Der Ortemuer Hirte. Verkündigungs-Blatt für die Amts- und Amtsgerichts-Bezirke Offenburg, Oberkirch, Achern, Rhein- Bifchofsheim, Kork, Gengenbach, Haslach und Wolfach. M 24 Offenburg, den 23. März Z8S8. Bekauntmachuugeu. Kork. (Den Gebührenbezug der Kaminfeger für Reinigen der Kamine bete.) Nr. 2345. Die Bürgermeister deS Amtsbezirk? werden angewiesen, den Lohn sür da? Kaminreinigen, wie solcher in § 12 und 14 der Kaminiegerordnung vom Jahr 1843 (Verordnungsblatt Nro. 17, Seite 55 und 56, und Central-Verordnnngsblatt vom 13. d. M. Nr. 3, pag. 14) festgesetzt ist, in den Gemeinden bekannt zu machen und bei Beschwerden sich hiernach zu achten. Kork, den 15. März 1858. Grobherzogliches Bezirksamt, v. Hun oltstein. O f f e n b u r g. (Verpflichtung eines Jagdaufsehers betr.) Nro. 2644. Joseph Spinner von Durbach wurde unterm Heutigen als Ausseher für die Jagd des Freiherrn Zorn von Bulach in Durbacher Gemarkung vorschriftsmäßig verpflichtet, was höherer Anordnung gemäß hiemit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Offenburg» den 13. März 1858. Grobherzogliches Oberamt. v. Fa der. Ofsenburg. (Gläubiger-Aufforderung.) Nro. 2889. Die ledige Karoline M ü n ch e n b a ch von Ortcnberg beabsichtigt, nach Amerika auszuwandern. Alle Diejenigen, welche an diese Person Etwas zu fordern haben, werden ausgesor- dert, ibre Ansprüche in der auf Samstag den 2 7. März. Morgens 9 Uhr, angeordneten Tagfahrt geltend zu machen, ansonst Auswan- derungSerlaubniß ertheilt würde. Offenburg, den 20. März 1858. Großherzogliches Oberamt. v. F a b e r. Ofsenburg. (Die Beobachtung der Gesindeordnung betteffend.) Nro. 279. Da am 25. d. M. eines der gewöhnlichen Wandcrziele der Dienstboten eintritt, so machen wir sowohl die Dienstherrschaften als die hier neu eintretenden Dienstboten aus die bestehende Verordnung aufmerksam, wor- nach die Dienstbücher der Letztem binnen 3 Tagen diesseits übergeben werden müssen; ebenso haben Diejenigen, welche ihren Dienst wechseln, mit den vorgeschriebenen Dienstzeug- niffen versehen, sich dahier anzumelden, und zwar bei Ver. meidung einer angemessenen Geldstrafe. Ofsenburg,' den 20. März 1858. Das Bürgermeisteramt. W i e d e m e r. vdt. Huber. •fl] Zusenhofen. (Liegenschaftsversteigerung.) Nutzer Verlassenschast des verlebten Waisenrichters Anton Stoll von Zusenhofen werden, der Erbtheilung wegen, SamStag den 10. April d.I., Nachmittags 3 Uhr, im Rathhause zu Zusenhofen nachbcschriebene Liegenschaften an die Meistbietenden zu Eigenthum öffentlich versteigert; nämlich: 1) Eine zweistöckigte Behausung mit besonders stehender Scheuer, Stallung und Wagenschops» sammt der am Oeko- nomiegebäude angebauten Baumtrotte und besonders stehende» Schweinställen, nebst Gemüse- und Grasgarten, mitten im Ort Zusenhofen gelegen, neben der Dorfstraße und Xaver Huschle; taxirt zu.. 1200 fl. 2) Zwei Viertel Acker im Brügel in der Gemarkung Nußbach, neben dem Weg und Anton Kaspar's Erben; taxirt zu .. 260 fl. 3) Ein starkes Viertel Acker am Weilerhof in der Gemarkung Untemeffelried, neben Roman Noll'S Wittwe: tarirt zu.. . . 100 fl. Zusammen '. . 1560 st. Die Steigerungsbedingunaen werden vor der Versteigerung bekannt gemacht, und erfolgt, vorbehaltlich der ober- vormundschastlichen Genehmigung, der Zuschlag, wenn der Anschlag oder darüber geboten wird. Oberkirch, den 12. März 1858. Großherzogliches Amtsrevisorat. Kiefer, D.B. sl] Zell. (Liegenschastsversteigerung.) In Folge richterlicher Verfügung werden dem Severin Zentner »on Zell die nachverzeichneten Liegenschaften am Samstag den 3. April d. I., Nachmittags 2 Uhr, in dem Rathhause in Zell öffentlich versteigert, wobei der endgültige Zuschlag ersolgl, wenn der SchätzungSpreis oder darüber geboten wird. Beschreibung der Liegenschaften. 1) IV* Haufen Reben am Spring, einers. Roman Bahr, anders. Andreas Bieser; geschätzt zu.40 fl. 2) 1 Hausen Reben am Sternenberg, eins. Lehrer Basler, anders. Fidel Säger; geschätzt zu .... 70 fl. 3) >/« Jeuch Wald am Äöckenwald, eins. Anton Sälingcr, anders. Augustin Sälinger; geschätzt zu . 30 fl. Offenburg, am 27. Februar 1858. Katz, Notar. Zunsweier. (Liegenschaftsversteigerung.) In Folg« richterlicher Verfügung werden der Katharina Schmiederer von Zunsweier am Dienstag den 6. April l.I>, Nachmittags 2 Uhr, im Rathszimmer in Zunsweier zu Eigenthum versteigert: 1) 20 Ruthen Acker in der Krämerslach, taxirt zu 25 fl. 2) 18 Ruthen Feld im Ludi, zu.25 fl. Der Zuschlag ersolgl, wenn der SchätzungSpreis oder darüber geboten wird. Offenburg, am 12 März 1858. Der Vollstreckungsbeamte: Dillinger, Notar. sl] Urloffen. (Liegenschafts-Versteigerung.) Aus richterliche Verfügung werden unten angegebene Liegenschaften der Franziska Wievemer von Urloffen im dortigen Nachhause Montag den 12. April v. I.» Nachmittags 3 Uhr, öffentlich versteigert und endgültig zugeschlagen, wenn die Schätzungssumme oder mehr geboten wird, und zwar: Eine einstöckige Behausung mit Scheuer und Stallung unter einem Dache, nebst Hosraithe, oben im Orte Urloffen im s.g. Zinken, neben Karl Schneider, Hilar Trantmann und Ignaz Kraus; tarirt zu. 400 fl. 182 Am Die Eine Mertels-Zeuch Acker im Unterfeld, neben Benedict Kranz Wittwe und dem Fußpfad; tar. zu 200 fl. Appenweier, den 10. März 1858. Der Vollstreckungsbeamte: Notar Katzenberger. Ofsenburg. , Kastanien, 5) 61 Klaster tannenes Scheitholz. Die Bedingungen werden unmittelbar vor der Versteigerung bekannt gemacht. Renchen, den 20. Marz 1858. DaS Bürgermeisteramt. Viox. [1] Berghaupten. Amts Gengenbach. (Stammholz-Versteigerung.) Die Gemeinde Berghaupten läßt aus, ihrem Gemeindewald Dienstag den 30. und Mittwoch den 31. März d. I., jedesmal Morgens 9 Uhr anfangend, im Kronenwirthshause daselbst folgende Holzsortimente öffentlich verstcigem, als: 90V tannene Stämme, zu Holländer-, Bau- und Floßholz, vorzüglich aber zu Rebstecken sich eignend; 6 buchene und 10 eichene Stämme, welch' letztere theilwerse sich zu Wendel- und Trottbäumen eignen. Die Liebhaber werden hiezu eingeladen. Berghaupten, am 20. März 1858. Der Gemeinderath. Bgmstr. H i l b e r e r. Welschensteinach. (Holzversteigerung.) Die Gemeinde Welschensteinach läßt Samstag den 3. k. M. April, Vormittag« 8 Uhr., in ihrem Gemeindewald, und zwar im District ill. Hinterbuchwald, nachverzcicknetes Gehölze öffentlich versteigern, als: 30 Klaster buchenes Scheiterholz und 7V- ,. „ Prügelholz. Hinsichtlich der Zusammenkunft wird von 8 Uhr bis gegen 9 Uhr mit dem Beginne der Steigerung, welche im Walde selbst stattfindet, noch zugewartet. Welschensteinach, den 15. März 1858. Das Bürgermeisteramt. M e ß m e r. vdt. Rthschr. Weber. [2] Bohlsbach. (Kiesbeisubr-Versteigerung und Aufforderung.) Die Gemeinde Bohlsbach läßt am Freitag den 26. d. M., Nachmittags 2 Uhr, im Rathhause daselbst die Beisuhr von ungefähr 200 Meß Rheinkies und 100 Meß Kinzigkies auf unsere Vicinalstraßen öffentlich versteigern. Die Güterbesitzer hiesiger Gemarkung werden ausgefordert, die fehlenden Bäume an den Vicinalstraßen innerhalb drei Wochen zu setzen, ansonst dieselben aus ihre Kosten angeschafft werden. Bohlsbach, den 13. März 1858. Das Bürgermeisteramt. I o ck e r st. W o l s a ch. lLiegenschaftsversteigerung.) Michael Wols'S Erben dahier kaffen mit Vorbehalt obervormundschaftlicher Genehmigung zum Zwecke der Erbtheilung am Dienstag den 6. April d. I, Nachmittags 1 Uhr, im Rathhause hier zum zweiten Mal nachbeschriebene Liegenschaften öffentlich j versteigern, als: 1 . Ein zweistöckigtes Wohnhaus mit Schmiedwerkstätte und Stallung, Hosraithe und angrenzendem Gemüsegarten, mitten in der Stadt dahier, neben Dr. Herrmann und der Feuergaffe. Anschlag. 2000 fl. * 2 . Circa 4 Morgen Matt- und Ackerfeld auf der Zinne am Hosfeld dahier, aus 3 Seiten Stadtallmend. Anschlag 1400 st. Ein Viertel an der Walke mit einer für sich selbst erbauten Schleife dahier. Anschlag ....... 25 fl. Wolfach, am 15. März 185Ö. Das Bürgermeisteramt. Bührer. vdt. Feger. Niederschopfheim. (Haus - Versteigerung.) Mit obervormundschaftlicher Genehmigung vom 11. d. M. Nr.2549 wird das den Andreas Ehret'schen Kindern von hier gemeinschaftlich zugehörige Wohnhaus mit Scheuer und, Stallung nebst etwa IV 2 Viertel Gemüse- und Obstgarten, neben Christian Herrmann und Anton Herzog, — tarirt zu 800 fl. — am Dienstag den 6. April d. I., Vormittags 10 Uhr, aus hiesigem Rathhause öffentlich zu Eigenthum versteigert. Die Bedingungen werden am Steigerungstage bekannt gemacht. , Niederschopfheim, den 15. März 1858. Das Bürgermeisteramt. Ehret. vdt. GalluS, Rathsschr. [1] Ortenberg. lLiegenschaftsversteigerung.) Die Wittwe des Handelsmanns Johann Joseph Castell in Offenburg läßt die nachbeschriebenen Liegenschaften am Montag den 29. d. M. , Nachmittags 2 Uhr, im hiesigen Ochsenwirthshause öffentlich auf Zahlungstermine zu Eigenthum versteigern, als: 1) Ein Hausen Reben im Roth, neben Cölestin End und Anton Sieferle. 2) Ein Viertel Bosch im Bachgraben, neben Jos. Geßler und Thomas Bürkle. 3) Ein Haufen Reben auf dem Griesacker, neben Martin und Zoseph Leitermann. 4) V« Hausen Feld allda, mit Obstbäumen, neben der Gaffe und dem Fußweg. 5) V- Haufen Reben im hintern Griesacker, neben Lorenz Wernet und Anton Sieferle. 6) Ein Haufen Reben im hintern Berg, neben Michael Fautz und Simon Jsenccker. 7) Ein Hausen Reben in der Zehntsrei, neben Georg Vollmer und Valentin Jsenecker. 8) Ein Hausen Reben in der Fröschlach, neben Karl Stigler's Erben und Michael Kiefer. Sämmtliche in hiesiger Gemarkung. Hiezu werden die Steigerungs-Liebhaber mit dem An- fügcn eingeladen, daß die Bedingungen vor Beginn der Steigemng bekannt gemacht werden. Ortenberg, am 18. März 1858. A. A.: Göring, Rathsschreiber. 183 - Di e rsb.u-ra. (Nachricht.), Am Freitag den 26. März d. I. werden den Steigerern bei der am &. Mqiz I. K abgehaltenen Hokzversteig/rung im Freiherrlich v.Röde?schen FamilienwatM (ihre Äavsd-Adrgezeigt weiden. Diersburg, den 'il. Matz 1858. Verwalter Feißt. Wegbaüarbeiten. Versteigerung. Die Fmstgenöstenfchast zu Lin dach beabsichtigt, durch ihren Wald. Täschentopf einen Holzabfuhrweg anlegen zu lasten, und zwar mit einer Länge von 4M Ruthen. Me Weglinie ist »n 23 Loose eingetheilt. gehörig ausgepfählt und aufgehauen. Die Versteigerung hierwegen findet dm Samstag den 3. April 1858, Vormittags 10 Uhr, im Gemeinde- Hause zu Nvrdrach statt. Der Gemeindewaldhüter Lang zu Nordrach hat den Auftrag, den Steiglustigen die Weglinie auf Verlangen vorzuzeigen und überhaupt mit der Oertlichkeit bekannt zu machen. Lindach, Gemeinde Nordrach, den 20. März 1858. Der Waldmeister Anton Feist. Diersburg. (Holz - Versteigerung.) Unterzeichnete Verwaltung versteigert am Freitag den 26. d. M., Vormittags 9 Uhr, auf dem Platze selbst, folgeiwe Holzsor- timente, als: 8'/- Klafter buchenes Scheiter- und Prügelholz. 5 „ forlenes und tannenes Scheiterholz. 4 ,, erlencs Scheiterholz. IV- « Kirschbaumholz. 8 „ gemischtes Prügelholz. 4350 Stück gemischte Wellen. Die Zusammenkunft ist bei der Säge im Hinterthal in Diersburg. Diersburg, den 21. März 1858. Freiherrlich Ferdinand von Röder'sche Gutsverwaltung. W e i h r i ch. Offenburg. (Spähnenver- steigerung.) Dienstag den 23. Marz, Nachmittags 4 Uhr, wird auf dem Fabrikplatze eine Parthie Spähnen gegen Baarzahlung öffentlich versteigert. Offenburg, den 22. März 1858. Spinnerei und Weberei Offenburg. E. Haager. K. Zinth. [1] Altenheim. (Geld auszuleiben.) In der Baulastensondskaffe Altenheim können 300 fl. gegen gerichtliche Versicherung ausgenommen werden. Altenheim, den 20. März 1858. B ö t t l c r, Bürgermeister. Freistett, Amts Kork. (Geld auszuleihen.) Die »hiesige Gemeinde bat ein Kapital von 2000 fl. zu 4 pCt. ' gegen gesetzliche Psandversicherung oder zu 4»/- pCt. gegen solide Schuldscheine auszuleihen, welches auch in Posten von 500 fl. bis 1000 fl. abgegeben wird. Ko rk. (Verkauf.) In-der Behausung ... . des Hrn. Postexpeditors Frosch dahier werden, wegestfWegzugs von hier., . .. ' eine- Droschke," zwei- und einspännig zu fahren/ritt Paar Pferdegeschirre mitKuwrnet, eiw Paar desgleichen mit Sie-' len, sämmttich mit messingener Garnierung , sodanu ein Paar Pferdehalsbänder mit gelben messingenen Schellen aus der Hand verkauft,. •_/• . Bleich-Anzeige v.ioü.«.' Da ich mit der Annahnti roher .Leinwand für die rühmlich bekannte »Bleiche i in Zellbereüs be- laoiyien habe, lade ich die verehrten Besitzer , von Blerchgegenstanden zu zahlreicher Ueber- gabe derselben höflich ein. Offenburg, den 4.März 1858. - Ferd. Hölzlin In». [2] Offen bürg. (Haus- und Garten-Vermiethung.) Die Unterzeichnete ist Willens, das in ihrem Garten in der Kinzigvorstadt nächst der obern Mühle am Mühlbach gelegene zweistöckige Gartenhaus nebst Wascherei-Einrichtung , sowie einen Theil des Gartens in Pacht zu geben, und bin ich jederzeit bereit, über die näheren Bedingungen Auskunft zu geben. Metzgcrmeister Mansch Wittwe. [2] SBiIIftä11. (Gebäudeverkaus.) G. F. Hummel, Müller von Diersbeim, hat in Willstätt ein zweistöckiges Wohnhaus und Scheuer einzeln oder zusammen auf den Abbruch zu verkaufen. Adlerwirth König in Willstätt wird auf Verlangen die Gebäulichkeiten vorweisen lasten. Verkaufsanzeige. Ein noch neues Einspänner-Chaischen, 1 Pferd und ein Haufen Dung ist zu verkaufen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. O s s e n b u r g. (Dungversteigerung.) Samstag den 27. d. M., Vormittags 11 Uhr, läßt Metzgermcister Leo S i e s e r t einen Haufen Schasdung bei seiner Schafstallung versteigern. Offenburg. (Anzeige.) Ich mache die ergebene Anzeige, daß ich meine Strohhut-Wascherei für dieses Jahr wieder eröffnet habe. — Auch werden bei mir braune Hüte appretirt und fayonirt, sowie fortwährend Handschuhe gewaschen. Karoline Holzhauer. [2] Oberkirch. (Wagenverkaus.) Es sind zwei im besten Zustande befindliche Bauernwagen, nämlich em Rollwagen und einer mit eisernen Achsen, zu verkaufen. Das Nähere ishsbei dem Boten Ganter in Oberkirch zu erfahren. r- -> Spinnerei nnd Weberei Vffenburg. 2. Einzahlung. Die Herren Actionäre der Gesellschaft werden ersucht, die statutenmäßige zweite Einzahlung der 3. Rate von 10 pCt. des Actienbetrages mit fl. 70. — für zede Actte auf den nächsten 13. April zu leisten. Die Einzahlungen können geschehen: in Offenburg bei der Gesellschafts-Kaste, „ Karlsruhe bei dm Herren Gebrüder Haas, „ Freiburg .. . „ „ Kapferer, „ Stuttgart „ „ Gebrüder Benedict, „ Straßburg „ ., Hummel SS Comp., „ „, ,, Nürnberg bei Herrn I. C. Cnopf. O f f e n b « r g, den 26. Februar 1858. Der Verwaltungsrath. 184 Offen bürg. (Anzeige.) Wir haben den Verkauf unserer conservirten Nahrungsstoffe, bestehend in comprimirten Gemüsen, Obst, Suppenmehlen, Hülsenfrüchten ic., welche an Farbe und Geschmack den frischen gleich bleiben, dem Herrn Alexander Reiff dahier für den hiesigen Platz und die Umgegend übertragen, bei welchem dieselben in jeder beliebigen Quantität zu unseren billigen Fabrikpreisen zu erhalten find. Offenburg, im März 1858. -it Actirogrsellschast förFabriKation comprimirter Ctmüst. Indem ich obengenannte Fabrikate zur geneigten Abnahme bestens empfehle, bemerke ich noch, daß fpecielle Verzeichnisse nebst Angabe des billigst gestellten Fabrikpreises unentgeldlich bei mir zu haben find. Alexander Reiff. Heilbronn. (Erklärung.) Ich sehe mich hiermit zu der öffentlichen Erklärung genöthigt, daß ich meine beiden Geschäfte hier und in Zell a. H. mit allen Aktiven und Passive«, Letzteres laut vor Zeugen und Notar in Zell a. H. «>d 1. Februar d. I. abgeschloffenen Vertrags, an meinen früheren Theilhaber, Herrn Kaufmann Wilhelm Molt dahier, abgetreten habe, und daß Letzterer allein die Liquidation übernommen hat. Heilbronn, am 5. März 1858. Carl Krieg. Osfenburg, (Damen - Verkauf.) Von Mainzer weißen und rothen Dickrüben (Durnips), gelben Hockenheimer Rüben, sowie auch von langen Riesen-, allerfrübesten feurigrothen und Frankfurter Gelbrüben ist Samen zu haben bei Eduard Ltöckle-Leng. Ofsenburg. (Fäffergesuch.) Fäffer, von 10—30 Ohm ! »altend und in ganz gutem Zustande, werden zu kaufen ge- ucht. Offerte mit 'Angabe des Preises nimmt entgegen: Küfermeister PH. Beijer in Offenburg. Anzeige. Unterzeichneter kommt bis den 24. d. M. mit einem Möbel- Transportwagen nach Offenburg. Wer diesen für Retour- Gelegenheit in's Unterland benützen will, wolle es gefälligst im Gasthaus zur Sonne anzeigen. CH. Dees, Möbel - Transporteur aus Karlsruhe. Ortenberg. (Verkaufsanzeige.) Engelwirth Schnetzer in Ortenberg hat Rebstecken und Baumpsähle zu verkaufen. Köchingesuch. Eine gewandte Köchin von gesetztem Alter und mit guten Zeugniffen versehen, wird bis nach Ostern in einen frequenten Gasthof gesucht. Näheres zu erfragen beim Herausgeber dieses Blattes. [2] Ofsenburg. (Kartoffeln- und Durnipsen-Verkauf.) Metzgermeister Fuchs in der Kinzigvorstadt hat Kartoffeln und Durnipsen zu verkaufen. j2j Ofsenburg. (Kartoffeln- und Durnipsen-Ver- kaus.) Kaiserwirth B ü h l e r hat ein Quantum Kartoffeln und Durnipsen zu verkaufen. jll Ofsenburg. (Dung- und Stroh-Verkauf.) In Haus-Nro. 325 ist ein Hausen Dung und 100 Bund Hatb- waizenstroh zu verkaufen. Ofsenburg. (Durnipsen - Verkauf.) Schustermeister Roth hat 50 bis 60 Centner Durnipsen zu verkaufen. Verkaufs-Anzeige. Ein gut erhaltenes Clavier mit vollem Ton, sowie eine Marktbude ist zu verkaufen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Reue Schrift von einer Somnambule. In allen Buchhandlungen ist zu haben: Die junge Hellseherin. Höchst wichtige Mittheilungen der Somnambule I p hi- aenia Stradella über daS Jenseits, von ihren Reisen in den Mond, die Sonne und die Sterne. Rebst einem Anhang von vortrefflichen Heilmitteln. Rach dem Italienischen des vr. Rudolp hto. Zweite verbesserte Auflage. 136 Seiten in gr. 8. Brosche 30 kr. [2J Ofsenburg. (Empfehlung.) Unterzeichneter übernimmt Uebersetzungen und Correspondenz für französische und englische Sprache, und bringt zugleich seine« Nuterricht in diesen Sprachen empfehlend in Erinnerung,. G. Weiß, Sprachlehrer, Metzgergaffe bei Frau Wittwe Meisburger. Tapeten-Muster aus der Fabrik von Val. Scherer in Heidelberg empfiehlt in reicher Auswahl: C. Aug. Stöbe, Buchbinder in Offenburg. [1) Heuverkauf. Kronenwirth Gromer in Bühl hat 150 Centner gutes Kinzigmattenheu zu verkaufen. fCSPi Pferdverkauf. Thierarzt Eckstein in Oberkirch hat ein fehlerfreies Pferd (Fuchs-Wallach), 6 Jahre alt, sehr kräftig, aus Auftrag zu verkaufen. Ofsenburg. (Fäfferverkaus.) Es bat Jemand drei gute Weinfäffer, zedes 36 bis 40 Oehmle haltend, zu verkaufe» — wer? sagt der Herausgeber d. Bl. [1] Legelshurst, Amts Kork. (Lehrlmgsgesuch.) Bei Karl Schwab, Wundarzneidiener in Legelsburst, kann ein solider junger Mensch von guter Erziehung und mit guten Vorkenntnissen sogleich oder innerhalb 2 Monaten gegen eine billige Bedingung in die Lehre ausgenommen werden. f2j Oifenburg. (Wobnungsvermiethung.) Taver Friedinger in der Gymnasiumsgaffe hat den obern Stock seines Hauses mit drei in einander gebenden Zimmern und Küche, nebst einem Dachzimmer und besonderem Keller bis den 24. Juni zu vermiethen. [2] 3 e 11 a. H. (Kapitalien auszuleiben.) Bei dem hiesigen Pfarrkirchen- und Spitalsond liegen einige Tausend Gulden zum Ausleihen gegen gerichtliche Versicherung zu vier Procent bereit. j2j Diersburg. (Geld auszuleihen.) PfarrfondS- rechner Victor Spitzmülier in Diersburg hat auf Pfand- urkunve 4M fl. zu 4V 2 pCt. zum Ausleihen bereit. [3] Nußbach, Amts Oberkirch. (Geld auszuleihcn.) Der hiesige Heiligcnsond hat 5M fl. gegen gesetzliche Versicherung auszuleihcn. Verrechner Kirn. Z e l l a. H. (Geld auszuleihen.) Franz Joseph Herr in Zell a. H. hat 1000 fl. Pflegschaftsgetd gegen Obligation auszuleihen. [3] Memprechtshosen, Amts Kork. (Geld aus- zuleihrn.) Bei Unterzogenem liegen 8M fl. Pflegfchaftsgeld zum Ausleihen parat. Philipp Knösel Pfleger. [2] Honau, Amts Kork. (Kapital auszuleihen.) Von Seiten des hiesigen Kirchen- und Pfarrhaus-Baufonds können 1431 fl. gegen gerichtliche Versicherung zu 5 pCt. in nächster Zeit ausgeliehcn werden. 185 Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Badeu. Landtag. 11. März. 39. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer. Nach Eröffnung der Sitzung macht das Secretariat den Einlauf einer Petition, den Elsenbahnbau durch den Odenwald betr., bekannt. Die Abg. Krausmann und Steiner legen Commissionsberichte zum Drucke vor, Ersterer über den Nachtrag zum Budget des Finanzministeriums, Letzterer über den Umlaufenden Betriebsfond für 1858/59. Die Tagesordnung führt zur Discujston des Berichts des Abg. Stüber über das Budget des Mimfteriums des Innern für 1858/59. Tit. XIV bis XVII. Tit. XIV. „Milde Fonds und Armenanstalten": 100,958 fl. Tit. XV. »Heil- und Pfleganstalt Pforzheim": Einnahme 99,429 fl., Lasten 56,269 st.» eigentlicher Staatsauswaad 82,197 st. Tit. XVI. „Heil- und Psteganstalt JUenau": Einnahme 188,604 fl., Lasten 91,780 fl, eigentlicher Staatsauswand 140,265 fl. Tit. XVII. »Polizeiliche Perwahrungsanstalt": Einnahme 69,230 fl., Ausgabe 52,827 fl., eigentlicher Staatsauswand 42,373 fl. Die Commission beantragt, diesen Forderungen die Genehmigung zu ertheilen. Die Kammer nimmt die Anträge ihrer Commission ohne Discussion an und gehl über zur Discussion des von dem Abg. Gschrey erstatteten nachträglichen Berichts, betreffend die bei den Vorlagen des außerordentlichen Budgets vom 14. Nov. v. I. und 8. Zan. d. Z. von der Großh. Regierung vorbehaltene Anzeige der ausrecht zu erhaltenden Crebitreste. Diese betragen: Justizministerium: 9235 fl. öl kr. (für die Amtsgesängmffe ui Boxberg, Eppingen, Kenzingen und Neckarbischossheim); Ministerium des Innern: 12,922 fl. für Wasser- und «Straßenbau iRheinbau, Rheindämmeergänzung, Correction der Höllen- steige, Straße von Schopsheim nach Wehr, Berbefferung der Straße von St. Blasien nacb Albdruck, Correction der Wiesenthalstraße bei Zell); Finanzministerium: 21,471 fl. l8 kr. ' (Zolldirectionsgcbäude Karlsruhe, Obereinnehmerel- und Zoll- gebäude Pforzheim, Gebäude des Ministeriums des Aeußern). Sämmtliche Credite werden ohne Discussion genehmigt. Hieraus legt der Finanzpräsident Geh. Rath Regenauer das provisorische Gesetz, die Festsetzung der Rübenzuckersteuer und der Zuckerzölle vom 1. Sept. v. I. bis 3t. Äug. d. I. und die von den Zolloereinsstaaten am 16. v. M. zu Stande gebrachte Regelung der Rübenzuckersteuer vom I. Sept. d. Z. an vor, wornach einige Punkte über diese Steuer abgeändert und die Steuer von 1858/59 um J ,< erhöht wird. — 13. März. 40. öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer. Diese Sitzung der Zweiten Kammer wuroe mit der Discussion des Berichts des Abgeordneten Muth über die in den Zähren 1858 und 1859 aus dem Domainengrundstock zu schöpsenden außerordentlichen 'Ausgaben eröffnet. 1i für Vervollständigung der Betriebseinrichtungen aus dem Hüttenwerke Älbruck 13,500 fl.; 2) für Herstellung eines Anbaues am Hostheater 30,666 fl. und 3) für Erneuerung des Hauptgebäudes im hiesigen Hosküchengarten 36,500 fl. Sämmtliche Positionen wurden von der Kammer genehmigt, nachdem zu der Anjorderung unter No. 2 Geheimer Rath Regenauer die Erklärung abgegeben hatte, daß die Regierung nicht nur in diesem, sondern in allen andern Fällen sich angelegen sein laffe, Ueberschreitungen des Kostenüberschlags möglichst zu begegnen. Sodann wurde zur Discussion des Berichts des Abg. Seramin über die Rechnungsnachweffungen pro 1854—55 der Verwaltung der Main-Neckar-Eisenbahn geschritten. Der Reinertrag an der Eisenbahn beträgt 163,150 st, an dem Telegraphen 4817 fl. Die Einnahme- und Ausgabe-Positionen wurden von der Kammer genehmigt, und hieraus die Sitzung geschlossen. Karlsruhe, 17. März. Gegenstand der heutigen Verhandlung der Ersten Kammer ist der Bericht des Hofraths Schmidt über die Motion des OberhofrichterS vr. Stadel wegen Vorlage eines Gesetzentwurfs über die Verweisung der freiwilligen Gerichtsbarkeit an die Gerichte und über das Verfahren bei Ausübung derselben. Die Begründung dieser Motion führt des Näheren aus, daß durch die Trennung der Rechtspflege von der Verwaltung die Handhabung der freiwilligen Gerichtsbarkeit in eine Lage gekommen sei, in welcher fie ohne die größten Nachtheile für die Interessenten und ohne Gefahr für dir Rechtssicherheit nicht bleiben könne; daß es vielmehr Pflicht der Gesetzgebung sei, durch schleuniges Einschreiten den drohenden Uebeln vorzubcugen. Es wird namentlich dargethan, daß durch die Ausscheidung der Justizsachcn von dem Wirkungskreis der Bezirksämter, und durch die Einführung besonderer Amtsgerichte eine Unsicherheit bezüglich der Zuständigkeit der einen oder anderen dieser Behörden für einzelne Geschäfte der freiwilligen Gerichtsbarkeit eingetreten sei, welche den Betheiligten schon dadurch nachtheilig werden müsse, daß fie von einer Behörde zur anoern gewiesen werden, bis sic den Ort gefunden, wo ihre Angelegenheit zu verhandeln sei, während bisher stets das Bezirksamt die kompetente Stelle gewesen. Außerdem aber sei in Rücksicht auf die herrschende Meinungsverschiedenheit über die Auslegung der einschlagenden Gesetze das weit größere Uebel zu befürchten, daß viele Kompetenzkonflikte entstehen, und daß selbst die Gültigkeit von Rechtsgeschäften, die im besten Glauben und Vertrauen abgeschlossen worden, ohne alle Schuld der Vertragspersonen ln Frage gestellt werde, weil diese Gültigkeit davon abhänge. daß der mitwirkenden Behörde die freiwillige Gerichtsbarkeit in der betreffenden Angelegenheit zukomme. Da nun täglich solche Angelegenheiten zur Erledigung gelangen müssen, so könne ein so unsicherer Zustand im Gebiete der Rcchtspolizei, welche die Rechte sichern soll, nicht geduldet werden. Es wäre zu wünschen gewesen, daß mit der Trennung zugleich auch über diesen Gcschäftskreis der Aemter feste Normen getroffen worden wären. Da aber Dieses nicht geschehen, so sei wenigstens eine baldige Verbesserung dieses Mangels dringend geboten. Es wird sodann weiter ausgeführt, daß die fteiwillige Gerichtsbarkeit im enger« Sinne des Wortes tn den meisten Gesetzgebungen und so auch in unserem Landrechte selbst vor die Gerichte gewiesen sei, und daß die Großh. Regierung schon im Jahr 1848 einen Gesetzentwurf zur Rückgabe dieser Geschäfte an die Gerichte und zur Wiederherstellung des in dieser Beziehung abgeänderten Landrcchts vorgclegt habe, was nach Abwägung aller Gründe für und wider wohl auch von der Zweckmäßigkeit als das Beste empfohlen werde. Nebst- dem aber seien nach dem Vorbilde der französischen Prozeßordnung einige Bestimmungen über die Regelung des Verfahrens in diesen Angelegenheiten nothwendig. Geh. Rath von Stengel bemerkt,-die Regierung sei selbst mit den Vorarbeiten für einen Gesetzentwurf über diesen Gegenstand beschäftigt, und er habe deßhalb gegen die Einbringung der beantragten Adresse Nichts zu erinnern. Er vcrtheidigt das Verfahren der Regierung, welche nicht habe verschieben wollen, die Ausscheidung der Justizsachen auch in erster Instanz aus dem Geschästskreis der gleichzeitig mit Verwaltungsgeschäften betrauten Aemter vorzunchmen, nachdem diese Maaßregel von allen Faktoren der Gesetzgebung als wünschenswert^ längst anerkannt worden sei. Daran laffe sich nun allmälig die Ordnung der einzelnen verwandten Geschäftszweige anknüpfen, während eine gleichzeitige durchgreifende Reform der betreffenden Organisationseinrichtungcn empfindliche Störungen des Rechtsverkehrs habe befürchten lassen. Es erfordere überdies die Ueberweisung der freiwilligen Gerichtsbarkeit an die Ge- Gerichte einige Acndcrungcn in der Civilgesetzgebung; fie werde den Kreisregierungen einen Theil ihrer Geschäfte entziehen und den Hofgerichten übertragen, in deren gegenwärtige Geschäftsordnung fie gar nicht paffen; es würden daher für beide Behörden Acndcrungcn der Organisation nöthig fallen. Aus diesen Gründen hält er eine sofortige Vorlage deS in Rede stehenden Gesetzentwurfs nicht für thunlich, das Be- dürfniß eines solchen indeß auch nicht so dringend, wie die Begründung der Motion ausführe; die Meinungsverschiedenheit über die Zuständigkeit in Sachen der freiwilligen Gerichtsbarkeit sei erst in neuerer Zeit entstanden und nur in einzelnen Fällen zu Tage getreten. Würden sich Kompetenzkonflikte in größerer Zahl ergeben, so sei immer noch Zeit, durch ein provisorisches Gesetz abzuhelfen; die Befürchtung, daß die Gültigkeit von Rechtsgeschäften, die in gutem Glauben und unter Mitwirkung der Behörden abgeschlossen worden find, wegen fehlender Zuständigkeit der Letzteren in Frage gestellt werde, vermag er nicht zu theilen, da das Landrecht in dieser Beziehung dem Ermessen des Richters einen weiten Spielraum lasse. Obcrhofrichter Stabet entgegnet hierauf, die Trennung der Rechtspflege von der Verwaltung sei eine erwünschte und zweckmäßige Maaßregel. Nur gewichtige Gründe konnten gewissenhafte Männer bestimmen, formelle und materielle Bedenken gegen die betreffende Verordnung z« erheben. Solche Gründe liegen im Hinblick auf die drohenden Gefahren und Nachthcile, gegen die Niemand, am wenigsten ein Richter, gleichgiltig sein könne. Durch Hinweisung auf das Landrecht seien dieselben nicht abzuwenden, denn der Mangel der Gerichtsbarkeit könne niemals nachgesehen werden; wohl aber könne derselbe bei den täglich vorkommenden Geschäften dieser Art über kurz oder lang, vielleicht erst nach Jahren, zu Nichtigkeitsklagen führen, wenn die Amtsgerichte Geschäfte vornehmen, die sie aus den in der Beilage der Motion angeführten Gründen nichts angingen, deren Vornahme den Gerichten sogar durch § 9 des Organisationsedikts auf's Klarste untersagt sei. Bis zum nächsten Landtag« sei es zu spät, um die inzwischen vorkommenden Geschäfte sicher zu stellen, und es könne nur durch ein provisorisches Gesetz, wie ein solches wegen eines sehr bekannten Prozesses im Jahr 1836 erlassen worden, geholfen werden; solches dürfe aber nicht erst dann erlassen werden, wenn Rachtheile wirklich eingetreten seien; denn dann komme die Hülfe zu spät. — Die Ueberreichung einer Adresse an Seine König!. Hoheit den Großherzvg wegen Vorlage eines hierauf gerichteten Gesetzentwurfs wurde, übereinstimmend mit dem Commisstonsantrag, einstimmig beschlossen. — In Baden-Baden sollen künftigen Spätsommer Pferderennen stattfinden. Das Programm ist bereits öffentlich erschienen. Sonntag den 5. September 1858 werden 5 Preise vertheilt. 1) „Preis vom Schlöffe Favorite", 1000 Frkn., für Hengste, Wallachen und Stuten von 3 Jahren und darüber einer jeden Art, im Eroßherzogthum Baden geboren, oder wenigstens seit 1. Jan. 1857 daselbst befindlick. 2) „Preis der deutschen Bundesstaaten", 5000 Frkn., sür Zfährige Hengste und Stuten einer jeden Art, die in den Ländern des deutschen Bundes, geboren und erzogen sind. 31 „Preis des Continents", 3000 Frkn., für 3jährige und ältere Hengste und Stuten, die auf dem Kontinente geboren und ausgezogen find. 4) „Preis von Frankreich", 5000 Frkn., für Hengste und Stuten, die in Frankreich gezogen sind. 5) „Hürderennen", 1000 Frkn., sür Pferde einer jeden Art und Landes. Am zweiten Tag, Mittwoch, 8. Sept., werden folgende 5 Preise vertheilt: 1s „Preis von Karlsruhe" (Herren- reiten), 8000 Frkn., für Pferde jeder Art und jedes Landes, deren Eigenthümer aber dem Eroßherzogthum Baden angehören. 2) ,,Boule de Hacks" (Herrenreiter,), 500 Frkn., für untrainirte Pferde, die mindestens seit einem Jahr nur zu Spazierritt und Jagd gedient haben. 3) „Damenpreis" (Herrenreiten), 1500 Frkn., sür Pferde einer jeden Art und Landes. 4) „Preis der Stadt Baden" (Handicap), 4500 Frkn. , sür Hengste und Stuten eines jeden Landes. 5) „Hürderennen", 1000 Frkn., sür Pferde einer jeden Art und Landes. Am dritten Tage, Sonntag, 12. Sept., werden ebenfalls 5 Preise vertheilt: 1) „Preis von Sandweier", 1600 Frkn., für Hengste und Stuten des Continents. 2) „Preis von Eberstein", 2000 Frkn., für Hengste und Stuten, einer jeden Art und Landes. 3) „Großer Preis von Baden", 14,000 Frkn., für Hengste und Stuten einer jeden Art und Landes. 4) „Consolationspreis", 1500 Fr., sür Pferde des Continents, die in dem Rennen in Baden im Jahr 1858 gelaufen, aber keinen Preis erhalten haben. 5) „Hürderennen", 1500 Fr., sür Pferde eines jeden Landes und jeder Art. Anmeldungen sind in Baden zu richten an Hm. Sec- retär Autin, Villa Bcnazet. Die Oertlichkeit, welche für die Pferderennen ausgewählt worden, befindet sich bei dem Dorfe Iffezheim, zwei kleine Stunden von Baden, und ist die passendste, die aufzufinden war. Das Terrain, von gehöriger Ausdehnung, bildet da, wo die von Sandweier nach Iffezheim führende Straße die Rheinstraße durchschneidet, dm nordwestlichen Winkel, und ist ebenes, trockenes Wiesengelände. Bereits ist der Platz vermessen, die Rennbahn in einer Breite von 20 Bieter ausgefteckt, und die Stellen bestimmt, wo die nöthigcn Gebäulichkeiten erbaut werden sollm. Die letzteren sollen mit großem Aufwands ausgeführt werden, und darunter werden sich namentlich der sürstliche Pavillon und die große Tribüne auszeichnen, die zur Ausnahme von 1200 Personen bestimmt ist. Oberkirch, 15. März. Die in einem Artikel vom Badischen Oberlande gemeldete Verleihung der D.octorwürde — honoris causa — durch die Universität Freibürg au den dahier wohnbasten prakt. Arzt Hrn. Schneider erregte hier sogleich die freudigste Theilnahme. Es wurde aus diesem Anlaffe dem Gefeierten von seinen Freunden und den hiesigen Sängern gestern Abend zur Gratulation ein Fackelständchcn gebracht, wobei Letztere einige Gesänge vortrugen, tzr. vr. Schneider, von dieser Ueberraschung sichtlich ergriffen, drückte hieraus im geselligen Kreise in herzlichen Worten hiefür seinen Dank aus. Schopfheim, 17. März. (Oberl B.) Verflossenen Sonntag Abends wurde uns hier ein Genuß zu Thetl, den wir mit Recht gewiß zu den seltensten und köstlichsten zählen dürfen. Es gab nämlich Herr Lehrer Hermann von Atzenbach (gebürtig von Lautenbach, Amts Oberkirch) mit seinen beiden Söhnen, im Alter von sieben und fünf Jahren, im Gasthof zum Pflug dahier ein Concert auf Piano und Violinen, welches zahlreich besucht und durch die allgemeinste Anerkennung belohnt wurde. Denn welcher von den anwesenden Zuhörern wurde nicht von Staunen und Rührung ergriffen, als der Aeltere die Violine ergriff, um in reinen und gefühlvollen Tönen mit gewandter Präcision auf derselben Phantasten vor- zutragcn, wie man sie von einem siebenjährigen Knaben niemals erwarten durfte. — Welches Auge hing nicht mit Bewunderung und Freude an dem fünfjährigen Kinde, welches, von seinem Vater auf den Stuhl gehoben, seinen Bruder auf dem Piano sicher und fest begleitete, und dessen kleine Fingerchen auf demselben kaum die Tasten erreichen Konnten? — Wahrlich , Thränen der Rührung befeuchteten die Augen der Zuhörer, wenn man diese brüderlich jugendlichen Talente anstaunte, und unwillkürlich drängte sich uns der Wunsch auf: „möchte doch Gottes Segen diese lieben Kinder auf ihrer sernern Lebensbahn schirmen und begleiten, damit sie dereinst zur Freude ihrer Eltern, zur Ehre und zum Stolze ihres Vaterlandes jenes hohe künstlerische Ziel erreichen, wozu ihre wirklich genialen Leistungen und Hoffnungen jetzt schon berechtigen." — Auch den glücklichen Eltern gratuliren wir zu ihren hoffnungsvollen lieben Kindern, mit dem herzlichen Wunsche, uns dieselben bald wieder zuzuführen, um uns wiederholt einen Genuß zu verschaffen, den wir gewiß zu de« angenehmsten unseres Lebens rechnen werden. — Mannheim, im März. jMh.A) Mit dem Frühjahr regt sich die Wanderlust, und cs haben Diejenigen, die sie gerne fördern und zu ihrem eigenen Nutzen zu leiten suchen, jetzt schon mit Netz und Angel ihre Thätigkeit begonnen, um Ackerbautreibende, Schäfer und Handwerker mit allerhand Köder vom Vaterlande wegzulocken. Wir meinen hier zunächst die Agenten für die Auswanderung nach Brasilien, vor denen und vor der wir männiglich warnen. Größere Zeitungen haben diesem Gegenstände schon ausführliche Besprechungen mit Ansübrung von Tbatsacken gewidmet, woraus zur Genüge hervorgeht, daß die nach Brasilien wandernden Deutschen dort allen rechtlichen Schutzes entbehren, keineswegs „freie Ansiedler", sondern vielmehr nichts anderes wie förmliche Sclaven zu sein die Gewißheit haben. Württemberg. Zwischen Göppingen und Heidenheim, aus der Alb, sank am- 1. März der Postwagen, der sich bei der unentdeckbar gewordenen Staatsstraße seinen Weg während schauerlicher Schneestürme selbst suchen mußte, plötzlich in solche Tiefe, daß an ein Herausziehen nicht mehr gedacht werden konnte. Die vorderen beiden Pferde, durch den Sturm und das Einsinken scheu geworden, riffen sich los. die hintern mußten ausgespannt werden, und mit knapper Noth konnten Briefschaften und Gepäck von herbeigeholten Einwohnern aus Böhmenkirch dahin getragen werben. Der Wagen selbst mit etlichen andern, die gleichfalls verunglückten, steht auf dem Feld bis zur Laterne hinaus eingeschneit. Preußen. Unna in Westphalen, 14. März. (Koln.Z.) Darf ein Ehemann Briefe öffnen, die seine Frau an einen Dritten schreibt, mit welchem er ihr jeden Verkehr untersagt hat? Diese Frage kam gestern bei unserm Gerichte zur Sprache. In einem Scheidungsprozesse hatte der klägerische l Gatte einen Brief bcigebracht, welchen die Verklagte an Den 187 geschrieben hatte, mit welchem sie unerlaubten Umgang gepflogen haben sollte, und welchen der Gerichtshof als das erheblichste Ueberführungsstsick annahm. Weder der Sinn, noch die Urheberschaft, noch die Adresse konnten bestritten werden. Nachdem in der Sache selbst dem Anträge des Mannes gemäß entschieden und- die Ehe geschieden worden war, wurde auf Betreiben der für schuldig erklärten Partei gegen den ehemaligen Ehemann eine Untersuchung eingeleitet, weil er den fraglichen Brief, der nicht an ihn gerichtet gewesen, erbrochen habe. So erschien der frühere Kläger jetzt als Verklagter vor den Schranken. Er erklärte: 1) der Brief sei entsiegelt ihm durch einen Dritten behändigt worden; 2) aber auch, wenn er in den Befiß des verschlossenen Briefes gekommen wäre, so würde er sich unter bewandten Umständen für berechtigt gehalten haben, ihn auftumachen; denn unter Eheleute» gebe es kein Briefgeheimniß, und Niemanden gingen die Briefe einer Ehefrau mehr an, als gerade den Ehemann, besonders wenn die Frau eines verbrecherischen Treibens verdächtig sei. Der Gerichtshof erkannte aber nach einer längeren Berathung auf eine Geldbuße von 10 Thlrn. Man ist lehr gespannt, wie das Obergericht, an welches die Sache in zweiter Instanz gehen wird, erkennt. Es war übrigens meikwürdig, welche Theilnahme der Fall erregt hatte. Selten sah das Gericht eine so zahlreiche Zuhörerschaft, die selbst dann sich nicht entfernte, als Feuerlärm entstand.^ — Der Sturmwind der letzten Tage richtete in Köln einen Schaden von beiläufig 25,000 Thalern an Dächern und Fenstern an. Ebenso wird vom Ricderrhein, Thüringen, Schlesien u. s. w. von bedeutenden Verheerungen berichtet. Breme«, 13. März. Die Fabrik komprimirter Gemüse zu Offcnburg im Großherzogthum Baden hat nach ordnungsmäßiger Prüfung ihrer Fabrikate durch die Verproviantirungs- Commission von dem Senate die Konzession zum Geschäftsbetriebe erhalten. Wie man vernimmt, wurden die Fabrikate dieser Fabrik ganz besonders gut-befunden. In den Preisen ist sie notorisch die billigste. Frankreich. Marschall Castellane, Obercomman- dant der Armee von Lyon, erließ unter dem 14. d. M. folgenden Tagesbefehl Betreffs der Vorfälle zu Chalons-sur- Saone: „Am 6 . März, um 8 V 2 Uhr Abends, wurde der Posten aus dem Platz Beaune zu Chalons-sur-Saone von etlichen 30 Ausrührern überfallen. Sie faßten die Schildwache an der Gurgel und bemächtigten sich der an der Wand aufgebängten Gewehre, bevor die Soldaten Zeit hatten, sich vom Feldbette zu erheben. Nachdem sie sich von ihrer Ueber- raschung erholt, stritten der Sergeant und die Soldaten Leib an Leib mit den Aufrührern und nahmen ihnen 3 Gewehre wieder ab, welche der Sergeant laden ließ. In Anbetracht dieses ehrenvollen Kampfes, und daß der Sergeant Pichery sofort dem Platzcommandanten vom Vorgcsallenen Nachricht geben ließ, wird er vor kein Kriegsgericht gestellt werden, aber 30 Tage Gefängnißstrase zu erstehen haben; denn ein Soldat darf sich nie überrumpeln lassen. Der Obercomman- dant bezeugt seine Zufriedenheit dem Füsilier Devy vom 86 . Linieuregiment, der, obgleich von einem Pistolenschuß durch einen der Aufrührer bedroht, ihm nichtsdestoweniger sein Gewehr entriß und ihm einen Bajonnetstich versetzte. Die 30 Aufwiegler begaben sich sodann an die Brücke unter dem Rufe: „Es lebe die Republik! Zu den Waffen!" Aber die Einwohnerschaft Chalons' blieb taub bei diesen aufrührerischen Anreizungen. Der Platzcommandant, Bataillonsches Cretin, und einige Ossiciere des 86 . Regiments begaben sich an der Spitze der 12 Mann vom Rathhausposten im Sturmschritt nach der Brücke und nahmen den Empörern die geraubten 7 Gewehre wieder ab. Diese waren, ihre Ohnmacht erkennend, bereits aus die Hälfte zusammengeschmvlzen und ergriffen die Flucht. Vierzehn sind verhaftet und in der Hand der Gerichts; mehrere trugen Cürasse von Blech unter ihren Westen. Wenn eine unglückliche Ueberrumpelung statthatte, bewiesen die Truppen durch ihren Eifer, sie wieder gut zu machen, nichtsdestoweniger, daß die Ruhestörer die Armee stets bereit finden werden, jeden derartigen Versuch kräftig zu unterdrücken und dem Kaiser ihre gänzliche Hingebung zu bethätigen. Hauptquartier Lyon, 14. März 1856. Marschall v. Castellane.' - Mehr als 1100 Kaufleute und Einwohner von ChalonS-. sur-Saone übergaben der Präfectur folgende Protestation gegen den insurrectionellen Versuch vom 6 . März: „Chalons- fur-Saone, 7. März. Die Kaufleute und Bewohner Chalons', Herr Maire, protestiren energisch gegen den elenden Versuch, welcher gestern unsere Stadt so tief erschütterte. Der Angriff und die Ueberrumpelung eines Postens, in Zeiten des tiefsten Friedens so leicht erklärlich, durch eine Ärtte unbekannter Individuen, welche wir laut als Mitbürger verlang neu, entrüstete uns aus'S Höchste. Diese Entrüstung würde sich durch unzweideutige Beweise der Hingebung für die Ordnung und die Regierung bethätigt haben, wenn die Behörde izns ausgerusen hätte. Empfangen Sie, Herr Maire rc." Reisebilder aus der Schweiz. (August 1857.) VII. Seitdem die Eisenbahn von Bern bis Biel geht, wird dieser Weg sehr häufig der Route im Eilwagen über Freiburg in die Westschweiz vorgezogen. Auch wir wählten ihn, so erne wir auch Orgel und Drahtbrücke in letzterer Stadt be- chtiget hätten; denn in der Schweiz ist eine Fahrt im Eilwagen von einigen Stunden nichts weniger als angenehm. Der Wunsch nach. Vollendung des Schienenweges nach Frei- bürg ist daher allenthalben sehr lebhaft, man erwartet vielen Verkehr dadurch, und selbst die Stadt Bern erhält dadurch eine Veränderung, indem die Gegend um das Aarburger Thor, wohin der Bahnhof zu stehen kömmt, viel Leben erhalten wird auf Kosten der innern Stadt. Es ist darauf zu achten, daß man mit dem ersten oder dritten Zuge von Bern abfährt, da nur diese direkte mit den Dampfbooten influire». Wir benützten den zweiten um 8*/2 Uhr Morgens, und mußten in Herzogenbuchsec über 2 Stunden warten, was in einem kleinen Orte nicht gerade angenehm ist, wo es nichts Sehens- werthes zu beschauen gibt. Ein gerade stattfindcndes Schießen, deren man allenthalben in der Schweiz begegnet, führte viele Gäste herbei, die den einzig guten Gasthof „zur Sonne" so überfüllten, daß wir wenig Gehör fanden, als wir Mittag zu essen verlangten, und mit leerem Magen wieder abziehen konnten; denn auch auf dem Bahnhöfe war nichts Warmes zu bekommen. Restaurationen auf solchen trifft man wenig, und selten wird so lange mit den Zügen gehalten, um ordentlich speisen zu können; selbst kleine Erfrischungen.werden selten herum geboten, und übermäßige Preise für Obst, Kuchen, Wein, Bier u. dgl. verlangt. Nach Solothurn-Biel führt eine kurze Zweigbahn; die Stationen Znkwpl und Subigen. bieten nichts Besonderes; die Landschaft ist weit, aber einförmig. Solothurn, Hauptstadt des Cantons, mit über 5000 Einwohnern, an der Aar, ist die Residenz des Bischofi von Basel und eine der ältesten Städte diesseits der Alpen. Der Bahnhof berührt die Stadt sehr nahe und läßt einen Blick hinein werfen, der Manchen verleitet, sich ein wenig darin umzuschauen ; einiges Interessante bietet indessen nur das Münster. Sehr kleidsam fanden wir die Nationaltracht der Solothur- nerinnen, die auch sehr reiche Bürgerinnen nicht verachten. In der Nähe von Solothurn ist der berühmte Wcissenstein, wo man immer Kurgäste findet. Pensionspreis 4 Fr. Man soll hier eine umfassendere Fernsicht als vom Rigi haben, die Hochalpen in ihrer ganzen Ausdehnung sind zu sehen von den Bergjpitzen Tyrols dis zum Montblanc. Nach Berührung der Stationen Selzach, Grenchen und Pieterlcn gelangt man nach Biel, freundliches Städtchen am Fuße des Zura, der hier mit Weinpflanzungen bedeckt ist. Der sehr niedere Wafferstand erschwerte die Schiffsahrt auf dem Vieler Sec, der 3 y 2 Stunden lang und s /« Stunden breit ist. Er ist niedriger als der Ncuenburger See, dessen Gewässer ihm durch die Zihl zufließen. Auf großartige Landschaften kann er keine Ansprüche machen, aber anmuthige Ufer sprechen wir ihm zu. I. I. Rousseau, der 1765 nach seiner Vertreibung aus Genf hier 2 Monate auf der Petersinsel gelebt, verschaffte dem Vieler See einen Ruf, den man vielleicht anderwärts i mehr gerechtfertigt fände; in der Schweiz aber schaut mau ISS des Erhabenen zu viel, um für blos AnmuthigeS zu schwärmen. Später wurde Rousseau auch von hier durch die Herren von Bern ausgewiesen. Die Petersinsel, 2 Stunde» von Biel, hängt unter dem Wasser mit der kleinen Kaninchen- Insel und dem Jolimont zusammen; Weinberge und Obstgärten zieren seine Abhänge, und an den alten prächtige» Eichen weidet sich gerne das Auge. Bon Rousseau sind noch einige Erinnerungen vorhanden; Engländer landen nicht selten bei Duane, um im Schaffnerhaus Rouffeau'S Zimmer beschmieren zu können. I» der Nähe liegt Neuveville (deutsch: Neuenstadt), Städtchen am Fuße des Chafferal, der von hier in 3>/r St. oft bestiegen wird. Gegenüber am rechten Ufer der Zihl auf der Südspitze des Sees sieht man das Städtchen Erbach, an einem Sandstein-Ausläufer des Jolimont, der an dem Schilf leicht zu erkennen ist und dammartig in den See fast bis zur Petersinsel sich erstreckt; hier wird St. Jacquc sichtbar. Bei Hellem Wetter nehmen sich im Hintergründe die Hochalpen herrlich aus und erheben den Reiz der Landschaft. Ein ganz kleines Dampfboot, „l'Jrondel", dem Grafen von Pourtales gehörig, der in dieser Gegend noch viele Anhänger hat, kann bei niederem Wafferstand allein den Bieler See befahren. Auf seinem niederen Verdeck ist ein allerliebstes Cabinet angebracht, in dem man auch bei schlechtem Wetter geschützt ist Bei den Brücken legt es fein Kamin um, was wir hrer zuerst sahen. Die Fahrt auf dem Bieler See ging noch ordentlich, nachdem wir aber in die „Zihl" gelangten, kamen wir nur langsam vorwärts. Es ist dies ein Kanal, der den Bieler mit dem Neuenburger See verbindet Den Gebrauch der „Jrondel" möchte ich aber bei niederm Wafferstand allen Reisenden abrathen, ihr Fahrt mahnt an die weiland Postkutschen, jetzt beinahe nur noch in Spanien und einigen andern zurückstehenden Ländern gebräuchlich. — Nicht weit vom See erblickt man das neue Irrenhaus Presargier, von Hrn. v. Mcuron 1844 für 1Million Fr. erbaut und eingerichtet, und dem Canto» geschenkt: eine königliche Gabe! St. Blaise am Ufer des Sees liegt reizend da. (Fortsetzung folgt.) MiSceNev. Gegen die Fußgicht (Podagra) soll ein ganz einfaches Mittel sich probat zeigen. Ist sie im Anzug, so nehme man rohes, noch warmes Rindfleisch von einem frischgefchtachtetcn Rinde, schneide e« in breite dünn« Streischen und lege diese auf die kranken Theile des Leidenden. Alle 4—5- Stunden muffen neue Fleifchstückchen aufgelegt werden. Binnen 24 Stunden sollen di« Schmerzen gehoben fein. Die Krankheiten nach Ständen hat Pater Abraham » 8t. Clara also benannt: Kaufleute haben insgeheim die Gelbsucht, Advokaten starben an Herzensverhärtung, Studenten verzehrt da- Faulfieber, junge Leute überhaupt leiben an Kurzsichtigkeit und Harthörigkeit, Weinwirthe haben meist die Wassersucht, Schuldner leiden an man- cheriei Lähmungszustänben, Geizhälse am Chiragra (Handgicht). (Ein Weihnachtsgeschenk.) Ein Berliner Kaufmann fordert von seinem Buchaltcr, der in diesem Monat aus seinem Geschäft getreten ist, das demselben zu Weihnachten bescheerte Geschenk zu- rück. Der Buchhalter aber hat geantwortet: „Geschenkt ist geschenkt," und sei» Er-Principal will ihm nun die gerichtliche Er- kenntniß beibringen, daß Geschenke innerhalb eines bestiuimten Zeitraumes gesetzlich zurückverlangt werden können. Vergebens hat der Verklagte sich erboten, dem Kläger di« von demselben angestellte Klage — zu schenken! Als Kuriosum wird der Weim. 3. aus Gotha mitgetheilt, daß «in Schneidermeister in dem Städtchen Waltershausen in dem Wochenblatt- bekannt gemacht, daß er diejenigen seiner Schuldner, die ihn binnen einer gewissen Frist nicht befriedigt haben würden, meistbietend verauktioniren und deßhalb dann das Verzeichniß der Säumigen zu Jedermanns Ansicht auslegen werde. Ein Gläubiger, wie e« wenige gibt, wollte neulich in Begleitung eines Ererutors die Mobiliar- und Personalereeution gegen einen armen Handwerker vollstrecken lassen, fand aber eine so drückende Armuth und eine so grimmige Kälte, daß er nicht nur für sein» Rechnung Holz holen ließ, um die Stube zu erwärmen, sondem seinem Schuldner, anstatt die 10 Tbaler der Schuld zu beanspruchen, noch weitere 26 Thlr. vorschoß, um den armen, aber braven Handwerker in Stand zu setzen, seine Arbeit wieder aufnehmen zn könne». Calisornien ist das Land der Wunder und der Schätze; es gibt Gold, Silber, Kupfer, Eisen, Antimon, Zinober, Borar, Kali, Marmor, Schwefel >e. Jetzt soll auch sogar ein gläserner Berg in der Grafschaft Napa, der mineralreichsten von alle«, entdeckt worden fein. Besagter Berg liegt im Osten des ThaleS, etwa 18 Meilen von der Stadt Napa. Er steht einzeln und erhebt sich bi« zu einer Höhe von ungefähr 866 Fuß; sein Umfang a» der Basis beträgt 2*/i Meile. Auf seinem Gipfel finden sich reichliche Mengen glasiger Substanzen von dunkler Farbe, wie gewisse Flaschen zur Aufbewahrung von Getränken. Man hat Bohrungen angestellt und gefunden, daß der ganze Berg aus einer homogenen glasigen Masse besteht, welche am Feuer wie gewöhnliches Glas schmilzt und eine große Durchsichtigkeit erlangt. Mehrere Proben sind nach den Bereinigten Staaten und England geschickt worden, wo sie untersucht werden sollen, um zu sehen, ob die Masse zu irgend einem industriellen Zwecke brauchbar ist oder nicht. Im Kaukasus ist seit Menschengedenken nicht so viel Schnee gefallen, al« in diesem Winter. Da« Dorf Sabakinia bei KutaiS wurde ganz verschnrit, 12 Häuser stürzten unter den Schneemaffeo eia und erschlugen 17 Menschen. Aehniiches ereignete sich in vielen andern Dörfern. «Dffenburgrr /ruchthallr. Markt vom 20. März 1858. Frucht- Gattung. Ein- geführt: Ausgestellt vom letzten Markt: Verkauft: Mittelpreis per Malter. Bleibe» ausgestellt: Malter. «aller. Maller. s. kr. I Maller. Warzen. . . 257 255 11 20! 2 Kernen . . . — — i halbwaizen. 58 13 69 10 10 2 Korn .... 4 _ 4 9 50 , — Haber . . . 67 10 71 6 19 ! 6 Gerste . . . 85 6 91 7 40 — Welschkorn . 4 19 4 8 10 JL. 485 48 504 29 Da« Markig er lcht. Theater in Vffenburg. Dienstag dm 23. März 1856. Vorletzt Vorstellung: 'S letzt' Fenstert. Alpenscene von Seidl. Musik von Hos- kapellmeister Lachner. Dann folgt: Die Brandschatz«»-. Lustspiel in 1 Act von Kotzebue. Zum Schluß: Drer Jahr« nach dem letzte» Fensterl. Alpenscene von Seidl. Musik von Hoskapellmeister Lachner. Donnerstag dm 25. März. Schlußvorstellung: Gustav Adolph, der große Schwedenkdnig, in Mün» chen. Historisches Schauspiel in 5 Acten und einem Vorspiel von Barth. Zu den beiden letzt« Vorstellungm ladet höflichst ein: Ed. Wolff. Verantwortlicher Redacteur: Z. Otteni. — Druck und Verlag der Buchdrucker»» von I. Otteni L Sohn.