Der Ortemmer Hole. Verkündigungs-Blatt für die Amts- und Amtsgerichts-Bezirke Offenburg, Oberkireh, Achern» Ahein« Bifchofsheim, Kork, Gengenbach, -Haslach und Wolfach. M 63. Offenburg, den 7. August 1860. Bekanntmachungen. Offtn&urfl. (Die Anlegung von Stiftungskapitalien betr.) Nro. 14,783. Die Stiftungsvorstände und evangelischen Kirchengemcinderäthe des Bezirks werden in Kcnntniß gesetzt, daß in Gemäßheit Regierungsentschließung vom 25. d. M. Nro. 17,993 Gesuche um Genehmigung zur Anlegung von Stiftungsgeldern in Slaats- papieren jeweils mit dem Nachweis über fruchtlosen Versuch der Anlegung auf Rufticalobligationen zu belegen. Zu diesem Behuf sind bei bevorstehender Heimzahlung von Kapitalien oder beabsichtigten Kapitalanlagen diese Anlagen auf Rusticalobligationen immer rechtzeitig durch öffentliche Ausschreidcn zu versuchen. Offenburg, den 30. Juli 1860. Großherzogliches Oberamt. v. F a b e r. Kork. (Die Huldigung junger Bürger betreffend.) Ar. 6778. An sämmtliche Bürgermeister des Anusbezirks: Die Bürgermeister des Amtsbezirks werden angewiesen, ein Vcrzcichniß derjenigen Staatsbürger, welche das 21. Lebensjahr zurückgclcgt und Sr. König!. Hoheit dem Großhcrzog noch nicht gehuldigt haben, aufzustellen, jedoch mit Ausnahme Derjenigen, die beim Grcßh. Militär «»gereiht sind, und längstens bis, zum 1. k. M. bei Srrafvermeidung anher vorzulcgcn. Kork, den 1. August 1860. Großhcrzogliches Bezirksamt, v. H n n o l t st c i n. Kork. (Die Anlegung der StiftungSkapitalicn betr.) Ar. 6675. Nach Absatz 1 der Verordnung Großh. Mini- iteriumö ded Innern vom 26. Juli 1856 > Regierungsblatt Rr. 30) dürfen Stifttingögclder nur ausnahmsweise, wenn sic nämlich nicht ohne erhcblicben Zinsauofall auf gute Rusticalobligationen angebracht werden können, zum Ankäufe Großh. Badischer Staatspapiere verwcndetwerden. Die Großh. Aemler werden daher angewiesen, Gesuche um Genehmigung zum Ankäufe von StaalSpapiereu aus StiftungSgeldern nur mit dem Nachweise über fruchtlosen Versuch der Anlegung auf Nusticalcbligaticncn verzulegen. Die StiftungSvorstande sind daher anzuleiten, jeweils rechlzeitiz, wenn die Heimzahlung von Rusticalobligationen bevorstchl, oder Kapitalanlagen möglich werden, deren Anlegung auf Rusticalobligationen durch öffentliche Aus- tchreibcn zu versuchen. Dies wird zur Nachachtung der Kircheugemeinderäthe, Stiftungsvorstände und Rechner bekannt gemacht. Kork, den 31. Juli 1860. Großherzoglichcs Bezirksamt, v. H u n o l t st e i n. Kork. (Das Stiftungswesen im Mittelrheinkreise, hier die Einlösung der 4'/-procentigcn bad. Amortisationskasse- Obligationen vom Jahr 1851 betreffend.) Nro. 6735. Durch Erlaß Großh. Regierung des Mittelrheinkreises wurden sämmtliche Großh. Aemtcr des Kreises beauftragt, die Stiftungsvorstände, bezw. die Kirchengemcinderäthe ihres Bezirkes zu ermächtigen, die in dem Besitze der Stiftungen befindlichen bad. Staatsobligationen des 4V-Pro- centigen Anlehcns vom 6. Februar 1851 gegen 4procentige Obligationen der bad. Eisenbahnschuldentilgungs - Easse nmzntauschen. • ' Die Letzteren sind sodann auf den Namen des Fonds einschreiben zu lassen. Dabei sind die StistungSvorstände, unter Hinweisung auf die Bekanntmachung vom 9. Juli l. I. im Regierungsblatt, aufzufordern, dafür zu sorgen, daß der Wunsch der Umtauschung bis zum 10. August l. I. noch angezeigt werde. Dies wird zur Nachachtung der StistungSvorstände, Kirchengemeiuderäthe und Rechner des hiesigen Amtsbezirks öffentlich bekannt gemacht. Kork, den l. August 1860. Großhcrzoglichcs Bezirksamt, v. H u u c l t st c i n. Gengenbach. (Die Collecte für die Hagelbe- schädigten im Obcramrsbczirk Pforzheim betr.) Nr. 4511. Die Bürgermeisterämter des diesseitigen Amtsbezirks werden unter Hinweisung aus die in Nr. 61 des Ortenauer Boten abgedruckten Bekanntmachungen Gr. Kreisregierung vom 21. und 25. d. M. aufgefordcrt, die bewilligte Collecte alSbald in ihren Gemeinden vorzunchmcn, und das Er- gebniß derselben mit Bericht längstens bis zum 15 k. M. anher einzusenden. Gengenbach, den 31. Juli 1860. Grcßherzogliches Bezirksamt. B o d u W o l f a ch. (Die Huloigung pro 1860 betrcsseno.) Nr. 8073. An sämmtliche Bürgermeisterämter des Bezirks; Nach gesetzlicher Bestimmung haben alle jene, welche bis zum 1. September d. I. das 21. Lebensjahr zurückgelegt haben, am Geburlöseste Sr. Königl. Hoheit des Groß- herzogS Friedrich den HuldigungS-Eid zu leisten. 540 Die Bürgermeister werden daher beauftragt,: , ■ ». Jene, welche fest der letzten Huldigung bi4 zum 1. September, dt^. das 21. Lebensjahr, zurückgekegt, haben, zu verzeichnen, und das Verzeichniß mit der° Angabe, wo sich jeder Einzelne z. Z. aufhalt, binnen längstens 14 Tagen anher cinzusenden. b. Gleiches Berzeichniß ist binnen gleicher Frist dem betreffenden Großh. Pfarramte vorzulegen. c. Sodann sind die also Verzeichnten anzuweisen: 1) bei dem Großh. Pfarramte behufs der. Eidesbelehrung an dem dort zu bestimmenden Tage sich einzufinden. 2) Sonntag den 9. September d. I., früh präcis 8 Uhr, und bei Vermeidung einer Strafe von 1 fl. 30 kr. auf. der hiesigen Amtskanzlei zu erscheinen. Wolfach, den 4. August 1860. Großherzogliches Bezirksamt, v. K r a s f t - E b i n g. Wolfach. (Die Anordnung einer Eollecte für die wetterbeschädigten Gemeinden des Oberamtsbezirks Pforzheim betreffend.) Nro. 8045. An fämmtliche Bürgermeisterämter des Bezirks: Unter Bezugnahme auf den Erlaß Großh. Kreisregierung vom 21. v. M. (Anzeige- blatt Nr. 46) werden dix Bürgermeisterämter aufgefordert, die bewilligte Eollecte alsbald in ihren Gemeinden vorzunehmen und das Ergebniß derselben mit Bericht binnen 14 Tagen anher vorzulegen. Wolfach, den 2. August 1860. Großherzogliches Bezirksamt, v. K r a f f t - E b i n g. Offenburg. (Erbschafts-Einweisung betreffend.) Nro. 7246. Die Wittwe des hiesigen Bürgers und Schneiders Johann Felder, Luise geb. Alinger, hat um Einweisung in Besitz und Gewähr der Vcrlassenschaft ihres verstorbenen Ehemannes nachgesucht. Etwaige Einsprachen hiergegen sind binnen 6 Wochen anher vorzutragen, indem sonst dem Gesuche stattgegcben würde. Offenburg, den 24. Juli 1860. Großherzogliches Amtsgericht, v. Ze ch. Offen bürg. fZurückgckommenc Briefe.) Die Aufgeber nachstehender, dahier zur Post gegebenen Briefe, die als unbestellbar zurückgekommen sind, werden zu deren Rückempfang, gegen Entrichtung der darauf haftenden Taren rc., hiermit aufgefordert. Huber in Fricsenheim. Keffer in Waldkirch. Trapp in Vicksburg. Schmieder in St. Louis. Weiler in Cincinnati. Litterst in Tamarona. Heim in Philadelphia. Gräßle in Louisville. Birkelbach in Wolterdingen. Raufer in Bellingen. Klemmer in Karlsruhe. Claus in Koblenz. Britsch in Kostheim. Eschenaucr in Langenschwalbach. Gutmann in Todtnauberg. ^ . Offcnburq, den 2. Augult 1860. Großh. Post- und Elsenbahnamt. O f f e n b u r g. (Die Rcpartition der Kosten für die von der Stadt angeschafften Marksteine betr.) Nr. 1071. Nach Gesetz vom 20. April 1854 (Regierungsblatt Nr. 21 Seite 199) über Feststellung der G-markungs-, Gewann- und Eigenthumsqrcnzen, Artikel 1 letzter Satz, war die hiesige Gemeinde verpflichtet, zur Zeit der stückweisen Ver- mestung in hiesiger Gemarkung auf Kosten der Güter- eigenthümer die nöthigen Marksteine anzuschaffcn, und sollen die Beträge hiefür nach dem Besitzstände vom 4. Januar 1859, wie sich solcher bei der-Schlußverhand- , tnyg über das Vermessnngswerk ergeben hat, rückerhoben "werden. .Die Liste über die für jeden Grundeigenthümer auf seine. Güterstückc verwendeten Marksteine liegt von heule an während 14 Tagen auf dem Rathhause zur Einsicht der 'Bctheiligten offen. Nach dieser Zeit werden keine Einsprachen mehr angenommen, hiernach die Beträge ausgemittelt : und durch die Stadtkasse von den Zahlungspflichtigen cingezogen. Offcnburg, den 2. August 1860. Das Bürgermeisteramt. S ch a i b l e. Bühlcr. 41s L e g e l s h u r st. (Katastcrvermcssung betreffend.) Zur Schlußverhandlung über die Eröffnung und Anerkennung des Vermessungswerkes von der Gemarkung LcgelShurst ist Tagfahrt auf Montag den 20. August l. I., von Morgens 8 Uhr an, auf dem Rathhause in Legels- hurst anberaumt worden. Dieses wird mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß Erinnerungen wegen der Vermessung in der Tagfahrt dem anwesenden Vermessungs- Jnfpcctor vorgetragen werden können, und daß Güterzettel, welche nicht wieder zurückgegeben werden, gemäß 8 93 dritter Absatz der Vermessungsanweisung Großh. Ministeriums der Finanzen von: 22. Juni 1855 aus Kosten der betreffenden Grundeigenthümer neu ausgefertigt werden müssen. Karlsruhe, den 30. Juli 1860. Der Großh. Bermeffungs-Jnfpector. Abgabe der Gcmarkungskarte von Offcnburg. Die Uebcrsichtskarte von der Gemarkung Offcnburg wird demnächst der Oeffentlichkcit übergeben. Dieselbe ist im Maaßstabe Vioooo gezeichnet, und kostet das kolorirte Blatt.1 fl. 12 kr., das schwarze Blatt.— fl. 36 kr. Bestellungen hierauf, welche in Bälde zu machen sind, werden bei Bezirkögeometcr Nußbaum in Offenburg oder bei Unterzeichneter Stelle entgegen genommen. Karlsruhe, den 4. August 1860. Erpcditur der Direction der Katastervermcssung. Bauarbeiten-Vergebung. Die Einrichtung einer zweiten Lehrcrswvhnung im dritten Stockwerk deö Schulhauseö zu Gengenbach wird auf dem Soumissions- wege in Accorb gegeben. Die betreffenden Arbeiten sind folgend veranschlagt: Für den Zimmermann zu 87 fl. 33 kr. „ „ Maurer zu ... 156 fl. 9 kr. , Schreiner zu . . . 101 fl. 32 kr. „ „ Schlosser zu ... 56 (t. 6 kr. „ „ Glaser zu .... 33 fl. 12 kr. „ „ Blechner zu. . . . 39 fl. 48 kr. „ „ Tüncher zu . . . . 48 fl. 8 kr. Die zur Ucbcrnahme Lust tragenden Handwerksleute wollen ihre Angebote längstens bis zum 11. d. Ai. bei der Unterzeichneten Stelle, wo bis dahin Anschlag und Bedingungen cingcsehen werden können, versiegelt cingeben. Offcnburg. den 2. August 1860. Großh. Bezirksbauinspection. Weber. Vöhrenbach. (Accordvergebung.) Die Gemeinde Vöhrcnbach hat in der Nähe der Wallfahrtskirche in Tnberg einen steinernen Brunnenkasten anfertigen lasten: 541 derselbe ist in ein regelmäßiges Achteck mit ly' Durch- meffer gcarbsitct,' hat nach- vvtgenvmmcn>«r UnttvsuchMg nicht über 200 EeNtner im Gewicht, und soll jetzt?'^on diesem Platze auS nachlBöhrenbach geführt wirken. Diejenigen, welche Lust haben, den Transport zu übernehmen, wollen ihre ApZebote längstens zum 12- d. i}{. anher einreichen. Vöhrenbach,. den 2. Äugust 1860. Das Bürgermeisteramt. Schnell. W ein- un d Fässer-Versteigerung. Altschweier, Amts Bühl. Aus Zder Verlassenschaft des in Freiburg ^verstorbenen Joseph Vogt, Kaufmanns -!zn Tawastahus, werden am Freitag den 17 . August l. I., Vormittags 9 Uhr, im MasthlUks zum Weinberg in Altschwfiet »achbczcichnete Väud tffto^Fässer duvcks bin «tit-eir geüInMir Notar gegen Barzahlung, der Erbverthcilung wegen, öffentlich ver- steiacrt: A. Weine: 114 Ohm .70 Maas weißer Wein, 76 Ohm 5 Maas rother Wem; » Fässer: 1 Ovalfaß von 14 Ohm, 1 do. von 4 Ohm; sodann 5 Ohm Weinhefe. Bühl, den 2. August 1860. Großherzvgliches Amtsrevisorat. Rheinbvldt. Der Districtsnotar: ' Keller. Gcngenbach. (Gebäude-Versteigerung.) Am Donnerstag den 9. August, Vormittags 11 Uhr, wird die auf dem Gänsbühl dahier gelegene, der verstorbenen Fräulein Stolz ehemals gehörende Scheuer und Stallung mit Wagenschopf unter einem Dache, von 40 Fuß Länge und 33 Fuß Breite, in welchen Gebäulichkeiten wenigstens zehn Stück Vieh gehalten werden können, sowie zwei Schweinställc mit steinernen Trögen, auf dem Platze selbst auf den Abbruch versteigert, wobei mau bemerkt, daß sämmtliches Holzwerk sich durchschnittlich in ganz gutcni Zustande befindet. Gengenbach, den 1. August 1860. Das Bürgermeisteramt. Stein. (1 j Ohlsbach. (Wcintrottc - Versteigerung.) Am Donnerstag den 9. d. Bi., Nachmittags 2 Uhr, läßt die Gemeinde Ohlsbach im Gemeindchause die sich dort be- stnbliche Weiutrotte um gleich baare Zahlung vor der Abfuhr öffentlich versteigern, wozu man die Liebhaber einladct. Oblsbach, am 4. Augu,t 1860. Das Bürgermeisteramt. L i e n c r t. Dorf Kehl. rWucherstierversteigerung.) Dienstag den 14. August l. I., Bormittags »11 Uhr, läßt die hiesige Gemeinde auf dem Rathszimmer dahier cineir fetten Wuchersticr (auö dem Stierstall in Sundheim) gegen Baarzahlung an den Meistbietenden versteigern, wozu man Steigliebhaber hierdurch einladet. Dorf Kebl, den 3. August 1860. Das Bürgermeisteramt. Frech. O f f e n b u r g. (Aerwteerträgniß-Verstcigerung und AckczveiPachtuzig^ Wkr^euwirt^.Michaels Kühler von Freitag de« 10. d. M., Nachmittags 2 Uhr, den diesjährigen Hafer-Ertrag von folgenden Aeckern auf denselben zu Eigenthum versteigern: l J /2 Morgen au der Hofweircr Straße, 7 /s Morgen am ehemaligen Königswald und 5 3 A Morgen im Oberörtle. Zugleich werden diese Aecker in mehrjährigen Pacht versteigert. Die Zusammenkunft findet am Freitag den 10. d. M., Nachmittags 2 Uhr, bei dem Bahnwartshause au der Hofweirer Sstaße statt, und werden die Liebhaber dazu eingeladen. -. t!$ %J Hl Will statt. (Vieh- undMMAM» Wagenversteigerung.) BäckermeisterEgm akob Schabt in Willstät läßt am Dienstag den 14. d. M., Vormittags 10 Uhr, in seinem Hause versteigern: eine Schimmel-Stute, 4 Jahre alt; eine braune Stute, 2'/- Jahre alt; zwei Kühe und zwei Kalbinnen; einen großen Bauernwagen mit eisernen Achsen. Geld auszuleihen. Es können mehrere tausend Gulden in beliebigen Summen auf erstes doppeltes Unterpfand dargeliehen werden — von wem? ist zu erfragen bei der Expedition dieses Blattes. W e l s ch e n st e i n a ch. (Kapital auszuleihen.) Ihn Kirchenbaufond liegen 2200 fl. zum Ausleihen bereit. Rechner Jäckle. Bühl bei Osfenburg. (Geld auszuleihen.) Vom hiesigen Kirchen- und Baufond können 400 fl. zu 4'/- Procent gegen gesetzliche Versicherung dargeliehcn werden. Rechner S ei g el. Berghaupten. (Geld auszuleihen.) Bei Vormund Joseph Armbrust er im Dorf zu Berghaupten liegen 203 fl. 56 kr. Pflegschaftsgeld gegen gesetzliche Versicherung zum Ausleihen parat. Zella. H. (Geld auszuleihen.) Müller Joseph Stöckle jung in Zell a. H. hat 1100 fl. Pflegschaftsgeld gegen gesetzliche Versicherung auszuleihen. O f f e n b u r g. (HauSverkauf.) Ein Wohnhäuser, in der Schlossergasse ist zu verkaufen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Verlorenes. Auf der Straße von Eckartsweier nach Willstätt ging Steinhauerwerkzeug (4 Stück Billen), bezeichnet mit dem Namen „in. Becker“, verloren. Per redliche Finder wird gebeten, dasselbe beim Hrn. Bür germeistcr in Willstätt gegen gute Belohnung abzugebcn. Vacante Handelslehrlingsstelle. Es wird für einen braven, soliden jungen Menschen in einem gemischten Waarcngeschäjtc eine gute Lehrlingsstelle vacant. Näheres im Comptoir dieses Blattes. Bühl. (Anzeige.) Bei Uutcr- __rc_ & -JT zeichneten: sind stets Maltersäcke in ster Qualität zu billigen Preisen zu haben. Offcnburg. (Zimmervmmethung.) Zwei möb- lirte Zimmer an einen ledigen Herrn hat zu vermiethen F. r. Bührer. Aechte Haarlemer Slumenzwiebeln sind vom 1. September d. I. an in der Unterzeichneten Samenhandlung in schöner Auswahl zu haben, für deren Güte und Farbe vollkommen Garantie geleistet wird. ! Preisverzeichnisse darüber, welche zugleich eine Offerte von Sämereien für Herbstaussaal enthalten, sind von der Expedition dieses Blattes sowohl, als von der Handlung selbst auf frankirle Anfrage franco und gratis zu beziehen. ! Freiburg im Breisgau. j Die Samenhandlung: i Bannwarth & Comp Lehrlingsgesuch. Einem gesitteten jungen Mann, der die nöthigen Vorkenntniffe besitzt, ist Gelegenheit geboten, in einem gemischten Waaren-Geschäfte die Handlung zu erlernen. — Näheres bei der Redaction d. Blttö. Danksagung. Freundlichen Dank Allen, welche durch Begleitung zu seiner irdischen Ruhestätte unserem guten Sohne Adolph die letzte Ehre erwiesen, und ihre Theilnahme an unserem herben Verluste bcthätigct haben. Offenburg, den 4. August 1860. C. Schmidt. A l i n e Schmidt, geb. Wich. Waltersweier. (Geld auszuleihen.) Der hiesige , Kirchen- und Baulastenfond hat sogleich 350 fl. und ! sodann weitere 550 fl. auf den 1. October d. I. zu 4Vi ! Procent gegen gesetzliche Versicherung auszuleihe». Rechner Felix Schmidt. Todesanzeige «nd Danksagung. Es hat dem Allmächtigen gefallen, unfern «lieben Vater und Schwiegervater, Zunftmeister Valentin Schmidt, ain 4. dieses nach langem Leiden zu sich zu rufen; was wir seinen Freunden und Bekannten hiemit, um stille Theilnahme bittend, mittheilen. Zugleich statten wir allen Denjenigen, welche seine irdische Hülle zur Grabesstätte begleiteten, unfern tiefgefühltesten Dank ab. Offenburg, den 6. Aug. 18(30. G. Schmid t. L. S ch m i d t. Babette N u ß b a u m, geb. Schmidt. I. A. N u ß b a u m. Offenburg. (Beschäftigungs-Antrag.) Zwei flinke, geübte Näherinnen finden bei einem täglichen Lohn von 30 bis 36 kr. andauernde Beschäftigung. Sich zu melden bei Anna Dober nächst der Pfarrkirche. Rcichenbach bei Gengenbach. (Dienstanträge.) Zwei tüchtige Knechte finden sogleich oder bis Michaeli eine Stelle bei F. Frösner. Durbach. (Anzeige.) Zur Ausübung der Gesammtheilkunst habe ich mich dahier niedergelassen. Meine Wohnung ist im hiesigen Rathhause. Durbach, den 4. August 1860. F. Kuenzer, pr. Arzt, Wund- und Hebarzt. Offen bürg. Neue Fruchtsäcke, bester Qualität, bei C. L. Köhler in der Kinzigvorstadt. Offenburg. (Aernteerträgniß -'Ver- steigerung.) Der Unterzeichnete läßt am Mitt- den 8. d. M., Nachmittags 2 Uhr, auf dem Platze Löschebünd 3V* Zeuch Warzen in 11 Abtheilungen gegen baare Zahlung versteigern. Spitalgutpächter I o h. Dörr. E^Neue Holland. Vollhäringe sind zu haben bei F.X.BÜhrer in Offenbnrg. Haus-Schuh-Lager. Aus der Schuhmanufactur zu Pirmasenz ist wieder ein reichhaltiges Assortiment Pantoffeln bei mir eingc- troffen, welche ich zu den billigsten Preisen abgebe. Ferd. Hölzlin jun. Karrcngefuch. Es wird ein zweirädriger Hand- Karren, wenn auch schon gebraucht, zu kaufen gesucht: von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Schreinergesellen. Gesuch. Zwei Schreinergesellen finden bei Schreincrmeister A. es a n t o in Oensbach dauernde Beschäftigung. Tagesgeschichtliche Mittheiluuge». Baden. Die Großh. Direction der Forste, Berg- und Hüttenwerke hat durch einen Erlaß vom 13. v. M. an die Forstbehörvcn dem i» der Zweiten Kammer früher ausgesprochenen Wunsche über Vermehrung der Eichenschälwaldungen besonderen Nachdruck gegeben, indem sie eifrige Htnwirkung aus die Fällung der Eichenstangen und Eichstämme zur Safi- zeil empfahl, und zugleich darauf aufmerksam machte, daß auch der Fichten rinde, welche zur Gerberei vortheilhaft verwendet werden könne, zu diesem Zwecke allerwärts Vorschub zu leisten sei. Karlsruhe, 30. Juli. Aus dem Rechenschaftsberichl des hiesigen Borschußvereins geht hervor, daß derselbe während seines kurzen Bestehens schon erfreuliche Fort- schritte gemacht und sich einer regen Theilnahme von Scue des Publikums zu erfreuen gehabt hat: eine Folge des höchst wohlihätigen Zwecks u. der tüchtigen Leitung dieser Anstalt. Bei einer Mitgliederzahl von 251 Personen erreichten die Einlagen der Mitglieder an Monalsbciträgc» und Spareinlagen die Summe von 5082 st-, während das reine Vermögen 178 fl. beträgt. In, Ganzen wurden 288 Darleihen abgegeben, wovon die niedersten 50 fl., die höchste 600 fl. beträgt. Der Verein kan» zugleich von de» Mitgliedern als Sparkasse mit zu 5°'o verzinslichen MonatSeiiilagen bis zu 50 st benützt wer- den, welche empfehlenswerthc Einrichtung zur Bctheiliquna an dem Vereine wesentlich anregt. Für die vom Hagelschlag betroffenen Gemeinden Rlefcrn und Oeschclbronn stießen die mildthätige» Gaben in reichlichem Betrage. Auch der unter dem Schutze I. K. H, der Großherzogin Lutte stehende Frauenvercin hat nicht nur seine Thättgkeit für dieses Werk der Mildthatigkcit durch Annahme von Geldbeiträgen eröffnet, sondern zugleich aus dem Landesuuterstüßungssond und aus der hiesigen Ortsvercinskasse je 50 fl., im Ganzen 100 ff., an das in Pforzheim gebildete Untcrstützungöcomitee abgescndet. Wenn 543 wir tmtr Seit- das große Unglück, welches über die Mitbewohner unseres schönen Latcrlandrs hereingebrochen, ties be- klaaen und die großartige Aenßerung der Nächstenliebe mit bewegtem Gemüthe freudig anerkennen, müssen wir anderer Seils die Gleichgiltigkeit eines großen Theiles unserer länd- lichen Bevölkerung höchlich tadeln, welche, die Vorthcile der Versicherungs-Gesellschaften nicht benützend, sich von vornherein nicht selbst schützen vor großem Unglück durch einen unbedeu- den Beitrag. ES kann diese Warnungsstimme nicht oft genug erhoben und den Landleuten der Vortheil angedeutct werden, welchen solche Berficherungs-Gesellschaftcn in freigebiger Weise darbieten, Vorthcile, die man nur von sich stößt, weil man die Möglichkeit eines Unglücksfalles für sehr unwahrscheinlich und den kleinen Beitrag für weggeworfenes Geld hält. Karlsruhe, 2. August. (B.L.Z) Wie man vernimmt, soll das Großh. Armcecorps in der Mitte des nächsten Mo- nats in der Gegend bei Hüsingen und Donaueschingen zu größeren llebungen zusammengezogcn werden, zu welchen auch die vollständige Sanitäts-Compagnie einberufen werde. Diese, sowie die gesammte Infanterie soll ein Lager, die Reiterei und Artillerie dagegen Quartiere beziehen. Die Offiziere des Gene- ralstabs sind von der Besichtigung und Aufnahme des Bodens wieder hierher zurückgekehrt. M a n n h e i m, 30. Juli. lK. Z) Vor dem Großh. Ober- dofgericht wurde heute über die Nichtigkeitsbeschwerde der Katharina Stürmer von Rüppurr verhandelt, welche in der letzten Sitzung des Schwurgerichtshofs in Bruchsal wegen Ermordung ihres V« Jahr alten Kindes zum Tode verurtheilt worden war. Als Nichtigkeitsgrund wurde geltend gemacht, daß in die von den Geschwornen bejahte Frage auch der Umstand ausgenommen wurde, daß die Tödtung zwar in Folge enies vorbedachten, fortdauernden Entschlusses, aber „mit Vorbedacht oder im Affecl" ausgcführt wurde, während in der Anklage und dem Verweisungscrkenntniß nur von der Ausführung „mit Vorbedacht" die Rede sei, und daß man aus der Beantwortung dieser Frage nicht entnehmen könne, ob sich die Angeklagte im Augenblick des Verbrechens im Affect befunden dabe oder nicht. Die Beschwerde wurde jedoch vom Großh. Oberhvfgericht verworfen, weil in den vorgebrachtcn Umstän- de» eine Verletzung wesentlicher Vorschriften des Verfahrens uicht enthalten sei. . Freiburg, 30. Juli. In vergangener Nacht hat eS auf dem Feldberge geschneit: gewiß eine höchst seltene Erscheinung, dg wir uns seit 14 Tagen in den Hundstagen befinden. Es liegr übrigens auf dem Feldbcrge noch alter Schnee, der kaum in diesem Jahre vollständig Weggehen wird. ** Offenburg, 4. August. Wie versprochen, theilen wir den Lesern d. Bl. das Ergebniß der zu Ende des gröberen Freischießcns dahier am 2. August erfolgten Vertheilung der Gcldgabcn in Folgendem mit: I. Vatcrland-Stcchscbeibe*), ! 0 greihand: Erster Preis mit 25 fl. — Hr. Ferd. Hölzli» J«n. von Offenburg; zweiter Preis mit 18 fl — Hr. Weiß- stcrbcr von Rastatt; b) Aufgelegt: erster Preis mit 25 fl. — jpr. Carl Falbifaner von Offcnburg; zweiter Preis mit 18 fl. -- * !t - Sranj Fischer von hier. II. Allgemeine Stechscheibe: 2) üMhand: Erster Preis mit 25 fl. - Hr. Schilli aus «uchau (Württemb ); zweiter Preis mit 18 fl. — Hr. Weiß gerdrr von Rastatt, b) Aufgelegt: Erster Preis mit 25 fl — Protz von Eppingcn; zweiter Preis mit 18 fl. -- Hr. schilli aus Buchau. — Für die meisten Blättchen von Vater- lano-Stechfcheibe erhielt Hr. Michael Armbruster von Offenburg die Ehrengabe von 15 fl.; ebenso Hr Schilli aus Buchau die gleiche Prämie für die meisten Blättchen von der allgemeinen ^lcchscheibe. -- Für die meisten Planken-Blättchen (150, darunter 3 Centrumschüffc) erwarb sich Hr. Friedrich Knuty aus «afcl die Ehrengabe von 25 fl. und überdies an der für die 'Uizelnen Blättchen selbst zur Vertheilung ausgeworfcne» T^huiuie den Antheilbetrag von 95 fl. 24 kr. Für die zwcit- meisten Blättchen gewann Hr. Carl Falbifaner von hier die 20 fl., für die drittmeistcn — Hr. Wassermann aus Basel 15 fl — ) Tiefe Schilde war nur nh die Sü'ützen ans unserem engeren Vatcrlancc Bade» ausgcstclll. Wolfach, 29. Juli. Aus allen Theilen des badische« Landes haben sich in unserm Kiesernadelbade sehr zahlreiche Gäste eingcfundcn, tbeils um Heilung von beschwerlichen Leiden zu suchen, thcils um das Treiben und Jagen des Berufs und der großen Städte auf einige Zeit mit dem gemüthlichen Leben in den romantischen Thälern des Schwarzwaldes zu vertauschen und dann frisch gestärkt in den gewohnten Geschäftskreis zurückzukchren. Und gerade Wolfach lst für die Erreichung dieses Zweckes vollkommen geeignet, indem hier der Kurgast nicht mit unnöthigcm, ungemüthlichcm Tand und Lärm in seiner Ruhe gestört wird, sondern ganz nach seinem Geschmack sich in Privat- und Gasthäusern einfach und doch bequem ein- miethen kann und nöthigen Falls die Hülfe unserer drei Aerzte sich zu beschaffen Gelegenheit hatte. Preußen. Berlin, 29. Juli. Die Abreise des Prinz-Regenten nach Ostende ist auf nächsten Sonnabend festgesetzt. Von den hiesigen Ministern wird sich, jedoch etwas später, Herr v. Bethmann Hollweg nach Ostende begeben, und auch der auswärtige Minister wird dort nicht fehlen. Der Regent bleibt in Ostende 4 Wochen. An einen Besuch bei Napoleon im Lager von Chalons ist jetzt nicht mehr zu denken. Früher war der Plan schwankend, woraus sich die vielen widersprechenden Nachrichten in hiesigen Korrespondenzen erklären lassen. Oesterreich. Wien, 25. Juli. (KöZ.j Das an der südöstlichen Grenze aufgestellte Beobachtungscorps wird verstärkt, da die Wahrscheinlichkeit immer größer wird, daß binnen Kurzem in den slawischen Provinzen der Türkei Unruhen ausbrechen werden. Auch den Donau-Fürstenthümcr» widmet man gegenwärtig eine erhöhte Aufmerksamkeit, nachdem die Berichte tinscrer amtlichen Agenten übereinstimmend melden, daß in letzterer Zeit viele ungarische Ausgewanderte in Bucharest eingetroffen sind, Versammlungen abhalten und die Erhebung Ungarns als nahe bevorstehend ankündigen. Koffuth und Klapka sollen in Bucharest erwartet werden; auch spricht man davon, daß an der Grenze bedeutende Waffenvorräthe verborgen seien In Ungarn selbst nimmt die Bewegung immer größeren Umfang an, und es wird von Tag zu Tag'schwieriger , derselben Meister zu werden, ohne zu den' strengsten Maaßregcln zu greife». Wien, 27. Juli. * j die Zitadelle unter den Schutz Abd-el-Kaders geflüchtet. Die Stadt ist noch immer in de» Händen der Mordbrenner. Die türkische Garnison von 5000 Mann verhält sich untbätig un° feindselig; Soldaten warfen sogar Christen in die Flammen. Die Zahl der Opfer soll sich auf 4000 belaufen. 545 Badischer Landtag. zi. Juli. DrciundsechSzigste öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer. Gegenstand der Bcrathung ist der Bericht des Abg. Mays -u dem Gesetzentwürfe, die Bestrafung von Amtsmißbräuchen der geistlichen betreffend. Der Herr Staatsminister Dr. Stabil bc- «rinttct noch einmal in ausführlicher Rede in der allgemeinen Besprechung die Nothwcndigkcit des Gesetzes, indem er Thatfachen feit dem Beginn des Kirchenstreits bis zum heutigen Tag aufzählt und damit endet, daß nur Diejenigen diesem Gesetze abhold sein können, welche der heiligen Anarchie und einer privilcgirtcn Wühlerei huldige». Bär v. K., Prestinari, Tischler, Roßhirt, Ullrich, bekämpfe» den Entwurf im Allgemeinen, während Fröhlich, Schaaff, Achen- baib, Häusser, v. Stockhorn und der Berichterstatter Mays, sowie die Herren Rcgierungs - Commiffärc denselben vertheidigen. Nach vierstündiger Bcrathung schritt der Präsident zur Abstimmung mit- lelst Namensaufruf. ' Mit allen gegen 12 Stimmen (Bär v. K„ Dahme», Faller, Tischler, v. GIcichcnstcin, Kamm, Lander, Prc- stinari, Regcnauer, Roßhirt, Sieb und Ullrich) wurde der Entwurf angenommen. 2. August. Vicrundscchszigste öffentliche Sitzung der Zweiten Kammer. Von dein Abg. Schwarzmann wird in seiner Eigenschaft als Berichterstatter über den heute zur Verhandlung bestimmten Gegenstand der gestern erfolgte Einlauf einer hierauf bezüglichen Eingabe von 94 Bürgern der Stadt Mannheim angczeigt und bemerkt, wie er sich freue, daß diese Eingabe noch vor der heutigen Berathung eingekomincn sei, indem sic von einer Stadt ausgehe, welche vermöge ihrer commerzicllen Bedeutung und ihres Bürgertums eine ausgezeichnete Stellung in unserem Staate einnehme. Der Vorsitzende bringt hierauf den Bericht des Abg. Schwarzmann über die als Motion behandelten Bittschriften vieler israelitischer Svnagogcnräthc, die Aufhebung des § 58 des Bürgorrcchtsgesetzes hetr., zur Bcrathung. Eine Minderheit der Commission beantragt, weil die Gerechtigkeit und eine gewissenhafte Beobachtung der Ber- faffnng nicht erlaube, die Erfüllung des begründeten Begehrens der Israeliten noch weiter hinausznschiebcn, und gerade in diesen Tagen der Grundsatz der Freiheit des religiösen Bekenntnisses eine neue Bekräftigung erlangt habe, in einer unterthänigstcn Adresse S. K. H. den Großhcrzog um Vorlegung eines Gesetzentwurfs zu bitten, wodurch der 8 58 des B. R. G. aufgehoben und demgemäß die Israeliten den übrigen Staatsbürgern bezüglich der gcmeiudebürgerlichen Verkältnisse, jedoch mit Beschränkung hinsichtlich der Bürgernutzun- gcn und mit Ausnahme der Ärmenunterstützung, gleichgestellt werden. Die Mehrheit der Commission ist zwar im Grundsätze mit der Minderheit einverstanden, allein sie glaubt, daß dein Gesuche der Bittsteller jetzt noch nicht entsprochen, vielmehr die Vorlage deö Gesetzes über Gewerbcfrcihcit abgcwartct werden solle, in welchem dieser Punkt ebenfalls seine Erledigung finden müsse, und stellt aus diesen Gründen den Antrag auf llcbcrgang zur begründeten Tagesordnung. Rach längerer DiScussicn, worüber wir in nächster Nummer das Wesentlichste mitthcilcn werden, wurde hierauf der Antrag der Majorität der Commission von der Kammer mit allen «egen 15 Stimmen angenommen. Miscellen. I» den ersten Tage» des vorigen Monatö bemerkte ein IZjährigeS Mädchen i» Wien an einer Stelle der Wie», wo dieses hochange- ichwollene Flüßchen ein ziemlich Stück Erdreich aufgeriffcn hatte, ein vaar glänzender Plättchen, hob sie auf und trug sic nach Hause. Der Vater hielt sic für edles Metall und ließ sic beim nächsten «oldarbeitcr prüfen. Da letzterer sie für geschlagenes Gold aus der Münz: erklärte, trug der Vater des Mädchens die Goldplättchen so- k°tt zur kaiscrl. Münze. Inzwischen brachte man in Erfahrung, daß auch zwei Knaben, welche fast an derselben Stelle sich herum- getricben hatten, eine große Menge solcher Plättchen gesunden und ^»ch Hause getragen hatten. Die Behörde forschte nach und die Mutter der Kinder bekannte offen, daß sie die „messingenen" Plätt- chen an eine Landlerin verkauft und dafür einen Gulden und etliche Kreuzer, bekommen habe. Sic führte die Commission zu der Tand- MC gleichfalls ganz unbefangen die eingehandeltcn Plättchen, «elche unter andern alten Mctallstückcn lagen, vorzeigte und nicht s>r.L el ^ aunt wal ' erfuhr, daß sic reines Gold seien. Die Mattchen waren wirklich Ducaten-Schrottstückchen, betrugen 8 Mark "7 .Jir/" tmen Werth von 3000 fl. dar. Sie sollen in denJah- >854—1855, wo die Prägung der Ducate» sehr schwunghaft betrieben wurde, entwendet und wahrscheinlich von dem Lhäter aus Furcht vor Entdeckung vergraben worden sein. Durch die in Folge des Hochwassers stattgchabte Erdabrutschung wurde der Schatz bloßgelegt. Die Leibeigenschaft findet sich in Rußland nicht allein im Bauernstände, sondern t|l' auch noch unter den Kauflcuten anzu- treffen. Unter de» 40,000 eingeschriebenen Kauflcuten zählt man noch immer über 5000 Leibeigene, von denen manche Millionen besitzen. Die freien Kaufleutc der dritte» Klasse sind noch der Prügelstrafe unterworfen. Im Handclsstand hat sich noch die allrussische Tracht und der lange Bart erhalten. Die Zahl der Inden in Deutschland stellt sich nach: statistischen Ermittelungen wie folgt. Es leben ln Anhalt-Deffan-Köihcn 1870; in Anhalt-Bernburg 880; Oesterreich 892,877 ; Baden 23,699; Bayern 56,033 ; Braunschwcig 1690 ; Frankfurt 5000 ; Hamburg 8000; Hannover 11,562; Hessen-Kassel 9000; Hcsscn-Darmstadl 28,734; Hessen-Homburg 1200; Lübeck 500; Mecklenburg-Schwerin 3106; Mecklcnburg-Strelitz 1000; Nassau 7013; Oldenburg 1471; Preußen 234,248 ; Rcuß 460; Königreich Sachsen 970 ; Sachsen- Meiningen 1668 ; Sachsen-Weimar 1430; Sachscn-Kvburg-Gotha 1320; Schwarzburg-Rudolstadt 190 ; Schwarzburg-Sondcrshauscn 213; Waldcck 550 ; Württemberg 11,974. In Suinma 1,306,508 Juden. Im Jahre 1839 gab cs in ganz Oesterreich nicht viel mehr als eine halbe Million Juden und in Preußen kaum 200,000. I» Rußland müssen wenigstens zwei Mal so viel sein, als in Deutschland. Man wird ihre Zahl sonach auf überhaupt 10 bis 12 Millionen schätzen können. Auf der New-Uork-Eric-Eisenbahn sind wieder 2 Personenzüge widereinander gerannt und an 300 Personen gctödtet oder schwer verletzt worden. Köln. Der als fabelhafter Spcisevcrtilgcr noch in ergötzlichen Anecdotcn fvrtlcbcnde hiesige Bürger und Tarator Klütsch bat einen würdigen Nacheifcrcr gefunden in einem Eßkünstler, der vor einigen Tagen in einem hiesigen Wirthshause zufolge einer Wette innerhalb einer halben Stunde 36 Eier, 1 Milchbrödchen, 9 Gläser Bier und 1 Wachholdcr-Schnäppschen verzehrte. Unglaublich, aber dennoch wahr. (Alte Liebe rostet nicht.) Vor längerer Zeit trat in Berlin ein Kaufmann in den Stand der Ehe: Nach 6jährigcm Zusammenleben des Paares wandte Fortuna ihr Antlitz von dem Gatten ab. Seine Spcculationcn schlugen fehl, die Wechsel konnten nicht mehr honorirt werden — er »uißle seine Zahlungen elnstcllcn. Die Familie zog nach Hamburg, aber auch hier leuchtete ihr kein Glück- stcrn. In bittere Noth gerathcn, kamen Beide überein, sich gesetzlich scheiden zu lassen; vielleicht würde cö jedem Einzelnen leichter werden, sich eine Eriftcnz zu begründen. Es geschah. Die geschiedene Frau vcrheirathctc sich auf's Nene, aber schon nach wenigen Jahren war sie Wittwe. Ihr erster Man» hatte während dessen sich nach Australien begeben, wo cs ihm gelang, ein bedeutendes Vermögen zu erwerben. Vor anderthalb Jahren kehrte er an der Seite einer jungen Gattin von dorther in seine Heimath zurück; Anfangs Mai wurde ihm diese durch den Tod entrissen. Da hört er, daß seine erste Frau noch in Hamburg wohnt und daß kein Hindcrniß obwaltet, zu dieser zurückzukchren. Er kommt, er sucht seine von ihm geschiedene Gattin aus und eine Umarmung besiegelt den ncugcschloffcncn Bund. Stach kurzer Zeit hatten sich die so glücklich Wiedcrgefundcncn verlobt. Auf geschehenes Traudacapo werden . sie sich nach Australien einschiffcn. (Hohes Lebensalter.) Hr. Geyer führt in seiner Volks- schrift „Die Urwelt und ihre Bewohner" bei der Gelegenheit, wo er das hohe Lebensalter der Urväter nachwctst, folgende merkwürdige Ecitenstücke der neuern Zeit an: „Der Däne Drackcnbcrg diente bis in sein 90. Jahr als Matrose, hclrathcte im 111. und starb in seinem 146. Hahre. Thomas Parr vcrheirathctc sich^noch einmal in seinem 120. Jahre, und wurde 152 Jahre alt. Sar- rington starb in seinem 160., wo sein ältester Sohn bereits 103, sein jüngster dagegen erst 9 Jahre alt war. Petracz Czartan zn Caranscbcs, unweit Tcmcsvar, welcher 1539 geboren wurde, starb 1724, also 185 Jahre alt, als sein Sohn dritte Ehe 97 Zähre alt war. Eine Grabfchrist in der Bernhards-Kirche zu London gibt - das Alter des 1583 gestorbenen Thomas Karn zu 207 Jahren an." 546 Bekanntmachungen. |2] GeIIgenbach. (Erbvorladung.) Rro. 3384. Zur Erbschaft der am 19. Jänner 1860 verstorbenen Franziska gebornen Eckrle, Wittwe des Landwirths Joseph Gießlcr von Schwaibach, ist deren Tochter Franziska Gießler, Ehefrau des Landwirths Michael Fischer von Ohlsbach, gerufen. Da der Aufenthaltsort derselben diesseits unbekannt ist, so ergeht an diese Erbin oder ihre Rechtsnachfolger die Aufforderung, binnen drei Monaten, von heute an, bei Unterzeichneter Stelle zur Erbtheilung zu erscheinen, widrigenfalls die Erbschaft lediglich Denjenigen zugetheilt würde, denen sie zukäme, wenn die Vorgeladenen zur Zeit des Erbanfalls nicht meh< gelebt hätten. Gcngenbach, den 30. Juli 1860. Großherzogliches Amtsrevisorat. Provence. O f f e n b u r g. (Wein- u. Fäffer- versteigerung.) Der Erbtheilung wegen werden aus der Verlassenschaft des in Frciburg verstorbenen Joseph Vogt, Kaufmanns zu Tawastahus, am Donnerstag den 16. August 1866, Vormittags 10 Uhr, nachverzeiämete Weine und Fässer im Gasthaus zum Adler dahier, in dessen Nähe sich diese Weine und Fässer befinden, durch den Großh. Notar Schilling gegen Baar- zahlung öffentlich versteigert. A. Weine: 38 Ohm 1858 t weißer Zeller Klevner, 26 „ 1858t Zeller Weißherbst, 59 „ 1858t weißer Zeller gewöhnlicher, 38'/- 1858t rother Zeller, 3 „ 1858r rother Zeller ordinärer und IV- ,. 1858t Zeller Trubweiu; ». Fässer: 1 Stück, 400 Maas haltend, 1 ., 600 1 700 „ 1 „ 1000 * 1 „ 1200 „ Osicnburg, den 16. Juli 1860. Großh. Amtsrevisorat. S ch ni i d t. 12] O b c r k i r ch. (Liegenschastsvcrsteigerung.) In Folge richterlicher Verfügung werden ans der Gantmasse des verstorbenen Badischhoswirths Franz Anton Borsig von hier die unten verzeichnctcn Liegenschaften am Dienstag den 14. August d. I., Nachmittags 3 Uhr, im Gasthausc zum Badischen Hof dahier öffentlich versteigert, wobei der endgültige Zuschlag erfolgt, wenn der Schätzungspreiö oder mehr geboten wird. Beschreibung der Liegenschaften. Ein dreistöckiges Wohnhaus mit der RealwirthschastS- Gerechtigkcit zum Badischen £>of, mit Keller, Stallung, Haus- und Hofraitheplatz, au der Hauptstraße dahier gelegen. ciners. Philipp Stöckte, anders, die Gaffe, vorncn die Hauptstraße, hiuten Almend. Anschlag . 10500 fl. Eine besonders stehende Scheuer, Stallung und Hcf- >aum, auf dem Ercrcierplatz gelegen, einerseits Ciriak Schick, anders. Kaufmann Fischer und Genossen. 800 st. v*-V 3. Fünf Hausen Reben in der Höll, neben Karl Arm- brüsker und Karl Herrmann. 400 fl. 4* Ein Morgen Acker auf dem Krautschvllen, neben Joseph Fieß' Kindern und Ciriak Busam. . . 1000 fl. Drei Viertel Acker allda, neben Anton Walz und Ei- riak Busam.. . 650 fl. 6 . Ein Morgen Acker auf dem Zeigen, neben Andreas Wiegert und Joseph Ziegler. 850 fl. 7. Eine halbe Zeuch Acker auf der obern Höhe, Gemarkung Fernach, neben Lindenwirth Müller und Melchior Droll. 500 fl. 8 . Eine halbe Zeuch Acker auf der untern Höhe auf obiger Gemarkung, neben Stephan Geldreich und Joseph Haas.. 500 fl. Oberkirch, den 14. Juli 1860. Der Vollstreckungsbeamte: F i n ck, Notar. Ofsenburg. (Tanzunterrichts-Anreige) Indem ich hiemit die ergebenste Anzeige mache, daß von Dienstag den 7. August an wieder ein neuer Tanzunterrichts-Curs beginnen wird, lade ich alle Diejenigen, welche sich an demselben betheiligen wollen, hiemit höflich ein, und bemerke hiebei, daß die Tanzstunden im Gasthause zu den Drei Königen abgehalten werden. — Auch wird jeden Sonntag Abend eine größere Uebungsstunde stattfinden. Theodor Trittler. Offenbnrger Fruchthailc. Markt v o m 4. Ä u g u st l 86 0. Frucht- Gattung. Eingeführt. Ausgestellt». letzten Markt. Ver- ' kauft. | Mittel- Bleibe,! preis per! ausgc- Maltcr. j ftcfit. Malter Malter, Malter fl- kr. . Maller. Waizeu. . . 168 34 194 : 16 40 8 Kernen . . . , - — — — — Halbwaizcn 32 4 36 : 12 20 ! - Korn .... 44 6 50 9 50 !i Haber. . . . 49 5 ! 44 ;; 6 23 IC' Gerste . . . 4 1 1 5 :i 9 — — Wclschkorn. — ! - — - 297 50 329 11 « lb Das Nt arktgcri c!t(. Brodtaxe für den Amtsbez»rk Kork. Für die 1. Halste des MonarS August 1860. A. Halbwcißbrod (‘ - Schwing-, >/, Gries- und * 4 Voll): a. 3 ff in langer norm 13'/a kr., b. 3 ff in runder Form 13 kr. c. 6 ff in runder Form 25'/- kr. o. Schwarzbrod ('/- Voll- und >/, Schwarz): a. 3 ff in runder Form 10 kr., ^ b. 6 ff in runder Form l9'/- kr. C. Weivdrcd: der 2 kr. Weck soll wiegen 9.8 Lotb. Flrrschtaxe für den Amtsbezirk Kork. Für den Monat August 1860. L.as.Psuu0 Ochsmfleisch 15 kr.. Schweinefleisch 15 kr., Kalbfleisch 12 kr.. Rindfleisch 13 kr.. Hammelfleisch 12 kr. Verantwortlicher Redacteur: I. Lttcni. - Druck und Verlag der Buchdruckerei von I. Otteni * Sohn.