Der Ortemuer Bote. Verkündigungs-Blatt » für di« Amtsbezirke -vffenburg, GberkLrch, Achern, Rheinbischofsheim, Kork. Gevgenbach, Haslach und Wolfach. M 102 Offenburg, den 27. December 18S6 Bekanntmachungen. Ofsenburg. Nro. 26725. Die Hebammen Wallburga Dollmer von Durbach und Victoria Haft von Schutterwald wurden in Folge der vorgenommenen diesjährigen Prüfung wegen ihrer befundenen Tüchtigkeit mit der Prämie belohnt, was hiömit veröffentlicht wird. Offcnburg, den 23. December 1856. Grobherzogliches Oberamt. v. Faber. Rbeinbischofsheim. (Aufgefundencs Schiff Bett.) Rro. 12263. Am 14. d. M. wurde durch den Hüttenwächter Philipp Klotter zu Freistett in dortiger Gemarkung an den sog. jungen Gründen ein altes tannenes Schiff, sog. Waidling, mit 25—30 Ctr. Ladungsfähigkeit, in der Mitte zerbrochen, vorn auf der Schoor eine 65 Gleiche haltende Kette nebst Anhäng- schloß, bezeichnet mit M. 12 — im Gesammtwerthe von 8 fi. — gelandet. j< c Wir veröffentlichen dieses mit der Aufforderung an den Vigenthümer, sich dahier oder bei dem Finder zu melden. Rheinbischofsheim, den 19. December 1856. Großherzogliches Bezirksamt. Exter. Rbeinbischofsheim. (Bestätigung eines Agenten.) Rro. 12260. Blumenwirth Michael Stengel von Lichtenau wird als Agent der Fahrnißversicherungs-Gesellschaft ,,C» lonia" für den Amtsbezirk Rbeinbischofsheim bestätigt. Rbeinbischofsheim, den 19. December 1856 Grobherzogliches Bezirksamt. Exter. Gengenbach. (Schuldenliquidation.) Nro. 14526. Der in Amerika sich befindliche Christian Mußler, ledig, von Gengenbach hat nachträglich um Auswanderungs- Eklaubniß gebeten. Zur Schuldenliquidation haben wir Tagfahrt auf Samstag den 3. Jänner k. I., früh 9 Uhr, anberaumt, in welcher etwaige Forderungen an denselben anzumelden sind. Gcngenbach, den 17. Decbr. 1856. Großherzogliches Bezirksamt. B o d e. Gengenbach. (Auswanderung.) Nr. 14380. Theresia Zapf, ledig, mit ihren Kindern Joseph, Therese und Rosa Zapf, Maria Anna Zapf mit ihrem Kinde Johann Zapf, sowie Franziska und Karvline Zapf, ledig, sämmtliche von Biberach, beabsichtigen nach Amerika auszuwandern, und ist Tagfahrt zur Schuldenliquidation auf Dienstag den 30. d. M., früh 9 Uhr, anberaumt, in welcher etwaige Forderungen an dieselben an- zumelden sind. Gcngenbach, den 19. December 1856. Eroßherzogliches Bezirksamt. Bode. Kork. (Fahndungszurücknahme.) Rro. 11,686. In Folge des erlassenen Generalpardons wird das Erkenntniß gegen den Soldaten Georg Zuflucht von Kork wegen Desertion vom 29. October v. I. Nro. 11,443, da derselbe sich gestellt hat, hiermit aufgehoben und die Fahndung gegen denselben zurückgenommen. Kork, den 19. December 1856. Eroßherzogliches Bezirksamt, v. Hunoltstern. s31 Offenburg. (VermögenseinweisunS betr.) Nr.25855. Die Wittwe des am 1. Sept. I. I. verstorbenen Landwirths Michael Ritter von Schutterwald, Theresia geb. Vetter, bat um Einsetzung in die Gewähr der Verlaffenfchaft ihres Ehemannes dahier nachgesucht, und wird diesem Begehren stattgegeben werden, wenn nicht innerhalb 4 Wochen begründete Einwendungen von Seiten Dritter hiegegen erhoben werden sollten. Offenburg, den 9. Decbr. 1856. Großherzogliches Oberamt. Scybel. Offenburg. lDie Beobachtung der Gesinde-Ordnung betreffend.) Nro. 1763. Da an Weihnachten eines der gewöhnlichen Wanderziele der Dienstboten eintritt, so machen wir sowohl die Dienstherrschaften als die hier neu eintretenden Dienstboten auf die bestehende Verordnung aufmerksam, wvr- nach die Dienstbücher der Letzter» binnen 3 Tagen diesseits übergebe» werden müssen; ebenso haben Diejenigen, welche ihren Dienst wechseln, mit den vorgeschriebenen Dienstzeugnissen versehen, fick dahier anzumelden, und zwar bei Vermeidung einer angemessenen Geldstrafe. Offenburg, den 24. December 1856. Das Bürgermeisteramt. Wiedemer. vdt. Huber. Ofsenburg. (Arcordbegebung.) Nächsten Dienstag den 30. d. M-, Nachmittags 2 Uhr, werden mehrere Harten Schlammerde zum Verführen und Vertheilen aus den städt. Wiesen an die Wenigstnehmenden öffentlich vergeben, und wird der Anfang bei der Schkammgrube auf dem Angel gemacht werden, woselbst man zusammen kommt. Die verehrlichen Bürgermeisterämter der Nachbargemeinden werden ersucht, dies zum Vortheil der in ihren Gemeinden wohnenden Handarbeiter bekannt machen lassen zu wollen. Offenburg, den 24. December 1856. Das Bürgermeisteramt. Wiedemer. Thiergarten. Amts Oberkirck. (Holzver- AJ steigerung.) Die Gemeinde Thiergarten läßt am Dienstag den 30. d. M.. Vormittags 9 Uhr, in ihrem Gemeindewald, District Schittelswald, 80 Stück tannene und forlene Sägklötze vorzüglicher Qualität aus dem Platze daselbst öffentlich versteigern. Die Bedingungen werden unmittelbar vor Beginn der Steigerung bekannt gemacht werden. Thiergarten, den 17. Decbr. 1856. Das Bürgermeisteramt. Simon. 810 g Offenbär».^Ejegenschasts-VerstÄgeruna-V. Aus rlaffenfchaft-E «Dvrecch^Wtjller's WittwD,M«Ksia geborne Lichtenauer von hier, werden der Theilung wegen, folgende Liegenschaften am Mittwoch den 31. December d. I., Vormittags 8 Uhr, im Rathhause dabi^ durch'Notariats- Verwalter Veitenheimer von hier gegmttmnMweise Zahlung - zu Eigenthum versteigert, als: 1. Anschlag. Eine.Viertels-Jeuch Acker auf der Kinzigmatt, neben Sägmüller Armbruster und Handelsmann Glück.150 fl. 2 . Drei Haufen Reben im Spitalberg, neben Joseph Battiany und Buchhändler Braun . . 200 fl. Sechs Achtels-Jeuch Acker aus der Stegermatt, neben Franz Schwab und Meinrad Maier . 450 fl. 4. Eine halbe Jeuch Acker in der Schlößlebühnd, neben Mathias Vifeld und Johann Nepomuk Müller. 300 fl. 5. Eine halbe Jeuch Acker auf der Stegermatt, neben Lorenz Kraft und Staatsrath Ruth Wittwe. 300 fl. 6. Drei Achtels-Tauen Matte auf der Stegermatt, neben Gebrüder Armbruster . . . 300 fl. 7. Drei ViertelsPeuch Acker am Schlitzteich, neben Joseph Rahner und dem Weg . . . . 450 fl. 8 . Vier Haufen Reben im Spitalberg, neben Engelwirth Armbruster und Johann Behr . . 300 fl. Eine Viertels-Jeuch Acker im Heldenrecht, neben Anton Müller und dem Weg . . . . 170 fl. 10 . Ein Gärtchen auf dem Schleiergrün, neben Johann Behr und Hauptmann Leible . . 100 fl. Ofsenburg, den 3. December 1656. Großherzogliches Amtsrevisorat. Beyer, D.-V. Lehengericht, Amts Wolsach. (Fahrnißversteige- rung.) Die zur Verlaflenschaft der verstorbenen Anna Chri- stina Schwenk, gewesenen Ehefrau des Mathias Bühler, Bauers auf dem Linsersberg dahier, gehörigen Fahrnisse werden, der Erbtheilung wegen, auf besagtem Hofgute an den Meistbietenden gegen gleich baare Bezahlung öffentlich versteigert, und zwar: Am Montag den 29. d. M., von Morgens 9 Uhr an: mehrere ausgemachte Betten, Weißzeug, Leinwand, Hanf, Flachs, Schreinerwerk, Faß- und Bandgeschirr, Küchengeschirr und sonstiger Hausrath aller Art. Am Dienstag de« 30. d. M., von Morgens 9 Ahr an: circa 500 Sester Grundbirnen, circa 100 Sester Rüben aller Art, circa 300 Roggen- und circa 600 Hahergarben, circa 200 Centner Heu, circa 100 Centner Oehmt und circa 100 Bosen Stroh, mehrere aufgemachte Wägen, Pflüge, Eggen und sonstiges Bauerngeschirr, — sodann ein Paar Ochsen, zwei Paar Stiere, sieben Kühe, eine Kalbin, vier Schafe, drei Weisen, eilf Schweine und fünf Bienenstöcke. Die Kaufsliebhaber werden hiezu eingeladen. Lebengericht, am 20. December 1856. Das Bürgermeisteramt. Kir gis. Zell. (Haus-, Reben-, Feld- und Mattenversteigerung.) Die in diesem Blatte Nro. 100 ausgeschriebene Liegenschaftsversteigerung des Unterzeichneten wird nächsten Montag den 29. d. M., Nachmittags 1 Uhr, im Sonnenwirthshause zu Weierbach wiederholt abgehalten werden. Ferner werden dabei noch der Steigerung ausgesetzt: l 2 /i6 Haufen Reben im Sternenberg, neben Lorenz Schacherer und Simon Vollmer. f/16 allda, neben Asse! uKMWp'Högt?^.. Erben 2 Haufen Reben am Bühnig, neben Joseph Busam und Ferdinand Duffner. ,113 Ruthen Matte^n Bühlhof, neben Philipp Falk und Vaienürr Mrimger's' M«we. : 4 Mrs Züschlagiiwflo «ms das erfolgende höchste Gebot er- tyeilt werden. Offenburg, den 23. December»1856. Joseph Battiany sen. [2] Rheinbischossheim. (Geld auszuleihen.) Der Unterzeichnete hat im Auftrag circa 1000 fl. auszuleihen; — dieses Geld kann an solide Personen, die zwei gute Bürgen stellen, auch ohne Obligation abgegeben werden, ganz oder theilweise. Rheinbischofsheim, den 15. December 1856. Ehr. Beuttel sen. . „Borficht", Lebens-, Renten-, Aussteuer- & Begräbniß- Verstcherungs-Bank in Weimar. Zu den Versorgungs-Kaffen, welche von der obigen, unter Oberaufsicht des Staates stehenden Anstalt für die in den Jahren 1846 bis 1856 incl. geborenen Kinder gebildet worden sind, steht der Zutritt auch jetzt noch offen. Die öffentliche Meinung hat sich über die Zweckmäßigkeit dieser Einrichtung bereits in günstigster Weise geäußert, und kann dieselbe deßhalb allen Denen, welchen die Sorge für das künftige Wohl ihrer Kinder am Herzen liegt, zu recht zahlreicher Äetheiliaung empfohlen werden. Für eine noch im lausenden Jahre bewirkte Einschreibung von Kindern werden geringere jährliche Beiträge gezahlt, als für eine später bewirkte Einschreibung. Zur Vermittlung des Beitritts zu diesen Kassen und Ertheilung näherer Auskunft erbietet sich: Eduard Jehle, Agent in Oppenaa. g Auf bevorstehendes Neujahrsfest D « halte ich mein Lager feinster Ananas- * f Punsch-Essenz, per Flasche z fl. 1. 18 kr., % Flasche 39 kr., zur ge- 8 | neigten Abnahme bestens empfohlen. 8 « Gengenbach. | Alexander Duttlinge Neujahrs - Gegenstände. Als solche empfehle ich von meinem Lager: Amerikanische Gummi-Schuhe, Filz- u. Litzen-Schuhe, Handschuhe, feinste Flanell-Leibchen, gestrickte Unterhosen für Männer und Frauen, Bodenteppiche am Stück und Charpets, wollene und baumwollene Bettdecken, Pferdteppiche, Reisetaschen, Porte-Monnaies, Brieftaschen, feinste Zeichnen-, Post- und Schreibpapiere, Zeichnenmaterialien aller Art, Chocolade, Thee, feinste Spielkarten, sowie Mineralöl-Lampen verschiedenartigster Construction und viele andere Gegenstände. Ferd. Hölzlin 1»». in Offenburg. [3] Offenburg. (Geld auszuleihen) 250 fl. Privatgeld sind gegen Obligation auszuleihen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. 811 Die Royale Beige , Lebens- und Nenten-Versichernngs-Gesellschaft in Brüssel, veröffentlicht hiermit zur allgemeinen Kenntnißnahme, daß sie den.Hrn. I. Breitbeil in Schütter» als ihren alleinigen Agenten für die Aemter Lahr, Osfenburg, Eengenbach, Oberkirch, Haslach u. Wolsach anerkennt. Mannheim, den 15. Nov. 1856. Filiat-Direction der Noyale Delge. 8p;-ers-vuran. Mit Bezugnahme auf vorstehende Veröffentlichung empfiehlt sich der Unterzeichnete zu Auskunstsertheilungen und Vertragsentgegennahmen. Schultern, O.-A. Lahr, den 19. Decbr. 1856. Der Aaent I. Breitbeil. Ankauf von Korbflaschen. Eine große Parthie leerer Korbflaschen, 30 — 40 Maas haltend, wird zu kaufen gesucht. Gefälligen Anträgen sieht entgegen: _ Chenr. Fabrik Wittichen. [1] Appenweier. Für Bierbrauer habe ich ein Lager Malz von bester Qualität. C. W. Hummel. Brückenwaage-Verkauf. Eine bereits noch neue Brückenwaage von 15 bis 20 Ctr. Tragkraft, aus bester Fabrik, ist mit oder ohne Gewicht zu verkaufen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Salvator- Bier. Dom nächsten Sonntag an wird in der Schön- berger'schen Bierbrauerei zum Löwen in Ikenchen Salvator - Bier verzapft. Griesheim. (Geld auszuleihen.) Bei dem Unterzeichneten liegen 100 fl. Pflegsckastsgelv gegen gesetzliche Pfandversicherung zum Ausleihen parat. Anton Siegrist. Aufforderung. Bei meinem bevorstehenden Abzüge nach Baden- Baden fordere ich hiermit alle meine Gläubiger auf, ihre Forderungen innerhalb acht Tagen bei mir anzumelden, indem ich spätere Anmeldungen nicht mehr berücksichtigen werde. Ackern, den 24. (December 1856. Wilhelm Frrtterer, Maler. [3] Müllen. (Geld auszuleihen. 1 Von der hiesigen Psarrzehnt - Verrechnung können 4 — 5000 fl. und aus dem Heiligenfond dahier 600 fl. gegen Versicherung dargeliehen werden. Rechner S e r r e r. [3] Altenheim. (Geld auszuleihen.) Aus dem hiesigen Almosenfond können 400 fl. gegen gesetzliche Pfandver- jicherung dargeliehen werden. , . Almosenrechner Anselm. [2) Griesheim. (Geld auszuleihen.) Der hiesige Ar- mensond hat 380 fl. zck 4>/- pCt. gegen gesetzliche Psandver- stcherung im Ganzen oder theilweise auszuleihen. Verrechner Falk,. [2] Altenheim. (Geld auszuleihen.) Aus hiesiger Pfarrzehntkaffe können 500 fl. gegen gesetzliche Psandversiche- rung dargeliehen werden. Rechner Roth. [2] Diersburg. (Geld auszuleihen.) Der evangel. Almosenfond zu Diersburg hat 250 fl. gegen Obligation auszuleihen. [31 Griesheim. (Geld auszuleihen.) Aus dem hiesigen Kirchen- und Baufond können 500 fl. zu 4'/r pCt. gegen gerichtliche Unterpfänder dargeliehen werden. Verrechner Markus Weber. [2s Ofsenburg. (Wohnungsvermiethung.) Oelmüller Henco hat in Nro. 390 in der Gerberstraße eme Wohnung, bestehend aus 2 Zimmern und Küche, 2 Kammern u. Speicher nebst sonstiger Zugehörde, sogleich oder bis 25. März l. I. billig zu vermiethen. Biberach. (Geld auszuleihen.) Bei Valentin Kämmerer liegen 638 fl. 11 kr. Pfleggeld, verzinslich zu 5 Proc., gegen gerichtliches Unterpfand zum Ausleihen parat. [3s Offenburg. (Geld auszuleihen.) 180 fl. Pfleg- schastsgeld können in beliebigen Summen gegen Obligation dargeliehen werden. Näheres bei dem Herausgeber dieses Blattes. Dc^Anter Garantie der Aechtheit. Dr. llorcliardt’s aromat-mediz. Krauter-Seife (ä 21 kr.) Dr. Suill de Boiltemard's aromat. Zahn-Pasta (ü 21 u. 42 kr.) Professor Dr, LindCS Vegetabilische Stangen-Pomade (ä 28 kr.p.St.) Apotheker SpCI*citf *S Italienische Honlg-Selfe (in Päckchen zu 9 u.18 kr.) Br« Hai’tUllg <, S Ohlnarlnden-Qel (in gestempelten Flaschen ä 35 kr.) Dl*. Hartung's Krauter-Pomade (in gestempelten Tiegeln ä 35 kr.) Bewährt durch die langjährigen erfreulichsten Ergebnisse vielfacher wissenschaftlicher Prüfungen und praktischer Anwendungen, können die obigen privilegirten Artikel mit gerechter Zuversicht in empfehlende Erinnerung gebracht werden; und sie werden sicherlich von allen denen, die sich ihrer nur erst einmal bedient, mit besonderer Vorliebe immer gern wieder gebraucht werden. Prospecte und Gebrauchs-Anweisungen werden gratis verabreicht, sowie die Mittel selbst nur allein verkauft bei Ferd. Uiil/.lin jun. in Offenburg und JT. IV. Sommer in Kehl. «l -0 i = 2 ■sS ss S W 85 ®S « o ■8*53.5.3 H 1«ö M c SS •z &2 v js e e ; i -SS-d- „ s .353- S * S.a o 5 _ u ZLs § Lv e « «s m L> :a{ 03 «5 p. 3 •£» es W3 fit fit D Q § u eC ^ S S ip SS St- II 812 Tagesgeschichtliche Mittheiturlgen. Baden. Das Großh. Regierungsblatt Nro. 51 ent- hältt 1. Eine allerhöchstlandesherrliche Verordnung aus Gr. Staatsministerium vom 18. d. M., die Organisation des evangelischen Oberkirchenraths betreffend, welche bestimmt, daß das Directorium in dem Großh. evangel. Oberkirchenrath aus einem Director und einem Vicedirector oder Vorsitzenden Rathe besteht, von welchen Einer dem geistlichen, der Andere dem weltlichen Stande angehört; daß Beide Sitz und Stimme im Großh. Ministerium des Innern haben, und daß, wenn bei Berathungen im Großh. evangelischen Ober- kirchenrathe Mischen dem Director und dem Vicedirector oder Vorsitzenden Rathe eine Meinungsverschiedenheit besteht, der Gegenstand dem Großh. Ministerium des Innern zur Entscheidung oder Einholung der allerhöchsten Entschließung vorzulegen ist. Rücksichtlich der Behandlung innerer kirchlicher Angelegenheiten ist ausgesprochen, daß in den Fällen, wo der Landesherr als evangelischer Landesbischof vor der allerhöchsten Entschließung noch eine weitere Beratdung eintreten zu laßen Sich bewogen findet, außer dem mit den evangelischen Kirchenangelegenhellen betrauten Mi'tgliede des Großh. Staatsministeriums, dem Director und dem Vicedirector oder Vorsitzenden Rathe noch diejenigen Angehörigen der evangelischen Kirche, welche der Landesherr und oberste Bischof dazu bestimmt, sich um Allerhöchstdenselben zu versammeln haben. H. Eine Bekanntmachung des Großh. Staatsministeriums, die Stellvertretung des Chefs des Ministeriums des Jnnem in evangelisch-kirchlichen Angelegenheiten betreffend. Darnach haben Se. Königl. Hoheit der Großherzog gnädigst an- zuvrdnen geruht, datz Geheimerath Nüßlin hinsichtlich der auf die innere Regierung der evangelischen Kirche bezüglichen Angelegenheiten in den Fällen des § 5 der landesh. Verordnung vom 5. Jan. 1843 an die Stelle des Chefs des Ministeriums des Innern trete. Hl. Eine Bekanntmachung des Großh. Ministeriums der Finanzen vom 8. d. M. , wornach die Wirksamkeit des Vertrags wegen Beförderung der gegenseitigen Verkehrsverhältniße zwischen dem Zollverein und der freien Stadt Bremen vom 26. Januar d. I. am 1. Januar 1857 beginnt. Schließlich berichtigt und ergänzt das Regierungsblatt seine betreffende frühere Angabe dahin, daß die Versetzung des Directors des evangelischen Oberkirchenraths, Geheimenraths Frhrn. v. Wöllwarth, in den Ruhestand auf deffen unterthänigstes Ansuchen erfolgt ist. — Durch allerhöchsten Befehl vom 20. d. M. wurde Rittmeister v. Weiler vom 2. Dragonerregiment, Markgraf Maximilian, unter Beförderung zum Ma;or und Aggre- girung bei diesem Regiment, zum Commandanten von Keh'l ernannt. — Das Verkündigungsblatt für die Großh. Bezirksämter Donaueschingen, Reustadt, Villingen und Bonndorf Nr. 103 vom 22. d. M. enthält folgenden Nachruf: „Bonndorf, den 17. Decbr. Gestern schied der Herr Amtmann Sieb, Abgeordneter der It. Kammer, aus unserer Mitte nach feinem neuen Bestimmungsorte Osienburg. Sein Andenken in unserem Amtsbezirke wird stets ein gesegnetes bleiben; denn er wirkte hier als Justizbeamter fast volle neun Jabre mit unermüdlichem Fleiße, Unpartheilichkeit, Umsicht und Sachkenntniß zur allgemeinen Zufriedenheit. Er besaß die seltene Geschicklichkeit, die schwierigsten Rechtsstreitigkeiten im allseitigen Interesse gütlich zu schlichten. Eine Frucht seines hiesigen Wirkens, die Abnahme der Prozeßsucht, dieses Krebsübels am Volksleben, wird noch lange die schönsten Sprossen treiben. Wir können dem Amtsbezirks Offenburg zu seinem Erwerbe nur Glück wünschen. Wolle Hr. Amtmann Sieb im Kreise seiner Familie an seinem künftigen Bestimmungsorte noch recht viele fröhliche Tage erleben , und wie wir ihm, er uns und den Amtsangehörigen ein stets freundliches Andenken bewahren. Die Bürgermeisterämter des Amtsbezirkes." Schwurgericht des Mittelrheinkreises. Bruchsal, 23. Decbr. soeben, Mittags 12 Uhr, wurde die schwur- gerichtliche Quartalsitzung mit Verkündung des Todesurtheils gegen die des Mords anacklagte Katharina Bischof von Schnellingen (Amts Haslach) für geschloffen erklärt. Die seit gestern Vormittag andauernde Verhandlung hatte das Interesse des massenhaft anströmenden Publikums auf's Lebhafteste in Anspruch genominen. Das Präsidium führte der Großh. Hosgerichtsrath Hildebrandt, die Anklage verfocht der Großh. Staatsanwalt Haaß, die Vertbeidigung war dem Obergerichtsadvokaten Tresürt übertragen. Die angeklagte 41 Jahre alte Ehefrau des Franz Xaver Bischof hatte aus den 73jährigen Gg. Volmer, der als Leibgedinger auf ihrem Hofgute wohnte, soivie auf dessen Tochter Maria, die ihrem Vater die Haushaltung führte, wegen der ihr zu drückend scheinenden Leibgedingslast schon seit längerer Zeit einen Haß geworfen, der sie endlich zu dem Entschlüsse trieb, den alten Mann durch Gift aus der Welt zu schaffen. Zu diesem Zwecke legte sie ein papierenes Täschchen, welches Arfenik enthielt, den ihr Ehemann zur Vergiftung der Ratten und Mäuse angekauft hatte, auf den Küchenschrank, und benutzte den Moment, in welchem Maria Volmer, gelegentlich der Zubereitung eines Breies für ihren Vater, ein Schüsselchen mit Mehl auf den Küchenherd gestellt und sich gleich darauf einen Augenblick aus der Küche entfernt hatte, zur Ausführung ihres ruchlosen Vorhabens, indem sie den Inhalt des Gift- paketchens unter das Mehl der Maria Volmer mengte, welch' letztere, wieder in die Küche zurückgekehrt, von dem vergifteten Mehle den Brei kochte, und so ihrem Vater, ohne es selber zu ahnen, den Tod brachte! Der unglückliche Greis starb in Folge des vergifteten Breies nach 26stündigen schweren Leiden, und die Verbrecherin, welche vor Einleitung der Untersuchung die Spuren ihrer Unthat mit aller Vorsicht zu beseitigen bedacht war, hatte später zu ihrer Entlastung den gewissenlosen Kunstgriff gebraucht, den Verdacht der Vergiftung auf die eigene Tochter des Hingemordeten geflissentlich hinzuleiten. Erst am Schluffe der Voruntersuchung legte sie ein umfassendes Geständniß ab, welches sie auch in der öffentlichen Schwur- gerichtssitzung im Wesentlichen wiederholte, jedoch in Bezug aus ihren vorbedachten Entschluß einigermaßen zu modifiziren bestrebt war. Von Seiten der Verhcidigung wurde dann auch diese Frage des Vorbedachts als unzweifelhaft hinzustellen gesucht, während die Staatsbehörde diese Zweifel aus der Natur des Giftmords und den besondern Umständen des Falles für beseitigt hielt. Dieser letzteren Ansicht beitretend, bejahten die Geschworenen nach kaum viertelstündiger Be- rathung die denselben über den Thatbestand des Mords, als einer mit vorbedachtem Entschlüsse und bestimmtem Vorsatze ausgesührten Tödtung, vorgelegten Fragen. Bon besonderem Interesse bei diesem Strasfalle war auch die ebenso lebhafte, als lichtvolle Darstellung des als Sachverständigen beige- zogenen Chemikers Professor ür. .Delffs aus Heidelberg über die Resultate der mit den Breiüberresten und mit der Magenflüssigkeit des Ermordeten angcstellten chemischen Untersuchung, wornach die stattgehabte Arsenikvergistung auch vom gerichtsärztlichen Standpunkte aus unzweifelhaft erwiesen war. Alle Anwesenden waren, gleich dem Schwurgerichtspräsidenten, von der Feierlichkeit und dem folgenschweren Ausgange dieser Verhandlung sichtlich ergriffen, und die Angeklagte verließ unter Thränen und Jammern den Gerichtssaal. (B.L.Z.) Schwurgericht des Oberrheinkreises. Als erster Fall der am 12. d. M. in Freiburg begonnenen Schwurgerichtssitzungen kam die Anklage gegen Joh. Sillmann, ledig, 22 Jahre alt, von Burgberg, Amts Villingen, zur Verhandlung. Derselbe ist angeschuldigt, 4 gefährliche Diebstähle im Mai und Juni d. I. begangen zu haben. Der Angeklagte wurde aus den Ausspruch der Geschworenen zu 6 Jahren Zuchthausstrafe, geschärft durch 120 Tage Hungerkost, verfällt, und wird nach erstandener Strafe 3 Jahre unter polizeiliche Aussicht gestellt. Die Verhandlung dauerte 2 Tage. — Am 15. d. M. kam eine Brandstiftung zur Verhandlung. Die Angeklagte heißt Josepha Kern von Rohrbach, Amts Triberg, gebürtig, And ist erst 13 st) Jahre alt. Dieses sonst geistig gut entwickelte, aber von seiner Mutter seS ist nämlich unehelich) in der Erziehung vernachlässigte Mädchen kam am 29. Juli d. I. in den Dienst des Nikolaus Feiertag von Nohrbach. Sie mußte wegen ihrer Lügenhaftigkeit und Trägheit von ihrem Dienstherrn oft bestraft werden und faßte daher den Entschluß, das Haus desselben anzuzünden, was j sie auch Mittwoch, den 13. August d. I., Morgens 'gegen 7 813 Uhr, in Vollzug setzte. Das ganze Haus nebst Steuer und Stallung im Werthe von 1450 st., sowie beinahe sämmlliche Fahrnisse im Werth vo» ungefähr 1000 fl. wurden ein Raub der Flammen. Die Angeklagte, welche der That geständig ist, wurde aus den Ausspruch der Geschworenen in Berücksichtigung ihres jugendlichen Alters zu 5 Jahren Arbeitshausstrafe, sowie in sämmtliche Kosten verurtheilt. — Am 17. d. M. standen ein Hirtenknabe, Namens Andr. Majer, und ein Uhrenmachergeselle, Joh. Hildbrand, der Brandstistung angeklagt, vor den Schranken des Schwurgerichts. Ersterer war durch Hildbrand mittelst Bestechung zu dem Verbrechen verleitet worden, in Folge desien dem Uhrenmacher Ph. Reutter und dem Math. Obergsäll zu Stockwald (St. Georgen) das Haus in Flammen ausging. Der Schaden betrug für Beide 3400 fl. Der Hirtenknabe wurde wegen Unzurechnungsfähigkeit freigesxrvchen, und Hildbrand zu einer 15jährigen Zuchthausstrafe verurtheilt. — In der geheimen Sitzung am 17. d. M. wurde Damian Sutter von Lienheim, Amts Waldshut, ledig, 21 Jahre alt, wegen geschlechtlichen Vergehens an einem Kinde zu einer Arbeitshausstrase von 3 Jahren, sowie in die Kosten des Strafverfahrens und der Urtheilsvollstreckung verfällt. — Am 18. und 19. d. M. stand Sophie Wunderte von Breisach, ledig, 36 Jahre alt, angeklagt wegen Mords, vor dem hiesigen Schwurgericht. Wie sich mancher Leser noch erinnern wird, kam im März d. I. vor dem oberrh. Schwurgericht die Anklage gegen Taver Rub und deffen Tochter Karoline Rub von Breisack wegen Mords zur Verhandlung, welche damit endete, daß Xaver Rub zum Tod verurtheilt, die Tochter Karoline aber zu 20 Jahren Zuchthausstrafe verfällt wurde. Diese Karoline Rub hat nun damals zur Anreize gebracht, daß Sophie Wunderle ein gleiches Verbrechen begangen habe. Die deßfalls eingeleitete Untersuchung hat diese Angabe bestätigt und nach anfänglichem Leugnen hat die Sophie Wunderle ihr grausames Verbrechen cingestanden. Diese Person, welche 5 uneheliche Kinder gebar, wovon 3 noch am Leben sind, faßte, als sie zum 5. Mal schwanger wurde, den Entschluß, dieses Kind schon im Mutterleib zu tödtea, und begab sich deßhalb zur Hebamme Mougenot nach Neubrcisach, von welcher sie wußte, daß sie zu solchen Verbrechen behülflich sei. Da die angewandten Mittel nichts halsen, wurde die Geburt des Kindes abgewartet, welche auch am 11. Januar mit einem gesunden Knäbchen erfolgte. Bald daraus ging die Mutter abermals nach Neubreisach zu gedachter Hebamme, bei der damals Karoline Rub diente, und benachrichtigte sie, daß sie nun geboren habe, woraus ihr die Hebamme in Gegenwart der Karoline Rub ein Fläschchen mit einer Flüssigkeit (Laudanum) gab, mit dem Bemerken, sie, die Wunderle, solle nun ihrem Kind von Zeit zu Zeit im Wasser einige Tropfen geben, es werde dann die „stillen Gichter" bekommen und sterben, ohne daß Jemand etwas merke. Die Angeklagte Sophie Wunderle befolgte diesen teuflischen Rath und nach wenigen Stunden Zeit gestellt haben, und im Falle, daß eine Gewährung nicht erfolgt, werden sie wahrscheinlich am Bundestage ihre Ansprüche geltend machen. — Nach den in der Generalversammlung vom 26. Nov. mitgetheilten Betriebsergebnifsen der Maschinenbaugesellschast in Karlsruhe beläuft sich die Gesammtproduction im Rechnungsjahr 1855/56 auf 946,751 fl.; an Gehalten und Löhnen wurden 290,000 fl. verausgabt; die Bestellungen für das laufende Geschäftsjahr erreichen bereits die Höhe von 1 Mill. Gulden. Die Dividende wurde auf 50 fl. per Actie »der 10 pCt. festgesetzt. Um den großen Anforderungen des In- und Auslandes zu genügen, ist eine Erweiterung der Räumlichkeiten und mechanischen Einrichtungen unerläßlich, und hierzu ein Kapital von 282,000 fl. erforderlich. Die Ausführung derselben und die Erhöhung des Actienkapitals von 600,000 fl. auf 1 Mill. fl. wurde von der Generalversammlung genehmigt. Vorläufig werden blos 720 Actien ä 500 fl. ausgegeben, welche die Actionäre zum Nennwerthe ' vorzugsweise beziehen können, und zwar für je 3 alte Actien 2 neue. Fr ei bürg, 15. December. Heute wurde der in der Herder'schen Verlagshandlung dabier erschienene Kalender für Zeit und Ewigkeit für 1857 durch den Staatsanwalt «egen Preßvergehen mit gerichtlichem Beschlag belegt. Kehl, 22. Dec.