Verkündigungs-Blatt für die Amts- und Amtsgerichts-Bezirke Offenburg, Oberkirch, Acherrr, Rhein- Bifchofsheim, Kork, Gengenbach, Haslach und Wolfach. ii. Offenburg, den 8. Februar 1859. Bekanntmachungen. O f f e n b u r g. (®eff Stand der Zehntablösung pro 1858 bctr.) Nro. 1578. Die Gemeinderäthe des Bezirks, welche die nach Verordnung vom 31. October 1843 (Verordn. Blatt Seite 68g vorgbschriebene übersichtliche Jahresnachwcisung über die Zehntablesung ihrer Gemeinde pro 1858 dem Großh. Amtsrevisorat noch nicht eingesendet haben, werden an diese Vorlage binnen drei Tagen mit dem Bemerken erinnert, daß, sofern dieselbe nicht bis am 11. d. M. erfolgt, Ordnungsstrafe zu gc- wärtigeu ist. Offenbnrg, den 5. Februar 1859. Großherzoglicheö Oberamt. v. F a b e r. O f f e n b u r g. sDie Vertilgung der Raupen bctr.) Nro. 1312. Tie Bürgermeisterämter des Bezirks werden, wo dies noch nicht geschehen, an den Vollzug der Bestimmung der 88 2, 3 und 4 der Verordnung vom 20. Nov. 1839 (V. O. Bl. Nro. 20) erinnert, und ist über den Vollzug binnen 14 Tagen Anzeige zu erstatten. Offenbnrg, den 1. Fcbr. 1859. Großherzogliches Oberamt. v. Faber. Offenbnrg. (Die Districte der Gerichtsvollzieher bctr.) Nro. 1131. In Folge hohen Justizministerialer- lastcs vom 13. v. M. werden die drei Gerichtöbotcn- und Gerichtsvollziehers-Districte bis auf Weiteres auf folgende zwei vermindert: I. District (Gerichtsvollzieher Gugelmaier): Altenheim, Diersburg, Elgersweier, Hofweier, Marlen, Müllen, Niederschopfheim, Ortcnberg, Schutterwald, Waltersweier, Weier und Zunsweier. II. District ((Gerichtsvollzieher Schorle): Appenweier^ Bohlsbach, Bühl, Durbach, Ebersweier, Festcnbach, Griesheim, Offenbnrg, Rammersweier, Urloffcn, Windschläg, Zell. Offenbnrg, den 5. Februar 1859. GroßherzoglichcS Amtsgericht. Sieb. O f f c n b u r g. (Mundtodt-Erklärung.) No. 1354. Georg Huber und dessen Ehefrau Franziska geb. Heisch von Zllcnthal wurden, und zwar der Ehemann wegen Hang zur Trunkenheit und Verschwendung, und die Ehc- frau wegen Verschwendung im ersten Grad für mnndtodl erklärt und denselben Adam Roth von Durbach als Beistand bestellt, ebne dessen Zustimmung besagte Eheleute die im L. R. S. 513 bezeichnctcn Handlungen rechtsgültig nicht vornehmen können; was hiermit öffentlich. bekannt gemacht wird. Offenburg, den 1. Februar 1859. Großherzogliches Oberamt. v. F a b e r. O f f e n b u r g. (Zurückgekommene Briefe.) Die Aufgeber nachstehender, dahier zur Post gegebenen Briefe, die als unbestellbar zurückgekommen sind, werden zu deren Rückempfang, gegen Entrichtung der darauf haftenden Taren ic., hiermit aufgefordert. Belli in Wcinhcim. Bertschi in Cincinnati. Berkle in L>t. Louis. Essig in Ludwigshafen. Gräßle in N. Amerika. Hirt in Mannheim. Leonhart in Cincinnati. Lorenz in Maryville. Lurker in Cincinnati. Waldauer in Cincinnati. Therese N. in Winna. Röder in Köln. Schund in Allensbach. Scholl in Vallendar. Späth in St. Louis. Spiegel in Agla- stcrhausen. Wintercr in Sk. Louis. H. W. in Mann- - heim. Ein Paket rct. an die Bürgerschützengesellschaft in Ettenheim. Offenbnrg, den 3. Februar 1859. Großh. Post- und Eiseubahnamt. O f f e n b u r g. (Die Liegenschafts-Vollstreckungsvcr- steigcrung der Simon Basler, Georg Sohn, Eheleute von Fessenbach betreffend.) Da bei der heutigen Versteigerung der Schätznngswcrth der zu versteigernden, unterm 3. Januar d. I. in Nro. 3 und 5 dieses Blattes bekannt gemachten Liegenschaft nicht geboten worben ist, so wird zur zweiten Versteigerung Tagfahrt auf Montag den 21. Februar I. I., Nachmittags 2 Uhr, auf das Rathhaus dahier anbcraumt, wobei bemerkt wird, daß der endliche Zusästag um das sich ergebende höchste Gebot erfolgt, auch wenn solches unter dem Schätzungs- Preise bleiben würde. Offenbnrg, den 4 . Februar 1859. Der VoUstreckungöbcamte: Vcitenhcimer. LU Gcngenbach. (Eichenverkauf.) Die Gemeinde Gcngenbach hat 30 Stück Eichen von verschiedener Größe, für welche in zwei Steigerungen kein annehmbares Gebot gemacht wurde, um billigen Preis einzeln oder im Ganzen ans der Hand zu verkaufen. Dieselben liegen noch im Walde und kann ein Ver- zcichniß derselben auf dem Rathhause in Empfang genommen werden. Gcngenbach, am 4. Februar 1859. Das Bürgermeisteramt. Srein. Kaiser. 80 , Kappelrodeck. (Versteigerung einer Papiermühle.) In Folge richterlicher Verfügung werden der Ignaz Jäger's iWittwe und ihren drei Kindern von hier bis Mittwoch den 23. Februar d.J., Mittags 1 Uhr, auf dem Rathszimmer dahier eine Papiermühle mit Wohnung, Remisegebäuden sammt Scheuer und Stallung nebst 1'/- Viertel Matten und Garten, beisammen dahier am Acherbach gelegen und geschätzt zu. 9000 fl. sodann ungefähr 5 3 /« Morgen Aecker, Reben u. Matten in 12 Parcellen und verschiedenen Gewannen, geschätzt zu . 6200 fl. öffentlich versteigert, und erfolgt dabei der endgültige Zuschlag, wenn der Schätzungspreis oder mehr erreicht wird. Kappelrodeck, den 14. Januar 1859. Heckmann, Notar. Li] Weier. (Die Zehntablösung auf hiesiger Gemarkung betrffd.) Nach der unterm 1. März 1845 auf Veranlassung des damaligen Zehntrechners gefertigten Re- partition wurde per 100 fl. Steuerkapital 8 fl. Ablösungskapital repartirt. Diese Repartitivn wurde sedoch vom Zchntausschuß nicht genehmigt, sondern im December 1845 eine andere gefertigt, wornach auf 100 fl. Steuerkapital nur 7 fl. 13 kr. Ablösungskapital zu zahlen war. Da nun die Ablösung beendigt, und dennoch sich ein Uebcrschuß von 342 fl. 48 kr. ergeben hat, welcher nach Beschluß des Gemeinderaths und Bürgerausschusses vom 11. Sept. v. I. den Zehntpflichtigen nach Abzug der Kosten rückzubezahlen ist, und nach der gefertigten Reparti- tion das Guthaben per 100 fl. Steuerkapital auf 10 kr. zu stehen kommt; so hat man zu dieser Verthcilung, resp. Empfangnahme, Tagfahrt auf Donnerstag den 17. d.M., Vormittags von 9 bis 12 Uhr, auf dem Rathhause dahier für die Ausmärker auberaumt, mit dem Bemerken, daß die Nichterscheinenden so angesehen werden, als verzichten sie auf ihr Guthaben, und wird alsdann solches der Gemeindekasse zugewiesen werden. Weier, am 1. Februar 1859. Der Gemeinderath. Gaß. vdt. Oberföll. Bohlsbach. (Eichstämme - Versteigerung.) Die hiesige Gemeinde versteigert am Montag den 14. Februar, Vormittags 10 Uhr, in ihrem Gemeindewalde 7 Stück zu Boden liegende Eich-Stämme, welche sich vorzüglich für Holländer eignen. Die Zusammenkunft ist auf der Hiebstelle. Bohlsbach, den 5. Februar 1859. Das Bürgermeisteramt. I o ck e r st. Hesselhurst, Amts Kork. (Eichstämmeverstcige- rung.) Die hiesige Gemeinde läßt am Montag den 14. d. Dt., Vormittags 10 Uhr, in ihrem Gemeindswalde 4 zu Boden liegende Holländerstämme erster Qualität im diesjährigen Hiebschlag auf der Hiebstelle versteigern, wozu die Liebhaber hoflichst eiligeladen worden. Hesselhurst, den 4. Februar 1859. Das Bürgermeisteramt. I o ck e r s. LI] Legelshurst, Amts Kork. (Gebäudeverstci- gerung auf den Abbruch.) Die Gemeinde Legelshurst läßt am Montag den 14. Februar d. I., Nachmittags 1 Uhr, im Gemeindehause dahier ein guterhaltenes Wohnhaus mit Scheuer und Stall in Ziegeln, Stein und Hol; auf den Abbruch sammt Materialien öffentlich versteigern. Die Bedingnisse werden vor der Steigerung eröffnet. Legelshurst, den 3. Febr. 1859. Das Bürgermeisteramt. Gugelmann. vdt. Herrel, Rathschr. s2] Ohlsbach, Amts Gengenbach. (Stammholz- Versteigerung.) Die Gemeinde Ohlsbach läßt am Donnerstag den 10. Februar d. I., Morgens 9 Uhr anfangend, die nachstehenden Holzsortimente um gleich baare Zahlung vor der Abfuhr öffentlich versteigern: 1) 143 Tannenstämme, welche sich vorzüglich zu Holländer- und Sägholz und Rebstecken eignen. 2) 8 eichene Nuhholzstämme. 3) 2 Buchenstämme, für Wagner geeignet. 4) 8 Klafter Scheiterholz. Das Stammholz enthält im Ganzen 9860 Cubikfuß. Die Liebhaber werden mit dem Beisatze hiezu eingeladen, daß die Zusammenkunft zur gedachten Stunde im Reißenwalde auf dem Platze stattfindet. Ohlsbach, am 31. Jänner 1859. Das Bürgermeisteramt. L i e n e r t. Fessenbach. (Rebenversteigerung.) Kaufmann Th. Walter von Offenburg läßt Donnerstag den 10. d. M., Nachmittags 3 Uhr, nachbeschriebcne Reben, auf drei Jahrestermine zahlbar, im Traubenwirthshause dahier zu Eigenthum versteigern, nämlich: 1) 50 Ruthen Reben an der Lochencich (Attenberg), ciners. Traubenwirth Leitermaun, anders. Josepb Duffner; 2) I V- Haufen Reben im Stein, ciners. Isidor Herr, anders. Johann Herr's Erben; wozu man die Steigcrungsliebhabcr einladet. Fessenbach, den 5. Februar 1859. Das Bürgermeisteramt. Hug. D u n d e n h e i m. (Stierversteigeruug.) Die Gemeinde Dundenheim läßt am Donnerstag den 10. d. M., Nachmittags 1 Uhr, einen fetten Wucherstier um baare Zahlung vor der Abfuhr desselben öffentlich versteigern. Dundenheim, den 4. Februar 1859. Das Bürgermeisteramt. Roth. LI] Gen gen back. (Holzverstcigerung.) In Folge richterlicher Verfügung wird das hier unten beschriebene, zur Gantmasse des Michael Hoferer von Biberach gehörige Floßholz, welches am Nordracher Thalbach in Neuhausen (Gemarkung Zefl a. H.) liegt, Montag den 14. Februar d. I., Vormittags 9 Uhr, gegen gleich baare Zahlung auf dem Platze selbst öffentlich versteigert, und zwar: 1320 Stück zugerichtetcs gemeines Floßholz, worunter circa 750 Stück geschnittenes nebst 24 Stämmen ge- frümtes Holz sich befinden. Gengenbach, am 5. Februar 1859. Gerichtsvollzieher Wolf. 81 [21 H o u a u, Amts Kork. (Jagdverpach- * tung.) Die hiesige Gemeinde läßt die Ausübung der Jagd auf der Gemarkung Honau —;- : airt 19. Februar d. I., Nachmittags 1 Uhr, auf dem Rathhansc dahier an den Meistbietenden öffentlich versteigern. Die Bedingungen werden bei der Steigerung eröffnet. Honau, den 30. Januar 1859. Das Bürgermeisteramt. Rudloff. [1] Offenburg. (Früchteverkauf.) Am Samstag den 12. Februar gl 859, Vormittags 11 Uhr, werden auf diesseitiger Kanzlei von dem herrschaftlichen Fruchtvorrathc 200 Malter (Waizen, Halbwaizen, Korn und Gerste) versteigert. Osfenburg, den 5 Februar 1859. Grundherr^ zu FranckensteinischeS Rentamt. K. Schubert. f2) H o h n h u r st. (Liegenfchaftsversteige- WLWMrung.) Der Heiligenfond in Müllen läßt am ÄWAW» Donnerstag den 10. Februar d. I., Nachmittags 2 Uhr, im Rathszimmcr zu Hohnhurst ein einstöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stallung und Hof- platz, in Hohnhurst befindlich, öffentlich zu Eigenthum versteigern. Müllen, den 31. Jänner 1859. Der Stiftungsvorstand. UM Landgut u verkaufen, gelegen an einem der schönsten Punkte des romantischen Kinzigthals, an der Landstraße nach dem Bodcnsce, zwei Stunden von der Eisenbahnstation Osfenburg und wenige Minuten von der projektirten Kinzigthal-Eiscnbahn-Linie. Ein in den jüngsten Jahren massiv von Stein neu erbautes, zweistöckiges Wohnhaus mit 9 angenehm wohnlichen Zimmern, zwei Küchen, Kammern, Wasch- und Backküche, drei gewölbten Keltern und entsprechenden Speicherräumen. Vier größere und kleinere, einen geräumigen Hof Anschließende Seitengebäude, Scheuer, Frucht- und Heubarren, Pferd- u. Rindviehstall, Remisen u. s. w. enthaltend. In nächster Nahe ein größerer Felsen-Bierkellcr. Ungefähr 13 Morgen Aeckcr, Wiesen, Wurz-, Baumund GraSgartcn, und darunter ca. 8 Morgen eine vorzügliche Wässerwiese neuester Kultur, das Ganze im besten Ertrag. Nähere Auskunft crlhcilt ans Frankobriesc mit Chiffre n. z. R. die Expedition dieses Blattes. 111 Offenburg. (Anzeige.) Ter Unterzeichnete bringt andurch zur öffentlichen Kenntniß, daß die Preise der bei ihm vorräthigen Schindeln folgende sind: 1. Sorte, 10 Zoll lang, 1 fl. 12 fr.; 2. Sorte, 11 Zoll lang, 1 ft, 3. Sorte, 12 Zoll lang, 1 fl. 30 kr. per 1000 - Für das Sägenfcilcn berechne ich 3 kr. per Georg Ruf. I2f Neufreistett. (Fäffcrverkanf.) Bei Küfermeister Friedrich Schreiner dahier sind 3 ^ , !weinarünc, in Eisen gebundene Fässer zu 5, 9 und 10 Ohm um billigen Preis zu kaufen. 24 kr Stück. Stück. Anzeige. Stockfische, Labberdan, Häringe, holl, und französische, in bester Qualität zu den billigsten Tagespreisen en gros und en detail vorräthig bei Robert Fachmann in Offenburg. Eli Offenburg. (Zimmervermicthung.) Ein freundlich gelegenes Mansardenzimmer ist zu vermiethen — bei wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Branntwcinguttern, S“ “ ben, sind zu haben bei Fr. Frank in Lahr. Kuh zu verkaufen. Eine trächtige gute Milchkuh ist zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt der Herausgeber d. Bl. Nachricht. Ich setze das Publikum in Kenntniß, daß ich eigenmächtig und allein über mein Vermögen verfügen, kaufen und verkaufen kann, und zwar ist mir mein Rebhof in Ortenberg wieder auf's Neue feil, nebst einem Bauernhaus in der Nähe mit allen Bequemlichkeiten. von Belli, geb. v. Bulach. Offenburg. (Durnipsen- und Strohverkauf.) Metzgermeister Fuchs in der Kinzigvorstadt hat Durnipsen und Stroh zu verkaufen. Pfauenverkauf. Wo 4 Pfauenhühner und 1 Hahn zu verkaufen sind? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Bernerwägelchen-Verkauf. Ein noch gut erhaltenes Berncrwägele nebst 2 Sitzen sind billigst zu haben — bei wem? sagt die Rcdaction dieses Blattes. s3f O f f e n b u r g. (Gelb- und Weitzrübenvcrkauf.) Oelmüller H e n c o hat 60 Centncr Gclbrüben und mehrere Gruben voll weiße Rüben — beide Sorten vor dem Froste eingemacht — zu verkaufen. Geschäfts - Eröffnung. Ich beehre niich, hiermit zur Anzeige zu bringen, daß ich das Handelsgeschäft meines verstorbenen Ehemanns Fr. Xav. Stigler, unter unveränderter Firma, am Samstag den 5. d. M. wiederum erössnete. Mit der Zusicherung reellster Bedienung, bitte ich das meinem Ehcmanne geschenkte Vertrauen mir nicht entziehen zu wollen. Osfenburg. den 7. Februar 1859. Scholastica Stigler, Wittwe. [2] Offenburg. (Wohnungsvcrmiethung.) Waisenrichter I. N. Kr afft hat den untern Stock seines in der Steinstraße gelegenen Wohnhauses auf den 25. März d. I. zu vermiethen. Danksagung. Für die zahlreiche Theilnahme an dem Lcichenbe- gänguissc unserer am 28. Januar d. I. in's bessere Jenseits hinübergegangenen geliebten Schwester, Schwägerin und Tante Barbara Stöckle geb. Gromer zu Appenweier erstatten wir unfern innigsten Tank. Die Hinterbliebenen Verwandten. O t f c n b n r g. (Knechtgcsnch.) Ein int Feldbau bewanderter Knecht, der auch gut mit Pferden umzugehen weiß, kann sogleich einen Platz finden — bei wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. 82 Spinnerei «nv Weberei Ofienbnrg. . Einzahlung der 6. und 7. Rate. Die Tit. Actionäre der Gesellschaft werden ersucht, bezüglich derjenigen Jnterimsscheine, auf welche noch nicht 7,0 des Actienbetrages oder fl. 490 einbezahlt sind, die Zahlung bis zu diesem Betrage am 15. M ärz d. I. zu ergänzen. — Die Zahlungen geschehen wie bisher bei der Gesellschaftskasse dahier oder bei folgenden auswärtigen Häusern: HH. B. Metzler sel. Sohn 8» Cie. in Frankfurt a.M. I. C. Cnopf in Nürnberg. 28. Koester 8? Cie. in Mannheim 8? Heidelberg. Gebrüder Haas in Carlsrnhe. Bezüglich der Folgen der Versäumniß machen wir auf die Bestimmungen des Art. II. der Satzungen aufmerksam. Ofsenburg, 24. Jänner 1859. Der Verwaltungsrath. HH. Gebrüder Benedict in Stuttgart. Hummel 8» Cie. in Straßburg. Gebrüder Kapferer in Freiburg. Macaire 8? Cie. in Constanz. Beschäftigung für Zimmergesellen. Bei Zimmermeister Joseph H e i tz m a n n in Ober- kirch finden 2 bis 3 Zimmergesellen auf dauernde Zeit Beschäftigung. [2] Offenburg. (Kartoffeln-Verkauf.) Blechner Thal mann hat 60 — 80 Sester vorzügliche Kartoffeln zu verkaufen. Zunsweier. (Geld auszulcihen.) Bei Sebastian Möschle in Zunsweier liegen 140 fl. Pflegschaftsgeld aus Handschrift mit guter Bürgschaft zum Ausleihen parat. [11 Durbach. (Geld auszuleihen.) Ambros Vogt in Durbach hat 735 fl. Pflegschaftsgeld zu 47- Procent gegen gesetzliche Versicherung auszuleihen. Kapitalanlage betr. Es können 2000 fl. ganz oder theilweise auf doppelte Versicherung zu 47- Proccnt ausgeliehen werden. Nähere Auskunft wird im Gasthause zum Ochsen in Stadelhofen, Amts Oberkirch, crtheilt. Zunsweier. (Geld auszulcihen.) Simon Zapf in Zunsweier hat 300 fl. Pflegschaftsgeld zu 5 Proccnt gegen gesetzliches Unterpfand auszulcihen. Geld auszuleihen. 5000 fl. bis 6000 fl. in beliebigen Summen bei: Th. König in Ofsenburg. [21 Appenweier. (Geld auözuleihen.) Vom hiesigen Pfarrzehntkapital sind 600 fl. zum Ausleihen gegen Obligation bereit. Psarrzehntkapitalrechner W i e d e m e r. [21 Ofsenburg. (Geld auözuleihen.) Aus dem St. Andr. Hospital- und vereinigten Armenfond Offenburg sind gegen Unterpfandversichcrung 4 — 5000 fl. darzuleihen. Ofsenburg, den 30. Jänner 1859. K ö n i g. Müllen, Obcramts Ofsenburg. (Geld auszuleihen.) In der hiesigen Pfarrzchntkasse liegen 4300 fl. zum Ausleihen parat, und zwar für Kapitalien von 1000 fl. und darüber zu 4 Procent, unter 1000 fl. zu 47- Procent. Psarrzchntrechner I ä g e r. >31 Ofsenburg. (Geld auszuleihen.) Küfcrmeiftcr Karl Kiefer hat 1300 fl. Pflegschaftsgeld gegen Obligation auszulcihen. [21 Urloffen. (Geld auszuleihcn.) Lorenz Knosp in Urloffen hat 150 fl. Pflegschaftsgeld gegen gesetzliche Obligation auszulcihen. [21 Marlen. (Geld auszuleihen.) Vom hiesigen Kirchenfond. können 1200 fl. im Ganzen oder theilweise gegen gesetzliches Unterpfand dargelichen werden. Rechner Bernhard Beschert. [31 Nußbach, Amts Oberkirch. (Geld auszuleihen.) In dem hiesigen Baulastenfond sind 300 fl. Kapital zu 47- Procent auf Obligation zum Ausleihen parat. Rechner Kirn. [21 H e r z t h a l, Amts Oberkirch. (Kapital auszuleihen.) In dem Armenfond dahier liegen 300 fl. zu 47- Procent zum Ausleihen bereit. Rechner Fies. [31 Diersburg. (Geld auszuleihen.) Almoscn- rechner Georg Rödercr in Diersburg hat 700 fl. ganz oder theilweise auszuleihen. [21 ^Berghaupten. (Geld auszulcihen.) Bauer Georg S ch a p p a ch e r alt in Berghaupten hat 2500 fl. Pflegschaftsgeld zu 4 Procent im Ganzen oder theilweise gegen gesetzliche Versicherung auszulcihen. Offc» bur g. Am Faschingssonntage wird „ ^ dahier wieder, wie wir aus zuverläßiger Quelle 1 wissen, in dem allcrwärts bekannten großen Redout e n s a a l e, in welchem zur Zeit die Theater- Benefice so glückliche Fortschritte machen, ein grandioser Maskenball stattfinden, welcher durch glänzende Decoratio» und Beleuchtung alle voran- gegangenen bei Weitem übertreffen soll. Dürfen wir schon durch die sorgfältigen Vor- bcrathungen mehrerer bereits abgehaltenen Sitzungen des Offenburger 59r Narrencollegi- g i u m s, wovon uns Einiges zu Ohren gekommen ist, zum Voraus einer durchaus befriedigenden Ausführung des Unternehmens uns überzeugt halten, so sind wir nicht minder durch die Mittheilung hoch erfreut, daß wieder eine große Ab- t h e i l u n g der rühmlichst bekannten Kapelle des kais. königl. Oesterreichischen Infanterie-Regiments v.Benc- dek in Rastatt die Rcdoute und den Ball durch ihre ohrcn- bezaubernden Vorträge verherrlichen werde. Während der Redoute werden verschiedene originelle co- mische Scene» und närrische Acte, durch paffende Musikstücke unterstützt, die den Saal durchwogende Narrcnwelt in bunter Abwechslung ergötzen, und am Schluffe derselben werden, wie verlautet, der originellsten Maske zwei Duca- t e n als Preis und der schönsten Damen- und der schönsten Herren -Maske ebenfalls werthvolle Preise zuerkannt werden. Die Preisübergabe soll durch das närrische Preisgericht von einer eigens erbauten, finnig decorirten Estrade mit glänzendem , dem Acte angemessenem, pomphaftem Ceremoniell bewerkstelligt werden Für solche Genüsse, bei dem Aug' und Ohr in feenhaften Zauber gebannt werden, ist kein Preis zu hoch; selbst auch wenn ein Domino oder der schwarze Frack 1 fl. und der Türke oder die Chinefin 48 kr. zahlen müßte. Wenn auch noch so trübe Wolken am südlichen und westlichen Horizonte mit einem Gewitter drohen, wenn auch an der Seine und am Po die krimmigen Musketiere ihre Flinten putzen und Patronen machen, — Held Carneval erschrickt nicht. 83 Sein siegreiches Schwert ist der Alles bewältigende, närrische Geist; seine getreuen alten Bundesgenossen sind der Humor und der Frohsinn. — Ride, *i sapis! — Versäumet nicht den Maskenball, — bei dem auch der W e i ß e st e um weniges Geld für ein ganzes Jahr gesundheitsfördernd lachen kann!!! — Tagesgeschichtliche Mittheilungell. Baden. Seine Königl. Hoheit der Großherzog haben mit höchster Entschließung ans Großh. Staatsininisterium vom 28. v. Bi., Nr. 93, allergnädigst geruht: die Stelle eines Vorstandes des Oberamtes Lahr dem Oberamtmann Winter in Lörrach und das erledigte Amt Walldürn dem Amtsrichter v. Krutheim in Breisach zu übertragen, unter Ernennung desselben zum Amtmann; sodann ferner: den Amtsrichter Eschborn in Stühlingen, unter Ernennung zum Amtmann, als zweiten Beamten zu dem Stadtamte Freiburg zu versetzen. — Ferner haben Se. Kön. Hoheit der Großherzog Sich unterm 28. v. M. gnädigst bewogen gefunden: den Amtsrichter Konstantin Amann von Stockach zu dem Amtsgerichte Konstanz, und den Amtsrichter Franz Mehr von Jcstetten zu dem AnitSgcrichte Villingcn zu versetzen; ferner den Referendär Hermann Reich von Freiburg zum Amtsrichter in Stockach, den Referendar Hermann Hirsch von Lahr zum Amtsrichter in Jcstetten, den Referendar Anton Schmidt von Bühlerthal zum Amtsrichter in Breisach, und den Referendär Joseph Merz von Rastalt zum Amtsrichter in Stühlingen zu ernennen. (K. Z.) X Offen bürg, 5. Febr. Heute wurden sänunt- liche Bürgermeister des Oberamtsbezirks Offcnbnrg in dem Oberamtslotale dahier versammelt, woselbst ihnen durch die Hand des Herrn Amtsvorstandes, Großh. Obcr- amtmann von Faber, die von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog für Bürgermeister bestimmten Dienstabzeichcn in einer diesem Akte angemessenen Feierlichkeit und Ansprache, worin den Versammelten der Zweck und die Bedeutung dieses Dienstzeichens anseinandergesetzt, und schließlich der Wunsch ausgesprochen, es möge dieses Dienstzeichen stets zur treuen Pflichterfüllung und zur Anhänglichkeit an das Fürstenhaus erinnern, übergeben wurde. Dieses Dienstzeichcn besteht in einer schön gearbeiteten silbernen Kette mit einer größeren silbernen Medaille, auf deren einer Seite das Brustbild unseres allverehrten Landesfürsten in erhabener Arbeit ausgeprägt, auf der andern Seite aber, zwischen einem Eichenkranz, der Namen der betreffenden Gemeinde cingravirt ist. Mannheim, 1. Febr. (H.Tgbl.) Man hat hier einige Schreincrgcsellen verhaftet, welche seit einem halben Jahre bestrebt waren, in das mühsame Tagwerk der Schreinerei durch nächtliches, müheloses Fruchtstchlcn eine angenehme, einträgliche Abwechslung zu bringen. Ihre Wcrkstalte stieß nämlich oben an einen Speicher, den ein Bierbrauer mit Gerste vollgelcgt hatte. Sie arbeiteten cm Loch in die Brandmauer und ließen nun von Zeit zu Zeit, je nach Bedarf, einige Ecntncr Gerste in unter- gestellte Säcke laufen. Dieselbe wurde regelmäßig aus den Heidelberger Markt verbracht, wo sie auf diese An seit September v. I. ca. 190 Ccntner verkauften. Der rege gewordene Argwohn eines 'Nachbars führte endlich ihre Entdeckung und Gcfangcnnehmung in dem Augenblick herbei, als sic dem Gcrstenspeicher wieder einen leichten Aderlaß applicirtcn. Württemberg. S t u t t g a r t, 25. Jan. Se. Kön. Hoheit der Großherzog von Baden haben dem Verfasser der Geschichte dcö Cluniacenserordens, Revisor l>r. Pe- larguö in Stuttgart, einen werthvollen Brillantring mit dem Allerhöchsten Namenszuge zustellen lassen; die fragliche, für die Kenntniß des Mittelalters wichtige Geschichte war bis jetzt im Deutschen nicht bearbeitet. — Am Ober-Neckar, Trossingen und Umgegend, finden sich solch große Vorräthe an Heu, daß der Ccntner gutes Gewächs um 1 fl. 42 kr. zu haben ist. — Wie viel die Rottcnburger dieses Jahr aus ihrem Hopfen erzielten, kann man daraus ersehen, daß ste fast 2700 Centr. verkauften und der Centr. von 100 bis zu 120 fl. kostete. Dieser Herbst trug mehr ein, als ein Weinherbst! Der Preis der Hopfenstangen ist bedeutend in die Höhe gegangen. Die Rottenburger brauchen aber auch alle Jahre 40,000-50,000 Stücke. Preußen. Berlin, 25. Jan. Ueber die Stellung Preußens zu der großen Tagesfrage schweigen bis jetzt noch die Rcgierungsorgane. Wenn man sich auf Andeutungen anderer Blätter verlassen kann, so würde das Berliner Cabinct sich vorerst noch darauf beschränken, seinen Einfluß zur Aufrechthaltung des Friedens geltend zu machen. Zu officicllen Kundgebungen sei bis dahin noch kein Anlaß vorhanden, auch könnten verfrühte Schritte Vieles eher schlimm, als gut machen. Im rechten Augenblick, wo es gelte, deutsche Interessen zu verfechten, werde cö an Preußen nicht fehlen. Der jetzige Aufschwung des deutschen Nationalgefühls werde von dem Cabinet als eine erfreuliche und willkommene Erscheinung angesehen. Die deutschen Regierungen aber könnten erst Thaten und Handlungen gegenüber eine entscheidende Stellung cin- nehmen. — Bei dem Berliner Stadtgericht schwebt gegenwärtig ein Proccß um einen Silbcrgroschen! Eine dortige Handlung hatte ihre kaufinäunischen Offerten unfrankirt versandt. Der Empfänger eines der Briefe, der von den Offerten keinen Gebrauch machen wollte, hält sich durch die ihm vcranlaßte Portoauslage von 1 Sgr. beschädigt, und hat auf Ersatz geklagt. Der Verklagte aber weigert denselben, weil der Kläger den Brief angenommen und erbrochen hat. Die richterliche Entscheidung ist noch nicht erfolgt, das verschriebene Papier aber hat schon lange den Wertst des Klagobjects überschritten, und die Proceß- kosten werden eS noch mehr thun. Magdeburg. Man erzählt der Magd.Ztg. ein Beispiel von hohem und rüstigem Alter, dessen sich ein bei Genthin wohnhafter Mann erfreut, welcher, in hiesiger Gegend mit einem Hundefnhrwerke umherziehend, sich sein Brcd durch Scnsenschlcifcn und andere kleine Dienste erwirbt. Derselbe ist 1760 geboren, also jetzt im 99. Lebensjahre, hat die Feldzüge von 1806 und 1813—15 mitgemacht und ist beute, mit Ausnahme seines geschwächten Gehörs, noch im Besitz aller Sinne und so großer Körperkraft, daß er seinem Erwerb ohne Beschwerde nach- gcht und kaum aller alü ein Scchsziger aussieht. Er hat zwei Brüder gehabt, von denen der eine 100 und der andere 106 Jahre alt geworden ist. — Am 22. v. M. starb zu Ilsen bürg (Grafschaft Wernigerode) der Fakroreischreiber Hinze in seinem 95. Jahre. Derselbe hatte, dein Magdeburger Correspondenten zufolge, in seinem 85. Jahre eine Schrift über die Kunst, durch körperliche Bewegungen, namentlich durch 84 Tanz und Diät, sein Leben hoch zu bringen, in Druck gegeben; und bei ihm hat sich seine Schrift bewährt, er tanzte noch in seinem 90. Jahre. Oesterreich. Wien, 25. Jan. Alle Welt sehnt sich nach Aufklärung über die Lage in Paris, aber die gesammte Presse Europas und ganz- besonders die französische officielle ist nicht im Stande, Licht in das dunkle Chaos der sich widersprechenden Gerüchte und politischen Halluzinationen zu bringen. Wenn man sich Tag für Tag in .dieselben vertiefen muß, so läuft man in der That Gefahr, in dem Labyrinth der Konjekturalpolitik selber den lichten Faden zu verlieren. Das Eine ist klar, daß die Situation unklar, daß also Vorsicht und Gefaßt- sein nothwendig ist. Glücklicherweise besiudct sich die Welt und besonders das zunächst bedrohte Oesterreich in dieser Fassung, und so kann man sich wohl der Hoffnung hingeben, daß gerade das Vorbereitetsein auf einen möglichen Krieg den Krieg selbst verhüten werde. — Vor einigen Wochen war es der Gendarmerie von Butyin in Ungarn gelungen, eine 24 Köpfe starke Räuberbande einzufangen, nur ihr Hauptmann war entkommen- Vor wenigen Tagen nun erschien ein wallachischer Bauer im Amtszimmer des Staatsanwalts zu Butyin und er- wiederte auf dessen Frage, was er wolle — er sei der Opre Juon aus Kisindia. Der Staatsanwalt war durch diese Eröffnung nicht auf das Freudigste überrascht, da es gerade Mittag war und er sich allein im Amtslokale befand, Opre Juon aber Niemand anders, als der Häuptling der gefangenen Räuberbande war. Doch dieser erklärte, daß, da seine Genossen alle in Verhaft seien, er sich nun auch dem Gesetze unterwerfen wolle und somit dem Herrn „Obersiskal" sich zu übergeben wünsche. Diesen: Wunsche wurde natürlich in der weitesten Ausdehnung entsprochen und Opre Juon sofort in sicheren Gewahrsam gebracht. — In R o d e n e ck (Tyrol) hatte ein Bauer wegen der vielen in dortiger Gegend vorgefallenen Diebereien seine Sperr- und Versichcrungsmittel zur Aufbewahrung seiner Baarschaft unzureichend gefunden und glaubte dcß- halb eine besondere Vorsicht anwenden zu müssen, Er steckte daher sein Geld, bestehend in 2 Banknoten zu 100 fl. und einer zu 10 sl., in einen Stiefel, diesen aber in ein altes Faß in der Rumpelkammer. Da hat nun richtig kein Dieb das Geld vcrmuthet und auch nicht gefunden; als aber der Bauer nach langer Zeit seine Baarschaft wieder heimsuchen wollte, fand er in dem verhängnißvoilen Stiefel eine Nattcnfamilie cinquartirt und die Banknoten ausgesressen. Frankreich. Paris, 31. Jan. Der „Moniteur" bringt telegraphische Mitthcilungcn aus Turin über die gestnn daselbst vollzogene Vermählung des Prinzen Napoleon und der Prinzessin Elothilde, und aus Genua über die Ankunft des Königs Victor Cmanucl und der Neuvermählten, die mit Enthusiasmus empfangen wurden. General Fleury, Adjutant des Kaisers, die Gräfin Ray- neval und Frau v. Sänket), Palastdamen, reisten gestern nach Marseille ab, wohin sic vom Kaiser und der Kaiserin geschickt wurden, um die hohen Neuvermählten bei ihrer Ankunft in Frankreich zu begrüßen. Auch Prinz Jcrome schickte seinen ersten Adjutanten, General Damas, dahin ab. Das junge Ehepaar wird Mittwoch Vormittags in Marseille anlangcn, gegen 3 Uhr wieder abrciscn, Donnerstag Morgens in Fontainebleau einige Stunden aus- ruheu und Nachmittags in Paris cintreffcn. — Die nach Paris gekommenen Dcputirten wollen ihren Widerwillen gegen den Krieg — so erzählt sich das Gerücht — dadurch an den Tag legen, daß sie keinen Militär zum Präsidenten in den Bureaur ernennen. Man erzählt sich ferner, der Kaiser höre nicht auf, die beruhigendsten Aeußerungen zu thun. Straßburg, 1. Febr. Für die große provinciale feldwirthschaftliche Ausstellung, welche bis künftigen 19. März bei uns statthaben wird, und wozu die Behörde unsere angrenzenden deutschen Landwirthe einladet, werden bereits Vorbereitungen getroffen. Die Commission hat zur Austheilung unter diese letzter:: 20 goldene und 52 silberne Denkmünzen bestimmt. Italien. Turin, 27. Jan. (A. Z.) Was am besten beweist, wie das hiesige Publikum die Heirath des Prinzen Napoleon bcurtheilt, ist der Umstand, daß die Municipalität nicht einmal daran dachte, irgend eine Festlichkeit re. zur Feier dieses Ereignisses zu verordnen, so daß der Ministerpräsident Cavour, nachdem die Hei- rath endgültig aus Sonntag Mittag festgesetzt war, den Bürgermeister Notta konrmen ließ und ihm dringende Vorstellungen über diese Nachlässigkeit machte, worauf dann die Stadt Festlichkeiten anordnete und einen silbernen Candelaber zu kaufen sich entschloß. Amerika. In T r e n t o n ereignete sich der sonderbare Fall, daß ein Bahnzug und ein Schooner in Kollision kamen. Der Zug fuhr dicht am Ufer hin, als der Wind den Sckooner gegen dasselbe trieb und sein Bugspriet gegen die Lokomotive stieß. Sie stürzte nebst einem Fracht- Wagen in den Kanal, wobei drei Eisenbahn-Offizianten schwer verletzt wurden. Ein Abenteuer auf der Wanderschaft. (Von W. O. v. Horn.) Wer irgendwie sich in der Welt umgeschen, hat auch allerlei Erlebnisse in Scherz und Ernst, lustige und ärgerliche, zu erzählen, und das nennt man: seine Abenteuer. Warum sollte sie ein wandernder Schneidergcselle nicht haben, der zudem nicht zu fechten brauchte, da er sich ein ehrlich Erworbenes erspart? Item — ein solcher Wanderbursche, das Felleisen aus dem Rücken, den Wanderstab in der Hand, stieg unweit Salzburg von einer Berghohe mit und auf der Landstraße herab. Rach Salzburg hatte er, soviel er sich erkundschaftet, zwei Stunden, auch ein paar Handbreit mehr. Er war schon weit gewandert heute und es war im hohen Juli und die Julisonne hat's an sich, wie man hier zu Lande zu sagen Pflegt, daß sie Einem kein Frieren beibringt. Mein Schneidergeselle, der sonst ein stämmig Bürschlcin war und kein fadendünner, dem die Sonne durch die Rippen und durch die — Lumpen und Löcher im WammS oder Röcklein scheint, braver und wohlstehender Bürgersleute Kind, denkt mit einem Seufzer: Wenn doch jetzt eene Kutsche daherkäme, auf der du hinten den Freiplatz nehmen könntest, nämlich auf dem leeren Kofferbrett den Sitz, der nichts kostet und zuweilen noch was einbringt, nämlich einen Peitschenhieb über das Gesicht, wenn der Kutscher ein Flegel ist — oder den Laufplatz, den die Buben nehmen, wenn sie sich hinten anhalten und nun mit den Pferden gleicklauftn, ohne doch sehr müde zu werden! — Aber was ausblicb, war die Kutsche. Es gibt ja solche Un- glücksvögel, die ihr Lebtage keine Retourkutsche antreffc» und überall aus Schusters bekannten zwei Rappen Weiterreisen müssen. Zu denen gehörte auch unser Wanderbursch. Aber nach Salzburg muß ich heute noch, und wenn ich nur noch kriechen kann! sagte er zu sich, aß eine Brodkruste, schöpfte sich am Quell neben der Landstraße einen frischen und erfrischenden Trunk mit dem bekannten Becher, den uns der liebe Gott am Ende der Arme ancrschaffen hat, und wanderte nach kurzer Rast weiter. Tie Straße senkte sich; man sah aber «ne weite Landschaft und es hatte da Berge geregnet, daß sic so dick auf und neben einander saßen. wie im Juni die Blatt- 85 lause an einer Rosenknospe. Das war schön, wenn auch für einen Müden nicht erquicklich. Noch weniger erquicklich aber waren dunkelschwarze Wetterwolken, die grade aus, links und rechts sich aufthürmten und ballten und ein Wetter in Aussicht stellten, daS einem Fußwandernden Schrecken machen kann. Dennoch schritt unser Bürschlein fürbaß und sagte tröstend zu sich: Auf der Haut wendet der Regen; das ist eine gar herrliche Einrichtung und aus Oblatenteig bin ich nicht gemacht, daß ich mich in einen gelinden Brei auflöste. So wird's ja gehen und morgen trocknet die Sonne deine Kleider wieder auf der Schneiderherberge zu Salzburg. Er brummte und summte ein heimisch Lied: Der Jäger aus Churpfalz re. und schritt vorwärts. Neben der Landstraße lag ein stattlicher Bauernhof. Der Wanderbursch beachtete ihn kaum. Der dicke Bauer aber, der in der Thüre stand, sah den Burschen und dachte: der arme Schelm wird auch bald gehörig eingeweicht! Denkt er: Sollst ihn doch warnen! Ist doch auch vielleicht braver Eltern Kind und da er nicht sicht, ist's gewiß kein Stromer! He, Gesell; ruft er ihn an. Wo willst hin? Gen Salzburg hinein! antwortete der Bursche. Bist talket (närrisch zu deutsch), daß du das Weiter nicht Seh's wohl! erwiedert der Schneider. Wirst ja naß, Talk! ruft der Bauer. Es wendet auf der Haut! ruft der Andere zurück. Der Bauer lacht und der Gesell gefällt ihm. Weißt was, ruft er ihm wieder zu, kannst bei mir bleiben. Sollst an Suppen hob'n und uf'm Stadel schlof'n. S'wird arg heut! _ Denkt der Gesell: das ist ein resonabel Wort, und der Bauer ist nicht von unsrer Art, die, wenn man hereintritt und sie sind mitten im Mittagessen, sagen: Wär't Ihr ein Bischen früher gekommen, so hättet Jhr's mithalten können. — Er schwenkt also rechts ab und tritt zu dem Bauer, zieht sein Mützel und sagt: Grüß' Gott! Dank! antwortete der Bauer freundlich, dem man's an der Kleidung und am Hofe ansah, daß er Mücken hatte, und am Gesichte, daß er eine gutmüthige, treue Seele war. Er führt den Burschen in's Zimmer, wo der sein Ränzel ablegt und bald holt der Bauer „a Bier un Brod a" und während der Gesell sich erquickt, sind sie bald in einem Gespräch, worin Kurzweil mit Ernst zusammengeht und der Bursch erzählt vom Rheine, vom Wein und wie's daheim aussieht, und wie sein Vater auch ein Bauer sei, freilich kein so dicker, wie sein Wirth, und der hört ihm schmunzelnd und behaglich zu, lacht einmal, daß er schockelt und gewinnt ven rheinischen, heitern Wanderburschen alle Augenblicke lieber. (Fortsetzung folgt) Frankreichs Kriegskraft e. Das französische Heer hat außer dem Gardckorps, das aus allen drei Waffengattungen besteht und etwa 30,000 Mann zählen mag, an Infanterie 100 Linicn- rcgimenter ä 3 Bataillone, wovon 2 Fcldbataillone a 8 und das Depotbataillon ä 7 Kompagnien. Das Regiment hat auf dem Feldfuß 3051 Mann mit 82 Officieren. Es kommt also ein Officier auf 36 Mann; ein so günstiges Verhältniß findet in keiner andern Armee statt; der Deutsche Bund hat einen Officier auf 45 bis 50 Mann vorgeschrieben. An leichter Infanterie cristiren 20 Bataillone Chasseurs ä pied k 1288 Mann. Dazu kommen an algicrischcr Infanterie 3 Regimenter Znavcn (Freiwillige aller Nationen unter französischen Officieren, ursprünglich nur Araber), 2 Bataillone leichte afrikanische Infanterie (meist Europäer), 4 Bataillone Turcos (cingebornc afrikanische Tirailleure, größtcnthcils Muselmänner) , 2 Regimenter alter Fremdenlegion und 2 Regimenter Schweizer Fremdenlegion. Im Ganzen hat Frankreich darnach 306,000 Mann Linieninfanterie, 25,706 Mann leichte Infanterie und 28,600 Mann algierische Infanterie; zusammen etwa 360,000 Mann Fußtruppeu. Die Reiterei besteht auö 10 Kürassier- und 2 Karabiner- Regimentern k 6 Feldschwadronen, 15,000 Mann; 12 Dragoner- und 8 Lancierregimentern, 22,000 Mann; 12 Regimentern Chasseurs a cheval und 9 Hufarcnregimen- tcnt, 24,500 Mann, und endlich aus 3 Regimentern Spahis (die 4 früheren Regimenter Chasseurs d’Afrlque sind vor zwei Jahren aufgelöst), im Ganzen also aus etwa 68,000 Mann. An Artillerie hat die Armee 5 Regimenter Fußartillerie a 12 Feldbatterien 12-Pfünder, 7 Regimenter fahrender Artillerie k 15 Batterien 9- oder 12-Pfünder und 4 Regimenter reitender Artillerie k 8 Batterien. Auf vollem Kriegsfuß 1182 Geschütze. Die französische Armee wird demnach im Ganzen etwa 525,000 Mann betragen, wovon zur Verwendung nach außen höchstens 400,000 Mann, mithin eine gleiche Stärke, wie bei Oesterreich, in Anschlag zu bringen sind. Offen bürg, 6. Febr. (Theater.) Das vergangenen Freitag hier aufgeführte Theaterstück „Graf Esser" von Laube hat in allen seinen Theilen Gefallen erregt. Da es auf hiesigem Platze zum Erstenmale über die Bretter ging, so wollen wir es versuchen, über dessen Verlauf nach unserer Anschauung ein Bild zu geben. Robert Esser, den Günstling der Königin Elisabeth von England, der schon im frühesten Mannesalter sich zu den höchsten militärischen Würden emporgeschwungen und sogar 1599 die Vieekönigsstelle in Irland erhielt, sehen wir nach Laube's Dichtung in diesem letzteren hohen Range trotz Elisabeth'- Verbot, daß er, weil man ob seiner unverstellten Freimüthigkeit und seines edlen Ungestüms seine Anwesenheit am englischen Hofe scheute, ohne königliche Erlaub- niß London nicht betreten dürfe, ganz unerwartet wieder vor dem Throne seiner Königin erscheinen. Elisabeth aber, aufgebracht über diesen Ungehorsam, besonders aber durch die Staatsseeretäre Robert Eeeil und Walther Raleigh auf das hochverrätherische, immer höher und höher trachtende Beginnen dieses Esser aufmerksam gemacht, findet es für gemessen, obgleich die Neigung ihres Herzens mächtig dagegen ankämpft, lh» bei seinem Wiedererscheinen am Hofe kaum eines Blickes zu würdigen, und als Esser zum zweiten Male, begleitet bis zu den Thoren des Königspallastes von den ihm anhänglichen Truppen und von ihm huldigenden Bolksmaffen, erscheint und Angesichts der Königin sich mit dem Eifer und der Offenheit eines Helden gegen die Anklagen der Räthe der Krone ver- theidigen will, fällt ihm Elisabeth in vollem Uumuthe in's Wort, entreißt ihm den einst mit voller Huld verliehenen Be- sehlshaberstab und versetzt ihm damit einen Schlag in'S Ge- sicht. Entrüstet über die ihm angethane Schmach, zieht hierauf Esser feinen Degen und nur die gegenwärtigen Staatsseeretäre vermögen, einen Angriff abzuwehren. Esser aber, in stolzem Uebermuthe der Königin mit dem Tower drohend, stürzt in voller Wuth und mit gezogenem Schwerte nun auf die Gasse und gibt so das Zetchen zur Rebellion. Im blutigen Straßenkampfe aber wird er besiegt und nun gefangen in den Tower abgeführt. Bald hierauf verlautet ihm sein Todesur- theil, und, selbst die im letzten Augenblicke für ihn noch erbetene und von der Königin ausgesprochene Begnadigung abweisend, geht der Berurtheilte, während die Geschichte von ihm aussagt, daß er, erst 33 Jahre alt, als ein großer Feigling endete, mit einem bewundernswerthen heroischen Seelen- muthe seine» letzten Gang. Innigen Antheil an Esser nimmt die Gräfin Rutland, Hofdame der Königin, die mit ihm heimlich getraut war, und deren auf dieses Verhältniß bezügliches auftichtiges und nichts Arges ahnekideS Geständniß die eifersüchtige Elisabeth, die die Liebe ihres Günstling» nur allein und ungetheilt zu besitzen wähnte, vielleicht mehr als alles Andere bewog, daS gegen Esser verhängte Todesurtheil mit einer ihr Rachegefühl sichilich befriedigenden Hast zu unterzeichnen. Dies ungefähr in kurzen Umrissen der Verlauf diese« durch ansprechende Form und Schönheit der Sprache ausgezeichneten Bühnenspieles. Herr Link führte die Titelrolle vortrefflich aus, eine lebhafte Begeisterung sprach aus seinem durch allseiiigen Beifall und Hervorruf belohnten Spiele. Frl. Schulz repräseniirte die Königin Elisabeth in ganz würdiger 86 Werse, ebenso lobenswerth zeigten sich die Leistungen der Frau Weinmüller als Gräfin Rutland. Die Herren Staats- secretäre hätten ihre Worte hie und da etwas deutlicher und weniger hastig ausdrücken dürfen, man mußte, um all' ihre Aeußerungen richtig verstehen zu können, aufpassen, so wie man gewöhnlich sagt, wie ein Häftlemacher, und. wenn besonders in einem, wie hier der Fall, noch unbekannten Stücke, die Vorträge nicht ganz verständlich lauten, wird man leicht unwillig. Hr. Ottmar hat seine zwar weniger bc- deutende Parthie, als Cuff, Essex Secretär, recht brav gespielt, seine Aussprache klang gefällig und sehr vernehmlich. Auch das übrige Personale trug nach Kräften zur, man kann sagen, gelungenen Darstellung des Stückes bei. Doch bei diesem Anlässe glauben wir die Bemerkung nicht unterlassen zn müssen, daß der Souffleurkasten seine Aufgabe schon etwas leiser erfüllen dürfte, er wird oft allzu laut, was den auf dem ersten Platze weilenden Zuhörern nicht' gerade angenehm erscheinen kann, und daß, weiter beigefllgt, die jetzt eingeführtc Musik in den Zwischenacten doch gar zu wenig anspricht und Unterhaltung bietet. Man dürste für künftig wohl für Besseres besorgt sein Die nächste Bcnefice-Vorstellung, die für Hrn. Kranz- selber, führt uns dem Vernehmen nach ras Birch-Pfeiffer'. sche Schauspiel „Guttenberg" vor Augen. Es ist diese Bühnendichtung eine der älteren von Charlotte Birch-Pfeiffer, die zwar weniger den Stempel der Effecthascherci an sich trägt, desto mehr aber Kern und Reichthum hehrer Gedanken enthält. Besonders im ersten Theilc „Guttenberg in Straßburg" mögen manche Scenen einen günstigen Eindruck nicht verfehlen. Guttenberg's gerader offener Charakter, sein edler, nur auf sein herrliches Streben gerichteter und, wenn's auch finster um ihn nachtet und bittre Noth ihn eng umkreist, immer gottvertrauender Sinn im Kampfe mit pecuniären Verlegenheiten , hauptsächlich aber mit den abgefeimten und hinterlistigen Umtrieben einer auf Aberglauben gestützten Macht, die ihm sogar sein Weib abwendisch macht, ist trefflich geschildert. In der zweiten Äbtheilung „Guttenberg in Mainz" tritt in der Person des Johannes Fust eine frevelhafte Geldgier, gepaart mit Ruhmsucht, und genährt und gepflegt durch die falschen, wohl berechneten Einflüsterungen des Peter Schösser, in scharf markirtcn Zügen in den Vordergrund, doch freundlich leuchtet daneben ln makelloser Reinheit der ächte Adel weiblicher Gesinnungen und Hcrzenstriebe, der sich in Fust's Tochter, Katharina, dem schützenden Engel Guttenberg's, auf so ansprechende Weise zu erkennen gibt. Diesem anmuths- vollen Bilde hat die Dichterin den prächtigsten Schmuck res Weibes, den Sternenglanz der Tugend mit kunstgeübter Hand auf das Antlitz geprägt. Und im herrlichen Einklänge zu des Mannes hochherziger Begeisterung für eine gottgcweihte Sache, die sich durch Guttenberg selbst noch da, wo er machtlos im Schuldthurm schmachtet, kund gibt, zeigt sich die aufopfernde Liebe des Weibes, der Tochter des hartherzigen Fust, die ob ihrer auck heißglühenden Neigung zu Guttenberg ihm dennoch mit freudiger Theilnahme wieder sein Weib, das ihn in Straßburg des Seelenheils wegen so unbarmherzig verlassen, dann später im Kloster der Klarisserinncn i» Mainz sich aufhielt, t» die Arme führt, und hierauf nilt voller Resignation die unwürdige Thal ihres Vaters in der einsamen Klosterzelle durch Gebet und Entsagung zu sühnen, sich entschließt. In der dritte» Äbtheilung „Guttenberg am Wanderstab" kommt noch Humerp, Syndikus des Raths zu Mainz, als eine erhabene Gestalt zum Vorschein, resse» Auftritt viel zum befriedigenden Ausgang des Stückes bcurägt, und der zum Schlüsse die folgenden goldenen LLorte. spricht, die auf dem Gutten- bergs-ldenkmal zu Mainz cingcgraben stehen: „Was einst Pallas Athene dem griechische» Forscher verhüllte, Fand der denkende Geist deines Geborncn, o Mainz! Völker sprechen zu Völkern, sic tauschen die Schätze des Wissens, Mütterlich sorgsam bewahrt, mehrt sie die göttliche Kunst. Sterblich war einst der Ruhm, sie gab ihm unendliche Dauer, Trägt sie von Pole zu Pol', lockend durch Thaten zur Thal! Nimmer verdunkelt der Trug die ewige Sonne der Wahrheit, Schirmend schwebt ihr die Kunst, wolkenverscheuchcnd, voran! Nachwelt, du segnest den Edlen, dem so viel Großes gelungen. Jedes nützliche Werk ist ihm ein Denkmal des Ruhms!" Was nun die Darstellung dieses Stückes auf hiesiger Bühne anbelangt, so dürfte, da, wie man hört, Hr. Regisseur Börger von Freiburg, der hier schon in der Titelrolle v. Brachvogels Narciß und als Oberjäger in Jffland's Jägern Vorzügliches leistete, die Hauptparthte übernehmen und diesem Spiele sicher auch das der Frau W e i n m ü l l e r als „Katharina" entsprechen wird, ein erfreuliches Gelingen zu erwarten sein. C. O. Eine reisende Pflanze. Der Jericho-Rose , die man nicht blos zu Jericho, auch in den unfruchtbaren Einöden Aegyptens und in Arabiens Sand- wüsten findet, schrieben die Alten wundcrthätige Kräfte zu, und noch heutzutage knüpft sich bet den Arabern gar mancher Aberglaube an diese merkwürdige Pflanze. Weniger bekannt ist, daß diese Pflanze, so regelmäßig wie die Schwalbe jährlich, viele Meilen weit nach dem Meere wandert, um die zu ihrer Fortpflanzung erforderliche Feuchtigkeit aufzunehme». Wenn der Sommer in all' seiner Kraft cingetreten ist, wirft die Jericho-Rose alle ihre Blätter ad, die Zweige verwelken scheinbar und rollen sich in Gestalt einer Kugel fest zusammen. Kaum ist das geschehen, so sausen starke, brennende Landwinde über die öde Gegend, entwurzeln die Knollen oder das Zweig- werk unserer Rose und führen sie über viele, viele Meilen der Sandwüste fort in den Ozean. Sowie die kleine Pflanze mit dem Wasser in Berührung kommt, entfaltet fie sich, verbreitet ihre Zweige und treibt hier Samen aus den Samen- gefäffen. Nachdem alle Pflanzentheile durch und durch mit Wasser gesättigt sind, wild die Jericho-Rose von de., heftigen Westwinden wieder auf den Strand geschleudert und ihre Samenkörner weit und breit über die Wüste gestreut. Wenn der Frühling wieder eintritt, so wird der verödete Landstrich von de» kleinen Blüthen der Jericho-Rose von Neuem belebt, deren Same» durch ein Seebad die Keimfähigkeit erhalten hat, die in ihrer regenarmen Heimath ohne diese Wanderung nicht denkbar wäre. Offenburger Fruchthalle. Markt v o m 5. Februar 1859. Frucht- Gattung. Einge- führt. Ausgestellt o. letzten Märkl. Verkauft. Mittel- Preis per Malter. Bleiben ausgestellt. Malter Malter Malter fl. kr. Maller Warzen. . . 272 — 272 10 20 Kernen. . . — — — — — — Halbwaizen 61 2 8 10 — Korn.... 15 — 15 7 — Haber . . . 29 — 29 3 56 — Gerste . . . 77 — 77 7 10 — Wclfchkorn. 9 9 6 30 — 463 2 465 Das M arktgcricht. Fleischtaxe für den Amtsbezirk Kork. Für den Monat Februar 1859. Das Pfund Ochscnstcisch 13 kr., Rind- und Mastkuh- flcisch 10 kr., Schweinefleisch 14 kr., Kalbfleisch 10 kr., Hanunelfleisch 10 kr. Theater in Offenburg. Mittwoch den 9. Februar. (Auf allgemeines Verlangen): Rosa und Röschen. Preis-Lustspiel in vier Acren von (sh. Birch-Pfeiffer. Perantworliichcr Rcdacieur: I. Ottcni. — Druck und Verlag der Buchdruckcrci von I. D tt eni & T ohn.