenant Hofimann, hatten sich eingefunden, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Die Stadt Karlsruhe hatte eine Deputation, mit Hrn. Oberbürgermeister Malsch an der Spitze, gesendet. Ferner waren Mitglieder der Ständekammer, des Oberhosgerichts und des Mannheimer Hofgerichts erschienen. Von hier waren im Leichenbegängniß sämmtliche Mitglieder des Hosgerichts, die Obergerichtsadvokaten, das ganze Osfieiereorps, alle Staatsbehörden und die städtischen Körperschaften, sowie alle Honoratioren. Auf dem Kirchhofe war die von dem Regimentscommandanten, Hrn. Obemlieutenant von Freystedt, hiezu befohlene Regimentsmusik aufgestellt und empfing den herannahenden Zug mit den Klängen eines Trauermarsches. Zum Beginn und zum Schluß der Begräbnißfeierlichkeit trug der hiesige Liederkranz zwei Gesänge vor. Die ganze Feier war eine erschütternde. Männer in den Stürmen des Lebens ergraut, und Männer in der Blüthe ihrer Jahre standen weineird um das Grad. So war die Todtenfeier unseres trefflichen, edlen Staatsraths Bekk. Möge dies seiner Familie einigen Trost gewähren, die mit ihm ihr Alles verloren hat. Ueberlingen, 23. März. (K. Z.) Gestern Mittag nach 4 Uhr brach — wie es der ausfallend niedrige Barometerstand vorher angezeigt hatte — ein brausender Sturmwind von Westen, mit Donner begleitet, über unsere Stadt herein, welcher die ganze Bevölkerung in Schrecken setzte. Einen wahrhaft schauerlichen Anblick bot der See. Zuerst wurde das Wasser von dem Wind wie Staub fortgetrieben und gleich darauf entstanden schaumweiße Wellen bis gegen 10 Fuß Höhe, welche den auf dem See befindlichen Schiffen die Vernichtung drohten. Leider ging auch diese alsoaleich in Erfüllung an einem mit Lehm befrachteten, von Ludwigshasen kommenden und gegen Ueberlingen steuernden Schiffe. Es wurde von den Wellen unweit Golvbach^nur noch eirea 100 Schritte von dem Land entfernt — an den s. g. Halden — umgeschlagen und sank mit der darauf befindlichen Mannschaft unter. So fanden zwei brave, arme, aber fleißige Familienväter, die Brüder Andreas und Stephan Biller von Sipplingen — in der Tiefe des Sees ihren schnellen Tod. Das Untersinken des Schiffes ist urplötzlich erfolgt und die beiden Schiffführer sind wahrscheinlich durch Verwicklung der Segel- I eile an dasselbe gebunden worden; denn ein Rettungsver- uch von diesen Verunglückten durch Schwimmen oder Empor- altcn auf dem Wasser war nicht sichtbar, obgleich Beide im Schwimmen bewandert gewesen sein sollen. Weder das Schiss noch die Leichname dieser Verunglückten konnten bis jetzt trotz aller angewandten Mittel ausgefunden werden. Das Wasser aao bis jetzt nur die Mützen als trauriges Zeichen des Todesschlummers der Verunglückten zurück. Mannheim, 23. März. (K.Z.) Niemand darf sich gegenwärtig zu seinen Geschäften mehr Glück wünschen, als die Tabaksbauern unserer Umgegend, und diejenigen Händler, welche noch größere Vorräthe haben. Nachdem die Karkheil der amerikanischen Aernten und das Steigen der dorrigen Blätter schon die französische Regie unserm Markte zugesührl hatten, welche zu sehr hohen Preisen einkaufte, sind die letztem in jüngster Zeit eben so schnell als unerwartet auf's Neue in die Höhe gegangen, da zwei italienische Regierungen, die römische, welche bekanntlich die Tabaksregie jetzt in eigene Ver- 208 waltung genommen, und die sardinische, durch zwei hiesige Häuser bedeutende Aufkäufe machen ließen. Ob diese maffen- haften Aufkäufe und diese Steigerung des Productes auf eine noch nie vorhandene Höhe aus die Dauer unseren Händlern zum Vortheil gereichen werden, ob sie namentlich nicht unseren zahlreichen Cigarrensabrikanten ihr Geschäft bedeutend erschweren, müssen wir dahingestellt sein laffen. So viel aber fft gewiß, daß dieser Export unseren Bauern von Neckarau, Seckenheim, Friedrichsseld und anderen Orten auf's Beste zu Statten kommt, und daß sie dem neuen Gange des Geschäfts nur unbedingtes Lob zollen. Preußen. In Berlin fand man kürzlich Abends in ihrer p»r teere gelegenen Wohnung (nahe einer belebten Thorpassage!) ein Frauenzimmer aufgehängt, das gräulich verstümmelt war. Der Kopf soll außerdem vom Rumpf getrennt sein. Die polizeiliche Bekanntmachung spricht die Ver- muthung aus, daß ein Mann, „der mit ihr in einem Liebes- verhälttnß gestanden, der aber bis jetzt noch nicht ermittelt sei", die That verübt habe. — Bei Bonn starb dieser Tage ein 75jähriger Ackersmann, der bei Austerlitz (1805) eine beinahe 3 Loth schwere russische Kugel in die Hirnschale bekam und selbe bis zu seinem sel. Ende ohne alle Beschwerde bei sich behielt, bis sie jetzt nach seinem Tode herausgebolt nnd mit dem Knochenring , in dem sie feststeckt, als Andenken der Familie ein Schatz ist. — In Düsseldorf sind falsche preußische Fünf-Thaler- scheine, welche täuschend nachgemacht sind, entdeckt worden. — In Wesel sprang dieser Tage bei einer Feuersbrunst eine der Niederkunft nahe Frau, unter jedem Arm eines ihrer Kinder haltend, 24 Fuß hoch aus dem Fenster, ohne sich oder die Kleinen im Geringsten zu verletzen. Oesterreich. Wien, 17. März. Der Börsenhalle wird von hier geschrieben: „Sehr auffallend erscheine eine am 14. d. M. bei dem Grafen Buol stattgefundene diplomatische Zusammenkunft, bei welcher, außer dem Lord John Ruffel, Graf Westmoreland, Baron Bourqueney und Baron Prokesch, noch der bayerische Gesandte Graf Lerchenseld und die diplomattschen Vertreter von Baden und Großherzogthum Heffen, die Barone Andlaw und Drachenfels, erschienen seien. Weder von Seiten der russischen, noch türkischen Gesandtschaft war Jemand bei dieser offenbar der Besprechung deutscher Verhältniffe gewidmeten Conferenz anwesend." Wien, 19. März. (A. Z.) Heute Nachmittag hat die vierte Sitzung der Bevollmächtigten der Wiener Eonferenz stattgefunden, die von 1 Uhr bis 4'- Uhr Nachmittags dauerte. Nack der Conferenz wurden Courriere nach Berlin, London, Paris, St. Petersburg und Konstantinopel expedirt. Der häufige Wechsel englischer 'Courriere zwischen Wien und Berlin gibt der Vermutbung Raum, daß Lord John Ruffel die in Berlin angeknüpften Verhandlungen noch nicht vollständig abgebrochen haben dürste. In diplomatischen Kreisen erhält sich die Hoffnung auf Wiederherstellung des Friedens. — Aus Anlaß der glücklichen Entbindung der Kaiserin bat ein Optiker in Wien 500 Stück Brillen an Arme zu verabfolgen sich bereit erklärt. Wien, 18. März. So tief auck das Gehcimniß sein soll, mit welchem sich die Bevollmächtigten zu den Friedens- eonferenzen zu umgeben suchen, so werden doch verschiedene Mittheilungen über die Stellungen bekannt, welche die Theil- nehmer an den Conferenzen einnchmen. Mit einer bemerkenswertsten Uebereinstinimung weisen dieselben sämmtlich England eine der friedlichen Entwicklung geneigte Rolle zu. So schreibt man der B. H.: „Gleich in den ersten Conferenzen Lord John Ruffel's mit dem Grafen Buol sollen die Ansichten des englischen Staatsmannes hinsichtlich ihrer scharf her- vortretmden Friedensgeneigtheit aus den österreichischen Premier einen überraschenden Eindruck gemackt haben. Graf Buol, der ohnehin stets nur die Bedingungen und Forderungen der Westmächte so weit gemäßigt wiffen wollte, daß selbe mit dem Ansehen und der Ehre Rußlands vereinbar wären, neigt sich zusehends Lord I. Ruffel zu. In dieser auffallenden Uebereinstimmung dieser beiden Staatsmänner kann man zuverläßig ein gelungenes diplomattsches Manöver der brittschen Diplomatie erblicken, die nicht allein das wachsende Uebergewicht Frankreichs in der Krimm, sondem noch mehr den steigenden Einfluß Frankreichs am Wiener Hof befürchtet. Demzufolge kam Lord John Ruffel mit geheimen Jnsttucttoncn nach Wien, die es ihm zur höchsten Aufgabe macken, den französischen Einfluß zu paralisiren, was ihm bereits theilweise gelungen sein soll. Wien, 23. März. Heute war die 5. Conferenzsitzung. Es wurde das Protocoll, welches das zukünftige Protcctorat der Fürstenthümer bestimmt, unterzeichnet. Die Beratbungen über den zweiten Punkt begannen heute. — 24. März. Die 2 ersten Garantiepunkte (Protcctorat über die Donaufürstenthümer und Donauschifffahrt) sind erledigt. Der 3. Garantiepunkt (Beschränkung der russischen Uebermacht im Pontus) wird nun verhandelt. Schweiz. Die Gemeinde Engi, im Canton Glarus, hat eine massenhafte Auswanderung nach Vergueiro in Brasilien beschlossen; 220 Erwachsene haben sich dazu bereits gemeldet. Die Gemeinde zahlt ihnen über 61,000 Fr., die sie durch einen Holzschlag und ein Darlehen deckt. Die Minderheit protestirte gegen diese Maaßdegel, der Rath wies sie aber zur Ruhe. Frankreich. Dem ftanzösischen General Niel wurden vor seiner Abreise in die Krimm einige Pläne, die Eroberung von Sebastopol betreffend, zur Prüfung mitgetheilt. „Wer mag nur der Dummkopf sein, der diese Pläne entworfen hat," soll der General bei Durchsicht derselben geäußert haben. Mein General, der bin ick, soll der Kaiser darauf erwiedert haben. Paris, 23. März. In Folge des mit dem Großherzog- thum Baden abgeschloffenen Telegraphcnvertrags hat ein Austausch von Ordensverleihungen stattgefunoen, wonach, wie der „Moniteur" anzeigt, der Director der Großh. Verkehrs- Anstalten, Hr. Zimmer, das Commandeurkreuz der Ehrenlegion, Geh. Legationsrath Kühlenthal und Lcgationsrath v. Pseusscr das Osficierkreuz, Postrath Paris das Ritterkreuz, Graf v. Lesseps, Director der Consulats- und Handelsangelegenheiten in dem französischen Ministerium des Aeußern, das Commandeurkreuz des Zähringer-Löwen-Ordens 1. Klaffe mit Stern, General-Telegraphendirector Vicomte de Vougy und Unterdirector de Clery in dem Ministerium des Aeußern das Commandeurkreuz 2. Klaffe und derAbtheilungs- Ches Lenke von der Telegraphenverwaltunq das Ritterkreuz deffelben Ordens erhalten haben. Paris, 24. März. Das Joum. des Deb. bringt einen längern Arttkel, der den von Wien her kommenden Friedens- gerüchten eine Stütze zu geben sucht. Das Wesentliche seines Inhalts ist, daß man nicht mehr darauf bestehe, daß die Festungswerke von Sebastopol zerstört würden; dagegen verlange man, daß die russische Seemacht im Pontus durch Vertrag so reducirt werde, „daß der russische Handel beschützt wäre, ohne daß sie gegen die türkische Marine Etwas unternehmen könnte." Der Artikel sucht zu zeigen, daß die Westmächte sich hiemit ebenso begnügen könnten, wie dadurch der Ehre Rußlands nicht zu nahe getreten würde. — Der Assisenhof von Bordeaux hat, nachdem im Jahr 1848 ein rechtschaffener Mensch, Namens Lainier, in Folge falscher Zeugnisse wegen Mords, Brandstiftung und Diebstahls zu lebenslänglicher Zwangsarbeit (glücklicherweise nicht zum Tode) verurtheilt worden, den wahren Schuldigen sammt den falschen Zeugen jetzt ebenfalls verurtheilt. Damit Lainier aber freigelaffen werden könne, muß die ganze Sache erst nochmals vor einem neuen Assisenhof verhandelt werden. Rußland. St. Petersburg, 16. März. Kaiser Alexander hielt an eine Deputation des Petersburger Adels, die ihm die Wahl der Milizenbefehlshaber anzeigte, eine Ansprache, die also geschlossen haben soll: Ich habe alle Hoffnung zu Euch, habt volles Vertrauen in mich. Ich erkläre feierlich, daß ich unfern Feinden keinen Zoll breit vom russischen Gebiet abtreten werde. Ich werde sie schon am weitern Vordringen auf vaterländischen! Boden zu verhindern wiffen und niemals, niemals — eher soll meine Hand verdorren! — werde ick> meinen Namen unter einen Verttag setzen, der die Nationalehre im Geringsten verletzen würde! 209 Krim«. Vor Anfang Mai, schreibt man der „Donau" aus Konstantinopel, dürfte schwerlich etwas Bedeutendes Vorfällen, dann aber beginnt nicht etwa die Belagerung von Sebastopol, sondern der Feldzug in der Krimin, der durch die wahrscheinliche Anwesenheit des Kaisers Napoleon III. auf dem Kriegsschauplätze eine erhöhte Bedeutung erhalten dürste, jrört Rußland bis dahin nicht in die Forderungen der Verbündeten eingewilligt, so wird die französische Armee vor Sebastopol allein 100,000 Mann stark sein. Die englische Armee, mit Einschluß des sardinischen Kontingentes, dürste die Stärke - von 50,000 Mann und die türkische eine gleiche stärke erreicht j haben. Es ist wohl nicht zu bezweifeln, daß die Ruffen sich ! in gleichem Maße verstärkt haben werden, und dann beginnt 1 ein regelmäßiger Feldzug. Ein Sturm in Ostindien. Eine englisch-vstindiscke Zeitung (Calcutta Englishman) j schildert einen Sturm, der die Umgegend von Calcutta vcr- i wüstete, in seinen Wirkungen folgendermaßen: „Da zwei Lage seit dem schrecklichen Creigniß vergangen waren, faud ich es schon unmöglich, durch das Chaos von Ruinen weiter vorzu- j Bringe», da die schnelle Verwesung der umgekominenenThierc • und Menschen die Lust aus das Entsetzlichste verpestete. Ein Augenzeuge erzählte mir, daß während eines starke» Südwest- j Windes sich eine kohlschwarze Wolke säulenartig und beinahe j den Boden berührend genähert und mit beschleunigter Ge- ! schwindigkeit auf eine von entgegengesetzter Richtung, dem j Winde entgegen eilende, ähnliche Wolke zugestürzt sei. Beide Wolken drehten sich nun mit furchtbarer Geschwindigkeit umeinander, während die Hitze plötzlich zum Ersticken und Sen- j gen zunahm und Alles, was sie in ihrem schwarzen Tanze ! berührten, in ihren Strudel hineinriffcn: Häuser, Bäume, f Menschen, Thiere, die durcheinander und gegeneinander ge- ! schleudert, bald nach allen Seiten als Regen von Bäumen, | Aesten, Häuscr-Ruine», zerrissenen Gliedern von Thieren und j Menschen und verstümmelte» Leichen herabgeschleudert wur- j den. Auf beiden Seiten des Weges, welchen der electtische ; Orkan zurllckgelcgt hatte, fand man außerden, ungeheure Hagel- und Eiskrystalle bis zur Größe eines Mauersteins. Der i Weg der Zerstörung war etwa 800 Jards breit, die Länge ist ! noch nicht bekannt, ebensowenig der Umfang der Verwüstun- ( gen, die nach dem, was ich sah, ebenso entsetzlich als unbc- z rechenbar sein müssen. In meiner nächsten Umgebung wur- i den allein 60 tobte und verunstaltete Menschenkörper gezählt, fünfzehn Personen hatte man unmittelbar nach dem «türme ; zerrissen und mit zerbrochenen Gliedern ins Hospital gebracht. Bon den Bewohnern Calcutta's wurden mindestens 300 Personen getödtet. Unzählige verwundet und noch mehr ihrer Häuser beraubt. Die Menge des in der Luft zerschmetterten Viehs ist nicht zu zählen. Furchtbare Massen durcheinander getriebener und hingeschleudcrter Haufen von Wald und Häusern und Vieh und Menschen geben die Richtung an, in welcher der entsetzliche Sturm über das Land hin wüthetc. Ueber den Haufen von Zerstörung und Leichen schweben und kreischen Adler und Geier, oder sie hacken in dieselben hinein, um Menschen, Ziege», Pferde, Kühe, Zakals u.s.w. ihres verwesenden Fleisches zu entkleiden. Der entsetzlichste Anblick war mir bis zuletzt Vorbehalten. Ein leichcnfarbigcs, zerlumptes Wesen mit verbundenem Kopfe und zerbrochenen Gliedern arbeitete sich kreischend aus Trümmern heraus und sichte mich um ein Stück Brod an. Er erzählte mir, daß er hier Tage und Nächte gegraben und gesucht, so gut cs seine zerrütteten und geschundenen Glieder zuließcn, um die Leichen von Vater, Mutter, Weib und Kindern, die hier in einem Hause friedlich beieinander gewohnt und plötzlich in die schwarze Wolke hin- cingeriffen und zerschmettert worden seien, aufzusinden." Noth der guten alten Zeit. Mit der jetzigen Theue- rung bitten wir die vor 400 Zähren zu vergleichen, von der nicderrheinische Blätter melden: In dem Archiv der Abtei Hintersbach fand man ein Rechnungsbuch, worin das Jahr 1454 als das Zahr der großen Theuerung eingeschrieben steht, weil in demselben ein sctter Ochse drei und einen halben Gulden kostete, eine Kuh zwei Gulden^ ein Kalb einen drittel Gulden, 23 Hammel acht Gulden, ein «chwein einen Gulden, 25 junge Hühner einen Gulden, 40 Dutzend Eier einen halben Gulden, 13 Pfd. Butter einen halben Gulden. Die Meisterprobe zu Ettlingen. (badische Sage.) „Armseliger Freier, wie kannst du es wagen, Dem Schulzen zum Eidam dich anzutragen? Nie kriegst du Rosinen, mein theuerstes Gut!" So sprach zum Gesellen der Meister in Wuth. „„Nicht Schätze, Herr Meister, vermag ich zu bringen, Doch weiß ich mit Ehre» den Hammer zu schwingen, Und wen» man den Werth nach der Würdigkeit mißt, So nennt Ihr mich Meister in kürzester Frist!"" „Nur sachte, das Fischlein ist noch nicht erangelt, Nie har dir's, Geselle, an Dünkel gemangelt, Du denkst wohl im Fluge zu haschen das Glück, Zum Meister gehört auch ein Meisterstück." „„Herr Meister, befehlt mir die schwerste der Proben, Ihr sollt als den tüchtigsten Schlosser mich loben. Gern will ich bestehen, was Keiner bestand, Gewährt Zhr als Preis mir Rosinens Hand."" „Ei, sieh doch, man meinte, du hättest das Hütlein Des Herrn Fortunatus, so kühn ist dein Müthlein, Run warte, es soll dir nicht fehlen das Werk, Paß' auf, du gewaltiger Schlosser, und merk': „Du siehst dort den Thurm an der Kirche, den braunen, Sein Haupt ist geborsten beim Knall der Karthaunen, Den flicke zusammen mit eisernem Band, Dann wird dir zum Lohne Rosinens Hand." „„So sei es, ihr Meister und Herren des Rathes, Euch ruf' ich zu Zeugen der Kraft des Tractates, Das Stücklein ist schwierig, doch wenn ich's vollbring', Zum Eh'ring wird mir der eherne Ring."" Den Ettlinger Herren gefiel das Gelöbniß, Sie sprachen: „besteht er das Meistererpröbniß, So zeigt er sich würdig, ein Meister zu sein Und Eidam des Schulzen noch obendarein." Nun fliegt er zur Arbeit, nun schwingt er den Hammer, Und schmiedet und schmiedet die riesige Klammer, Er schlägt auf das Eisen mit markiger Faust, Herüber, hinüber, es dröhnet und braust. Ihm schimmern von ferne zwei Hoffnungsgestirne, Die Augen Rosinens, der liebenden Dirne, Sie grüßen den Jüngling so minnegetrost, Als hält' er den lockenden Preis schon erloost. Er singt zur Ergötzung manch' heiteres Stücklein, Und trinkt zur Benetzung manch' lauteres Schlücklein, Daß kühneren Schwunges der Hammer sich hebt. Es sprühen die Funken, der Amboß erbebt. Zwölf Tage des Fleißes, der Reif ist nun fertig, Das schwierige Werk nach der Krone gewärtig, Mißlingt ihm das Schwerste, so wird ihm statt Heil, Nur Hohn und Verachtung und Jammer zu Theil. Gefährliche Probe, verweg'nes Gelüste! Hoch hängt in den Lüften das schwanke Gerüste, Worauf sich der Schloffergeselle bewegt. Mit muthigem Arme den Erzring schlägt. Tief unten bewegt sich die Ettlinger Zugend Ameisengeschäftig, das Wunder belügend, Sammt Männern und Weibchen von jeglicher Art; Wer hat nicht mit Staunen das Wunder gewährt e Die Herren des Raths und löblicher Znnung Entsetzen sich höchlich ob solcher Beginnung, Erwägen zusammen nach Amtes Gebühr Zn blumigen Reden das Wider und Für. Da dringt durch die Menge mit ängstlicher Miene, Erzitternd und keuchend, die arme Rosine, Und wie sie in Lüften den Liebsten erschaut. Hin sinkt sie mit gellendem Klagelaut. 210 Gefährliche Probe, verweg'neS Gelüste! Es strauchelt der Schleyer, cs wankt das Gerüste, — Ein Ruck noch, so stürzt er in's offene Grab — Mit »ichten, die Lieb' ist sein Rettungsstab. Ob Schauer des Todes sein Auge umdämmert, Er sieht nicht hinunter, er schmiedet und hämmert. Bevor noch der Abend mit Rosen sich schmückt, Ist glücklich die Arbeit zum Ende gerückt. „„Wach' aus, mein Rosinchen, der Preis ist errungen!"" Es jubeln die Alten, es jauchzen die Jungen; „Dem Meister die Ehre, es gilt das Gcding, Er hat sich erschmiedet den ehelichen Ring." „Der soll nun umschlingen zum treuen Verbände Das glücklichste Pärlein im badischen Lande, Sicgtrotzend dem Regen, dem Hagel und Sturm, So fest wie der Gürtel am Ettlinger Thurm." R ä t h s e l. (Sonett.) Ein, zwei, drei, vier — ich kann nichts Wahres sagen, Mn Zauber-Traum der Wahrheit bin ich bloS, Ein Kind des Orients, er zog mich groß — Doch mußt Du mich zum Dem'nutivum machen. — Drei, vier und fünf — wird oft mit kühnem Wagen, Wie sihr auch widerstrebt »er Gnomen Troß, Entrissen des Gebirges Felsen-Schloß, Zum Zwecke deß, wofür sich Tausend' plagen! Das Ganze ist nur ein Atom der Zeit, Zerronnen bald im Strom der Ewigkeit, Dein Regiment! Gottlob, wir find es ledig! Das uns nur Schnee und Regenguß gebeut; D'rum bin ich dir zum Lob' hier nicht erbötig, Du warst zu schmutzig — zu morastig-thätig! Oberkirch, am 3V. Mär; 1855. (?) Eine Riesen-Geige. Bei der Ausstellung in Paris wird auch ein Riefen-Saiteninstrument figuriren, ein Goliath unter den Evntrebäffen; es ist schon jetzt bei einem Musikalienbändlnr auf den Boulevards zu sehen. Das Instrument ist acht Fuß hoch, und die Töne werden nicht mit den Fingern gegriffen, denn keine Hand wäre groß und stark genug, die Saiten nicderzudrückcn, sondern mit einem beweglichen Steg, der an dem Griff angebracht ist, ungefähr wie bei der Posaune durch Hin- und Herschiebcn der Ton wechselt. Der ungeheure Bogen, dessen das Ungeheuer von Jnstrunient bedarf, wird durch «inen besonderen Mechanismus in Bewegung gesetzt. Selbstverständlich kann man auf der neuen Erfindung nur sehr einfache Passagen hervorbringen. Bekanntmachungen. Rheinbischofsheim. (Schuldenliquidation.) No. 3029. Der bereits seit drei Jahren in Amerika abwesende ledige Stephan Börschig von Lichtenau hat um förmliche Auswan- derungs-Erlaubnis; nachgesucht; daher noch etwaige Forderungen an denselben Mittwochs den 4. April d. I., Morgens 9 Uhr, bei Verlust der Rechtshülfe airher anzumelden sind. Rheinbischofsheim, den 22. März 1855. Großherzogliches Bezirksamt. Merz. R h e i n b i s ch.o f s h e i m. (Schuldenliquidation.) No. 3152., Die ledige Elisabetha Appenzeller von Memprechtshofen beabsichtigt,- nach Amerika auszuwandern; daher etwaige Forderungen an dieselbe Montags den 2. April d. I., Morgens 8 Uhr, bei Versüst der Rechtshülfe anher anzumeldcn sind. Rheinbischofsheim, den 27. März 1855. Großhcrzoglickes Bezirksamt. Merz. Theater in Straßburg. Am 3. April Abends 7 Uhr: «großeg geistliches Concert, vorgetragen von den ersten Künstlern der Oper, dem Chor und deni Orchester des Theaters, unter der Leitung des Herrn Hasselmans. Programm. bitubut mater, von Rossini. Der Mönch, Melodie, von Meyerbeer. Marche aux flambeaux, von Meyerbeer. Schweizerlied für Sopran, von Eckert. Duett für Violine und Violoncell, von Beriot. Präludium für Orgel, Piano und Violine, von Bach. Jagdouverture zu le jeune Henri, mit Militärmusik, v.Mehul. — Preis der Plätze wie gewöhnlich. — Wffenburger Fruchthulle. Markt vom 27. März 1855. Frucht- Gattung. Eingeführt: j Aufgestellt vom letzten 1 Markt: ! Verkauft : Mittelpreis per Malter. Bleiben ausgestellt: Malter. Malter. Malter. fl. kr. Malter. Waizen. . . 21 7 28 19 21 Kernen . . . _ Halbwaizcn. 12 — 9 j 16 38 3 Korn .... Haber . . . 18 4 15 6 24 7 Gerste . . . 12 35 47 11 Welsch körn . — 16 16 14 45 — 63 62 j Ü5 10 Das Marktgericht. Frucht-Mittelpreise. Ein Malter ^Oberkirch!! Achern Gengenbach. 22. März. fl. fr. Ü ,il. kr. si. fr. Waizen. 19 15 !; 18 51 20 _ Kernen . 20 — i; — — 1 - _ Halbwaizen .... 16 — i; 14 30 16 18 7 30 Korn. 14 — i 13 33 _ Gerste. 11 30 11 23 — _ Welschkorn .... 15 - 15 5 — Haber. 6 48 " 6 21 6 20 Brodtaxe für den Amtsbezirk Achern. Vom 25. März bis 5. April 1855. Der 1 kr. Weck 4 Loth, 2 kr. Weck 8 Loth. Weißbrod: 12s 2 Loth 3 kr., 25 Loth 6 kr. Halbweißbrod (s - Gries- und Bollmehl): 4 ff iu runder Form 19’ 2 kr. Schwarzbrod ( l u Voll-, 1 4 Kernenschwarz- und -.4 Kornmehl) : 4 8 in runder Form 16'/» kr. Verantwortlicher Redacteur: I. Ottcni. — Druck und Verlag der Buchdruckerei von I. Otteni & Sohn.