rmnPFRHALT Kammer S KUNST 'und - UNGS BEILA GE D*ES LEBEN ,B A D E IN E R T A Q B t 4 T r r* c 1. Februar HO DIE H E I L I G E JOHANNA / Von Gaefano da Monte Die besten Frauen sind die, von denen man am wenigsten spricht. Wie oft wird das von aller Welt nachgeplappert! Und kein Mensch wird dabei rot, sei es aus Gedankenlosigkeit, mit der man solchen Unfug wiederholt, sei es aus ehrlicher Scham. Denn überlegt man's recht, so müßte einem der Unfug klar werden, der in diesem Worte steckt Ich jedenfalls lege heftigen Protest ein. Es kommt heutzutage auf ein wenig mehr Protest zwar nicht mehr an. Aber meine Aktion richtet sich gegen den Unfug selbst Oder kann man es anders nennen, wenn vernünftige -und erfahrene Menschen gerade davon nicht sprechen worüber man sich nachdrücklich unterhalten sollte? Über die guten Frauen z. B. statt über die anderen, die — weniger guten, um es höflich auszudrücken Die windschiefe Moral, welche die bemerkenswerten Frauen totschweigt, straft sich selber Lügen, denkt man nur an Frau Johanna, die Frau unseres Freundes Ruggiero, des Malers. Sie haben draußen in den Albaner Bergen ein kleines Häuschen. Ich glaube, Johanna hat es irgendwann mal geerbt Darin leben beide. Johanna versorgt den Haushalt, Ruggiero malt Er malt gut Aber seine Bilder verkaufen sich leider schlecht, deshalb fehlt es meist am Kleingeld, ein Umstand der aus Johanna sehr bald einen Rechenkünstler gemacht hat (Übrigens schon etwas, worüber es sich — bei einer Frau (!) — zu reden lohnt). Der chronische Geldmangel in Ruggieros Hause führte gelegentlich zu individuell weittragenden Folgen. Er konnte und wollte nicht immer nur den Ne- misea oder die Gipfelkette des Apennins am Horizont malen. Auch Stilleben aus Zitronen oder Orangen oder einem appetitlich gehäuften Teller Makkaroni verlieren im Falle zu häufiger Wiederholung ihren Reiz. Ruggiero gelüstete es, wieder einmal nach Menschen, nach Akten. „Gelüstet es ihn?“ dachte Johanna. Aufgepaßt, dachte sie. Vielleicht hätte sie Grund zur Vorsicht bei Ruggiero, vielleicht nicht Immerhin: ihre vor- ' so.’gende Aufmerksamkeit ehrte sie. Zum Ak malen braucht man (mindestens) ein ModslI. Ein Modell kostet Geld. „Geld haben wir n'cht“, sagte Johanna zu Ruggiero. Das hieß nicht: du darfst nicht malen. So töricht' war Johanna keineswegs. Aber sie überwand Geldmangel und weibliche Vorsicht, indem sie beides zusammenlegte. „Male mich!“ schlug sie Ruggiero vor. Er war erst verblüfft, dann begeistert Johanna saS Modell bei ihrem Mann. Wie er es wünschte, saß sie halb; halb lag sie, ein wenig in sich gekauert und zusamengesunken; Dadurch drängten ihre ohnehin zur Fülle neigenden Formen gewissermaßen gegen die eigenen Umrisse. Ruggiero hielt auf seiner Leinwand alles geschickt zusammen, indem er Johanna gelblich tönte, mit blasstem Blau umrandete und eine Olive als Rückcnslütze Schalten spenden ließ. Johannas gleichmäßig geschnittenes Gesicht unter dem geraden Mittc'scheilel ihrer tiefschwarzen Haare gab der großen Tafel ein gutes Zentrum. Das Modellsitzen Strengte Johanna an. Aber es lehnte sich. Als das Bild fertig dastand, halten sie nicht nur des Geld für das Modell gespart Ruggiero hatte auch für einige Zeit genug vom Menschenmalen. Johanna schaute wie ein Sieger über Vergangenheit und nächste- Zukunft, denn es „gelüstete“ ihren Mann nur noch nach Landschaften. Weniger Gelüste nach dem nicht uneben geratenen Bild Johannas verspürten die möglichen Käufer. Nach einer kleinen Zeit der Hoffnungen wunderte es zu dem großen Stoß unverkaufter Werke Ruggieros. Da fiel eines Tages Freund Anse'mo mit seiner Jungen Frau in Ruggieros Malerfrieden ein, ein Ereignis von seltener Kostbarkeit Es gab zwei Tage angeregtester Unterhaltung, gefördert durch das von Anselme mitgebrachte Essen, durch seinen Wein lind vor allem das .witzige Beieinander von vier sehr voneinander verschiedenen Menschen. Man hatte viel Freude aneinander und pries ausgiebig, aber auch verdientermaßen Ruggieros Malerei. Mehr noch! Anselmo fand Gefallen an Johannas Ak'.stück und konnte immerhin die Hälfte des Preises, den Ruggiero sich einmal eingebildet hatte, auf den Tisch des Hauses legen. Dafür bekam er es, und in Geberlaune stiftete Johanna auch noch die äußeren Umstände, unter denen das Bild entstanden war. Anselmo und seine Frau freuten sich über die Geschichte nicht weniger als über Johannas „Ordnungsliebe“. Sie versprachen, dem Bild einen Ehrenplatz in ihrem Hause zu geben, und so hingen sie es über dem Liegesofa im Herrenzimmer auf und nannten es eingedenk seines tugendhaften Modells „Die heilige Johanna". Dies aber nur ganz unter sich; die Verwandtschaft entrüstete sich über den Akt sowieso. Sie durfte auf keinen Fall vom Zustandekommen von Bild und Namcu etwas erfahren. Übrigens löste ein Vetter des Hauses alle Schwierigkeiten; er nannte es „Die dicke Johanna", und das leuchtete auch dem Einfältigsten ein. Anfangs bildete die „dicke Johanna" manchen Gesprächsstoff mit unguter Tendenz. Später flaute das Interesse an dem Bild sowohl bei Tante Minka wie bei Onkel Wilhelm ab, die sich ursprünglich besonders abfällig geäußert hatten. Die „dicke Johanna" trat wieder zurück in das — eingangs be- zeichnete — Stillschweigen, mit dem „man“, die besten Frauen „auszeichnet“. Dabai wäre es geblieben, wenn nicht eines Tages ein fröhliches Brautpaar zu Anselmo und seiner Frau zu Besuch gekommen wäre Es handelte sich bei diesem Paar um einen Freund des Hauses, Filippo, und die kleine Vera, die frisch verlobt ihren Urlaub dazu benutzten, eine Vetternreise zu praktizieren. Sie waren schrecklich verliebt, schnäbelten. sowie sie sich nur eine Minute unbeobachtet wähnten. lachten selber am meisten, wenn man sie deshalb aufzog. und hatten bald heraus, daß jetzt im Sommer, wenn alle meist draußen waren, man am besten und am wenigsten gestört auf dern Sofa im Herrenzimmer Anselmos sitzen könne Von dar „dicken Johanna“ nahmen sie kaum Notiz. Von ihnen aus konnte" sie getrost vorwurfsvoll oder sonstwie blicken. Sie zogen den Kuß m Ehren der Schönheit in öl vor. Am zweiten Tage bekam die „dicke Johanna“ Einsl Sl. Schmacke : etwas Häßliches zu hören. Filippo stieß sich an einer Rahm anecke heftig und warf dar Tugendsaman dafür eine betonte Unfreundlichkeit ins Gesicht. Johanna ertrug es wortlos. Sie konnte ja nicht anders. Das Brautpaar wirbelte weiter durchs Zimmer, haschte und fing sich und nahm zu einem Zwei- minütengespräch alla bacio auf dem Sofa Platz. Erinnern wir uns noch, wie Johannas Bild entstand? Vergegenwärtigen wir uns noch einmal die Vereinigung von weiblicher Klugheit und bewundernswerter Tugend, die sozusagen zu diesem malerischen Ergebnis führte! Und so etwas sollte immer wieder Zusehen, wie zwei Verliebte — — — nun. es gibt nüchterne und nachdenkliche Naturen. - Tatsache war, daß am dritten Tage, als Filippo gerade in weit ausladendem Bogen seinen Arm um Veras verlockende Schulterchen schlagen wollte, Johanna in öl widersprach Sie tat es auf die ihr gemäße Weise, indem sie sich aus dem Nagel an der Wand aushängte und nach vorn neigte, um mitten zwischen das lebhafte Brautpaar zu fallen. Filippo lachte. Vera quietschte vor Vergnügen. Filippo behauptete, mit dem Arm an das Bild gestoßen zu sein. Daraufhin erzählte Anselmo am Abend die wunderbare Geschichte von der Tugendhaftigkeit des Modells Johanna. Es machte auf die beiden verliebten jungen Leute nicht den geringsten Eindruck. Leider scheint aber auch Anselmo weniger seriös zu sein, als Tante Minka und Onkel Wilhelm es — trotz der „dicken Johanna“ an der Herrenzimmerwand — angenommen halten Die „heilige Jolian- ,na“ wurde nämlich nicht ’ rehabilitiert, sondern magaziniert. Im früheren Luftschutzkeller! Nun spricht überhaupt kein Mensch mehr von ihr! Es ist eine Schande! (Aus dem Italienischen übertragen von Herbert Füldner). Es lebe der Humor! Von Wilhelm Hiller. Humor ist sozusagen unser Senf des Lebens, Er macht ein Stücklein trocken Brot zum Leibgericht. Wer ihn nicht selbst besitzt, der hamstert ihn vergebens, So hat man ihn entweder — oder hat ihn nicht! Humo Wfü THEORIE UND PRAXIS Ich saß in einem kleinen Cafe und wartete — wartete auf Anneliese, deren Uhr am Tage unseres Rendezvous grundsätzlich eine halbe Stunde von der Normalzeit abweicht. Es tut ihr später immer schrecklich leid — mir auch — aber ich bilde mir ein. daß sie an einem solchen Tage länger als sonst zum Ankleiden gebraucht, weil sie an ihm schöner und bezaubernder sein möchte — für mich. Dieser Gedanke ist mir deshalb auch gleichzeitig Trost und Genugtuung und macht das Warten leicht. Heute dauerte es allerdings besonders lange — der ganze Tisch stand schon voll von leeren Eisschalen, und im Aschenbecher lagen die Reste von elf Zigaretten. Immer häufiger sah ich auf die Uhr, um dann wieder meinen Blick der Tür zuzusenden, durch welche sie jetzt in jedem Augenblick ein- treten mußte. Aber sie ließ auf sich warten ... — Inzwischen hatte sich ein gut gekleideter Herr mittleren Alters zu mir an den Tisch gesetzt und eine Tasse Kaffee bestellt. Aber sie schien ihm nicht zu schmecken, denn er probierte nur und stellte sie dann vor sich auf den Tisch und musterte interessiert die Gäste des Lokals. Dann und wann sah er aus seiner dunklen Hornbrille auch zu mir herüber, und ein feines Lächeln lag dabei um seinen Mund. Als ich verzweifelt zum dreiundfünfzigsten Male auf die Uhr sah, leimte er sich teilnahmsvoll zu mir herüber. ' ~ „Sie warten wohl?“ Um nicht unhöflich zu sein, nickte ich mit dem Kopf. Der Fremde schien dieses jedoch als ein Zeichen von Vertraulichkeit und Unterhaltungsbedürfnis zu werten und rückte mit seinem Stuhl näher an mich heran. Erst jetzt bemerkte ich, daß er bedeutend älter war, als ich anfänglich geschätzt hatte, und sein Gesicht von markanter Prägung war. Aber trotzdem hatte ich wenig Neigung, mich zu unterhalten, denn meine Gedanken waren viel zu viel mit Anneliese beschäftigt, als daß ich ihm voll zugehört hätte. Aber das schien ihn nicht zu stören . . . „Sehen Sie.“ sagte er, „ohne daß ich Sie kenne, wußte ich sofort, daß Sie auf ein Mädchen warten“. Ich nickte nur und dachte einen Augenblick daran, ihn zu fragen, ob er Hellseher sei. — Aber ich uqterließ es. „Ich habe es früher auch einmal getan“, plauderte er weiter, „aber das Alter hat mich andere Erkenntnisse gelehrt Man sollte jede Minute des Lebens voll ausnutzen, und darum ist es schade, um jede verwartete Sekunde. Sie ist für das ganze Leben unwiederbringlich dahin. Die praktische Anwendung läßt sich am besten am Exempel der Frauen erklären. Sie sind das zeitraubendste Objekt im Leben des Mannes, denn sie glauben, w!r seien allein dazu da, um auf sie zu warten. Beim ersten Rendezvous sind sie vielleicht pünktlich — was dann folgt, verspüren sie jetzt am eigenen Leibe, und endlich zögern sie sogar noch mit dem Jawort —“ Ich nickte unwillkürlich, denn der Mann hatte recht. „Ich will Ihnen einen Rat geben“, sprach er weiter, „machen Sie es wie ich — ich komme um fünf Minuten vorher, aber um sechs Minuten nachher bin ich nicht mehr da.“ Obwohl er nicht danach aussah. daß überhaupt noch ein junges Mädchen ein Rendezvous mit ihm verabreden würde, leuchtete mir seine Theorie doch ein. Nur die Tatsache, daß er schon über eine Viertelstunde bei mir saß und nichts Besseres zu er dem Herz entspringt und nicht den» Intellekt, Man kann z. B. mit Humor die Wahrheit sagen, Sodaß sie uns bekommt und halb so bitter schmeckt Humor ist schwierig oder gar nicht zu ergründen. Er ist stets taktvoll, niemals vorlaut und nicht spitz; Humor ist zu erleben und nicht zu erfinden- Im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder Witz! Humor blüht auch in schweren, wie den heut’gen Tagen. Und stimmt uns fröhlich, wenn es noch so traurig ist; Mit Humor läßt alles leichter sich ertragen, Und wenn es noch so schaurig ist! WIHmmiHMIMHMimWtlMIHWmiMIMNIMUlHMHHIIIMmHNIHHWIHIimMHI tun haben schien, als mit eine hilfreiche Aufklärung zu geben, schien mir mit seiner Theorie der Zeitnutzung unvereinbar. Aber ich sagte nichts und ließ ihn weitersprechen. „Was hätten Sie in dieser Zeit schon alles getan haben können?“ fragte er und gab selbst die Antwort. „Ihre ganzen Einkäufe erledigen — eine Menge Geld verdienen, ohne etwas auszugeben oder zehn Kapitel in einem guten Buch lesen . . .“ Seine anderen Ratschläge blieben mir leider vorenthalten, denn in diesem Augenblick tauchte Anneliese in der Tür auf und lächelte mir so strahlend zu, daß ich mit dem Kopf schüttelte, als sie mich fragte, ob sie mich lange habe warten lassen. Ich war so glücklich ... Der seltsame Fremde machte für Anneliese seinen Stuhl frei und entfernte sich mit einem wohlwollenden Kopfnicken. Ich sah ihm einen Augenblick nach und erzählt« ihr dann die Geschichte meiner seltsamen Belehrung. Sie schüttelte nur mit dem Köpf und lächelte dabei ihr bezauberndstes Lächeln — „Das ist doch alles nur Theorie“. Wir saßen noch eine Welle. Dann kam der Kellner, und ich wollte bezahlen Als ich in die Tasche griff und diese leer fand, sah ich es ein — der Mann war nicht nur Theoretiker, sondern auch Praktiker gewesen — er hatte die Zeit wirklich gut genützt. JO HANNS ROSLER: MITTEL GEGEN SCHNUPFEN Ich saß ln der Eisenbahn und hatte Schnupfen. „Hatschi! Hatschi! Hatschi!“, nieste ich ineinem- fort Es klang wie Posaunenstöße. Ich konnte nichts dafür, es kam aus mir. Die Mitreisenden schauten zunächst beleidigt. Aber als ich eine Viertelstunde ununterbrochen so fort geniest hatte, begann die Feindseligkeit gegen mich in eine allgemeine Heiterkeit umzuschlagen. Das kam daher, daß ein Herr, der mir gegenüber saß, mir mehr empört als freundlich „Prost!“ zurief, so, als wollte er damit sagen: „Nun ist ds aber genug! Schluß damit!“ Ich tat ihm nicht den Gefallen und nieste weiter. Er wiederholte sein kurzes, sachliches „Prost!“, ich winkte verzweifelt ab, und jetzt begannen plötzlich alle, mir nach jedem Hatschi ein fröhliches Prost zuzurufen. Einmal ich und einmal sie. Es wurde ein herrlicher Chor und ich war der Vorsänger. Einer der Mitreisenden wollte sich besonders hervortun. Er klopfte mir vergnügt auf das Knie und sagte: „Wenn Sie bis zehn wieder niesen, kriegen Sie eine Mark!“ „Das Mittel hilft nur beim Schluckauf!“, stöhnte ich. ( Er wiederholte die Wette nicht. Ich hatte wieder dreimal geniest. Jetzt aber hatte jeder ein Mittel an der Hand. „Da hilft nur eines — sofort ins Bett gehen!“ „Mein Bett steht in München, und wir sind im Rheinland!“ „Das beste ist Kognak!“, rief ein Dritter, „haben Sie Kognak bei sich?“ „Nein!“, stöhnte ich. Die alte Dame neben mir holte ein Bonbon aus ihrer Tasche. „Lutschen Sie. das Bonbon“, sagte sie, „der Schnupfen ist wie weggeblasen.“ Sie steckte mir ein Bonbon in den Mund. Jedoch, es blieb nicht. Beim nächsten Nieser flog es dem freundlichen Herrn gegenüber ins Gesicht. „Es macht nichts“, sagte dieser, bevor ich mich entschuldigen konnte, „es hätte auch nichts geholfen — es gibt nur ein Mittel gegen Schnupfen — ziehen Sie nasse Strümpfe an!“ „Das nenne ich dumm dahergeschwätzt!“, mengte sich da ein vierter Herr ins Gespräch, „von nassen Füßen kommt ja gerade der Schnupfen! Es gibt nur eines: pressen Sie mit beiden Ringfingern fest die Nasenflügel zusammen. Das hilft sofort“ Ich tat, wie mir geraten. Jetzt nieste ich nicht nur, jetzt donerte es aus allen Öffnungen. Der vornehme Herr schüttelte mißbilligend den Kopf. „Halten Sie die Luft an!“ „Im Gegenteil! Atmen Sie heftig und tief!“ Das ganze Abteil war ein Herz und eine Seele. Jeder gab mir einen anderen Rat Jeder wußte ein anderes Mittel gegen Schnupfen. Nur ein Mitreisender saß schweigend im Abteil und tat, als ob ihn das alles gar nichts anginge. Das fiel mir auf. In meiner Not wandte ich mich an ihn und sagte: „Alle wissen ein Mittel gegen Schnupfen. Warum raten Sie mir zu nichts?“ Da lächelte der Herr leise und sagte: „Ich bin Arzt“ IIHHiaimUHIHIIIHIIU «IWSf IMSM tftMSIUllt « Vom „Narrenschiff" zur „Faselnach!-" Alte alemannische Fasinachfsbräuche Gewiß ist die Anschauung richtig, daß die gegenwärtigen Zeitverhältnisse nicht geeignet sind, um den alten fröhlichen Fasching so zu feiern, wie wir in guten Jahren früher taten. Unser Sinn ist wahrlich auf andere Dinge gerichtet als auf Mummenschanz und Narrentanz. Und doch ist es unbedingt notwendig, daß die Kenntnis gerade des uralten Brauchtums, das hier in Südwestdeutschland im alemannischen Raum mit Fasnet und Karneval von je verbunden war, in jene andere bessere Zukunft hinübergerettet wird, für die wir alle die Wiederaufbauarbeit leisten. Schon kommen erfreulicherweise Nachrichten aus manchen traditionellen Karnevals- und Narrenstädten, wonach die alten Vereine sich wieder neu bilden, um das Erbe zu retten. Nicht nur Mainz pflegt in bescheidenerem Rahmen wieder Büttenreden-Abende, auch in Villingen und anderen Orten bilden die Narrenzünfte sich neu und erhalten die geschichtliche Tradition der Fastnacht. Das ist gut so und sollte auf diejenigen, die noch zögern, beispielgebend wirken. Wer den Fasching in Südwestdeutschland früher miterlebt hat und sich nicht nur in Äußerlichkeiten verlor, der weiß, daß es dabei nicht ums landläufige „Amüsieren“ ging. Man denke nur an die Narrengesellschaften im alemannischen Raum und ihre Bräuche, um zu begreifen, daß unter dem äußeren Mantel scheinbaren Gauklertums sich Gedanken und Traditionen der Vorfahren verbergen, die für einige Tage im Jahre Wiederauferstehung feierten. Woher stammt eigentlich die Bezeichnung „Fasching“, woher der Name „Karneval“? Die landläufige Erklärung zieht die römischen Saturnalien heran, jene rauschenden Frühjahrsfeste der Römer, bei denen alles umgekehrt wurde: Einer narrte den andern, tagelang wurden Knechte zu Herren, Herren zu Knechten, bis der nüchterne Alltag alle wieder auf ihren rechten Platz im Leben zurückbrachte. Karneval selbst wird abgeleitet vom lateinischen „came vale“, d. h. „Fleisch lebe wohl!“, denn nach dem Ende der Fest tage, nach dem Aschermittwcoh also, besinnen ja die — Fast tagtz. Manche Erklärungsversuche haben auch die Umzüge herangezogen, die bei den Alten mit diesen Frühlingsfesten verbunden waren. Bei den Alten waren Karren und Wagen mit Gefäßen in Form yon Schiffen geschmückt, daher der Ausdruck „carrus navalis“. In der Tat wurden ja auch die Festwagen der Rosenmontagszüge oft in Schiffsform gestaltet. Im Mittelalter findet sich auch des öfteren der Ausdruck „Narrenschiff“, klassisch geformt in der gleichnamigen Dichtung von Sebastian Brant aus dem 15. Jahrhundert Im alemannischen Kulturkreis Badens und Württembergs spricht man statt vom Karneval von der „Fasnet“, der Fastnacht. Dieser Ausdruck wird vom mittelhochdeutschen Vaschanc, also Fasching, oder von „Fasnacht“, d. h. von der Fasel- oder Schwärmnacht abgeleitet, denn Faseln bedeutete ursprünglich nichts anderes als Possentreiben oder Narreteien vollführen. Eine solche „Fasnet“ z. B. in den alten Narrenstädten Rottweil am Neckar, in Villingen, Oberndorf oder Offenburg, tn Waldshut, Waldkirch oder" Stockach war stets ein unvergeßliches Erlebnis, zumal sie sich schqn in ihrer äußeren Form stark von den in nördliimeren Gegenden allgemein bekannten Formen» des Faschings unterscheidet. Träger des Brauchtums sind dort von jeher die alemannischen Narrenzünfte, die peinlich darauf sehen, daß die traditionellen uralten Bräuche genau beachtet werden. Früh sghon wurden sie auch dem Nachwuchs, dem „Narrensamen“ beigebracht, damit nichts von den kostbaren Bräuchen verlorenging. Bei den großen Umzügen der „Narros“ oder beim „Narrentreffen“, das in jedem Jahre in einer anderen Stadt des Alemannengaues durchgeführt wurde, trugen die zünftigen Narren phantastisch bunte Faschingskleider und dazu meist künstlerisch zehr originelle, handgeschnitzte und bemalte Gesichtsmasken. In Villingen war im Laufe der Jahrhunderte, eine wertvoll^ Sammlung solcher Fasnet-Masken zusammengetragen worden. Sie sah alljährlich viele kulturhistorisch interessierte Besucher aus aljcr Welt in ihren Museumsräumsn. Außer den Marken gehören noch mancherlei andere symbolische Attribute zum zünftigen Narrenanzug. So gab es z. y. riesige mit Holzmehl gefüllte Gebilde in Form von Würsten, mit denen die Zuschauer geneckt wurden. Andere Narros trugen Fuchsschwänze als Zeichen der Schalkheit oder Glocken in unterschiedlichster Größe, Holzschwerter, Stäbe mit Kuhschwänzen usw. mit sich. Hölzerne Larven von besonders hohem künstlerischen Wert fand man immer bei den Villinger Narros: Es waren die „Schemen“; dazu gehörten noch weiße mit Tierfiguren bemalte Anzüge und 50 bis 60 Pfund schwere Glocken ,' die in ihrer Form gewaltigen Kuhglocken ähnelten. Andere immer wiederkehrende Gestalten der Villinger Fastnacht waren die „Alt - Villingerin“, der „Butzesel“, der „Wuescht“ und die „Stachis“. Hauptaufgabe dieser Teilnehmer am Narrenzug, dessen Hauptteilnehmer die „Hänsele“ darsteliten, war das sogenannte „Strählen“, das Verlesen der Sündenregister bestimmter Einwohner. Berühmt war auch der Kottweiler „Nar- rensprung“, der Fastnachtsumzug der Rottweiler Narren., Im Ganzen gab es mehr als 300 verschiedene Typen. Dieser bunte Zug bewegte sich unter dem Lärm von Glocken und anderen Lärminstrumenten, unter denen die Pritschen die Hauptrolle spielten, tanzend und springend durch die Straßen der altertümlichen Stadt Schellen erk’angen. hölzerne Pritschen klapperten, und die traditionellen Narrenreime und Narrenrufe durchschwirrten die Luft. Die Reime sind zwar nur noch Reste eines früheren Liedes, aber jeder sang sie gerne in fröhlicher Ausgelassenheit mit: „Narro, Griebe 81' (sieben Söhne), siebe Si’ sind Narre gsi!“ oder: „Narro, kugelrund, de Stadtleut’ sind wieder alle gsund“, und dazu trat das „Juchzgen“, der allgemeine Narrengruß, der vor allem als Einleitung und als Abschluß beim Auf sagen von Reimen benutzt wurde. In der Regel bestand der Nari engruß aus der fünfmaligen unter jedesmaligem Tonfall vorgenommenen Wiederholung der Silbe „Hu“. Ähnlich wie in Rottweil, dessen Stadtbild gottlob unter dem Krieg nur wenig 'gelitten hat, war es früher überall in den Städtchen, wo zwischen Neujahr und Aschermittwoch der Narro, das Hänsele oder der Schuddig herrschten. In dep ehrwürdigen Oberrheinstadt Breisach wurde während der Fastnacht immer der historische „Gauklertag“ gefeiert, ein Fest, das aus einer Huldigung der Gaukler, Kessler, Trompeter und Trommler an Kaiser Rudolf von Habsburg entstanden ist ln Ei zach gab' es neben dem „Schuddig“, der ein phantastisches Kostüm mit einer Teufelsmaske trug, noch die originellen „Tagan-Rufer“, die in bunt verzierten Hemden, hoher Magiermütze und Halblarven auftraten. Mit langen hölzernen Scheren neckten sie die Zuschauer. In Überlingen am Bodensee vollführten die „Karbatschen-Knaiier“ mit langen Peitschen wahre Knallkonzerte. Die Konst an- zer Narren nannten sich „Hemdglonker“, weil sie zu hemdartigen Gewändern große Glocken trugen, mit denen sie einen tollen Lärm vollführten, ln Stockach tagte während der Fastnacht immer das „Grobgünstige Narrengericht“. Es führt seinen Ursprung auf ein Privileg des Erzherzogs Al- brecht vom Jahre 1351 zurück. Dieses Privileg beschaffte der aus Stockach gebürtige Erzherzogliche Hofnarr Hans Kuony, der sich schon am Hofe des Erzherzogs Leopold in Wien ausgezeichnet hatte. Die Stockacher Narrenzunft betrachtet ihn als ihren Begründer. Neben manchen anderen namhaften Persönlichkeiten konnte sie den alemannischen Dichter Heinrich Hansjakob als „Laufnarren“ zu ihren Mitgliedern zählen. Mit der Tagung des Stockacher Narrengerichts war stets auch die Aufrichtung des „Narrenbaumes“ verbunden. Wenn wir diese uralten Bräuche im diesjährigen Fasching auch nicht in der hergebrachten Form werden erleben können, so wird doch ihre Kenntnis weitergepflegt. In einigen Orten werden wenigstens in bescheidener Form am „schmotzigen Dunschtig“ kleine Fastnachtsveranstaltungen für die Jugend durchgeführt. Diese Veranstaltungen sollen ein Symbol dafür sein, wie sorgsam die Narrengesellschaften über die Erhaltung des Brauchtums wachen, damit es eines Tages — wenn die schlimmen Sorgenzeiten überwunden sind — fröhliche Wiederauferstehung feiern kann. Franz F. Schwarze nste in. * Nr. 9 Samstag, den 1. Februar TWt BADFHt» TAGBt.ATT ' Die „nun-erst-rechtsehreibung“ ßetliner Konferenz plant Entwicklung vom Hock- znm Hoch st den! sch Nachdem ein von der Zentralverwaltung für Volksbildung in der Sowjetzone im März 194a eingesetzter vorbereitender Hauptausschuß in neunmonatiger, mühevoller Arbeit endlich die Tagesordnung aufgestellt hat, — ein« Folge seiner komplizierten Geschäftsordnung, die an den alten pol- n.scben Reichstag erinnert, — sind nunmehr die Einladungen zu einer Konferenz ergangen. (Ue eine K-uregelung unserer Rechtschreibung beschließen soll. Zusammen mit Erziehungsfachleuten der britischen, amerikanischen und sowjetischen Besatzungmacht werden sich in Kürze Germanisten der Universitäten, Vertreter namhafter Verlage, Abgesandte der Fachverbände der Lehrer. Autoren und Drucker und sonstige interessierte Personen In Berlin zur Schaffung der neuen „nun-erst-recht- Schreibung“ zusammenfinden. Daß «ich unter den ..Sonstigen“ auch Psychiater befinden werden, wird zwar night ausdrücklich gemeldet, ist aber angesichts der Vorschläge. anzunehman. Die neue Rechtschreibung nämlich wird eine für Mieten sein, euch sie werden sie beherrschen; wir, die wir um- lemen müssen, werden uns wie Idioten Vorkommen. Debet geht es nur um ein paar Buchstaben, wie Pro 1. Wolfgang Steinitz, Mitglied des Hauptausschusses, mitteilto, um eine Angleichung an die internationale Norm (welche übrigens? Schreibt man in England oder Frankreich einfacher?); es handele sich nur um einige kleine Änderungen mit weit- refchendsm Effekt. Es sollen Großbuchstaben nur noch bei Eigennamen, Personen und Orten ange- svandst werden. „Ai“ soll ,.el“, „8u“ soll ,eu“ werden (dies auch in Fällen wie zum Beispiel „sauber“ — , Säuberung“.) Statt „ß“ sollen wir „ss“, statt „tz“ „zz“ schreiben und „qu“ soll durch „kw“ ersetzt werden- . X“ und ,.ehs“ sollen dem „ks“ welchen, „ch“ soll durch „k“ ersetzt werden, wenn es wie „k“ gesprochen wird und „v“ durch „f“ oder „w“, ja nach der Aussprache. Das „h“ bei „rh“ und „th“ soll gleichfalls Wegfällen. Noch radikaler« Kreise Aus dem Wü fe kästen «. B. Reets Die Kleinigkeit Der französische Minister Talleyrand zweifelte einmal die Glaubwürdigkeit einer Mitteilung an, d’e ihm ein Diplomat machte und geriet darüber mit diesem in eine heftige Diskussion. In der Erregung sagte der Diplomat: „Verhält sich nicht alles so, wie ich es Ihnen berichtete, dann sollen Sie meinen Kopf haben.“ Fürst Talleyrand erwiderte gelassen: „Gut, ich nehme ihn. denn kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“. Der Pünktliche verlangen die Streichung des Dehnungs-,,h“ und Dehnung!-,,«“, die Verwandlung von „ä“ in gemäß dem Sprachgebrauch und die Verwendung von Doppelkonsonanten nur dort, we sie wirklich gesprochen werden. Da es'Sich hierbei um eine Entscheidung für die Zukunft handelt, wollten wir den Kemmentar als Gegenwärtige nicht selbst schreiben, sondern haben den Klippschüler Kerlchen Miesnlk, der sich in zwanzig Jahren mit der „nun-erst-reehtschrei- bung“ wird befassen müssen, um seine Meinung g efragt. Seinem auf neue Art verfaßten Kommen» ir entnehmen wir: „Angesichts der forbereftung einer neuen orto- grafi einfach von kwatsch zu sprechen, sei ferkelt: di forgesehlagenen enderungen brachten filmer nicht nur für seksjerige schüler eine riesige fer- einfaciiupg, sondern machten es sogar Idioten möglich, richtig zu schreiben. Fergeblich werde man nach feiern suchen, niman mer werde welche machen, da es alle ja gleich richtig falsch lernten. Nur di würden filleicht speter erger haben, di fer- suchten. in den feierlichen büchern zu lesen, weil si warscheiniich nicht mer einen , sazz {erstehen würden. Es würde inen enlich gehen, wi uns bei der lektüre des mittelhochdeutschen: Fon Goete bis Kestngr. alles falsch geschriben! Aber wersirle skaperten würden sich dann um dt Übertragung bemühen: (Goete. Faust L teil) „Ir nat euch wider, schwankende gestalten?“ Karlchen Miesnik schließt seinen Kommentar mit dem Aufruf: „Schaft zu den ferhandenen Zonen- und landesgrenzen nicht noch neue Sprachgrenzen und besiegelt Deutschlands einheit wenigstens in der „nun-erst-rechtschreibung“ mit der aussicht der Entwicklung vom hoch- zum höchstdeutsch.“ O. P. Neuer Aufschwung im Filmwesen / Die fPA In der französischen Zone Nach langer Abgeschlossenheit von den Erzeugnissen der fremdländischen Fllmproduktion wird das deutsche Kinepublikum in Bälde eins Serie neuester Filme aus dem Ausland sehen können. Die neugegründote Internationale FilmalUanz (IFA) mit dem Sitz in Baden-Baden und Niederlassungen in Berlin und anderen großen Städten, hat eile denkbaren Anstrengungen unternommen, um einen Querschnitt durch das Filmschaffen der Welt präsentieren zu können. Der Erfolg ist nicht aus- geblieben. Österreich, ein Land mit bester Filmtradition Wird durch zwei Nachkriegsfilme vertreten sein, von denen der erste, ein Gaza v. Cziffra-Fllm der Löwen-Produktion „Glaube an mico“ bereit* in diesen Tagen in Wllrttemberg'Baden und der Pfalz anläuft Die Hauptrollen spielen Marthe Harell. Ewald Baiser und Rudolf Prack Als nächster österreichischer Film wird „Wintermelodie“ eine Sportgeschichte mit herrlichen Außenaufnahmen aus dem Arlberggebiet, zur Vorführung gelangen (mit Hermann Brix, Franz Eichberger, Rudi Matt, Ilse Peternell). Die Schweizer Produktion der Präsens- Film A.-G. wird mit zwei vielbesprochenen Schöpfungen des Meisterrogisseurs Leopold Lindberg vertreten sein: „Die letzte Chance“ und ..Marie Luise", die durch ihre menschliche Gestaltung der jüngstvergangenen Ereignisse und ihrer Schicksale Weltruhm erlangt haben. ' Die Internationale FilmalUanz hat durch Abmachungen mit der in der russischen Zone lizenzierten DEFA sich die Aufführungsrechte der neuesten deutschen N a chk r i e gs f i 1 me gesichert. Der DEFA-Film .Die Mörder sind unter uns“ und Helmut Käutners „Sag” die Wahrheit“ werden voraussichtlich als erste den Weg nach Südwestdeutschland finden. Es gelang auch, den letzten deutschen Farbfilm „Die Fledermaus", über dessen abenteuerliches Schicksal kürzlich die Presse anläßlich der Wiener und Berliner Uraufführung berichtete, für den Verleih der Internationalen Filmalianz zu sichern. Die schwedische Produktion, die auf der Internationalen Filmschau 1948 in Cannes beachtliche Proben ihres neuen Schaffens vorlegte, wird gleichfalls im Verleihprogramm der IFA nicht fehlen. Daß Amerika als Filmland Nummer Eins mit neuen Filmen erscheinen wird bedarf kaum der Erwähnung. Eine deutsche Neuproduktion ist in der französischen Zone im taufenden Jahre noch sehr problematisch. Bis zur Fertigstellung der eigenen IFA- Studios bei Remagen wird noch eine gewisse Zeit vergehen. Doch ist dank der Bemühungen der französischen Militärregierung die Grundlage geschaffen worden zur Herstellung von zunächst zwei Spielfilmen, die mit doppelter Besetzung in deutscher und französischer Fassung gedreht werden sollen. Bei den zuständigen Stellen der amerikanischen Filmkontrolle wurde angefragt, ob die Ate- lieranlagen in München-Geiselgasteig für diese Aufnahmen zur Verfügung gestellt werden können. Weitere interalliierte Besprechungen sollen die gemeinsame Ausnutzung von Aufnahmen- und Syn- chronisationsstudios in Neubabelsberg vorbereiten. Die außerordentliche Aktivität, die von der Internationalen FilmalUanz mit Unterstützung der zuständigen Filmsektion der Besatzungsmacht entwickelt wird, läßt erfreuliche Ausblicke zu auf einen neuen kulturellen Aufschwung des Filmwesens, guf neue industrielle und kommerzielle Möglichkeiten und auf Überraschungen argen“' mster Art für das filmhungrige Kinopublikum. Guido Roth. Der unsterbliche „Robinson ' 4 König Georg IIL von England war überaus pünktlich und forderte es auch von seiner Umgebung. Als ebenso pünktlich' war Lord Hastings bekannt. Niemals kam er auch nur eine Sekunde zu spät. Eines Tages jedoch, als er nach Windsor befohlen war und das Vorzimmer zum König be*rat schlug die Uhr bereits die zwölfte Stunde. Wütend über seine minimale Verspätung nahm Hastings seinen Stock und zerschlug die Glasscheibe der Uhr. Im selben Augenblick kam der König heraus und fragte erstaunt: „Ei, lieber Lord, weshalb zerschlagen Sie denn meine Uhr?“ Hastings antwortete geistesgegenwärtig: „Die Uhr schlug zuerst!“ Untrügliches Zeichen „Nein, Eva, wie gefällt Dir Herr Neumeier?" „Ein langweiliger, geistloser Mensch! Uber eine Stunde habe ich mit ihm geplaudert, und nicht einmal hat er vom Schwarzen Markt und von Zigaretten gesprochen!“ Die beste Schule Der junge Staatsanwalt hielt eine glänzende Rede gegen einen Trunkenbold, der vor Gericht stand. Nachher fragten ihn seine Kollegen: „Wo hast Du bloß alle die treffenden und beredten Worte her?“ „Von meiner Frau, als ich gestern abend au spät nach Hause kam.“ Glaubwürdig Aus dem Wartezimmer kommt aufgeregt ein Mann hereingeslürzt und beginnt sich auszuziehen: „Herr Doktor, Sie müssen mir helfen Ich bin Professor der Botanik und seit einiger Zeit bodenlos zerstreut, das können Sie sich gar nicht vorstellen.“ ..Doch, doch, das glaube ich Ihnen. Aber ziehen Sie sich bitte wieder an, Herr Professor, denn Sie sind hier beim Rechtsanwalt.“ Vor 235 Jahren erschien das Reisewerk eines Kapitäns W. Rogers, worin die Schicksale des schottischen Matrosen Alexander Selkirk berichtet werden, der freiwillig sein Schiff verließ und von 1704 bis 1709 auf der völlig menschenleeren Insel Mas-a-Uerra in der Juan-Fernandez-Gruppe lebte. Es war die Unterlage eines weiteren Buches, das wohl wie kein anderes auf der ganzen Welt populär geworden, des „Robinson Crusoe“. Mit ihm Ist der Typ der Reiseromane geschaffen worden, der e.ne neue Art des Abenteurerromans darstellt und schon deshalb so besonders einschlug, weil jene Zeit im Zeichen der Länderentdeckungen stand. 1709 fand damals ein englisches Schiff auf einer kleinen Insei im Stillen Ozean einen halb verwilderten Menschen, der sich 1704 dort aussetzen ließ, weil er mit seinem Kapitän in Zwistigkeiten geraten war, den genannten Selkirk. der sich, um wieder in die Heimat zu kommen, gerne einschiffte und sich über seine Erlebnisse büchst interessant äußerte. Es war ihm anfangs recht melancholisch zumute, und er vermochte der Furcht vor solchen Wüsten, von aller Welt verlassenen Orten nicht zu widerstehen. Er habe sich zwei Hütten von Piementbäumen gebaut, die er mit Gras bedeckte und inwendig mit Ziegenfellen fütterte. Fische habe er genug gefangen, aber aus Salzmangel nicht essen können. Ais sein Pulver verschossen war, habe er sich aufs Laufen verlegt und durch seine Schnelligkeit die Tiere erhascht Wobei er eine wunderbare Fertigkeit erlangte und durch Wälder, Klippen und Berge rannte. Da so natürlich seine Schuhe bald kaputt gingen, mußte er auf bloßen Sohlen laufen, die schließlich so hart wurden, daß er gar keine Empfindung mehr hatte. Wenn er schlief, haben die Ratten seine Füße benagt Rock und Mütze habe er sich aus Zlegenfelleri gemacht seine Nadel war ein alter Nagel und Messer machte er sich aus eisernen Rändern, die ec am Strande fand. Der abenteuerliche Bericht des Seemanns, den zuerst Rogers aufgezeichnet, bildete den Grund für den „Robinson“ und all die unzähligen später folgenden, ihm nachgcbildeten ..Robinsonaden“, die eine ganze Literatur hervorriefen, mehr als ein Jahrhundert den ganzen Erdkreis umspannend. Den ersten Roman schrieb det Engländer Daniel Defoe. Er erschien ich Jahre 1719 und betitelte sich „Leben und sonderbare, bewundernswerte Abenteuer Robinspn Crusoes“. Er wurde bereits ein Jahr darauf von Friedrich Ludwig Vischer ins Deutsche übersetzt und erlebte fünf Auflagen. Schnell wurde er in der ganzen Welt bekannt man las ihn,sogar bei den Arabern, wo er sich „Die Perle des Ozeans“ nannte. Ungeheuer war, wie schon gesagt, die Zahl der Nachahmungen. Es gab einen „teutschen“. einen „sächsischen“, einen „schlesischen“. .niedersächsischen“, ; ..schwäbischen“, „kurpfälzischen“, „ostfriesischen“, einen .moralischen“, .medizinischen“, ..geistlichen“ Robinson, um aus der Riesenmasse nur einige zu nennen. Ein besonderes Verdienst erwarb sich dabei der große, deutsche Pädagoge und Schriftsteller I. H. Campe, der das Buch unter dem Titel „Robinson, der Jüngere“ mit L K. Wezel in deutscher Sprache für die Kinder bearbeitete. 1779 erschienen, hat es mehr als hundert Auflagen erlebt und vielen Millionen von Kleinen eine unvergeßliche Freude bereitet. Es wurde in alle Sprachen übersetzt, sogar in das Neu-Griechische und A.U-Böhmische. Bis zum Jahre 1800 gab es in Deutschland allein zirka 100 Nachahmungen des so dankbaren Stoffes, worunter die weiblichen Robinsons nicht fehlen durften. F. P. Johannes. Im Spiegel der Anehdofe Als Professor Hufeland in Berlin tätig war. sah man ihn des öfteren als Gast im königlichen Schieß. Bei der Festtafel fragte ihn eines Tages eine Hofdame: „Herr Professor, ich bin stark erkältet und muß viel husten. Was würden Sie in solchem Falle tun?“ Ernsthaft und nachdenklich sagte Hufeland trok- ken: „Auch husten!“ » Der berühmte Mediziner Theodor Bilirotb hatte oft eine recht drastische Art, seine Studenten n» überprüfen Während einer Vorlesung ln Wien sagte er einmal zu den,Anfängern des klinischen Semesters: „Meine Herren. Von grundsätzlicher Bedeutung für den Arzt sind zwei Dinge' Beobachtungsgabe und Selbstüberwindung.“ Zugleich stellte er e'ne übelriechende Flüssigkeit auf den Tisch von der jeder Student wußte, woher sie kam „Wenn Sie mir daher dieses — er tauchte den Finger in d e Flüssigkeit und leckte ihn ab — nicht nachmachen können, werden Sie niemals gute Ärzte werd-n!“ Die Studenten traten heran, einer nach dem ändert überwand seinen Ekel und machte es Bill— roth nach. Als alle durch waren, lächelte Billroth und sagte: ..Ihre Selbstüberwindung haben Sie mir glänzend bewiesen, meine Herren Ihre Beobachtungsgabe aber ist noch recht mangelhaft. Sonst hätten Sie nämlich bemerken müssen daß ich den Mittelfinger eintauehle, aber den Zeigefinger abgeleckt habe." » Hermann Sude-mann war wochenlang schon von einem jungen Dichter bestürmt worden, sein neuestes Drama vorlesen zu dü-fen. so d-’ß er schließlich nachgab. Nach einer Weile geduldigen Anhörens sagte er höflich: ..Hoffentlich stört es sie nicht, wenn ich das Fenster öffne?“' „Keineswegs“, unterbrach der Besucher sein begeistertes Verlesen ..aber icht fürchte, für Sie wird es etwas kühl werden.“ „O nein, ich bin seit Kindheit gewöhnt bei .offenem Fenster zu schlafen“, entgegnete Sudarmana vielsagend. Der wegen seiner Nasenplastiken berühmte Leipziger Chirurg Karl Thiersch war ein recht urwüchsiger Herr. Eines Tages hatte er den Besuch eines reichen Patienten, der sich nur von dem besten Chirurgen der Welt, etwa Doyen in Parü, operieren lassen weilte. „Gut. fahren Sie zu ihm“, meinte Thiersch ..aber erzählen Sie ihm daß Sie aus Leipzig Kommen!“ „Warum, was glauben Sie. wird er sagen?“ Darauf Thiersch: „Er wird sagen Sie Rindvieh, wenn Sie aus Leipzig kommen fahren Sie zurück und lassen sich gefälligst vom Thiersch operieren“ Oi ff and Suteimeifcter ’ Zeitgenössische Opern in Wiesbaden. Ein altertümliches Märchen, bewußt unkompliziert, burlesk und im Dienste der Gerechtigkeit moralhaft besiegelt, ist Carl Orffs ,.D e Kluge“ — die Geschichte vom König und der klugen Bauerntochter, die seine Frau wird. Zwischen dem Rhythm sehen, das dominiert, und dom Melodischen findet diese Partitur ihre eigene Linie, charakterisierend, persiflierend, doch auch läuternd. Im Hessischen Staatstheater Wiesbaden brachte Hans Müller -Kray diese Musik zu farbiger Wirkung, während Hans Wenzel als Regisseur die darbkomischen Elemente ln den Vordergrund schob. Erna Maria Müller war dar ruhenda Pol dieser buffonesken Männerwelt das Königs mit Bediensteten, der Eselstreiber und Strolche. ln Einzelzügen n'cht minder ungewohnt, ln Ihrer Summierung aber traditionsgebundener gibt sich Heinrich Sutermaisters „Romeo und Julia“. Der Klang ist mitunter zur fast primitiven Floskel verdichtet, die (textlich vereinfachte) Shake- spaare-Szenerie mit ihren singenden Gestalten aber oft von einar Leuchtkraft erfüllt, die an Verdi oder Strauß danken läßt. Mittelpunkt de* Wiesbadener Aufführung war Mariha M u s i a I als Julia, eine beseelte Darstellung von innigem, blühendem Sopranglanz. Dr. Ljubomir R o- mansky entfaltete den dramatischen Sinn dieser Partitur und He nrich A 11 m a n n s Regie prägte die stillen und bewegten Szenen, darunter das tänzerisch durchformte Fest bei Capulet Hans Blroth. Kultur-Prisma Fie’bnrger Kullmbrfef Die Städtischen Bühnen verabschiedeten steh von dam alten Jahr mit der Operette „Der tidale Lauer“ von Leo Fall, einem zugkräftigen Schlager, dar volle Häuser sichert Wenn auch nicht alle Rollen gesanglich einwandfrei besetzt werden konnten, so war doch die schauspielerische Leistung ohne Tadel und die Inszenierung durch Werner Sehnicke flott und kurzweilig. Die beste Leistung zeigte Anja Schlicksupp als Bauerntoehter. Ein nicht unwesentlicher Anteil an dein Erfolg kam dam Ballett zu. In dar Oper hörten wir den „Troubadour“ von Verdi als erste große Oper des neuen Jahres unter Leitung des jungen Kapellmeisters Siegfried Köhler, der die Vorstellung mit sichern» Gefühl leitete und die Schönheiten des Werke* ins rechte Licht zu bringen verstand. Fritz Harlan hatte als C-ast die Rolle das Grafen Luna übernommen und führte sie mit dar gesanglichen und schauspielerischen Gewandtheit durch, die uns diesen Sänger bereits lieb gemacht hat. Ruth Walch als Leonore und Dorothea Grelle als Azucena waren mit ihren schönen Stimmen würdige Partnerinnen de* Gastes. Max Schiweck als Troubadour ist zu ünbeweglich, salbst wenn er gesanglich voll befriedigen würde, was erst im letzten Teil des Abends der Fall war. In den Kammerspielen zeigte die Aufführung von „Kabale und Liebe“ eine erfreuliche Aufgeschlossenheit der Zuhörer für Schillers Werk. Everts Regie hatte besonderen Wert auf das Wort des Dichters gelegt, dem auch Friedhelm Strenger seine Bühnenbilder unterstellte, indem er sich auf das Notwendigste an Ausstattung beschränkte. So konnte das Werk an sieh wirken und diese Wirkung war echt, tief und zeitnah. Die Darstellung wurde den Anforderungen nicht überall gerecht Im ganzen hätte der Ton etwas gemäßigter sein können. Erregtheit läßt sich auch durch Zurückhaltung dokumentieren. Bei Ewald Altners Bemühungen um den Ferdinand .wäre eine größere Verinnerlichung am Platze gewesen. Lieselott Woll- brink als Luise zeigte starke und gute Momente, konnte aber die letzten Werte nicht herausholen. Die besten Leistungen waren Ursula Volkmar als Lady Milford und Wolf gang Stumpf als Wurm, beide Rollen psychologisch gut durchgearbeUet, lebendig gestaltet und von packender Eindringlichkeit. ' Der Tod. hat um die Jahreswende den bekannten Physiker U ni veraitätsprof easor Dr. Walter Kaufmann dahingerafft. Kaufmann, der wegen seiner Abstammung unter dem Nationalsozialismus nicht tätig Bein durfte, war zuletzt Ordinarius der Experimentalphysik in Königsberg und seit 1915 Gastprofessor an der Universität Freiburg. — Im Alter von 8? Jahren starb ferner Professor Dr. Karl Bertsche. Er hatte sich nach seiner Emeritierung als Gymnaeialpröfessöt der Bearbeitung der Predigten und Schriften des Abraham a Santa Clara gewidmet, der bekanntlich al* Johannes Ulrich Megerle im Kreise Meßkircb geboren wurde und als Angehöriger de* Ordens der Augustiner-Barfüßer das Amt des Hofpredigers in Wien erlangte, wo er seiner Mitwelt den Spiegel vorhielt.' Bertsche hat sich damit- ein bedeutendes literarisches Verdienst erworben. — bewe — Theater in Karlsruhe Offenbach hat «ich im Badischen Staatstheater einen ausgezeichneten Ruf gesichert, seitdem der Heidelberger Intendant Heinrich Köhlcr-Helffrich die Gastspiele seiner Bühne im vergangenen März 1948 mit „Orpheus in der Unterwelt“ eingeleitet batte. Was er dort mit einem sehr sicher zupackenden, künstlerischen Gefühl für eine von innen her beschwingte und sillsaubere Spielführung zustande gebracht hat, war eine glanzvolle, leichtherzige, aber zugleich geschmack- und humorvolle Form einer Wiederbelebung dar burlesken Oper. Der Erfolg dieser Inszenierung, mit getragen von der vornehmen Leistung des Orchesters unter Fritz Herrn und den rauschenden Farben und Einfällen des Bühnenbildes Will». Reinkings, strahlte von Heidelberg weit ringsum. Dar zweite Erfolg war Offenbachs Buffo-Oper „Die schöne Helena" in der textlichen Neufassung von Werner Finck und Karlheinz Gutheim. Die immer heitere, nie zynische Ironie, der laicht karikierende, kritische Spott, das boshafte Spiegelein blinken ungetrübt, a’s sei sie ein Werk unserer Tage und funkelte nicht schon aus dem zweiten Kaiserreich herüber, in dessen Lebensart und Kunstgefühl der Rheinländer Offenbach das vor- *Vae»GV**»**Dsss***sesa*sO«s iwMMimiHnnMi»»««»i ii HHi n m msm w iiiiniMiM ■••••«•• lass•«** fand, was seinem feuchten Sinn liebenswürdigen Aufbegehrens entgegenkam. Am Tage darauf stellte das Badische Staats- theater se'ne bewährte Tanztrupps in drei verschiedenen Aufgaben heraus: Ein Ballett ln drei Bildern von Hermann ft e u 1 1 e r, .Die Hexe“, erwies sieh als eine dramatisch gesteigert«, visionär« Tanz- /i'ehtuAg, einfach und klar in Sinn und Ausdruck, dabei fesselnd und von einer kraftvollen modernen Musik melodisch und harmonisch durchpulst Im Mittelpunkte die psycho’.ogisch ausgeprägt« Studie der Paregrlna (Erika D e 1 b o 11) und der drastische Henker A’fredo Bort 0 |t uzzIt, dazu Jenny Fischer als lieblich-verführerischer Jahrmarkts- kralssl und Irmgard Silberborth, «’ne Bürgern) als' erstochter von wahrhaft meisterlicher Kunst der Bewegtheit Klassisches . Ballett beherrschte die deutsche Erstaufführung dar amerikanischen Balleltsuftc „O n stag e“ (Auf dar Bühne) von Norman dello John, ein Spiel der Verzauberung um Romeo und JuRa, grotesk-tänzerische Träumerei, zierlich und ekstatisch, durch die ausdrucksreiche Wiedergabe erfüllt von den Reizen das 'andeutenden Spiels und der gebändigten Bewegung. Vollendet Irmgard S i I- berborth als Harlekin. Rösl Rund eine duftig schweiende Julia, Fritz D o e g e als Romeo ein Meister des Charaktertanzes, d e anderen allesamt nicht minder ausgeprägt und harmonisch. Als AbschluJJ eine ..Rhapsodie in blue“, „Triumph die r Venus“ von George G e r s h - w! n, eine Jazz-Symphonie, der musikalisches Formgefühl Disziplin und Einfallsre'chtum nach- zurühman sind. Vollendet schön wirkte Marianne Baumgärtner als Venus in ihren bezaubernden Tänzen, Bortoluzzi bestritt Zephir und Mars sehr verwandelt und überlegen, ein Meister des Tanzes. Über allem Klang wach'e mit meisterlicher Sicherheit feerig belebend und mit dem schönen Temperament geistiger Zucht Generalmusikdirektor Otto Matzerath. t>-v.» Baden-Badener Kon?ei Ipod’am Im Zeitalter der Empfindsamkeit hatte die Flöte als Modeinstrument der aristokratischen Musik- kreise zum erstenmal künstlerische Bedeutung, stank den erstaunlichen Fähigkeiten des Fiöten- ineisters. Theoretikers und Komponisten Quantz erhielt das Instrument auch im eff entliehen Musikleben ' gewisse konzertante Rechte, die es bis heute behauptet hat. Als Zentrum einer außerge- IIIMmNIMtlNtHINmiinHMMININIHIHNlItiaMmiMIHmiNHIMMHMiiMHIHninNllll wohnlichen Flötenkunst hat mit Recht immer Paris gegolten, wo hervorragende Spie’er wie Wunderlich. Hugot, Tulou, Taffanel und Gaubeit gewirkt haben. Von den französischen Flöttsfen der Gegenwart i*t Mar cel M o y s e, der am Pariser Konservatorium lehrt, ein Künstler von Weltruf. Zur Pf ege auserlesener Kammermusik hat Moyse ein Trio mit seinem Sohn Louis, der nicht nur Flöte bläst und Klavier spielt, sondern auch komponiert und mit seiner Schwiegertochter Blanche, einer begabten Geigerin, die mit dam Komponisten Arthur Honegger verwandt ist Für Ihr hiesige* Konzert hatte die Familie Moyse ein reichhaltiges Programm zu* sammmgestellt das Triosonaien von Bach und Teleman Beethovens Frühlingssonate sowie klein« Stücke moderner französischer Komponisten enthielt Der Vortrag d eser Werke zeichnete sich durch sicheres Stilgefühl klangliche Feinheiten und ein vorbildliches Ensemblcspiel der drei Instrumentalisier, aus. denen das Publikum nach Jeder Nummer stürmischen Beifall spendete. Großen Erfolg hatte auch das erste gemeinsame öffentliche Auftre en zweier Künstler des Südwesf- funks. nämlich des Konzertmeisters Ludwig Bus und der Pianistin Maria Bergmann, die das von den meisten Virtuosen bevorzugte Progremm- schema mit abschließenden Zirkusslüeken durch drei Violinsonaten von Beethoven ersetzten. Dor künstlerische Geschmack der beiden Musiker zeigte sich aber nicht nur in der Programmgestaltung, sondern auch ln der Wiedergabe der ausgewählten Sonaten op. 12, 47 und 90. Die Interpretation wäre allerdings stilgerechter und überzeugender gewesen, wenn die Zusammenarbeit eine einheitlichere Beethoven-Auffassung erreicht hätte. Als Geiger von Niveau und Bildung hat Bus die Wichtigkeit der formalen Gliederung für Beethovens Vioiinwc.ke richtig erkannt. Ganz im Banne dieser strengen Architektonik spielt er aber .sozusagen nur die Formanalyse der Sonate. Er übersieht noch, war die Pianistin für das Entscheidende bei Beethoven hält: seine Abhängigkeit von dichterischen Gedanken und S immungen. Bekannte doch Beethoven selbst, er habe „gedichtet wie man sagt komponiert“. Gewiß erklingen die Sonaten tonschön, brillant, temperamentvoll, technisch lobenswert. Aber ihr großer künstlerischer Wert liegt ja gerade darin. ..daß die geforderte Virtuosität stets die organische Konsenuanz der poetischen Idee und des angesueblen Stilcharakters bildet“, Gh.Mb. t Vf. 9 Wirts chaft und Arbeit Samstag, d*h 1. Februar 1947 Die Kable - unser Schicksal I Deutsc h la n d ist In dar Förderung ans Mais las im RScks and BADEN-BADEN — Eine sehr aufschlußreiche Statistik veröffentlicht Serben das alliierte europäische Kohlenamt über die Kohlenförderung und Kohlon- anrtschnft Europas Im Dezember 1916. Danach hat «ic Kohlenförderung (in 1000 t) betragen int Westdeutschland 5227 Holland 709 Oberschlesien—Polen 4207 Türkei 334 Frankreich 4171 Sar dinien 75 Belgien 1887 Gemessen en der durchschnittlichen Monatsför- Osrung der Jahre 1935—1938 (- 100) sind da* in Westdeutschland erst 46 vH. in Ob 3 rsch’e 3 ien-Po!en 13 vH, m Frankreich 103 vH, Belgien 80 vH, Holland 65 vH. In Westdeutschland ist also noch Sicht einmal die Hälfte der Vorkriegsföv- flerung erreicht. In Frankreich dagegen liegt die Kohlenförderung schon um 8 vH über derjenigen Von 1935—38. Eins der wichtigsten Ursachen für diese auffallend unterschiedlichen Entwicklungen erkennt man aus der zweiten Zahlenübersicht des Kohlcnamls. Daraus ergibt sich nämlich, daß im »ostdeutschen Bergbau 236 000 Bergleute beschäftigt werden. Das sind erst 74 vH das Be- •chäftigungsslands 1935 38. Dagegen beschäftigt der französische Bergbau heute schon wieder 323 000 Bergleute, das sind 143 vH d:s Bestands von 1035 38. äiso um 43 vH mehr als damals. Auch Belgien und Holland haben heute mehr Bergleute a’s vor dem Krieg, und zwar Belgien um 10 vH und Holland um 18 vll mehr. Es ist hauptsächlich dieses Zurückbleiben der Westdeutschen Kohlenförderung, in zweiter Linie »der auch der fast völlige Ausfall der britischen Kohlenausfuhr nach Festland-Europa, was dia unbefriedigende Kohlenversorgung der europäischen Einfuhrländer verursacht. Nach, einer weiteren Übersicht der alliierten Organisation hat Frankreich im Dezember nur 34 vH derjenigen Kohlenmenge einführen können, die es im monatlichen Durchschnitt der Jahre 1933—38 •ingeführt hat. Holland konnte nur 20 vH, Schweden nur 37 vH, Belgien 32 vH, Dänemark 47 vH, die Schweiz 49 vH, Norwegen 30 vH, Luxemburg 6i vH und Pörtugal 24 VH dar Vorkriegsmenge beziehen. , Die Kohleneinfuhr Europas war im Dezember 1916 wie folgt: aus den Vereinigten Staaten kamen £63 000 t, aus Großbritannien nur 33 000 t, Westdeutschland lieferte an die Länder Europas 6-SÖ00 t, Oberschlesien 319 000 t und Südafrika 41C0D t. Wie desorganisiert die europäische Kohlenversorgung heute leider geworden ist, zeigt die Tatsache, daß Schweden sich um die Einfuhr größerer Mengen Kohle aus — Brasilien bemüht! Das Wichtigste Problem dar europäischen Koh- Jenvcrsorgung ist, dem Iiulubcrgbäu mindestens 103 000, möglichst aber noch mshr leistungsfähige Bergleute zuzuführen, für die nicht nur die ausreichende Ernährung und Arbeitskleidung, sondern »ueh die Wohnung gesichert se.n müssen.* te- rads dieser Funkt c. weist sich als immer vordringlicher. Es wird nur dann gelingen, eine größere Anzahl Berg'eute zusätzlich ins Buhrgebiet zu bekommen, wenn man ihnen auch eine menschenwilrd ge Unte kunft zu bieten vermag. Die Militärregierung hat diesem Gesichtspunkt bereits Rechnung gatra- ? an. Indem sie de Bereitstellung von Baustoten in dar britischen Zone fast ausschließlich zu Gunsten das Baus von Bergarbeiterwohnungen veranlaßt hat. Es wäre zu 'wünschen, daß diese Maßnahmen beschleunigt und umfassend BlilHärmark and Besalzangsfranc hfg. BADEN-BADEN — Anfang Februar wird die französische Müitürve, waltung mit der Ausgabe der neuen Geldscheine in französischer Währung an d-a Mitglieder dar Eosaizungsarmee und dar französischen Militärverwaltung beginnen. Ein Teil dar Löhnung und Gehälter wird, wie bisher, ln Markgald ausgageben werden, um,dm Besatzungs- angs'örigen den Einkauf und die Inanspruchnahme von Diensten in deutschen Geschäften zu ermöglichen. Das gilt z. B. für den Kauf von SlraEen- bahnfahrsciielnen, für die Inanspruchnahme dss Friseurs, das Schuhmachers uipy, Ihren eigentlichen Lebens’ocdarf drehen die Besatzungen gehörigen bekanntlich in dan Ecor.omals, und dort, sowie in allen Einrichtungen, die dar unmittelbaren Kontrolle der Militärregierung unterstehen und den Basaizungsängehörigen Vorbehalten sind, werden 6ia künftig nur noch mit Hilfe das -neuen Besat- eungsge'ds cinkaufon können. Damit Ist im wesentlichen eine scharfe Trennung zwischen dem deutschen Ge'dum’.auf und dem Geldsystem der Besatzung vollzogen. In der britischen und amerikanischen Zone sind schon im Sommer und Herbst vorigen Jahres ähn- Lcha Maßnahmen durch die Schaffung dar brlti- ccl an Sö'-datengulscheine und der Dollarguttcheine •rfolgt Der Basatzungsfranc darf, wie jene Gutscheine, nicht zum Einkauf in deutschen Geschäften verwendet werden. Deutsche dürfen dieses Geld nicht besitzen. Für die deutsche Bavö'kerung bleibt außer dan ReicüSbank- und BanienbankzsitlungS- mltteln das alliierte Markgeld wie bisher gesetzliches Zahlungsmittel. Dam Schwarzen Markt wird mit dar Einführung das Basatzungsfrancs ein wichtige» Finanziemngs- mltiel entzogen. Das ist auch dar Hauptzweck der Maßnahme. Von amtlicher französischer Saite wurde dieser Tage in jParis mitgeteilt. daß durch die Einführung des Besatzungsfrenc das französische Schatzamt künftig dar Verpflichtung enthoben sei, Markgeld undurchsichtigen Ursprungs ln französische Währung umweehieln zu müssen. Der Umlauf an alliiertem Militärge'd wird sich künftig weiter verringern. Das alliierte Geld, wsl- ' dies zur Reichsbank gelangt, darf n&mUch von Ihr nur mit besonderer Genehmigung durch die Militärregierung wieder in Verkehr gebracht werden. Während bis Ende 1945 in der französischen Zone* insgesamt für 656 Mill. Mk. alliiertes Markgeld aus- f -geben werden war, hat sich der Umlauf bis nde 1946 bereits auf etwa 500 Mill. Mk. verringert Internationale Lebensmittelkarte für Rheinschiffer STRASSBURG — In Straßburg fand eine Tagung dar Rheinschiffahrtskommission siatt Sie befaßte sich mit Verwal lungsfragen, die dsi Schiffahrt auf dem Rhein hindernd im Wege stehen, und vor allem in Deutschland. Die Komra’ssion »teilte fest, daß es unbedingt erforderlich ist, die Ausstellung von Laissez-passers für die Rheinschiffer zu organisieren. Soweit die Schiffer laufende Ausgaben haben, gestaltet sich deren Begleichung sehr schwierig. vor allem in den Eesaizungszonen Deutschlands. weil die Regelungen für den internationalen Geldwechsel beachtet werden müssen. Die internationale Lebensmittelkarte für Rheinschiffer wird am 1. 4. 1947 in Kraft treten. Die Fahrrinne ist erneut besser geworden, und die Schif- fahrtsverhältnisss von Basel bis zur Mündung sind zufriedenstellend durctzgeführt werden, damit eine Kohlenkatastrophe, wie wir sie augenblicklich durchmachen müssen. ein für alle Mal verhindert wird. Wir müssen im Lauf dieses Jahrs aus der erhoff terj Mehrförderung natürlich zunächst die notlei den de Industrie beliefern, vor allem diejenige; werke, die für die Sicherung der Ernährung arbeiten und die, welche Ausfuhrgüter herstellsn. Feiner hofft Frankreich, vpm Frühjahr ab wiede: einen größeren Anteil an d*r westdeutschen Kohlt zu erhalten. Alsdann müssen aber schon im Sommer erhebliche Reserven füf die Hausbrand- versorgung im kommenden Winter angesamsaelt werden, um Zustände, wie sie gegenwärtig herrschen, zu verhindern, und um dem skanda'ösen und für die deutsche und europäische Wirtschaft untragbaren Raubbau am Holzbesland unserer Wälder ein Ende zu machen Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe , Kohle" Prof. Dr. Hölting, hat d esbr Tage auf einer Pressekonferenz erklärt, daß eine Steigerung der Förderung um 6 vH genüge, um die vor einiger Zeit nötig gewordene Kürzung dar Kohlenzutei- ’ung an Industrie und Verkehrsbetriebe rückgängig :u machen. Die weitere Mahrförderung stehe dann lern Hausbrand zur Verfügung. Es ist hoch erfreu- loh, daß in Auswirkung des Punktprämiensystems m Ruhrbergbäu die tägliche Förderung von 80 000 t am 28. Dezember auf 217 439 t am 21. Ja- fuar und auf 221 421 t am 21. Januar steigen konnte. \uguet Schmidt, dsr Vorsitzende des Industrie- srbands . Bergbau“, hoffte sogar für Ends Januar •ine Steigerung der Tagesförderung auf 240 000 bi« 50 090 t zu erreichen. Die tägliche Arbeitsleistung de* einzelnen Häuers beträgt heute etwa 122 t seien l 42 t seines englischen Kameraden. Diese Leistung feezsichnete drr Minister für die britischen Zonen, John B. Hynd, unter den heutigen Verhältnissen a's sehr günstig, besonders auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Wir dürfen also hoffen, deß im Lauf des Jahres nicht nur di» deutsche, sondern auch die europäische Kohlen age sich grundsätzlich zum Besseren wandeln wird. Dr. Geiler Sfidbadens Sparkassen 1946 bi der Stadl AwaUangsäbatsdi~sie - Gewerbil-ker Kisliibsdsrf nimmt i« — Voibereitoag der Wieleraafbau-Finanzlemng * BADEN-BADEN — Bei den im Badischen Sparkassen- und Girovsibaüd in Engetvflegau zusammengeschlossenen 66 Sparkassen Südbadjtts haben die Spareinlagen im Dezember 19:0 erneut um 2 MilL RM zugfenommen. Auch im Oktober und November war eine Zunahme um % und 3 5 Mill zu Verzeichnen. Hmter diesem Gesamtergebnis von allen Sparkassen verbirgt s ch allerdings die Tatsache, daß »ich bei einer Reihe von Kassen schon seit Monaten Auszahlungsübörsehüsse ergaben. Es sind dies in der Hauptsache städtische Kassen mit überwiegend Industriellem Geschäft, während bei Kassen mit landwirtschaftL Geschäft in der Regel die Einzahlungen immer noch erheblich dm Auszahlungen übsrtreffen. Diese Entwicklung, die auch in anderen Bezirken und bei anderen Kredilr Instituten zu beobachten ist dau’.et darauf hin, daß weite Kreise besonders der städtischen Bevölkerung wegen dör starken Erhöhung dar Lebenshaltungskosten oder in Ermangelung von Einnahmen schon seit längerer Zelt auf Ersparnisse zurückgreifen müssen. Die Ausleihungen Im örtlichen Kreditgeschäft sind weiter zurückgegangen und betragen Ende J9i6 hoch 90 Mill. RM. D e rückläufige Entwicklung hat sich allerdings ln den letzten Monaten etwas verlangsamt, weil die Kreditinanspruchnahme der gewerblichen Kreise sich etwas belebt hat. Ira Jahr 1916 haben die von den 66 Sparkassen verwalteten Spareinlagen von 1501 Mill. um 108 Milk, auf 1 702 Mill. zugenommen. Sie sind um 6 vH gewachsen gegen 8 vH 1815. Die sonstigen Einlagen (Zahlungsverkehrsguthaben) haben sich um 58 Mill. vermehrt auf 342 Mill. RM. Die Guthaben bei der Girozentrale und sonstigen Banken stiegen von 676 Mül. auf 748 Milk, während die eigenen Wertpapiere sich nur wenig erhöht haben infolge der nsuerwoibanen Bad. Staatsanleihen von 1916. Die Hypotheken- und sonstigen Darlehensfordsrungen sowie die Kredite auf laufende Rechnung haben die seit Jahren zu beobachtende Ermäßigung fortgesetzt von 107 Mül. auf 90 Mül. RM. Die ICassanbestände sowie die Guthaben bei der Reichsbank (Barreserve) snd erheblich verstärkt worden, um 74 MiU. RM, womit etwa eine Verdoppelung dar Barreserve eingetreten ist. Bei dieser hohen Kassenhaltung spielt dar Zinssiop eine Rolle. In diesem Vorgang wie auch ln der Erhöhung dar Guthaben bei der Girozentrale ist aber auch e na Vorsorge für künftige Finanz!e- rungaaufgaban, besonder» im Wohnungsbau, zu erblicken. Ober die Finanzierung des Wiederaufbaus zerstörter Hausgrundstücke wird zur Zeit mit den zuständigen Stellen verhandelt. Die besonderen Schwierigkeiten, die bei Lösung dieser Aufgabe infolge von hypothekarischen Vorbelastungen, dem noch völlig ungeklärten KriegS- scbädenproblem aber auch wegen der außerordentlich hohen Baukosten zu überwinden sind, werden wohl nur durch öffentliche Hilfeleistungen in Form von Bürgschaften oder von Zuschüssen für die Verzinsung und Tilgung der Kredite gemeistert werden können. U. 11. 1S4S 11. 12. 1S4S 1. vH d. 1. vH d. ISM M Bilanz- 1000 M Bilanzsumme summe Barreserve 66 871 3,5 143 352 6,8 Wechsel 538 121 Big. Wertpapiere 1 073 247 551 1 105 741 32,4 Guthaben b. Banken 676 023 34,7 758 243 35,8 Schuldner um 1,2 18 683 08 Hypolheken-Forderungen 84 873 4.3 71007 3,3 Grundstücke u. Gebäude 8 326 0.5 0 514 0.4 Sonst Aktiva 12 867 0.7 9 243 0,4 Summe der Aktiva 1 847 403 100 2 114 004 100 Spareinlagen 1 593 719 01,9 1 701 971 SOS Gläubiger 283 446 14,5 341 020 16,2 Anleihen, Hypotheken- Schulden 491 487 Rücklagen 61036 31 89 711 38 Rückstellungen 6 367 04 8 484 02 Sonst Passiva , 2 329 0,1 5 631 02 Summe der Passiva 1 917 408 100 3114 904 100 Die öffentlichen Sparkassen in der französischen Zone sind neuard ngs mit der Ausgabe der amerikanischen CARE-Pakete betraut worden. De „Cooperative for American Remlttance to Europa 1 (C.A R.E.), eins Vereinigung von gemeinnützigen Wöhlfahrisvarbändm ln Amerika, ist an die Sparkassenorganisation mit dar Bitte herangetreten, bei der Verteilung der Pakete an die Empfänger zu halfen. In den Ländern dar französischen Zone werden dis Spenden der amerikanischen Geber von o.ner zentralen Sparkasse (in Baden die Sparkasse Freiburg Br.) auf d'e Gcschäftsbazirke dar als Ausgabestellen bestimmten Sparkassen verteilt, die mit der erforderlichen Zahl von Paketen beliefert werden und sie an die Empfänger ausgebsn. Außenhandel und Zonenversclmielzung WbtachafubezieliiiBgen der belgUsh-hollSodlgcben Zollunion mit den West «men Von unserem Korrespondenten hl. WIESBADEN — Langsam scheinen die noch Stagnierenden Wirischaflsbazie'.ungsri dar euro- pLschen Länder wieder in Fluß zu geraten. Was uns Deutsche dabei besonders erfreut, ist die Tatsache, daß dis wirtschaftliche Vernunft in Europa mit dtm Tempo der kleinen Schritte“, die die Politik macht, nicht mshr e nvers andrn ist Dia wirtschaftliche Not. die allen Ländern dieses kriegS- durchfurchten IContinen's gemeinsam ist, zwingt zu praktischen Maßnahmen, die möglichst schnell zu konstanten Verhältnissen führen müssen. Nach der Vereinigung der beiden wasidculschon Zonen, ist Westdeutschland wieder ein Wirtschaftsgebiet, das die Nachbarn ln ihrem e'gmen Interesse baschäfügen muß. Besonders Holland hat in dar letzten Zeit dieses Interesse djutlich kund- gatan. Nachdem das niederländische Kabinett tn einer Sondersitzung dieser Tage ein Memorandum an die Stqllvertreier der vier Außenminister in London gerichtet hat, in dem die wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland' erörtert wardan, wird jetzt bekannt, daß am 23. Januar Besprechungen über den Abschluß »Inas Handelsvertrags sw.sehen Holland und den Westzanen aufgenommen worden sind. Die holländische Regierung stähl dabei in enger Fühlungnahme mit dar belgischen Regierung, so daß man sagen, kann, daß die belglsch- holländisone Zollunion, der auch Luxemburg angehört, und die im Welthandel auf Grund ihres großen Kolonialbesitzes hinter den USA und Großbritannien an dritter Stolle stehen wird, •la erster Wirtschaftsblock erkannt hat, diß es k * 1- non europäischen Wohlstand ohne Deutschland geben kann. Vor dem Krieg führte allein Holland 23 5 vH seiner gesamten E nfuhr aus Deutschland ein, während Deutschland 15 vH der holländischen Ausfuhr aufnahm. Westdeutsche Industrie und holländische Landwirtschaft bilden natürlich» gegenseitige Ergänzungen. Der Ausfall Deutschlands trifft die Niederlande ebenso schwer wie uns der Verzicht auf die holländischen Lebensmittel, dl» nach dem Verlust dar deutschen Ostgebiete für den deutschen Weiten besonders lebensnotwendig geworden sind. Uns fehlen die kondensierte Milch, der holländische Käsa, Butter, Eier, Saatgut, Kartoffeln und Gemüse, den Holländern aber die Masch’nen, Fertigwaren und Fabrikeinrichtungen. Die chem'schs* und Elektroindustrie der Niederlande Ist teilwe'se nur bis zur Hälfte ausgenutzt, well die deutsche Ersatzteillieferungen ausbleiben. Weder die Zollunion noch ein holländischer Industricah- sierungsplan können dan deutschen Handelspartner ersetzen. Außerdem sind die reichen Kolonien Hollands wegen der Weltlage und dar zusammengeschrumpften Handelsflotte nur sehr bedingt Helfer in dar Not 1937 führte Holland für 450 Mill. RM Waren aus Deutschland ein. Die Einfuhren aus Frankreich betrugen dagegen wertmäßig nur 82 Mill. RM. diejenigen aus England und Be'gipn 174 und 214 Mül RM. So fordert die wirtschaftliche Vernunft ihr Recht Die niederländische Regierung hat einen Plan aus^ea.haltet, nach dam aus der anglo-nmarika- nischen Zone Waren im Wort von zunächst 60 Mill. Dollar eingeführt werden sollen. Außerdem soll Deutschland a's VOredelungswerk- Stätte dienen, ln der Fertigwaren, besonders Textilien. hergesieUt werden sollen, ohne daß die beschränkten Doüarkredlte zu sehr beansnrucht ward 2 h. Auch Belgien will in Deutschland Waren veredeln lassen. Es hat in d'esan Tagen 700 t Baumwolle in die Textilfabriken der Nord-one (wie die ehemalige britische Zone anscheinend künftig heißen wird) gesandt, um sie dort verarbeiten zu lassen. Schon Im Oktober 1916 tauchte ln Holland der Plan auf, angas chts dar zahlreichen Schwierigkeiten. die sieh der Wiederaufnahme. des Handels zwischen dan beiden 8 lasten entgegen stellten, eine Trouhandge sellSchaft mit besonderer Autorität für den Handel mit Deutschland zu gründen. Diese provisorische Hilfsorganisation soll so lange bestehen bleiben, bis die Schwierigkeiten ln der Anknüpfung privater Handa'sbSztehun- gen mit Deutschland Überwunden sind. Die Genehmigung des geschäftlichen Briefverkehrs Deutscher Firmen mit ausländischen Kunden, dis vor rund sechs Wochen von dar amerikanischen Militärregierung erteilt wurde, ist der Anfing zur Überwindung d'esar Schwierigkeiten. Eine weitere Hemmung wird, falle sich d e deutzche Wirtschaft so entwickelt, wie dies in dem kürzlich veröffentlichten Dreijahresplan vorgasshan ist, der „In du» ■ t r 1 e p 1 a n“ sein. Auch er wird, wenn einmal die Anfangsschwiorlgkslten überwunden und die deutsche Produktion, die ln diesem Industrieplan fest- goiegten Prcdukiionsziffern, erreicht hat, alsdann dar wirtschaftlichen Vernunft weichen. Darüber bestehen schon heute keine Zweifel mehr. Es zeigt sich immer mehr, wie der Vorsitzende des britischen Ausschusses der Internationalen Handelskammer. Arthur Gulnneii, dieser Ta- , ge äußerte, d e SchlüsseVellung Deutschlands beim wirtschaftlichen Aufbau Europas. Insofern tit die Zonenvereinigung eine wirtschaftspolittsche Tat von europäischer und darüber hinaus für die USA und England von weltwirtschaftlicher Tragweite. Wer dies erkannt hat. kann sich nicht darüber wundern, daß dieses Hochziehen des wirtschaftlichen e'semen Vorhanges zwischen Westdeutschland und den Nachbarstaaten hinter dem eisernen Vorhang Im Osten kein günstiges wirtschaftliches Echo gefunden hat. In diesem Sinn hat der holländische Vorstoß, der eine Brücke zwischen der westeuropäischen Zo'iunion und Industrie-Deutschland schlägt, durchaus besondere Bedeutung. Da Holland auch mit der französischen Zone bereits ein Warenaustauschabkommen getrof- tan hat, hat somit erslmals ein Staat, der nicht Be~ latzvngsmacht ist, seinen wirtschaftlichen Willen kundgean mit allen drei Westzonen gemeinsam alte Handelsbeziehungen wieder aufzunehmen. Die Eralhroeg im der Ostxone ktt. BERLIN — Nachdem sieh herausgestellt hatte, daß das Ablieferungssoll von den Bauern nicht erfüllt werden kann, und die Bestrafung dar Ablieferungspfliehtigen ein erschreckendes Ausmaß angenommen hatte, »ah zieh die sowletnissisch.e Militärverwaltung genö'lgt. das Ablieferungssoll für Getreide um 2C9 000 l. für Ölflanzen um rund 10 000 t für Kartoffeln um 180 C00 t und für Gemüse um 51003 t herabzusetzen Den größten Anteil an dieser Herabsetzung hat die Provinz Brandenburg mit 00 000 t Getreide und allein 95 aod t Kartoffel», sowie 44 000 t Gemüse. Die Regierungen dar Provinzen und Länder haben nun dii Verpflichtung, die Herabsetzung dar Ab!i»ferungs- pläna für die einzelnen von Unwetter oder Mißernten betroffenen Wirtschaften gerecht durchzu- führen. Aut den bisherigen Verlautbarungen amt!Leitet Stellen geht nicht hervor, ob böser Wille zu Min- derablieferungen führte oder ob in der Tat d s ursprünglich festgesetzten Quoten Zu hoch waren. Wie jetzt das Organ dar drutschen Verwaltung für Land- und Forstwirtschaft zugibt, hat der Anbauplan für 19*6 erhebliche Schwächen aufgewiesen. und daß die Festsetzung dar Abliefe- rungsnormen im vergangenen Jahr vielfach zu. schematisch erfolgte und die einzelnen Bodenklassen und klimatischen Bedingungen sowie den Grad der Kriegseinwirkungen bei der Einstufung nicht genügend berücksichtigt wurden. Es Wird ferner öffentlich zugegeben, „daß es Jetzt Bauernhöfe gibt, auf denen nach Erfüllung der Ablieferung kein Viehfutter, kein Saatgut und kein Korn für das eigene Brot vorhanden ist“. Nach einem in der Zeitung abgedruckten Brief Sinei Gemeinde sind Veranlagungen doppelt gemacht worden und andere Irrlümer vorgekommen so daß die Bauern mit den zuständigen Behörden „um jeden Liter Milch und jedes Gramm Fleisch kämpfen“ mußten. In diesem Zusammenhang muß auch auf die — amtlich nicht bestätigten — Gerüchte hingow'Cten werden, nach denen Neubauern aus Verzweiflung Ihre Im Zuge der Bodenreform zugeieill.cn Ackerstelle wieder aufgegeben haben und daß andere nach Verwertung dar geernteten oder Vorgefundenen Bestände es vorzogen, als Arbeiter oder Angestellte ihren Unterbau an anderer Stehe zu suchen. Es steht fest, daß auf dem heutigen Gebiet der sowjetischen Zone im Jahre 1938 erhebliche Überschüsse erzielt wurden, die bei Brotgetreide etwa 200 009 t und bei Kartoffeln rund 400 000 t betru- ? en. Die landwirtschaftliche Nutzfläche beträgt 595 090 ho. davon Wiesen 915 000 ha und Weiden 434 000 ha. Im Wirtschaftsjahr 1945 46 waren 4 815 000 ha für den Anbau landwirtschaftlicher Kulturen vorgesehen; bestellt wurden iedoch 4 827 080 ha. so daß eine Überschreitung de* Anbausolls um 13 vH zu verzeichnen ist Viehbestand der b»lt. Zone w'id ve»k1e’neri ■Ueh- »ad Butlerzengang in Gefahr hwg. HAMBURG — Die britischen Dienssteller; haben einen Fünfjahr csplan für die deutsche Landwirtschaft ausgearbeitet Der wesentlichste Punkt de» Plans ist eine Herabsetzung das Viehbestand* auf 15 Prozent über dan Stand von 1933. Diese Maßnahme wird als besonders einschneidend empfunden, da gerade 1938 das Gebiet der heutigen britischen Zone den niedrigsten Viehbestand seit Jahren aufzuweisen halte. Von deutscher landwirtschaftlicher Seite Ist gegen den englischen Plan mit der Begründung Stellung genommen worden, daß das Abachiachten weiterer Viehbestände einen unausbleiblichen Rückgang der Milcherzeugung nach sich bringen muß. ^.Rlndtrmord bedeutet Schweinemord'' Dieses schwerwiegende Schlagwort, to betonte der Landwirtschaftsminister für Schleswig-Holstein, Arp, das schon nach dem ersten Weltkrieg galt, müsse auch heule wieder eindringlich "vor Augen geführt werden. Die englischen Dienststellen hingegen stellen sich auf den Standpunkt, daß es sich Dau sch- land nicht leisten könne, Nahrungsmittel an Vieh «u verfüttern. Dar 8 chwe ine bestand der Zone lat schon ln den letzten Monaten ln verschiedenen Gebieten um fast die Hälfte gesunken. Noch krasser Ist der Rückgang in dan Hühnerbeständen, die gegen 1839 um zwei DriPel verr.n- S ert worden sind. Leicht angestiegen sind lediglich ie Schafhaltung und die Pferdebestände Für die Pferdehaitung Ist mit einer Einschränkung bereits begonnen worden. Neben größeren Kontingenten an Pferden, die aut Schleswig-Holstein nach No.d- rheln-Westfalen geliefert werden., werden neuerdings 7 000 Pferde aus der britischen Zone nach der französischen Zone überführt. Die amerikanische Zone ist gleichfalls bereit. Pferde aus der britischen Zone im Austauschweg aufzunehman. Nene Fischkutter Im Fan hwg. HAMBURG — Das Fischkutie.bauprogramm ln der britischen Zone berechtigt zu recht guten Hoffnungen. D e Werften haben schon jetzt Aufträge, die sich in mehreren Fällen auf Jahr» hinaus ferttrecken. Die Jüngsten Produktlonse'msehränkun- gen durch die Kohlen- und Stromkrise hofft man lm Frühjahr wieder ausgieiehen zu können Die mittleren Werften, die wieder bis zu 600 Arbeitskräfte beschäftigen, haben teilwßiäe Bauaufträge bis tu 20 Kutter und daneben eine ganze Anzahl von Umbauten ehemaliger Wehrmachtsfahrzeuge für Fischereizwscke laufen. Auch Baustoffe sind meist vorhanden. Augenblicklich können diese Werften allerdings nur noch 30 Stunden die Woche arbeiten, wodurch Sich die Bauten wesentlich verzögern. Abkommen der fr»ni5s!a<&ea Föne mit Be'glen BRÜSSEL — Die belgische Regierung uni die französischen Besatzungsbehörden jn Deutschland haben ein Abkommen unlerzöiennet, das dis Frui.e 2er Hendsls »fzjenungen »wischen de. französischen ßesatzungstone und Belgien regelt. Das Aokommon wurde auf >1 Monate geschlossen und enn >'!jht einen Warenaustausch bis zu 2 MiU. belgischer Francs. Et ist am 1. Februar in Kraft getreten. Austands-Tttefonverkehr mit Deutschland Die Wiederaufnahme des internationalen Telefön- und Telegraphenverkehrs mit Deutschland ist für den 15 Februar vorgesehen Ab 1. Februar wird die Gewichtebeschränkung für Ausländsbriefe tus Deutschland von 20 g auf 500 g erhöht. Die Gebühr beträgt für die ersten 20 g T5 Pfg., für jede weiteren 20 g 45 Pfg. Wln-ige Börsenumsäls» MAINZ, 31. Januar — Das Geschäft in einheimischen Anleihen war am Mainzer Sprechsaal vom 23. 1. auffallend gering. Es wurde ein Umsatz von nur 70 000 RM. erreicht Kompensationen waren ln einer Höhe von 823 000 RM gcms'det. Unt«r Aktien gingen um' AEG 137,5 BZ, BMW i23ö BZ., Commerzbank 107 5 BZ. — D. Bank 96 5 BZ., Phrix 163 BZ . Mühlhe.mar Bergwerk 194 BZ 4 - Deutsche Cenlrai-Boden Pfandbriefe 97 25 BZ. 4'» Deutsche Genossenschafts-Hyp -Pfandbriefe 106'* BZ. IW* Hessen-Pfalz wurden mit 100 B2k, 3*7* Hessen-Pfalz mit 104 '/*'/« LZ. gehandelt . Nr. S BADENER TAGBLATT Samstag. $en I. Februar I94T EÄVS BADEN-BAOEl ■nnn: Glatteis Es war einer jener Tage, wie wir sie diesen Winter öfters erlebten, an dem der bescheidene Abstieg von unserer Anhöhe in die Taltiefe einer nicht ganz ungefährlichen Gletscherpartie glich. Gehen konnte man das nicht mehr nennen, man rutschte und glitt langsam talabwärts. Dazu hatte ich noch Bunasohlen unter den Füßen, die ja bekanntlich keinen Halt bieten. Ich bin nicht gerade mehr die Jüngste und gehe daher mit meinen Knochen schonend um, weil sie mürber sein sollen bei zunehmender Reife. In der einen Hand schleppte ich einen Koffer von ganz beachtlichem Gewicht, unter dem anderen Arm hatte ich meine Handtasche geklemmt Dies nur deshalb, weil das hilfreiche Geländer, das sich mir freundlich bot, damit unerreichbar war. Trotz des kalten Tages traten Schweißperlen auf die Stirn bei dem langsamen Balanceakt talwärts. Voll Freude hörte ich plötzlich hinter mir forsche, federnde Schritte näherkommen, und schon bog der hilfreiche Retter in die Rutschbahn ein, schneidig, elastisch, pelzgeschmückte Sportjacke. Ich bin zwar kein Gretchen mehr, und so unterblieb auch die klassische Aufforderung: „Schönstes Fräulein, dürft ich’s wagen?“ Nein, Arm und Geleit trug mir dieser stolze Ritter nicht an. er schritt mutig fürbaß und überließ mich meinem Schicksal. „Viellc'cht kommt dort der barmherzige Samariter!" dachte ich und blickte hilfesuchend auf einen schlanken Herrn mit Aktentasche, der mir entgegenkam und aus der Ferne längst meine Gehversuche mit angesehen hatte; ich war atemschöpfend an die Straßenböschung geraten. Aber es ging wie in der Bibel, auch der zweite ließ mich abseits stehen und ging kalt seines Weges. Da hatte ich große Lust, loszuschimpfen und meinem bedrängten Herzen Luft zu machen! Doch zog ich es vor, zu lachen, weil es bekömmlicher sein soll. Also ich begann lachend erneut meinen Abrutsch zwischen Koffer und Handtasche. — Und dann kam er endlich, der ersehnte Deus ex machina! Er war jung, frisch und hatte eine Offiziersmütze auf, er nahm m'ch freundlich unter den Arm, geleitete mich an das Geländer, nachdem er sich zuerst des Koffers bemächtigt hatte. Diese ganze Hilfeaktion kostete den jungen Mann 5 Minuten, mir ersparte sie einen evtl. Beinbruch, und richtete vor allem meinen gesunkenen • Glauben an die Ritterlichkeit des stärkeren Geschlechtes wieder auf. Oder sollte das Wort „Kavalier“ doch einem außer Kraft gesetzten Codex angehören? Manchesmal könnte man es allnehmen? Leider! A. H. In harzen Worten Wir gratulieren den Eheleuten Johann Zürn und Frau Lina geb. Stiegcle, Weinbergstraße 45, zum Fest der goldenen Hochzeit am 6. Februar. Theaternachrichten — Die Reihe der auswärtigen Gastspiele der Baden-Badener Theater wird am Donnerstag, den 6. Februar, mit einer Aufführung „Eva im Abendkleid“ in Gernsbach fortgesetzt. Für den plötzlich erkrankten Kölner Generalmusikdirektor Günther Wand hat der französische Dirigent Richard B 1 a r e a u (Paris) die Leitung des Sinfoniekonzerts übernommen, das das Große Orchester des Südwestfunks morgen um 17 Uhr im Großen Bühnensaal des Kurhauses gibt. Der junge Kapel’meister ist kürzlich mit dem „Prix Straram 191-6“ ausgezeichnet worden. Das abgeänderte Programm enthält folgende Werke: Concerto grosso d-moll von Vivaidi, Violinkonzert F-Dur von Lalo (Solist: Henri Merckel), Konzertsuite aus dem Ballett „Le Festin de l’Araignöe“ (Das Fest der Spinne) von Albert Roussel und Feuervogel-Suile von Igor Slrawinsky. Die Intendanz der Baden-Badener Theater weist noch einmal darauf hin. daß am heutigen Samstag, Beginn 15.00 Uhr. eine einmalige Nachmittagsvorstellung mit dem musikalischen Lustspiel „Eva im Abendkleid“ stattfindet. Freunden der Klaviermusik steht ein besonderer Genuß bevor. Der bekannte Pianist Walter Bohle spielt im Kleinen Theater am Freitag, den 7. Februar. 20 Uhr. Aus dem interessanten Programm seien erwähnt Robert Schumann; Davkfsbündlertänze — 18 Klavierstücke von Flo- restan und Eusebius — Claude Debussy: 12 Prelu- des und Johannes Brahms: Sonate in f-molL Goethes ..Stella“ als Hörspiel. — Verschiedenen Wünschen aus dem Höreikreis entsprechend, bringt der „Südwestfunk“ am kommenden Dienstag, 4. Februar, abends 20.30—21.30 Uhr, nochmals Goethes „Stell a“ in einer Hörspielfassung! In diesem „Schauspiel für Liebende“ sind ln den Hauptrollen Eva Fiebig. Adelheid Seeck und Arno Ebert beschäftigt. Regie und Funkbearbeitung: Karl Peter Blitz. Sprechstund en der 8. P. Die Sozialdemokratische Partei, Ortsverein Baden-Baden, hält jeden Sonntag abwechselnd in den verschiedenen Stadtteilen öffentliche, unentgeltliche Sprechstunden ab. Wir verweisen auf die nähere Bekanntmachung im heutigen Inseratenteil. Der fi anaSsiscbe Geiger Henry Berckel gastiert Henry Merckel, der schon im Mal letzten Jahres hier zu hören war, und dessen Interpretationen von Saint-Saöns und der Symphonie Espagnole als meisterhaft gelten, hat von neuem die Einladung des Bureau des Spectacles et de la Musique angenommen und wird (unter Mitwirkung der Pianistin Marie-Louise Pugnet-Cailard) eine Reihe von Konzerten geben, die in Baden-Baden ihren Anfang nehmen, und zwar anläßlich des Sinfoniekonzertes am 2. Februar, in dem er, begleitet vom Großen Orchester des Südwestfunks das Violinkonzert f-moll von Lalo interpretieren wird. Ob. Reg.-Itat Franz Zar eich 80 Jahre Am 2. Februar begeht in Baden-Oos Oberregierungsrat Franz Z u r e ic h , seinen 80. Geburtstag. Ein großer Kreis von Freunden, Berufsgenossen und Schüler gedenkt an diesem Tage voll Dank und Anerkennung seiner Leistungen >m Bereich der mus'kalischen Erziehung, insbesondere der Stimmbildung in der Schelle. Seinen als Musikreferent des Unterrichtsministeriums durchgeführten jahrzehntelangen Bemühungen ist es in vorderster Lin e zu danken, daß 1928 eine neue Ausbildungsund Prüfungsordnung für das musikalische Lehramt und für den privaten Musiklehrerberuf verkündet werden konnte. * Neben dieser amtlichen Tätigkeit kann der Jubilar auf eine größere Reihe von Veröffentlichungen auf dem Gebiet musikalischer Erziehung und solche kompositorischer Art zurückblicken. Eine Lebensleistung, die an einem solchen Fest auch ihre verdiente Anerkennung in der großen Öffentlichkeit finden wird. Die badische Arbeits- und Sozialverwaltung Ohne jeden BStokralismns > Nicht nur Arbeitsschutz, sondern gesicherter Lebensabend Die Vertreter der südbadischen Presse erhielten am Montag im Rahmen einer vom Badischen Wirtschaftsministerium, Direktion Arbeit, veranstalteten Pressekonferenz Einblick in das umfangreiche Aufgabengebiet der badischen Arbeits- und Sozialverwaltung. Der Leiter der Direktion Arbeit im badischen Wirtschaftsministerium, dem früheren Arbeitsministerium, Ministerialdirektor Philipp Martzloff, der gleichzeitig auch Präsident des Landesarbeitsamtes ist, wies eingangs noch einmal auf die im Rahmen der Regierungs-Neubildung im Dezember vorigen Jahres erfolgte Umwandlung des Arbeitsministeriums hin, das seit dem 1. Januar 1947 dem Badischen Wirtschaftsministerium angegliedert ist. An der Zuständigkeit des bisherigen Arbeitern!-' nisterums hat sich aber nichts geändert. Ministerialrat Dr. Rappenecker skizzierte die einzelnen Aufgabengebiete der Direktion Arbeit. Er stellte dabei fest, daß es sich hier um Aufgaben handle, mit denen das Land schon seit Jahren, ja Jahrzehnten nichts mehr zu tun hatte, da sie Aus dem Gerichtssaal: bisher vom Reich erfüllt wurden. Die neue Zusammenfassung im bisherigen Arbeitsministerium und in der heutigen Direktion Arbeit des Badischen Wirtschaftsministeriums bedeute daher, daß die Direktion Arbeit die oberste Landesbehörde für Arbeits- und Sozialverwaltung darstetlt. Ohne jeden Bürokratismus wolle diese Behörde volksverbunden und volksnah arbeiten. Schon jetzt richte sie ihr Hauptaugenmerk auf die Heranbildung eines gee gneten Nachwuchses in der Sozialarbeit. Sie begünstige die Bildung eines Instituts für Soziai- wissenschaft, in der gereifte und durch das persönliche Leben erfahrene Menschen ihre Ausbildung für ihren zukünftigen Beruf in der sozialen Arbeit erhalten sollen. Denn gerade die Arbeitsund Sozialverwaltung wird dazu berufen sein, dem künftigen Staat das Gesicht des Sozialstaates zu geben. Die Direktion Arbeit ist für folgende Arbeitsgebiete zuständig: Sozialversicherung, Versorgung für Kriegsversehrte und Hinterbliebene emschL der orthopädi- Hochstapler gab sich als Zwangsverschleppter aus . . and sollte nach Polen laifidtkeluen / Beine*kensweites Uiteil der Stinfkammer Selbst für einen Hochstapler von Format sind 17 Gefängnisse und 2 Irrenanstalten als zeitweilige Aufenthaltsorte immerhin eine recht beachtliche Leistung. Bei der Donnerstag-Verhandlung der hiesigen Strafkammer gewann man jedoch den Eindruck. daß dies für den Angeklagten Herbert Frietscb doch noch zu wenig war. Denn was dieser Mann an undurchsichtigen Geschäften und Betrügereien nach Kriegsende vom Stapel ließ, dürfte selbst einem alten Routinier ein Staunen abnötigen. Brillantringe und Autos schienen dabei eine besondere Rolle zu spielen. Mit der nötigen Frechheit und dem notwendigen Rahmen — eigener Wagen mit Fahrer — ausgestaltet. gelang es Frietscb. recht erfolgreiche Geschäfte abzuschließen. Und zwar dergestalt, daß er sich Brillantringe zeigen ließ, zum „Schätzen“ mitnahm und dann das Wiederkommen vergaß. Daneben tätigte er ziemlich dunkle Auloverkäufe und fälschte noch so nebenher seinen Führerschein- Im Juni des vergangenen Jahres deswegen festgenommen, gelang es ihm kurze Zeit später, aus der Untersuchungshaft auszubrechen, und gleich begann eine neue Periode von Betrügereien und Urkundenfälschungen. In einem Stuttgarter Verschlepptenlager erwarb sich Frietscb für 10 000 Mark die Ausweispapiere eines polnischen Juden und tauchte mit dem Namen Samuel Rosenzweig kurze Zeit danach in Straßburg auf. Zonen- oder Grenzhindernisse schien es für ihn dank vermögender Gönner — überhaupt keine zu geben, denn er war ja — „Zwangsverschleppter“!! Nacheinander gab dann Sam Rosenzweig alias Frletsch kurze Gastspiele in Appenweier, Renchen, Sinzheim, Haslach usf., und als ihm dabei auf einem Bürgermeisteramt erklärt wurde, er müßte sich für einen in den nächsten Tagen nach Polen abgehenden Transport von Zwangsverschleppten melden, hatte er es plötzlich ziemlich eilig mit dem Weiterkommen. Das Verschlepptenlager in Haslach wurde ihm dann zum Verhängnis, denn dort kam man ihm hinter seine Schliche. Das Tribunal Som- maire verurteilte ihn damals zu drei Monaten Gefängnis. Anschließend wieder in deutsche Untersuchungshaft übernömmen, sollte nun die Slrafknmmerver- handlung am Donnerstag Licht in seine dunklen Angelegenheiten bringen. Sollte — aber in Wirklichkeit gewann man den Eindruck, daß dies nur recht spärlich gelang. Der Angeklagte, vom Sachverständigen als ausgesprochener Psychopath bezeichnet, verstand es meisterhaft, sich immer wieder aufs neue aus der Schlinge zu ziehen, sobald sie einmal eng zu werden drohte. Für ihn günstig sprechende, Momente verstand er recht deutlich herauszuarbeiten. Belastendes hingegen abzuschwä- qhen. Seine vom Gericht unbemerkte Augen- und Gestensprache Zeugen gegenüber erwies ihm in dieser Hinsicht ebenfalls bemerkenswerte Dienste. Auf alle Fä'le gelang ihm sein Vorhaben, recht wenig von der Art seiner Geschäfte und Verbindungen preisgeben zu müssen. Etwas verwunderlich blieb zum Schluß der Verband'ung der Unterschied zwischen dem beantragten Strafmaß des Staatsanwaltes Dr Eßwein — 2 Jahre 6 Monate Gefängnis — und der Urteilsverkündung der Strafkammer, die Frietscb 8 Monate Gefängnis auferlogle. Solchen Leuten vom Schlage des Angeklagten gehört im Grunde genommen so viel Zeit zur Besinnung und Besserung, daß sie zu einem nützlichen Glied der menschlichen Gesellschaft werden. Ob acht Monate dazu ausreichen? — Ein Bf’d aw* besseren Tagen t sehen Versorgung, Arbeitsrecht, Arbeitsgerichtsbarkeit. Arbeiterbewegung, Gewerkschaften, Tarif- und Schlichtungswesen. Wohnraumbewirtschaftung und Siedlungswesen, Gewerbeaufsicht. Ar- beltsverwaltung u. a. — Ihr unmittelbar unterstellt sind das Landesärbeitsamt mit den Arbeitsämtern und Nebenstellen im Lande, die Oberversicherungs- äm Freiborg — Sv offen bürg ViL Heostau* — SV Rastatt P utltega -- Bifieraeit rMrieiwh af *i> — CebwenninyeB Wieder «unter »leb" sind 4ie Vertreter 4er s"dgrum>s ge,- ganenigr, wobei einige reeht interessante Pa»f u f'S- H xusiapue kaman. im Musterl inüle timtet das Rastatter Debüt In Kopsift*.» begreiflicherweise das m® is te Interesse, haben 4asb die GaetgaUer alter* band Wettrumaeben. Dabei müßte Ihnen 41» augenblickliche Krise 4#r Rastatter höchst dtentleh sein. Btlapbury lebst n t 4er Empfehlung de* 3:1,8 eges über Konstanz naeb jyolburg und bannte auch beim VfG tu Punkten Hammen- In Süöwürttembei-g g aiiben wir Rretllnfsn »tark gehU«. Biberaeh klar distanzieren NU Hünnen- Eine Offen» Angelrganhejt sehe nt uns das Treffen Frteti- riebshafen -i gcbwsmiingen, wobei Baelermäßig Behwennngan bimse gut» Chancen nicht ab»u- «vrveban «wd. Pi» afifc’bailish* Obgrlff« fv Stzsrtzirrh — SV Ummsnding ■ knovtfr»u«4» i.ahr — a«v ttmm Rlau-Wciß — VIR Rl gel SC B.-IJaden V SV OUepag Ohne die pausierende Fortuna werden mergsn wettere Entschuldungen für die Haibzeitmeigus teshstt lallen, wobei d»s wichtigste Treffen in Baden-Baden steigt. Kein Gering-rer st, der Tabellenführer Ottenau gibt in der Iftücrstaeü seine Besuchskarte ab. Oer erfelg 4 er Murgtäler über d>» Sportfreund« Lahr mußte jedem Einsichtigen au denken setzen, depn wann bisher schwächere Gegner gegen Ottenau unter •S'o Bäder kamen, es kann man tabr keineafau* au dieser Kategorie »Sitten, jedenfalls blieb Ottenau weiterhin die §phln« der Oberliga und muQ nun bo» Welsen, inwieweit der erste Tabellenplatz seine 8«- reehtigung hat. Dar sperGClub muß diese« Spiel gewinnen, wenn er nicht aussichtslos aurQc«fsu«i wiu. Begnn 14 30 Vhr. Vorher Reserven, w eder auf vertrautem Gelände spielend, werden die sprr f-iihr nicht? unversucht lassen, 4 -n aeV EroRurg die Punkte absunchmen, webst -allerdings «u beachten ist. das die Freiburgar ictgiieh gut in fahrt kamen. — Par nächste Freiburger vere'n Bim-Wstß empfangt den Nachbar au* Illegal und konnte sein Konto wieder um 2 Punkte verbessern. — OberWreh eiert des Tabeuenende und man darf gespannt «ein, ob die Platzherren ihren night gewer- lotcn Brfeig gegen gmmeodfngen wiederholen wer- d >n Die« Ut allerdings wen » wahrscheinlich, d* »Ich di» haute um Weiter endlich gefunden su haben sehainen- FnSVaS !m Spsrlbnlrb B.-Pate» Ol* Spiele d»r Besirkshlasse am leisten Banate» Kuppenhelm — t.elherilurg e g, Bletfgh im - liier» im 2'3 (in Iffezheim) Iliingen « Sandweier l*u Aehem — Au ausgefallen G fgenau -- Söllingen »g«scf?it»n uniii — KappelroUcek ausgarall m B»i der Kuppanh-imer Begegnung sah e* in der W-Sen Hälfte gar nicht nach einem Sieg 4er. R'.etz- ho.Tcn aus. muatc-p sie dealt 3 mal die Gäste in Fahrung gehen lassen. Nur m't Mibe konnte stets der Ausgleich erzielt werden. Die Umstellung nach dem Wö*hsel verlieh den Knäpflestüdtern mächtigen Auftrieb. Schindler, Geling und Rudolf sorgten in bunter Reihe für die 9 Tore, während L, durch Elfmeter das Ergebnis verbessern konnte. Betighoim» neuerliche Niederlage läßt diesen verein, der durch die Pistssperre sehwar gelnnäiespt Ist, vorläufig aurückUiicn, Ist aber an sieh völlig Verdient, da d e piat-,harren es verstanden, den knappen Vorsprung mit Glück und Geschick zu vertsi«. Wen, Wider Erwarten hoch kanterten die fleiß gen nun- t sr die Gäste aus Sandweier nieder die In letstcr eit »fcmlich aus dem Tritt It-man. Die Rodenver. hfitnisco msehten d n Sandhasen rehwar *u schaffen, während sieh die Platzherren viel besser damit ab- sAndcn. Tabetlenstand: Kuppcnheim Ul Ingen Aehern Kappel rodeck Au 3 . Rh. Botighoim Iffezheim 6üIUngen Wandweier l.oibawtung G zss .mau Bühl 8 1 84:10 14:2 8 I 38:12 12:2 R 0 19:3 18.« 8 87 8:4 1 23 21 6:8 3 14:14 8:9 4 I»:?? «iS 4 12:28 3:9 » 4 12:19 4:8 i 4 17.24 3.» 3 8 8:19 2:13 1 8 8:29 1:13 Die XrelsVagsQ ■hws aug- Staffel I R»h»»rh-«m ~ r.ieh’enau i;tj sin«h°im — o-pw »ach f-X, Uägoiiheim — Unzhu.st (,i; gtoilhofen Vimbuch- St-.ffal n FUhlartal — Oo- «:4: pautenbaeh — Varnhalt ( Dasbach -7 tauft Haucncberatetn -- Qberacbern. Staff.I m Bürmer-h-ilm — Steinmauern (für D. gew,); ke,m — Würmarehe m (ausesfaiienh Staff I IV Mächo'.baeh — Wsldpreehtswaier i:d; ©em-bach — Ntederbühi (au:g4ailcn)i CiKliWäief — MuggSB- sturm 1 : 4 . Und morgen . . . Bezirk, kl iss, t.e"berstung — Bietigheim: ritirg-n — Kuppenh-fm: 5 ?>ii ngen — Achsm; Gaggenau — Sandweier: Au a. Rh sin — Iffezheim. II. Msnnseh’ften BHbarstung — Bietigheim: Iliingm — Kuppenhelm: Rastatt — BülU; .B.-Badcn — Ottenau. Kr4sklista Staff sl 1 Unzh'»#t — Ltchtenau: Seherzhe'm — ft n gs'-halra; gtoahofen — Schwarzaeh; Vimbuch — Sinzheim. Staffel II Obaraehern — S'-bseh: Lauf - Fautanbaeh; Hauen- Cberzteln — Oos; Varnhalt — Bühlertal. Staffel in purm-rsheliri — Otterrdorf: Elehosheim — PUttert- dorf; Würmersheim — Steinmauern. Staffel IV Waldprechtsweier — Rotenfels: Gernsbach — Muggensturm: Bischweier — Michelbach Kfl.-l'in M tsci.haeh — MederbOhl Die j.«ig .reif auz M'lschbaeh, die am vergangenen EOnntrg m E’.cheshclm 7:3 gewann, spielt, nach Absage von Doniueschingcn gegen FV NlederbUhl. Sp'el- bcgjin 14^0 Uhr. -gro— De» iSiitBli^w Sport Frauan-HandbaUmdstrrsehaft Ol# diesjährige süddeutsch» Frauan-HandSVl- me-s.crschaft findet am 14. und 15. Juni ln Hessen statt. Di# dureh .uk ihrendm Splcäe dar Dandeo- maistcr von Baden, Bayern Hassen und Württemberg werden an beiden Tagen im k. o.-Systcm ausgetragca. N««P«r afcadem2s4an Bespraahungen, bst 4anen seitens der Besat- sungxtruppan General Sehwart* und M- ßoionsl Mol- pard, deutscherseits Rektor Szhm d von der Ä'ma mstor ln Mains und 4er Beitar dar neuen Institution. D pl. Turn- und Sportlehrer p. p. Oldzpbiirg zugigen waren,-würg« in §uc-n Punkten volles Einverständnis erzielt, Bi, paus Haehsehule, die der Ws'nztzr Uni- Vsrsität angegliedz-rt wird, unterseheidet sich.grundlegend von der unlängst in Vdlkling'n Rzar ins heben gerufenen gporisahui«, eie Forderung Oldenburgs geht dahin, daß de neue Hochschule als eine For- schungs-und hohrstötto für die Erzie- bungswissensehaft des Körpers Geltung erlangt und damit akadem'sehfcn ghsrakier trägt, Fünf grundlegende Austhldungssweige sind v«; gesehen: h Abbildung wen Tum* und Sportlehrern im Hauptberuf (Schule und Fre(ggwerbe), |, Ausbildung von I.ehrern für technische Spezialgebiete (Tonnt», »HI usw.), %. Fortbildung d«r sog Vbungslalter und Trainer der Vereine, 4 PrakUaahs und wiMgtuehgfiUeit« Srforaehung des Gebietes- A Werbearbeii für di# Kuiturmission dar f-eihas- Übungen, Die Ausbildung h»j ffilgendes SU« Nßi: i Pi« peradrit ehe und praktisch» Bsharrschung aller dtyciga ohne Ausnahm», 2 . Hohe Leistungen auf dam aondwgahlat (Leichtathletik u. a. m-), 1 . Kenntnis vom Bau und Funktisnisren das Körp#rs und seiner Beanspruchung bei dar Laibcsübung, 4 . Erziehung grundsätz» kür dta Ai torsstuf an und ©e- sciuechtsr und Erziehungsweise des Körpers, g. Kenntnis vom sparlliehen ©rganisaiipnsweifR (beschichte, ävaditiaa. Vereinswssen usw 1 - Die Immztrikulät’on setzt für alle Bewerber Heeh- sahulre fe »ls selbstverständlich voraus und wird nur eine Ausnsf-me rössben bpi den im vsreinsie- ben bewährten Praktikern von Roher geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit. Die Johannes Ciutonberg-Ubiversitijt übernimmt gas Protektorat. Hallo, Sportplätze und sonstig# Grundstücke werden zu sportlichen Lwi-eken hergerichtet und ausgtbaut, Versuchsweise wird am 1, Juni m« zwei Semestern begonnen, di# von insgesamt 4» künf- Baden-Badens Niederlage in Freiburg T*«U fvt«n Fußballs blieb Fotlaiia S 1 2 Sieger N*oh Freiburg fuhren die Jturetgdter mit »in'gre ffofinungeh. die sieh m spieieriEpher iiinBiept vehauf erfUmcn- Babel rotlt« e* ab« ailerd ngs biaibon, denn sehliePUeh seiste sieh di* seelwi?eh bessere Rif d*eh iegm das Eifer der Gäste dureh Pies umso deutlicher, da dem ie-iturm mit fiepp ohne gwaifei der spipitus reetor fehlte. Trotzdem 'hmterliea die Badener Elf ln der erei-gäumatrep?!« eihan guten Eindruck, wenn man von dar leidigen ko -Affäre ab- s'eht, dm von einem einzelnen begangen, dOSh immer an der Gesamtheit h-mgen bleibt Ein'se gefährliche Freiburger Kombinationen brachten schon ba'>d n»sh Beginn brensliehe Situationen vor Badens Tor. die jedoeh von dem Fortuna-Sturm glatt vergeben wurden, Ehe dann weißhaupt die Gäste in Führung bracht*, hatte der gleiche »plrter bereit« einmal eine gute ehanea ausgelassen, Bei fusgegl'ehenem FÄdspiel v-rmaehtea die Badener diesen knappen Vorsprung hl» beinahe zur Halbzeit SU halten, aber da täuschte einmal Lisch ty famos, gab su Kopp und es stand l;l. In der »weiten Hüfte vermochte Fortuna den steifen wind günstig als Bunde g ns-sn su v remeten. Prompt UeS sieh Baden-Baden das hohe F.ugbaU- gpiei der Freiburger aufdrängan und mu8t§ dann dementrpreabend bsid die Folgen tragm, gm kleines MiSvorsftndnis in der Qästedeekung gab den Anlaß »ur Fr«'b"*ser »>t F 'h "ns, die jsdoeh Wrtfth'upt «it sein«« OTste« (tj Kopfballtor im cgg.nsug wett- machen kennt». Bis ?9 Minuten vor ErhluB vereitelte Torwart Mitsei und die au gcaeiehnrtd Hin- tormannsehaft jeden weiteren Ttefler- Aber dann Heß cm g gentor und ein recht harter Elfmeter die Fortuna auf 4:2 davonsiehen. Ups schien, als wäre «in Bifmctar su einer späteren Spielphase angebrachter agwasen. Nun, e« glich »ich also aus. was Wshlri Bräutigam »ntsehied- B.-Baden stand auoh sonst bei ihm gut im Kurs, was die Freiburger höchst unverständlich fanden. Ai* wenige Minuten vor ieWuß Werner das Endergebnis her»teilte, cfzeiehten die Fortunen einen Erfolg, der »war zahlenmäßig *wei Ziffern su hoch ausfiel, sonst aber vollauf verd'ent war.' —RiBe- iv PSIlitrtil - VfR SS» Kl (liO Eu Anfang sah es gar nicht nach einem eoser Erfolg aus. obwohl die Gifte den Führungstreffer erzielten. Bühlertal erreichte kurz vor Haibse" bei. aländigom Brängin den Ausgleich, aber ©os stellte aaid darauf die alte Differenz wieder har- Nach dem Weehrel vermochten die Gäste eine überlegene dpleiwoise auch aah'enm iflig »um Ausdruck su brtn- g ,n, ihren b-'don Treffern vermachte Bühlertal nur einen cntgaaenrtjsrtz'n. Trotz Hitmsstellung zweier Ihrer Soleier zeigte sieh d'e Fiatself von einer tadoi- loasn Seite, vermochte Riiord ngi nicht, gegen die sich ständig varbes;-nde opaer Elf aüfzuHommon- die zieh nunmehr als crnzttr Titelanwärter vor- gteiit. -R- tigen Qberresisehuiphiioiogen und -FhiioihWinnsd ab. »1 viert werden. Al» Ergebnis diese» Versuches wird dspn Späte» aalt der »rdenfiiehfn Durchführung begonnen- Damit ergeben »ich für eine ganze Reihe iung«r Akademiker neue Berufsmöglichketten. die all erd ng* »i- larhend ©ualifiketionen voraussetzen M*hr als anderswo wird dabei von den zukünftigen B-hMerh die e.- gene Leistung des Sportlehrer* kritisch begutaobtet worden- Auf die besondere Verantwortung da* spe.-> lthror» gegunüber der heranwaohsenden Jugznd braucht nioht h ngewiesen zu werden Jedenfalls ist diese neu» Institution ein weiterer Markstein in dar Entwicklung de» sportlichen und kulturellen Leben* innerhalb der lian-ösischen Zone und wird aueh über d>e Grenz, n hinaus in eilen Wportkreisen Beachtung und Aeirk.n- nung finden. Ribss. P,Evck» H«*ibarmti»iers«haft pep'a”t Eine Handbill-JnterEonenkanferen* ist wie der Lsndessportverbänd Hessen mitteilt, für den 19- und S . APril geplant- Auf der Tagesordnung steht ü 9 lg-meine einheitliche Ausriehtung des fiandb.’l- anoris m allen Zonen und die Dureltführung der dcutsehun Handb»l|rneisterschaft 1817. Kaefiner verzichtet anf Mi'MiRltel Per b*F«ri«ch# aesmmstrr im Laiehlgewichi Und Naeiiwueipibover Hans H a e f n c r. der am Oonntts den Titeikzmpf um d e deutsche Meistezsghaft gegen Kpehl yerlor, hat seinen Titel elf bayerischer Meister an den BerufsbeHverbind zurückgisekzn. Ferner bat flaofnaf n*eh Mitteilung das Trainer* fl Ns Frey (Nürnberg)' *e ne ToÜnshm« zur Usyeriiehen Ivjaister- gehsft Im Weiter» jwiobt, bei der er >n 78. Februar In München auf Oechsle treffen sqtite. f-bges’sgt. Haefnere Entschluß ist auf mehrere A n *’ H® U- g p n ihn in d»r ..Süddeutschen Leitung' zurück-Mühlen- „Olymplsdie Geseilsrha t“ yasfijadet Anläßlich der kürzlich durehgiführlen Arbeit», taaung der *udü?uAchen Landes-portverbändC wurde, mit dem S.tz in Frankfurt, eine olympische ütscu- schafi gegründet mit d m sweek und der Aufgabe, die olympische Idee in Beu scMend zu ecu»« Eliren su bring-n und se tatkrüfh« zu fördere Sie tiivm- « GcstUsehaft, der jedermann ö*itreten kämt. >c freiwillige Vereinigung unurecimitonst s*ut- schcr auf der Qtundisgc der ©«meinnatztgkeit, Raisportfrsuoäe werden aufgerufe« im kommenden Frühjahr soll auch in güdbsdon d*r Rad-purt wieder m Gang gäb.achi worden- Dazu bedarf « aber nicht nur v«ncr ©rganisation, die fitzre-ts geschaffen ist, sondern es bedarf vor aiiim dor Mithilfe aller Radeporifreunde, ln vielen Gam§iRd@» de» bad sehen Landes hat es vor dem Krieg# Radfahrervereine geg-öeni da* Interesse für 8re Radsport ist aueh heute noah vorhanden und e* soi! auch sobald als raögtch mit der Wiederaufnahme dieses Bport- sweige* begonnen ws>d«n. Bio Radsportfreunde w _r- aen daher ersucht, ihre Anschrift an den Be* rli^ beauftragten für Radsport, Joseph HC11 ( Ch Frei» bürg |. Rrsg, Bärenweg 14 zu senden Der Wiederaufbau des Bad=Bort« ist pur möglich, w nn die ft-d- feportfreunde im Land« sieh durch rege Mitarbeit daran beteiligen. SportSfreWidifcr Gegen da» Rowdytom «nf Fbsb'Hptätren nahm am Vwi'g_ug-nj,i Samstag eine Sitzung der Silädeut- i sehen ÖbertiEa in S.uttgart mit Recht scharf Stellung. Die Ausschreitungen des Publikums auf FuSbaU- plätzen geg-n Beniedsrishtcr und Gastspieler haben in den leisten Wochen überall ein Au mrta angenommen. das im Interesse des An» sh ms der Sportbe* woguns ein Eingreifen dringend nötig M'eht. Keine Strafe ist hart g-nug, um dieses sieh allmählich breit* machende Rowdytum restlos auszurotten und Vcreme, die In diesem Kampf gegen die Versündigung am Spor igelst versag-"- haben von jetzt ab die uncr» bittitchen Fe gen zu tragen- Vornan I und spieiaua* sehuO der güddoutsehen oborhga haben auf der Etuttgzrter Tagung eine Re he von Maßnahmen be* •ehloosen, die ein riieksleht-io-es E'nsehreHen der Vereine fordern, um ml* diesen skandatäsen Vorkommnissen auf Fußballplätzen endlich einmal Echiuß zu mieh-n. Sa worden künftig für Auscchre!tupgen auf Bpert. plätsen nur noch P.ajzspirren als strafmaßnal.me in Frage kommen gleiehgiitlg, ob dem betreffenden Verein eine Vernsehläss’gung, »e'ner Ordnungspfiieht naehzuweisen ist oder nicht. Die Vereine haben einen verstärkten piatz*ehu'* zu organisieren m t Hilf« der Polizei und durch Vermehrung der Eahl der PlatzorJner. Die beiden M®nn*chaf,en wc den mit soforEgar Wirkung am BahluD des Spiele» wieder den »portruf ausbringen und gern - niam mit Schlads iehter und Linienrichter den Platz verlassen, um so tlberg-iffe des Publikum» gegenüber dem Sohledstlchter zu verändern. Diese t.faQrrhmdn der süddeutzeh*n Oberliga » nd außerordentlich begm- ßcnswert, haben aber nur dann Erfolg, wenn di« BoiUCher der Fußballplätze d'e Vereine in Ihrem Kampf g gen das Rowdytum in jeder Hinsicht unterstützen, Tn 8*hwj)nfurt g'b es kür’i'ch ein rriteres Jafti- ISum- Albln Kltzlnger, Dcu n dvi näs vleif-teher NaUonaiipicüBr, trug «uin ISA Ipial aus und wurde von Schweinfurts Oberbürgsrmeister bera Treffen Sehweinfurt 05 — Ulm 48 gjthri. in 41 Länderspielen hat Kitz'ngtr Dsutsehiand ln allen Ländern Europas vertreten. Er zählte ln d-n letzten 10 Jahr o zu den Stammspielern dcr-Fußball-Natienn'.mannsehaff. Aus dem begeisterten Jugendspieler vor mehr als 10 Jahren ist einer der besten Läufer geworden, über den Deutschlands Fußbalicpert je verfügte, i»S0 bestritt Kltzlnger sein erstes Länderspiel gegrn Rumänien und von dieser Zelt an fehlte Kitz'nger, der übrigens « Mal als Repräsentativer ln deutschen Auswahl, mannrchaiic-p Stand, kaum mehr ln d'r deutschen Natienalmannsehalt Das spielerische Können dos ßehweinfurters fand «eine Krönung in der Berufung ln zwei Fifs-Sp'eis. Am 20. Juni 1027 stand Kltzlnger in einem Spiel Zepirai-Europa g3gen Westeuropa ln Amsterdam zusammen mit Jakob, Galdbrunnsr und Lobnor ln der wef.taurop’jUch.n Mannachatt uni ein Jahr ap ! 'tor war dar Schweinfurter im Spiel England — Kontinent am 18. Oktober »28 in London zusammen mit se nsm Vcre'nrkamcraden Kupfer der einzig« deutsche Spider in der Kontinent-Mannschaft. Ein unbeugremsr Wille und cnts-gimgivoUe« Training haben Kltzlnger zu «einem fußbalt-port- llchcn Erfolg geführt und seine Mannschaft im Jahre 1038 zum Titel eines Bayarn-Melsters. Ein zweiter deutscher Nationalep'.aler, Brest Lehde r' Schwaben Augsburg, konnte dieser Tage ebenfalls das seltene Ju6 Tum des 109. VcreiasspTelel begeh cd. kalt 1932 — Lrhnor stand ln d'e.-em Jahr zum ersten Male gegen die Schweiz und Polen in der deutschen Nas 1 ona , .minnseh3lt — gib ei kaum ein Länderspiel ohne den Aug:bur*-r Schwaben als Außenstürmer. Lthner steht daher auch in der Rangliste der Nat onalgpleler h'n'-er Paul Jan 33 (7t t.ändorsp eie) an zweiter Stelle mit 65 Länderspielen. In dar Liste der Torschützen hat der Aug'burger als Außenstürmer mit SO Toren sogar die Führung vor Conen m't 27 Toren und .K'ehlrd Herrn-nn mit 24 Toren. Die Lohnar-Eif zählt Im Kam?! um d e süddeutsche Fußballmeisterschaft zu den gifüechtesten Gegnern. Beide Jubllare. Kitz'hger und Lehner, erinnere uns an Glanzzeiten des deutschen Fußball- Sportes, ln dtn-m Deutschland auf den europäischen Fußballfeldern ein gefürchteter Gegner war , « Frinkrclch hat C'nis der «rfolgreichaten J-hro seiner Sportgtschlrhte h'nter sich. Daran wird man erinnert, wenn man die Nachricht aus Paris liest, daß die französische Sporta'-.ademie auf ihrer letzten außerordentlichen Tagung die großen Medaillen der r.psrtaki’drm’e verteilte und damit die besten Bn®rt- lar Frankreichs im vergajigvn.n Jahre ausseiahnete. . Unter den Empfängern wann die ToUrtuser Schwimmer Jany und Gebrüder Vaiery, die Leichtathleten Pujazon und Han«nn«, wimhladunsjeger p^tra, die Feeht-irln Baissen und der frsiuüslrehe Rugbyverband. Franltre'eh» Schwimmer mit dem kaum »jährigen Aley Jany an der Sft tzs, den der frenzösls-ho Fpo,’tjoumall*t Gasten Benac gl« „bester Sehwimms» aller Zeiten und als Frankreichs iperts» mann Nr. I v seit Jean Souin, Georges Carpeailrr, Charles Rgiulot" bezeichnet, habe, im Jahre- 1848 drei Weltrekorde, 12 Europa-Rc^arde und 84 französische Bestleistungen aufg.ütoiltj Das dürfte in der Gsaehleh'.e dea französischen Schwimm;parte* einslg- artlg lern. Par MitteUtreekier Msreol Han Renne scheint ein wllrd gär Naehfo’gar von Juls* Ladeu.mgue zu ws.'dcn. Er lief in diesem Jahr die 800 Mater in 1 . 60,8 Min. und verbesserte über 1500 m den langjährig 3N Landesrekord des Olympia-,wstten von Amsterdam Jules Ladoum:g : je auf 3.48,6 Min- Htngepne war Im Frühfahr de« vergangenen Jahres zu den amai'ikan «ehre Haiioftmi starrchaftre eingeladen worden. Br i;at mit der Begründung abgelehnt, die vo.bereihingen auf di« kommenden Olympischen ßp'.e'e «eien ihm wichtiger Pujazen ha* In Oslo den Titel eines Eur .pamoisters im 3001 m Hlndareislauf errungen und Prtre wurde w mbladonaleg’r, a'ie» franaöilacha Erfolge, die aufherchen ließen- Die Auszeichnung französiieher Sportler hu blitzartig den Aufschwung der franiös-reh n Sportbewegung aufgezeigt und angi'tUnd gt, daß F an'»reich Im varelym- piaehan Jahr wieder einmal über HtUrelsn« Spertlar von Wettgeuung verfügt- * Die Frage der Teilnahme »der NlehttxNnahme Dou'rehiand» an den Olympischen ßpleian ln London i948 hat schon seit Wochen #!no mit mohr odir v/en gtr Sachkenntnis geführte Diskussion in der GffontUehkcIt hor-rergoruten Dt, Entscheidung liegt einz'g und ^allein be'm internationalen olympisch:n Komitee, dessen objektiv« Haltung gegenüber Deutschland ohne Zweifel ist. Dr. Diem einer der eifrigsten Verfechter dei Oiymp'sehen Go* danken« in Deutsehland und bis zum Zusammenbruch Direktor des Olympischen Institut» in Berlin, hat uns verschied entlieh bostät'gt, daß die deutschen Mitglieder des internationalen Olympischen Komitees regei- mlß'g au-h heute nach die Protokolle der Sitzungen de» 1. O, c. erhalten, Deutschland hat aug nbliekllch ke'n nationales Qlympleehea Komitee und da» erschwert den Verkehr mit dem I. O- C. Pie Frankfurter,: Spsrtkonferen* Im Herbst letzten Jahres hat ei- not» Arbeitsausschuß in* Leben gerufen, dem u. a. der Gsnaralsokrotär der letzten Olympischen Spiele 1838, Dr- Diem, und der bekannte Internationale Sch'eds- richter, Dr. Bauwcns, angehören. Dr, Bauwcn» hat dieser Tage ln einem Brief «n die Frankfurter Sportzeitung „Dar Neue Sport“ su der Frag? der Beteiligung deutscher Sportler en den Olymp sehen Spielen u. a- erklärt: „Es wird dafür Sorge getragen, daß »e schnell wie möglich ein Olympisch:« Komitee auf die Be ne gebracht wird. Dies» Komitee darf zunächst nur Persönlichkeiten en halten, die als einwandfrei« Sportleute n'cht nur In Deutschland, sondern auch tm Ausland bekannt sind.« Deutschland wird »loht um Zulassung zu den Olympischen Spiel«» betteln. Es war 1933 in Berlin zum ersten Maie ln dar Gesch eht« der Olympischen spiele di« führende Spor raicht vor Amerika. Heute fehlen, darüber darf man sieh trotz des bewunderungswürdigen Optimismus der deutgehen Sportler n'cht täu»ej»cn, dl« primitivsten VorsuiMt- zungen für die Vorbereitung :n zu Olympischen Splo» ion. ganz abgesehen von der Ent'ihrungsiag« und dan Bchw.erigkeilien einer interzonalen Organisation. Deutschland sollte ruh'« warten, bis die Walt wieder Vernunft angmomm-n hat. und daher sind Schritte wie dl« des Vertreters . dar hessischen Sportjugend. Kurt Rocßlor, der ln einem offenen Brief an den Präsidenten de» 1 . o. C„ Edrtröm Stockholm dl« Bitte au-.rprach, Deutschland und Japan zu den 1918 in London stattfindonden Olympischen Sp'elen zuzulassen, überflüssig. Präsident Edslröm hat in einer Neujahrsbotschaft der Hoffnung Au-diuck gegeben, daß die Brüderlichkeit unter den Völkern, die Freundschaft und Nächstenliebe !n Eukunft In aller weif Geltung haben soll. Lehen bei den Lelehtaihlet)k-Kurupam--i- »teraghaftan in Oslo, Im Semmer vorigen Jahres, hat Präsident Edström eindeutig zu verstehen gigaben, daß Sport mit Politik nichts zu tun hat. Deutschland ixt, das weiß man auch im Internationalen Olympisejfen Komitee, ein eifriger Künder des Olympischen Gedankens. Für die Olymp sehe Idee will aueh dio Olympische Gesellschaft werben, die dieser Tage auf der Arbeistagung der südd:yt- Tehon Sportverbände ln Bad Nauheim mit dem Sjtz in Frankfurt «• M. geg ändet wurde Deutschlands Jug.-nd kann abwarten, bis ihre Aufnahme ln den Krel« der Olympischen Nationen erfolgt. Bis dahin Würden Deutschlands Sportler wertvolle Aufbauarbeit leisten, um später einmal Wieder |m spart!iahe« Kampf der Jugend der Weit bestehen zu können. —r— Oh f*ltt«ii«8 in 3btipt!q|«a Di* deutsche Nachrichtenagentur DENA (früher Dana» veröffentlicht folgenden interessanten überm pk-. Obwohl auf dem oehiet des Skisport«, besonders im Lang- und Psueriauf, Leistungen velibraeht werden, die bis an die Grenze msnsehUcHer Kraft gehen, so können bet dor veraehiodsnartigkeit der Bodingungcn und »trreken die aufgeateliton Rekorde keinen Anspruch auf A'IZcmrtnglitigkeit erheben. Eine Au-- nahms beatehi im Skispringen, well »eh hierbei die Führung von »3ha„Ucnrekorden herausgebildet hat. Da» Skispringen wird nleht nur nseh der Welte der Sprang? gewertet, auch Haltung und Ausführung werden berücksichtigt, e ne geringere Weit« mit tndel'o- »cr Haliung hat den Verzug vor einer größeren, die mit weniger guter Körperhaltung erzielt wurde, Ais Pionier dar Bestrebungen, das Skispringen in die sportliche Waukampfferen zu lenken, gut in Norwegen der aus Telemark stammend» Sondra Nordheim, dar etwa irn Jahre t»39 Sprungweiten von dreiß'g Meter erreicht haben »oH. Anfangs wurde auch in Norwegern nosh mit Stöcken und anaesegenen Banen gesprungen. später g’ng man »ur geraden Haltung während des Sprunges über. im Jahre 18*8 wurde auf der Husoby Schanz« bei Oslo von E, Lillehagen mtt u Mater ein Rekord «ufge- »toilt, der in den Listen der besten Qktcprüng? «l» erste verbürgte Sprungweit» gjf.thrt wird. Das erste Hoi-. menkoii-Rcnnen, der größte norweglaclie Sktwcttbe- worb und die bedeutendste 'Skiveranstaltung der Welt, fand am 31. Januar 1882 auf der Hoimenkoll Schanze bei Oslo »Utt Der Noiw .gzr A. Amundscn hielt Im Jahr» 1814 mit *4 Mjter die Weltbestleistung im Ski- spnngon Jedoch ©rat ab 'me bog,n» der groce Lei- stungjaufatieg ln dieser Sportart. In den Sprung mf- .Wettbewarbon der Olympischen Winterspiele von 1924 bU 1836 gab es ausachUeßiich norwegische Siege- Die Weltbestleistung Im Skispringen wurde von Si.ä m im Jahr« 1824 bi* zum Jahre 1838 auf ss m erhöht. Eine neue Entwicklung wurde mit dem Bau der ftle- sretchans« in Pisnie« (Jugoslawien) oingoieitet. Hier sprengen t»4 Dirgar RUud (Norwegen) 92 m, 1935 R. Soaronson (Norwegen) 93 m und im gleichen Jahr R. Anderson (Norwegen) Sfl S m Jorel Brad! (Doutichland) kam 1838 mit einom Sprung von isi m erst mal* über die Huhdart-Mctor-Marke. Ewer Jahr« später steigerte Bradt diesen Rekord auf Hn Meter. R. Oehrlng (Deutschland, erroichi» auf dar Sshanze von Planlos im Jahre IMi die bisher erzielt« größte Weite im Skispringen mit 11s m- Sie bayerisch« ELhockey-StelrtereehPft ivird am 13. Februar ln Füssen mtt dem Spiel EV Füssen g-gen den deutschen Meister SC Rlesersoc entschieden. Die Berliner Fußb-ll-Stadtmannschaft bestreitet ihr erstes Spiel In diesem Jahr am Ostersonntag gegen die Stadt-Auswahl von Cbcnmitg. Vr. • BADENER TAGBt.ATT Samstag, den I. Februar 1547 Veranstaltungen in Baden-Baden Uder* und Kurverwaltung Baden-Baden Sonntag, den 2. Februar 1947 s 1164 Zum letzten Mal: „Oer TroJanlsrhe Krieg findet nicht statt“ — ein Stück von Jean Giraudoux, deutsch von Annette Kolb. Kl. Theater 05—17 Uhr, 12 RM). 7. Vorstellung der Mietgruppe F und Frei- verkauf. Sinfonie-Konzert des Großen Orchesters des Südwestfunks Baden-Baden, Leitung: Richard Bl"renn, Paris. Solist: Henry Merckel, Violine, Paris. Werke von Strawinsky, Lalo und Roussel. Kurhaus, Großer Bühnensaal (17—19 Uhr: 1-« RM). Zum letzten Mal! Gastspiel Albrecht Schoenhals — Anneliese Born „Undine“ — ein Stück in 2 Akten nach dem deutschen Märchen des Friedrich de la Motte-FouquC von Jean Giraudoux. Kleines Theater (20—22.30 Uhr; 1-2 RM). Außer Miete. Montag, den 2. Februar 1947 Viol n-Abend Henry Merckel — Am Finget: Marie- I.oulse Pugnet-Cailiard. Werke von Beethoven, Thi- monnier, Roussel, Hindomlfh, Strawinsky. Kleines Theater (21—23 Uhr: 1-6 RM). Filmvorführung „Verlorene Frau“ — mit Rente St. Cyr und Jean Murat — ein französischer F irn mit deutschen Untertiteln. Kurhaus, Großer Bühnensaal (21—22 Uhr; 1.60, 2.20 und 2 — RM). Dienstag, den 4. Februar 1947 Vorstellung des Thtetre National du Palais de Chaillot „Der Bürge“ — Drama in 3 Akten von Paul Claudel. In französischer Sprache. Kleines Theater (21—22 Uhr; 2-2 RM). Filmvorführung (Text wie Montag) Mittwoch, den 5. und Donnerstag, den 6. Februar 1947 „Der Bürge“ (Text wie Dienstag). Freitag, den 7, Februar 1947 Klavier-Abend Walter Bohle. — Werke von Schumann, Dcbussy und Brahms. Kleines Theater (20—22 Uhr; 1-6 RM). S-mstag, den 9. Februar 1947 In neuer Inszenierung ! „Der Arzt am Scheideweg“ — Komödie in 4 Akten von G. B. Shaw. In Szene gesetzt von Willy Grflb. Bühnenbild: Heinz Küpferle. 9. Vorstellung der Mietgruppe B und Freiverkauf. Sonntag, den 9. Februar 1947 „Ampliltryon" — ein Lustspiel in 2 Akten (nach Möllere) von Heinrich von Kleist. Kleines Theater (13—17.15 Uhr; 1—2 RM). Außer Miete! Sinfonie-Konzert des großen Orchesters des Südwestfunks Baden-Baden. Leitung; GMD G. E. Lessing — Sol ist-n: Francine Gu'gnard, Violine. Werke von Fuchs, Dclnnnoy und Sibelius, Kurhaus, Großer Bühnensaal (15—17 Uhr; 1-2 RM). „Der Arzt am Scheideweg“ Text wie Samstag. Außer Miete t Der Vorverkauf für den 2. Februar hat begonnen; Vorverkauf für den 3. bis 9. Februar ab 2. Februar an der Kurhauskasse und der Kasse des Kleinen Theaters. Sämtliche Veranstaltungen mit Genehmigung der französischen Militärbesatzungsbehörden. Auretis • Lichltoiel« Täglich t4-30 und 17 00 Uhr. Mittwochs auch 19.20 Uhr Sonntags keine Vorstellugen Rudolf Fern au und Renü Deltgen in Dr. C RIPPEN An BORD. — Wochenschau. — Jugend frei. S US9 Kino des Westens Bis einschließlich Donnerstag, täglich 15, 17, 10 ultd 21 Uhr „So gefällst Du mir!“ Ein Revuefilm mit Gustl Huber, Wolf Albach-Rclty. Jugendfrei. S 1247 AMTUCHE BEKANNTMACHUNGEN LeWmlHeliofrsf Für die 1. Dekade der 22. Zui-Periode (1. 2. Ms 10. 2. 1947) werden folgende Lebensmittel aufgerufen: 1. Brot für Karte K 1 750 g auf Abschnitt 1 220 g. auf Abschnitt 2 500 g. Karte K 2 1500 g auf Abschnitt 1 250 g, auf Abschnitt 2 7*9 g. auf Kleinabsehnftte 500 g. Karte Jgd 1. Jgd 2 und E 2090 g auf Abschnitt 1 509 g, auf Abschnitt 2 1009 g. auf Kleinabschnitte 500 g. Schwerarbeiter Gruope I 500 g auf Abschnitt 1. Gruppe II 1250 g auf Abschnitt 1 500 g, auf Abschnitt 2 750 g. Gruppe ITI 2250 g auf Abschnitt 1 und 2 Je 1000 g, auf Abschnitt 2 250 g. Werdende und stillende Mütter 5-9 g auf Abschnitt 3. Votlselbstverso'-ger Karte SV (Brot) 3009 g auf Abschnitt 1, 2, und 3 Je 1000 g. 2. Fleisch Karte K 1 50 g auf Abschnitt 7. Karte K 1 109 g auf Abschnitt 13 und 14 Je 50 g. Karte Jgd 1 ISO g auf Abschnitt 13, 14 und 15 1e 50 g. Karte Jgd 2 250 g auf Ab-chnitt 13 und 14 Je 100 g. auf Abschnitt 15 50 g. Karte E reo g auf Abschnitt 13 und 14 Je 100 g, Schwerarbeiter Gruppe I 59 g auf Abschnitt 5. Gruope TI 200 g auf Abschnitt 5 und « 1e 100 g. Gruppe III 250 g auf Abr.'-hnHt 5 und 6 1e '09 g. auf Abschnitt 7 50 g. Werdende und st'l’ende M"ti"r 190 g auf Abschnitt 5. 3. Vollmilch. Karte K t »/, I tägl'eh, Karte K 2 V» 1 taelich. Karte Jgd 1 >/> 1 täglich, Karte Jgd 2 >/. 1 täglich. Werdende Mütter V« I täglich. Baden-Baden, den 31. Januar 1947. S 1279 Der Oberbürgermeister — Ernährungsamt Ausstellung der Benifsbftcher Im Ansch'uß an die Bekanntmachung des Präsidenten des Landesarbeitsamtes Baden. Freiburg über die Ausstellung der Arbeitsbücher werden die Arbeitgeber der Betriebe, welche im Bezirk des Arbeitsamts Ba- den-IViden und seiner Nebenstellen Achern und B'’M ihren S'tz h-ben. aufgefordert. In nachstehender Reihenfolge und Verfahrensweise d e erforderlichen Unterlagen bei den für sie zuständigen Arbeitsamtsstellen cinzureichen. Das Berufsbuch wird in mehreren Abschnitten ausgestellt. Zunächst kommen folgende Wirtschaftszweige ln Betracht; Wzw. 8—6: Bergbau. Wzw. 39: Bau- und Bauncben- gewerbe: Bauverwallung, Archiktckturbüros, Hoch- und Tiefbau, Bauncbengeaverbe, Schornstein- und Gcbäudcrcln’gung. Wzw. 26—28: Holz- und Sehnitzstoff- gaworbo: Säge- und Fournierwerke, Tischlerei, Stellmacher ci, sonstiges Holz- und Schnitzstotfgewerbe. Wzw. 11—19:, Eisen- und Metallgewinnung, Eisen-, Stahl-lind Metallwarcnherstellung, Maschinen-, Stahl-, Eisen-, Fahrzeugbau. Elektrotechnik, Feinmechanik, Optik, Schmicderel, Schlosserei, Klempnerei, Installation. Wzw. 2: Forst-, Jagdwirtschaft, Fischerei. Wzw. I: Landwirtschaft, Tierzucht, Gärtneret. Wzw 44—47: Kciehspost, Deutsche Eisenbahn. Schienenbahnen, Kraftfahr- und Fuhrgcwerbe, Flugverkehr, Schiffahrt. Wzw. 7—10: Steine und Erden: Gewinnung und Bearbeitung von natürlichen Steinen und Erden, Kalk, Gips-, Z amontlndustrie, Brannt- und Formstelnherstet- lung, Keram'sche Industrie, Glasindustrie. Wzw. 21: Textil gewerhe. Wzw. 24: Ledergewerbe. Wzw. 26—38: Bekleidungsgewerbe: Schneiderei, Näherei, Kleider- und Wöschcherrteilung. Schuhmacherei, Schuhindustrie, sonstiges Bekleidungsgewerbe. Die betreffenden Arbeitgeber müssen folgende Unterlagen einrelehen: 1. Listen über sämtliche Arbeiter, Angestellte, Lehrlinge, Praktikanten und Vo'ontäre. Tn einem besonderen Abschnitt sind die Betriebsangehörigen aufzuführen, d'e noch in Kriegsgefangenschaft, vermißt oder gefallen s'nd. Me L’stcn müssen getrennt nach Männern und Frauen aufgestellt werden und folgende Angaben erhalten: Familien- und Vorname, Geburtsdatum, Wohnort der Arbeitnehmer, ferner ob ein Arbeitsbuch oder e>ne Ersatzkarte für das Arbeitsbuch der Liste beiliegt. 2. Sämtliche im Besitz der Betriebe befindlichen Arbeitsbücher oder Ersatzkarten. 3. Von sämtlichen In den Betrieben Beschäftigten: bi den von den Arbeitnehmern ausgef' liten „Feststellungsbogen zum Berufsbuch“, wenn für sie das Arbeitsbuch den Listen beigefügt ist, b) den von den Arbeitnehmern ausgelüllton ..Antrag auf Ausstellung des Berufsbuches“, wenn das Arbeitsbuch mit den Listen nicht eingereicht werden kann, weil es Infolge der Kriegccrcignisse oder aus sonstigen Gründen in Verlust geraten ist. Die „Feslstellungsbogon“ und „Anträge auf Ausstellung des Berufsbuches“ sind vorher von den Betrieben beim Arbeitsamt Baden-Baden, Zimmer 3 oder bei den Nebenstellen Achern und Bühl abzuholen. Bel diesen Stellen sind auch de Unterlagen ein zu reichen und später die fertigen Berufsbücher abzuholen. SB 1214 Der Leiter des Arbeitsamts Baden-Baden Auf Anordnung des Gouvernement älilitaire werden mit Wirkung vom L März 1547 sämtliche bisher erteilten Vorkehrsgonelimlgungen für Kraftfahrzeuge jeder Art (Personenkraftwagen, Motorräder, Lastkraftwagen, Omnbusse, Zugmaschinen) für ungültig erklärt. Ab L März 1947 sind nur Kraftfahrzeuge für die lebensnotwendigsten Bedürfnisse zu verwenden. Entsprechende Anträge sind in der Zeit vom 1. bis 5. Februar 1947 bei dem Bezirks-Straßenverkehrsamt Rathaus Zimmer 4, auf den dort erhältlichen Formularen in doppelter Ausfertigung zu stellen. Der Grund der Benutzung ist in jedem Einzelfalle durch Vorlage der Dringlichkeitsbeschein gung der entsprechenden Fachorganisation wie Industrie- und Handelskammer, Ernährungsamt, Handwerkskammer u. ä. nachzuweisen. Dar Verkehrsberoich der nach dem 1. März 1947 zu- gelassc-nen Kraftfahrzeuge Ist ebenfalls auf Anordnung der Militär-Regierung auf das äußerste zu beschränken und bei aem Antrag genau anzugeben. Die Bezeichnungen wie bisher innemalb der gesamten französischen Zone sind nicht mehr zulässig. Ebenfalls sind bei den Anträgen die Art des benötigten Kraftstoffes, die benötigte Menge auf je 100 km und die Anzahl und der Zustand der vorhandenen Reifen anzugeben. Für Anhänger von Nufzfahrzeugen gilt das gleiche wie für Motorfahrzeuge. Personenwagen als Behelfslieferwagen weiden nur dann anerkannt, ■ wenn sie ausschließlich dem Warentransport dienen und für diese entsprechend umgebaut sind. Es wird darauf hthgewiesen, daß ab 1. März 1947 die Benutzung von Kraftfahrzeugen ohne die neuen Fahrtenbücher (bisher Permls de Circuler) durch die Militärs-Regierung verboten ist. Bei Zuwiderhandlungen wird das Fahrzeug beschlagnahmt und der Fahrzeughalter gemäß den einschlägigen Bestimmungen bestraft. 8 1284 Der Oberbürgermeister — Bezirks-Straßenverkehrsamt Zur Durchführung von Spezial-Schreibarbeiten wird für vorübergehende Arbeit (Dauer etwa 6—2 Wochen) eine Person gesucht. Bedingung: Gute Handschrift und Spezial-B'oekschrift.' Bewerbung bezw. Vorstellung Rathaus Zimmer 4. . S 1252 ___Der Oberbürgermeister_ _ Das Wirtschaftsamt ruft auf die Lebensmittelkarte für Januar Abschnitte UI für Normalverbraucher sämtlicher Altersstufen, Abschnitt III für Vol[Selbstversorger folgende Waschmittel auf: K 2, Jgd 1, Jgd 2 und E 250 g Waschpulver. K 1 von 0—2 Jahren 500 g Waschpulver. Tüten sind unbedingt mitzubringen Die abgetrennten Abschnitte sind von den Verkaufsstellen für sich getrennt, aufgeklcbt zu je 100 Stück dem Wirtschaftsamt bis zum 22. Februar 1947 spätestens clnzureiehen. S 1223 Weiter macht das Wirtschaftsamt darauf aufmerksam, daß Januar-Abschnitte nach dem 19. Februar 1947 Ihre Gültigkeit vertieren. Der Oberbürgermeister — Wlrtschaftsnmt Erfassung der Sachverständigen Die im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Baden-Baden ansässigen öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen, die sich weiterhin als Sachverständige betätigen wollen, werden gebeten, der Industrie- und Handelskammer Baden-Baden möglichst umgehend, spätersten» bis zum 20. Februar 1947, folgende Angaben zu machen: S 1203 Vor- und Zuname; Anschrift; Staatsangehörigkeit; Geburtsdatum; Dalum der Bestellung und Vereidigung; Industrie- und Handelskammer, durch welche die Bestellung und Vereidigung erfolgte; Fachgebiet. Beizufügen sind der politische Fragebogen in zweifacher Ausfertigung und ein kurz gefaßter Lebenslauf. Die fristgerechte Einreichung der erbetenen Unterlagen ist Voraussetzung für die Eintragung der Sachverständigen in die Sac.i verstand! genliste der Kammer. Personen, d e neu als Sachverständige öffcnllch bestellt und vereidigt werden wollen, können einen dahingehenden Antrag bei der Kammer einreichen. Der Antrag muß die oben genannten Angaben enthalten. Außer dem politischen Fragebogen in zweifacher Aus- fert gung Und einem kurz gefaßten Lebenslauf sind oem Antrag Unterlagen zum Nachweis geordneter wirtschaftlicher Verhältnisse, der persönlichen Elg- GOTTESDIENSTE Evarg. Landeskirche. Altstadt: 8.20 Christenlehre im Gemeindehaus (g heizt), 9 30 Hauptgottesd’enst >m Gemeindehaus, Brandt, 11.45 K'ndergottesdienst, 15 Bi- betstomrinschaft 'im Gemeindehaus. Lichtentat: 9.30 Hauplgottesd'enst im K'ndergarten (geheizt). Gu(!- mann. 10.43 KindcgoUesdienst. Weststadt: 9.30 Haup‘gotlesdlenst im Gemeindehaus {geheizt», Fischer, 10.45 Kindergottesdienst. Oos: 17 Hauptgottesdienst im Gemeindehaus (geheizt), Meytha'er. Montag. 3. 2. 20 Uhr Mütterkreis >m Pfarrhaus. Mittwoch, 5. 2 L i c h t e n t a 1 : II B'bel'tunde im Kindergarten (geheizt). Donnerstag, 6. 2. Altstadt: 20 Bibelstunde im Gemeindehaus (geheizt). Ev. lutherische Gemeinde (im Pfarramt Fremersbergs». 41). Sonntag. 2. Febr., 9 U - Andacht (Pfarrer v. Ocrtzen). Mittwoch. 5. Febr., 15'/: Bibelstunde. _, Stiftskirehe. Sonntag: 6 hl. Messe, 7 hl. Messe und Mo- natskommun’on ai'er MüniT und Janemlnn-r. * *8 Schülers'nemesse mit Predigt. 10 Hochamt m't Pe- d'gt. 11 Singmesse m't Predigt in der Klosterkirche z. IN. Grab, nachm. 3 Versammlung des 3. Ordens, abeds 'iA Corpo-is-Chrlsti-Brud-rschafis-And acht mit S-gen, abds. 6 Singmesse, anschließend Erteilung des PJasiuasepens Montag: Fes'Mariä-Li-htmeß. *'i7 f. ouo Seevels. 7 f. C. Herr, K. Falk. L. Herling, F. .Ta'rnö, ’/=9 Amt zu Ehren der Mu'torgotte«. Nach jedem Go'- tesd'enst Erteilung des Bl’s'uss-gens. Dienstag: ‘ü7 Austeilung der h’. Kommunion. 7 f. F. Sehmriier und Berta Klein. K. Wolf. E. und M. H“'fer. J. Hau eeb. Bo’le und verst. Eltern. "-9 f. Franz Wicdenvum. Mittwoch: ';' ; 7 Austeilung der h'. Kommunion, 7 C'ir n- schaf-smesse der Jugend f. den Gef. Friedrich Ramm, stett, VA S. A. f. Julius S'-hiffhau-r Pnnnorslgg: ’ 7 Austeilung der hi. Kommun'on, 7 f. M. Hu-k. Th. Steurer, M. Grein er und Sohn Richard, O. -/,» s. A. f. Wilhelm Hude. 4—7 Enichtge'eg-'-ih-'t Freitag (Herz-.Te-u-Freit-e): '1,7 f. Urin rieh Broßm-r. 7 Herz-Jcsu-Amt mit S-gen, S-A.Lt Justizrat Fr. Ketterer. abds. 8 Minnerpred'gt in der K’hrile de» Vinzentiushauses. S'mstng fPr’estersamstsg't • */i7 f Elsa Steidel, 7 I. Farn. G’.e'"''euf. W. Bäte’er, L. S’cphan, 1 und W, Sehcurcr gcb. Herber, ’/d f. den Gef. Adolf Scherer. _ Kloster zum Hl. Grab. Sonntag: '!-.9 Amt. mit Predigt. Abends v»7 fcicri. Vesper mit anschließendem Biaslussegen._ ■ St. Bernh'rd. > <7 hl. Messe, ' -8 S’ngme-se mit Pre- d’gt und hl. Komb,Union, 9 Amt, 6 Meine Fahrbereitschaft! Kleiner, zeitgemäßer Transportwagen (patent- , amtl. gesch.) 58 kg tragend, für Rucksack zusammenlegbar, leicht herzustellen, Ist bezirksweise an geeigneten Herrn zu vergeben. Off. mit Referenz- und Kap^-Angebot erbeten unter S 1232 an das BT. Welches heimatlose, kinderliebe Fräulein oder welche- Frau, möchte bei mir bei guter Verpflegung und Schlafgelogenh. arbeiten? . Virchow, Burgstraße 8 . Voraus teilen zw. V»12 —'‘/aS Uhr. S 1196 Tüchtiger Korrekter f. Tageszeitung gegen gute Bezahlung für sofort gesucht. Angebote unter S 1135 an das BT. I Biblische Vo-tiäga ühar die m weilt jed. Sonnlag-N chmillag 6 Uhr in dar zahrino«r «>SdokGa»v»»«ir» fe’joTas Zeugen j rt emalion ttibeHofseherVereinigung Suche schöne Puppe. Biete 2 Paar < Schuhe fast neu; D.-Scpuhe Gr. 39, Sonntag, 2. 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