Verkündtgungsblatt für den Kreis Offenburg und für die Amts- und Amtsgerichts-Bezirke Offenburg, Gengenbach, Kork, Oberkirch, Wolfach und den Amtsgerichtsbezirk Haslach. M 45 Offenburg, den 7. Juni 1865. Unsere verehrlichen Abonnenten benachrichtigen wir, daß vom 1. nächsten Monats Juli an der 'Ortenauer Bote wöchentlich drei Mal — Dienstag, Donnerstag und Samstag — erscheint. Der __ Abonnementpreis beträgt: in hiesiger Stadt vierteljährlich 39 kr.; im Landpostbezirk Offenburg sammt Postgebühren 45 kr. vierteljährlich; in allen übrigen Orten des Großherzogthums halbjährlich 1 fl. 42 kr. einschließlich der Postgebühren. Gefällige Bestellungen wollen bei den betreffenden Großh. Postanstalten oder Landpostboten noch vor de ml. Juli gemacht, resp. erneuert werden. Offenburg, den 5. Juni 1865. Expedition des Orttuaaer Daten. Amtliche Generalverfügungen. Offenburg. (Die Unterstützungen aus dem allgemeineu Lehrgelverfonde betr.) Rr. 4890. Die Gemeinderäthe de- Bezirks »verve« aufgefordert, etwaige Gesuche um Unterstützung aus dem allgemeinen Lehrgelverfonde binnen 3 Wochen anher vorzulegeu. Die Gesuche sind nach dem Erlast Großh. Ministeriums des Jnneru vom 28. August 1829 (Anzeigeblatt S. 57) und vom 11. März d. I. (Eentral-L.Bl. S. 62) zu behandeln. Offenburg, den 2. Juni 1865. Großherzogliches Bezirksamt. Montfort. O b e r k i r ch. (Die Wahl der Kreiswahlmänner betr.) Nrö. 5033. Indem man hierunten die Eintheilung des Amtsbezirks in drei Wahlbezirke und die bezirksräthliche Bestimmung der Wahldiftrikte und der Wahlmänneranzahl bekannt macht, werden die Gemcindc- räthe angewiesen, die Listen der wahlberechtigten Einwohner gemäß § 16—19 der Wahlordnung, Reg.-Blatt 1865, Nr. 19, aufzustellen, solche 8 Lage lang zur Einsicht der Betheiligten aufzulegen und bis zum 1. Juli d. I. den Vollzug anher anzuzeigen. I. Wahlbezirk. < Oberkirch mit Fernach ..... 10 Wahlmänner. < Gaisbach . 2 „ ; Butschbach mit Hesselbach.2 „ ; Ocdsbach mit Giedensbach und Bälden .4 „ Lautendach mit Sendelbach .4 „ S 2 Wahlmänner. 2 2 " Thiergarten mit Ringelbach .... Erlach . Stadelhofen. Zusenhofen. in. Wahlbezirk. Oppen au . 8 Wahlmänner. Lierbach .2 „ Maisach .2 „ Ibach und Löcherberg .3 „ Petersthal .. . 7 „ „ i Griesbach .3 „ Großherzogliches Bezirksamt. Metzger. Wolfach. (Die Gebühren der Gemeindediener betr.) Nr. 4428. An die Bürgermeisterämter: Auf den Grund des § 10 Ziff. 3 her Verordnung vom 4. Juni v. I. (Reg.-Blatt Nr. 25), den Gebührenbezug der Gemeindebeamten und Diener betreffend, werden die Gebühren, welche die Gemeindediencr für eine Verkündung in Privatsachen anzusprechen haben, in nachfolgender Weise festgesetzt: unv Winterbach Ramsbach .. 2 „ u. Wahlbezirk. Nußbach mit Unterneffelried .... 4 Wahlmänner. Herzthal mit Meisenbühl.2 „ Ulm. 6 Oberkirch, den 2. Juni 1865. Bergzell: Verkündung vor der Kirche.12 kr. Bollcnbach: Umsagcn oder Verkündung mit der Schelle 15 kr. Einbach: Umsagen oder sonstige Verkündungsweise . . 15 kr. Fischerbach: Verkündung vor der Kirche.12 kr. Gutach: Verkündung vor der Kirche oder Umsagen . 15 kr. Haslach: Ausschellcn .15 kr. Hausach: Ausschellen.15 fr. Verkündung vor der Kirche .12 kr. Hofstetten: Verkündung vor der Kirche.12 fr. Kaltbmnn: jede öffentliche Verkündung ..12 kr. Kinzigthal: dto. 15 kr. Kirnbach: Verkündung vor der Kirche.12 kr. Kniebjs: jede öffentliche Verkündung .15 kr. Lehmgericht: Verkündung vor der Kirche Mühlenbach: Verkündung vor der Kirche . . . . . 12 kr. Oberwolfach: dto. .12 kr. RippoldSau: dto. .12 kr. Schapbach: dto. . . . . . 12 kr. Schiltach: Ausschellcn, Ortseinwohner.12 kr. „ Fremde .15 kr. Schenkenzell: Verkündung vor der Kirche oder Umsagen 15 kr. Schnellingcn: Umsagen.12 kr. Steinach: Ausschellen .15 kr. Verkündung vor der Kirche ..12 kr. Welschensteinach: Verkündung vor der Kirche ... 15 kr. Wolfach: Verkündung vor der Kirche .12 kr. Ausschellcn.15 kr. Dabei wird bemerkt, daß die Gemeindediener nach $ 10 der Verordnung für Zustellung an Parteien, Zeugen, Sachverständige je 2 kr., und für den Anschlag einer Verfügung oder Bekanntmachung am Verkündungsbrette und für die darüber auszustellmde Beurkundung zusammen 4 kr. und nicht weiter anzusprechcn haben, und daß auch das Fürst!. Fürstend. Rentamt diese Gebühren zu zahlen hat, indem deffen Gebührensrciheit nicht mehr besteht. Wolfach, am 1. Juni 1865. GroßherzoglcheS Bezirksamt. Schupp. 398 Grnge» dach. 91t. 3265. der Jagden anher rinzuscnde». Gengenbach, den 1. Juni 1865. Die Bürgermeisterämter des Bezirks werden Großherzogliches Bezirksamt. Weiß. angewiesen, die neuesten Verträge über Verpachtung Kork. (Die von den Gemeinden zu bestellenden Straßenwarte betr.) Rr. 4367. An die Gemeinderäthe des Bezirks. Man hat wahrgenommen, daß in einzelnen Gemeinden des Bezirkes die Straßenwarte immer noch jeweils nur für ein Jahr angestellt werden, und am Ende des Jahres dieser Dienst wieder neu vergeben wird. - Es widerspricht dies Verfahren der diesseitigen Anordnung vom 28. Februar 1863, Nr. 1935, welche den Gemeinderäthen durch Circular bekannt gegeben wurde, wonach die Straßenwarte auf unbestimmte Zeit zu bestellen, und so lange, als ffe keinen Grund zu Klagen geben, im Dienste zu belassen sind. Die Gemeinderäthe werden angewiesen, sich künftig darnach zu achten. Kork, den 2. Juni 1865. v Großherzogliches Bezirksamt. Frech. Bekanntmachungen. Höherer Anordnung zufolge wurden die Postcurse des diesseitigen Bezirks vom 1. Juni an in folgender Weise regulirt: L. Postomnibuscurse zwischen Offenburg und Donaueschmgen. Aus Menburg: Curs I Morgens, von den Zügen 26 und 7. Curs 11 4 30 Mittags, von deu Zügen 14 und 19. Lus Donaueschmgen: CurS 1 6*5 Morgens, von Freiburg und Enge». Curs 11 9 Uhr NachtS, von Schaffhausen, Freiburg u. Stock- ach. Lus Ussenburg: 10 so Morgens, von den Zügen 6 und 9. Lus 8chramberg: 4*5 Morgens, von Horb, Epach, Rothenburg. Offenburg, den 2. Juni 1865. Aus Riberach: 7*5 Morgens, von und nach Zell. 6 so Abends, von und nach Zell. Lus Triberg: 125 Mittags. 155 Morgens, von Alb- druck, Neustadt und Furtwangen. Lus Hausach: 9-5 Morgens, von und nach Wolfach. 8" Abends, von und nach Wolfach. Lus Hornberg: 1 *o Mittags. 3 Morgens, nach Elz- ach und Waldkirch. Lus Hornberg: 10 50 Morgens. 9-° Abends, von Waldkirch und Elzach. Lus Hausach: 2 " Mittags. 4*° Morgens, von und nach Wolfach. Lus Triberg: 12*° Mittags. 1055 Abends, nach Furtwangen, Neustadt und Albdruck Lus Riberach: 35° Mittags, von und nach Zell. 5*° Morgens, von und nach Zell. 2. Postomnibuscurse zwischen Offenburg «nd Schramberg Ja Donaueschmgen: 5*° Abends, nach Frei- bürg und Schaffhausen. 4 Uhr Morgens, nach Freiburg und Stock- ach. In Ussenburg: 5°5 Abends, zu den Zügen 17 uud 20. 7*5 Morgens, zu den Zügen 6 und 9. Lus Riberach: 12 s° Mittags, von und nach Zell. Lus Schittach: 5 55 Morgens, von Alpirs- bach. Lus Moffach 3*o Mittags, nach Rip- polosau. Lus woffach: 7 Morgens, von RippoldS- au. Großh. Lus 8chiltach 4 so Abends, nach Alpirs- bach. Lus Riberach: 9so Morgens, nach Zell. Post- und Eisenbahnamt. Mörstadt. In 8chramberg: 5 so Abends, nach Horb, Eyach, Rothenburg. In Ussenburg; 11 ° Morgens, zu den Zügen 12 unv 15. vckt. Beck. Oberkirch. Zum Zwecke der Wahl neuer Vorstandsmitglieder und insbesondere eines zweiten Vorstandes in die Direktion, zur Besprechung über eine Petition des landw. ÄezirkSvereins Lörrach, die theilweise Aufhebung der Branntweinsteuer betr., endlich zu einer Besprechung bezüglich der Einladung zur Gründung eines Vereins unter dem Namen „Badische Gesellschaft für Fischzucht" ist Generalversammlung der Mitglieder des landw. Bezirksvereins Oberkirch im Wirthshaus zur Linde dahier auf Mittwoch den 14. Juni, Nachmittags 2 Uhr, angeordnet, wozu die Herren Mitglieder des Vereins und die Freunde der Landwirthschaft ergebenst eingeladen werden. Oberkirch, den 28. Mai 1865. Die Direction des landw. Bezirksvereins. Metzger. Gengenbach. jFahndung.) Nr. 3058. Vom 6. bis 10. d. M. wurde dem Peter Müller zu BcrmerSbach (Strohdach) eine Egge mit theilweise noch ganz neuen Zähnen von Eichenholz vom Felde bei d-r Landstraße entwendet. Wir bitten um Fahndung. Gengenbach, den 1. Juni 1865. Großherzogliches Amtsgericht. _ Pfeiffer ._ Achern. (Fahndung.) Nr». 4084. Am Samstag den 27. d. M. wurde dem Anton Spuler von Keuchen aus seiner Wohnung Folgendes entwendet: 1. Ein Gelddeutel, der mit Glasperlen gestickt rst, in dem sich 7 bis 10 fl., dabei 4 preußische Thalcr, befanden. 2. Ein schwarzftidenes MannohalS- tuch. 3. Ein goldenes Kreuz mit Granaten und ein goldener Fingerring. 4. Zwei Photographien in einem Etuis, mit Gold eingefaßt. 5. 14 Stück meistens Frankfurter Zehnguldenscheine. 6. Ein badischer Fünfzig- guldcnschein. 7. Ein hessischer Fünfguldenschein.'8. Ein preußischer Friedrichsd'or, und v. in grober Münze bis zum Betrage von 354 fl. 49 kr. — Dieses Diebstahls dringend verdächtig ist ein Bursche mittlerer Größe, im Alter von den 20er Jahren, mit länglichem Gesicht, ohne Bart, brauner Gesichtsfarbe, bekleidet mit dunkler Schildkappe, grüner Joppe mit grünem Kragen und mit einem Knopfe zusammengebundenem Band über die Lenden. SBtr bitten, auf diesen Menschen und aus das Entwendete zu fahnden und ihn im BetretungSfalle anher einzuliefern. Die Polizeibehörden der Nachbarschaft ersuchen wir, sorgfältige Erhebungen zu machen, ob nicht em solcher Bursche in lener Zeit irgendwo übernachtete, um Name und HetmathSort zu erkunden. Achern, den 31. Mai 1865. Großh. Amtsgericht. Himmel. HaSlach. (Fahndung.) Nr. 2731. In der Mitte April d. I. wurde dem Xaver Matt von Mühlenbach ein weißwollener Unterwams und ein Beil, mit deu Buchstaben F. L. u. gezeichnet, entwendet. Wir bitten um Fahndung. HaSlach, den 31. Mai 1865. Großherzogliches Amtsgericht. Thilo. Oberkirch. (Aufforderung.) Nr. 3887. Die beiden Brüder Michael Müller unv Joseph Müller von Oppeuau, welche im Jahr 1853 nach Amerika auSge- wandert find und seilhcß keine Nachricht von sich gegeben haben, werden aufgefordert, dinnetl Jahresfrist von ihrem Aufenthalt Kenotulß zu geben, widrigenfalls sie für verschollen erklärt würden,, und ihr Vermögen den Erbberechtigten in fürsorglichen Besitz gegeben würde. Oberkirch, den 29. Mai 1865. GroßherzoglichrS Amtsgericht, v. Wänker. Gengenbach. (Kirchendiebstahl in Oberharmersbach betr.) Nro. 3080. Am 25. v. M. wurde aus der Kirche in Ober- harmersbach eine von Messing gefertigte, im Feuer vergoldete Kreuz-Partikel im Werthe von 15 — 18 fl. entwendet. Wir bitten um Fahndung. Gengenbach, den 2. Juni 1865. Großherzogliches Amtsgericht. _ Pfeiffer. _ Offenburg. (Verschollenheitserklärung.) Nr. 7881. Nachdem Ferdinand Buchert aus Zell der Aufforderung des Großh. Oberamts Offenburg vom 22. April 1864, Nro. 4140, keine Folge geleistet hat, wird er für verschollen erklärt und sein Vermögen seinen erbberechtigten Verwandten in fürsorglichen Besitz gegeben. _ Offenburg, deu 30. Mai 1865. Großh. Amtsgericht. __ Roth. _ Kohlund . Offenbarg. (Retour-Briefe) Die Aufgeber nachstehender, dahier zur Post ge- 399 gebene» Briefe, die als unbestellbar zurückgekommen find, «erden zu deren Rückem- pfang, gegen Entrichtung der darauf haftende» Taren rc., hiermit aufgefordert. I. MaLwirth in Stuttgart. S. u. Co. Post Office in London. Louise Bathiany in Heitersheim. Christian Sum in Binzen. Kämmerer Wittwe in Keuzingen. A. Ruh in Uederlingen. Chr. Emil Derschow in Frankfurt a. M. Pfaff in Karlsruhe. AnSdach io Frankfurt a. M. Joseph Gäng in Weißweil. Mar Mat io Mannheim. L. Vollmer in Fongis Chautier. Spediteur Spindler in Sulz. Konrad Heitz in Freiburg. De. med. Jos. Foutmaper in Hcthschau. Apolonia Dinger in Karlsruhe. LadiSlauS Lenggel in Kerscheß. Augustin Kieöli < wo?). C. Kopf in Bad Petersthal. Alexander Schwarz in Müllenheim. Jakob Friedr. Rohlin in Tanneukirch. Bernhard Seitz in Karlsruhe. F. Faller in Furtwangen. Jos. KöuauS in Kadöll. Zacharias Walter in Neuburgweier. I. A Springer in Jpptingen. Jakob Nock in Karlsruhe. Offenburg, den 2. Juni 1865. Großh. Post- und Eiscnbahnamt. Offenburg. (Verpachtung der Remise im Zwinger.) Rach Beschluß des Ge- meinderathS vom 29. Mai 1865 Nr. 759 wird die Remise im inucrn städtischen Zwinger Donnerstag den 8. Juni d. I., Nachmittags 3 Uhr, in der Stadtverrechnungskanzlei iu öffentlicher Versteigerung verpachtet. Offcuburg, den 30. Mai 1865. E t s i n g e r. O f f e n b u r g. (Heugras - Versteigerung.) Der diesjährige Heugraserwachs von den städtischen Wiesen wird im Rathssaale dahier öffentlich versteigert: Montag den 12. Juni 1865, Vormittags 8 Uhr anfangend: von der Bavndösch; Nachmittags 2 Uhr anfangend: von den Schlangenmatten, von der Schlutt und von dem Triangel an der Goldscheurer Straße. Dienstag den 13. Juni 1865, Vormittags 8 Uhr anfangend und Nachmittags 2 Uhr fortsetzend: vom untern Angel. Mittwoch den 14. Juni 1865, Vormittags 8 Uhr avfangend: von den Seewinkel-Wiesen. Hiezu werden die Steigerungsliebhaber mit dem Bemerken eingeladen, daß zur Zahlung Borgfrist bis 1. Septbr. d. I. gestattet wird, daß aber Bürgschaft zu leisten ist, und fremde Steigerer, sowie die Bürgen derselben mit Zeugnissen ihrer Ortsbehorde» über Zahlungsfähigkeit sich auszuweisen haben. Offenburg, den 1. Juni 1865. Der Gemeiuderath. _ Schaible. _ Nach beendigter städtischer Heugrasver- steigerung am Montag den 12. d. M. läßt Vormund Jos. N o n u im Rathhaus- saale daS Heugras von nachstehenden Wiesen öffentlich versteigern: 1% Tauen auf der Stegermatte, neben Herrn Billet und Herrn Gottwald; 1 y 2 Tauen auf den ober» Matten, Bühler Bannes, neben Paul Kempf und Spitalgut; 2 1 /* Tauen auf der Bühlermatt, neben Herrn Löfflcr's Wittwe und Herr» Hofgerichtsrath Ruth; 1 Tauen 47‘/ 2 Ruthen allda, neben Herrn Färber Plan! und Spitalgut. Hiezu werden die Liebhaber eingeladen. Offenburg. (Heugrasversteigerung.) Nach Beendigung der am ersten Tag abgehaltenen städtischen Heugrasversteigerung läßt der Unterzeichnete im gleichen Lokale den Heugras-Erwachs pro 1865 ab l'/r Tauen Wiesen am Schleußteich, 1 3 A „ „ auf d. Stegermatt u. iy 2 „ „ hinterm Billet'schen Garten gegen Baarzahlung vor der Abfuhr versteigern. _I. B. Billet. Offenbar g. (HeugraSversteigerung.) Der Großh. Hofgerichtsrath Herr Ruth zu Mannheim läßt am Mittwoch den 14. Juni 1865, Vormittags 11 Uhr, im Rathssaale dahier daS Heugras von nachstehenden Wiesen öffentlich versteigern: 1. In der Gemarkung Offenburg: a) 1 Tauen auf der Bühlermatte, neben Franz Guerra und Xaver Göring; b) y 2 Tauen daselbst, neben Franz Guerra und Herrschaftsgut; o) 1 Tauen auf der Stegermatte, neben Spitalgut und unbekannt. 2. In der Gemarkung Waltersweier: d) 3 /4 Tauen in der Insel, neben dem Kinzigdamm und einem Altenheimer. Hiezu werden die Liebhaber eingeladen. Offenburg. .Heugras - Versteigerung. Samstag den 10. d. M., Vormittags 11 Uhr, im Gasthaus zu neuen Pfalz bei G. Schmidt versteigere ich den diesjährigen Heugras- Erwachs von meinen Wiesen an die Meist- bietenden, wie folgt: 1) Von iy 2 Morgen auf der Ritti in 3 Loosen von je y 2 Morgen. 2) Von 5 Morgen auf der Gifiz am Kinzigdamm iu 10 Loosen von je V- Morgen. 3) Von l'/ 2 Morgen am hohen Rain auf den Walddachwiesen in 3 Loosen von je y 2 Morgen. 4) Von % Morgen auf den Bühler Matten. 5) Bon % Morgen an der Schutter» wälder Straße, BürgerlooS-Nro. 4, im Oberwald. Ferner: für Frau Reindle von y 2 Morgen im Seewinkel. Bei guter Bürgschaft Borgfrist bis Michaeli d. I. Die verehrlichen Bürgermeisterämter Schutterwald, Hofweier, Zunsweier, Elgers- weier, Ortenbcrg, Fessenbach, Zell und Rammersweier wollen dieses gefälligst in ihren Gemeinden durch die Schelle verkünden lassen. Offenburg, den 2. Juni 1865. _I. A Nusbaum. Gcngenbach. (Heugrasversteigerung.) Am Dienstag den 13. und Mittwoch den 14. Juni d. I., jedesmal Nachmittags 2 Uhr anfangend. läßt die hiesige Gemeinde da« HeugraS auf ihren Wiesen gegen Baarzahlung auf Ort und Stelle versteigern. Die Zusammenkunft ist am ersten Tage bei der Kinzigbrücke, am zweiten Tage bei der Kinzigmühle. Gengenbach, den 2. Juni 1865. Das Bürgermeisteramt. Abel. Kaiser. Welschensteinach. (HeugraSversteigerung.) Montag den 12. d. M., Nachmittags 4 Uhr, läßt der Eigenthümer des Wildenmannwirth Gießler'fcheu HofguteS den Heucrtrag von 18 Morgen in schickliche» Abtheilungcn versteigern. _Das Bürgermeisteramt._ Heugrasversteigerung Das Fürstl. Rentamt Wolfach versteigert den diesjährigen Heugras-Ertrag der F. F. Wiesen zu Haslach von 28 Morgen 248 Ruthe» am Montag den 12. Juni, Nachmittags 2 Uhr, im Kreuz daselbst; zu Hausach von 25 Morgen 162 Ruthe» am Dienstag den 13. Juni, Nachmittags 2 Uhr, in der E i ch e daselbst; wozu die Liebhaber eingeladen werden. O b e r k i r ch. (HeugraSversteigerung.) Das diesjährige Heugras der Freiherrl. v. Schauenburg'scheu Wiesen, Hard- hardt'sche Linie, wird Dienstag den 13. Juni, Nachmittags Z Uhr, in der unteren Kranzwirthschaft zu Gaisbach öffentlich versteigert, wozu die Liebhaber eingeladen werden. Oberkirch, den 3. Juni 1865. Hannibal Br. Schauenburg. Hausach. (Heugras - Versteigerung.) Die Großh. Generalwittweukaffe in Karlsruhe läßt Samstag den 10. d. M., Nachmittags 2 Uhr, den diesjährigen Heugras- Ertrag auf circa 12 Morgen Wiesen in Hausach in schicklichen Loosadtheilungen mit dem Beisatz versteigern, daß die Wiesen eine ziemlich starke Schur, sowie gutes Futter liefern, und die Zahlung bis Michaeli d. I. zu geschehen hat. Haslach, den 2. Juni 1865. A. A. L. Braun. Offenburg. (Heugrasverkauf.) Metzgermeister Michael Siefert hat daS Heugras zu verkaufen auf: 1 Morgen 16 Ruthen in der Löwcr, längs der alten Straße, 2 Morgen auf dem Sauwaseu, zunächst der Kinzigbrücke, und 1 Morgen in Waltersweircr Bann, einers. Michael Fischer von Altenheim, anders. Hofgerichtsrath Ruth. _ Fahrrttß-Bersteigerung. Donnerstag den 8. d. M., Morgens 9 Uhr anfangend, lasse ich gegen Baarzahlung Folgendes versteigern : 10 Kommoden und Chiffouiercs, 6 große und kleine Bettladen, 5 Nachttische, 3 Kanapees mit entsprechenden Stühlen, .3 Pulte, 7 Kästen, l altes Klavier, verschiedene Tische und sonstiges älteres Schreinerwerk und Hausrath aller Art; ferner 1 zweirädriger Stoßkarren, 1 Handfeuerspritze, 2 Decimal- und verschiedene andere Waagen mit Gewicht; verschiedene Vogelkäfige, 1 Kinderwägelchen u. dgl. m. Kehl, den 3. Juni 1865. Ernst Glükhcr. 400 HaSlach i. K. Liegenschaft- - Versteigerung. Nachdem bei der unterm 15. Mai d. I. stattgefundenen Versteigerung auf die Liegenschaften, welche zur Erbmasse des Bierbrauer« Landolio Reumaier von hier gehöre», der Schätzungspreis nicht geböte» wurde, so werden dieselben am SamStag den l7. Juni d. I., Vormittags S Uhr, einer nochmaligen Versteigerung auf dem RathhauS ausgesetzt. LiegroschaftSbeschrieb. Ein zweistöckiges Wohnhaus in der Spothekcrgaffe, einers. Mathias Baier, anders. Joseph Zimmermann, sammt ange- bautem Stall und Hofraithe. 2. Eine Remise hinter dem Hause, — zusammen tarirt zu 4000 fl. 3. Ein SommerwirthschaftSge- bäude mit Brauerei-Einrichtung bei der Kinzigdrücke am Wege nach Weiler, — tarirt zu . .1650 fl. 4. 2 Viertel Wiesen, jenseits der Kinzig, links u. recht« WäfferungS- kanal, unien das Sommerwirth- schaftSgedäude, — tarirt zu . 300 fl. 5. 1 Viertel Wiesen daselbst, einers. selbst, anders. Stadtalmend, tar. zu 250 fl. 6. 2 Viertel Reutfeld im Schänzle, mit Hopfen angepflanzt, einers. Karl Wernet, anders. Joseph Zimmermann, — tarirt zu. . 400 fl. 7. 1 Morgen 1 Viertel Acker im Gewann Seematte, einers Xaver Kröple, anders. Fabian Blank, — tarirt zu. 500 ff. 8 . 1 Morgen 2 Viertel Reutfeld im Gewann Sommerhalde, einers. Baptist Pfaff, anders. Mathias Allgaicr. ^ 1 Viertel 50 Ruthen Reutfeld daselbst, mit Wald augepflanzt, einers. Georg Kern, anders. Friedrich Hertenstein^ 1 Viertel 50 Ruthen Reutfeld allda, einers. Mathias Allgaier, anders. Friedrich Herienstein, — zusammen tarirt zu . . . 800 fl. 11. 1 Viertel 50 Ruthen Acker im Gewann Jhlegraben, einers. selbst, anders. Karl Franz, — tarirt zu 115 fl. 12. 1 Viertel 75 Ruthen Acker im Gewann Breite, einers. selbst, anders. Nikolaus Zoos, — tarirt zu.125 fl. 13. 1 Viertel 50 Ruthen Acker im Gewann Sandhasenhald, einers. Joseph Kilgus, anders. Lidor Breithaupt, — tarirt zu . . 125 fl. 14. I Viertel 50 Ruthen Mattfeld in der Hagsbachermatte, einers. der Thalbach, auders. Akrrander SandhaaS.180 fl. und Reutfeld . . . . 40 fl. ». Auf der Gemarkung Schoellingen: 15. 1 Viertel Acker im Gewann Hinterlänge, einers. Valentin Schöner, anders. Karl Riugwald'S Wittwe, — tarirt zu . . . 200 fl. 16. 1 Viertel Acker im Gewann Hinterlänge, einers. Weg, anders. Joseph Vetter, — tarirt zu . 185 fl. 6. Auf der Gemarkung Fischerbach: 17. 3 Mcßle Reben im Gewann Herrenberg, neben Johanne« Roser und sich selbst, — tarirt zu . 50 fl. 18. Ein Felsenkeller am Wege nach Weiler, — tarirt zu . . . 650 fl. 19. Ein Stückle Reben im Herrea- berg, einers. Alois Schätzte, anders. Adlerwirth Krämer, — tarirt z u 180 fl. Summa 9950 fl. Da« Sommerwirthschaftsgebäude mit Brauereieinrichtung und der Felsenkeller liegen in der günstigsten Lage von Haslach, sowohl zum Betrieb der Bierbrauerei als der Sommerwtrthschaft, in der Nähe der Eisenbahn, des künftigen Bahnhofes und der Stadt, und fichert einem geschäftskundigen Mann sein gutes Auskommen, da diese Wirthschaft bisher mit gutem Erfolg betrieben wurde. Die Kaufbediugungrn find sehr günstig gestellt, und liegen beim Bürgermeisteramt zur Einsicht offen. Haslach, den 29. Mai 1865. Da» Bürgermeisteramt. _ F. X. Wölfle. _ Ulm, Amts Oberkirch. (Fahruißver- steigerung.) In Folge richterlicher Verfügung werden dem Valentin Panter in Ulm unten beschriebene Fahrnißaegenstände am Mittwoch den 7. Juni, Vormittags 9 Uhr, vor dem Rathhause in Ulm gegen Baarzahluug öffentlich versteigert, und zwar: 1 Pferd, eine Kuh, 1 Wagen, 2 Eggen, 1 Pflug, 4 Stück Fässer von verschiedener Größe, mit Eisen gebunven, 1 Brenn- keffel, ein Kasten, Weißzeug und sonstige verschiedene Hausgeräthschaften. Oberkirch, den 3. Juni 1865. _ Oesterle, Gerichtsvollzieher. Gengendach. (Abfallholz - Versteigerung.) Nächsten Donnerstag den 8 d. M., Nachmittags 1 Uhr, werden auf dem Materialplatze in Gengenbach 29 Loose eichene Schwarten und 29 Stück eichene Klötze versteigert, wovon sich der größte Theil für Glaser- und Küferdolz eignet. Bühl bei Offendurg. (Dung- und Wägenverkauf.) Kronenwirth G r o m e r in Bühl hat einen Haufen Dung und einen großen und kleinen ausgerüsteten Bauern- wagcn zu verkaufen._ Backsteine. Bei Valentin Schinly in Hofweier find gut gebrannte Backsteine. 16.000 Stück, und in 14 Tagen wieder 30,000 Stück zu haben. Feuerwehr! Samstaa den 10. d. M., Abends 8 Uhr: Generalversammlung im Saale des Hrn. Schmidt. Tagesordnung: Berathung über Corpsangelegenheiten. Offenburg, den 3. Juni 1865. Das Commando. Offeuburg. Am Pferdemarkt, den 7. Juui, im Kopf' scheu Biergarteu: Atufik-Aufführung von Mitgliedern des Großh. Hofrheaters auS Karlsruhe: Horn- und Gesang-Öuar- tette, mit Abwechslung von Lirderu, Duetts und Horn-SoloS. Anfang Nachmittags 2 Uhr. Entree 6 kr. L. Schwab, Hofmustku«. Clavrere und Harmoniums, solidester Fabrikation, find zu billigen Preisen zu haben in der Mufikinstrumenten-Hand- lung von OSkar Biecheler iu Offeaburg. Offenburg. Balletmeister Carls dt Parqoalis beabsichtigt, im Laufe nächster Woche auf seiner Durchreise mit seiner Gesellschaft Eine Vorstellung hier zu geben, worauf daS kunstliebende Publikum vorläufig aufmerksam gemacht wird. Wirthschafts-Eröffnung und Empfehlung. Der Unterzeichnete hat seine mit dem Frei- oder Mörburger Hofgute gepachtete reale Weinschanksgerechtigkeit der Freiherrlich von WeitterSdeim'schen, nun Freiherrlich zu Franckenstein'schen Grundherrschaft, nunmehr wieder eröffnet, was er einem verehelichen Publikum zu recht zahlreichem Besuche mit der Versicherung ergebenst anzeigt, daß er stets für gute und billige Bedienung besorgt sein wird. Freihof bei Höfen, Gemeinde Schutter- > wald, am 1. Juni 1865. Wendelin Hansert, Hofspächter. Verkauf einer Dreschmaschine. Joseph Nonn in Offenburg hat eine Dreschmaschine mit Fruchtputzmühle wegen Gcschäftsveränderuug zu verkaufen. Diese Dreschmaschine mit Putzmühle wurde seither mit einer Dampfmaschine von 2 Pferdekrästen getrieben. Dieselbe kann auch mir Wasserkraft oder Piervegetriebe getrieben werden. Da auf dieser Dreschmaschine alle Gattungen Frucht und Oelsamen ohne Nach- theil der Körner gedroschen werden können, ebenso die E o n st r u c t i o n der Maschine sehr einfach und die Behandlung leicht zu handhaben ist, so kann solche bestens empfohlen werden. Einsicht kann noch 14 Tage täglich von der Maschine genommen werden, da solche so lange noch aufgestellt bleibt. Weiteres gerne auf frankirte Anfragen. Offenburg. (Kindsmadchengesuch.) Ein solide«, braves Kindsmädchcn wird ge- sucht — vom wem? sagt die Erpebition dieses Blattes. 401 Sn der hentigrn Geueralversammkuug der Gesellschaft Spinnerei n. Weberei Offenburg find auf Antrag de« AuffichtSrathe« folgende Beschlüsse gefaßt worden: 1) llebertrag de- laut Rechnungsabschluß am 31. Decemder 1864 vorhanden ge» wefenen Ueberfchusse« von.fl. 34869. 58. auf neue Rechnung zu Gunsten de« Jahre« 1865; 2) Entlastung de« Borstande« und de« AuffichtSrathe«. Obiger Betrag ergab fich an« ») den laut Generalverfammlungsbefchluß vom 3V. Mai 1864 vom Jahre 1863 übertragenen . . fl. 21600. —. d) dem Ueberfchusse de« Betrieb-iahre« 1864, exclusive Amortisation.. 13869. 58. fl. 34869. 58. Die Versammlung hat für die au« dem Auffichtsrathe ausgetretenen vier Mit- glieder die Herren Daniel Bern'oulli, Kaufmann in Bafel, Bernhard Schaible, Bürgermeister in Offenburg, Heinrich Thierrp-Köchlin, Fabrikant in Mülhausen, wieder, und ferner den Herrn Johann Sutter, Fabrikant in Schopfheim, neu gewählt. Offenburg, den 27. Mai 1865. Spinnerei 8f Weberei Offenbnr«. Todesanzeige. . Haslach i.K.,den2. Juni 1865. fJLk Entfernten Freunden und Bekannten 'F geben wir die traurige Kunde, daß JL unser innigst geliebter Gatte und ^MS^Bater von fünf Kindern, Josevh LmaWaH ab erstroh, Weißgerber, im 43. Lebensjahre nach kurzen Leiden un- schnell durch den Tod entrissen wurde. Um stille Theilnahme bitten: Die Hinterbliebenen. Offenburg. (Gefundener Sonnenschirm.) Am Ostersonntag wurde am -iefigen Bahnhof ein Sonnenschirm gefunden, welcher bei dem Herausgeber dieses Blattes abgelangt werden kann. Schwaben-Platten von allen Sorten find zu haben bei Zimmermeister Graf in Oberkirch. Auch habe ich ein ganz gesundes eichene« Schaalen-Trottbett, verschiedenes Eichenholz und Dielen, wie auch eine noch gut erhaltene Fruchtputzmühle zu verkaufen. O f f e n b u r g. (Lehrlingsgehich.) Ein junger Mann, der fich dem Handelsstande widmen oder kaufmännische Kenntnisse erwerben will, findet auf einem hiefigen i Comptoir als Lehrling sofort Aufnahme. ! Wo? ist beim Herausgeber diese« Blattes. zu erfragen. Offenburg. (Zimmeivermiethung.) j ES find 2 möblirte Zimmer zu vermiethen — ! bei wem? sagt die Erperition dieses Blattes. Offenburg. (Lehrlingsgesuch.1 Auf ein hiefige« Comptoir wird ein Lehrling gesucht — zu erfragen bei der Expedition dieses Blattes. Offenburg. (Wohnungsgesuch.) Eine Wohnung mit 4 Zimmern, Küche, Holzplatz und Platz im Keller wird auf Michaeli zu miethcn gesucht — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Offenburg. (WohnungSvermiethung.) In der Schuttergaffe Rr. 301 ist der zweite Stock mit 3 Zimmern und Küche, nach Wunsch auch eia Mansardenzimmer, Keller und Speicher, hinlänglichem Platz zum Holz, Alles verschließbar, bis kommenden September zu vermiethen, kann auch schon am 20. August d. I. bezogen werden; es wird aber nur auf eine ordentliche Haushaltung reflectirt. Auch wird auf dieselbe Zeit ein gut hergerichteter Stall für 4 dis 5 Pferde, nebst großer Scheuer mit 3 ober» Bühnen vcr- pachtet. Offenburg. (WohnungSvermiethung.) In der Gerberstraße Nr. 406, unweit der Hauptstraße, ist der untere Stock eine« Wohnhauses mit 4 Zimmern nebst Zuge- hörve, sogleich beziehbar, zu vermiethen. Offenburg. (WohnungSvermiethung.) Eine freundliche Wobnung mit 4 Zimmern, Kammer und Zubehörde ist, bis Johanni beziehbar, zu vermiethen — von wem? sagt die Ervcvition dieses Blattes. Anzeige. Unterzeichneter, durch Muß «r. Anfiizminifieriums du« 22. Mui d. Z. i« de« Anwattfiand anfgensmmen, hat fich dahier niedergelaffe«. Seine Wohnung ist in Rr. 121 hei Herr« Kaufmann Heneo auf dem Marktplatze. Offenburg, den 27. Mai 1865. . Blum, Rechtsanwalt. Offenburg. (WohnungSvermiethung.) Buchbinder Pezold in der Steiustraße hat im zweiten Stock eine Wohnung mit zwei Zimmern, Küche, Keller und sonstiger Zugehör bi« Anfang« Juli oder auf Michaeli zu vermiethen. Offenburg. (Wohnungs- vermiethung.) Kaufmann Chr. Feßler hat im zweiten Stock eine Wohnung mit 5 Zimmern, Küche, Keller und Holzspeicher zu vermiethen, welche sogleich bezogen werden kann. Offenburg. (WohnungSvermiethung.) Oekonom Friedrich B ä h r l e hat im 2ten Stock seines Hauses 4 Zimmer mit Küche, Speicher und Keller, ferner 2 Zimmer mit Küche und Speicher, sogleich oder auf Johanni beziehbar, zu vermiethen. Offenburg. (Geld auszuleihen.) Schloffermeister B. M e n z e r hat 1000 fl. Pstegschaftsgelder gegen gerichtliche Be» ficherung auszuleihen. D u r d a ch. (Geld auszuleihen.) Im Armenfond Durbach liegen 100 bi« >50 fl. zum Ausleihen parat. Rechner X a v. Geiler. Offenburg. (Zimmervermiethung.) Bei Wittwe Faßler in der Gerberstraße ist ein eingerichtetes Zimmer sogleich zu vermiethen. Offenburg. (Zimmervermiethung.) Zwei möblirte Zimmer find an ledige Herren billig zu vermiethen — von wem? sagt die Erpeditiou dieses Blattes. Oberkirch (Heugras-Dersteigerungcn.) Den diesjährigen Heugras-Erwaips von den herrschaftlichen Wiesen werden wir, wie folgt, öffentlich versteigern: 1) von 151 Morgen, Gemarkung Erlack und Zusenhofen, Freitag den ». Juni l. I., Morgens 8 Uhr, in der Linde zu Zusenhofen; 2) von 52 Morgen, Gemarkung Ottenhösen. Samstag den 10. Juni l. I., Morgens 8 Uhr, in der Liuve zu Ottenhöien; 3) von 123 Morgen, Gemarkung Meilenbübl und Nußbach, Montag den 12. Juni l. I., Morgens 8 Uhr, in der Linde zu Nußbach; 4) von 53 Morgen, Gemarkung Reuchen und Wagshurst, Dienstag den 13. Juni l. I., Morgens 9 Uhr, im Engel zn Wagshurst; 5) von 50 Morgen, Gemarkung Fernach und Oberkirch, und ,, 1 „ Langentauen, Gemarkung Zusenhofen, Mittwoch den 14. Juni l. I., Morgens 10 Uhr, in der Linde zu Oberkirch; 6) von 7% Morgen, Gemarkung Kappel und MöSbach, Mittwoch den 14. Juni l. I., Nachmittags 2 Uhr, im Pflug zu Mosbach; 7) von 80 Morgen, Gemarkung Achern und Großweier, Freitag de« 16. Juni l. I., Morgens 8 Uhr, in der Linde zu Großweicr. Wir laden die Kauflustigen mit dem Bemerken ein, daß die Wiesen in geeignete Loose elngetheilt, die Wiesenaufseher zum Bor- zcigen angewiesen find, und daß Borgfrtst dis Martini l I. be- willigt wirb. Oberkirch, den 30. Mai 1865. Großherzogliche Domänenvcrwaltung. T r ö g e r. m Offenburg. (Hrugras-Berstrl-eruttgen.) Von den in Selbstbewirthschastung liegenden Wiesen wird das Hermras, thellweise aber auch mit dem Oehmterwachs, in einzelnen Loosen, mit Zahlungstermin bis Michaeli d. Z. gegen Bürgschaftsleistung, in nachstehender Ordnung versteigert: Donnerstag den 8. Juni, Vormittags 10 Uhr, im Lindenwirthshause in Elgersweier, von den Kinzigwiesen der Gemarkung Zunsweier. Donnerstag de« 8. Juni, Nachmittags 4 Uhr, in der Sonne in Niederschopfheim, von den Wiesen in dieser Gemarkung. Freitag de« 9. Juni, Vormittags 9 Uhr, in der Krone zu Reffelried, von den Wievergrün- und Weilerhofmatten, Gemarkung Durbach, Reffelried und Nußbach. Samstag den 19. Juni, Vormittags 9 Uhr, im Kreuz in Strohdach, von der ,Bolach-, Scheuer-, Felsen- und Hausmatte, Gemarkung Bermersbach unv Schwaibach. Samstag de» 19. Juni, Nachmittags 3 Uhr, in der Sonne in Biberach, von sämmtlichen Wiesen dieser Gemarkung. Montag den 12. Juni, Vormittags 9 Uhr, auf dem Rathhause in Waltersweier, von den Wörthwiesen. Montag den 12. Juni, Nachmittags 3 Uhr, im Lindenwirthshause in Dnrbach, von den Brandeckwiesen, Gemarkung Durbach und Zell-Weierbach. Dienstag den 13. Juni, Vormittags 9 Uhr, im Wirthshause zum Salmen in Gengenbach, von den Wiesen dieser Gemarkung, sowie dem Reichenbachergrün, der Ebermatte und den Mttelbachwiesen, Gemarkung Reichenbach. Mittwoch den 14. Juni, Vormittags 9 Uhr, in der Krone in Berghaupten, von der Brunnen- oder Hubmatte dieser Gemarkung. Mittwoch den 14. Juni, Nachmittags 4 Uhr, im Wirthshause zu Einach, von den Hüttersbacher Wiesen und der Plantage. Zur Vorzeigung der einzelnen Loose sind die Güteraufseher der betreffenden Gemarkungen angewiesen. Offenburg, den 2. Juni 1865. Großherzogliche Domainenvcrwaltung. S i m m l e r. Kork. (Heugras-Nerfteigerungen.) Das Heuaras von den in Selbstbewirthschastung stehenden herv schaftlichen Wiesen im Gesammtflächcngehalt von über 2090 Morgen wird an den bezeichnten Tagen in nachstehender Ordnung versteigert: Freitag den 9. und Samstag den 19. Juni, Vormittags 9 Uhr, von sämmtlichen Wieffn der Gemarkung Eckartsweier, als: Schutterwald, Gürtleere, Scheuer-, Agnes-, Johannitter- und Rößmatte, ad 461 Morgen, im Schwanen zu Eckartsweier. Montag den 12. Juni, Vormittags 9 Uhr, von den Kinzigkanalwiesen der Gemarkung Willstett, 280 Morgen, auf dem Rathhaus zu Willstett. Dienstag den 13. Juni, Vormittags 9 Uhr, Rest der Kinzigkanalwiesen, ferner der neuen Johannittermatte, 23 Morgen, der Grub, Gemarkung Sand, 4 Morgen, 15 Morgen Heffelhurster und 16 Morgen Legelshurster Wiesen, ebendaselbst. Mittwoch den 14. Juni, Nachmittags 2 Uhr , von 54 Morgen Wiesen der Gemarkung Auenheim unv Bodersweier, im Ochsen zu Bodersweier. Freitag den 16. . Juni, Vormittags 9 Uhr, von 119 Morgen Wiesen der Gemarkung Marlen, im Adler daselbst. Samstag den 17. Juni, Vormittags 9 Uhr , von 135 Morgen der Gemarkung Dorf Kehl und Sundheim, im Schwanen- wirthshause in Sundhemr. An demselben Tage, Nachmittags 4 Uhr, von 10 Morgen Wiesen der Gemarkung Neumühl unv 7 Morgen der Gänserin oder Kästelwiese auf dem rechten Kinzigufer der Gemarkung Willstett, auf dem Rathhause zu Neumühl. Montag den 19. Juni, Vormittags 9 Uhr , von den alten Wiesen der Gemarkung Willstett, als: Rößleere, Amts-, alten Johannittermatte, Leimenlöcher, Binzenburg, Strich, Giesing, Kästel, Bären-, Bauren- und Matzwörth, Bruch, rechtes und linkes Ufer, zusammen von 264 Morgen, im Rathhause zu Willstett. Dienstag de« 29. und Mittwoch den 21. xiiuti, Vormittags 9 Uhr , von 523 Morgen Wiesen im Thomaswald, im Pflugwirthshause zu Holzhausen. , Donnerstag den 22. Ium, Nachmittags 2 Uhr , von 128 Morgen Wiesen der Gemarkung Hohnhurst, im Rößlewirthshause in Kittersburg. Die Güteraufseher- der betreffende» Gemarkungen, nämlich: Kremp in Eckartsweier, Schabt in Willstett, Grob in Bodersweier, Krohmer in Holzhausen, Beinert in Kork, Geiler inSuudheim, Bernet in Marlen und Spengler in Hohnhurst, sind angewiesen, den Steigerern die einzelnen Wiesen und die Ern- theilung der Loose auf Verlangen vorzuzeiqen. Kork, den 31. Mai 1865. Großherzogliche Domaincnverwaltung. F o r s ch n e r. Das beste Linderungsmittel für Brust- und Hustenleidende ist anerkannt der acht meliorirte weiße Brust-Syrup aus der Fabrik von H. Leopold & Co. in Breslau. Dieser Syrup ist in Flaschen zu 40 kr. und fl. 1. 12 kr. nur allein acht zu haben bei Ch. Fessler in Offenburg. Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Baden. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 25 enthält: 1) Gesetz, die Gerichtsbarkeit in Privatrechtssachen der Militärpersonen betr. 2) Gesetz, die Gerichtsbarkeit und das Verfahren in Untersuchungssachen wegen Refraction und Desertion betr. Karlsruhe. Bei der am 31. v. Mts. stattgehabten Serienziehung des bad. Eisenbahn-Lotterie-Anlehens gegen 35-fl.-Loose vom Jahr 1845 find nachstehende Nummern herausgekommen, welche an der planmäßig am 30. Juni d. I. stattfindenden 78. Gewinnziehung Therl nehmen: Serie-Nr. 635. 722. 2053. 2355. 2715. 2982. 3609. 4105. 4143. 4412. 4721. 4741. 5166. 5393. 5465. 6027. 6431. 6857. 7025. 7125. HIOberkirch, 2. Juni. Am nächsten Samstag den 10. Juni kommen bei dem hiesigen Schöffengericht folgende Anklagesachen wegen Ehrenkränkung zur Verhandlung: 1) gegen Vikar Doll in Ulm, 2) gegen Jakob Gailer,von Gaisbach, 3) gegen Holzhändler Lorenz Doll von Petersthal und 4) gegen Joseph Ruh von Waldulm. Ofsenburg, 5. Juni. Am 2. d. M. hat fich ein längere Zeit dahier in Arbeit gestandener Schneider erschossen. Die Motive zur That sollen Durchdringung seines Vermögens, unglückliche Liebesverhältnisse und eine gegen ihn anhängige Untersuchung wegen Mißhandlung eines Polizetbieners in Z. sein. — Gestern hat fich ein bedauerlicher Ungtücksfall ereignet. Ein Mann, der von Kehl mach Äppen- weier fuhr, um in einem Keller an der Oberkircher Straße Bier zu holen, stürzte vom Wagen und war augenblicklich todt. — In einem Hopfenfelde hiesiger Gemarkung befinden sich bereits völlig ausgewachsene Hopfen: eine Merkwürdigkeit, welche man seit Menschen^edenken so frühzeitig nicht wahrnahm. G e n g e n b a ch. Am 23. April d. I. nahm eine Commission des landw. Beztrksvereins Gengenbach Prüfung über Erlheilung vou landwinhschaftlichem Unterricht in Unterentersbach vor. Da dies die erste Volksschule des Bezirks ist, in der landw. Unterricht ertheilt wird, so waren die Mitglieder der Commisfion auf das Resultat der Prüfung sehr gespannt. Es war für dieselben, die sonst in mancherlei Weise für die Zwecke des landw. Vereins wirken, sehr erhebend, von den Bauernsöhnen und Töchtern der zwei höhern Klaffen gedachter Volksschule landw. Kinntniffe zu höre», die man umsonst bei vielen erwachsenen Landwirthen suchen würde. — Die Lehre vom Klima und Boden, den Regeln beim Bearbeiten des BovenS (Pflügen, Eggen, Walzen), den Düngerarten, der Anlage von Dunggruben, der Bildung des Humus, den Pflanzen, deren Theilen und ihren Verrichtungen, dem Bau der Thicre, ihrer Ernährung und Behandlung u. s. w. bildeten die Grundlage des Unterrichts. Herr Hauptlehrer Schneckenberger hat durch diese Prüfung dargethan, wie man bei Liebe zur Sache mit wenig Zeit und Mittel Erfolge und Resultate erzielen kann, die wirklich überraschend waren und die gewiß den Schülern bei Ausühuug ihres landw. Berufes einstens sehr zu Statten kommen werden. Bei den bescheidenen Mitteln des Bezirksvereines konnte dem trefflichen Lehrer als kleine Anerkennung seiner Bemühungen nur eine Prämie von 15 fl. zuerkannt, den besten Schülern aber die beiden bekannten Schriftchen: Karl Will und Marie Flink als Anerkennung ihres Fleißes gegeben werden. (Landw. Wochenbl.) 403 Wo Nach. D>e landw'. Besprechung am 7. Mai in Schiltach lieferte, wie die im Februar d. 3. in Haslach abgchaltene, den Be- weis, daß die Theilnabme unserer ländlichen Bevölkerung am Vereine und an landw. Verhandlungen nicht erloschen ist. War schon der Empfang von Seiten der Stadt Schiltach in dem festlich geschmückten Saale ein gewinnender, so konnte der Gang der Beratdung, die lebhafte Theilnahme der Anwesenden an derselben nicht ermangeln, die äußerst zahlreiche Versammlung zu befriedigen. Gartenbautehrer Göthe, von Großh. HandelSmm.stcrium hierher gesendet, trug zum Gelingen dieses kleinen Festes wesentlich bei, und müssen wir wiederholt Großh. Handelsministerium, wie der Centralstelle des Vereines dankbar sein, daß und wenn fit unsere schwachen Kräfte durch Zusendung sachverständiger Männer zu unseren Besprechungen unterstützen. Die Fragen, die zur Verhandlung kamen, batten zum Gegenstand die Wirkung der Sparkassen aus die landw. Verhältnisse und den Obstbau der Gegend von Schiltach nebst der Obstweinbereitung. Waö die Sparkassen anbelangt, so hielt man eS für wünfchenswerth, daß d-e Brtheiligung in erster Reihe mehr, als bisher geschehen, durch die Dienstherrschaften, und in zweiter Reihe durch Aufstellung von Einnehmern in allen Gemeinden gefördert würde. Dabet wurde der seit dem Jahr 1846 bestehenden Sparkasse in Wolfach verdientes Lob gespendet. — Die Hebung des Obstbaues wurde für möglich und höchst empfehlens- werth erklärt, und als Voraussetzungen dazu erkannt, daß die Behandlung in Wahl der Sorten und Zucht der Bäume eine wesentlich bessere werde, und dies nur dann geschehen könne, wenn einige Zöglinge in der Obstbauschule in Karlsruhe ausgebildet werden, wozu der Verein die Mittel bieten möge. Große Erwartungen in wirthschaftlicher, mehr aber noch in sittlicher Beziehung hegt man von Einbürgerung des Obstweines, der allein die etwas stark ausgeprägte Neigung zum Branntwein zu bekämpfen vermöge. (Landw. Wochenbl.) Schiltach. 26. Mai. (B.L.Z.) Am verflossenen Himmel- sahrtsfeste wurde uns das Vergnügen zu Theil, von den Gesangvereinen und dem Streichmusikverein Haslach besucht zu werden. Die werthen Gäste wurden vom hiesigen Gesangverein auf dem Hohenstein empfangen und unter dem Donner von Böllern in die Stadt geleitet. Zn dem Sommerraume des Bierbrauers Fritz Wölber wurde Halt gemacht und die Gäste begrüßt. Heiter verflossen die Stunden und nur zu bald kam die Zeit des Scheidens, der Abend, heran. Fragen wir nach den Ergebnissen des Tages, so müssen wir gestehen — sie waren gut. Neben den schönen und gut gewählten Gesängen des Haslacher Gesangvereins erfreute uns namentlich auch der Streichmufikverein durch wirklich ausgezeichnete Leistungen. Beiden Vereinen wurde denn auch die verdiente Anerkennung von Seiten der zahlreichen Versammlung zu Theil. Eine Episode soll nicht unerwähnt bleiben: Wir führten unsere Gäste in dw hiesige, durch Schönheit und Größe ausgezeichnete Kirche, woselbst auf Antrag des Haslacher Gesangvereins Spohn's herrliches Lied „Wir glauben All' an Einen Gott" gemeinschaftlich gesungen wurde. Wir fühlten Alle, daß uns ein göttlicher Hauch, der Ge-st der Eintracht zweier Bekenntnisse umwehte. Ungern nur sahen wir unsere lieben Haslacher scheiden, mit denen wir nicht sowohl in allgemein gesellschaftlicher, als auch in politischer Beziehung schon längst spm- pathisirten. © Aus dem Mittelrheiukreis, 1. Juni. Die Errichtung einer Landcsgewerbcballe in Karlsruhe bildet eine jener Schöpfungen unserer Großh. Regierung, durch welche sie der Industrie ein sehr wirksames Mittel für Veredlung und Verfeinerung der Geschmackrichtung, aber auch für Env-itcruug des Absatzgebietes in die Hand gegeben hat. ES soll „eine Ausstellung der jeweils neuesten gewerblichen Erzeugnisse inländischer Industrie" mit derselben verbunden werden, und sie hat bereits eine zahlreiche Beschickung Seitens der Industriellen des Landes erfahren. Der Besuch insbesondere von Fremden iß täglich ein wachsender, und manche Gegenstände find durch diese öffentliche Schaustellung zum Verkaufe gelangt, während sie ohne diese Gelegenheit noch uuvcr- werthct in den Geschäftsräumen des Verfertigers sich befinden könnten. ES ist daher schon im eigenen Interesse eines jeden Industriezweiges geboten, seine jeweils neuesten gewerblichen Erzeugnisse diesem öffentliche« Markte zuzuführen. Die Firma wird dadurch um so bekannter und tüchtige Fabrikate werden rascher in den Besitz verschiedener Absatzqueüe« gelangen, als dies bisher der Fall gewesen. Wir glauben die Aufmerksamkeit der industriellen Geschäftswelt auf diese neue Einrichtung lenken zu sollen. AuS der badischen Pfalz, 29. Mai. (B.L.Z.) Die Nachftagen nach Kirschen find in diesem Frühjahre wieder sehr bedeutend; seit dem 12. Mai sehen beträchtliche Sendungen aus den Orten der Bergstraße nach England und Holland. Die Reife der Kirschen geht bei der warmen Witterung sehr rasch vor sich. Preis derselben unter solchen Verhäünissen auf den Märkten ziemlich hoch. Das Steinobst verspricht bis jetzt einen vortrefflichen Ertrag Mannheim, 30. Mai. "(M. I.) Heute Nachmittag wurde ein beispiellos frecher Raub dahier ausgesührt. die Pächterin einer Brauerei, welche in ihrem Wohnzimmr Geld zählte, wurde von einem unversehens eintretenden fremden Burschen überfallen und einer Summe von über 200 fl. beraubt. Der Thäter entkam. Offenburg, 27. Mai, (Strafkammer.) Ein als Müsfig- gänger und Trunkenbold bekannter Bursche, Franz Sales Busam von Ulm, Amts Oberkirch, welcher schon zwei Mal wegen Landstreicherei gerichtlich bestraft worden ist, wurde heute wegen abermaligen Rückfalls in dieses Vergehen, bei dessen Verübung er sich zugleich unsittlicher Angriffe auf ein kleines Mädchen (§ 360 des St.G.B.) zu Schulden kommen ließ, welch letzteres Vergehen er vergebens hin- wegzuläugnen suchte, im Hinblick auf diese beiden zusammentreffenden Verbrechen zu einer Arbeitshausstrafe von 9 Monaten verurtheilt und auf 2 Jahre unter polizeiliche Aufsicht gestellt. — Nach diesem Falle kam eine Körperverletzung zur Verhandlung, deren ein gewisser Ziriak Busam von Winterbach angeklagt wurde. Im Verlauf eines heftigen Wortwechsels, der zwischen diesem Ziriak und einem seiner Nachbarn (Joseph Männle) auf offener Straße entbrannt war, hatte der Erstere sein Messer gezogen, um davon beim ersten Anlaß einen blutigen Gebrauch zu machen. Diesen Anlaß fand er in einem leichten Hiebe, welchen ihm sein Gegner mit der Schnur einer Peitsche auf die Füße gegeben hatte, und wofür er sich sofort in der Weise zu rächen suchte, daß er dem Andern das Messer zwei Mal in den Rücken und ein Mal auf den Kopf stieß, wodurch schwere Verletzungen verursacht wurden, die nach gerichtsärztlichem Ausspruch ohne alsbaldige Kunsthilfe wahrscheinlich den Tod des Verletzten zur Folge gehabt haben würden. Glücklicher Weise erfolgte jedoch nach dreiwöchentlicher Krankheit und Arbeitsunfähigkeit die völlige Wiederherstellung des Schwerverwundetcn. Rach der Darstellung des Angeklagten wollte dieser nur zur Abwehr und Selbstvertheidigung diese Messerstiche zugefiigt haben. Da es jedoch an allen Voraussetzungen rechtmäßiger Nothwchr fehlte, und nicht einmal der von Seiten der Vertheidigung weiter geltend gemachte Milderungsgrund vorlag, daß nämlich der Verwundete selber den Affekt des Angeklagten durch schwere Beleidigungen oder Mißhandlungen ohne eigenes Verschulden hervorgerufen hatte (tz 233 des St.G.B.), so wurde der Angeklagte dem staatsanwaltschaftlichen Anträge zufolge der im Affekt verübten Körperverletzung des Joseph Männle für schuldig erklärt und zu einer Kreisgefängnißstrafe von 10 Wochen verurtheilt. (B. L. Z.) Osfenburg, 30. Mai. (Strafkammer.) Ein für Juristen gleich wie für Laien nicht uninteressanter Rechtsfall war Gegenstand der heutigen Tagesordnung, Ein Kaufmann aus Zell a. H. hielt sich im März d. I mehrere Tage zu seinem Vergnügen im Sonnen- wirthshause zu Biberach auf, wohin er eines Tages von einer Jagdpartie sehr spät zurückkehrte. In der Nacht suchte er den Abtr.tr des Gasthofes auf und ließ dort aus Versehen sein mit beiläufig 200 fl. gefülltes Geldtäschchen liegen. Zu derselben Zeit übernachteten mehrere Israeliten, welche am andern Tage den Vrehmarkt zu Haslach besuchen wollten, in demselben Wirthshause, und unter diesen Gästen befand sich auch der angeklagte Viehhändler Leopold Lion von Ettenheim. Dieser fand des Morgens die mit Gold gespickte Börse an dem One, wo sie liegen geblieben war, steckte dieselbe zu sich und verließ mit seinem Funde das Wirthshaus, nachdem er auf erhobene Nachfrage darüber Gewißheit erlangt hatte, daß keiner seiner Bekannten etwas vermisse. Im llebrigen machte er Niemanden eine Mittheiluug von dem Vorgefallenen und verschwieg geflissentlich den Besitz des Geldes, bis er einen Tag später davon Kunde erhielt, daß die Gendarmerie auf die Person des Thäters fahnde. Er übergab jetzt sofort das Geld dem Bürgermeister zu Ettenheim und sprach gegen diesen die Erwartung aus, baß er als redlicher Finder eine entsprechende Belohnung vom Eigenthümer erhalten werde. Statt dessen wurde er aber Seitens der Großh. Staatsanwaltschaft des Diebstahls an diesem Gelbe angeklagt, indem behauptet wurde, daß hier von keinem zufälligen Auffinden einer verlorenen Sache, sondern vielmehr nur von einer eigenmächtigen und in diebischer Absicht unternommenen Besitzergreifung der noch im Gewahrsam des Eigenthümers befindlich gewesenen Geldsumme die Rede sein könne, wonach also nicht das Vergehen der Unterschlagung (Funddiebstahl), sondern das strafbare Vergehen des gemeinen Diebstahls vorliegc. Der von Herrn Anwalt Hofer ver- theidigte Angeklagte suchte sich heute gegen die Unterstellung einer diebischen Absicht auf's Aeußerste zu wahren und sein verdächtiges Sm&meit bei der Sache damit zu erkläre«, daß er augab, der Be- sitz de- fremden Geldtäschchens fei ihm im Drange der Geschäfte au- dem Gedächtnis entschwunden gewesen, weßhalb er keine weitere Erwähnung von seinem Fund gethan habe. Während von Seite dt-. Vertheidigers hauptsächlich zu zeigen versucht wurde, daß das Geld vom Angeklagten gefunden und nicht gestohlen worden sei, drharrte die Staatsanwaltschaft auf der umgekehrten Anschauungsweise. welch letztere denn auch in dem Urtheile de- Gerichtshofs den Sieg davontrug. Der Angeklagte wurde de» Diebstahls an dem Gelde für schuldig erklärt und zu einer geschärften KreiSgefängniß- strafe von 6 Monaten verurtheilt. (B. L. Z.) Frankfurt a. M., 30. Mai. (F. A.) Dieser Tage meldete der Kutscher eines Droschkenbesitzers seinem Herrn, daß sein Pferd nichts fressen wollte. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, daß die Zunge des Pferdes halb abgerissen war durch das fortwährende unsinnige Zupfen mit dem Zügel. Der halb losgelöste Theil der Zunge mußte vollends abgetrennt werden. Möchte dieser Borfall zur Warnung dienen! Mecklenburg. Schwerin, 25. Mai. (N.D.Vztg.) Das Rostocker Polizeiamt hatte seiner Zeit 42 Rostocker Bürger und Einwohner wegen Theilnahmc am Rationalverein in Geldstrafen verur- theilt. der Magistrat dieselben aber aus dem Grunde steigesprochen, weil er die, die Theilnahmc am Rationalvercin verbietende ministerielle Verordnung von 1859 nicht für rechtsgiltig halten könne. Der Minister des Innern, Hr. v. Oertzcn, erließ darauf ein Refcript an den Magistrat, das steisprechende Erkenntniß wieder aufzuheben und ein anderes auf Grund der bei 1000 Thlr. Strafe anruerkennenden Rechtsgiltigkeit der Verordnung von 1859 zu fällen. Der Magistrat erklärte sich nun »war bereit, die Verordnung von 1859 für die Zukunft als rechtSgiltlg anzuerkennen, wollte aber sein steisprechendes Erkenntniß nicht reformiren. Die Regierung hatte nun den Magistrat in kategorischer Weise aufgefordert, jenen Befehlen Folge zu leisten, widrigenfalls 25 Mann Erekutionstruppen einrücken und bei den Bürgermeistern sich einquartieren würden. Der Magistrat ließ hierauf die beiden Quartiere, welche hier die Bürgerschaft repräsentiren, zusammenberufen, und theilte ihnen den Stand der Sache mit. Einstimmig gaben dieselben dem Verfahren des Magistrats ihre volle Billigung zu erkennen, und erklärten sich dahin, daß zunächst die Vollstreckung der Erekution zu erwarten, sodann aber der Weg Rechtens gegen das Ministerium des Innern zu beschreiten und eventuell an den Bundestag wegen verweigerter Justiz zu gehen sei. Der Magistrat hat demgemäß beschlossen, die Bestellung eines Prokurators vom Ministerium zu erbitten, um den Rechtsweg gegen das Ministerium betreten zu können. Man erwartete jede« Tag die Großh. Erekutionstruppen, und zur Aufnahme derselben hatten die Bürgermeister alle Vorkehr getroffen. Hr. v. Oertzen zog jedoch die Erekutionsmaßregeln einstweilen zurück. Preußen. Berlin, 31. Mai. Gestern wurde der Handelsvertrag zwischen dem Zollverein und Großbritannien unterzeichnet. — Man schreibt aus Auersmacher, Kreis Saarbrücken: Am 16. Mai begrub man hier unter großer Betheiligung der Gemeinde den KricgSreservisten Georg Bcaulieu von der 8. Artillerie- Brigade zu Cvblenz. Manche Kugel war vor Düppel an ihm vorübergesaust, manche Bombe in seiner Nähe geplatzt, rechts und links waren seine Kameraden gestürzt, er aber war wohlbehalten und de- corirt mit dem Düppelkreuz wieder zu seiner alten Mutter zurückgekehrt. Als er am Sonntag Abend zur Vorfeier ves Jubelfestes die Böller der Gemeinde Auersmacher losschoß, zerplatzte einer derselben und ein großes Stück zerschlug ihm den untern Theil des Kopfes und der Hirnschale. Völlig gelähmt und bewußtlos ist er zusammen- gebrochen und war »ach zwei Stunden eine Leiche. Oesterreich. Wien, 28. Mai. Der „Kreuzztg." wird ge- schrieben: „Auf das Bestimmteste kann ich versichern, daß in hiesigen Hofkreisen von der demnächstiaen Abreise des Kaisers Marimiliaa und seiner Rückkehr nach Oesterreich wie von einer ausgemachten Sache gesprochen wird. Vom hiesigen Hose, wird mir ferner versichert, seien dem Kaiser bereits alle jene Rechte wieder eingeräumt worden, auf die der Erzherzog vor Annahme der merikanischen Krone verzichlen mußte. Ich muß gestehen, daß mich b efe Mittheilungen durchaus nicht überrascht haben. Sie werden eS begreiflich sinden, daß wir h'er bei den mannigfachen Beziehungen zwischen Wien und Meriko oft Dinge erfahren, denen der Weg iu die Oeffentlichkeii verschlossen ist, und besonder« in der letzten Zeit sind über die meri- kanische» Zustände, namentlich über die Lage des HerrscherpaareS dort, so traurig« Nachrichten einaelaufen, daß eine Wendung, wie die obige, in eingeweihten Kreisen längst erwartet wurde.' Wien, 30. Mai. (KarlSr. Z.) Es ist richtig, daß der Großherzog von Oldenburg die gegenwärtige Phase der Herzogthümerftage dazu angethan geglaubt hat, die fortgesetzte Auftechthaltung seiner Erbansprüche konstatiren zu müsse»; mehr aber scheint uns das betreffende Actcnstück, welche« (am 27. Mai) gleichzeitig in Wien und Berlin überreicht worden, nicht zu bedeuten, wenn gleich sich dasselbe in die anspruchsvolle Form eines Protestes gekleidet. Denn der Großherzog legt nur im Voraus Verwahrung ein gegen jeden unberechtigten Act, welchen die Stande der Herzogthümer in Bezug aus die Erbfolgestage etwa vornehmen möchten, und er spricht speciell die Erwartung aus, daß — und zwar gleichmäßig für alle Erbprätenden- ten — die ständische Mitwirkung auf das Gebiet beschränkt bleibe, für welches das schleswig-holsteinische Landesrecht eine solche Mitwirkung statuire. Da nun, so viel bekannt, weder Oesterreich noch Preußen, noch selbst der Bund den betreffenden Ständen eine entscheidende Stimme in der Erbfolgestage beigelegt wissen will — um so weniger, als dieselben überhaupt nur berathende Attributionen besitzen so hat der Protest in Wirklichkeit kein ernstliches Object. Frankreich. Paris, 29. Mai. (B.L.Z.) Unter ven Franzosen, welche dem TurnercommcrS im Saale des Elysee Montmartre beiwohnten, befand sich auch Louis Chassin, der Verfasser de« Werkes „le Genie de la Revolution''. Er hielt, als Erwiederung auf die zu Ehren Frankreichs gesprochenen Worte, eine kurze Reve, deren wesentlicher Inhalt in deutscher Uebertragung etwa folgendermaßen lautet: „Bürger! Schöne und beredte Worte sind in dieser Versammlung zur Ehre des Frankreichs von 1789 gesprochen worden. Sie wünschen und verlangen wohl mit Recht, daß eine französische Stimme Ihre deutschen Sympathien erwiedere. Wohlan, da Keiner von denen, die mehr Beruf dazu haben als ich, sich erhob, so will ich versuchen, im Namen meine« Vaterlandes, dessen Gäste Sie find, im Namen des demokratischen Frankreichs zu reden. Ich bringe einen Trinkspruch auf den Rhein aus! Nicht Frankreich gehört der Rhein, nicht Deutschland, sondern beiden Rationen. Lange Zeit hat er uns getrennt; heute soll er ein Bindemittel, ein Bruderband zwischen uns sein. Da, wo zwischen steilen Fe.swänden eingeengt, seine Wogen schäumend aufheulen, da ruft er nicht die Einen gegen die Andern zur Rache auf, nein, cS ertönt aus ihm der dumpfe Widerhall de« gemeinsamen Haffes, des Haffes des Volkes gegen die feudalen Geier, deren Felsennester Sie und wir vernichtet haben., Aber sei» Ruf hat nur noch eine geschichtliche Bedeutung, die «üßM wart kümmert sich nicht darum. Gedenken wir nur der Knechtschaft von gestern, um inniger die Freiheit von morgen zu lieben. Dort aber, wo der, den Sie den Vater Rhein nennen, friedlich zwischen reichen Ebene« seine Fluthen rollt, hören Sie auf sein sanftes Rauschen und freuen sich de« lieben Vaters! Er umfaßt mit gleicher Liebe die Kinder feiner beiden Ufer, die von links wie die von rechts, und sagt nicht diesen oder jenen allein: .Euer Becher ist groß genug, um all' mein Wasser aufzunehmen." Ihnen und uns sagt er: Jeder fülle sein Glas iu meiner Fluth! Näher herbei mit Herz und Hand und trinkt auf die Verbrüderung der Völker, auf die allgemeine Freiheit und auf die Gerechtigkeit!" Offenburger Fruchthalle. Markt vom 3. Juni 188 3. Aruckit- Gatlung. Eingeführt. Ausgestellt». letzten Markt. Verkauft. ;i Mittel- - Bleib u chreis perj aufge- E Centner stell. Warzen. . Kernen . . Korn Haber. . . . Gerste . . . Welschkorn. Centner 513 149 4 5 3 678 , Centner Centner fl. kr. Crntnrr — 513 i 5 d 10 — 149 i! 4 16 _ — 4 (I 3: 35 — 9 1 3 59 — 3 | 4 40 — 678 * — Das Mapktgrricht. Verantwortlicher Redacteur: I, yttcvi. — Druck und Verlag der Buchdruckerei von I. Olteni.