er Ottemnrr Hole. Lerkündigungsblatt für dm Kreis Offenburg und für die Amts- und Amtsgerichts-Bezirke Offeuburg, Gengenbach, Kork, Oberkirch, Wolfach und den Amtsgerichtsbezirk Haslach. M 102 . Ofsenbarg, Donnerstag dm 26. October 1865. Amtliche Generalverfügungen. Gengenbach. (Die Führung der Polizttstraftabelle durch die Bürgermeister betr.) Nr. 5964. Die Bürgermeister werden bei Führung der Polizeistrastabelle erinnert, daß darin insbesondere zu beurkunden ist, daß und wann der Strafbefehl dem Betreffenden eröffnet worden ist, wie dieses £ 9 der Vollzugsverordnung vom 5. September 1864 (Reggbl. Seite 595) zum Gesetz über die Gerichtsbarkeit und das Verfahren in Polizeiftrafsachen ausdrücklich vorschreibt. Denselben wird weiter aufgetragen, die Rubrik Nr. 6 ihrer Tabelle zu überfchreiben: „Tag der Eröffnung des Erkenntniffes" — statt „wann erledigt"; und die Rubrik 7 dahin zu ändern: „wann und wie erledigt". Wenn neue Impressen nöthig sind, müssen die Rubriken darnach geändert werden. Gengenbach, den 21. October 1865. Großherzogliches Bezirksamt. Weiß. Oberkirch. (Die außerhalb der Staatsanstalteu befindlichen Geisteskranken betr.) Nr. 9307. An sämmtliche Bürgermeister des Bezirks. Rach 8 4 der Ministerialverordnung vom 27. März 1863 (Cent.-V.-Bl. VI, Seite 28) haben die Bürgermeisterämter jeweils in der 2. Hälfte des Monats September dem Bezirksamte anzuzeige», ob und welche Kranke der in § 1 erwähnter Verordnung bezeichnetcn Art seit der Aufstellung des letztjährigen Verzeichnisses, beziehungsweise Erstattung des letztjährigen Berichts neu zugegangen oder abgegangen find, und wie für deren Verpflegung gesorgt ist. Diesem Berichte fleht mau nun binnen 14 Tagen entgegen. Oberkirch, den 21. October 1865. Großherzogliches Bezirksamt. Metzger. ' Bekanntmachungen. Kork. Nro. 7343. Nach Anordnung Großh. Justizministeriums dauert der am 11. August d. I. gebildete zweite Notariatsdistritt Rheinbischofsheim und dessen Verwaltung durch den Assistenten Stein in Rheinbischofsheim auf wettere 2 Monate, vom 15. d. M. an, fort. Kork, de» 21. Oftober 1865. Großherzogliches Amtsgericht. Wolfach. Nro. 9291. In der am Samstag den 28. d. M. stattfindenden Be- zirksrathsfitzung kommt nachstehender Fall Vormittags 9 Uhr in öffentlicher Sitzung zur Verhandlung: Das Bürgerrechtsantrittsgesuch des Jakob Dieterle von Ober- wolfach. Wolfach, dm 23. October 1865. GroßherzoEiches BeMsamt. _ Feyerlin. _ Offenburg. (Die Bestätigung eines t euerverficherungSagenten betr.) Nro. 9851. »er penfionirte Gendarm D i e tz in Griesheim wird alS Agent der Dresdener Feuer- verficherungbgefeüschaft für dm diesseitigen Amtsbezirk bestätigt. Offenburg, den 23. October 1865. Großherzogliches Bezirksamt. M o n t f o r t. Offen bürg. (Ganteditt.) Nr. 13,980. Gegen Kaufmann Alexander H e n c o von Offenburg haben wir Gant erkannt, und es wird nunmehr zum Richtigstellungs- und Vor- zugsverfahreu Tagfahrr anberaumt auf Donnerstag den 9. November 1865, Vormittags 8 Uhr. Es werden alle Diejenigen, welche aus was immer für einem Grunde Ansprüche an die Gantmasse machen wollen, aufgcfordert, solche in der angesetzten Tagfahrt, btt Vermeidung des Ausschlusses von der Gant, persönlich oder durch gehörig Bevollmächtigte, schriftlich oder mündlich, anzumelden und zugleich ihre etwaigen Vorzugs- oder Unterpfandsrechte zu bezeichnen, sowie ihre Beweisurkunden vorzulegcn oder den Beweis durch andere Beweismitttt anzutreten. In dttselben Tagfahrt wird ein Maffe- pfleger und ein (Raubigerausschuß ernannt und ein Borg- oder Rachlaßvergleich versucht werden, und eS werden in Bezug auf Borgvergleiche und Ernennung des Massepflegers und Gläubigerausschusses die Richterscheinen- den als der Mehrheit der Erschienenen btt- tretend angesehen werden. Die im Auslande wohnenden Gläubiger haben längstens bis zu jener Tagfahrt einen dahier wohnenden Gewalthaber für den Empfang aller Einhändigungen zu bestellen, welche nach den Gesetzen der Partei selbst geschehen sollen, widrigenfalls alle weiteren Verfügungen und Erkenntnisse mit der gleichen Wirkung, wie wenn fie der Partei eröffnet wären, nur an dem Sitzungsorte des Gerichts angeschlagen, beziehungsweise denjenigen im Auslande wohnenden Gläubigern, deren Aufenthaltsort bekannt ist, durch die Post zugesendet würden. Qffenburg, den 19. Oktober 1865. Großhcrzogliches Amtsgericht. Ried. Holzversteigerung. Aus dem hicfigen Gemeindewald, Distrikt >, versteigern wir bis Freitag den 27. und Samstag den 28. Oktober 1865 ungefähr 400 Stück tannene Bau- und Sägholzstämme, 400 Stück Hopfenstangen, iy 2 Klafter tannenes Scheiterholz und mehrere Loose unaufbereitetes Reißighvlz. Die Zusammenkunft ist an besagten Tagen jedesmal Morgens 9 Uhr im hiefigen Ge- meindewald. Welschensteinach, den 18. Ott. 1865. Das Bürgermeisteramt. O b e r t. D u r b a ch, Rebhof im Jllenthal. Weinversteigerrmg. Die Unterzeichnete läßt am Dienstag den 31. Ottober, Nachmittags 3 Uhr, auf ihrem Hofgut daselbst ihre selbstgezogenen Weine, als: Ca. 12 Ohm 1859er Klevncr, ,, 12 „ „ Klingelbergcr, „ 21 „ 1861er Klevner, „ 28 „ 1864er ds. „ 8 „ „ Mischwein, „ 18 „ 1865er Rothen, „ 10 „ „ Trußer, ,, 15 „ „ Klingelberger, „ 25 „ „ Klevner, „ 5 „ „ Rothen, „ 5 „ „ Klevner, „ 12 „ „ Elbing, „ 8 „ 1864er do. „ 10 „ 1861er Mischlvein, „ 15 „ „ do. 814 versteigern. Hiezu werden die Liebhaber eingeladen. Appenweier, den 17. Octobcr 1865. _ Posthalter Aug. Werner Ww . Anzeige. Unterzeichneter bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß er seinen Wohnsitz hierher verlegt hat. Offenburg, den 22. Oktober 1865. Hink, Anwalt, Lange Straße bei Zimmermann Lang . OberenterSbach, Amts Gengenbach. (Kapitalantrag.) Bis Mitte December 1865 können 560 fl. aus dem Armenfond hier zu 4 Procent gegen doppeltes gerichtliches Unter- vfand anlehensweise ausgenommen werden. Die hiezu Lusttragenden wollen fich bei der Unterzeichneten Verrechnung melden. Armenfonds-Verrechnung. _Georg Vollmer. _ Aechtes Schwarzwälder Kirschen- wafser, sowie feinster Heidelbeer- und Wachholderbranntwei« ist eingetroffen, und empfiehlt zu fl. 1. 6, fl. 1. und kr. 48 per Vr Maas, conctirt mit hübschen Etiquetten: Ä. Äieninger in O f f e n b u r g. Verkaufs-Anzeige. Ein vollständiger photographischer Apparat nebst zugehörigen Präparaten ist zu verkaufen. Wo? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Auch kann nöthigcr Unterricht dazu er- theilt werden.__ Auf Allerheiligen, Grabschriften in Schwarz- und Golddruck werden billigst besorgt von C. F. Bannmüller __in Offenburg. Offen bürg. (Wohnungsveränderungs- Anzeige.) Der Unterzeichnete wohnt nunmehr in seinem eigenthümlichen < früher Georg Lener'schen) Hause in der Metzgergaffe, was er einem verehrlichen Publikum mit der Bitte um fernern geneigten Zuspruch ergebenst anzeigt. ZLaver Waidele, Seiler. Das Stechen des Preiskegelns bei Bierwirth Jsenmann in Hofweier findet nächsten Sonntag den 29l d. M. statt, wozu die Betheiligten ein- geladen werden._ Gefundenes Geld. Vor etwa acht Tagen wurde auf der Straße von Oberkirch nach Appenweier ein Portemonnaie mit einer Summe Geldes gefunden, welches der sich ausweisende Eigen- tbiimer bei Metzger Carl-Wiedemer in Appenweier i n Empfang nehmen mag. Die Lahrer Kalender firw bei C. F. B a n n m ü l l e r in Offen- burg zu haben. _ Offenburg. (Melkergesuch.) Ein mit guten Zeugnissen versehener Melker kann sogleich eintreten — bei wem? sagt der Herausgeber dieses Bl attes. . _ Offenburg. (Geld auszuleihen.) Aus der Vormimdschaftsverwaltung des Wilhelm Fischer hat Unterzeichneter mehrere Hundert Gulden gegen gesetzliche Verficherung auszuleihen. Kuenzer, pr. Arzt. Offenburg. Meinen geehrten Kunden, so wie einem verehrten Publikum zeige ich ergebenst an, daß ich mein Geschäft in Nro. 104 in der Hauptstraße neben das Zollamt verlegt habe. Um dem vielfach geäußerten Wunsche zu entsprechen, habe ich, wie in andern Städten, zur größeren Bequemlichkeit ein Kabinet für Haarfehneiden und Rafrren errichtet, und empfehle dasselbe, so wie eine Auswahl Parfümerien und Pomaden unter Zusicherung prompter und billiger Bedienung. Friseur. __ Hauptstraße 104._ 6°| 0 Anleihe dev Beveinigten Staaten von Novdamevika. Die am 1. November fälligen Coupons werden bei mir eingelöst. Wechsel, in Gold zahlbar, auf New-Dork, New-Orleans, Cincinnati, St. Louis, San Francisco und alle bedeutenderen Plätze der Vereinigten Staaten sind stets zum billigsten Cours bei mir zu haben. Offenburg. _ Alb. Fischer. Offenburg. Mein Lager in allen Sorten Blas- und Streich- Instrumenten, neuste Bauarten, halte bestens empfohlen. Reparaturen an allen musikalischen Instrumenten werden gut und billig gemacht. J. V. Battiany Sohn bei der Allee. Damen-Mäntel und Zacken, schöne Auswahl, bei Gebvüdev Bloch _ in Offenburg. _ Grabdenkmäler. Auf Allerheiligen empfehle ich mein Lager vo« Grabsteinen in verschiedenen Dessins zu den billigsten Preisen, ebenso Crucifixe in Lebensgröße ill seinem französischem Sandstein wie auch in Holz, von 3 bis 3 7* Fuß Größe. Th. Bongard, _Bildhauer in Offenburg. Alleiniger Verkauf aller Sorten Chocoladen und Caravanen- Thee's von der Compagnie Fran^aise b« I. V. Battiany Sohn in Offenburg bei der Allee. „Deutscher» Phönix." Alls Anlaß der vielen Brandunfälle von Schill-iligstadt, A d e l s h e l m und St. Georgen, welche in neuerer Zeit vorgefallen find, empfehle ich den Dkntfchen Phönix zur billigen Verficherung von Fahrnissen, Erntevorräthen, Waareu u. s. w., sowie des von der StaatSdrandkaffe nicht mehr verficherien Gebäudefünftels. Achern, im Ort. K65. Der Agent des deutschen Phönir: Jb. Aruibriister. 815 £nc Äuswauderer. Wechsel nach allen Staaten Amerikas, sowie amerikanische Dollars in Gold sind stets billig zu haben bei Gebrüder Bloch in Offenburg. 2000 st. sind aus gute Güterzieler auszuleihen. Näheres bei der Erped. d. Bl. Offenburg. (Lehrlingsgesuch.) Bei Friseur I. B. Blick kann ein gesitteter Junge das Friseur- und Rastrgeschäft lernen. Gesucht wird *”£“• unbescholtene Person, die das tägliche Reinigen von zwei Zimmern und Richten von zwei Betten gegen honorable Bezahlung besorgen kann. Wo? sagt die Erpedition d. Blattes. Offenburg. iWohnungsvermiethung.) Matthäus Hilbcrer hat zwei Zimmer mit Küche, sogleich beziehbar, zu vcrmiethen. Offenburg. (Handelslehrlingsstelle.) In ein gemischte- Waarengeschäft wird eia junger Mann mit guten Schulzeugnissen und von braven Eltern unter billigen Bedingungen als Lehrling gesucht. Nähere Auskunft er- theilt die Erpedition dieses Blattes. Offenburg. Eine Cither ist zu verkausen — von wem? sagt der Herausgeber dieses Blattes. Erlach, Amts Oberkirch. (Geld auszuleihen.) Im Kirchenfond Erlach können gleich 220 fl. auf Unterpfand ausgenommen werden. Moritz K r ä ß i g, Heiligenrechner. Offenburg. (Oelfässerverkauf.) Große, stark in Eisen gebundene Oelfäffer hat zu verkausen: F. S. Z a ch m a n n. Winterwaaren- Empfehlung. Ich empfehle mein groß affortirtes Lager in wollenen Kaputzen jeder Größe und Qualit. a 36 kr. bis 2 ff., „ gehäkelten Halstüchern a 24 kr., 36 kr. und 1 fl. 6 kr., „ schweren Socken a 40 kr. das Paar, „ Krägen und Damenwesten a 2 fl. bis 3 fl., „ Krägchen an Hals billigst, „ Stößle und Unterärmel billigst, „ Flanelljäckchen auf den Leib, wcißgrau, neuroth und hochrotst, „ Mützen für Kinder und Erwachsene, baumwollenen Uuterhosen für Damen und Herren in jeder Größe und Qualität, besonders schwere Patent-Hosen a 1 fl. 18 kr., 1 fl. 30 kr. und 1 fl. 40 kr. Filzstiefel und Schuhe. Feine Damenstiefel ohne Besatz und Absätze 2 fl. u. 2 fl. 6 kr., „ „ mit Besatz und Glanzleder 2 fl. 30 kr., „ „ mit Absätzen 2 fl. 48 kr., „ Mädchenstiefeletten 1 fl. 50 kr., Filzschuhe mitLedersohlen mit ganzem Besatz für Damen 1 fl.20kr., „ „ „ für Herren 1 fl. 33 kr., seine Filzschuhe ohne Besaß für Damen 1 fl. 36 kr., „ „ ., „ „ Herren 1 fl. 45 kr., ord. Schuhe billigst. Holzschuhe und Stiefel. Mannsstiefel mit Filz gefüttert 2 fl., Damensticsel „ „ „ 1 fl. 54 kr., Mannsgaloschen 1 fl. 30 kr., Damengaloschen 1 fl. 20 kr. Ferner Strick- und Stickwolle jeder Qualität zu äußerst billigen Preisen. Offenburg. 6. Fink in der Steinstraße. Turnverein Offenburg. Generalversammlung Freitag den 27., Abends 8 Uhr, bei Armbruster. Der Vorstand. Tagesgeschichtliche Mittheilungen. * Offenburg, 25. Oct. Am Montag den 20. November d. I., Vormittags 9 Uhr, findet im Schwurgerichtssaale dahier die Eröffnung der Kreisversammlung des Kreises Offenburg statt. Es werden folgende Gegenstände zur Verhandlung kommen: 1) Die Geschäftsordnung. 2) Die Frage, ob und welche Entschädigung für Auslagen und Zeitverlust der Mitglieder der Kreisversammlung und des Kreisausschuffes aus Mitteln des Kreisverbandes bewilligt werden soll. 3) Festsetzung einer Umlage zur Bestreitung der entstehenden Kosten. 4) Wahl des Kreisausschuffes. 5) Die Eintheilung der Wahlbezirke nach tz 28 Abs. 1 des Verwaltungsgesetzes. 6) Bestimmung der Zahl der Bezirksrathsmitglieder redes Amtsbezirks und Aufstellung der Vorschlagslisten für Ernennung der Bezirksräthe. Karlsruhe, 19. Oct. (F. I.) Die Einnahmeüberschüffe des Jahres 1864 belaufen sich in unserem Staatshaushalte, wie man hört, auf mehr als % Million Gulden, so daß die Mittel zur Verbefftrung der Lehrergehalte disponibel sein werden, ohne daß man zu einer Steuererhohung zu greisen braucht. Karlsruhe, 18. Oct. Die Regierung ist fest entschlossen, den Contract mit dem Herrn Benazet in Baven, der in zwei Jahren abläuft, nicht zu erneuern. Sie beabsichtigt schon vom nächsten Sommer an die sittlich legitimen Anziehunasmittel dieses Kurorts bedeutend zu vervielfältigen und zu verstärken. Es find zu diesem Behuf von mehreren Sachverständigen während der letzten Monate die ersten Modebäder Europa's studirt worden, und, wie ich höre, hat diese Revue ein ziemlich reiches, jetzt der höheren Prüfung unterbreitetes Material, zu zweckmäßigen Reformen geliefert. Seltsam ist es übrigens, daß die erste klerikale Zeitung Badens (der Badische Beobachter) sich nicht scheut, eine Lanze für das Fortbestehen der Spielbank einzulegen. Sie läßt sich in einer heutigen Correspondenz aus Baden — fast sollte man meinen direct vom grünen Tisch — schreiben: die Bank sei „ein prunkender Bestandtheil eines Ganzen, das zu zerbröckeln höchst gewagt sei". Auch könne man nicht zu Gunsten Homburgs, wo allerdings schon jetzt ein neuer Contract mit den HH. Blanc auf weitere 20 Jahre nach Ablauf des noch ziemlich lange gil- tigen jetzigen geschlossen sein soll, abdiciren". Baden, 20. Oct. (B.L.Z.) S. K. H. der Großherzog ist von einem leichten Unwohlsein wieder hergestellt. II. KK. HH. werden sich wohl bald nach der Insel Mainau begeben, wo die Feier der Einweihung der neuen Bodenseebrücke durch Höchstihre Anwesenheit erhöht werden soll. Gegen die Mitte nächsten Monats wird die Großh. Familie wohl wieder in der Hauptstadt Karlsruhe refidiren. Aus Baden, 18. Oct. (F. I.) Mit großem Interesse empfangen wir die Nachricht, daß für die von der Presse längst erstrebte Ermäßigung der Postgebühren für Zeitungen und Journale nunmehr sich Aussicht bietet. Hierauf abzielende Vorschläge sollen nämlich, wie uns von unterrichteter Seite mitgetheilt wird, von der Württembergi- schen und badischen Postverwaltung der im nächsten Monat in Karlsruhe zusammentretenden Postconferenz unterbreitet werden. Beide Verwaltungen stimmen, wie wir Horen, in der Motivirung ihrer Vorschläge zunächst darin zusammen, daß der 100 Proc. und mehr betragende Unterschied in den Speditionsgebühren für politische und nichtpolitische Zeitungen, den bereits die meisten Verwaltungen in ihrem internen Verkehr beseitigt haben, auch im Vereinsverkehre fallen müsse. Karlsruhe, 17. Oct. (Landesgewerbehalle.) Von der Bau- fabrik der Herren Faller u. Kuß aus Offenburg sind 2 Thüren, 2 Läven und 1 Kreuzstock ausgestellt, sehr solide und schöne Arbeit, und als solche auch von Fachmännern anerkannt. Diese Fabrik wurde erst vör einem Jahre errichtet, befaßt sich zunächst mit der Bauschreinerei und Glaserei und wird sväter noch mit einer Schloffer- werkstätte bereichert werden. Die in der Fabrik aufgestellten verschiedenen Maschinen werden durch Dampfkraft in Thätigkeit gesetzt, und ist die ganze Einrichtung der Art hergcstellt, daß die größten Bestellungen in möglichst kurzer Zeit zu sehr billigen Preisen ausgeführt werden können. Ein großer Vorratb harter und weicher Hölzer in feinjährigcr, möglichst astfreier Qualität gewährt dem Besteller die Gewißheit eines soliden Fabrikates, und für jeden Bauunternehmer liegt darin gewiß eine besondere Beruhigung, daß nur trockenes, schönes Holz zur Verarbeitung gelangt. Die Fabrik bezieht deshalb auch ihre Hölzer aus den bewährtesten Gegenden des Landes, und die Firmaträger'wissen als geborene Schwarzwäider nur zu gut, das nur die höchsten Berge des «vchwarzwaldes hierin Vorzügliches erzeugen. Die Fabrik liefert endlich Alles genau nach eiuzuschickenden Zeichnungen und Maße», und läßt auf Verlangen die Baugegenstände durch ihre Arbeiter selbst legen und anschiagen, so wie sre überhaupt strenge darauf achtet, miß allen Anforderungen auf das Pünktlichste nachgekommen wird" Größere Arbeiten, die von ihr schon geliefert wurden und die hier angeführt werden könnten, sind thatsächliche Belege für das oben Gesagte, und^vercchkigen zur besonderen Empfehlung dieser industriellen Einrichtung. (B.L.Z.) 816 Mosbach, 16. Oft. (B. L.Z.) Zum Kirchweihfeste wurde, wie überall so auch im Orte Sulzbach, Tanzerlaubniß auf Sonntag den 15. und Montag den 16. d. ertheilt. Das Großh. Bezirksamt dahier, von der nicht ungegründeten Befürchtung ausgehend, daß bei dieser Gelegenheit Erceffe vorfallen könnten, hat daran die Bedingung geknüpft, daß bei der geringsten Unordnung die Tanzerlaubniß sogleich eingestellt werde. Leider ist die Befürchtung der Behörde zur Wahrheit geworden, indem Sonntag Nachts ein Bursche durch Messerstiche so sehr verwundet wurde, daß an seinem Auflommen gezweifelt wird. Sogleich nach Eintreffen dieser traurigen Botschaft hat das Großb. Bezirksamt die Tanzerlaubniß zurückgezogen und dabei die weitere sehr anerkennenswerthe Verfügung erlassen, daß in dem Orte Sulzbach auf die Dauer eines Jahres keine Tanzerlaubniß mehr ertheilt werde. Es ist überhaupt eine traurige Erscheinung, daß nicht selten bei den geringsten Streitigkeiten stets von der feigen Wehr des Stechens Gebrauch gemacht wird, welche rohe Handlung so häufig einen unglücklichen Ausgang nimmt. Es wäre deßhalb wünschens- werth, solche Vergehen mit der größten Strenge des Gesetzes zu ahnden. Frankfurt, 20. Oct. (Karlsr. Ztg.) Die ständige Bürgerrepräsentation hat einstimmig die Erwartung ausgesprochen, daß der Senat jedem Angriff auf die Hoheitsrechte des Freistaats und jeder Bedrohung der Selbstständigkeit mit Würde und Energie entgegentreten werde. Frankfurt, 21. Okt. Dem „Franks. Journ." zufolge hat der Senat in einer heute stattgehabten außerordentlichen Sitzung einstimmig beschlossen, die in den österreichisch-preußischen Noten gestellten Forderungen energisch zurückzuweisen. — Nach der „R. Frkf. Ztg." beschloß der Senat außerdem noch, die Angelegenheit vorläufig nicht an den Bundestag zu bringen. Bayer«. München, 19. Okt. Man schreibt dem „Nürnb. Corr.": Die Verhandlungen, welche in Leipzig zwischen den Vertretern der deutschen Mittel- und Kleinstaaten wegen einheitlichen Vorgehens für die nächste Pariser Weltausstellung gepflogen wurden, haben zu dem gewünschten Resultat geführt. Für 20 deutsche Staaten wird hienach eine gemeinschaftliche Ausstellung Platz greifen. Die Anmeldungen für die Ausstellung find so erheblich, daß bei der französischen Regierung die Einräumung eines weit größeren Raumes, als bisher beabsichtigt war, angeregt werden muß. Sachsen. Die deutsche Frau enrönferenz wurde am 16. d. M. zu Leipzig eröffnet. Anwesend waren etwa 50 Damen und einige Herren. In einer Tags vorher stattgehabtcu Borversammlung wies Frau Louise Otto-PetekS als Vorsitzende des Leipziger FrauenbilduugsvereinS in einem mit Beifall aufgenommencn Vortrag auf die zu erstrebeuden Ziele — Verbesserung der Lebensstellung des weiblichen Geschlechtes in materieller und geistiger Beziehung — hin, während Hauptmann Korn einen Plan zur „Mobilmachung der weiblichen Arbeitskraft" entwickelte. Die Frage, ob durch ausgedehnte weibliche Arbeit nicht der Lohn für die Arbeit überhaupt gedrückt werden würde, verneinte der Redner kurzhin, sich stützend auf die richtige Organisation der Arbeit, welche jede Ueber- production abschneiden müsse. AlS Aufgaben der Conferenz bezcich- ncte der Sprecher die Gründung von Industrieschule», Ausstellungen jc. Oesterreich. Wien, 19. Okt. (Köln. Ztg.) Die österreichische Note an den Senat von Frankfurt ist mit der preußischen nicht identisch und auch keine Drohung, erklärt vielmehr ausdrücklich, daß man eine Einmischung in innere Angelegenheiten der Freien Stadt Frankfurt' nicht beabsichtige. Es wird ausdrücklich hervorgehoben, Oesterreich als Präsidialmacht müsse es um so mehr als unzuträglich bezeichnen, daß am Sitze des Bundestages und in Gegenwart ihrer Truppen deutsche Großmächte verunglimpft würden und öffentlich von Stcuerverweigerung gesprochen werde. Preuße«. Bonn, 15 Octbr. Die Leiche des kürzlich in so beklagenswerther Weise um sein Leben gekommenen prinzlichen Kochs Ott wurde gestern erhoben und in einem sogenannten angekausten Grab beigesetzt. Die Gelder hierzu find aus dem Elsaß eingegangen. Die hiesige Bürgerschaft, die bekanntlich an dem Schicksal Ott's so lebhaften Antheil nahm, will den Restbetrag durch Beisteuern vermehren und dem Verstorbenen ein Grabdenkmal errichten. Schleswig. Flensburg, 20. Oct. Der Rordd. Zeitung wird aus Eckernförde beruhtet': Wegen des Empfangs des Herzogs Friedrich haben hier und in Borbp polizeiliche Abhörungen verschtede- ner Betheiligten, namentlich mehrerer Mitglieder des Deputirten- collegiums, fiattgefunden. Der, Bürgermeister Spetmann wurde deßhalb nach Schleswig berufen. Der Empfang des Herzogs war übrigens durch die Umgebung des Herzogs vor dessen Eintreffen vorbereitet worden. — Eine preußische Kompagnie in Friedrichsort hat plötzlich Marschbefehl nach Eckernförde (wo Herzog Friedrich kürzlich durch eine Illumination geehrt wurde) erhalten und ist soeben dort angekommen. Italien. Florenz, 16. Oct. Me „Opinione" schreibt: Italien wird die Convention vom 15. September selber achte» und ihr Achtung zu verschaffen wissen: es wird das päpstliche Gebiet nicht anreifen unv es durch die Fretschaaren nicht angreisen lasse«; allein es efitzt auf diesem Boden keine Autorität. Was wird die päpstliche Regierung thun? Der Papst wird sich seinen Unterthanen gegenüber in der gleichen Stellung wie jeder unabhängige Souverän befinden. Dies ist der Zweck der Convention vom 15. Sept. Was das finanzielle Abkommen betrifft, so wäre es zweckmäßig, daß die päpstliche Regierung den Bestand ihrer Schulden vom Tag der Annexion genau angebe. Man könnte alsdann eine Bertheiluug derselben vornehmen und Italien den auf ihn fallenden Antheil übertragen. Bei Regelung dieser Finanzsrage soll und kann Frankreich nur eure vermfttelnde Rolle übernehmen. Wenn Rom dieses Uebereinkommen zurückweiet, so fällt die Schuld dafür weder auf das Pariser noch auf das Florentiner Kabinet. Nachruf. L Laß ab, laß ab von eitelm Wahn! > In Fesseln schmiegt sich nicht der Geist. N Nicht ziemt dein Thun dem fteien Mann, v Die Zeit von Jedem Duldung heischt. A Auf Ruhm der Nachwelt zähle nicht, ü Und achte, was die Klugheft spricht! Offenburger Fruchthalle. Markt vom 21. October 1865. Frucht- Gattung. Eingeführt. Aufgestellt v. letzten Markt. Verkauft. Mittel- Preis per Centner. Bleiben ausgestellt Sentner. Eeatner. Centner. ft. kr. Cenmer. Waizen . 582 — 582 o 8 — Kernen.. — — — — — — Halbwaizen . . . 58 — 58 4 30 — Korn. 33 — 33 4 1 — Haber. 21 — 21 4 37 — Gerste. 22 — 22 4 3 — Welschkorn.... — — — — — — 716 — 716 Das Marktgericht. Frucht - Mittelpreise. fein Centner Ackern, 10. Octbr. Ackern, 17. Octtbr. Gengenbach. 12. Octbr. ft. kr. ft. kr. ft. kr. Waizen .... 5 12 5 10 5 3 Kernen. — — — _ _ _ Halbwaizen . . — 4 — Fees. 3 54 3 45 Korn. 4 3 ‘ Gerste. _ Wchchkorn. . . — — — — — Haber .... 4 9 — — 4 30 Berichtigung. In der Tanzunterrichts - Anzeige des Herrn Friedrich B 1 1 1 l e r, Nr. 101 S. 808 d. Bl., soll Zeile 3 da« Wort „gründlichen" mit Sperrschrift gedruckt sein, und Zeile 5 soll es statt PrwatcurS — Privattanzcurs heißen. £3“ Vorstehende Berichtigung nehmen wir in unser Blatt auf, mit der weiteren Bemerkung, daß die Schuld an diesen „bedeutenden" Fehlern lediglich auf einem Versehen des Correctors beruht. D. Red. ■ > > . . 11 i ■ ■ . . .. . Verantwortlicher Redact cur: I. Otteui. — Druck und Verlag der Buchdruckerei von I. O tteni.