er Ortemmer Hott. Verkündigungs-Blatt für die Amts- und Amtsgerichts - Bezirke Offenburq, Oberkirch, Achern, Rhein- Bifchofsbeim, Kork, Gengenbach, Haslach und Wolfach. M 6. Offenburg, den 21. Januar 1859. Bekanntmachungen. Oberkirch. (Verlegung einer Sägmühle betrffd.) Nro. 288. Holzhändler Michael Huber von Petersthal will die von Karl Kimmig erworbene Sägmühle auf sein Eigrnthum unterhalb der Mülbcnbrücke zwischen der Rench und der Landstraße verlegen, und da durch Wasserzuleitung aus der Rench betreiben. Etwaige Einsprachen sind binnen 14 Tagen dahier geltend zu macken. Oberkirch, den 4. Januar 1859. Großhcrzogliches Bezirksamt. S a u r. Oberkirch. (Die Verpflichtung eines Vormunds betr.) Nro. 323. Anton Bruder von Stadelhofen wurde heute alö Vormund für die entmündigte taubstumme Christine Hund von Haslach verpflichtet. Oberkirch, den 5. Januar 1859. Großherzogliches Bezirksamt. S a u r. Kork. No.501. Der im Jahr 1852 mit Staatöcrlaubniß nach Amerika ausgcwandcrte Georg Schäfer von Frei- stctt hat um Auüfolgung seines Vermögens gebeten. — Etwaige Ansprüche hieran sind in der auf Mittwoch den 23. d. M., Morgens 9 Uhr, angcordnetcn Tagfahrt dahier auzumeldcn, widrigenfalls obigem Gesuche stattgegcben würde. Kork, den 13. Januar 1859. Großherzogliches Bezirksamt, v. Hunoltstein. Kork. (Holzlieferung.) Nro. 210. Die Lieferung von neun Klafter» guten buchenen Scheiterholzes für das AmtsgerichtS-Gcfängniß dahier ist zu vergeben. Angebote sind binnen 14 Tagen portofrei bei Unterzeichneter Stelle cinzureichcn. Kork, den 14. Januar 1859. Großherzogliches Amtsgericht. Hcyd'wciler. Offen bürg. (Zurückgekommene Briefe.) Die Aufgeber nachstehender, dahier zur Post gegebenen Briefe, die als unbestellbar zurückgekommen sind, werden zu deren Rückcmpsang, gegen Entrichtung der darauf haftenden , Nachmittags 2 Uhr, im Rathhause dahier einer nochmaligen Versteigerung auS- zcfetzt, wozu die Jagdlicbhaber eingeladen werden. Weier, den 17. Januar 1859. Der Gcmeindcrath. G a ß. v lungen zu beziehen, in Offenburg vorräthig in der Fr.Braun'schen Buchhandlung ( Curl Gutsch): Recepte für liebende und verliebte Jünglinge und Männer. Ein practischer Rathgeber für liebe- und hciraths- lustige Herren; ei» Schatzkästlcin für Väter heirathöfähiger Söhne. Preis 45 kr. Recepte für liebende und verliebte Mädchen und Frauen. Ein practischer Rathgebcr für liebe- und heiraths- lustige Damen; ein Schatzkästlein für Mütter K hcirathSfähigcr Töckter. E Preis 18 kr. U 121 Ober kirch. (Geld auszuleihen.) Im hiesigen Cpitalfond sind. 2000 st. „ „ Heiligcnfond . 1200 fl. „ „ Baulastcnfond . .. 800 fl. „ M. Schrempp'schen s-tiftungsfond 700 fl. sodann Privatgcld . 1000 fl. „ Pflcgschaftsgeld ....... 450 fl. gegen gesetzliches Unterpfand auszuleihen. . Berrcchncr Z a ch m a n n. 41 Französische Feuerversicherungs-Gesellschaft des „Phönix". Bei der am 4. November d. I. im Hotel der Gesellschaft ru« de Provence No. 40 in Paris stattgehabten Generalversammlung der Actionäre ist denselben der halbjährige Rechenschaftsbericht über den Stand der Gesellschaft auf den 30. Juni 1858 vorgelegt worden. Es zeigt derselbe, daß die durch den französischen Phönix versicherte Summe, abzüglich der erloschenen und an- nullirten Gefahren, sich an jenem Tage auf Fünf Milliarden und dreihundertscchsundsechzig Millionen Franken belief. Die seit dem Bestehen der Gesellschaft vom Jahr 1819 an 59,785 Versicherte bezahlten Brandschäden erreichten die Summe von 66,478,531 Franken und 74 Centimes. Der durch die Gesellschaft bis daher gebildete Reservefond beträgt 3,300,000 Franken. Rechnet man zu dieser Special-Garantie das bekannte, höchst bedeutende Gewährleistungskapital von Viertausend gänzlich realisirten Acticn und die vom 1. Juli 1858 bis 30. Juni 1859 und folgende Jahre fällig werdenden Prämien, welch' letztere allein über 22,200,000 Franken betragen, so zeigen obige Angaben, in welch' hohem Grade sich die Gesellschaft des allgemeinen Zutrauens erfreut; sie verdankt dies ihren soliden Grundsätzen und streng rechtlichem Benehmen bei Brandfällen. Wegen Verstcherungsvorschlägen sowohl für Mobilien, als für das laut 8 9 des Feuerversicherungsgesetzes vom 29. März 1852 durch Privatgesellschaften versicherbare eine Fünftel des Gebäudewerths beliebe man sich an die bekannten Herren Agenten zu wenden, und die Unterzeichnete Generalagentur wird sich die prompte Ausfertigung der Versicherungsverträge besonders angelegen sein lassen. Neufreiftett, den 10. December 1858. Die General-Agentur. Huth & Comp. Wir geben vorstehenden, höchst intercsianten Rechenschaftsbericht einer durch Bedeutendheit der ihr zu Gebot stehenden Mittel, durch Solidität in ihrem Verfahren und durch Pünktlichkeit in Erfüllung der von ihr cingegangenen Verbindlichkeiten gleich ausgezeichneten Gesellschaft der Kcnntniß der so zahlreich dabei Bctheiligten, und empfehlen uns bei diesem Anlässe zn neuen Aufträgen sowohl, als zu Anmeldungen zur Deckung des laut 8 9 des Feucrversicherungsgeseyes vom 29. März 1852 durch Privatgesellschaften versicherbaren ein Fünftels des Gebäudewerths bestens. $■ £ Rührer in Offenburg > für Offenbura rvm. Fink in Griesheim l ' ur ^sfenourg. S. Dock in Gberkirch für Oberkirch. C. Kund in Achern für Achern. Wm. Durger in Zell a. K für Gengenbach und Haslach. Wm. Rösch in Schiltach für Wolfach. [2] Wolfach. (Geld auszuleihen.) Vom hiesigen Ikirchen-, Pfarr- und Mcßnerhausbaufond werden bis 31. Jänner 1859 —:• 2000 fl. anderwärts gegen erste Versicherung zu 4 pEt. ausgeliehcn. Baufondsvcrrcchnung. Feger. Geld auszulcihen. In der Gemeinde Löchcrberg, Amts Oberkirch, liegen 5000 fl. f Pflegschaftsgeld gegen gerichtliche Vcrsichc- _ ' rung zu 4 Procent theilweise oder im Ganzen zum Ausleihen parat. — Nähere Auskunft hierüber er- rheilt das Bürgermeisteramt Ibach. ils Kehl. (Geld auözuleihcn.) Der Unterzeichnete hat 397 fl. Pflcgschaftsgcld gegen gerichtliche Versicherung zu 5 pEt. auszulcihen. Friedrich Lind, Schneidermeister. ril Öen genbad). (Geld auszuleihen.) Amand Fäßler in Gengenbach hat 800 fl. Pflegschaflögeld gegen gesetzliches Unterpfand im Ganzen oder theilweise auszulcihen. 13J Berghaupten. (Geld auszuleihen.) Der hiesige Heiligensond hat 500 fl. zu 4 Proccnt auf gesetzliche Versicherung auszuleihen. Verrechner Benz. Hofweier. (Geld auszuleihen.) Im Armenfond dahier sind 600 fl. zum Ausleihen auf gesetzliches Unter Pfand parat. Rechner Ott. [2J Offenburg. (Geld auszuleihcn.) Schneidermeister Martin Schwarz hat 500 fl. Pflegschaftsgeld gegen Obligation auszuleihcn. Griesheim. (Geld auszuleihcn.) Vom hiesigen Pfarrzchntkapital sind 300 fl. zum Ausleihen gegen Obli. gation bereit. Zehntrechncr Bahr. rU Strohbach, Amts Gengenbach. (Geld aus- zulcihen.) Karl Zapf in Strohbach hat 2)50 fl. Pflcgschaftsgcld zum Ausleihen auf gesetzliche Versicherung zu 4 pEt. parat. Osfcnburg. (Geld auszulcihen.) I. I. Castell dahier hat gegen gerichtliche Versicherung in 2 Abtbei- lungcn 525 fl. und 200 fl. Pflegschaftsgeld auszulcihen. Geld auszuleihcn. Cs sind circa 84 fl. Pflcgschaftsgcld auszulcihen, worüber die Rcdaction d. Bl. nähere Auskunft ertheilt. I3s O f f c n b u r g. (Geld auszuleihen.) Küfcrmcistcr Veiser hat 800 bis 1000 fl. Pflcgschaftsgcld zu 4'/. Procent gegen gesetzliches Unterpfand auözuleihcn. H o f w e i e r. (Geld ariszuleihen.) Joseph Bauert in Hofweier hat 300 fl. Pflegschaftsgeld gegen gesetzliche Versicherung auszulcihen. 42 ft] Nußback, AmtS Obcrkirch. (Geld auszuleihen.) Die Unterzeichnete Verrechnung hat 3000 fl. zu 4 ‘/ 2 Pro- ccttt gegen vorschriftsmäßige Pfandverschreibung im Ganzen oder theilwcise auSzulerhcn. Die HciligcnfondS - Verrechnung. K i r n. >3] Herzthal, Amts Oberkirch. (Geld auszu- Icihen.) Georg Benz in Herzthal hat 100 fl. Pflegschaftsgeld auf gesetzliches Unterpfand oder sichere Bürgschaft zu 4Va Procent ausznleihen. [8] Unterucffeltieb, Amts Oberkirch. (Geld ausznleihen.) Bei Karl Dienert in Untcrncffelried liegen 420 fl. Pflegschaftsgcld zu 4V- Procent auf Obligation oder sichere Bürgschaft zum Ausleihen hcreit. 12] O f f c n b u r g. (Geld anözuleihcn.) Es liegen 400 fl. Pflegschaftsgeld zum Ausleihen gegen gesetzliches Unterpfand bereit. Näheres zu erfragen bei Mar Wild. Oedsbach, Amts Oberkirch. (Geld ausznleihen.) Der Unterzeichnete hat 400 fl. Pflcgschaftsgeld zu 4'/2 pCt- gegcn gesetzliche Versicherung zum Ausleihen parat. Philipp B i t s ch. ft] Waltersweier. (Geld ausznleihen.) AuS dem hiesigen Heiligenfond können 250 fl. und ans dem Baulastenfond 150 fl. zu 4 V-,Procent gegen vorschriftsmäßige Pfandurkunden dargeliehen werden. Verrcchner Kasimir Schmidt. 13] O b e r w o l f a ch. (Geld ausznleihen.) Heinrich Wigand, Afterpfleger des Johann Groß, hat 410 fl. Pflcgschaftsgeld zu 4 Procent gegen gesetzliches Unterpfand auszulcihcn. 13] Offen bürg. (Geld auszuleihen.) Joseph Hahn hat 140 fl. Pflegschaftsgeld gegen Obligation ausznleihen. 13] Altenheim. (Geld ausznleihen.) Vom hiesigen Pfarrzchntkapital können auf den 1. März d. I. 3000 fl. gegen vorschriftsmäßige Versicherung dargeliehcn werden. Pfarrzehntrcchncr Roth. Schon seit einigen Tagen hört mair da und dort, daß die Zuckerpreise wieder schritt die Höhe gegangen sein sollen, und zwar in Folge des Brandunglücks in Waghäusel, was sich zwar wohl denken läßt, mir aber fast unerklärlich ist, denn in Renchen ist ja noch eine Quelle, wo man das Pfund schönen Zucker zu 20 kr. kauft. Rathen würde ich zwar einem Jeden, zu diesem Preise recht einzukaufen. N. 9!. Tagesgeschichtliche Mitthciluugcn. Baden. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnäoigst geruht: dem Amtmann Saur in Obcrkirch und dem Amtmann Lciblcin in Bonndorf den Eharakter als Oberamtmann zu verleihen. Rastakt, JO. Jan. Die Nachricht, daß Se. Königl. Hoheit der Großherzog unferm Herrn Stadt-Director Sckaible das Ritterkreuz des Zähringer-Löwen-Ordens zu verleihen geruht haben, ist hier überall mit Freude anfgenvmmen worden. Dem würdigen Beamten wurden alsbald von Seiten der obersten Militärbcbörden, des Gcmcindcrathö, des Lycenms re. Glückwünsche abgestattet. Oberkirck, 18. Jan. Die Ernennung unseres Ämtovorstandes Saur zum Oberamtmann hat bier, wie im ganzen Amtsbezirk den freudigsten Anklang gefunden. Im Gefühle der Freude hierüber und zugleich auch des Dankes für die Verdienste, welche sich derselbe namentlich um Hebung der Gemcindehaushalte deS Bezirks erworben hat, wurde ihm gestern Abend ein solenne» Fackelständchen mit Musik und Gesang gebracht. — Die junge evangelische Gemeinde in Obcrkirch feierte am 26. Decbr. v. I. das Jahresfest der Eröffnung ihres von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog genehmigten Privat-Gottesdienstes. Die Versammlung war, wie immer, sehr zahlreich besucht, und die Herzen aller Anwesenden belebte das gleiche Gefühl der Freude und des DankeS; der Freude, daß der Gottesdienst gestattet wurde und besteht, und des Dankes, daß ihm auch die fernere Dauer gesichert ist. Es haben nämlick im Laufe des verflossenen Jahres verschiedene Wohlthäter verschiedene Gaben zur einstigen Erwerbung eines eigenen Bctsaales geschenkt: am reichlichsten flössen dieselben aber in den letzten paar Wochen, indem der Frankfurter Gustav-Adolph-Verein 100 fl., der edle, im Wohlthun unermüdliche Bankier Wilh. Metzler nebst einem Freunde 50 fl., und unser Großh. evang. Obcrkirchenrath aus der Diasporakollekte des Neformationssestes 1000 fl. zu dem vorhin genannten Zwecke widmeten. Nächstdcm fehlte es auch nicht an Zuschüssen sür das laufende Bedürfniß, unter denen wir jenen des vaterländischen Gustav-Adolph-Vereins mit 100 fl. und abermals eine Gabe von Bankier Metzler mit 25 fl. hervorhcben. Haslach, 14. Jan. Vor einigen Tagen wurde dem Brigadier I. Saur dahier die ihm von Sr. Kön. Hoheit dem Großherzog in Anerkennung seiner vicljährigen und treuen Dienstleistungen verliehene silberne Verdiciistmedaillc durch den Hrn. Oberamtsrichter dahier in feierlicher Weise überreicht, wobei Letzterer in einer kurzen Ansprache an den Dekorirtcu auseinandersetzte, daß unser erhabener Landesfürst überall das Verdienst würdigen und zu belohnen wisse, und daß der Dekorirte hiernach fortfahrcn möge, seinen Pflichteifer, seine Berufstreue und Anhänglichkeit an Sc. Königl. Hoheit und Höchstdesscn Haus zu bcthätige», sich zur Ehre und zum aufmunternden Beispiel sür seine Untergebenen. Kehl, 15. Jan. Seit einigen Tagen beobachten wir die ungewohnte Erscheinung, daß aus Frankreich for- lenc Schwellen für die Pforzheim-Mühlacker-Bahn Angeführt werden. Dem Vernehmen nach hat eine Straßburger Holzhandlung die Lieferung von 12,000 Stück übernommen, und zwar, bei vorzüglicher Waarc, zu einem Preise, der bei den von Inländern gemachten Forderungen mitbewerbcn konnte. Eine solche Thatsache spricht gewiß am deutlichsten für die große Nachfrage nach unfern Schwarzwälder Hölzern, die jedenfalls den Vortheil weit billigerer Verführung jenen aus dem Hagenancr Forst gegenüber gehabt hätten. Kork, 16. Jan. Die kürzlich erschienene Nachricht über das so ungünstige Resultat einer dahier ftattgchabtcn Liegcnschaftösteigerung bedarf der Ergänzung dahin, daß der Verkäufer um den angegebenen äußerst niedrigen Preis feine Güter nicht losgescklagen hat, seither aber höhere Nachgcbote geschehen sind, überhaupt bei seither abgc- haltencn Licgenschaftsstcigcrnngen ein derartiges ungünstiges Ergcbniß nicht wieder vorgekommen, und also, wie früher erwähnt, aus diesem einzelnen Falle auf ein so enormes Linken der Güterprcise nicht geschlossen werden kann, sowie daß der Grund hievon an dem augenblick- 43 sichen Mangel an Kauflust zu suchen ist. Immerhin bildet eö aber ein Gegenstück zu einem vor anderthalb Jahren in einem Orte des Amtsbezirks vorgekommcnen Fall, wo von einem Bauern für e i n Viertel Acker 1000 fl. bezahlt wurden und der Käufer dabei erklärte, er habe Geld genug zu Hause und wisse es nicht besser anzuwenden. Lichten au, 13. Jan. Der brave, thätige Bürger und Ochsenwirth Trinnus, welcher ein krankes Pferd hatte, wurde vorgestern, als er dasselbe verbinden wollte, durch einen Schlag auf den Unterleib derart verletzt, daß er heute Mittag 3 Uhr daran verschied. — In Betreff des durch den Brand in Waghäusel «mgcrichtcten Schadens bringen die badischen Blätter verschiedene Angaben. Die Mannh. Blätter schätzten ihn auf 000,000 fl., nach neuern Angaben soll er sich nur auf 200,000 fl. belaufen. 25 — 30000 fertige Brode. wurden ein Raub der Flammen, Nach dem Mannh. Anzeiger wurden auch Bucher'sche Löschpatronen angcwcndet, die sich gut bewährten. annheim, 12. Jan. Ein merkwürdiges Stück Vieh, eine Kuh, Rigirasse, ein wirkliches Schaustück, wurde heute von einem hiesigen Metzger vom Leben zum Tode gebracht. Die vier Thcile derselben, ohne Haut, Eingeweide und Fett, wogen 13 Ctr., was im lebenden Zustand auf ein Gewicht von 20 — 21 Ccntnern schließen läßt. Sie wurde in Monsheim (hessische Rheinprovinz) von einem dortigen Oekonomcn Namens MeUingcr, der sich durch Zucht schweren Viehes auszeichnet, gemästet und für 300 fl. an den Mannheimer Metzger verkauft. Die Länge derselben von der Stirne bis zur Schwanzwurzel betrug 8 Vj Fuß und der Umfang über den Bauch % rchhci m, A. Ettlingen, 14. Ja». Ein hiesiger Bürger, Gcmcindcrath Blich. Bätz, schlachtete kürzlich ein Schwein (Eber-Barg), welches das erstaunliche Gewicht von 610 Pfund hatte. Beiläufig sei hier bemerkt, daß musterhafte Pflege dieses außergewöhnliche Ergebniß zur Folge hatte, wie denn Gcineinderath M. Bätz überhaupt ein "tüchtiger Laudwirth und Viehzüchter ist, und unsere Gemeindezustände schon manche Besserling durch sein Beispiel und Vorbild erfahren haben. Hessen. D a r m st a d t, 9. Jan. (F. Pz.) Die Besoldungen der Volksschullehrcr sind in neuerer Zeit nicht nur dadurch erhöht worden, daß die Staatskaffe in höherem Blaaße beisteuert, als früher, sondern and) dadurch, daß die Gclneinden bei der iinmcr inehr erstarkenden Ueberzeugung von der Wichtigkeit des Schulunterrichts und der Rothwcndigkcit der Hebung des LehrcrstandcS mehr und mehr darauf bedacht sind, die Lage der Lehrer zu verbessern. Die StaatSrcgierung unterstützt nachhaltig solche Bestrebungen. So hat der Magistrat der Stadt Alsfeld in Oberhcssen bei Anlaß des treulichen Landcö- sestes den 6 Lehrern der städtischen Schulen ein Geschenk von 650 Gulden gemacht. Preußen. Berlin, 12. Januar. (D.A.Z.) Der Prinz-Regent hatte vorgestern mit dein gegenwärtig hier anwesenden diesseitigen Gesandten am französischen Hofe, Grafen v. Hatzfeld, eine fast dreistündige Unterredung. Was die Beziehungen zwischen dem hiesigen und dem Pariser Kabinet anbclangt, so sind dieselben durchaus befriedigender Art. Auch wird versichert, daß die gegenwärtige Stellung der Großmächte zu einander keinen thatsachlichen Grund zu der Besorgniß darbiete, als ob eine ernstliche Störung der gegenseitigen friedlichen Haltung ciutretcn könnte. Aus die Erhaltung dcS europäisches Friedens scheint daS gemeinsame Streben der Großmächte gerichtet zu sein. Oesterreich. Wien, 10. Jan. (F.J.) Die miki- tärischen Maaßregeln, welche die Regierung so eben für die italieilischcn Provinzen angeordnet hat und die fast schon vollzogen sind, sind keine kostspieligen Rüstungen. Man verlegt mobile Truppentheile aus einigen Theilcn der Monarchie in einen andern, das ist Alles. Von außerordentlichen, großen Ausgaben, welche dadurch dem Staate verursacht würden, kann also keine Rede sein. Ob die nach den italienischen Provinzen geschickten Truppen dort oder in andern Theilcn der Monarchie verpflegt werden, kommt auf Eines hinaus; der Transport derselben aber auf den Eisenbahnen stellt nur höchst unerhebliche Anforderungen an daö Ausgabenbudget des Kaiser- ftaats. Die Truppensendungen nach den italienischen Provinzen können darum nicht als ein auf die Kredit- Verhältnisse ungünstig cinwirkendes Moment betrachtet werden. Daß sie den Zweck, dem revolutionären Getreide einer von Piemont unterstützten Fraktion nachdrücklichst ein Ende zu setzen, erreichen werden, wird kein Praktiker bezweifeln, und somit sind sie nur geeignet, das Vertrauen in den Stand der Dinge zu befestigen. An eine Einmischung Frankreichs zu Gunsten eines piemontcsischen Propagandakriegs glaubt kein Einsichtiger, und wohl dürste die imponirende militärische Haltung Oesterreichs in seinen italienischen Provinzen auch dazu dienen, dir erhitzten Köpfe zu Turin etwas zu beruhigen. In wenigen Tagen werden 150,000 Mann in den italienischen Provinzen stehen. Schweiz. Der Große Rath von Schaffhausen hat am 10. b. mit allen gegen 1 Stimme den Eisenbahn- Vertrag mit Baden vom 30. Dec. 1858 genehmigt. Die Schaffhauser hoffen wohl nicht vergebens, daß auch die Bundesversamiulung die Ratifikation ohne Anstand er- thcilen werde. Frankreich. Paris, 11. Januar. Wie man versichert, hat der Kaiser die HH. v. Rothschild und Pereir« zu sich entbieten lassen, sich persönlich bei ihnen über die aufgeregte Haltung der Börse beklagt, und ihnen Muth zugesprochcn, da sie besonders stark in Oesterreich engagirt sind. Der Kaiser soll dabei gesagt haben: „Es kommt zuweilen zwischen Brächten zu unvermeidlichen Plänkeleien; doch zwischen diesen Plänkeleien und dem Kriege liegt noch ein Abgrund.' So viel ist jedenfalls gewiß, daß die französische Nation den Krieg nicht will, zumal einen italienischen, bei dem Nichts zu gewinnen, oder gar einen europäischen, bei dem Alles zu verlieren ist. K o l m a r, 11. Jan. Das heutige allgemeine Tagesgespräch bildet die auf Ansuchen des Großh. Badischen Kommandanten in Kehl angcordnete und durch den Hrn. Präfekten deS Obcrrhcinö stattgchabte Arretirung des flüchtigen, dahier seit 15 Tagen in der Behausung dcS Pfcifenfabrikanten Dörr heimlich versteckt gewesenen Paul Beierle auS Bruchsal, welcher bei dem vor 4 Wochen in der Großh. Domänenverwaltung daselbst stattgcfundenen Kaffenfturze sich niit einem Defizit von 2200 fl. entfernt, nachdem er vorher noch, im letzten verzweifelten Augenblick, durch einen kühnen Griff in die aus Versehen offen gebliebene Kaffe sich 500 fl., die nöthigcn Reisemittel, angceignct und der gerichtlichen Verfolgung seither sich entzogen haste. Der Hauseigcnthümer Dörr verbarri- 44 kadirte vor den eindringenden Gendarmen und Polizeiagenten den Eingang; cs ging daher lebhaft dabei her. Beicrle entsprang, wurde aber verfolgt und bald hinter Schloß und Riegel gebracht; von der fehlenden bedeutenden Summe Geldes fand man nur noch wenige Franken bei ihm. So ist eö denn, Dank dem umsichtigen und raschen Handeln der beiderseitigen Behörden, gelungen, den leichtsinnigen jungen Menschen, welcher in so unverantwortlicher Weise das in ihn gesetzte Vertrauen seiner Obern mißbrauchte, der strafenden Justiz zu überliefern, hoffentlich sich selbst zur späteren Besserung und Andern zum warnenden Beispiel. Offenburg, 18 Januar. Kaum hat das Jahr 1859 die Runde begonnen, Freud' und Leid aus Erden auszustreueii, und schon müssen wir mit tiefer Wehmuth sehen, wie es Trauer, zweige zweien uns werthgeschätzten Familien ausgetheilt, wie cs zwei Biedermänner im wahren Sinne des Wortes von hinnen gerufen. Wir meinen den am 15. d.M. Hingeschiedenen Hrn. Kauf» mann Franz Sligter und seine» am 16. auf der Todesbahn ihm folgenden Nachbar, Hrn. Thierarzt Karl Ritter. Beide deckt nun die kühle Friedhofscrde. Aber warm schlägt ihrem Angedenken nach wie vor manche Brust, der es weiter noch vergönnt ist, vielleicht^uch nur noch eine kurze Spanne Zeit, fortzuschlage», und im Segen bleiben die Namen Derer, die in ihrem Leben ein Jeder »ach seinem Berufe gewissenhaft und redlich gestrebt und gewirkt. Herr Franz Sliglcr war ein Ehrenmann! Tüchtig und sorglich im Geschäfte, offenen edlen Charakters und mit der Hauptader des Herzens den vaterländischen Interessen, wie denen unserer Vaterstadt seine regen Spmpathien leihend, erwarb er sich die Hochachtung und Zuneigung Aller, die ihn kannten. Im Kreise seiner Freunde, an fröhlicher Stätte, wo die Geselligkeit das munter flatternde Banner hochhielt, da war er ei» lieber, immer heiter gestimmter GeseUfchafler und gar manchmal erklang zu seiner Lust selbst bis zum »ergänze- neu Spätjabrc »och sein Lieblingslicd: „Es war ein König in Tbule", wobei er wacker mitsang und jubelte, daß es für anwesende jüngere Leute eine wahre Freude war. Wem konnte nun der Gedanke in Sinn kommen, daß feiner, wie es schien, kerngesunde, kräftige und lebensfrohe Mann so bald aus unserer Mitte scheide» müßte. Doch des Menschen Kraft ist eben vergänglich, schnell gebrochen, wie der Weltcrsturm die himmelhohe Tanne zu Boden wirft und der Blitzlchlag die mächtige Eiche aus ihren Festen zu rütteln vermag. Uno dem Winke, der in's Jenseits deutet, vermag des Menschen Wille nicht zu widerstehen. — Friede Stigler's theurcr Alche! Neben seiner Ruhegrust liegt nun, sonderbar genug, auch die irdische Hülle seines Nachbarn Karl Ritter gebettet. Weithin im Lande bekannt als ausgezeichneter Thierarzt, pflichtgetreu und eifrig im Berufe bis zum Lebcuöendc, wird sein rasches Hinscheiden von Vielen, ja von sehr Vielen lebhaft bedauert. Aus allen Orten des Oberamtsbezirks bekundete sich die Theilnahme an dessen Lcichenconkucte, den» Vielen, rst Herr Ritter durch eine lange Reihe von Jahren hindurch der Mann des unbedingten Vertrauens geworden. Mancher wird noch eine geraume Weile das leichte Gefährt mit dem treuen Schimmel aus den Straßen missen, das den immer freundlichen und gulmülhigen, so recht gemüthlich das Ulmerpfeifchen schmauchenden Thierarzt Ritter von Ort zu Ort brachte. Und wie >oar er da so lculscttg, wie wußte er so gut mit den Leuten umzugehen, wie zeigte er sich so theilnehmend an dem dem Elncn oder Andern begegneten Unglücke! Aber auch ihm schlug ganz unerwartet und noch allzustühc das TodeSstllndlein. TagS zuvor hat ihm »och in der trauten Stube, in die er durch die seit einigen Tagen ihn befallenen Drustleiden gebannt war, ganz behaglich das Pfeifchen ge- mundet und hat er selbst noch zu dieser Zeit de» zu ihm gekommenen Rathluchenden die geeigneten Vorschläge ertheilk. Kaum vielleicht sind diese vollsührt worben, waren schon die Lippen erkaltet, die sie ausgesprochen. Wie aber heute die Klage um R i t t e r's Tolk tausendstimmig wiederhallt, wird auch für kommende Zeiten die Erinnerung an ihn wach bleiben, die Erinnerung, die auch Denen, deren Gebeine schon längst zu Staub geworden, immer noch Ehrenkränze windet. C.O. Gffenburger /rnchthalle. Markt vom 18. Jänner 1859. Frucht- Gattung. Eingeführt. Ausgestellt v. letzten Markt. Verkauft. Mittel- Preis per Blatter. Bleiben ausgestellt. Blatter yjialrer Blatter st. kr. Blatter Waizcn. . . 15 36 — 51 Kernen . . . — — — Halbwaizen 1 14 — — — 15 Korn.... — _ Haber . . . 12 — — _ 12 Gerste . . . 8 — — _ 8 Welschkorn. — — — — 36 50 — 1 8b 4 Das Marktgericht. /rncht -Mittelpreise. Ein Malter Waizcn . . Kernen. . . Halbwaizen Fees Korn . . . . Gerste . . . Welschkorn. Haber. . . . Oberkirch 13. Jan. Achern 18. Jan. Gengenbach 13Jan. fl. kr. fl. kr. fl. kr. 10 12 10 18 10 19 10 43 10 45 — — 7 42 7 15 7 36 — — 4 36 — — 7 — 7 6 — — — — 5 15 — - 5 — 7 15 —. — 5 36 5 15 6 15 Brodtaxe für den Amtsbezirk Achern. Vom 17. bis 31. Januar 1859. Der 1 kr. Weck 6 Loth, 2 kr. Weck 12 Loth. Wcißbroo: 18V- Loth 3 kr., 37 Loth 6 kr. Halbwcißbrod (V- Gries- und V- Bollmehl): 2 3 in runder Form 6 1 /* fr., 4 8 in runder Form 12V- kr. Schwarzbrod (V* Boll-, ‘A Kcrnenschwarz- und 2 A Korn- mehl): 4 8 in runder Form 9V- kr. Fleischtaxe für den Oberamtsbezirk Offenburg. Für die 2. Hälfte deö Monats Jauner 1859. Das Pfund Mastocksenfleisch 13 kr., Kuhstcisch 10 kr., Kalbfleisch 9 kr., Hammelfleisch 8 kr., Schweinefleisch 14 kr. Fleischtaxe für den Amtsbezirk Achern. Vom 17. bis 31. Januar 1859. Das Pfund Ochscnfleisch 13V- kr., Kuh- und Rindfleisch 10 kr., Kalbfleisch 10 kr., Schweinefleisch 14 kr. Theater in Offenbnrg. Freitag den 21. Januar sGastspicl des Hrn. Regisseur Börger von Freiburg): Die Jäger. Familien-Ge mälde in 5 Acten von W. v. Jsfland. Sonntag bcn 23. Januar: Barfüßclr. (Seiten- stück zur Grille.) Ländliches Eharakterbild in 5 Acten, nach Berthcld Auerbachs Dorfgeschichte frei bearbeitet von Moritz Reicheubach. Verantwortlicher Redacteur: I. Otkcni. — Druck und Verlag der Buchdruckerei von I. Ottcni & Sohn.