er OrteiMier Berkündtgungsblatt für den Kreis Offenburg und für die Amt»- und Amtsgerichts-Bezirke Offenburg, Gengenbach, Kork, Oberkirch, Wolfach und den Amtsgerichtsbezirk Haslach. M 99. Offenburg, Donnerstag den 19. Ottober 1865 Bekanntmachungen. O b e r k i r ch. (Bestätigung eines Agenten betr.) Nr. 9078. Steuererheber Schneider von Ulm wird als Agent der, North British and Mercantile Feuerverficherungs- gescllschast bestätigt. Oberkirch, den 14. October 1865. Großherzogliches Bezirksamt. _Metzger._ Oberkirch. (Bestätigung eines Agenten betr.) Nr. 9088. Löwenwirth Wäldele von Ulm wird als Agent der Leipziger Fcuer- verficherungsanstalt für den Amtsbezirk Ober- kirch bestätigt. Oberkirch, den 14. October 1865. Großherzogliches Bezirksamt. _ Metzger. _ Offenburg. (Retour-Briefe.) Die Aufgeber nachstehender, dahier zur Post gegebenen Briefe, die als unbestellbar zurückgekommen find, werden zu deren Rückempfang, gegen Entrichtung der darauf haftenden Taren rc., hiermit aufgefordert. Bergwerksdirection in Saarbrücken. Theodor Lehmann in Rastatt. Karl Grether in Baden. I. G. Schmieder in Hausach. Lindcnwirth Frey in Nußbach. Karl Rasch in Kolleigibaick. Wilhelm Kruig in Eisleben. Mathäus Ruf in Konstanz. Katharina Schell in Kippenheim. Wilhelm Gütle in Britzingen. Fecht in Kleinkems. David Rinckel in Hirslanden (Zürich). Ludwig Huber in Seefelden. Rudolph Krebs in Hamburg. Georg Mauß in Kehl. Frank in Gengenbach. Otto Schulz in Stuttgart. Xaver Hedrich in Richters- wil. de Bpsterveld in Baden-Baden. Emma Bender in Karlsruhe. Dürr in Lahr. Theodor Heidenrcich in Frciburg. Offenburg, den 16. October 1865. Großh. Post- und Eisenbahnamt. Feuerwehr! Diejenigen, welche nach 6jähriger Dienstzeit ihren Austritt ans der Feuerwehr genommen haben, werden ersucht, ihre Requisiten innerhalb 8 Tagen bei Zeugmeister Wagner «lbzugeben. Offenburg, den 17. October 1865. Das Conunando. _ C. Hessel. Seebach, Amts Achcrn. (Holzver- steigcrung.) Der Berwaltungsrath zu Seebach versteigert am Samstag den 21. Ott. r. Z., Vormittags 10 Uhr anfangend, im Gasthaus zur Krone in Sccbach aus dem Gemeindcwald daselbst folgende Holzsor- timcntc: 108 Stück tanncne Baustämme, 346 Stück tannenc Sägklötze, oO Stück buchene Nutzholzklötze, 57-/, Klafter buchenes Scheitholz, 1% Klafter ahornenes Scheitholz , 57-/, Klafter tannenes Scheitholz, 19-/8 Klftr. buchenes Prügelholz, 7-/, Klstr. tannenes Prügelholz; wozu die Liebhaber eingeladen werden. Seebach, den 14. Ottober 1865. Der Berwaltungsrath. Schneider. _ vdt. Wigant, Rthschr. Berghaupten. (Holzversteigerung.) Montag den 23. October, Morgens 9 Uhr, werden zu Berghaupten in der Krone aus dem Herligenwald folgende Holzsortimente versteigert: 1) Stämme r 172 Bau- und Holländer, 14 Forlen, 25 Klötze und Doppelklötze, 17 Eichen, 97 Buchen. 2) Klasterholz: circa 16 Klafter, gemischt. 3) Wellen: circa 9000, gemischt. Berghaupten, den 16. October 1865. Die Stistungs-Commisfivn. _ Herr, Pfarrer._ Offenburg. (Fahrnißverstcigerung.) In Folge richterlicher Verfügung werven dem Glaser Gottfticd Huber hier am Samstag den 21. d. M., Bormittags 10 Uhr, vor dem Rathhaus gegen Baarzahlung versteigett: Verschiedener Hausrath, 2 Läuferschweine und 2 gesägte Eichstämme rc. Offenburg, den 16. October 1865. _ Gerichtsvollzieher Stra uß. Offenburg. (Dunglieferungsverstei- gerung.) Die Lieferung des diesjährigen Bedarfes von circa 40 Wagen Kuhdünger zur Düngung von Spitalreben wird Samstag den 21. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, auf diesseitigem Geschäftszimmer öffentlich im Abstrich versteigert; wozu wir einladen. Offenburg, de» 9. Ottober 1865. St. Andr. Hospitalverwaltung. _ Th. König. _ Erdarbeitversteiger««». Die hiesige Stadtgemeinde läßt am Freitag den 20. d. M., Nachmittags 2 Uhr, im hiefigen Rathhause das Ausheben der Leit-, Bettheil- und Abzugsgräben auf den städtischen Wiesen öffentlich versteigern. Die Bürgermeisterämter Elgersweier, Waltersweier, Weier und Schutterwald wollen Obiges in ihren Gemeinden bekannt machen lassen. Offenburg, den 16. Ottober 1865. Der Gemei»derath. Schaible. Nach obiger Versteigerung werden dieselben Erdarbeiten auf den Waldbachgenoffen- fchastswiescn versteigert. Offenburg, den 16. October 1865. Der Vorstand: Schaible. Offenburg. (Güterverpachtung.) Altstadtrath Georg Pfähler's so». Frau Wittwe von hier ist Willens, von ihren eigenthünilichen Liegenschaften die untenbenannten, bisher in Selbstbewirthfchaftung gewesenen, in bestem Zustande befindlichen Grundstücke in der Gemarkung Offenburg auf sechs Jahre, von Martini d.J. an, in öffentlicher Versteigerung zu verpachten. Hiezu wird Tagfahrt auf Samstag den 21. October d. I., Vormittags 9 Uhr, in das Rathhaus dahier anberaumt, und werden die Pachtliebhaber mit dem Anfügen eingeladen, daß die Eigenthümerin der Pachtobjecte diese denselben auf Verlangen vorzeigen lasten wird. Die Pachtobjecte sind: 1. 1 Morgen 395 Ruthen Acker im Bauernpfuhl, neben Wilhelmine Falk von Ortenberg und dem Spitalfond Offenburg; leer und zum Säen gefahren. 2 . 196,6 Ruthen Acker im Galgenfeld, hinterm Bahnhofe, einerseits selbst, anders. Aufstößer, oben und unten Weg; leer und zum Einsäe» hergerichtet. 3. 2 Morgen 43 Ruthen Acker im Galgenfeld, hinterm Bahnhofe, neben Domainen-Aerar und Weg; in sieben 794 Aeckern; leer und zur Einsaat hergerichtet. 4. 1 Morgen Acker im Galgenfeld am Rammersweirer Wege, neben Jakob Dürr von hier und dem Wege; mit Rüben angepflanzt. 5» 1 Morgen 23,3 Ruthen Acker in der Wann, mit jungem Klee und Obstbäumen, einers. Joseph Dufner, anders, der Feffenbacher Weg. Die benachbarten Bürgermeisterämter zu Rammersweier, Zell, Fessenbach, Ortenberg und Elgersweier werden ersucht, diese Pachtversteigerung auf ortsübliche Weise in ihren Gemeinden gegen Gebühr einmal verkünden zu lasten. Offenburg, am 11. Octbr. 1865. Rathsschreiberei. Gütle. Offenburg. (Wohnungsveränderung.) Unterzeichneter zeigt hiermit einem verehrt, hiesigen und auswärtigen Publikum ergebenst an, daß er seine Wohnung in der Hauptstraße verlassen und jetzt am Eck der Gerber- und Gymnasiumsgasse wohnt. Zugleich empfiehlt er sein wohlassortirtes Lager von Gold-, Silber- und Galanteriewaaren bestens. Bestellungen und Reparaturen werden schnell und prompt, ausgeführt. Wilhelm Herbstrith, Gold- und Silberarbeiter, Eck der Gerber- und Gymnasiumsgaffe. I>r. Pattison's Gichtwatte lindert sofort und heilt schnell (wicht imil Rheumatismen aller Art, als Gesichts-, Brust-, Hals- und Zahnschmerzen, Kopf-, Hand- uud Knie- gicht, Magen- und Unterleibsschmerz re. Ja Paketen zu 30 kr. und zu 16 kr. sammt Gebrauchsanweisung allein acht der Ferd. Hölzlin jr. in Offenburg. Kartoffeln-Versteigerung. Auf dem Freiherrlich von Neveusschen Gute Weiler, zwischen Ebersweier und Durbach an der Thalstraße gelegen, werden Freitag den 20. October d. I., Vormittags 10 Uhr, circa 2000 Sester vorzüglich gute und sehr schöne röche Oberländer- Kartoffeln in schicklichen Abthei- lnngen öffentlich versteigert. Weiler bei Ebersweier, den 14. October 1865. Goßner, Verwalter. Haslach. Bei Unterzeichnetem Gc- schästssreund der badischen allgemeinen Versorgungsanstalt Karlsruhe können die Renten der vollen Einlagen pro 1865 erhoben werden ; auch ist derselbe zur Annahme von Beitrittserklärungen für alle Arten von Ber- sorgungs- und Lebensversicherungsverträgen und zu jeder Auskunftsertheilung bereit. Haslach im Kinzigthal, den 15. Oct. 1865. Ed. Hansjakob, Fürstl. Kastenmeffer. Offenburg. (Rübenverkauf.) Ich verkaufe das Rüben-Erträgniß von V- 3euch Feld an der Bühlerstraße und V- „ ,, bei der Sägmühle. Adolph Schaiblc. Offenburg. (Gelbrübenverkauf.) Bäckermeister Burr hat die Gelbrüden auf 1 Viertel Feld im Heldenrecht zu verkaufen. Offenburg. (Oefenverkauf.) Pfalz- wirth Hessel hat 2 sogenannte Bummer- Oefen zu verkaufen. _ Osfenburg. (Geldgesuch.) 1—500ff. werden gegen gute Versicherung aufzunehmen gesucht. Näheres im Jnseraten-Bureau von C. F. Bann Müller. Für Auswanderer u. Reisende nach Amerika. Regelmäßige Erpeditionen von Segel- und Dampfschiffen über Havre, Southampton, Breme», Liverpool nach New-Bork und New-Orlcau» (via Kehl, Mannheim und Ludwigshafen a. R.) Zum Abschluß von Ueberfahrts-Verträgen hält sich bestens empfohlen: (5. 8chmarzmann, _ Haupt-Agent in Kehl. Allgemeine Versorgungs-Anstalt im Groß- herzogthum Baden. Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenrtniß, daß wir die seither von Herrn Stadtrechner F. A. Braun in Oberkirch bekleidete Gcschäftsfreundsstelle dem Herrn A s s i st e u- t e n Hanger dort übertragen haben, bei welchem nunmehr Beitrittserklärungen abgegeben und Statuten, Rechenschaftsberichte, Anleitungen zur Benützung unserer Anstalt, sowie Prospecte und die Rente für das Jahr 1865 erhoben werben können. Auch wird derselbe bereitwilligst jede gewünschte Auskunft ertheilen. Dem Herrn Stadtrechner F. A. Braun sprechen wir bei dieser Gelegenheit für die der Anstalt geleisteten langjährigen treuen Dienste öffentlich unfern verbindlichsten Dank aus. Karlsruhe, den II. October 1865. _ Der Verwaltnngsrath. Anzeige u. Empfehlung. Unterzeichnete beehrt sich hiemit, ihren werthen Gönnern und einem verehrten Publikum die ergebene Anzeige ju widmen, daß sie hier ihren Beruf als Modiste betreibt. Sie wird sich angelegen sein lassen, das ihr geschenkte Zutrauen durch geschmackvolle Arbeit, sowie durch prompte und billige Bedienung zu rechtfertigen. Gengcnbach, den 14. October 1865. Frau Mast, Modiste, wohnhaft bei Hrn. Xaver Fritsch, Glaser, 3. Stock, obere Hauptstraße Nr. 103. Straßburger Fayerree- Oefen. Niederlage in Kehl, Marktstraße Nr. 12, von ächten feinen Fapence-Oefen aus der Manufaktur von G. Scherb, Schöpflin- Staden Nr. 2 in Straß bürg. — Billige Preise und Garantie. Nächsten Sonntag den 22. d. M. wird im Anker in Bühl bei Offenburg, Abends von halb 7 Ubr an, stattfinven: Große musikalische declamatorische Abendunterhaltnng zu Ehren unserer lieben Frauen. Ritterliche Minnesänger werden in Gesängen und Declamationen das Lob der Frauen besingen. Für Müller. Ein in allen Fächern der Müllerei theoretisch wie praktisch ausgebildeter Mann in den 30er Jahren sucht eine seinen Kenntnissen entsprechende dauernde Stelle als Müller, Geschäftsführer oder auch als Reisender. Man sieht mehr auf gute Behandlung als auf Lohn. Näheres im Jnseraten- Bureau von C. F. B a n n m ü l l e r in Offenburg. _ Appenweier. (Dungvcrkauf.) Einen Haufen Dung hat zu verkaufen: G r o m e r, Posthältcr. 795 ' Sk«1,tSanwalt Bl »m von Offen« butg ist künftig jeden Freitag Nachmittags zn Kehl (Stadt) im Gast- hans znm Engel zu sprechen. _ Gesucht. Eine Haushälterin bestandenen Alters , dre das Kochen gründlich versteht. Ohne glänzende Zeugnisse ist jede Anmeldung unnütz. Näheres beim Herausgeber dieses E l altes. __ Offenburg. (Stellegesuch.) Ein besonders in der doppelten und einfachen Buchführung, auch Correfpondenz vertrauter junger Mann sucht sich eine Stelle. Näheres zu erfragen bei der Erped. d.B l. Offcnburg. (Bäckerlehrlings-Aufnahme.) Bei Bäcker Fritz D o l d kann ein (ehrjun ge gleich Aufnahme finden. _ Offenburg. Einen alten Mantel (Ucberwurf) hat gefunden: Wilhelm! Weber. Fessenbach. (Äcllervermiehung.) Der Leiter-Fideli hat einen Keller mit 24V Ohm Fässern zu vermiethen. Ofsenburg. (WohnungSvermiethung.) Im Haufe des Bäckermeisters Ferdinand Heizmaun in der Steinstraße Rro. 204 ist der zweite Stock mit 3 ineinandergehenden Zimmern und Küche sogleich oder aus Weihnachten zu vermiethen. Auf Verlangen können auch 4 Zimmer im zweiten Stock abgegeben werden. Offenburg. (Zimmervermiethung.) Ein möblirtes Zimmer mitten in der Stadt ist sogleich zu vermiethen — wo? sagt die Redaction dieses Blattes. Offcnburg. (Zimmervermiethung.) In der Schloffergaffe Nr. 413 ist auf den 1. November ein möblirtes Zimmer zu vermiethen. Offenburg. (Zimmervermiethung.) Zn der Langenstraße Nro. 224 im 2. Stock sind zwei unmvblirte Zimmer, sogleich beziehbar, zu vermiethen. O f f e n b u r g. Glaser Difeld Wittwe hat eine junge Zugkuh nebst einem Wagen mit eisernen Achsen, ein Dunglachfaß und zwei Kuhkummctc zu verkaufen. Windschläg. (Geld auszuleihen.) Im Armenfond Windschläg liegen 300 fl., zu 4 1 /* Proc. verzinslich, gegen doppeltes Üntcrpfarw zum Ausleihen parat. _ Rechner Kempf. Müllen. (Geld auszuleihen.) 300 bis 400 fl. Kapital sind gegen gesetzliche Obligation aus dem Kirchenfond Müllen auszu- leihen. _ Rechner Serrer. Gcngenbach. (Geld auszuleihen.) Aus dem St. Martinskirchensond in Gengen- bach können gegen gesetzliche Versicherung 1O0O fl. sogleich ausgeliehen werden. St. Martinskirchenfondsverrechnung. _ Jscnmann. Herzthal, Amts Oberkirch. (Geld auszuleihen.) Vom hiesigenArmeufond können 350 fl. zu 4‘/a Procent gegen Obligation dargeliehen werden. _ Rechner Fieß. Nußbach, Amts Oberkirch. (Kapitalantrag.) Aus dem Kirchspiels-Armenfond sind 500 fl. zu 4>/r Procent gegen Versicherung zum Ausleihen bereit. Rechner Manz. Tagesgeschichtliche Mittheilungen. Baden. Das Großh. Regierungsblatt Nro. 49 enthält eine allerhöchst landesherrliche Verordnung, die Rekrutenquote für 1866 betreffend. Dadurch wird die für das Jabr 1866 zur Ergänzung der Linie erforderliche Äekmtenquote auf 3736 Mann aus der betreffenden Altersklasse festgesetzt, wovon 3636 Mann zur glcichbaldigen Eintheilung und 100 Mann zur Reserve für das Zahr 1866 bestimmt find. Aus dem HanauerLande, 10. Oct. (B.L.Z.) Das land- wirthschastliche Gaufest des Ortenauer Gauverbandes, wozu die Bezirksvereine Kork, Lahr, Oberkirch, Offenburg, Rheinbischofsheim gehören, findet am 24. October d. I. in Kork statt und dürfte dasselbe nach dem bereits ausgegebenen Programm und den getroffenen Vorbereitungen auch einen guten Erfolg haben,, insbesondere, wenn von Seiten der Landwirthe eine der landw. Prvductionsfähigkeit der gesegneten Gegend entsprechende Betheiligung aus allen Theilm des Gaues stattsindet, wozu schon allein die beträchtlichen Preise — für Pferde sind 605 fl., für Rindvieh 600 fl., für Felderzcugniffe 90 fl. ausgcseßt — Veranlassung geben sollten. Freilich ist der diesjährige futterarme Jahrgang derartigen Festen nicht ganz günstig: die Oehmternte ist ganz gering ausgefallen und die nahezu aufgegebene Hoffnung auf Stoppelrüben hat der bewölkte Himmel und der neuerdings eingetretene schwache Regen vorerst nur wenig gehoben. .Den Futterausfall suchen viele Vichbe- sitzer durch Ankäufe von Kartoffeln in der Umgebung von Rastatt, den Centncr zu 45 kr., thunlich zu decken. Dem ungeachtet läßt sich bei den allgemein günstigen Befitzverhältnissen unserer Landwirthe mit f »verficht erwarten, daß viel schönes Vieh, namentlich, daß gute ferde aus dem Hanauer Lande und dem sog. Ried zur. Ausstellung gebracht werden. Auch an landw. Geräthen und Maschinen wird die Ausstellung Sehenswerthes bieten, da den Ausstellern besserer Gegenstände beim Nichtverkauf theilweise Transportkostenvergütung zugesichert und auch Ankäufe zur Verloosung in Aussicht gestellt sind. — Wie der bis 30. October in Kork stattsindende Hanfmarkt aus- fallen wird, läßt sich nicht bestimmt sagen: wenn nur der Käufer genug kommen! an Verkäufern wird es voraussichtlich nicht fehlen. Kork.. (Programm zu dem am 24. October 1865 in Kork stattsindenden. Gaufeste des Ortenauer Gauverbandes der landwirth- schastlichen Bezirkevereine Kork, Lahr, Oberkirch, Offeuburg und Rheinbischofsheim.) Vormittags: 8 Uhr: Versammlung der Dircc- ttons-, Commissions- und Vereinsmitglieder der 5 Bezirksvereine vor dem Ratbhause z Eröffnung der Ausstellung landwitthschaftlicher Erzeugnisse im Rathhaussaale; 8‘/ 2 Uhr: Gemeinsamer Zug zum Festplatz; Ansprache und Begrüßung der Festgäste und Vereinsmitglieder durch den Vorstand des Vororts auf dem Ausstellungsplatze; 91/2 Uhr : Eröffnung der Vieh- und Geräthe-Ausstellung ebenda; 10 Uhr: Umzug geschmückter Wagen aus sämmtlichen Landgemeinden des Vereinsbezirks Kork und einigen umliegenden Orten, die wichtig- • sten landwirthschaftlichen Geschäfte in Hanauer Tracht darstellend; 12 Uhr: Zusammentritt des Gauausschuffes zur Vornahme der Wahl des Bevollmächtigten zum Centralausfchufse und eines Stellvertreters, auf der Tribüne des Festplatzes; halb 1 Uhr: Gemeiuschastliches Mittagessen im Schwanen. Nachmittags: 3 Uhr: Festliche Vertheilung der Preise auf dem Festplatze. Offenburg, 10. Oct. (Strafkammer.) Im Laufe des letztverflossenen Monats August wurde in Ulm, Amts Bühl, eia verdächtiges Subjekt verhaftet, welches sich in dortiger Gegend bettelnd Herumtrieb. Es war dies ein Rheinpreuße, Michael Kurz von Beuzweiler bei Koblenz, der heute unter der Anklage eines gerichtlich strafbaren Bettels vor Gericht stand. Dieser arbeitsscheue Mensch führte nämlich zwei falsche Urkunden bei sich, welche angeblich von seinen Ortsvorgesetzten gefertigt und unterschrieben waren, ihrem Inhalte nach aber eine Bescheinigung für den Angeklagten enthielten, daß diesem durch einen Blitzstrahl da« Haus angezündet und in Asche gelegt worden sei. Durch Anfrage bei den betreffenden preußischen Behörden hat sich ergeben, daß dem Angeklagten ebensowenig ein Haus abgebrannt, als eine deßfallsige Beurkundung ausgestellt worden ist, und indem derselbe heute zugestand, daß er in dieser Beziehung vor dem Untersuchungsgerichte falsche Angaben gemacht habe, suchte er zugleich der sehr unwahrscheinlichen Versicherung Glauben zu verschaffen, daß ihm ein fremder Händwerksbursche die Urkunden geschrieben und zum dienliche» Gebrauch eingehändigt habe, während er, der Angeklagte selber, weder lesen, noch schreiben könne. Da jedoch erwiesen wurde, daß er den Inhalt der falschen Urkunden kannte und dieselben benützte, um das Mitleid anderer Personen durch cineu erdichteten Unglücksfall zu seinem Vortheil auszubeuten, in welcher Richtung er namentlich in mehreren Ortschaften bei Rastatt, in Söllingen, Stollhofen und Greffern, milde Gaben sich zu erschwindeln wußte, so wurde er wegen dieses im Sinne des § 640 des Strafgesetzbuchs erschwerten Bettels zu einer geschärften Kre.sgefängnißstrafe von 2 Monaten nebst Landesverweisung verurtheilt. — Ein zweiter Straffall beschäftigte sich mit der Anklage gegen Sebastian Straub von Sankt Roman und Jakob Maurer von Lehengericht wegen Körperverletzung. Diese beiden ledigen Bursche waren am vorigen Pfingstmontag bei einer Tavzuntcrhaltung darüber ärgerlich geworden, daß eiu Mädchen ihres Dorfes mit zwei auswärtigen Burschen vorzugsweise gerae tanzte. Sie verabredeten sich deßhalb, die begünstigten Fremdlinge dafür zu züchtigen, und liefen denselben, als diese, dqs Mädchen nach Haufe begleiteten, in feindlicher Absicht nach, ücherfl^en sie von hinten und mißhandelten sie durch Schläge auf den Kopf mit zugelegten Taschenmessern. Der Eine der Mißhandelte», Christian Kirgis von Schiltach, erlitt h'iedurch Verletzungen, die «hg auf mehrere Tage arbeitsunfähig machte». Der Gerichtshof nahm zu Gunsten der Angeklagten an, daß deren durch Eifersucht und reichlichen Wringenuß rege gewordener Affekt auch noch im Momente der Ausführung aagevauert habe, so daß kein Handeln mit Vorbedacht 79 « IM: Bf:; fifl : i ; r !•: f '• t.Ä (d. h. «tt ruhiger Ueberlegung), sondern nur eine im Affekt verübte Körperverletzung im Sinne de» $ 232 Ziffer 3 de- Strafgesetzbuchs unterst wurde, wobei übrigens Beide in verbrecherischer Verbindung (tz 125) handelten und wofür der Angeklagte Straub als Derjenige, der den Uebcrfall eröffnet und am stärksten zugeschlagen hatte, mit 6 Wochen, und der Angeklagte Maurer mit 4 Wochen AmtSgefängniß bestraft worden ist. — Der letzte Fall betraf die Anklage gegen Mathias Bachschmidt von Dorf Kehl wegen Unzucht mit einer willenlosen (blödsinnigen) Frauensperson. Die Verhandlung fand mit Ausschluß der Oeffentlichkeit statt und hatte wegen ungenügenden Beweises der zum Thatbestande des vorwür- figen Verbrechens erforderlichen Merkmale die Freisprechung des Angeklagten, eines ledigen, 25 Jahre alten DienstknechteS, zum Ergebnis. (B.L.Z.) Aus Baden, 11. Oct. (A.Z.) Der Weinbau gehört zu den bedeutendsten Nahrungszwcigen unseres Landes. Im Ganzen find etwa 52,000 Morgen dem Rebbau gewidmet; auch hat sich gerade diese Cultur seit einigen Jahren außerordentlich gehoben, so daß mehrere Sorten badischer Weine jetzt zu den gesuchtesten und beliebtesten deutscher Weine gehören, und ihr Absatz zum großen Theil in das Ausland geht, in der neuesten Zeit namentlich auch nach England, wo die ferneren badischen Rothweine (Affenthaler, Zeller u. a.) mit Erfolg den französischen, Concurrenz machen. Der jeweilige Ausfall des Herbstes ist darum für die ökonomischen Verhältnisse unseres Landes und seiner Bewohner nicht ohne wichtigen Einfluß. Der Ge- sammtertrag des diesjährige» Herbstes läßt sich nun erst überschauen. Er ist in den untern und mittler» Landesgegenden ein schwacher halber, in den ober» theilweise nur ein sogenannter Drittelherbst, einen vollen Herbst im Durchschnitt zu 10 Ohm (1000 badische Maas) per Morgen angenommen. Dagegen stellt sich die Sache weit günstiger heraus, wenn man den Durchschnittspreis des heurigen Weines mit den Durchschnittspreisen ftüherer Jahre vergleicht. Bisher betrüg der Durchschnittspreis für unsere Weine in einer Reihe von zehn Jahren 12 bis 15 st., Heuer 20 bis 25 st. per Ohm. Dem wirk- lichen Werth nach ist demnach das diesjährige Weinerzeugniß ein mittelgutes und jedenfalls im Allgemeinen recht befriedigendes. Im Ganzen wurden in unserm Lande noch nie jo hohe Preise erzielt; an Gehalt verspricht das diesjährige Gewächs allerdings selbst den 1811er und 1834er zu übertressen; es wiegt auf der Oechsle'schen Waage durchschnittlich 95 bis 100 Proc., Rothweine meist 105 bis 110 Proc. Ersingen, A. Pforzheim, 13. Octbr. (B. L. Z.) In dem Garten des hiesigen Schloffermcisters Schuster ist gegenwärtig eine seltene Naturerscheinung wahrzunehmen. Ein Birnbaum, der letzten Sommer reichlich mit «rächten beladen war und schon vor eimgen Wochen sich gänzlich entblätterte, kleidet sich jetzt von Neuem in sein Frühlingsgewand. Alle Zweige schmücken sich mit frischem Grün und sind ziemlich stark mit ganz vollkommenen Blüthen besetzt. St. Georgen, 12. Oct. (Karlsr.Ztg.) Aus Veranlassung des am 19. Sept. den hiesigen Ort getroffenen Brandunglücks wurden die Beschädigten von Sr. König!. Hoheit dem Großherzog mit einer Unterstützung im Betrag von 500 fl. aus Höchstseiner Handkaffe erfreut. Der fürstlichen Gabe folgt der Dank der ganzen Gemeinde. Jhringen, A. Breisach, 11. Oct. (B. L.Z.) Vor einigen Tagen wurde dahier von Sachverständigen — darunter ein Bewohner des Rheingaues und der Besitzer einer der größten badischen Weinhandlungen , deren Namen wir zu nennen bereit sind — eine Vergleichung von Johannisberger- und Kaiserstühlcrwein vorgenommen. Der Johannisberger war unmittelbar bezogen die Flasche zu 7 fl., der Kaiscrstühler, Rißling, ist Erzeugnis des Herrn Altstubenwirths Birmclin dahier, welcher bisher die Ohm zu 150 — 200 fl. verkaufte. Obgleich die Vorzüge des Johannisbergers durchaus nicht unterschätzt wurden, so war doch nur eine Summe darüber, daß der Kaisertzühler jenem als durchaus ebenbürtig zur Seite gestellt werden müsse. Dieses Ergebniß war auch mir so überraschend, daß . ich Ihnen nur nach eigener Anschauung berichten wollte; nachdem ich nun beide Weine selbst gekostet, kann ich nur das angeführte Urtheil bestätigen. Herr Birmeliu hat sich übrigens auch schon mehrfacher Anerkennung zu erfreuen gehabt, indem sein edles Gewächs bei der AusfteSung in Hamburg und London mit Medaillen beehrt wurde. Die Sorgfalt und Mühe, welche er auf den Weinbau verwendet, verdient aber auch alle Anerkennung und Nachahmung. Nachdem am ganzen «aiserstuhl die Weinlese seit 3 Wochen beendigt ist, hat er gestern erst mit derselben begonnen und wird mtt einem bedeutenden Theil noch 14 Tage bi« 3 Wochen zuwarten. Bei. de», edlen Traubenforten ist es nicht anders zu erwarten, als daß er in diesem Jahre einen Wein erzielt, wie er am Kaiserstuhl noch nie gewachsen ist. Der gestern geherbstete Wein zeigte ein Gewicht von 115 Grad nach Oechsle. Vom Kaiserstuhl, 11. Oct. (Oberrh. Kur.) Die fortwährend trockene Witterung ist für die Zeitigung der Rebschoffe, welche in vielen Lagen stark krank waren, eine Radikalkur. Sie haben sich im WachSthum crhölt und die Reife ist vollendet. Die erste und Hauptgrundlage zu einem künftigen gesegneten Weinjahr ist dadurch gelegt; und daß m dem Holz eine reiche Fruchtbarkeft liegt, beweisen die an den wilden Schossen zahlreich vorkommenden Wintcr- trollen, die ganz reif und besser sind, als manches Jahr die eigentlichen Trauben selbst. Auf ausgezeichnete Weinjahre folgen in der Regel große Herbste, wie z. B. auch auf die Jahrgänge 1834 und 1846. Der 1865er ist zu hohen Preisen ziemlich zulammengekauft und gleichen diese enormen Preise den Ausfall der Quantität ziemlich aus. Müll heim, 11. Oct. (Frbgr. Ztg.) Heute Nachmittag ge- riethen zwei Schustergesellen dahier in der Werkstätte in Wortwechsel. Der Eine versetzte dem Andern einen Schlag mit einer Feile auf den Kopf, was dieser durch einen Stich mit der „Knippe" in die Brust erwiedette, der den Tod des Verletzten herbeiführen wird. (Neuerer Mittheilung zufolge ist der Verwundete noch am Abend desselben Tages gestorben.) Bayern. München, 10. Octbr. Der „Augsb. Abd.-Ztg." wird von hier unterm 10. geschrieben: Diejenigen Personen, welche vorgestern nach der gesetzlichen Aufforderung zum Auseinandergehcn verhaftet wurden, verfallen dem Strafgesetz und werden durch das königl. Bezirksgericht abgeurtheilt. Ihre Zahl beträgt gegen 50. Die Anschuldigungen richten sich auf Betheiligung am Tumulr. Alle Jene, welche schon vorher der Verhaftung unterlagen, werden wegen Ordnungsstörung auf Grund des Polizeistrafgesetzes abgewandelt. Heute war die Verhandlung gegen 14 beim Stadtgericht, Abtheilung für Strafsachen, festgesetzt. 2 wurden je zu 15 Tagen Arrest und zweijähriger Stadtverweisung verurtheilt. 12 erklärten. Beweise bringen zu können, welche die Anschuldigung entkräften. Gegen diese wurde die Verhandlung vertagt. Spanien. Madrid, 4. Oct. In Saragossa haben am 2. d. M. Volkstumulte aus Veranlassung einiger drückenden Bestimmungen des Accisetarifs stattgefunben, wogegen das Militär einschreiten mußte. Da die Aufrührer »ach mehrmaliger Aufforderung nicht auseinander gingen, auch die Alarmschüffe der Soldaten nicht beachteten, ließ der Commandant Feuer geben, das mehrere Personen weder- streckte. Die Zahl der Todten, resp. Verwundete» ist noch nicht bekannt. Um 8 Uhr Abends war die Ruhe wieder hergestcllt. Nachricht für Leidende- Durch I. Scheible in Stuttgart, sowie durch alle Buchhandlungen O f f e n b u r g s und D a b e n s kann bezogen werden Der geheilte Hypochondrist, Magen- u. Unterleibskranke, oder Geschichte und gewissenhafte Belehrungen eines ehemals großen Hypochondristen, der durch Mittel völlig gesund, und dadurch wieder glücklich geworden ist, die in Jedermanns Gewalt steheu. „Ich habe mehrere Ursachen, warum ich nicht wünsche, namentlich bekannt zu werden; nur die nicht, welche viele Ungenannte zu Verschwvigung ihres Namens bewegen. Ich betheure auf das Ehrlichste dor dem Richtstuhl des Allwissenden, daß ich nichts schreiben werde, als was mir, nach vorhergegangener genauer Untersuchung Wahrheit ist." (Aus der Einleitung des Vers.) Neue Auflage des berühmte« Buches 1866. Ein 416 Seiten starker Band I fl. 43 kr. Verantwortlicher Redakteur: I. Otteni. — Druck und Verlag der Buchdruckerei von I. Otteui. . . . .II I. . . . .» » tt««»»» ,. » .. » .. » . .mm i m i ii nft ii n i inMM iiii