Berkündigungs-Blatt für die «mes: «nv NmtSgeriehts - Bezirke Dffenburg, Gberkireh. AGL-rn, Skdein Bischofsdeim, Kork, Gengenbach, Haslach nnd Wolfach. M 95 Offenburg, den 27. November 1860. Bekanntmachungen. Ministerium des Innern. Karlsruhe, den 8. September 1880. Die Hebung der Rindviehzucht, insbesondere die Erlassung einer Verordnung über Haltung des Faselviehs betreffend. Are. 10099. An die vier Großh. Kreisregierungcn: Der § 4 des Gesetzes vom 3. August 1837 (Regierungsblatt Nr. 29 von 1837) legt den Gemeinden die Verbindlichkeit auf, dafür zu sorgen, daß das für ihren Viehstand nbthige Faselvieh in allen Fällen vorhanden ist. Nach Anzeige der Ccntralstelle für die tzandwirthschaft sind die Gemeinden dieser Obliegenheit in Beziehung auf die Haltung der Rindfasel bisher nicht überall genügend nachgekvmmen, und ebensowenig wurden von der Staatsaufsichtsbehörde immer die richtigen Anordnungen erlassen. Man sieht sich daher veranlaßt, aus den Vorschlag der Centralstelle nachtoll,ende Bestimmungen zu geben, an welche sich die Großh. Bcsirlsämter in vorkommenden Fällen zu halten haben: § l. Ein Farren genügt für höchstens 80 Kühe und sprmigfähigc Kalbinnen. Sind in einer Gemeinde mehrere Farren erforderlich, so können bis zu 100 Kühen auf einen Farren gerechnet werden. Gemeinden, welche weniger als 00 Kübe haben, können sich bezüglich der Farrenhattung an eine benachbarte Gemeinde anschließen. Wo die Kühe tcerdenwcise auf die Waiden getrieben werden, und der Falcl mit der Heerde geht, muß während der Zeit des Waidaustricbs mindestens e i n Farren mehr gehalten werden, als sonst erforderlich wäre. „ § 2. Die Farren müssen fehlerfrei gebaut und zum «rrung tauglich sein. Sie sollen von einer guten, den enlichen Verhältnissen entsprechenden Race abstanimc». Die Wahl der Race steht dem Gcnicindcrath, und wenn die Koitcn rer Farrenhattung als Sociallast bestritten werden, ec» betreffenden Güterbcsitzer» zu. In der Regel sollen die aanen nickt vor 1' s Jahren zur Zucht verwendet werden. Bewnders kräftige und gut genährte Thiere können jcdvck 'wen im Alter von 1>/^ Jahren zur Verwendung kommen. , % 3. Den Gemeinden steht cs frei, die Farren entweder ^'bst anzuschaffen und zu unterhalten, oder das Eine wie X ae Andere in Pacht zu geben. Wo das Herumhaltcn der aarrcn unter den einzelnen Bürgern oder Hofgutsbcsitzcrn birber üblich war, und durch besondere Verhältnisse grreäit- “9t erscheint, kann ausnahmsweise die Beibehaltung dieser Ukbung gcnebinigt werden, unter der Bedingung, daß die Bestimmungen der l und 2 eingehaltcn werden, und nach Heiietertem Nachweise, daß der betreffende Farrenbalter auch « der vage ist, jene Bcstimmungc» zu erfüllen. - uh r. •' m Falle der Verpachtung hat diese an einen Mann zu geschehen. Die Versteigerung an ^negünebmenbe» ist untersagt. Der Pachtvertrag soll m»s,T emi ' u ’ t ’ ctnt ^ "der einer hiefür zu bestellenden Com- ^Eckt Vorbehalten, einen Farren für untauglich unt tiCtt dem Pächter die Anschaffung eenes •n zu verlangen. auch bei Nichteinhaltung der Packt- bedingniffe den Vertrag vor dessen Ablauf aufzulösen. Ferner soll der Pachtvertrag bestimmen, daß Streitigkeiten, welche sich wegen des Vollzugs ergeben, durch ein Schiedsgericht erledigt werden solle». § 5. Als Sprungplatz ist ein geschloffener und hinreichend großer Raum einzurichten. tz 6. Wo eine Gemeinde aus einzelnen Höfen oder Zinken besteht, hat sie dafür zu sorgen, daß die Aufstellung der Farren in verschiedenen Theilen der Gemeinde dem örtlichen Bedürfnisse entspreche. (gez.) A. Lamep. Rro. 9929. Vorstehender hoher Erlaß wird den Ge- meinderäthen des diesseitigen Amtsbezirks zur Nachricht und Rachachtung hiermit verkündet. Kork, den 9. November 1800. Großherzogliches Bezirksamt, v. Hunoltstein. Ackern. (Tie Conscription für 1861 betreffend.) Nro. 9529. Zur Nckrutenaushebung ist Tagfahrt für das Conscriptionsamt Ackern auf Mittwoch den 19. D e c e m b e r l. 'I., Vormittags 8 Uhr, angeordnet, und werden hiezu die Pflichtigen bei Vermeiden der gesetzlichen Strafen vorgeladen. Achern, den 19. November 1860. Großhcrzogliches Bezirksamt. S ch w a r z m a n n. Kork. (Die Conscription pro 1861 betreffend.) Nr. 10,206. Tie Aushebung der zur Conscription pro 1861 gehörigen Mannschaft vom Amtsbezirke Kork findet SamStag den 1;). Tccbr. 1860, Morgens 8 Uhr, auf dem Gcmcindehanse in Kork statt. ' Sämmtlichc Conscriptionspflichtige werden hievon zum pünktlichen Erscheinen mit dem Anfügen in Kennt- niß gesetzt, daß ohne Rücksicht auf eine hohe Nummer die Messung und Visitation sämmtlichcr Pflichtigen vorgc- nommen wird, was für Diejenigen, welche als bleibend untauglich erklärt werden, den Vortheil hat, daß sie vom Erscheinen bei jeder außerordentlichen Conscriplio» befreit bleiben. Kork, den 29. November 1860. Großherzogliches Bezirksamt, v. H u n o t t st e i n. Tfsenburg. (Fahndung.) Nro. 11512. Am I. d. M. wurde Michael Al o s e r von Diersburg auf seiner Rückfahrt zum Freih. v. Franckcnstein'schen Packthofe bei hiesiger Statt seines Portemonnaies mit 1 fl. 3 kr. in Münze beffaubt. Verdacht hierwegen fällt auf eine Mannsperson in der Größe von 5' 5", von nicht vorgerücktem Alter, 804 welche schwarze Kleider mit kurzem Rocke trug und daS Aussehen eines Handwerksburschen hatte. DaS Portemonnaie ist von schwarzem Leder mit Stahleinfassung, hat 2 Abtheilungen von rothein Leder, welches zerrissen ist. Wir bitten um Fahndung auf den Thäter und das Entwendete. Offenburg, den 21. November 1860. Großhcrzogliches Amtsgericht, v. Z e ch. Offenburg. An sämmtliche Gemeinderäthe des Bezirks. (Die Decrehur der Gebührenrechnungen der Gemeindebeamten für verrichtete Gemeindegeschäfte betr.) Nro. 11637. Die Gemeinderäthe haben ihre Gebühren' Verzeichnisse mit dem letzten Tage dieses Monats zu schließen und gehörig unterschriebe« zur Prüfung und Decretur einzusenden. Offenburg, den 21. November 1860. Großherzogliches Amtsrevisorat. Schmidt. Ackern. (Gläubiger-Aufforderung.) Nro. 9628. Joseph Steimle von Mösbach ist gesonnen, nach Amerika auszuwandcrn. Wir haben daher Tagfahrt zur Schuldenliquidation auf Dienstag den 4. Decbr., Vormittags 11 Uhr, angeordnet, und werden die etwaigen Gläubiger derselben zur Anmeldung ihrer Ansprüche mit dem Bemerken aufgesordert, daß ihnen später zu solchen dahier nicht mehr verholten werden könnte. Ackern, den 21. November 1860. Großherzogliches Bezirksamt, S ch w a r z nl a n n. Kork. (Die Bestätigung eines Agenten betreffend.) Nr. 10,057. Rathsschreiber Ludwig Fischer zu Frei- stett wird als Agent der Feuerversicherungs - Gesellschaft des deutschen Phönix für die Gemeinden des frühern Amtsbezirks Rheinbischofsheim andurch bestätigt. Kork, den 14. November 1860. Großherzcglicheö Bezirksamt, v. Hunpltstcim Kapitalien auszuleihen. Offen bürg. Bei Unterzeichneter Verwaltung können fortwährend Kapitalien in kleinern und großer« Beträgen gegen angemessene Verzinsung auf erstes Unterpfand in Liegenschaften dargeliehen werden. Offcnburg, den 19. November 1860. Großhcrzogliche Stiftungenverwaltung. P c z o I d. [2J Wolf a ch. (Holzvcrsteigerung.) Aus den Domainenwaldnngen bei Rippoldsair weroen am Donnerstag den 29. November versteigert in i. 5. Hütte- rich: 510 tannene Tclegraphenstangen, 1658 Trag- und Leitcrbämne, 4095 große und 3320 kleine Hopfenstangen, 2565 Rebpfählc, 27V« Klafter bnckcnes und 59 Klafter tannenes Scheitholz, S2 3 / 4 Klafter buchenes und 23 Klafter lanncneS Prügelholz: ferner in i. 1. Sommerberg: 3 Klafter tannenes Scheitholz und 45 V« Klafter gemischtes, meist weiches Prügelholz. Das Holz in i. 5. Hütte- rich kann leicht über den Kniebis abgeführt werden. Zusammenkunft Vormittags 11 Uhr im Gasthaus zum Erbprinzen in ÄtippvidSau. Wolfach, den 19. November 1860. Großherzogliche Bezirksforstei. M e z e l. Offenburg. (Pferdevcrsteigernng.) Dienstag den 4. Decbr. 1860, Vormittag« 11 Uhr, werden vor dem Rathhause dahier auf das Land verstellte Militärpferd« gegen Baarzahlung öffentlich versteigert, wozu Kauflirb- haher eingeladen werden. Offcnburg, den 24. November 1860. Großherzogliche Obereinnehmcrei. Male r. R e n ch e n. (Birkenpflanzen-Verkauf.) AuS D»- mainenwaldungen bei Renchcn werden vorzüglich taugliche 3jährige Birkenpflanzen per tausend Stück mit Einschluß des Ausheberlohns, jedoch nicht unter 3000 Stüch zu 1 fl. 24 kr. abgegeben. Liebhaber haben sich beim Bezirksforsteivvrstand in Renchen zu melden. Renchen, den 17. November 1860. Großherzogliche Bezirksforstei. Lindenmaier. Ebersweier. (Liegenschafts-Versteigerung.) Auf Antrag der Erben des Michael Bauer von Weier werden mit obervormundschaftlicher Ermächtigung vom 14. Nov. d. I. Nro. 9965, der Erbtheilung und Untheilbarkeit wegen, am SamStag den 15. December d. I.. Nachmit- tags 2 Uhr, im Rathhause zu Ebersweier durch Notar Eduard Dillinger zu Eigenthum versteigert: 60 Ruthen Reben im Grubenstück, Ebersweirer Gemarkung, neben Lehrer Bell von Appenweier und Kronenwirth Gromer von Bühl, — taxirt zu 60 fl. Die Bedingungen werden vor der Steigerung verkündet werden. Offenburg, den 19. November 1860. Großherzogliches Amtsrevisorat. S ch m i d t. O b e r h a r m e r s b a ch. (LiegenschaftSverstcigerung.) In Folge richterlicher Verfügung werden dem Müller Lorenz Damm in Oberharmersbach Montag den 3. Decbr. 1860, Nachmittags 1 Uhr, im Rathhause allda, nachbeschriebene Liegenschaften einer öffentlichen Versteigerung auSgeseht und endgültig zuge- schlagcn, wenn der SchähungspreiS oder mehr geboten wird, und zwar: Anschlag. 1) Ein einstöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stallung und einer Kundenmahlmühle unter einem Dache .... 1000 fl- 2) Eine Wirbclsägmühle . . . 1800 fl- 3) Hofraithc, Haus- und Sägeplatz mit Holz- legc und 1 Sester Mattfeld . . . 350 fl. 4) Ein Gemüsegarten und ein Stückchen Mattfeld. 200 fl. 5) 2 Jeuch Mattfeld , die s. g. Frcimatte . 3000 fl. 6) 1 Jeuch, 3 Viertel Ackerfeld . . . 550 fl. 7) Ca. 5 Jeuck Eichbosch .... 1500 fl- 8) Ca. IV 2 Jeuch Ackerfeld . . . . 450 st zusammen . 8850 fl- Vorbcschriebcne Liegenschaften bilden ein geschlossene- untheilbares Ganzes. Zell a. H„ den 3. November 1860- Der Vcllstreckungöbeamtc: A i g e l d i n g e r, Notar. Offcnburg. sLiegenschaftsversteigerung.) Stof Antrag der Vertreter des wegen Geistesschwäche entmündigten Wcinwirths Johann Fies von hier werden 805 Ht unkcnverzeichneten Liegenschaften an den nachbcnannten Orten und Tagen öffentlich versteigert, und zwar: A Am Donnerstag den 6. December d. I., Nachmittags 2 Uhr, rm Rathhause dahier, die Liegen- ichasten, welche in der Gemarkung Offenburg liegen, als: 1) Eine zweistöckige Behausung sammt Hof, Scheuer und Stallung in der Glascrgasse, neben Kaufmann Billet und dem Bäckergäßle, angeschlagen zu 9000 st. Z) ein einstöckiges Wohnhaus in der Gold- gassc, neben Anton Huber und dem Lindcuplatz. 1000 fl. J) 184 Ruthen Gras- und Gemüsegarten im innern Stadtgraben, neben Salmen- wirth Trautvetter und Posthalter Alexander. 700 fl. 4) 22 Ruthen Rcbfcld auf dem Deschenacker, neben Wittwe Falk und der Thannweggasse .40 fl. 6j 86 Ruthen Garten im Schleiergrün mit einem neuerbauten Waschhause, neben dem Gerber- und Mühlbach . 400 fl. ö. Am Freitag den 7. December d. I., Nachmittags 2 Uhr, im Rathhause zu Fessenbach, die Grundstücke, welche in der dortigen Gemarkung liegen, als: 6) 32 Ruthen Reben im Hummel, neben Matthias Kaiser von Zell ... 80 fl. 7) 66 Ruthen Reben im Schöpflesberg, neben Philipp Hugle und Georg Zoller 250 fl. 8) 32 Ruthen Reben im Kirchherrnberg, neben Philipp Litterst und unbekannt 100 fl. 6) 66 Ruthen Reben in der Halb, neben Georg Hugle und unbekannt . . 170 fl. 10) 158 Ruthen Reben in den Weiersrcben, neben Joseph Wiegele und Georg Zoller_ 650 fl. Summa . 12,390 fl. ORtnburg, den 10. November 1860. Großherzogliches AmtSrevisorat. B. V. d. A. Schilling, Notar. G o l d s ch e u e r. (Liegenschaftsversteigerung.) Die Erben der verstorbenen Magdalena Krämer von Kittersburg lasten wegen Erbtheilung nachbenannte Grundstücke Donnerstag den 13. Deceinber l. I., Nachmittags 1 Uhr, aut dem Rathhause in Gcldschcuer zu Eigcnthum ver- ftetqern, alS: 1. 1 Viertel Acker im untern Margarcthcuwald, Gemarkung Eckartsweier. Anschlag . . . 115 fl. 2. 1 Viertel Acker im Granner, hiesiger Gemarkung. Anschlag .. 300 fl. 2 Viertel Matten auf den Morgenmattc n 200 fl. Suinma . 615 sl. "tarlen, den 21. November 1860. Das Bürgermeisteramt. R e n w a l d. «ei2l u e n h c i m, Amts Kork. (Pappclstämmevcr- Donnerstag den 6. December l. I., Nach- > laßt die Gemeinde Auenheim 40 Stück m tcn 6 bis 10 Zoll Durchmesser, oberhalb dem Orte gegen baare Zahlung auf dem Platze öffentlich versteigern. Auenheim, den 23. November 1860. Das Bürgermeisteramt. Heidt. [2] Urioffen. (Wucherstiere-Versteige- ' rung.) Die Gemeinde Urloffen läßt am Donnerstag den 29. d. M., ^Vormittags 10 Uhr, bei der Sticrstallung daselbst einen großen fetten Wucherstier von circa 8—900 ff, ferner einen 2jahrigen, ebenfalls zum Schlachten geeignet, von circa 400 ff Schwere, um baare Bezahlung vor der Abfuhr 'versteigern. Urloffen, den 19. November 1860. Der Gemeinderath. Bgmstr. T r a u t m a n n. vdt. Langeneckert, Rathsschr Weinversteigerung In der Behausung des Freiherrn von Neveu zu Ofsenburg werden am 6. December, Vormittags 11 Uhr, circa 550 Ohm Wein aus den Jahren 1857, 1858, 1859 und 1860, bestehend aus Rothem (circa 60 Ohm 1859r), Wcißherbst, Clevncr, Joseps- berger, Klingelberger und gemischten Weinen, einer öffentlichen Versteigerung ausgesetzt. Offenburg, den 22. November 1860. Freiherrlich von Nevcu'sche Verwaltung. G o ß n c r. Hausach. (Pferdeversteigerung.) Engel- kwirth Rolh's Wittwe läßt Montag den 3. ! December, Nachmittags 2 Uhr, 2 rothbraune ^Pferde (Wallachen), welche sehr gut zum Zuge geeignet sind, versteigern; wozu die Liebhaber höflichst eingeladen werden. Weinverkauf. 20 Ohm 1858« Wein guter Qualität sind zu verkaufen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Gefundene Wagenwinde. BciHausach ist eine Wagenwinde gefunden worden. Derjenige, welcher solche verloren hat, und sich über deren Verlust auszu- wcisen verinag, kann solche beim Bürgermeisteramt Hausach gegen Bezahlung der Eiurückungsgebühr in Empfang nehmen. O f f e n b u r g. (Pferd- und Küheverkaus.) Ein gutes Zugpferd und zwei Kühe sind zu vcr-_ kaufen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Ofsenburg. (Weinverkanf.) Circa vierzig Ohm 1858er und 1859er Weine in verschiedenen Sorten sind zu verkaufen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. O f f e n b u r g. (Wagenverkauf.) Ein Güterwagen von ca. 100 Ecntner Tragkraft _ist billig zu verkaufen. Bei wem? ist bei der Erpedition dieses Blattes zu erfahren. Ofsenburg. (BettenvermicthungundKostabgabe.) In der Spitalgasse Nr. 151 sind Belten zum Schlafen zu vermiethen; auch wird auf Verlangen Kost gegeben. 806 Ich übermittle Zahlungen nach allen Städten der Vereinigten Staaten Nord- Amerika'S, namentlich nach Baltimore (Maryland), Buffalo (New-NvrkH Chieago (Illinois), Cincinnati (Ohio), Cleveland (Ohio), Detroit (Michigan), L o u i s v i 11 e (Kentucky), Milwaukee (Wisconsin), New-Orleans (Louisianas, New- Bork (New-Uork), St. Francisco (Californien), St. Louis (Missouri), Philadelphia (Pennsyl- vanien). Auch befasse ich mich mit dem Cin- und Verkauf v on Staatspapieren, Anlehensloosen, Actien und der Verwechslung verfallener Zinscoupons unter billiger Berechnung. Nhrinbischofrhrim. C. F. Lindauer. O b e r k i r ch. (Gastwirth- schaft-Eröffnung.) Hiermit beehre ich mich, dem verehrlichen Publikum anzuzeigen, daß ich Samstag den 1. December d. I..die von mir erkaufte Gastwirthschaft zum Ochsen dahier eröffnen werde. Ich werde bemüht sein, durch freundliche Bedienung mir das Zutrauen meiner verehrlichen Besucher ferner zu erwerben. Oberkirch, den 24. November 1868. Seb. Schnüy, .früher Gastwirth zur Sonne. bh-jhiii“ hmV"HUI .I l lil If l l fTm UliBfl ' 'PAH 11 Anzeige. l a und Il rta Emmenth. Käse werden billig verkauft bei F. Zb. Bührer in Offenburg. Offenburg. (Zimmervermiethung.) Cin möb- lirtes Zimmer für einen ledigen Herrn ist zu vermischen ~ von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Frische Häringe, Sardellen und Bückinge zum Rohessen bei F. X. Bührer in Offenburg. Pferdvcrkauf. Cin sijähngeS braunes, zum Zug sehr gut geeignetes Pferd ist nebst neuem Kummet- Pferdgeschirr zu verkaufen — von wem ? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Kor!»s!aschen in guten Körben, ca. 40 Maas haltend, zum Branntweinaufbewahren sind zu haben bei Fr. Frank in Lahr. O f f e n b u r g. (Anzeige.) Aus Berlin sind die neuesten angefangenen Stickereien angekommen bei Alexander Henco. Gamshurst, Amts Achern. (Geld auszuleihen.) Zn dem hiesigen Kaplaneifond liegen 900 fl., im Kirchenfond 250 fl-, im Gutleutfond 450 fl., im Schulfond 70 fl. gegen gesetzliche Versicherung zum Ausleihen bereit. Oberkirch. (Geld auSzuleihen.) Eisenhändler Droll in Oberkirch hat ca. 1000 bis 1100 fl. Pfleggeld theilweise oder im Ganzen gegen gesetzliches Unterpfand auszuleihen. Achern. (Geld auszuleiben.) AuS verschiedenen hiesigen Stiftungen können gegen gesetzliches Unterpfand 500 fl-, 350 fl., 200 fl. und 200 fl. ausgeliehen werden. Der Stiftungsvorstand. [2] Offen bürg. (Kapitalien auszuleihen.) ^MVAus dem hiesigen Kirchenfond können 1000 fl. zu 4*/* Procent sogleich, und auf Weihnachten d. I. 1400 fl. gegen gesetzliche Versicherung dargeliehen werden. Schaffner Durnegger. Hausach. (Geld auszuleihen.) Vom hiesigen Kaplaneifond können sogleich 300 fl., sodann in einem Viertelsahr tveitere 405 fl. zu 4>/- pCt. auf gesetzliches Unterpfand bargeliehen werden. Rechner Schätzte. Marlen. (Geld auszuleihen.) Der hiesige Armenfond hat 300 fl. zu 4V- Procent gegen gesetzliches Unterpfand auszuleihen. Rechner Jos. F i e n. Waltersweier (Geld auszuleihen.) Der hiesige Hciligenfvnd hat 400 fl. zu 4yr Procent gegen gesetzliche Pfandversicherung auszuleihen. Rechner Felir S ch m i d t. Herzthal, Amts Oberkirch. (Geld auszuleihen.) Vom hiesigen Armeufoud können 125 fl. zu 4'/2 Procent gegen gesetzliche Versicherung dargelieheu werden. Rechner Fieß. Leutesheim, Amts Kork. (Geld auszuleihen.) Der Ortsbaufoud zu Leutesheim hat ein Kapital von 370 fl., zu 41/4 Procent verzinslich, gegen gesetzliche Pfandversicherung auszuleihen. Michael K a r ch VI., Rechner. |3J Nußbach, Amts Oberkirch. (Geld auszuleihen.) Vom hiesigen Hciligenfoud können 600 fl. zu 4V- Procent gegen gesetzliches Unterpfand dargeliehen werden. Rechner Kirn. fl) Stadt Kehl. (Geld auszuleihen.) Bei der Kircheubaufondsvcrrcchuung liegen gegen Einlage gesetzlicher Pfaudurkunden 400 fl. Stiftungsgelder und 1500 fl- Vormundschafksgelder zum Ausleihen bereit. fl 1 Marie n. (Geld auszuleihen.) Vom hiesigeu Kirchenfond können 500 fl. zu 4V- pCt. gegen gesetzliches Unterpfand dargeliehen werden. , Rechner Bernh. B o s ch e r t. Nußb a ch, Amts Oberkirch. (Geld auszuleihen.) A»s dem Kirchspiels-Armenfond dahier sind 300 fl. zu 4h- Procent gegen gesetzliche Versicherung zum Ausleihen parat. Rechner M a n z. O f f e n b u r g. (Kapital auszuleihen.) Aus dem Waisenhausfond werden auf bedungenes Unterpfand 500 fl. ausgeliehen. Th. König. O f f e n. b u r g. (Kapitalantrag.) Bis 15. Januar k. I. können von Unterzeichnetem 1500 fl. Pfleggelder im Ganzen oder theilweise gegen entsprechende Verzinsung und gesetzliches Unterpfand dargelichen werden. Z. 9t. M ü 11 e r. Durba ch. (Geld auszuleihen.) Ambros Vogt iw Durbach hat 306 fl. Pflegschaftsgeld gegen Obligation auszuleihen. Oedsbach, Amts Oberkirch. (Geld auszuleihen.) Joseph Panter in Oedsbach hat 1300 fl. Pstegschaftsgeld gegen Versicherung zu 4 Procent ini Gänzen oder theilweise zum Ausleihen parat. 807 Anzeige. Die berühmte Doppel-Klettcnwurzcltinctur zu 1 fl. 45 kr. das Glas und das Doppel-Klettenwurzelöl zu 30 kr. und 24 kr. das Glas zur Beförderung des Haarwuchses aus der Fabrik des Herrn Fried. Mayer, Apotheker und Chemiker in Heilbronn, ist zu beziehen durch dessen Generalagenten für Deutschland. Hrn. Conrad Herold in M a n n h e i m. Danksagung. & Tiesbetrübte» Herzens über den Verlust unserer $$$ geliebten Gattin und Mutter Margarethe T o u - i jouze, geb. Schirmbeck, sagen wir den verehrten Freunden und Bekannten, welche dieselbe während .MsWuhres Krankenlagers durch Besuche erfreuten, desgleichen Allen, welche ihre irdische Hülle zur Ruhestätte geleiteten, unfern wärmsten Dank. Offcnburg, den 23. Nov. 1860/ Franz Joseph Toujouzc, Gatte, Margarethe Toujouze, Tochter. Danksagung. - f Niedergebeugt von dem schweren Verhängnis, das uns durch den Verlust unseres lieben Gatten und Vaters, des Chirurgen Xaver Braun, betroffen, fühlen wir nnö verpflichtet, Allen, welche dem Hingeschiedenen im Leben ihr Wohlwollen bezeigten, sowie Denen, die ihm durch das Geleite zum Grabe die letzte Ehre erwiesen, unfern innigsten Dank auszusprcchen. Offenburg, am 24. Dccember 1860- Theresia Braun, geb. Drescher, nebst Kindern. Danksagung. Allen Denen, welche unsere so schnell dahinge- K Sschicdene Mutter und Großmutter Magdalena Ai e r k e l dahier zur letzten Ruhestätte begleiteten, »sagen wir tiefgerührten Herzens unser» wärmsten Dank. Offenburg, den 26. November 1860. Die Hinterbliebenen. Danksagung. t Für die vielseitig bewiesene Thcilnahme sowohl wahrend der Krankheit al§ bei dein Leichenbegängnisse unserer lieben Mutter, Schwieger- nno Großmutter, der Ankerwirth G l a s e r's Wittwc, statten ihren verbindlichsten Dank ab: ^ § D i e Hinterbliebenen. Windschläg, den 25. November 1860. Haushälteringesuch. Cinc brave Haushälterin wird auf ein Landgut auf künftige Weihnachten gesucht — von wem? sagt die Expedition d. Bl. Offen bürg. (Kellermädchen-Gesuch.) Ein gewandtes Kellermädchen, das stch mit guten Zeugnissen auswcisen kann, wird auf Weihnachten in eine hiesige Wirthschast gesucht — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Appenweier. (Geld auSznleihen.) Joseph Füll in Appenweier hat 325 fl. Pslcgschaftsgeld gegen gesetzliche Versicherung auszuleihen. l3s Oberachern. (Geld auszulcihen.) Philipp Huber in Oberachern hat 650 fl. und 550 fl. Verwaltungs- Gelder zu 4>/» pCt. zum Ausleihen parat. Gummischuhe in bester Qualität bei Alexander Henco in Offenburg. Feuerwehr Offcnburg. Donnerstag den 29. d. M ., Nachmittags: Hauptprobe. Das Commando. Turnverein Offenburg. Mittwoch den 28. d. M., AdendS 7 Uhr, Generalversammlung und Beginn der Winterübungen im Saale des DreikönigwirthShauses, wozu sämmtliche Mitglieder eingeladen werden. Der Vorstand. O f f e n d u r g, 24. Rov. (Eingesandt.) Diesenigen hiesigen Kaufleute, welche sich mit Salz-Handel befassen, haben gestern Abend eine Berathung gepflogen, in rer sie besprachen, wie die aus diesem Geschäftszweige lastenden schweren Mißstände zu beseitigen seien. Obwohl schon verschiedene Vorstellungen von Großh. Steuer-Direction völlig unberücksichtigt blieben, hat man sich nun doch zu einem wiederholten Gesuche und zwar um Erhöhung der Fracht-Rückvergütung oder um Errichtung einer ärarischen Factorie dahier an dieselbe hohe Stelle gewendet, von welcher nun vertrauensvoll die nötbige Abhülfe erwartet wird. Diese Abhülfe wird hoffentlich nicht ausbleiben, und Fuhrleuten sowohl als dem Handelsstande die Möglichkeit bieten, sich fernerhin mitSalz-Lieferung abzugeben; die vorgerückte Jahreszeit und der setzt schon sehr schwierige und kostspielige Straßen-Verkehr auf dem Schwarzwalde könnten cssonst in Verbindung mit den übrigen harten Bedingungen*) des heutigen Bezugs dahin brmgen, daß »ach Offcnburg kein Salz mehr bezogen werden könnte. „Jedem das Seine und jeder Arbeit das zu treffende Verdienst" ist gewiß nicht zu viel verlangt. — *) Hierunter versteht Einsender insbesondere die Schwierigkeit, welche dem Salz-Händler dadurch bereitet wird, daß er fast nur Gold cinnimmt, an die ärarischcn Kaffen jedoch nur mit Silber oder bad. Papiergeld Zahlung leisten kann; letztere Geldsorten fehlen nun aber bekanntlich im heutigen Geschäfts - Verkehr auf empfindliche Weife. Sparkasse in Altenheim. Am 5. November l. I. war der Berwaltungsrath der Sparkasse hier versammelt. Anwesend waren die Herren Vcrwaltungsräthe von Ichenheim, Mülle», Marlen und Altenheu». Zu erscheinen verhindert waren die Herren Vcrwaltnngsrathe von Dundenheim, Schutterwald und Hofweier. Herr Rechner Kaufmann Frank hat eine Ueber- sicht über den Stand der Kaffe vorgelegt, wobei sich ergab, daß vom 1. März bis 1. November l. I. 3020 fl. 50 kr. eingelegt wurden. Run wurde die Hebung der Anstalt besprochen, die Schuldscheine vorgelegt und geprüft, wobei sich der Verwaltungsrath überzeugt hat, daß die Kapitalien sicher angelegt sind und keine Einbuße zu fürchten ist/ Fortwährend beweist sich die Anstalt besonders wohlthätig für Waisen, die kleine Vermögcnsbeträge haben. Daher ist der Wunsch natürlich, daß überall solche Kaffen errichtet werden sollten, wobei immer einige Orte zusammentreten und eine gemeinschaftliche Sparkasse errichten könnten, wie dieses im Amt Lörrach der Fall ist, wo acht Sparkassen bestehen, die am Schluß des Jahres 1857 ein Kapitalvermögen von 275,042 fl. hatten. Dadurch wird die Sittlichkeit der Dienstboten wesentlich befördert, wozu wir beizutragen. alle Ursache haben. Ueberall hört man Klagen über die Trägheit, Unwissenheit und die übertriebenen Forderungen der Dienstboten; aber nur Wenige legen Hand an, um dem Nebel zu begegnen. Dieses Nebel wird nicht bekämpft durch Klagen. Diese fruchten nichts. Man muß möglichst helfen, und helfen kann man nicht nur dadurch, daß man die Dienstboten unterrichtet, sic zur Ordnung, Reinlichkeit und ge- regelten Thätigkeit anhält, ihnen Zeit gibt zum Besuch des Gottesdienstes und mit einem guten Beispiele vorangeht, sondern auch dadurch, daß inan ein Herz für sie zeigt und für ihre Zukunft sorgt. Hoffentlich wird somit das Beispiel, das hier gegeben wird. Nachahmung finden, und man wird auch anderwärts auf die Errichtung von Sparkassen bedacht sein. Die Herren VcrwaltungSräthe mache ich wiederholt auf diesem Wege darauf aufmerksam, die Ersparnisse der Dienstboten und die kleinen Vcrmögensbeträge der Waisen einzusenden. Besitze» Waisen ein größeres Kapitalvermögen, so sind die Zinsen einzulegen, damit dieselben gesammelt werden können, bis sie zu einem Kapital angewachsen sind, das zu höheren Procenten ausgeliehcn werden kann. Ebenso sind die Nahrungsgehalte unehelicher Kinder, falls diese uncntgcldlich untcrgebracht sind, einzulegen, was dem künftigen Fortkommen dieser armen Kinder dienlich sein wird. Damit verbinde ich die Bitte an die Herren Verwaltungsräthe, mir auch ferner die Hand zu reichen, und mir mit Rath und That beizustchcn, damit das gute Werk, auf dem sichtbar Gottes Segen ruht, befördert wird. Altenheim, den 21. November 1860. Der Vorstand: Arnold. Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Baden. Eine Verordnung des Großh. Finanzministeriums vom 3. Nov., Verordnungsblatt Nr. 14 vom 17. Nov., verfügt die Annahme der österreichischen Ein- und Zwcigulden- stücke in folgender Weile: „Seit einiger Zeit ist aus den k. k. österreichischen Staaten eine große Menge der nach dem fünfundvierzig Guldensuß geprägten Zwei- und insbesondere Ein- guldenstü'ckc auch in das Großhcrzogthum eingedrungen und bereitet die Nichtannahme dieser Münzsorteu bei den Großh. Staatskassen dem Verkehr große Unbequemlichkeiten und selbst Verlegenheiten. Wir sehen uns daher auf den Grund des Art. 18 des Münzgesetzes vom 14. April 1858 und des tz 6 der Vollzugsvcrorvnung vom 17. des n. Monats und Jahrs veranlaßt, sämmtliche Großh. Staatskassen dis auf Widerruf zu ermächtigen, die genannten Münzen und zwar die Eingul- dcnstücke zu dem Curs von 1 fl. 10 kr. und die Zweigulden- fiülke zu dem Curs von 2 fl. 20 kr. anzunehmcn und wieder auszugeben. Zur Annahme dieser Münzen in Zahlung darf jedoch Niemand genöthigt werden". — Am 23. d. M. wurden in öffentlicher Sitzung des Großh. Hofgcrichts zu Bruchsal die Geschworncn für die 4. Vieneljahrsfitzung deS mittelrheinischen Schwurgerichts durch das Loos bestlmmt Darunter befinden sick: Fidel Schättgeu, Handelsmann von Haslach; Joh. Baptist Geck, Gastwirth von Offenburg; Jakob Wundt 6., Landwirth von Boderswcier; Ignaz Werner, Gastwirth von Appenweier; David Hauß 3., Landwirth vo» Freistert; Paul Behrle, Gemeinderath von Renchen; Joseph Brehm, Werkmeister von Offenburg; Kilian Walterspiel, Kaufmann von Ulm ;A. Oberkirch); Philipp Armbruster, Gemeinveralh von Wolfach. * Offenburg, 24. Nov. Die in Karlsruhe für die dort wohnende Wittwc des kürzlich in der Nähe unserer Stadt verunglückten Wagenwärtcro Bauer aus Breiten veranstaltete Sammlung nimmt, wie die Badische Landcszeitung besagt, einen erfreuliche» Fortgang. Es seien bi» zum gestrigen Tage bereits über 460 fi. eingcgangen. Ueberhaupt geht Karlsruhe bei alle» Anlässen und wo cs federzeit gilt, auf einen Hülfcruf den Wohlthätigkcitssinn zu üben, allen andern Städten des Landes mit emeni Eifer voran, der die Residenz unseres allgeliebten Fürsten nicht wenig ehrt und im- merhin des Landes Anerkennung wohl verdienen mag. Bon der Kinzig, 20. Nov. ( K. Z.) Die Brücken über die Schütter und Kinzig zu Kehl sind längst fertig, und längst geht die Locomotive bis hart an den Rhein. Wie man sagt, wird noch in dieser Woche die Güterspedition vom alten in den neuen Bahnhof am Rhein verlegt werden. Auch wird in einigen Wochen die Personenbeförderung nicht mehr am alten, sondern am neuen Bahnhof — dessen Baulichkeiten unter der ausgezeichneten Leitung unserer badischen Baubeamtcn so / rasch ihrem Ende nahe kommen und eine weitere Zierde der Hanäuer Hauptstadt Kehl werden — stattfinden. Die in einer Linie mit dem neuen Bahnhof stehende» großartigen Haupt- zollamtsgebäudc, die nahen, schönen Gebäude der Stadteom- mandantschaft, des trefflichen Gasthauses zum Salmen von Hrn. Benz, die Kaffeewirthschaft des Hrn. Kaufmanns Glük- herr, die Hummel'schen Gmersperitionsgcbäude re. geben mit dem großen und ebenen Platze von der nahen Rheinbrücke her diesem Theil der ohnehin hübschen Stadt ein imposantes Ansehen. Wird noch das kleine unansehnliche Wachthaus nächst der Rheinbrücke durch ein den übrigen Gebäuden entsprechendes ersetzt, wird die Schiffbrücken-Bauhütte von dort verlegt, die Steinhaucrhütte von dort beseitigt, und die Gasbeleuchtung hergestellt sein, so wird dieser Stadttheil nichts mehr zu wünschen übrig lassen. Wer die Bellevue auf dem hohen stattlichen Glllkherr'schcn Hause noch nicht besucht und die herrliche Aussicht auf weit und breit noch nicht genossen, hat bei seinem Besuche Kehls viel versäumt. Die beiden Festungsbauten auf diesseitigem Ufer ober- und unterhalb der beiden Rheinbrücken, und die Rhein-Gitterbrücke gehen täglich mehr ihrer Vollendung entgegen. Die diesseits und fcnseils an die Rhein- Gitterbrücke aufzustellenden Dreh-Gitterbrücken sind so weit vollendet, daß ste demnächst aufgestellt und die Locomotiven über sie nach Straßburg fahren werden. Auch die jenseitigen Eisenbahnbauten bis an den Bahnhof in Straßburg sind so weit vorangeschritten, daß die Eröffnung der Fahrt dahin bis höchstens Mai eröffnet werden kann. Der Rheinhafen nächst den Rheinbrücken und nächst dem Hauptzollamte und neuen Bahnhöfe hat jetzt eine recht zweckmäßige Einrichtung mit einer neuen Einfahrt erhalten, und so schwingt sich unser Kehl, da auch ein großer Verkehr und eine bedeutende Gewcrbs- und Handelsthätigkeit hinzukommt, in die Reihe der wichtigeru Städle des Landes empor, und sieht einer immer bedeutungsvolleren Zukuifft entgegen. Karlsruhe, 20. Nov. (K.Z.) Die Bezirksabthcilong Donaueschingcn des unter dem Prolcctorat Ihrer Kön. Hoheit der Großherzogi» Luise stehenden badischen Frauenvereins sendete vor drei Monaten zwei Mädchen, Wallburga Mäher aus Donaueschingen und Katharina Maurer aus Hüfingen, hieher in das St.-Vinrentius-HauS, um die Krankenwartung gründlich zu erlernen. Gegen eine äußerst billige Vergütung für Kost, welche von der Donaueschinger Abtheilung des bad. Frauenvcreins bestritten wird,^fanden die beiden Mädchen die freundlichste Aufnahme im «t.-VincentiuS-Haus und eine zweckmäßige Anweisung in der Krankenwartung. In einer heute vom Hausarzt in Gegenwart einiger Mitglieder des Karlsruher Cvmite's des bad. Fraucnvcrcins vorgenommcncn Prüfung legten die genannten Mädchen in höchst erfreulicher Weise den Beweis ab, daß sie den genossenen Unterricht wohl benützt und im Besitz solcher Kenntniß und Fertigkeit in der Krankenwartung find, daß sie mit Vertrauen zur^Ucbung dieses eben so schönen als würdigen Berufs in ihre Heimath entlassen werden können. Das Karlsruher Comite beschenkte jedes der Mädchen mit einem Etui, welches die für eine Krankenwär- tcrin erforderlichen feineren Instrumente, wie Schecre», Zäng- chen, Spatel re., enthält. Daß da, wo weder Diakonissinnen, noch barmherzige Schwestern zur Aushülfc in der Krankenwartung zu haben sind, der Mangel an gut ausgebildeten anderen Krankcuwärterinncn oft schmerzlich empfunden wird, ist nicht zu läugne». Es wäre daher sehr zu wünschen, daß im Jntereste der Kranken auch anderwärts für gründliche Ausbildung von Krankenwärtermneu gesorgt wurde. Heidelberg, 17 Nov. Vom Hopfen, der nun beinahe überall verkauft ist, hört man nicht mehr viel reden, wenn nicht, daß er immer noch im Presse finkt, weil eben keine große Nachfrage mehr darnach ist. Desto mehr aber zieht ein anocrcs Pfälzer Product die Aufmerksamkeit auf sich — wir meinen den dicßjährigen Tabak. Zwar ist derselbe noch nicht abgehängt, aber es läßt sich schon eine ungemein große Reg- samkeit i» diesem Artikel erkennen. Während der vorjährige Tabak fett, dick und zum Strich fast untauglich ausfiel, deß- wcgen wenig gesucht und preislos blieb, zeichnet sich der heurige durch vorzügliche Güte aus. I» den Orten, wo er besonders gut wächst, wie z. B. in Dossenheim, Handschuchsheim, Rohrbach, Leimen rr. werden deßwegen ungeheure Preise verlangt 809 und auch bezahlt; so wurde j. B. in Rohrbach gemischter Ta» bak, worunter sich sogar solcher befindet, der von vcn Schloßen getroffen worden ist, zu 27 fl. der Centncr verkauft, ja für den Centner ausgesuchter Waare 30—36 fl. bezahlt. Gestern sind tn Dossenheim etwa 24 Tabakshändler gewesen, um Geschäfte zu machen. Die Käufe, die daselbst gemacht worden sind, fallen zwischen 35—40 fl. der Centner. Verständige und erfahrene Leute meinen, bei diesen Preisen seien die Bauern viel besser daran, als die Händler. Das ist auch unsere Meinung. Den Bauer muß man überhaupt seit mehreren Jahren her als den glücklichste» Staatsbürger erklären; denn was er fetzt baut und pflanzt, hat Werth und man wetteifert ordentlich, ihm das geforderte Geld dafür zu geben. Preuße». Zn neuer Zeit sind in Berlin, wie das ^Volksbl." meldet, plötzliche Wahnflnnsausdrüche an fungcn Mädchen in bedauerlicher Menge vorgekommen, für die sich durchaus kein Grund finden läßt. Unter Anderem wird auch ein vor einigen Tagen vorgekommener Fall mitgethcilt, der von um so größerem Interesse ist, als das beklagenswerthe Unglück der jungen Braut gerade tn dem Augenblicke begegnete, wo sie nach glücklicher Beseitigung unendlicher Schwierigkeiten endlich auf dem Punkte stand, sich zu vermählen. Die für solche Fälle nöthigen Vorkehrungen waren bereits getroffen, die Hochzeitsgästc hatten sich in dem prächtigen Salon bereits eingefunden und das junge Paar war glücklich, indem eS mit Ungeduld dem Moment entgegensah, der sie durch den Segen des Predigers unauflöslich fesseln sollte. Plötzlich entfärbt sich die Dräut in auffälliger Weile, greift, in. Wahnsinn versunken, mit starrem Auge nach ihrem Schleier, zerreißt ihn gewaltsam, dann reißt sie den Brautkranz aus den Haaren, zerstört ihr hochzeitliches Gewand und rißt sich an vielen Stellen des Körpers blutig. Das Entsetzen der Gesellschaft läßt sich denken, und daß die Hochzeit unter solchen Umständen auf- geschoben werden mußte, ist gleichfalls natürlich. Gott allein kann wissen, ob dieselbe nun überhaupt jemals stattfinden wird. Frankreich. Paris, t6. Nov. (Sch.M.) Die in den Regierungskreisen immer stärker hervortretenden Antipathien gegen die römische Kirche haben sich soeben tn einer Broschüre Lust gemacht, die vielleicht nicht bestellt war, die aber jedenfalls die Zntentionen des Kaisers in Betreff des Clerus enthält, und deßhalb stgnalisirt zu werden verdient. Sic führt den Titel „Empereur Pape“, und sucht die Nothwendtgkeit davon zu zeigen, daß eine nationale französische Kirche, deren höchster Chef der Kaiser sei, hergestellt werde. Gregor vii. war ein königlicher Priester, Napoleon III. soll ein priesterlicher König werden, das ist die Thesis des Verfassers, eines Hrn. Peila, dem cS, beiläufig bemerkt, an schriftstellerischem Talent nicht fehlt. Wie er seinen Satz historisch durchzuführen sucht, bas zu zeigen, würde uns zu wert führen; wir sagen nur, daß er sich init der Vernichtung der weltlichen Gewalt des Papstes nicht begnügt; er will, daß derselbe verhindert werde, sich in die religiösen Angelegenheiten der französischen Regierung zu mischen, und er verlangt zu diesem Zwecke, daß der Kaiser die politische Gewalt und die Administration des Cultus tn seiner Hand vereinige. Der Erzbischof von Paris soll zum Großpatriarchen ernannt und jedes Jahr ein Eoncil von fran- ösischcn Prälaten einbcrufen werden; die gegenwärtigen Bi- chöfe,sollen bcibchalten werde», wen» sic die nationale Ne- ligion anerkenne», und die zu ernennenden Prälaten aus dem allgemeinen Stimmrecht hervorgehen. Italien. Gaeta. Nach dem „Paps" soll die Ansicht der vor Gaeta liegenden Marineoffieiere dahin gehen, daß diese Festung nicht einen oder zwei Monate, sondern auf unbestimmte Zeit sich halten könne. Das Bombardement von der Landseite soll beinahe unübcrsteigliche Schwierigkeiten dar- bictcn. Durch künstliche und natürliche Verthcidigungsmittel ist der Platz vor dem Bombardement beinahe ganz sicher gestellt. Bastionen, Wälle, Gräben sind in den Felsen gehauen. Die Bevölkerung verläßt mehr und inehr die Stadt; cs bleibe» fast nur die Truppen zurück, deren Zahl sich auf 7- bis 8000 Mann beläuft. Auch die „Patrie" spricht viel von der ungemeinen Festigkeit Gaeta's. Die Angriffsfront von der Landscite betrage nur 700 Meter und sei durch,300 Kanonen tn bombenfesten Batterien verthcidigt. Der König hat einen Flügel seines Pallastes, wohin er sich mit seiner Familie zu- aückziehen wird, bombenfest machen lassen. Neapel. 12. Nov (AZ.) Die „Opinionc nazionale" meldet: Ein Bolksauflauf fand an der Via Toledo vor dem Pallast des Könißs statt Das Volk verlangt die Zurückbc- rufung Garibaldis und die Demolirung des Castells. An der f orta Capuana fand ein Kampf zwischen dem Volk und den icmontesen statt, wobei mehrere Tobte und Verwundete; zahlreiche Verhaftungen wurden vvrgenommen. Der „Espero" meldet die bevorstehende Abberufung des Biceadmirals Barbier de Tina». Turin, 17. Novbr. Man kennt bereits die in dem Tagsbefehl des Königs getroffenen Maaßregeln, glaubt jedoch, daß die Mehrzahl der Garibaldianer es vorzrehen werde, wcgzugehen, als sich zu einer zweijährigen Dtensizeit zu verpflichten. Die Ungarn bleiben unter Türr, weil man ihnen für das nächste Frühjahr Hoffnung auf ein Losschlagen in Ungarn gemacht hat. Garibaldi will mit diesem General eine mächtige Diversion an der dalmatischen Küste versuchen, während die Armee des Königs gegen Venedig und das Festungsviereck operiren wird. Dies wäre, heißt es, der vou B. Emanucl gutgeheißene Plan, dem Oesterreich durch furchtbare Rüstungen antworte. Turin, 17. Nov. lFr. P.-Ztg.) Die Nachrichten aus Neapel lauten sehr ungünstig. Die Stimmung hat sich dort feit der Ankunft des Königs eher verschlimmert als gebessert. Am 8. Abends wurden von den piemontesischen Carabiniert zahlreiche Verhaftungen vorgenommen, worunter die des Barons Nicotera namhaft gemacht wird. Man sprach von der Entdeckung einer großen Verschwörung rc. In den Provinzen sucht man die Anhänglichkeit der neuen Untcrthanen des „Königs von Italien" durch Pulver und Blei zu befestigen. So wurden kürzlich in Tcramo von 37 Gefangenen 34 auf der Stelle erschossen. Führe »ns nicht i» Versuchung k (Fortsetzung.) Wer hat nicht schon die Schauermähr vernommen, daß solch' ein Schiff, mitten in, Wettmeer, Jener fängt, und in Flammen aufgeht und mit allem verbrennt, was an Bord ist? Wer wäre nicht schon den schrecklichen Begebenheiten gefolgt, wenn das znsammcngcwürfcltc Gesindel der Matrosen eine Meuterei anfing, die Befehlshaber ermordete, die Ladung verkaufte, sannnt dem Schiffe, und dann auf und davon ging L — Sehen Sie, fuhr der Kaufmann fort, das sind so Bcispielchen, a» die das Herz eines Handels- Herrn denkt, ja unwillkürlich denken muß, wenn die Zeit verstreicht, innerhalb welcher er, laut den empfangenen Anzeigen, seine Schiffe in den Hafen einlaufcn zu sehen hoffen kann, und sie kommen nickt, und Wochen verstreichen und ste erscheinen nicht. Wo cs sich, wie bei dem Lübecker Handelsherrn, um etliche Millionen Spccicskhalcr handelt, da wird das Her; zum Brechen voll und schwer, wenn die Schiffe ausbleiben, und der Gcvanke an ihren möglichen, allmählig gewisser werdenden Untergang nickt mehr zu verdränge» ist. Solckcr Schiffe erwartete er schon fett acht Tagen trete, nämlich Eins mit Kaffee und Zucker aus Java, Eins mit köstlichen Waarcn aus Cuba, und Eins aus dem nördlichen Eismeere mit Tbran und Fischbcin, aber Kein's kam. — Als nun eine Woche nach der andern an's Land ging und Keines der Schiffe in Sicht kam, da lag ein Berg auf der Seele dcS Mannes, größer und schwerer als der Lurlei am Rbeinc, und der wuchs alle Tage an Größe und Gewicht, und drinnen in der Seele sah es schauerlich aus, und um so schauerlicher, als nämlich dem Kaufherrn der rechte, volle, hebende und tragende Glaube nicht in der Seele wohnte. - Da war der Abgrund, schwarz und gähnend, vor dem inner» Auge geöffnet! Führe uns nicht in Versuchung! - Da war die Angst der Verzweiflung nahe an der Pforte und wenn nur ein Lückiein war, so war sie fluggs rn der weele; wer konnte sie abbalten, da der Engel mit dem Flammensckwcrte nicht davorstaud. Täglich liefen Schiffe aus Nord und Süd ein, aber es waren keine der Seinigen. Fragte er, so hatte kein's der Sckiffe die Erwarteten gesehen; Kein's war ebnen begegnet. 810 wer er in den entsprechenden Hasen, noch aus dein spurlosen Seewege. Trostloser kehrte er jeden Abend heim und — verbarg doch das namenlose Leid, die unaussprechliche Qual der Angst, seinem Weibe und seinen Kindern, daß sie nicht mit ihm litten, was er litt, und denen draußen, daß doch sein Credit nickt wankend würde und die Leute, deren Geld er in seinem Handel stecken hatte, nicht alle auf einmal hereiilbracke» über ihn und er seine» Bankrot erkläre» müsse. Da gab es Stunden, die ihn schier an den Rand der Verzweiflung brachten. — Uebersah er in solchen Stunden die Reihe seiner Gläubiger, so fing cs ihm an zu schwindeln und die Haare seines Hauptes sträubten sich in die Höhe. Obgleich Einer wie der Andere seines Geldes werth war, so trat doch in solchen Stunden der Selbstqual eine Wittwe immer vor'seine Seele, die mit dem vollsten Glauben und Vertrauen all' ihre Habe, die sie zu Gelde gemacht, ihm übergeben hatte. Sie mußte von den Zinsen mit ihren Kinderchen leben und verlor sie ihre Gelder, so mußte sie betteln. Mehr noch, ihr Gatte war sein Freund und erster Wohlthäter gewesen, hatte ihm, als er sein kleines Geschäftlein in Lübeck anfing, durch Bürgschaft und Maaren , durch baarc Darlehen und aus alle und jede Weise geholfen, und er muße diesen nun lange verstorbenen Ehrenmann, dem es nicht in dem Maße hatte glücken wollen, wie ihm, als den Gründer seines Wohlstandes, nächst Gottes gnädiger Hülfe, ansehen. Sie bedurfte der Zinsen ihres Kapitals zum Lebensunterhalte; warten konnte sie durchaus nickt, und dock — seine Kaffe war leer — leer. — Entsetzliches Wort! Und er mußte es sich immer wiederholen: Sie war leer! Er konnte der Wittwe seines Wohlthätcrs jetzt nicht einmal ihre verfallenen Zinsen zahlen, an die sie zwar noch nicht gemahnt hatte, aber wie zu erwarten stand, ehestens mahnen würde. — Durfte er sich so bloßstellen, daß er zu ihr hinging, und ihr sagte, wie es um ihn stand ? — War es von der geängsteten Frau zu erwarten, daß sic reinen Mund hielt ,n einer so entsetzlichen Lage? Und redete sie nur Eine Sylbe, wie cs mit ihm stand, dann brachen alle Gläubiger über ihn los und sein Fall war va, er stürzte unrettbar in den Abgrund und alle mit ihm, die ihm vertraut. Bat er sie, unter etwa vorgespiegcltcn Gründen um Ausstand, so war damit Nichts gewonnen, als ei» paar Tage eines erborgten Scheines i Nichts weiter. Nock war einiger Schein der Hoffnung da, wenn auch nur ei» blasser, ver- schwntlmendcr. Er mußte de» Glücklichen heucheln und war der Unglücklichste. Führe'uns nicht in Versuchung! Des Kaufmanns Lage wurde mit jedem Tage schrecklicher, unerträglicher, marternder. Immer stand des Freundes Wittwe und ihre Waisen vor seine» Blicken. Er sah sie in seinen Träumcii, blcick und in Lumpen gehüllt, umherschleickcn und ihr Brod betteln. Aus ihren hohlen Augen las er den Fluch über fick und die Seinen; von ihrer bleichen Lippe horte er ihn murine!», und wenn er dann erwachte, raufte er sein Haar und rang seine Hände, daß alles Blut aus ihnen zurückwich. Konnte der Mann nicht bete» ? So fragen Sie mich, fuhr der Kaufmann fort, und Sie und ich, wir hätten uns zu dem Einen gewendet, der Aller Trost und Helfer ist; hätten gerungen im Gebete mit dem Herrn, wie Jakob einst mit ihm rang, und hätten an dem Herrn, der von! Tode errettet, einen Helfer gehabt in unsrer Noth. Er leider nicht! — Uno warum nickt? fragen Sic mit Reckt. Lehrt nicht die Noth beten? O ja, aber man muß es vorher schon gekonnt habe», sage ich draui. Sie wipen, daß »ach dem heiligen Morre der Sckrift, der Glaube nicht Ieder- lüanns Dmg ist. So war er auch nickt hciniisck im Vaterdause des Kaufmannes gewesen. Die Mutter, die berufen und befähigt war, des Glaubens heilige Saat in das Gc- mütb der Kinder zu vflanzcn, starb zu frübe, und die an ihre Stelle trat, war des Vaters Schwester, ernc alle Jungfer, die den Grimm, daß sie sich nickt verhcirathet, durch das'ganze Leben nickt verwinden konnte, und keifend von Morgen bis znm Abend, een Kinder» das Vaterhaus zur Hölle machte. Da wurde die heilige Saat nicht gestreut, die der Geist Gottes befruchtet, und jener Grund nicht gelegt, außer dem kein Anderer gelegt werden kann, daß das Gebäude des Heils darauf gedauet werde. Leider war auch der Unterricht, den er später empfing, unfruchtbar und so blieb das Herz leer und verarmt an dem, was ihm Halt und Weihe gibt. Es geht leider Tausenden auch heute noch so und es darf uns gar nicht Wunder nehmen, wenn wir ächter Frömmigkeit so selten begegnen. Wo wir sie aber finden, da hat eine treufromme Mutter gewiß den Boden des Gemüthes bestellt und die Pflanze des Heiligen hineingesenkt und begossen, und der Herr hat das Gedeihen gegeben. Wohl dem, der Solches preisend rühmen kann! Leider fehlte dem reichen Lübecker dieser innere Halt, dieser Anker, daran sein Lebensschifflein sicher gelegen, diese Gotteskraft, die selig machet mitten in Leid, Trübsal und Bedrängniß den, der sie in sich trägt. In das Haus Gottes kam er sehr selten, und meist nicht in der Stimmung un» aus dem Beweggründe, die ein Christenherz hineinführt. (Fortsetzung folgt.) Offenburger Frnchthatle. Markt vom 24. November 1860. Frucht- Gattung. Eingc- führt. Ausgestellt v. letzten Markt. Verkauft. Mittelpreis per Malter. Bleiben aufgestellt. Waizen. . . Kernen . . . Halbwaizen Korn .... Haber. . . . Gerste . . . Welschkorn. Malter 287 68 40 23 126 5 Malter 6 1 1 33 14 3 Malter 293 69 41 40 140 8 fl. L 6 13 12 6 10 12 kr. 30 20 10 36 30 11 Malter. 16 549 l 58 591 11 16 Das Markrgericht. Frucht - M'tttetpreise. Ein Malter j £)bei kirch 3 t d> er ii (»cm euback 22. Rov. 20. Noo. - 2‘K ,| Noo. Waizen .... fl. kr. fl. tr. 1 fl. kr. 15 33 16 45 ■1 17 ! 4 Kerum. 16 38 16 30 Halbwaizcn . . 13 8 12 13 l 10 stccö. — 7 2t f Korn. 11 _ 11 9 ■ - Gerste. — — i Welschkorn. . . 12 — 15 45 — Haber. «> 30 5 45 7 _ Brodtaxe für den Amtsbezirk Achorn Vom 1. bis 16. Dee. 1860. Ter 1 kr. Weck 4'/- Lolh, 2 kr. Weck 8H. Zoth. Wcißbrod: 13 Loth 3 kr., 26 Loth 6 kr. Halbwcißbrod (V- Gries- und * i h Bollmehl): 2 B tw _ runder Form - 4 U tu runder Form 19 kr. »Lckwarzbrod ('/» Bell-, % Kerueusckwarz- und h. Ko-rn- mehl): 4 U in runder Form 15 kr. Kr- Für die Wittwe des verunglückten Wagenwärters Bauer sind ferner bei uns eingegangen: von Hrn. W. B. 1 fl., von Mad. B. 1 st., von N. N. 1 fl.; zusammen 3 fl. Hiezu nach Nr. 94: 2 fl. Somit im Ganzen 5 fl. — Weitere Beiträge nimmt gerne in Empfang: Die Erpedition des Ortenauer Boten. Vcranlwortticher Rcdacteur: I. Ok kcn i. — Druck und Verlag der Buckdrnckcrei von I. C11 1 ni & £ c t n.