st Ortemmer Hole. Verkündigungs-Blatt für die AmtS- und Amtsgerichts r Bezirke Offenburg, Oberkirch, Ackern, Rhein. Bifchofsbeim, Kork, Gengenbach, Haslach und Wolfach. 85. Offenburg, den 25. October 185S. Bekanntmachungen. Wolfach. (Die Unterstützungen aus dem Gratial- fond betr.) Nro. 12418. An sämmtliche Bürgermeister- Ämter des Bezirks: Diejenigen, welche glauben, Anspruch auf Unterstützung aus dem Gratialfond machen zu können, haben ihre deßfallsigen Gesuche bei den Bürgermeistern ;u stellen und Letztere haben gemäß Verordnung Großb. Ministeriums deS Innern vom 30. Juni 1829 (Anz. Bl. Nro. 61» und Reg. Bl. 1832 S. 483 diese Gesuche binnen 14 Tagen anher vorzulegeu. Der Bürgermeister hat nun diese Verfügung sofort in der Gemeinde zu verkünden. Wolfach, den 19. October 1859. Großherzogliches Bezirksamt, v. K r a f f t - E b i n g. Offen bürg. (Erkenntniß.) Rro. 11490. Da Canonier August R e n d l e r von Windschläg der oberamtlichen Aufforderung vom 12. v. M. Nro. 10300 keine Folge geleistet, so wird derselbe wegen Desertion in die gesetzliche Strafe von 1200 fl. verfällt und seines Ortö- «nd Staatöbürgcrrechts für verlustig erklärt. Offenburg, den 15. October 1859. Großherzogliches Oberamt. v. Fa der. O f f e n b u r g. (UrthcilSverkündung und Fahndung.) Nro. 9070. In Untersuchungö - Sachen gegen Franziska Oberle von Berghaupten, wegen Diebstahls, wurde durch diesseitiges Urlheil vom Heutigen zu Recht erkannt: Die ledige Franziska Oberle von Berghaupten sei deS Diebstahls eines Paars Schuhe zum Nachtheil des Händlers GalstiS Maier von Nordwcil im Wcrrhe von 1 fl. 30 kr. für schuldig zu erklären und deßhalb in eine Amtsgefängnißstrafc von zehn Tagen, zum Ersätze des Minderwcrthcs des Entwendete» mit 12 Kreuzer an den Bcftohlciicn, sowie zur Tragung der Untersuchnngs- und Straferstehungökostcn zu vcrur- theilcn. B. R. W. Dieses llrtheil wird der an unbekannten Orten sich auf- haltenden Angeschuldigtcn hiermit eröffnet und werden die Behörden zugleich ersucht, dieselbe auf Betreten anher ein- julicfern. Offenburg, den 20. October 1859. Großherzogliches Amtsgericht. Klein. K o x k. (Erkenntniß.) Nro. 8426. Michael König von Linr ist der Aufforderung vom 1. Juiil. I. Nr. 5311 »iübt nachgekommen; er wird nunmehr des Orts- und StaatSbürgerreel,ts verlustig erklärt und der gesetzliche Vermögensnachtheil, bestehend im Abzug von 3 pCt. des ausgeführten und noch auszufühkenden Vermögens, gegen ihn ausgesprochen. Kork, den 15. October 1859. Großherzogliches Bezirksamt, v. H u n o l t st e i n. Urtheil. I. S. der Ehefrau des früheren Hüttenamts - Verwesers Wilhelm Klosterknecht, Maria geb. Breithaupt in Hausach, Kl. gegen ihren Ehemann Wilh. Klosterknecht von da, Vermögensabsonderung betr. Nro. 3298. Wird auf gepflogene Verhandlungen zu Recht erkannt: „Die Klägerin sei für berechtigt zu erklären, ihr Ver- „mögen von jenem des Beklagten abzusondern und in „eigene Verwaltung zu nehmen, unter Verfüllung des „Beklagten in die Kosten." V. R. W. So geschehen, Haslach den 13. October 1859. Großh. Bad. Amtsgericht. B o d e m ü l l e r. Oberkirch. (Beistandsverpflichtung btr.) Nr.9036. Metzgermeister Valentin Gcldreich von hier wurde heute als Beistand für die im Sinne des L. R. S. 499 entmündigte Maria Anna Kohle von hier verpflichtet, was hie- mil zur allgemeinen Kenntniß gebracht wird. Oberkirch, den 17. Oct. 1859. Großherzogliches Bczirksanit. S aur. Wolfach. (Gläubiger-Aufsorderung.) Nr. 12330- Philipp Kaiser von Hofstetten will nach Amerika aus- wandcrn. Etwaige Forderungen an ihn find um Mittwoch den 2. November, Vormittags 8 Uhr, dahier anzumelden. Wolfaw, den 17. October 1859. Großherzogliches Bezirksamt, v. K r a f f t - E b i n g. Wolfach. (Erbvorladung.) Rro. 4143. Die ledige volljährige Ursula Obcrsöll, die schon vor etwa 8 Jahren nach Amerika auswanderle und seither keine Nachricht von sich hierher gelangen ließ, ist als Erbe der verstorbenen Ehefrau des Accisors Joseph Moosmann, Luitgarda geb. Armbruster, von Schenkenzell, mitberufen. Dieselbe wird, da ihr dermaligcr Aufenthaltsort dahier unbekannt ist. aufgefordert, sich innerhalb 3 Monaten bei der unterzeich- 692 neten Staatsstelle zu melden, als sonst, nach Umfluß dieser Frist, die Erbschaft lediglich Denen zugetheilt würde, denen sie z.ukäme, wenn die Abwesende zur Zeit des EN>- anfalls nicht mehr gelebt hätte. Wolfach, am 19. October 1859. Großherzogliches Amtsrevisorat. S ch m a l h o l z. Holzversteigerunfl. Mit höherer Ermächtigung werden beiläufig 158 Klafter altes Eisenbahnschwellenholz, loosweise abgetheilt, öffentlich versteigert. Die Versteigerung wird vorgenommen: Donnerstag den 27. October, > Morgens 9 Uhr auf dem Bahnhof in Appenweier mit 20 Loosen; Morgens 10 Uhr auf Bahnwartsstation Nro. 187, Gemarkung Bohlsbach, mit 11 Loosen; Vormittags 11 Uhr auf dem Bahnhof in Offenburg mit 8 Loosen; Nachmittags 2 Uhr auf Bahnwartsstation No. 197, Gemarkung Schutterwald, mit 14 Loosen; Nachmittags 3 Uhr auf der Station Niederschopfheim mit 12 Loosen, und Abends 4 Uhr auf Station Friesenheim mit 6 Loosen; — Freitag den 28. October, Morgens 10 Uhr auf dem Bahnhof in Dinglingen mit 36 Loosen und Nachmittags 2 Uhr auf dem Bahnhof in Orschweier mit 51 Loosen. Die Steigerungslustigen werden hiezu mit dem Bemerken eingeladen, daß die Bedingungen vor Beginn der Steigerungsverhandlung bekannt gemacht werden. Ussenburg, den 21. Oct. 1859. Großh. Post- und Eisenbahnamt. Weitzel. Pferd - Versteigerung. Am künftigen s Donnerstag den 27. October d. I., Vormit- . tags 11 Uhr, wird auf dem Kasern-Platze zu Kehl, zufolge hoher Kriegsministerial-Vcrfügung, ein Militärpferd öffentlich gegen Baarzahlung versteigert werden. Kehl, den 22. October 1859. Der Garnisons-Commandant: v. Weiler, Major. O b e r k i r ch. (LiegenschastsversteigerungJ In Folge richterlicher Verfügung werden aus der Gantmasse des Johann Baptist Burger von Oberkirch Donnerstag den 24. November d. I., Nachmittags 3 Uhr, auf dem Rathhause zu Oberkirch nach- bezeichnete, in der Gemarkung Oberkirch gelegene Liegenschaften in öffentlicher Steigerung dem Verkaufe ansgc- setzt: 1) Eine Behausung nebst besonders stehenden Schwein- ftällen, einerj. Franz Börsig's Wittwe. anderseits Leopold Strack, — tarirt zu 2) Der hinter dem Hause liegende Garten sammt Hausplatz und Hofraithe, — tar.z. 3) Ein Almendgarten, neben Joseph Oesterlc, Schneider, und Ignaz Walz dahier, tar.z. Summa Der Zuschlag erfolgt, wenn darüber geboten wird. Oberkirch, den 18. October 1859. Großherzogliches Amtsrevisorat. Kiefer. vst. 850 st. 375 fl. 75 st. 1300 fl. der Schätzungspreis oder Assistent. Offenburg. (Zahlung^- Aufforderung.) Alle Diejenigen, welche mit Schuldigkeiten zur Stadt-, Spar-, Pfarrzehnt- und Gewerbschul- Kaffe noch im Rückstände haften, werden an deren Berichtigung mit dem Anfügen erinnert, daß, wenn nach Ablauf von 14 Tagen keine Zahlung erfolgt ist, unnachsichtlich gerichtliche Betreibung eintritt. Offenburg, den 21. October 1859. Der Gemeinderath. W i e d e m e r. F u r s ch e n b a ch, Amts Achern. (Holzversteigerung,- Am Mittwoch den 2. November d. I., Nachmittags 1 Uhr, werden im Rebstockwirthshause zu Furschenbach folgende Holzsortimente öffentlich versteigert; als: Buchenes und schäleichenes Scheiterholz 15 Klafter, ., „ .. Prügelholz 6 Birkenes Scheiterholz 7 Tannenes und forlenes Scheiterholz 40 „ Gemischte Prügel 10 „ Kastanienbaumencs Scheiterholz 30 „ Gemischte Reiswellen 5000 Stück. Gemischte eichene, buchene und birkene Scheitelswellen 1000 wozu man die «steigerungsliebhaber cinladet. Furschenbach, den 22. October 1859. Das Bürgermeisteramt. B o h n e r i. L> ch i l t a ch. (Floßholz - Versteigerung.) Am Mittwoch den 26. Octobcr d. I., Nachmittags 2 Uhr. versteigert die hiesige Gemeinde auö dem Walödistricte Tiefenbach, Abtheilung 5 und 6, auf dem Rathhausc folgende Flößhölzer: 23 Stämme 35er v. 11". 42 Stämme 40er Holz. 88 „ 50er 60 „ 40erle 70 60er 41 „ 50erle 24 „ 70er 1 Stamm 60erle 60 Stämme 35er von 8". 79 „ 40er do. 26 „ 45er do. 12 „ 50er do. 1 Stamm 60er do. 45 Stämme 35er v. 10". Das Holz liegt an der Straße am Hohenstein, und kann dieses Jahr noch verstößt werden. Kauftiebhaber werden eingeladen. Schilkach, den 19. Oct. 1859. Das Bürgermcistcrauit. Störzer. rm. Rösch. 12 12 8 10 7 4 5 2 3 „ 35er „ 39er „ 39cr ,. 39er 44er „ 44er „ 44er „ 50cr „ 50er 15 Sägklötze von 18 Fuß. 30 „ von 24 Fuß. v. 12". v. 10". v. 11". v. 12". v. 10". v. 11". v. 12". v. 11". v. 12". Gengenbach. (Dungversteigerung.i Am Donnerstag den 27. d. M., Vormittags 11 Uhr, wird bei den städtischen Stierstallungen ein großer Haufen Dung in schicklichen Abthcilungen an den Meistbietenden versteigert. Gengenbach, am 21. October 1859. Das Bürgermeisteramt. >L> t e i n. Kaiser. 693 |3j Illenau. (Versteigerung eines Dampfkessels.) Dienstag den 3. November 1859, Vormittags 11 Uhr, wird bei diesseitiger Anstalt ein noch brauchbarer Dampfkessel aus gemalztem Eisen, 10 Fuß lang, 4 Fuß hoch, 3V- Fuß breit, 20 Centncr wiegend, öffentlich versteigert, wozu Kauflustige eingeladen werden. Jllenau bei Achern, den 13. October 1859. Directivn der Großherzogl. Heil- und Pflege-Anstalt. Roller. B r c t t l c. Gemeinde Baiersbronn, OA. Freudenstadt. Werk- und Klasterholz-Verkauf am Feiertage Simon und Judas, den 28. d. Mts., von Mittags 11 Uhr an, im Gasthaufe zur Sonne in Baicrö- brcnn Oberthal, vom District Weihcrhalde: 98 Stück Werkbuchcn, 8 bis 32' lang, 1700 <£' enthaltend, zu Leuchtspänen tauglich; mehrere Parthien tannenes Sägholz, 56V- Klafter buchene Scheiter, 15 Klafter buchene Prügel und 16 Klafter tannenes Mischelholz; sämmtlich ganz in der Nähe vom genannten Wirthshause und daher zur Abfuhr auf der s. g. Ruhstcinstraße sehr passend gelegen. Baiersbronn, den 19. October 1859. Gcmeindeförster Schmidt. S e e b a ch, Amts Achern. (Holzverstcigernnz.) Die Waldgcnossenschaft Seebach läßt am Samstag den 29. October d. I., Morgens 9 Uhr anfangend, im Hirsch- wirthshause in Scebach folgende Holzsortimente öffentlich versteigern, als: etwa 280 Stück tannene Sägklötze, 121-/4 Klafter buchenes Scheiterholz, 35-0 Klafter tannenes Schcitcrholz, 5Vr Klafter ahoruencö Schciterholz, 19-/2 Klafter gemischtes Schcitcrholz, 38-/4 Klafter buchenes Prügelholz, IV 2 Klafter tannenes Prügelholz, I-/4 Klafter gemischtes Prügclholz; wozu^die Liebhaber eingcladen werden. Seebach, den 21. October 1859. Das Bürgermeisteramt. Schneider, Rathsschrcibcr. s2) Dorf Kehl. (Jagd-Bcrpachtung.) Samstags den 29. October l. I., NaaimittagS 4 Uhr, läßt die hiesige Gemeinde die Ausübung der Jagd auf der hiesigen Gemarkung (Dorf Kehl mit Suudheim) auf circa 2300 Morgen Feld, Wiesen und Nheinwörthcn (ausschließlich von 311 Morgen ärarischen Gütern , die s. g. Mctzgerwcidc, Rappeuhof und Rieder), im Gasthof zur Post dahier auf 6 Jahre mittelst öffentlicher Versteigerung an den Meistbietenden in Pacht vergeben, wozu Liebhaber hierdurch cingeladen werden. Torf Kehl, den 15. Oct. 1859. Das Bürgermeisteramt. F r e ch. O f f e n b u r g. (Kapital-Darleihen.) 4000 fl. können gegen Einlegung von Rustikalobligationcu im Ganzen oder thcilweise angeliehen werden. Ofsenburg, den 19. October 1859. St. Andrcao-Hospitalverwaltuiig, K ö n i g. mV ., ^ [ 2J Linr, Amts Kork. (Jagdverpach- ^M i«^. tung.) Freitag den 28. d. M., Morgens zehn EWLs>«L Ubr. wird aus dem Rathhause dahier die mit dem 2. Februar 1860 pachtfällig werdende Feld- u. Waldjagd, ungefähr 2200 Morgen groß, sammt Korkerwald, in einer Abiheilung auf weitere drei Jahre öffentlich verpachtet, wozu man die Liebhaber mit dem Anjügen cinladet, daß ihnen vor Beginn der Steigerung die Bedingungen bekannt gemacht werden. Linr, den 14. October 1859. Das Bürgermeisteramt. M a n ß h a r d t. Dundenheim. (Wucherstier-Verstci- gerung.) Die hiesige Gemeinde läßt am Donnerstag den 27. d.M., Nachmittags 1 Uhr, einen noch jungen fetten Wucherstier gegen baare Zahlung öffentlich versteigern, wozu die Liebhaber eingeladen werden. Dundenheim, den 20. October 1859. Das Bürgermeisteramt. Roth. Hofweier. (Holzversteigerung.) Freitag den 28. October, Nachmittags 2 Uhr, läßt der Unterzeichnete in seiner Behausung 6 Klafter ganz trockenes, schäleichenes und buchenes Scheitholz in schicklichen Abtheilungen gegen Baarzahlung öffentlich versteigern. Hofweier, den 21. October 1859. Wörter, Bürgermeister. [1] Offenburg. (Schreincrarbeit-Versteigerung.) Baptist Zinth läßt am nächsten Donnerstag den 27. d. M., Morgens 9 Uhr, die zu 51 fl. angeschlagenen Schrci- nerarbeiten in seinem neuen Hause öffentlich im Abstrich versteigern. Verlorener Hund. Ein langhaariger, mittelgroßer, hellbraun und grau gefleckter _^Hühnerhund mit nicht langer Fcdcrruthe und etwas kurzem Halse ist von Achern fortgelaufcn. Die Herren Jäger und sonst für Hunde sich Jnteressirenden sind gebeten, bei ailenfallsigem Betreten mir von dessen jetzigem Aufenthalte Kenntniß zu geben. Frciburg, den 10. October 1859. v. N e u e n st ein, Gr. Lieutenant. O s f e n b u r g. (Rübenverkauf.) Eine halbe Zeuch weiße Rüben sind zu verkaufen und ist das Weitere in Rro. 219 in der Steinstraße zu erfragen. A u c n h c i m, Amts Kork. (Fäffervcr- I tauf.) Unterzeichneter hat zwei neue, starke, } mit Eisen gebundene Fässer, das cine 12 und das andere 9 große Ohm haltend, zu verkaufen. Hornung, Küfermcistcr. Ofsenburg. (Rübenverkauf.) Oelmüller Henco hat die weißen Rüben auf 2 Zeuch Acker zu verkaufen. sls Offen bürg. (Rübenverkauf.) Mctzgermcistcr Fuchs hat 1 Zeuch weiße Rüben zu verkaufen. U r l o f f c n. (Zuchtsticrvcrkaus.) Joseph Herbst in Urloffen hat einen 5 /+ Jahr alten schwarzgeschecktcn Zucht- stier zu verkaufe». Ofsenburg. (Dungverkauf.) Einen Haufen Dung hat zu verkaufen: H. Berge r. Offenburg. (Anzeige.) Bei Unterzeichnetem sind zu haben: Ansichten von Offenburg, der Gitterbrücke, dein Bahnhof in Offenburg, Schloß und Dorf Ortend erg, sowie eine große Auswahl lackirter Albumbilder; ferner: ein großes Sortiment von Stahlfedern und Stahlfederhaltern von guter Qualität und zu den billigsten Preisen. W. Boeckh, Buchbinder, Nachfolger von L. Grcber. [3] Offen bürg. (Anzeige.) Von den berühmten Hühneraugen - Pflästerchen habe ich von den Herren Gebr. Lentner die Niederlage erhalten und können solche auf's Beste anempfohlen werden. Ferd. Hölztin jun. Offenburg. (Rübenverkauf.) Kammmacher Ad. Nerlinger hat eine halbe Zeuch weiße Rüben zu verkaufen. Aachener und Münchener Feuerverfichernngs - Gesellschaft, gestiftet 1825. Kurz« Nachricht. 1859. Grundkapital.fl. 5,250,000. — Prämien- und Zinsen-Einnahme für 1858 (exci. der Prämien für spätere Jahre).fl. 2,883,071. 6 Prämien-Reserven.fl. 4,456,788. 42 fl. 12,589,850748 Versicherungen in Kraft während des Jahres 1858 .fl. 1,455,413,184. - Von alle» deutschen Versicherungs - Gesellschaften besitzt die obige den größten Umfang und die stärksten Reserven. Dadurch ist ihre Sicherheit um so unabhängiger von möglichen großeir Verlusten. Sie versichert zu festen Prämien ohne Nachscbuß. Die Versicherung kann geschlossen werden: ». auf 6 Jahre und darunter, mit jährlicher Prämienzahlung. Ter Versstl)erte erspart durch diese Vcrsichc- rungsweise Bemühung, Porto und jede Art Kosten vom zweiten Jahre an. Wer die Prämien von 6 Jahren voraus bezahlen will, erhält davon nicht allein 10 Procent Disconto, sondern hat auch die Versicherung des s i c b e n t e n Jahres frei; d. auf 3 Jahre mit Vorausbezahlung der vierjährigen Prämie, so daß das fünfte Jahr frei ist; v. auf I Jahr oder kürzere Zeit. Der Unterzeichnete Agent der Gesellschaft erthcilt Auskunft über den Betrag der Prämien, liefert die von den Versicherungsuchendcn gewissenhaft auszufüllenden und zu unterzeichnenden Antragsformulare und besorgt demnächst die Ausfertigung der Polizcn. Ich empfehle mich daher zu Versicherungsanträgen bei dieser soliden und jede (Garantie dielenden Gesellschaft, die einen Thcil ihres Ein- nahmen-Ueberschusies zu gemeinnützigen und wohlthätigen Zwecken verwendet, wie sie denn auch für die Hagelbe- beschädigten dcS hiesigen Oberamtsbezirks 500 fl. gespendet hat. Offenburg, am 22. October 1859. Ludwig Kill. Unterharmersbach. (Bekanntmachung.) Wegen vorzunehmender Reparation an den Thalbach - Brücken, Rößle- und Kaffebrücke, köimen am Mittwoch, Donnerstag und Freitag den 2., 3. und 4. November d. I. keine Fuhrwerke passtren, was öffentlich bekannt gemacht werden wolle. Unterharmersbach, am 24. October 1859. DaS Bürgermeisteramt. Lehmann. Verkauf von Wildpret ans den Freiherr!, von Bussierre'schen Jagden für die Stadt Offenburg. Ich bitte jene Familien, welche sich mit WUdpret für ihren Tisch bei mir versorgen, dasselbe nur in der Morgenstunde von 8 biö 9 Uhr abholen oder bestellen lassen zu wollen. Offenburg, 20. October 1859. Heinemann, I a g d v e r r e ch n e r. Offene LehrUngsstelle. In einem Spcccrci- und Langewaaren - Geschäft ist für einen gesitteten jungen Mann eine Stelle als Lehrling offen, Näheres ist bei der Redaction dieses Blattes zu erfahren. Beschäftigung für Steinhauer. Vier bis fünf tüchtige Steinhauergesellen finden sogleich gegen gute Bezahlung den ganzen Winter über Beschäftigung bei Leopold Fleig, Maurermeister in Oppenau. [2] Offenburg. (Kapitaldarlchen.) Die Kirchen- fouds - Verrechnung in Offenburg hal —1500 fl. zu 4>/- Proc. Zins zum Ausleihen gegen gerichtliche Versicherung parat. D u r u e g z er, Kirchenschaffncr. O e d s b a ch, Amts Oberkirch. (Geld auszuleihcn.) Georg Panter in Oedsbach hat 1000 fl. Pflegschaftsgeld gegen Obligation auszuleihcn. [11 Urloffen. (Geld auszuleihen.) Michael Schneider, als Vormund über Franziska Schneider von Urlosfen. hat 100 fl. Pflegschaftsgeld für dieselbe gegen gesetzliche Pfandurknude auszuleihen. [2j H e r z t h a l, Amts Oberkirch. (Kapitalantrag.) Bis 1. Januar k. I. können auS dem St. Wendelinsfond Rohrbach 1000 fl. 4*/a pCt. auf gerichtliche Pfandverschreibung dargeliehen werden. Herzthal, den 17. October 1859. Rechner Kaufet ö. Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Baden. Karlsruhe, 18. Octbr. Wie wir aus den im Tagblatt veröffentlichten Danksagungen der betreffenden Wohlthätigkeitsanstallcn ersehen, hal sich der hochherzige Wohlthätigkeitssinn unseres durchlauchtigsten Fürstenhauses wieder in einer Reihe milder Spenden kundgegeben, die wir nicht glauben stillschweigend übergehen zu dürfen. Vorigen SamStag, 15. d., am Tage der feierlichen Beisetzung der sterblichen Hülle des in Gott ruhenden Hrn. Markgrafen Wilhelm, ließ Ihre Großh. Hoheit die Frau Markgräfin Wilhelm die Summe von 200 fl. an brave, dürftige Wittwen vertheilcn. Gleichzeitig spendete Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin Sophie aus Anlaß der glücklichen Zurückkunft Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Karl an vier verschiedene Wohlrhätig. keits-Anstalten je 100 fl. 695 Abgeordneten-Wahlen. 8. Städte-Wahlbezirk, Residenzstadt Karlsruhe: Die HH. Kaufmann Stüber und Ministerialrath vr. Dich; 26. Aemter-Wahl- bezirk, Landamt Karlsruhe: Hr. Hofgerichts - Dircctor Stockhorner v. Starein; 30. Aemter-Wahlbezirk, Amt Breiten: Posthalter Paravicini; 4. Städte-Wahlbezirk, Stadt Lahr: Hr. Oberamtmanu Fingado von Emmendingen; 35. Aemter-Wahlbezirk, Ladenburg und Weinheim: Hr. Hofgerichts-Rath Mayö in Mannheim; 29. Aemter- Wahlbezirk, Oberami Bruchsal mit Ausschluß der Stadt: Hr. Hofgerichts-Rath Hildebrand zn Bruchsal; 9. Städte- Wahlbezirk, Stadt Durlach: Bürgermeister Wahrer; 11. Slädte-Wahlbezirk, Stadt Bruchsal: Oberkirchenraths- DirectorPrestinari; 12. Städte-Wahlbczirk, Stadt Mannheim: Gemeinderath Heusser von Mannheim; 6. Städtc- Wahlbezirk, Stadt Rastatt: Hr. de Haan, Gemeinderath und Gastwirth zu Rastatt: 11. Aemter-Wahlbezirk, Staufen-Heitcrsheim: Gerbermeister Joseph Federer zu Ehrenstetten; 33. Aemter-Wahlbezirk, Sinsheim re.: Hr. Obcrkirchenrath Muth zu Karlsruhe; 37. Aemter- Wahlbezirk, Eberback - Mosbach: Hr. Geheime Rath Re- gierungsdirector Schaaff zu Frciburg; 32. Aemtcr-Wahl- bezirk, Wiesloch-Neckargemünd: Hr. Ministerial-Director Junghanns zu Karlsruhe; 9. Aemter-Wahlbezirk, Amt Lörrach: Hr. Professor Lamey zu Freiburg; 31. Aemter- Wahlbezirk, Schwetzingen-Philippsburg: Hr. Fabrikant Heintze in Weinheim; 41. Aemter-Wahlbezirk, Walldürn und Landorte von Wertheim: Hr. Ministerialrath Walli in Karlsruhe. Karlsruhe, 19. Octbr. Abermals enthält das Tagblatt eine lange Liste von mildthätigen Gaben an hiesige WohlthätigkeilSanstalten aller Konfessionen, welche Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin Sophie aus Anlaß der glücklichen Zurückkunft Sr. Großh. Hoheit des Prinzen Karl gespendet hat. In Raten zu 100 fl. und 200 fl. verabreicht, erreichen allein die heute verzcichneten Spenden die Summe von 900 fl., wozu von gestern 400 fl. kommen. Solche Aeußernngcn zarter Mutterliebe und fromm-mild- thätiger Gesinnung sprechen beredter, als jedes Wort, das wir hier beifügen könnten. * O f f e n b u r g, 22. Oct. In unserer Nachbarschaft soll sich ein NathSschrciber bei Führung der Grund- und Untcrpfandsbüchcr Bcrgehen des grenzenlosesten Leichtsinns schuldig gemacht haben, und es ist deßhalb eine strenge Untersuchung durch das hiesige Amtsgericht cingelcitct. Näheres über diesen Fall vermögen wir nicht anzugebcn, doch möge auch diese, wenn wohl unvollkommene, Kunde hierüber die Pfandgerichte wieder neuerdings Hinweisen, wie es ernste Sache und von ihrer Seite heiligste Pflicht ist, die dienstlichen Ausfertigungen deö Pfandschreibers immer vor dem Unterschreiben sorgfältig und bedachtsam zu durchgehen, damit keine Unrichtigkeiten in Pfandeinträgen u. s. f., oder gar Fälschungen unterlaufen und mit der Zeit Benachtheiligungcn Vorkommen können. * O s f e n b u r g, 24. Octbr. Bei der heute dahier unter Leitung des Großh. Wahlcommissärs, Hrn. Mini- sterialraths Küßwieder, abgehaltcnen Wahl eines Land- tagsabgeordncten für den Aemter-Wahlbezirk Oberkirch- Gengenbach ging Herr Posthalter und Badbesitzer K i m m i g zn Petersthal mit Stimmenmehrheit aus der Wahlurne hervor. Weiter erhielten noch Stimmen: Herr Gutsbesitzer Fischer in Entcrsbach, Herr Rechtsanwalt E n g e s s e r zu Gengenbach und Herr Ober- gerichtsadvocat R e e in Bruchsal. Kehl, 20. Oct. Nachdem vor nicht langer Zeit die österreichische Regierung sich veranlaßt sah, den hiesigen Einwohnern und einigen Nachbargemeinden für die gastfreundliche Aufnahme der verschiedenen Gefangenentransporte öffentlich zu danken, läßt dieselbe jetzt einzelnen Persönlichkeiten noch besondere Auszeichnung zukommen. Bereits sind von der österreichischen Gesandtschaft in Karlsruhe die betreffenden Schreiben angclangt. Der hiesige Garnisonskommandant Major v. Weiler und Bierbrauer Schaaf sind unter den Dekorirten; Ersterer erhält das Eiserne Kreuz 3. Klasse; Letzterer die höchste Auszeichnung für Civildienste, nämlich das goldene Kreuz mit der Krone. Der hiesige katholische Pfarrer Weiß und der Bürgermeister erhielten specieile Belobungöschrcibcn. Lahr, 18. Oct. Herr Kartonagefabrikant G. Heimburger, dessen Ehe mehrere Jahre kinderlos geblieben, hat, da er kürzlich durch die Geburt eines Söhnchens erfreut worden ist, eine Stiftung von 1000 fl. gemacht, deren Zinsen jedes Jahr an ein armes Brautpaar hier gegeben werden sollen. Die Staatsgenchmigung ist zwar noch nicht crtheilt, doch nehmen wir keinen Anstand, zu Ehren des Stifters jetzt schon Erwähnung davon zu machen. Rastatt, 20. Oct. Der 13jährige Sohn des hiesigen Gerbers G. wollte gestern in der Nähe des Bahnhofes auf den rasch dahinfahrendcn Omnibus springe», siel herab und zwar so unglücklich, daß ihm das Vorderrad den Kopf, das Hinterrad die Brust zerdrückte, was augenblicklichen Tod zur Folge hatte. Der Schmerz der geachteten Familie erregt allgemeine Theilnahme. Nicht ganz so schlimm, doch mit zerquetschtem Beine, hatte des Abends in der Stadt ein Fuhrknecht seine Unvorsichtigkeit bei einer Weiufuhrc zu büßen. — Unter dem Nachlaß eines heute zur Erde bestatteten hiesigen Bürgers, eines Kaufmanns aus der guten alten Zeit, wurden über 24,000 fl. baares Geld vorgefunden. Wie man hört, bedachte er die beiden hiesigen Waisenhänscr mit Vermächtnissen. — In Fr ei bürg ist das Herbstvergnügen nicht ohne Unfall vorübergegangen, und zwar trägt Unvorsichtigkeit daran Schuld, was hier erwähnt wird, weil man nicht genug dagegen warnen kann. Ein Knabe bekam eine Ladung Pulver ins Gesicht und litt z!i großem Glück keinen Schaden für sein Augenlicht. Eine Arbeiterin wurde durch einen Schuß am Fuß schwer verletzt, und ein Mann durchschoß sich in der Art die Hand, daß ihm der Arm amputirt werden mußte. Es ist unbegreiflich, wie solche immer wiederkehrende Unglücksfälle nicht zu größerer Sorge in der Handhabung des gefährlichen Instrumentes bewegen könne». Aus dem W u t t a ch t h a l, 17. Octbr. In dem zum Amtsbezirk Stühlingcn gehörigen Ort Grimmels- hofcn hat sich vorgestern ein schreckliches llnglück zugc- tragen, welches zur Warnung veröffentlicht zu werden verdient. In der unweit vom Ort befindlichen Sandgrube waren mehrere Kinder mit Sandheben beschäftigt, als plötzlich die Grube zusammcnstürzte und die Kinder zudecktc. Ter schnell herbeigecilten Hülfe gelang es, einige von diesen Kindern, welche zum Glück nicht weit in die Grube gekommen und nur theilwcise verschüttet waren, zu retten, während drei andere auf diese Weise ihren frühen Tod fanden. Die Theilnahme für die schwer heimgesuchten Eltern ist eine allgemeine. — Am gleichen Tag, bei Gelegenheit einer Hochzeit, geriethen mehrere Hochzeits- gästc in einem WirthShause in der Nähe von Stühlingen 696 in Streit, wobei einer der Streitenden einen in der Hausflur gestandenen sog. Karst ergriff und einen Nichtbethei- ligten, welcher nur abwchrc» wollte, mittelst eines Schlags auf den Kopf schwer verletzte. Untersuchung ist eingcleitet. Vom Bodeusce, 18. Octbr. (?in besserer und sicherer Barometer zur Benrtheilung der Starke des 1809er Weins als alle Wein- und Mostwagen ist u»S die allgemeine Fröhlichkeit und der Rumor in- und außerhalb der Schenken. Auch die Vermehrung gewisser Arten von Unglücksfällen scheint mit der Kraft des diesjährigen Weines zusammenzuhängen. Haben sich doch in einem kleinen Reborte am See in wenigen Tagen folgende UuglückSsälle ereignet: Ein Wimmler, behext vom Neuen, schnitt seiner Nachbarin ein Stück von der Nase, indem er diese wahrscheinlich mit einer rothcn Traube verwechselte. Ein anderer Wimmlex verwechselte seinen Daumenfiugcr mit einem Traubenstiele und schnitt sich den erstem anstatt des letztem ab. Einer vom Herbstfuhrwesen brachte beim Ausladen der Traubcnzübcr seinen Kopf zwischen einen Zuber und die Wagcnlcitern und nahm dadurch Schaden an seinem Haarboden. Ein Fuhrmann endlich ans dem Württembergischeu verlor auf der Kircbberger Steige seine in 3 Faß Wein bestehende Ladung, indem er beim Ausweichen vor einem ihm entgegenfahrcnden Traubeuwagen zu nah de»t steilen Rebabhaug kam und in Folge dessen der Wagen umschlug. Roß und Wagen blieben mit dem Fuhrmann an einer Telegraphenstaugc hängen, die gefüllten Fässer aber kugelten und überschlugen sich mit zu- uehmender Schnelligkeit, und in den noch nicht geherbsteten Reben arge Verwüstungen anrichtend, den steilen Abhang hinunter. Bayern. München, 18. Octbr. (Sch.M.) Von Seite der bayerischen und, wie man glaubt, sämmtlicher deutschen Bischöfe ist demnächst der Erlaß von Hirtenbriefen zu erwarten, welche in ähnlicher Weise, wie die des französischen Episkopats, die Bedrängnisse des päpstlichen Stuhles besprechen, für die Rechte desselben cin- treteu, und zum Gebet für das Oberhaupt der katholischen Kirche die Gläubigen auffordern werde. Preußen. Berlin, 17. Oct. Auch in Bezug auf die künftige Organisation der Eavallcric erfährt man jetzt Näheres aus den Grundzügen. des Plans über die Ge- sammtänderung dcö preußischen Heerwesens. Man geht dabei von dem längst feststehenden Bedürsniß einer verlängerten Dienstzeit der Eavallcristen und von der Absicht einer Verringerung, aber damit zugleich einer großem Tüchtigkeit der Eavallcric aus. Bisher hatte jedes Ar- mcccorps 4 Linien- und 4 Landwehr-Reiterregimenter, so daß im Ganzen 32 Linien-, 32 Landwehr- und 8 Garde-, zusammen also 72 Reiterregimenter bestanden. Jetzt will mau die Zahl von 8 Linicn-Eavallcriercgimentcrn bei jedem Armcccorps auf 0 reduciren. die Landwehr-Eavallcric ganz auflösen und an ihre Stelle die leichte Eavallcric mit 1 l Dragoner- und 7 Ulanenregimcnlern treten lassen. Jedes Regiment soll, wie ich bereits gemeldet, ferner 6 Schwadronen erhallen, und zwar zit 120 Pferden, rcsp. zu 150 im Krieg. An die Stelle des bisherigen dreijährigen soll ein vierjähriger Dienst und ein einjähriges Rcscrveverhältniß treten, dagegen fallt der Laiidwehrdicnst ganz ans. Dieser Umstand, sowie ver bedeutend geringere Bedarf an Mannschaft und Pferden bei einer Mcbil- mawung entschädigt durch die dabei zu erzielende Erspar- niß für die bedeutende, durch die neue Einrichtung gebotene Erhöhung des Militäretats. Berlin, 16. Oct. sE.Z.) Aus die innigen Beziehe ungen, welche zwischen dem hiesigen und Petersburger Kabinet auf Grund der übereinstimmenden Auffassung in den gegenwärtigen großen europäischen Fragen obwalten, haben wir bereits wiederholt hiugcwicsen. Dieses Ein- verständniß Preußens und Rußlands dürfte aber zum Zwecke eines engen und geschlossenen Zusammengehens in diesen großen Fragen eine immer größere Befestigung erlangen, so daß das Einvernehmen zu seiner Zeit auch des formellen Anödrucks nicht entbehren möchte. Erfreulich sind die Erleichterungen, die sich in Bezug auf das Paß- und Verkehrswesen zwischen beiden Staaten angebahnt haben. Aus W e st p h a l e n , 6. Oct. In einem österreichischen Blatte war jüngst in Aussicht gestellt, daß die ganze katholische Geistlichkeit sich für die Erhaltung der weltlichen Herrschaft des Papstes in der Romagna erheben und dadurch eine so gewaltige Agitation Hervorrufen werde, daß alle europäischen Mächte nicht im Stande sein würden, dem Papste seinen Besitz vorzuenthalten. In Frankreich sind bekanntlich einige Geistliche vorangegangen; in Deutschland folgt der Bischof von Münster dem französischen Beispiele nach. In seinem Hirtenbriefe bezeichnet dieser Geistliche es als ein frevelhaftes Attentat, den heiligen Vater der weltlichen Herrschaft im Kirchenstaate verlustig zu erklären. Zugleich ordnet er Folgendes an; lj daß auch fernerhin die Oratio pro papa an allen durch die Rubriken gestatteten Tagen bei der h. Messe eingeschaltet werde; 2) daß sämmtliche Priester, sowohl vom Scknlar- als Regularstande an dem ersten von pflichtmäßiger Application freien Tage eine h. Messe nach der Intention des h, Vaters und für sein Wohl appliciren; 3) daß sämmtliche Ordcnslente, die nicht Priester sind, in den Mannsklösteru und sämmtliche Ordcnsfrauen in den Fraueuklöstern eine h. Kommunion für den h. Vater anfopjern; 4) daß sämmtliche Gläubige des Laienstandes ihre nächste h. Kommunion nach der Intention dcö h. Vaters verrichten; 5) endlich, daß in allen Kirchen des BisthumS an allen Sonn- und Festtagen nach der Frühmesse , oann zur Zeit des Hochamts im Anschlüsse an die Predigt oder au das sog. allgemeine Gebet und an Wochentagen nach der sog. Pfarrmcsse oder nach der am meisten besuchten heiligen Messe ein Gebet für das Oberhaupt der Kirche laut vorgebctct werde. — In Hirschberg (Preußisch - Schlesien) wurde am 10. d. Di. eine Parthie frischgepflückter Erdbeeren aus den waldigen Höhen des Stangenbcrges zum Verkaufe gebracht. Auch reise Himbeeren kommen in einem Garten daselbst vor. Schweiz. Wer hat nicht schon von der schönen Anstalt sprechen gehört, die ein hochherziger Basler Fabrikant, Herr Richter-Linder, in Basel errichtet hat? Waisenkinder oder solche, die in der Erziehung von ihren Eltern vernachlässigt werden, finden bei dem cdcln Menschenfreund willkommene Ausnahme, werden musterhaft mtterrichtet, zu Ordnung, Reinlichkeit und geregelter Thätigkcit angehalten , einfach-kräftig genährt und in jeder Beziehung sorgfältig verpflegt und das Alles nicht nur unentgeltlich, sondern nach einem dreijährigen Aufenthalt in der Richter- Liudcr'schcn Erziehungsanstalt können sic noch ein beträchtliches Kapitälchen, oen zusammcngcsparteu Lohn für ihre Arbeit, das Ihrige nennen. Diese Anstalt besteht nun bereits mehrere Jahre; cs ist in derselben eine namhafte Anzahl junger Leute zu ordentlichen, braven und glücklichen Menschen hcrangcbildet worden, die sonst voraus- 697 sichtlich, wenigstens zum Theil, dem physischen und moralischen Elende anheimgefallcn wären. Herr Richter-Linder will nun den Kreis seiner segensreichen Thätigkeit noch weiter ausdehnen und hat zu diesem Bchufe das aufgehobene Kloster St. Urban im Kanton Luzern augekauft. Es wird wohl Niemand die Behauptung wagen, daß jenes Kloster in seiner neuen Bestimmung nicht eben sowohl den heiligsten Aufgaben des Christenthums diene. Frankreich. Paris, 19. Oct. Der Kaiser, welcher die toskanische Abordnung empfing, rieth ihr, als das der Zukunft entsprechendste Mittel, Nückberufung des Großherzogs Ferdinand n. an, da die Einverleibung Toskanas unmöglich sei. — Der Fricdenschluß in Zürich ist Gegenstand sämmtlichcr politischer Unterhaltungen; man ist aber im Allgemeinen noch nicht ganz beruhigt. In diplomatischen Kreisen will man wissen, daß die Einverleibungsfrage von Frankreich nun entschieden im negativen Sinne gelöst worden sei. Der Kaiser soll den anwesenden Toökanern geradezu gesagt haben, sie müßten sich auf die Rückkehr ihres Großherzogö gefaßt macken. Das auswärtige Amt hat sich schon längst in diesem Sinne geäußert und es liegt daher nun die Frage vor, wie man die Restauration zu bewerkstelligen gedenkt. _ So viel sich aus den Aeußeruugen unserer politischen Kreise entnehmen läßt, wird Frankreich die Restauration energischer als bisher befürworten, aber eS ist schwer, sich eine Vorstellung von den Mitteln zu machen, die man anzuwenden vorhat, falls die Rathschläge, Mahnungen, Warnungen, Weisungen und Drohungen der französischen Regierung in Italien ohne Erfolg bleiben. Da man sich einmal darüber verständigt hat, von der bewaffneten Dazwischcnkunft keinen Gebrauch zu machen, so läßt sich schwer ermessen, durch welche Art von Action die Mittelitaliener von ihren so oft und mit so großer Entschiedenheit ausgesprochenen Wünschen abzubringen sein dürften. Paris, 10. Oct. (Sch.M.) Gibt es eine mehr von allem irdischen Glanze umflossene Familie, als das französische Kaiserhaus? Und doch, wie wenig beneidenöwerth ist ihr Geschick! Das Lächeln auf den Lippen, die Todesangst im Herzen! Inmitten der Herrlichkeiten Bor- deaur's war aus London die Nachricht eingctroffen, daß es auf dem Weg nach Paris auf einen „unfehlbaren" M o r d a n s ch l a g angelegt sei. Daher, wie schon mehrmals, plötzliche Abänderung des kaiserl. ReiscplanS. Ja, um die Gefahr zu verthcilen, wurde sogar der Kronprinz im öffentlichen Schnellzug besonders abgesendet, aber bei fernerer Ueberlegung sofort unterwegs durch den Telegraphen wieder aufgchalten. Man denke sich die Unruhe der Mutter während einer solchen Reise! Mehrfache polizeiliche Untersuchungen sollen angekuüpft sein, unter anderen in Tours; so lautet wenigstens das öffentliche Ge- heimniß des heutigen Tags. Daß die Gefahr drohend sein mußte, beweisen die Vorsichtsmaaßrcgelu. Man schaudert bei dem Gedanken einer solchen Katastrophe, und doch hängt dieses Damoklesschwert über dem Geschick Europa's! _ __ Italien. Turin, 14. Oct. f'ö.üJl.J In Parma ist man einer Beschwörung auf die Spur gekommen, die sich auch auf Modena und Toskana ausdehnte und bereits bruchreif war. Ohne die Schwatzhaftigkeit eines Eingeweihten vom Militär wären die HH- Farini, Ricasoli und Cipriani von einer Gegenrevolution überrumpelt worden, die nur zu leicht hätte siegreich sein können, da die so lange andauernde peinliche Ungewißheit der Lage viele der Anhänger der jetzigen Regierung in's La'ger der Gegenrevolution treibt. Farini tritt nun mit diktatorischer Strenge auf. Jede Nacht geschehen Verhaftungen; der Belagerungszustand ist zwar nicht verkündet worden, wie die Blätter anfänglich brachten, wohl, aber ist bei strengen Strafen die Ablieferung der Waffen binnen 48 Stunden angcordnet, mit Ausnahme jener der Nativualgarde. Viele angesehene Männer, die als warme Anhänger der früheren Dynastie bekannt sind, wurden ausgewiesen; ebenso solche, die im Gerüche des Mazzinismus stehen. Von der italten. Grenze, 10. Oct. Ueber- einstimmenden Berichten aus Paris und Italien zufolge sind Unterhandlungen zwischen Neapel und den mittel- italienischen Fürsten eingeleitet, um die Wiedereinsetzung der letzteren herbeizuführen. Ein dem König von Neapel vorgelegter Operationsplan, dem derselbe zuzustimmen im Begriffe stünde, geht dahin, daß die päpstlichen Truppen auf Rimini operiren, der Herzog von Modena Ferrara angreifen und die bereits in großer Anzahl an der Grenze versammelten Neapolitaner durch die Marken und Umbrien gegen Toskana marschiren sollen. Von der italienischen Grenze, 12. Oct. (Fr. P.-Z.) Es wird versichert, daß Napoleon III. von dem sardinischen Kabinet eine sehr bedeutende Summe für die Kosten des italienischen Kriegs verlangt habe. Da die piemontesische Regierung, welche ohnedies schon finanzielle Verbindlichkeiten genug gegen Frankreich hat, sich fortwährend in den größten Geldverlegenheiten befindet, in keinem Fall aber im Stande sein wird, die französischen Forderungen zu befriedigen, so herrscht vielfach die Ansicht, daß cs von L. Napoleon eigentlich aus die Abtretung von Savoyen abgesehen sei. Graf Cavour soll in dieser Beziehung sehr weitgehende Verbindlichkeiten gegen den Kaiser eingegaugen haben. Ja man hält es selbst nicht für ganz unwahrscheinlich, daß dieser seine Hand auch nach Nizza ausstrecken werde. — Die drohende Haltung Neapels flößt den Revolutionären Besorgnisse ein. Die neapolitanischen Truppen an der Grenze des Kirchenstaats mehren sich täglich, und mau glaubt sie dazu bestimmt, die römischen Marken und Umbrien zu durchziehen und dann in Toscana einzudringen, während zu gleicher Zeit die päpstlichen Truppen unter den Generalen Kalbermatten und Schmidl gegen Rimini, die Truppen des Herzogs von Modena aber über den Po gehen und zunächst Ferrara angreifeu sollen. — Die Berichte aus Italien lauten nicht so friedlich. Piemont bringt seine Armee ans 100,000 Mann. Die central-italienische ist bereits auf 30,000 Mann angewachsen und wird noch jeden Tag verstärkt. Außerdem sollen nach der „Gazzette de Savoie" 000,000 Ralional- garden bewaffnet werden, von denen sofort 100,000 mobilisirl werden können. Briefe aus Mailand sagen, cs hätte dort den Anschein, als stünde man am Vorabend eines neuen Krieges. Oesterreich befestige seine Tyroler Grenzen in großartiger Weise und die Armee in Venetien sei noch sehr beträchtlich. — Die Provinz Mailand macht ein Anlehen von 10 Mill., um die Schulden zu consoli- diren, welche die Gemeinden während des Kriegs contra- hirt hatten. — Die Bekanntmachungen der Spitalverwaltungen in Mailand und Breszia geben den Franzosen doch einiges zu denken. Nach denselben wurden in den Spitälern beider Städte vom 6. Juni bis 30. Septbr. zusammen 70,208 698 verwundete und kranke Soldaten verpflegt, in weit überwiegender Zahl Franzosen, zum geringeren Theil Piemon- tesen und nur einige Tausend Ocsterreicher. Der Kaiser- Napoleon wußte wohl, warum er in Villafranka Frieden schloß. England. Die größte Ausstellung landwirthschaftl. Maschinen, welche jemals in der Welt stattgefunden, war im Monat August in England. Ueber 4000 Geräthe und Maschinen waren auf dem Schauplatze der diesjährigen Versammlung der königl. Ackerbaugcsellschaft von England zu Warwick vereinigt. Um unfern Lesern cinigermaaßen ein Bild von der Verschiedenartigkeit der Ausstellungsgegenstände und der Menge derselben zu geben, bringen wir hier das summarische Verzeichniß: 16 Dampfpflüge, oder Kultivatoren, 121 Dampfmaschinen, 5 Dampfzug- masckinen, 108 Drillmaschinen, 67 Pferdehackcn, 16 Heuwendmaschinen, 44 Pferderechen, 15 Getreide- und Gras- mähemaschincn, 72 Karren und Wagen, 225 Pflüge, 32 Untergrundpflüge, 92 Kultivatoren, 115 Schollenbrecher und Walzen, 108 Eggen, 43 Drainirungswerke, 73 Dreschmaschinen, 61 Kornreinigungsmaschinen, 168 Häckselmaschinen, 41 Leinsamenquetscher, 58 Rübenschncider, 54 Oelkuchenbrcchcr, 92 Buttermaschinen, 25 Ziegel- und Drainröhrenpressen, 40 Mühlen, 9 Bohnenmühlen, 16 Käseapparate, 22 Käscpressen, 63 Musmaschinen, 15 Ge- treidesortirmaschrnen. M i s c e l l e n. (Ein Opfer der Trunkenheit) In der Nähe von Somogy in Ungarn gerieth durch Funken, welche aus der Tabakspfeife eines betrunkenen Fuhrwerksbefitzers sielen, ein Wagen in Brand, ohne daß eS der Eigenthumer bemerkte. Als er endlich selbst von der Flamme ergriffen wurde, hieb er in der Trunkenheit wüthcnd auf seine Pferde ein und war, als er feine Besitzung erreichte, so verbranni, daß er einer gebratene» Fleischmaffe glich. Er starb eines qualvollen Todes. In Irland hat man die traurige Bemerkung gemacht, daß Wahnsinnsfälle, veranlaßt durch religiöse Ueberspannung, in der letzten Zeit außerordentlich häufig geworden sind. Die Mirakelwuth hat schon Viele um ihren Verstand gebracht, und von 16 Irrsinnigen, die während der letzten drei Monate in Belfast allein untergebracht werden mußten, gab es 12, die in die Kategorie der religiösen Tobsüchtigen gehören. In Venedig bildet eine Erbschastsgeschichte daS Tagsgespräch. Ein Sprosse eines altadeligen, aber ganz herabge- kommeuen Denetianer PatriciergeschlcchtS war vor 41 Jahren nach Konftantinopel und von dort weiter nach Kairo auSge- nqyndert, und hatte seit länger als 36 Jahren Nichts von sich hören lassen, so daß er allgemein verschollen und für todt gehalten wurde. Vor einigen Wochen nun wurde durch daS dortige Generalconsulat dessen hier lebender jüngerer Bruder, welcher sich als Straße». Taschenspieler und Blindenführer 'ein Brod erwarb, benachrichtigt, daß der verschollene Bruder nun wirklich verstorben sei, und demselben eine Summe von 2 Millionen 800,000 Fr. hintcrlaffen habe. In einem Schaularen B S, in welchem ein Photograph seine Prodearbeit ausgestellt hatte, hing noch vor wenigen Tagen ein Bilduiß einer jungen hübschen Dame. Da geht ein junger Mann aus der Provinz vorbei, dem daS Porträt gefällt. „Die wird geheirathet!" denkt er und eilt in das Atelier des Künstlers, um sich nach Namen und Stand der Dame, natürlich unter dem heiligsten Versprechen der tiefsten Verschwiegenheit, zu erkundigen Dies erfahren, zu ihr eilen und zu Füßen stürzen, war das Werk einer Stunde. Der Roms» ist zu Ende, die Verlobung ist geschehen, und Beide find glücklich. Wahrscheinlich werde» die Photographen jetzt viele Damenporträts für ihre Schaufenster zu fertigen haben. Bekanntmachungen. O p p e n a u. (Versteigerungen. > Die Stadtgcmeind« Oppenau läßt am Mittwoch den 2. November d. I., Mittags 11 Uhr, im Gasthaus zur Karthauö dahier Folgendes versteigern: I. Holzsortimente im Stadtwald am Kniebis: 1) Circa 500 Gerüststangen; 2) 2800 große Hopfenstangen; 3) 4400 kleine Hopfenstangen; 4) 8800 Baumpfähle; 5) 22000 Rebstecken; 6) 250 Ladbäume; 7) 270 Sägklötze; 8) 10 Klafter Steckenholz; 9) 8 Klafter buchenes Scheiterholz; 10) 16 Klafter Prügelholz; 11) 20 Klafter Nadel-Scheitholz; 124 25 Klafter Prügelholz; 13) Neisig und Schlagraum. ii. Die Herstellung von circa 182 Ruthen Wegstrecke längs der Rench mit mehreren Stützmauern in Locs- abtheilungen an den Wenigstnehmenden. III. Die Wiederverpachtung der städtischen Ziegelhütte nebst dem Wohnhause auf weitere 6 Jahre an den Meistbietenden öfsentlich versteigern; wozu die Liebhaber ein- gcladcn werde». Die Bedingungen werden vor der Steigerung bekannt gemacht. Oppenau, den 22. Octobcr 1859. DaS Bürgermeisteramt. Butsch. Kichtenpflanzenverkauf. Die Stadtgemeinde Oppenau verkauft circa 20000 sehr schöne vierjährige Fichtenpflanzen auf Saatschulen am Kniebis (Roßbühl) um den Preis per 1000 Stück zu 1 fl. 20 kr. Liebhaber wollen sich an Waldhüter Zeffcrcr dahier wenden. Oppenau. den 20. October 1859. Das Bürgermeisteramt. Butsch. Offenlmrger /rnchthalte. Markt vom 22. O c t o b c x. 1 8 5 9. Frucht- Gattung. Eingeführt. Ausgestellt v. letzten Markt. Verkauft. Mittelpreis pcr Malter. Bleiben aufgestellt. Waizcn. . . Kernen. . . ^albwaizcn Malter 228 54 12 31 66 Malter 15 ~4 5 9 19 Malter 239 58 17 35 73 fl. 12 9 8 5 7 kr. 30 30 ; Malter 4 Haber . . . Gerste . . . Wclschkorn. 23 50 5 12 391 52 422 l 21 _Das Marktgericht. Mit einer literar. Beilage der Fr. Braun'schen Buchhandlung in Offcnburg, Schiller und seine Zeit von Joh. Schcrr bclr. Verantwortlicher Rcdacteur: I. Otteni. — Druck und Verlag der Buchdruckcrci von I. Otteni £ Sohn.