Erscheint mittwochs und samttaps — Bezugspreis.' Monatlich 12b RM durch die Post 1.44 RM durch Streifband 2 RM Geschäftsstelle Bühl'Bd „• Hauptstraße 80. Telefon 752 Anschrift: Baden-Baden. Stefanitnstrade 2 — Fernruf Verlag IS 56 Sehriftteitung 21 S» Postscheck Karlsruhe M 127 Geschäftsstelle in -tchern-Bd..' Hauptstraße 112 NR. U / 3. JAHRGANG St BADEN-BADEN, MITTWOCH. DEN 19. FEBRUAR »947 PREIS 15 PFENNIG 'S?? SSÜLfÜ?!! Alte Grenzen für Oesterreich LONDON — Die Heranziehung deutscher Arbeitskräfte zürn Wiederaufbau in alliierten Ländern schlägt ein Bericht des internationalen Ausschusses zum Studium europäischer Fragen vor. Offensichtlich sollen die deutschen Kriegsgefangenen nicht zurückgehalten werden. Aber man sollte die Möglichkeit prüfen, sie als freie Arbeiter unter gleichen Bedingungen wie Arbeiter der betreffenden Länder zu beschäftigen. Zur Entlohnung der deutschen Arbeiter sieht der Plan folgende Regelung: Wenn der französische Arbeiter, z. B. 100 Francs täglich erhalten würde, sollte der deutsche von seinem Arbeitgeber 70 Francs bekommen. Die restlichen 30 Francs würden an die französische Regierung gezahlt werden, die die Hälfte als Reparationen behält und die andere Hälfte der deutschen Regierung zum Ankauf französischer Waren in Frankreich zur Verfügung halten würde. Damit würde, so legt der Plan dar, der deutsche Arbeiter letzten Endes seinen ganzen Lohn erhalten und die deutsche Regierung würde ihm in Deutschland für 30 Francs entsprechende Markbeträge gutschreiben. UNO-Tr euhänderschaft für Helgoland KIEL — Nachdem die Militärregierung in einer Pressekonferenz Mitteilen ließ, daß nicht beabsichtigt sei, die Insel Helgoland zu zerstören, sondern daß lediglich die militärischen Anlagen beseitigt werden sollen, hat sich die schleswig-holsteinische Landesregierung noch einmal mit dieser Angelegenheit befaßt und folgendes beschlossen: Die Landesregierung Schleswig-Holstein sieht es als ihre Pflicht gegenüber den kommenden Generationen und gegenüber der schleswig-holsteinischen Heimat an, die britische Militärregierung in letzter Stunde ZU bitten, von der Sprengung der Insel Helgoland abzusehen und damit einen in der Geschichte der Menschheit wohl einmaligen Plan, einen bewohnten Teil der Erdoberfläche von großer wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Bedeutung zu vernichten, aufzugeben. Sollte eine Vernichtung der militärischen Anlagen, ohne daß die Insel selbst in ihrem Bestand zerstört oder gefährdet wird, nicht möglich sein, so beschließe die Landesregierung die Vereinten Nationen zu bitten, die Treuhänderschaft über die Insel zu übernehmen. Deutsche Sozialisten nach London LONDON — Deutsche Sozialdemokraten werden an einer Konferenz der sozialistischen Staaten Europas teilnehmen, die von der unabhängigen britischen Labour-Party für den 21. und 22. Februar nach London einberufen worden ist. Einla- , düngen sind auch an die Sozialisten Frankreichs, Hollands, Italiens, Spaniens und Griechenlands ergangen. Ferner werden Vertreter von Organisationen farbiger Völker anwesend sein. Hauptschuldige in Bayern verhaftet MÜNCHEN — Die sofortige Verhaftung sämtlicher Personen, die durch eine Spruchkammer in die Gruppe der Aktivisten oder Hauptschuldigen eingereiht wurden, ordnete der bayerische Staatsminister für politische Befreiung Afred Loritz, an. Paris ohne Zeitnegen PARIS — Nachdem Paris durch den Streik der DrOckereiarbeiter und Zeitungsträger seit Tagen ohne Zeitungen ist, scheint nunmehr eine Lösung des Konflikts bevorzustehen. Die großen Verlage bemühen sich, ihre Zeitungen im Ausland drucken zu lassen, und zwar in Belgien und in Großbritannien. ^Vier Pariser Zeitungen sollen sich an Verlage in Brüssel gewandt haben. Die französiche Regierung läßt an Anschlagstellen offizielle Nachrichten- iBulletins aufschlagen. In gedrängter Form werden lauf diesen Anschlägen Berichte über die Tätigkeit der Regierung gegeben. An hervorragender Stelle stehen die offiziellen Kommuniques, vor allem jene, die Fragen der Lebensmittelversorgung betreffen. Die territorialen Forderungen Jugoslawiens abgelehnt LONDON — Die Delegierten der Vereinigten Staaten, Großbritanniens und Frankreichs beschlossen, die territorialen Forderungen Jugoslawiens gegenüber Österreich abzulehnen und sich in dieser Frage an ihren ersten Plan zu halten, der die Beibehaltung der österreichischen Grenzen vom 1. Januar 1938 vorsah. Der sowjetische Delegierte Gusew trat bezüglich der jugoslawischen Ansprüche auf einen Teil Kärntens offen für Jugoslawien ein. Der amerikanische Delegierte, General Clark, bleibt jedoch bei der amerikanischen Einstellung zum Kern der Frage: Die österreichischen Grenzen müssen so wiederhergestellt werden, wie sie am 1. Januar 1938 waren. Die Verluste und Leiden des jugoslawischen Volkes sind durch bereits gewährte Vorteile berücksichtigt worden. Die französischen und englischen Vertreter vertraten denselben Standpunkt wie die USA. Infolgedessen wird in dem Vertragsentwurf, den die Sonderbeauftragten abzufassen haben, der Satz „die österreichischen Grenzen werden dieselben sein wie am 1. Januar 1938“ erscheinen. Das gleiche System ist für die österreichischen Rechte über den Transitverkehr durch die deutsche Enklave von Berchtesgaden, eine Frage, die anschließend behandelt wurde, vorgesehen worden. Die Frage der deutschsprechenden Bevölkerung Südtirols wurde ebenfalls geprüft Da diese Italien direkt angeht brachte der französische Delegierte, Couve de Murville, das Prinzip zur Annahme, daß die Italiener Ihre Auffassung durch den italienischen Botschafter in London darlegen können. Schwedens durchlässige Neutralität Norwegisches Weißbuch über schwedisch-norwegische Beziehungen während des Krieges OSLO — In Norwegen wurde der erste Teil des Weißbuches über die Beziehungen zwischen Schweden und Norwegen vom 9. April 194Q bis Mitte 1943 veröffentlichtes u. zw. mit Ausnahme gewisser Fragen, die erst im zweiten Teil dargelegt werden sollen. Es handelt sich um eine Broschüre, die u. a. den im Berliner Außenministerium beschlagnahmten Archiven gewidmet ist. Die wichtigsten Punkte beziehen sich auf die schwedisch-norwegischen Beziehungen in der Zeit zwischen Frühjahr und Sommer 1940, das Problem der norwegischen Flüchtlinge in Schweden, Ausfuhr und Transit von Kriegsmaterial und Benützung der schwedischen Bahnlinien durch deutsche Urlauber. In dem Weißbuch wird zunächst die Haltung Schwedens, das 1940 den deutschen Forderungen bereitwilligst nachgegeben hat, wegen der Belieferung Deutschlands mit schwedischem Kriegsmaterial, als „unfreund$chaftlich“’ bezeichnet. In der Überzeugung, daß die Einhaltung der schwedischen Neutralität auch Norwegen zustatten kommen würde, hat letzteres an Stockholm niemals das Ansinnen ~ gestellt, gegen die Pflichten, die ihm die Neutralität auferlegt, zu verstoßen. Es hat auf eine wohlwollende Neutralität gehofft, wie sie Schweden z. B. Finnland gegenüber gezeigt hatte während des Krieges gegen Rußland. Schweden verweigerte jedoch Durchfahrtsrecht und die Lieferung von Kriegsmaterial an Norwegen und verhinderte die norwegischen, dänischen und finnischen Freiwilligen, zu den norwegischen Streitkräften stoßen zu können. Es kam sogar vor, daß die Ausfuhrerlaubnis für Nicht-Kriegsmaterial, das von der norwegischen Regierung angekauft worden war, verweigert wurde. Die vom norwegischen Befehlshaber des Ost-Abschnittes den im Sektor von Narwik kämpfenden Truppen gesandte Munition wurde von den schwedischen Behörden nahe der Grenze konfisziert Aus den Vorgefundenen deutschen Dokumenten geht eindeutig hervor, daß Schweden in Übereinstimmung mit den Berliner offiziellen Kreisen mit einem eventuellen Angriff der Alliierten auf das an Eisenerz reiche Nordschweden rechnete. Andererseits enthüllt das Weißbuch die Tatsache, daß die Stockholmer Regierung ihre Zustimmung dazu gab, deutsche Matrosen auf ihrem Rücktransport aus Narvik durch schwedisches Territorium reisen zu lassen. Bewiesen ist auch, daß 500 deutsche Matrosen (Bemannung von Handelsschiffen oder U-Bootbesatzungen), die hätten interniert werden müssen, über Schweden nach Deutschland zurückgekehrt sind. Das Weißbuch läßt euch keinen Zweifel über zwei von König Gustav V. von Schweden unternommene Schritte bestehen. Dieser hatte sich an Hitler mit der Bitte gewandt, mit dem norwegischen Volk glimpflich zu verfahren. Antwort Schwedens an Norwegen Schwedische Weißbücher enthülle» die deutsche Ptessionspolitik STOCKHOLM — Göring hat während des Kr iegesSch weden um dje Zustimmung zu einem Plan ersucht, als Rote-Kreuz-Pakete getarnte deutsche Munitionssendungn durch schwedisches Gebiet nach Norwegen zuschik- ken. Dies geht aus zwei von der schwedischen Regierung herausgegebenen Weißbüchern hervor, die als Gegenstück zu den gleichzeitig bekanntgegebenen norwegischen Dokumenten veröffentlicht wurden. Die verantwortlichen schwedischen Stellen haben das Ansinnen Görings seinerzeit abgelehnt, obwohl Hitler einem schwedischen Vertreter in Berlin gegenüber äußerte: „Ich schlage alles nieder, was sich mir in den Weg stellt, und dieser Grundsatz bezieht sich auch auf Schweden!“ Göring hatte die Forderung am 6. Mai 1940 erhoben, als britische und norwegische Streitkräfte noch den deutschen Invasionskräften in Norwegen Widerstand leisteten. Die schwedischen -Weißbücher enthalten weiter Dokumente über den deutschen Transitverkehr Ausländische Fettlieferungen gegen deutsche Kohle Hoovers Informationsreise durch Deutschland BADEN-BADEN — Herbert Hoover, der frühere Präsident der USA, den Präsident Truman als seinen Sonderbeauftragten nach Europa geschickt hat, damit er hier die flhäagbare Nahrungsnot studiere und Maßnahmen zur beschleunigten Abhilfe vorschlage, ist, nach einem Aufenthalt in Hamburg und Stuttgart über Wien nach Rom weitergereist. Von der Tatkraft Hoovers darf man erwarten, daß er alles Menschenmögliche ins Werk setzen wird, um Deutschland und Europa Io seiner Not zu helfen. Auf der Konferenz ln Stuttgart mit dem dortigen Ernährungs-Verantwortlichen stellte Hoover den verbreiteten Irrtum rieht'g, als ob schon bisher die deutsche Industrieausfuhr der Bezahlung der Lebensmittel diene. Die Kosten für die Lebens- Der Leiter des Zweizonen-Emährungsamtes, Dr. Hermann Dietrich, wies auf die enge Verknüpfung der deutschen Emährungsfrage mit der Ruhrkohlenförderung hin. Zur Intensivierung der deutschen Landwirtschaft benötige man Maschinen und Kunstdünger, zu deren Erzeugung brauche man Kohle und Stahl. Das heutige Erfassungssystem für die landwirtschaftliche Erzeugung sei ein Zeichen d-s Schwarzen Marktes und als unzulänglich zu bezeichnen. Zur Hebung der .Ablieferungswilligkeit der Landwirte sei die Einführung eines Prämiensystems vorgeschlagen worden, ähnlich wie es im Ruhrkohlenbergbau eingeführt worden sei. Die Prämien für zusätzliche Ablieferungen sollen in Kunstdünger, landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen bestehen. Ernste Bedenken wurden von deutscher Seite gegen die V e r - Minderung des Viehbestandes vorgebracht, durch die eine Besserung der Fettversorgung in der Zukunft gefährdet werde. Dr. Dietrich fügte hinzu, auf lange Sicht müsse die deutsche Landwirtschaft wieder zu der naturgegebenen und marktmäßig gerechtfertigten Erzeugung von Veredelungsgütern zurückkehren, vor allem durch Gemüse- und Hackfruchtanbau und durch Intensive Fleisch- und Fetterzeugung, während der Getreidebedarf in erster Linie durch Einfuhr zu decken sei. Eine wesentliche Verbesserung der Fettversorgung könne durch die Einfuhr von monatlich 15 000 t W a 1 ö 1 erreicht werden, wodurch vor allem die Margarineherstellung gesteigert werden könne. Nachdem man Japan die Beteiligung am Walfang erlaubt habe, sollte man Deutschland wenigstens die Walölein- fuhi zubilligen. Eine weitere Verbesserung der Fettversorgung sieht Dr. Dietrich in der Erhöhung der Kohlenförderung, die eine Lieferung von Kohle an die skandinavischen Länder, Holland und die Schweiz ermöglichen würde, im Austausch gegen Fett. Ernährungsminister S t o o s s (Baden-Württemberg) fügte hinzu, Besprechungen dieser Art mit Holland, Schweden und der Schweiz seien im Gang. Ihr befriedigender Abschluß sei noch ungewiß. Präsident Hoover sicherte zu, daß die USA, die einen hohen Kartoffelüberschuß hätten, die Kartelle Iversorgung der britisch-amerikanischen Zone bis zur neuen Ernte sichern würden. Die Lieferungen könnten aber wegen des Frosts erst im März beginnen. Wegen der Fettversorgung könne er jedoch keine Zusicherung geben, da Fett in der ganzen Welt sehr knapp sei. Die laufende Lieferung anderer Lebensmittel, vor allem von Getreide, sei aber gewährleistet. durch Schweden nach und von Norwegen, während des Krieges, was seinerzeit große Erbitterung in Norwegen hervorgerufen hat. Schweden hatte den Deutschen gestattet, deutsche Matrosen, aus Norwegen zurückkehrende' Verwundete, Rotes-Kreuz-Personal und Rotes-Kreuz-Einrichtun- gen auf dem Wege nach Norwegen, durch schwedisches Gebiet zu trapsportieren. Schweden machte daraufhin einen Gegenvorschlag zur Neutralisation Nordnorwegens und seiner Besetzung durch schwedische Streitkräfte als Garantie für die Neutralität des Gebietes. Während die britische und die norwegische Regierung diesem Vorschlag zustimmten, lehnte ihn die deutsche Regierung ab. Göring erklärte einer schwedischen Delegation, daß die deutschen Kräfte im Gebiet von Narvik stark unter Druck stünden und unter Umständen aufgegeben werden müßten, wenn sie nicht über schwedisches Gebiet entsetzt würden. „Wenn die Helden von Narvik untergeben, wird Hitler das Schweden niemals verzeihen“, sagte er. 1p den Weißbüchern heißt es weiter, daß Schweden sich daraufhin noch immer einer Erweiterung des deutschen Transitverkehrs widersetzte, und Protest erhob, als unter den zugelassenen Durchgangstransporten durch schwedisches Gebiet plötzlich getarntes Kriegsmaterial entdeckt wurde. Nach der vollständigen Besetzung Norwegens übten die Deutschen den äußersten Druck auf Schweden aus. um die Zulassung von sogenannten „Urlauber-Transporten und von bestimmtem Material, wie Motorbooten und Kraftwagen zu erreichen. Abschließend heißt es in den Weißbüchern, daß Schweden gegen Ende des Jahres 1940 den Transit von 129 105* Personen nach Norwegen und 133137 von Norwegen zugelassen hat RUDOLF MOOSLEITNER : Die groOen Menschenrechte Die fortschreitende Entwicklung von Kultur und Zivilisation und die Lebendigkeit der Wissenschaften geben ständig neue Zeitabschnitte. Während in früheren Jahrhunderten jeder Zeitabschnitt seine Merkmale bald in jener Kunst, in jenem besonderen Stil, ln einer Umstürzler Ischen Wissenschaft oder im politischen und modischen Spiel einer bevorzugten Gesellschaftsklasse hatte, rückt seit der französischen Revolution bei jedem Zeitenwechsei das menschliche Individuum an sich immer mehr und mehr in den Mittelpunkt des Geschehens. Die Bestrebungen gehen dahin, alle Kanäle der technischen Errungenschaften und geistigen Erkenntnisse auf den Menschen zufließen zu lassen, nicht anders, wi. es die Natur in ihrer weisen Weltordnung eigentlich vorgesehen hat. Der Mensch ist das höchste Wesen auf dieser Erde. Nur ihm ist es Vorbehalten, die unendlichen Rätsel der Erde zu lösen und sich ihre Geheimnisse nutzbar zu machen. Diese Sonderstellung gibt logischerweise Rechte. Doch, wo Rechte sind, sind auch Pflichten. Wir dürfen diese beiden aber nicht nur auf die materiellen Ergebnisse des „Herr- dleser-Erde-Seins“ anwenden, sondern müssen den eigentlichen Sinn der Menschenrechte und Men» schenpflichten dahin verstehen, daß an ihrer erster Stelle der Mensch an sich steht, daß das Menschenrecht darin gipfelt, als höchstes Lebewesen geachtet zu werden, und die Pflicht, jeden Menschen zu achten. Es gibt hierin keinen Unterschied von Geburt und Stand, von Farbe und Rasse, von Kultur und Unkultur. Es gibt nur den unteilbaren Begriff Mensch. - Wer Augen hat zu sehen und Ohren hat zu hören kann es in unserer Zeit täglich wahrnehmen, mit welch ungeheueren Anstrengungen die Welt daran geht, das Menschenrecht an die erste Stelle der Lebensgesetze zu stellen, es zum Elementargedanken im Zusammenleben der Völker auf dieser Erde zu machen. Wer Augen hat zu sehen und Ohren hat zu hören, kann aber auch wahrnehmen, wie sehr dieser Gedanke bereits an Macht gewonnen hat und wie bitter es sich rächt gegen dieses erste Recht zu sündigen. Hoffentlich ist es diesem Jahrhundert Vorbehalten, bis zu seinem Ende das Menschenrecht als Selbstverständlichkeit jedem neugeborenen Erdenbürger mit in die Wiege zu legen. Wenn wir Deutsche gegen dieses Menschenrecht durch die Verwirrung einer Irrlehre gesündigt haben, so haben wir vor der Geschichte dennoch vielleicht die eine Chance, durch unsere Sünde der Menschheit .die spontane und heroische Kraft gegeben zu haben, den Durchbruch zur Freiheit in geschichtlich kürzester Zeit zu vollbringen. . Wenn dies Ziel erreicht würde, wären die Leiden, die diese erlösende Gebärungsstunde mit sich bringt, nicht umsonst. Selbst der Unschuldige könnte sie als Beitrag zur Erreichung einer besseren menschlichen Zukunft hinnehmen. In der Gesamtheit gesehen ist aber das Menschenrecht nicht nur ein ideeller und geistiger Begriff, sondern weil wir eben Menschen mit einem Körper von Fleisch und Blut sind, auch ein Lebensrecht. ein Recht, das das einmalige Menschenleben vor der abwendbaren Vernichtung schützt. Darunter fällt auch die Vernichtung durch den Hunger, wenn es die Verhältnisse in der Welt ermöglichen, die Vernichtung abzuwenden. Die Menschen der Lebensmittelüberschußländer tragen eine nicht geringe Verantwortlichkeit gegenüber dem Geist der Menschenrechte, wenn es nur an Formalitäten und später ersetzbarem Entgelt liegt, um nicht hunderttausende von Menschen in großen Gebieten Deutschlands verhungern zu lassen. Es sind keine leeren Worte, die in die Welt hinauszudringen versuchen, um noch einmal die Menschheit spontan zu veranlassen, dem Menschenrecht durch rasche Hilfe zu dienen- Noch dazu, da es gilt, in der Hauptsache alte Leute, die vielfach ohne Schuld sind, und Kinder vor dem Verhungern zu.retten- Wie viele stehen den heutigen Verhältnissen hilflos und fassungslos gegenüber, verzweifeln nach erfolgloser Aufbäumung gegen das Schicksal, bis sie apathisch genug sind, willenlos dahinzusiechen, um endlich den „natürlichen“ Tod des Verhungerns zu sterben. Die großen Vier würden sich eine ungeheuere Schuld gegen die Menschenrechte aufbürden, wenn sie auf der kommenden Moskauer Konferenz nicht vor allen deutschen Problemen das des Hungers lösen würden. Denn, wie die Menschenrechte nicht nach Stand und Geburt, nicht nach Rasse und Farbe fragen, sollten sie auch keinen Unterschied zwischen Freund und Gegner machen. Es ist das höchste demokratische Gut es sind Menschenleben in Gefahr, die gerettet werden können, wenn der Geist der Menschlichkeit keine Phrase, sondern echt und wahr ist. Jede Bestrafung muß um der Gerechtigkeit und Menschlichkeit willen ihre Begrenzung finden. Und findet man keine anderen Grund dafür, dann sollte es um des Sieges des Menschenrechtes willen geschehen. Medizinische Menschen-Experimente in USA „Vom Standpunkte'der Moral ans nickt za beanstanden" NÜRNBERG — An Menschen durchgeführte medizinische Experimente sind, sofern die Versuchspersonen sich freiwillig zur Verfügung gestellt haben, vom Standpunkt der Moral aus nicht zu beanstanden. erklärte der militärische Sachverständige Dr. Leo Alexander in dem Prozeß gegen d?n ehemaligen Generalfeldmarschall Milch. Dr. Leo Alexander, Psychiater und Neurologe aus Boston, war als medizinischer Sachverständiger der amerikanischen Anklagebehörde im Nürnberger Ärzteprozeß inzwischen von der Verteidigung als Mjja- stungszeuge im Verfahren gegen den,.-früheren Feldmarschall Erhard Milch gerufen worden. Auf Befragen des Verteidigers Dr. P e r g o 1 d gab Dr. Alexander an, daß aijch ln Amerika wissenschaftliche Experimente an Strafgefangenen durchgeführt worden sind, wenn auch unter Einschaltung aller nur erdenklichen Vorsichtsmaßnahmen und ausschließlich unter der Voraussetzung der Freiwilligkeit der Versuchspersonen. Drei amerikanische Strafanstalten hätten Malariaversuche durchgeführt, die in jeder Weise ungefährlich gewesen seien. Grundsätzlich wurde den Gefangenen erklärt, um welche Versuche es sich handelte, und was man mit ihnen vorhatte. Diejenigen die sich mit den Versuchen einverstanden erklärten, hatten die Möglichkeit,,ihren Kameraden und sogar vor dem Mikrophon des Rundfunks von Chicago zu berichten, warum sie sich freiwillig su diesen Versuchen zur Verfügung gestellt haben. — Als letzter der .aus dem .Nürnberger Ärzteprozeß als Zeugen gerufenen Angeklagten, die über die Dachauer Höhenexperimente aussagten, wurde der ehemalige Abteilungsleiter der‘deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrtmedizin. Dr. Siegfried Ruf vernommen, der im wesentlichen die Aussagen seine« Mitangeklagten Romberg bestätigte. Für die von der Luftwaffe angeordneten Versuchskreise seien nur Freiwillige und zwar Berufsverbrecher verwendet worden. Todesfälle wurden nicht beklagt. Nr. 14 / V BADENER TAGBLATT Mittwoch, den I» Februar 194» Häftlings nackt zum Doktor / Der Ro,,e " l “X e ItÄ s 't„,„ < RASTATT — Im Rottenburg-Prozeß erschienen cum ersten Male Me Angeklagten seifest iw Zeu- genstand, um in eigener Sache auszusagen. W j d - maier, Maurer, ä| Jahre alt, ehemaliger Wachmann im Rottenburger Gefängrys, Ecker, 54 Jahre alt, seit 1933 m der Partei und in der SA, GettznghiswaehtmsiSler seit 1818. Wilhelm Schneider, Färber, . SS Jahre alt, Vater von elf Kindern, seit 1937 ln der Partei, seit 1942 Blockleiter und seit Januar 1837 als Wachmann im Gefängnis, Joseph M « 1 e r. Scfeirmmaeher, 53 Jahre alt, seit 1933 in der Partei und bis 1844 Zellen« toiter und Wilhelm Sai-ie, Suchdrucker. L? Jahr« Hit, seit IY11 in der Parte! urid seit 1936 Wachtmeister im Rottenburger Gefängnis, geben zwar zu, die Gefangenen geschlagen zu haben, doch nur int erzieherischen Sinne. Der Angeklagte D 11 u s, 50 Jahre alt. seit 1933 Mitglied der FS und NSDAP, wegen Diebstahls mit dreieinhalb 'Jahren Gefängnis bestraft, bestreitet, den Gefangenen Lebensmittel weggenommen »u haben. Der Angeklagte Dörr, JO Jahre alt, seit 1841 Wachmann, bestrettet die Erschießung eines Häftlings im Jahre 1943- 15 Zeugen legten ihm Brutalität und Mißhandlungen sur Last, Dörr gibt an, er hätte nur mit der Hand geschlagen und mit dem Gewehrkolben gestoßen. W ä n z. 40 Jahre alt. seit 1931 Mitglied der Partei und SA. leugnet, einen Häftling so geschlagen zu haben, daß er an den Folgen der Mißhandlung gestorben wäre. Der ehemalige Inspektor Arndt, 41 Jahre alt, der den abwesenden Gefängnisdirek- tor vertrat, will beute nichts mehr davon wissen, daß er einem Häftling mit Kerker droht«, well er wegen «eines doppelten Bruchs bat. ln* Revier gehen zu dürfen- Auch die Wertsachen verschiedener Häftlinge will er nicht gestohlen haben Reiß, 60 Jahre alt, Verwaltungssekretär, seit 1841 in der Partei, erklärte, daß er gu? '«eine Pflicht getan habe. Er batz« *war einmal gegen einen Wlehte?. nie aber gegen einen Gefangenen eine Meldung ein? gereicht, Mit Büttgen, dem G«fän«,i,arst. der nicht ln der Partei war, .trat einer der Hauptbelasteten in den Zeugenstand. Zusammenfassend wurde festgestoBt, daß er ln Rottenburg eine große Zivil« Praxis hatte und darüberhinaus seit 1940 beauftragt war, die ärztliche Versorgung im Gefängnis wahriunehmen. Daneben betreute er auch noch IS französische Kriegsgefangenenlager. Büttgen lehnt lieh gegen di« Zeugenaussagen auf, die ihn als choraktersehwachen Mann bezeichnen wollen. Büttgen sagte, daß er al« Arzt seine Pflicht getan habe, unabhängig von der Nationalität der Häftlinge. Die gegenteilige Zeugenaussagen bezeichnet er als unwahr. Er habe alles verhütet was eine Seuche hätte hervorrufen können. Daß Kranke nur unbekleidet sein Sprechzimmer betreten durften, sei eine SieherunasmaQnghme seit dem Tag gewesen, an dem er von einem Häftling mit einem Schustermesser bedroht worden war. Zu seiner Entlastung sagte BOttgen noch «US, daß die Organisation Todt sich Sowohl bei Schwartz als auch bei ihm darüber beklagt habet, daß er so viele Häftlinge krank schrieb. Sanitäter Walter, der nicht ln der Partei war, 55 Jahre alt Ist und seit 1931 als Wärter und Sanitäter im Rottenburger Gefängnis tätig war, wird von Zeugen als der Hauptschuldige bezeichnet. Er gab zu, geschlagen su haben, zwar nie einen Kranken, sondern nur Simulanten. Walter nimmt für sieh in Anspruch, ein „Mensch“ zu sein, und will «He die Zeugenaussagen, die Ihn übereinstimmend als bestialischen Manschen schildern, nicht wahrhaben. ..Sie sind ein Mörder", warf der Anklagevertreter Walter vor, „warm Sie auch nicht geschossen haben 1“ Verfahren zum Vertrag mit Deutschland Auf der Londoner Konferenz wurde da* Problem geprüft, nach welchem Verfahren die Befragung der alliierten Regierungen auf der Basiz der französischen Vorschläge vom 31 Januar 1847 vor sich gehen soll. Diese Vorschläge Sehen zwei Arten von Ausschüssen vor; 1 Einen Information*- und Konsultationsaussebuß der silierten Regierungen, 3 Sonderausschuss« für di« Prüfung der diese Staaten unmittelbar Interessierenden Fragen- Der französische Delegierte. Couve deMur- v i 11 e, verlangte, daß „die Sitzungen des Rats nicht zu einer richtigen Konfeiena mit dem entsprechenden feierlichen Gepräge werden sollen". Die sowjetische Auffassung kommt der fran- säslschen «ehr nahe. Die englischen und amerikanischen Delegierten verlangen dagegen, daß die Beobachter ihr« Stellungnahmen Im Lauf der Sitzungen mündlich aus» Ausdruck bringen sollten. ln harzen Warten AUCXANDIUA — Pie ägyptisch« Armee het letzten gametag das Fort Korne« Dick übernommen. ,daa als letzter Punkt Alexandrias bisher noch von den britischen streUkräften besetzt war. Eine Menschenmenge von etwa 20 000 Porsonon drang in das geräumte Fort ein unter Hochrufen auf die Räumung, Dos Betreten der gfadt Alexandria Ist von nun an allen Angehörigen der britischen StreltkrZfto untersagt. . BATAVIA — Per republikanische Oberbefehlshaber ln Indonesien hat das Feuer an allen Fronten einstellen lassen. Während der Waffenruhe werden die holländischen Behörden versuchen, eine Grundlage für einen Ausgleich mit der indonesischen Verwaltung zu finden. TEHERAN — Der M>nisterrat beschloß, den Arbeitsvertrag mit amerikanischen Spezialisten th Iran auf weitere 2 Jahre zu verlängern. Diese Sachverständigen, die wahrend des Krieges angestellt worden waren, sind nach Beendigung der Feindseligkeiten In Iran geblieben. Die amerikanische Regierung bat diese Dienst Verlängerung genehmigt. WASHINGTON — Die Vereinigten Staaten haben 00 Nationen zur Teilnahme an einer internationalen Seefunkkonferenz eingeladcn, die am 17. April In New York City u. New London (Connecticut) abgehalten wird. Aul der Konferenz beabsichtigen die Vereinigten Staaten die Delegierten übe» die amerikanischen Richtlinien im Seefunkdienst und über die Neuerungen auf diesem Gebiet ln Kenntnis zu setzen. Kapstadt — Der Krauser „vanguard* mit der britischen KönigafamiUa an Bord Ist ln Kapstadt eingetroffen, FRAG — Der Frager Volksgerichtshof hat die Urteil« Im Prozeß gegen U ehemalig« Abgeordnete und Senatoren der Sudetendeutsehen Fartsl verkündet. Sechs der sechzehn Angeklagten, Krebs, Schneider, Böhm. Heiner, Kundt und Westen wurden zum Tod durch den Strang verurteilt. Mehrere Angeklagten wurden zu Zwangsarbeit verurteilt. In einem Falle wurde «ine Strafe zu lebenslängliche* Gefängnishaft verhängt. Pi« sechzehn ehemaligen Abgeordneten der gudeten- deulachen Partei waren wegen Naaipropaganda. und Hochverrat* engeklagt. v Moskau — Wie der Moskauer Rundfunk mitteilt, hst das Präsidium des Obersten Sowjet* der UdSSR Gabor« aum «tellvartretenden ModaterpräaMenten ernannt, KASSEL — Bla UNRRA wird im 1. Jult Ihre Tätigkeit «instellen. Die Vertorfung der verachteppten puraonen wird von einer neuen Organisation, der IRQ übernommen werden, die wiederum von den Vereinten Nationen organisiert wird. Bla Ende ms wurde die Verpflegung der verschleppten Personen ausschließlich von Amerika geliefert, seitdem wird ein Teil, hauptsächlich Gemüt«, Fleisch und Fett, von deutschen Wirtachaftabehörden gestellt. WARSCHAU — Eine Gruppe von 1000 deutschen Kriegsgefangenen tat gestern ln Warschau elngetrof- fon und zwar aua der amerlkahitchen Besatzungszone Deutschlands. Die Grupp« der deutschen Kriegsgefangenen toll in der polnischen Hauptstadt vor Gericht gestellt werden. Unter den Gefangenen befindet sich auch General Oskar Knoff, der für die Massen- htnrichtungcn von Polen Im Posener Gebiet verantwortlich gemacht wird. FULDA — Der 26. Februar Ist als Termin für die In Putschen bei Bonn atattfindende westdeutsche Bl- ichofskonferenz bestimmt worden, deren Vorsitz Kardinal Frings aus Köln führt. ROM — Ein Dekret, du den Mitgliedern der ehemaligen Köntgslamille den Aufenthalt auf dem gesamten italicfeIschen Territorium untersagt, soll demnächst ln Kraft treten. HAMBURG — Die sofortige Ausreise von 300 jüdischen, Verschleppten aus dtfr britischen Zone noch Palästina lat von der Militärregierung genehmigt worden. IMIaDimseir Fastenaelftfe Haupfbahnhof. Mainz! Trostlo* in den Himmel •farrunde llauserfassaden, säuberlich zusammen- getragene Schutthaufen, holzveruagelte Schaufenster — wo ist hier die Fastnacht? Ich frage den Straßenkehrer dort drüben. Wo? Er hält inne im Kehren. Seine Augen leuchten uich an. „Da, wo Mainzer sind!“ Notabene! Das wußte Ich nicht. Das nicht! Ich suchte ein Lokal, in dem die Fastnacht eingekehrt. Aber nein. —- da wo Mainzer sind . . . Also überall? ln den Straßen, den winkligen Gäßchen. in den Gaslhöfen, den Wohnungen und auf dem Bahnhof? /Ja, dort, eben in Mainz. Ein abgerissenes Stück Schiarigenpapier weht mir vor die Füße, die bunte Narrenkappe im Rinnstein wiegt sich im Wind auf schneeiger Straße, ein paar Schritte weiter hat eine Weinflasche ihr berauschendes Leben beendet. Sicher kannte auch sie das Lied, das die junge Frau im ersten Stock aus dem offenen Fenster trällert: „ln Mainz am schönen Rhein, da hab’ ich geküßt und gelacht . . .“ Die Melodie, die gesummt, gepfiffen, gesungen wieder über die Mainzer Straßen weht, sich neben den Trümmern in die Luft hebt und die Mainzer zu dem macht, was sie gewesen und es endlich wieder sein dürfen: eine große Familie, die sehr viele .Sorgen hat, die schimpft, wenn es sein muß d e weint, wenn es nicht anders geht, die aber lacht, lacht in ihrer FastnaChtl Es wäre mir wohl schwer geworden, den Förderer der Mainzer Fastnacht Sepp Glückert, Und seine Beziehung zur Fastnacht 1947 zu verstehen,. hätte ich Ihm. in Nürnberg und nicht in Mainz zur Zeit der Fastnacht gegenüber gesessen, fch hätte m.ch gefragt, wie es möglich Ist. selbst viermal ausgebombt zu sein. ' um dann ein Jahr darauf mit dom Wiederaufleben der Fastnacht zu beginnen. Zudem war nichts mehr Ubriggcblleben von der Glanzzeit, geistvollen Witzes, großangeleg-' ter Bälle. Prinzengarden und einmaliger Kostüme. Die Stadlhalle — einst auserwählt für die Fastnachtsfeste — ist zertrümmert. Sämtliche Kostüme im Wert von RM. 150 000 ein Raub der Flammen geworden. Wo anfangen, wenn nichts, nicht« mehr da für die täglichen Lebensnotwendigkeiten, dann für eine Zeit der Narretei — ausgerechnet? Glückert hat dort begonnen, wo es nur eines Anstoßes bedurfte, um langsam, tastend, aber immer bestimmter und endlich überquellend wieder her- V£rzubr«>chen: beim Mainzer Frohsinn. Er bat im vorigen Jahr mit kleinen Festlichkeiten angetippt und erntet in dieser Fastnacht den durchschlagenden Erfolg. Was tut’s, daß das „narrische Komitee" im geliehenen Frack residiert? Daß die Sitzungen nicht in der Halle, sondern im viel kleineren und einfacheren „Rad" ataltfinden? Paß Sitzungen oft 10—12 mal wiederholt werden müssen, weil 50 000 Mainzer nun mal nicht in den Räumlichkeiten de* „Rad" Platz finden? • Im „Rad" beginnt die Sitzung. Wo wäre noch ein leerer Platz? Wo auch nur ein Stückchen Fußboden, um mit beiden Füßen stehen zu können? Der hellerleu^htete Saal ist in Fastnachts- Stimmung getaucht Bunte Papierdekorationen, Menschen, In deren Augen ein Lachen steht Ach, dort ist auch mein Straßenkehrer von heute morgen, er sitzt nahe dem .Podium, auf dem in Frack und' bunten Narrenkappen das Komitee Platz genommen. In ihrer Mitte der Präsident an beiden. Seiten die Zeremonienmeister. Glückert grüßt mit dem alten traditionellen Fastnachtsgruß „Helau“, den außer Mainz auch noch Düsseldorf hat, die Gäste der französischen Militärregierung, die „Bütt“ wird hereingetragen, die Sitzung hat begonnen! Es wird nicht mit besseren oder schlechteren Zoten ifn Zeitgeschehen gewühlt, sondern mit geistvollen, oftmals scharfkantierten Worten, Negatives humorvoll serviert Da ist Glückert selbst mit seinen humorigen Wahrheiten, getragen von einem tiefen, wenn auch oft verstecktem Ernst, da ist der junge Otto HSpfnet mit seinen angewehten Erinnerungen, die herübergezogen ln unsere Zeit ein „Wißt Ihr noch?“ ergeben. Da ist - der Franzose Major Matthe* der sich, wie er selbst sagt, „bereits wie dienstverpflichtet für die Bütt vorkommt“. (Er hat in dieser Fastnachtszclt schon viele geistsprühende Büttreden hinter sieh), da ist Meiner, der uns in die heutige reale Bauernwelt mit all ihren Extremen führt: „Met Ferkelchen braucht auf Weihnachten Ohrring’!“ — Es ist kein Kabarett Im „Rad“. Die Männer dort oben auf dem Podium werden nicht bezahlt, et ist ein traditionelles Stelldichein der Mainzer, bei denen scheinbar zufällig einige „oben" und andere „unten“ zu sitzen kamen. Einmal sind die von oben, einmal die von unten tonangebend, wie es die Stimmung erfordert Die Mainzer Fastnachtsstimmung,» die auch vor einem Altersheim nicht halt macht H - s Reichsbank wird aufgelöst / Landeszentralbanken in den einzelnen Lindein der Zone BADEN-BADEN — in Fortsetzung Ihres Programms der wirtschaftlichen Dezentralisierung hat |i« französisch« Militärregierung beschlossen, die Reiehsbank in der französischen Besatzungszone ab 38. Februar aufiulösen. Um eine besser« regional« Kreditverteilung zu Siebern, werden die deutschen Behörden ein Gesetz zur Schaffung einer Zentralbank für jedes Land der Bon« erlassen Di« Zentralbanken der Länder, deren Generaldirektoren und ihre Stell« Vertreter von den deutschen Behörden ernannt werden, werden die Kassenbestände und Depots der ehemaligen Reichsbanksteilen, die in den Grenzen jedes Lande* liegen, übernehmen. Die Kundschaft der Reiehsbank (Banken. Gesellschaften und Einzelpersonen) wird also durch diese Bankreform keinesfalls benachteiligt Jede Zentralbank wird durch «inen Verwaltungsrat von 8 bis U Mitgliedern verwaltet, der außer dem Generaldirektor Vertreter aller Wirtschaftszweige, darunter drei Delegierte der Sparkassen, der Genossenschaftsbanken und der Privathanken umfaßt. Sie wird durch einen D! - rcktionzausschuß von 3 bis 5 Mitgliedern geleitet ' Um di* Währung»« und Kreditpolitik in der französisch«» Los» zu koordinieren, wird vorläufig ln Speyer ein Koordinleiungsaua- schuß der Zentralbanken geschaffen werden, zu dem jede dieser Banken 3 Vertreter, nämlich den Generaldirektor der Zentralbank, den Leiter der Kontrolle für Bank« und Kreditwesen beim Finanzministerium jede» Landes und ein Mitglied de» Verwaltungsrats entsenden wird. Der Koordinierungsausschuß wi«i zum ersten Mal am 35. Februar in Speyer zusammentreten, um die Probleme zu prüfen, die durch diese bedeutsam« Reform im Bankwesen entstehen. « Mit diesem Schritt Ist die Bankroform ln des französischen Zone in ein entscheidendes Stadium getreten. Gegen Ende des letzten Jahres war ein ähnlicher Schritt in der amerikanisenen Zone verwirklicht worden. Für jedes der drei Länder der US-Zon» war ein* Landesrantralbank «rriente* worden, welche die Kreditaufgaben, aber »uch di« Aufgabe, den Geldverkehr zu regeln, di« bisher die Reichsbank zu erfüllen hatte, übernommen haben. Soweit es sieh um Fragen der Notenausgabe handelt, werden diese in der französischen Zone zunächst von dem neuen Koordinte- rungsäusschuß ln Speyer beh*nd<'tt werden, der in diesem Punkt di« Politik der R e ic hs b en k fortzusetzen haben wird. Wieder deuteeh-dSntscher Handel? Butter und Speck gegen Rulukohl« K. KOPENHAGEN — Dänische Regierungs-Vertreter haben kürzlich in Düsseldorf mit Vertretern der Militärregierung sowie mit deutschen Stellen verhandelt über regelmäßige deutsche K o h- lenlieferungch für die dänische Industrie, die sieh im neuen Jahr ein« bessere Kohlen Versorgung siehern will. Dänemark würde Im Kompensationsweg Lebensmittel, vorwiegend Butter und Speck, an Deutschland liefern. Englische wie deutsche stellen stehen den dänischen Vorschlägen zustimmend gegenüber, da die dänischen Lebensmittel günstig auf eine Produktionssteigerung im Ruhrgebiet wirken würden, wenn auch Bedenken wegen der Möglichkeit einer Erhöhung der Ruhrkohlen- produktien laut werden, die unerläßlich ist wenn die dänischen Anforderungen volle Berücksichtigung finden sollen. Neben der Kohlenlieferung ist Dänemark sehr am Bezug deutscher Industriewaren Interessiert die ebenfalls mit dänischen Lebensmitteln kompensiert werden sollen, und über deren Lieferung zurzeit verhandelt wird. Der Präsident des dänischen Landwirtsehaftsrats, Hauch- Kopenhagen, äußerte sich so: „Dänemark braucht nicht nur Kohle, sonder» auch andere Waren aus Deutschland, während umgekehrt die deutsche Bevölkerung ihren Bedarf an Lebensmitteln zu einem bedeutenden Teil aus Dänemark Im Rahmen eines gesunden Warenaustauschs decken könnte. Es ist zu hoffen, daß sich beide Handelspartner wieder einander nähern können." Besser« Ernährung In Aufsicht ? SBdvüi tl«a>b*rg stellt höhet e Fe’.tralion in Aussicht TÜBINGEN — Vor dem Landesernährungsaus- «chuß Südwürttembergs teilte Staatssekretär Dr. Weiß mit, daß di« ersten überseeischen Lebensmittelzendungen schon in der französischen Zone eintreffen. Wichtig bleibe in den nächsten Monaten, daß SUdwUrttcmberg als einziges Land der Eene aus eigener Kraft den Anschluß an die nächste Ernte gefunden hat Ein« Steigerung der Brotration auf 300 Gramm werde angestrebt. Vermutlich werde man schon in naher Zukunft auf 250 Gramm kommen. Weiterhin seien in diesem Plan monatlich 350 Gramm Teig waren für die Normalverbraucher von Südwürttemberg vorgesehen, außerdem Haferflocken, Mais, Hülsenfrüchte und Suppenerzeugnisse. Dazu hofft man die Fett- r a 11 o n von 125 Gramm auf 200 Gramm erhöhen zu können. Zu diesem Zweck soll auch der ö 1 - fruchtanbau gesteigert werden. Die Zuckerration von 600 Gramm könne aus der Eigenerzeugung bis Mai aufrecht erhalten werden. Dadurch sei, wenn der Ernährungsplan genehmigt wird, die Möglichkeit gegeben, den Kaloriensatz auf 1306 Kalorien täglich zu erhöhen. Neuer Tageshocbstsland der Ruhr Forderung Saar für derung fast so hoch wie vor dem Krieg DÜSSELDORF — Mit einer Förderung von 222 771 t Kohle wurde am 28. Januar die bisher höchste Tagesförderung im Ruhrbergbau erreicht In der Zeit vom 14. Januar bis zum 21. Ja- ntiar war die Produktion bereits von 299 809 t auf 217 488 t Kohle gestiegen. Die Kohlenförderung des Saargebietes hat im Januar fast wieder den Varkriegsdurchschnitt erreicht Wirfsthaft in Kurze Angestellten-Gewerkschaft in der britischen Tont Für di« britisch« Zone wurde mit Ritz ln Hamburg «ine Einheitsgewerkschaft für alle Angestellten gegründet der über 110 000 Angestellte angehören. Zur Steigerung der Penicillin-Erzeugung Die britischen und amerikanischen Behörden werden die deutschen Hersteller in die modernen Methoden der Penicillin-Herstellung einweihen, un) eine verstärkte Erzeugung diese* wichtigen Ans- nelmittels zu ermöglichen. Gleiche Lohnstevcrtabelten in eilen Zonen Vom Finanzdirektora* der alliierten Kontroft- bohörde sind einheitlich« Tabellen zur Errechnung der Lohns’eucr genehmigt worden, die ab L April in allen vier Zonen verwendet werden. Belgien führt Deflationspolitik wett«« Die belgisch« Regierung gab Preissenkungen tun 2 bis IS vH bekannt nachdem im Mai 1046 «in« Preissenkung um 10 vH für alle Waran angoerdne* worden war. Wirtsebaft In Frank*eM» K. PARIS, Mi:te Februar Schnrtder-Crexuot erzeugt doppelt so viel Stahl «le 193« Der Wiederaufbau der durch de» Krieg «chws» betroffenen Werke des führenden Unternehmens der französischen Schwerindustrie, Schneider-Crev- zofe Ist bereits in hohem Maß gelungen. Die Stahlerzeugung beträgt heute schon das Doppelte von USA Große Rraftwagenavsfuhr Frankreich führte 1916 von einer Oesamthersfel* lung von.30 429 Personen* und 62 572 Industricfahz- zeugen insgesamt 25 611 Personen* und 15 567 Im dustriefahrzeuge aus. Davon gingen 3 536 hezw. 7 68J in die überseeischen Gebiete Frankreichs. fndttttrieer 2 euptesen werden), angeblich mit der Absicht, «Uesen Tabak dem Zollamt nachzumelden. Dazu kam es aber in den nachfolgenden Monaten nicht mehr, denn die geschäftlichen Perspektiven entwickelten sich in ungeahnter Weise. Wie die Bienen den Honig, so rochen die dunkeln Nachkriegs-Geschäflsleute den Tabak und gaben sich in Unzhurst ein Stelldichein, aber nicht, um die ordnungsmäßige Erfassung des Tabaks bei den Steuerbehörden zu beratschlagen. Nach einigen Besuchen in Unzhurst hatte der Mitangeklagte Sp. bereits einen Posten von H 'Zentnern zum Preis von 12 000 Mark erworben und mit einem städt. Lkw. nach Gaggenau schaffen lassen. Um den Transport von Tabak zu verdecken, wurde die Ladung mit Stroh und Heu zugedeckt, indes der S-fcn des Hauptangeklagten, der frühere Gemeinde- Zehner O. M.,'Verhaltungsmaßregeln für dan Fall einer Aufdeckung gab. Sp. aus Gaggenau erschien noch des öfteren und jedes Mal wechselten etliche Zentner des begehrten Stoffes ihren Eigentümer. Aufschlußreich war dabei, an wen der Tabak weiterveräußert wurde. Während der Angeklagte Sp. nämlich angab, damit zur Verbesserung der wirtschaftlichen und Ernährungslage der Stadt Gaggenau beigetragen zu haben, bewiesen die Aussagen der übrigen Mitangeklagten etwas ganz Gegenteiliges. J“"Ct n den Eindruck, daß es in der Hauptsache Schwarzhändler und Geschäftsleute waren, die nur ihre eigenen Interessen im Auge hatten. Daß der Mehrerlös aus «Uesen „Kompensationsgeschäften“ ebenfalls nicht zur Verbesserung der Lage der darbenden Bevölkerung verwendet wurde, dürfte wohl anzunehmen sein. Im übrigen war der Angeklagte Sp. überall dafür bekannt, daß man bei ihm viele Dinge erhalten konnte, die es auf legalem Wege schon längst nicht mehr zu erwerben gab. Seine Ehefrau betätigte sich ebenfalls auf diesem, leimenden Geschäftszweig und vertrat ihren Mann bei dessen Abwesenheit genau so erfolgreich. Sicherlich war es nur ein kleiner Teil des „Kundenkreises“ der mit auf dar Anklagebank saß, aber seltsamerweise stießen sie alle in ein ähnliches Horn wie die Hauptangeklagten. Nicht zu Zwecken der persönlichen Bereicherung sondern nur tum Erwarb von Baumaterialien. Werkzeugen und Maschinen verwandten sie den Tabak. Fragt sieh nur, ob die Abgabe der eingetauschten Materialien genau so uneigennützig vonstatten ging? Die Urteilsverkündung des ziemlich langwierigen Prozesses — er erstreckte sich bis in die späten Abendstunden — brachte in Anbetracht der hohen Werte, die darin zur Sprache gekommen waren, einige Überraschung. J. M. aus Unzhurst erhielt 6 Monate Gefängnis, 7000 Mark Geldstrafe und muß den Mehrerlös von 47000 Mark sowie den restlich verbliebenen Rohtabak abliefern, sein Sohn O. M, 3 000 Mark Geldstrafe, Sh Sp. aus Gaggenau 9 Monate Gefängnis, 4 500 Mark Geldstrafe und muß ebenfalls den Mehrerlös von 52 500 Mark ablielern, seine Frau F. Sp. 800 Mark Geldstrafe, die übrigen aus dem „Kundenkreis“ "stammenden Angeklagten erhielten Geld Strafen zwischen 500 und 4 000 Mark. — ö— • Anaiandspakete b’s za 5 feg Vom 1. Februar 1917 an können vom Ausland (ausgenommen Japan und Spanien) nach den vier Besatzungszonen Deutschlands Postpakete bis zum Höchstgewicht von 3 kg verschickt werden. Die Pakete dürfen Liebesgaben, also nicbtverderbliche Lebensrnittel, Kleidungsstücke, Schuhwerk, Seife, Arzneimittel und andere Gegenstände des dringenden Bedarfs enthalten. Schriftliche Mitteilungen dürfen den Paketen nicht‘beigefügt sein. Nachnahme- «. Wettsendangea lägdtnai Ab 15. Februar 1947 werden im Festverkehr zwischen der amerikanischen, englischen und französischen Zone Nachnahme- und Wertsendungen zugelassen. Die Freimachungsgebühren sind dieselben wie im Postverkehr innerhalb der französischen Zone. Man wende sich zwecks Auskunft an dt« Postämter. Briefe feig ta 1000 gr Ab sofort wird das zulässige Höchstgewicht der Briefe im Intsrzonen-Posiverkehr von 500 auf 1000 Gramm heraufgesetzt. Ebenfalls ab sofort wird der Postverkehr mit Finnland Ämter denselben Bedingungen wie mit den anderen Ländern wieder aufgenommen. andere wichtige Waren aus anderen Zonen oder aus dem Ausland erhalten. Pie vielen Betriebe, die wir m Auge haben, stellen in der Regel unter Verschwendung von Arbeitskraft Rohstoffen und Energie Dinge her. die man bestenfalls mit „Tand“ bezeichnen kann und die zudem zu Wucherpreisen Angeboten werden. Wahrscheinlich wird der Versuch gemacht auch zur kommenden Ernte wieder Arbeitskräfte bereit tu steilen. Es Ist nur zu befürchten, daß wir dann auf dieselben verzichten können. Wo nicht gesät, wird, kann nicht geerntet werden. Wir brauchen Arbeitskräfte schon heute für die Vorbestellung des. Lands und die vielen Arbeiten, die für eine gute Ernte Voraussetzung sind. Es liegt in der Natur des Gärtners, daß er ein großes Pflichtbewußtsein 'für die Versorgung der Bevölkerung hat, und zwar zu allen Zeiten. Dieses Pflichtbewußtsein könnte getrübt werden, wenn er sieht, daß am hellen Tag alle Vergnügungsstätten bis zum letzten Platz gefüllt sind, wäh- > rend er trotz der großen Not nicht die dringendsten Arbeitskräfte für seine lebenswichtige Arbeit erhalten kann. Wenn diese Zustände nicht sofort ab gestellt und den Gartenbaubetrieben Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt werden, wird man in di «em> Jahr nicht nur so wenig wie im vergangenen Jahr, sondern gar kein Gemüse mehr zu essen bekommen. Es geht auf keinen Fall, daß M llio- nen hungern, weil sie einer anständigen Arbeit .nachgehen, während andere in falschem Arbeitseinsatz oder bei gar keiner Arbeit eine bessere Zeit abwarten. Ob wir Gemüse haben oder nicht. Regt am guten Willen und an der Einsicht gewisser Bevölkerungskreise. Die Arbeitsämter versuchen immer wieder, den Gartenbaubetrieben Arbeitskräfte zu vermitteln. Meist ist ihre Arbeit aber ergebnislos. Es wäre notwendig. den Arbeitsämtern die nötigen Befugnis*» m gehen, damit sie ln dieser Notlage unseres Volkes falsch eingesetzte Arbeitskräften solche diesichvor jeder wirklichen Arbeit drücken, den Gartenbaubetrieben zuführen können. Helfend und beratend müßte den Arbeitsämtern zu diesem Zweck ein Ausschuß aus Fachleuten beigegeben worden. Nur wenn in dieser Hinsicht sofort etwas Ent. »scheidendes geschieht, könnten wir Gärtner die Gewähr für eine Besserung in dar diesjährigen Ge- müseversorgung übernehmen.“ Karl Kellerer, Kreisgärtnermeister Aentfeyongen im Zugveikehr Ah sofort verkehren die Kitzlige 312 und 301 (Basel-Karlsruhe) bis auf weiteres nur noch »tu Montag. Mittwoch, Freitag und Samstag bis und ab Basel DRB. am Dienstag, Donnerstag und Sonnlag verkehren sie nur noch zwischen Karlsruhe und Freiburg. Ferner fallen zwischen Schopfheim und Säckingen die Züge 13120 und 13125 am Dienstag, Donnerstag und Samsiag aus. Im Bezirk der Eisenhahndirektion Stuttgart fallen nachstehende Züge aus: E 506/517 Stuttgart—Mannheim—Stuttgart: E 4W 409 Mühlacker—Karlsruhe—Mühlacker; E 524 Heidelberg-Karlsruhe; E 606 Bruchsal—Karlsruhe und E 809 Bruchsal—Heidelberg. PrSfuDg für Wirtschaft*- and Steaersadtversllndtg« FREIBURG — Die Kammer der Wirtschaft«- und Steuersaehverständigen Freiburg'Br., Talstraße 52. teilt mit: Es ist vorgesehen, bei genügender Beteiligung im Frühjahr Prüfungen für Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer. Buchsachverständige. Steuerberater und Helfer in Steuersachen abzuhalten. Ee- rufsangehörige. der ersten 3 dieser Gruppen, die die Absicht haben, eine Prüfung abzulegen, wollen ihre Anträge bis spätestens 28. Februar bei der Kammer stellen. Die Anträge auf Zulassung zur Prüfung für Steuerberater und Helfer in Steuersachen sind beim Badischen Finanzministerium, Abteilung für Steuern und Zölle. Freiburg'Br., Sautierstr. 24, zu stellen. — Neben den vorgeschriebenen Unterlagen ist eine politische Unbedenklichkeits-Bescheinigung beizufügen. Solls! enkonzei I e Gesang — Klavier — Geiget Aus Anlaß von Franz Schuberts 150. Geburtstag gab die Koleratursopranistin der Hamburger Staatsoper. Clara Ebers, einen Liederabend, der viel Applaus fand. Die drei gut gewählten Gruppen ihres Programms enthielten auch einige Lieder, die selten gesungen werden. Die taäsi'ose Aussprache der Künstlerin ermöglichte es dem Zuhörer, jedes Wort der Liedtexte zu verstehen. Störend war nur die Artikulation des gedehnten i- Lauts. der eine merkwürdige Färbung hatte. Die für Opernpartien ausgebildete Stimme erfreute vor allem in jenen Gesängen, die ihrem Charakter nach dem Rollenfach der Sängerin ähnlich waren. Lieder wie „Die Vögel” und .„Auflösung“ zeigten deutlich die Vorzüge und die Grenzen der Interpretation und der vokalen Mittel. Am Flügel begleitete Paul Kloss. Aus Bremen kam der Pianist Walter Bohle und stellt* sich mit einem anspruchsvollen Programm vor: Schumanns Davidsbündlertänze, 12 Präludss von Dabussy und die F-mell-Sonate von Brahms. Leider war die Aufführung der Werke nicht so bemerkenswert wie ihre Zusammenstellung. Bohle hat sich weder als faszinierender Virtuose noch als künstlerische Persönlichkeit großen Formats erwiesen. Er ist ein gediegener Klavierspieler, der eine solide Technik hat und hauptsächlich durch gute Fedalbehandlung entfällt. Von den dargebotenen Kompositionen lag ihm die Brahms-Sonate am besten, obgleich das aut klanglich«» Glanz und äußeren Eindruck abgesWlte Spiel keineswegs dem Stil dieses Stückes entsprach. Nach seinem großen Erfolg als Sollst Im Sinfoniekonzert des Großen Orchesters des Südwest- lunks veranstaltete der französische Geiger Henry Merckel noch einen Violinaherui der alle Erwartungen übertral. Im Gegensatz zu Leies bedeutungslosem F-moIl-Konzert standen hier Werke auf dem Programm, die dem Künstler Gelegenheit gaben, seine außerordentliche, vielseitige Begabung zu beweisen. Als Erstaufführung spielte Merckel „Sommerliche Sonate“ op. 7 vo n Renä Thlmonnier — ein dreisätziges gefälliges, ebenso wirkungsvoll wie geschmackvoll geschriebenes Werk, das begeistert aufgenommen wurde. Außer Beethovens Kreutzersonate, die durch eine eigenartige Deutung in viele kleine Einzelteile zerlegt wurde, hörte man Rousseis Sonate op. 28 und Hindemlths Sonate für Violine allein op. 31, deren hervorragende Wiedergabe das Publikum zu frenetischem Beifall hinriß. Das umfangreiche Programm schloß Tmit drei Stücken aus Strawinsky* Balletten Feuervogel, Kuß der Fee und Petruscbka — vom Komponisten selbst für Violine und Klavier bearbeitet und von Merckel geradezu mit elementarer. Gewalt und orchestraler Farbigkeit vorgetragen. Die ausgezeichnete Begleiterin Marie- Louise PugnOt-Caillard, deren Anschlagstechnik zieh für die Interpretation zeitgenössischer Mus !c besonders eignet, sollte einmal einen Klavierabend mit kompromißlosen modernen Werken g;ben. Gh. Eh Verantwortlich f. d Schriftlcitung tir H F Geller. Anzeigenteil; Ann» Galling. - Bühl er Geschäftsstelle! Bauplatz. St. Acherncr Geschäftsstelle: Hauptstr UZ. J i W. 14 BÄDFTTfcR TA GBl. ATT St Mittwoch, den 19. Februar 1947 ITü S © P @ D Weiterhin Schwenningen Elfmeter-Sieg ln Konstanz / Kaiserslautern entthront (Eigenbericht). G. Die südwestdeutsche Meisterschaft entwickelt sich immer spannender. Das gilt sowohl für die Südgruppe als auch für die Nordstaffel. Allerdings darf man augenblicklich weniger das spielkul- turelle Moment in den Vordergrund stellen. Die derzeitigen Wetter- und Bodenverhältnisse diktieren vielmehr ein Anpassen an die Gegebenheiten, die mancher Zufälligkeit den Weg bereiten Das darf nicht vergessen werden. Wenn unter solchen Verhältnissen Biberach ln seinem harten Kampf mit Schwenningen nur 5:3 (2:1) unterlag, dann spricht das sehr für den Tabellenletzten, den wir noch mancher Überraschung fähig halten. Überhaupt wird die Aüsgeglichenheit der Südstaffel noch markanter in Erscheinung treten. Schließlich Ist auch die Partie zwischen Konstanz und Freiburg, 1:0 ( 0:0), ein Beitrag für die Beweisführung über das trügerische Bild der augenblicklichen Tabelle. Der Konstanzer Sieg, übrigens nach der Halbzeit durch einen verwandelten Handelfer zustandegekommen, war bis zur letzten Minute gefährdet, wenngleich eine leichte Überlegenheit des Siegers unverkennbar war. Die „Sturm- und Drangzeit" der Freiburger in der letzten Viertelstunde wäre ein Gegentor wert gewe- Sp. V. Schwenningen VfL. Konstanz SV. Rastatt SSV. Reutlingen Sp.V. Offenburg VfL. Friedrichs!». VfL. Freiburg SV. Biberach In der Nordzone Mainz klar 3:1 geschlagen, da die Mainzer nach dem Seitenwechsel plötzlich ausglleben und durch den Schneid ihres Angriffes sogar zur Führung kamen, die sie zwar überctatsmäßig verteidigten unj .dann aus Durchbrüchen heraus durch Schneller den Sieg endgültig sicherstellten. Diese Niederlage brachte dem mit 3:1 über Ncuendorf siegreichen FC. Saarbrücken die Tabellenführung ein. Die Koblenzer erinnerten in keiner Weise an ihr früheres Können, vertändelten sich in unangebrachter engmaschiger Kombination, während Saarbrücken 5000 Neuendortern demonstrierte, daß ein vereister Platt zu »umgreifen- dem Spiel zwingt, um eine noch so geschickte Verteidigung leichter sprengen zu können. — Wormalu Worms schlug den VfR Trier 5:0 und Phönix Ludwigshafen rettete mit einem 1:0 zwei Punkte gegen den VfB Neunkirchen. t—Offenburg LUS. und Friedrichs- S 3 X X 20:10 7:3 5 3 X X 2: 7 7:9 4 2 X X 5 : 5 5:3 S 2 1 2 18:10 5:9 s X 3 X 10:10 5:5 3 X 2 0 8 : 6 4:9 5 0 3 3 6:16 2:8 4 0 1 3 11:23 1:7 wurde Kaiserslautern in @ r t e k 0 Gruppe West der Oberliga ASV. Freiburg — SV. Emmendingen 1:1 Fortuna Freiburg — VIR. Staffel n Sasbach — Fautenbach 0:3 Haueceberstein — Bühlertal 5.-6 Oos — Varnhalt 5tt> Lauf — Oberachern 1:1 Tabelle: Sportfreunde Lahr — SV. Oberkirch s:2 Bühlertal 10 8 1 l 83:22 17: 3 Die Tabelle: Oos Oberachern 9 8 9 5 0 1 i 3 33:15 29:14 16: 2 11: 7 Sportfreunde' Lahr 8 6 1 1 26:10 13: 3 Fautenbach 9 4 2 3 17:17 10: S Fortuna Freiburg 8 9 .8 1 27: 9 10: 2 Lauf s r 1 8 13:17 5:11 SV. Ottenau 7 5 1 1 18:11 11: 3 Haueneberstein 7 3 » 5 22:27 4:1» SC. Baden-Baden 8 9 8 3 35:12 10: 8 Blau-Weiß Freibuzg 8 4 0 4 15:20 8: 8 Staffel III ASV. Freiburg 7 2 0 3 18:19 7: T Plittersdorf — Durmersheim 0:7 SV. Emmend ingen 7 v 1 1 8 12:18 3:11 Eleheshelm — Würmersheim xa SV. Oberkirch VfR. Riegel S • « 9 0 » » 6 5:28 4:24 8:10 0:i2 Steinmauern — Otigheim in Die Bezfrksfclasse beliebtet . . . Bischweier — Staffel IV Niederbühl 2:2 Sandweier — Bühl 1:S (1:0) Achcrn — 'Bietigheim fcO <::0) Iffezheim — Leiberstung ausgefallen Söllingen — An a. Rh. 5:1 Hier die Tabelle: Kuppenhelm 1 fl » » 1 70:13 18: 2 Achern 0 S 0 • 35: 3 18: 0 Illingen » 7 0 2 45:16 14: 4 Kappel rodeck 7.4 1 2 10: 9 0: 5 Söllingen > 4 0 2 17:31 8:10 Leiberstung > 2 2 4 20:2> 5:10 Bet den Reservemannschaften ... Muggensturm — Waldprechtsweier 3» —ItiBe- An die Jngendspoitverelne Der Landesjugendsportpfleger teilt mit: Sämtliche Jugendfuß- und Handballmannsehaften, die beabsichtigen, um den von der Militärregierung gestifteten Pokal für die beste badische Jugend-Fuß- und Handbalimannschaft zu spielen, haben Gelegenheit, bis spätestens 23. 2. 1347 ihre Meldung an den Landesjugendsportpfleger Freiburg, Tumseestr. >5 abzugeben. Nachmeldungen können unter keinen Umständen Berücksichtung erfahren. Kuppenhelm — Baden-Baden ausgefallen Achcrp — Bietigheim 6:0 Ottenau — Illingen ausgefallen Illingen — Bietigheim (9. r.) 4:2 Tabelle Achen» f 9 8 i *9: 4 10: 9 B.-Baden 8 3 1 2 17:12 7: 5 Illingen 3 1 0 0 11: 3 8: 0 Kuppenheim 4 9 0 1 17: 9 6: 2 Rastatt 5 2 1 3 18:14 5: 9 Ottenau 8 i 0 4 9:15 1: 8 Leiberstung 4 i 1 2 9:18 3: 5 Bietigheim 8 1 1 3 13:15 3: 7 Bühl r i Kreisle 1 « 99* Staffel I Tabelle 0 • 6:36 2:12 Sinzheim 19 8 1 1 40:14 17: 9 Schwarzaeh 9 r 2 1 29:19 14: 4 Hügelsheim 10 8 3 3 43:27 11: 8 Stolihofcn 9 8 X 3 87:17 11: T Der lackende FC NSinber^ Vas ganze Verfolgerfeld S Punkte zurück O. Die erste Serie der süddeutschen Oberliga Ist abgeschlossen. Der letzte Spieltag hat die klare Favo- rlten-Stellung der Nürnberger noch deutlicher werden lassen. Nicht nur daß der VfB Stuttgart in Offenbach eindeutig 4:1 (1:0) von einem besser disponierten Gegner geschlagen wurde, sondern auch die Augsburger „Schwabe n", die dem Club hätten auf den Fersen bleiben können, verloren durch ihr 0:0 gegen „Bayern" München einen kostbaren Punkt, so daß jetzt das ganze Verfolgerfeld, einschl. München 1860 klar distanziert ist. Ebenso deutlich Ist mittlerweile aber auch die Abstiegsnot geworden, die nach wie vor (wir haben das schon vor Wochen angedeutet) zehn Mannschaften bedroht. Und deshalb ist auch der 1:0-S!eg des Karlsruher F V über den FSV Frankfurt mehr als zwei Punkte wert, erreichte der KFV doch dadurch die 11. Stelle, also die sonsthin „goldene Mitte“. Dafür scheint aber der Karlsruher Phönix direkt an das Tabellenende verbannt worden zu sein, zumal er vom ebenfalls abstiegbedrohten B C. Augsburg 5:0 abgeschlagen wurde. Die Tragik der diesjährigen Süddeutschen Oberligameisterschaft liegt eben >h der Tatsache, daß sechs Mannschaften abzusteigen haben und demgemäß alle Vereine der unteren Hälfte unausgesetzt bedroht bleiben. Darin liegt einzig und allein auch die Hoffnung des abgeschlagenen Verfolgerfeldes, den einsam thronenden Club doch noch erreichen zu können Denn: die Härte des Abstiegsabwendungskampfes wird auch den FC. Nürnberg in Mitleidenschaft ziehen. Europa-Elf roch nickt aus?«wählt . G. Der Spielausschuß der Fifa hat die Auswahl der Europa-Elf für das Spiel am 10 Mai gegen Großbritannien in Glasgow noch nicht auswählen können, da ihm bisher die Zusage der gegebenenfalls von Jugoslawien und Rußland abzusstellenden Spieler noch nicht zugegangen ist. Die Europamannschaft wird nach ihrer Auswahl von dem Ex-Österreicher Rap an. dem Trainer der Schweizer Nationalmannschaft, betreut. Anschluß an Fifa wird angestrebt Interzonale Meisterschaft beschlossen G. Vierzig Fußball-Fachleute aus allen vier Zonen landen sich in Essen zur ersten Interzoncn-Fußballta- gung ein, um die Durchführung der Deutschen Meisterschaft 1947 vorzubereiten und schließlich auch eine Körperschaft zu bilden, deren Aufgabe es ist die Beziehungen zum Weltfußballverband, der Fifa, wieder aufzunehmen. Dem unter dem Vorsitz von Dr. Peeo B a u w e n s stehenden „Interzonalen Fußball-Ausschuß" gehört Je ein Vertreter der USA-, französischen, britischen und russichen Zone an. DI« Zonen, die sieh an der In- terzonen-Meisterschaft, ehedem Deutsche Meisterschaft, beteiligen wollen, müssen ihre Meister bis spätestens 1. Juli 1047 gemeldet haben. Amtliche Sportnachrichten Wie uns der Leiter des Sportbezirks B -Baden mitteilt, erging wegen des Spielabbruchs am 5. 1. 1947 in Kappelrodeck folgendes Urteil: Spieler Otto Stahl- b erg er, Kuppenhfeim, 4 Wochen Sperre vom 6. t bis einschließlich 2. 2. 1947 wegen Schiedsrichterbeleidigung. Spiel für Kappelrodeck mit 0:0 gewonnen- Kuppenheim außerdem 20— RM Geldstrafe sowie Strafgebühr und Kosten. Ferner hat Kuppenheim noch in diesem Spieljahr in Kappelrodeck ein Privatspiel ohne Gegenverpflichtung auszutragen. In» übrigen wird Kuppenheim nahe gelegt, seine Einstellung zu den Schiedsrichtern von Vereins wegen gründlich zu ändern. AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN Lebensmitteianfrnf In der 2. Dekade der 22. Zut. Periode <21. 2—21. 2. 1247^ werden folgende Lebensmittel aufgerufen: Brot: Kl 600 g auf Abschnitt 6. K2 1200 g, auf Abschnitt S 750 g, auf Abschnitt ,0 450 g. Jgdl, Jgd2 und E 1600 g, auf Abschnitt 5 1000 g, auf Abschnitt 6 600 g. Schwerarbeiter: Gruppe I 400 g auf Abschnitt 25. Gruppe II 1000 g, auf Abschnitt 25 und 26 je 500 g. Gruppe in 1800 g, auf Abschnitt 25 1000 g, auf Abschnitt 26 >00 g. Werdende Mütter 400 g auf Abschnitt 10. Vollselbstversorger Karte VS 3000 g, auf Abschnitt >, > und W je 1000 g. Fleisch : Kl 50 g auf Abschnitt 9. K2 100 g, auf Abschnitt 1> und 21 je 59 g. Jgdl 100 g, auf Abschnitt 16 und 22 je 50 g. Jgd2 200 g, auf Abschnitt 16 und 22 je 100 g. E 140 g, auf Abschnitt 15 100 g, auf Abschnitt Li 40 g. Schwerarbeiter: Gruppe II 200 g, auf Abschnitt 29 und 30 je 100 g. Gruppe III 260 g, auf Abschnitt 29 und 30 je 100 g. auf Abschnitt 31 60 g. Werdende Mütter 110 g auf Abschnitt 11. Butter : Karte Kl 100 g auf Abschnitt 10. Karte K2, Jgdl, Jgd2 und E 100 g, auf Abschnitt 25 50 g, auf Kleinabschnitte SO g. Schwerarbeiter: Gruppe I I0Y g, auf Abschnitt 9 50 g, auf Abschnitt 21 50 g. Gruppe II 230 g, auf Abschnitt 9 und 33 je 75 g, auf Abschnitt 21 80 g. Gruppe in 420 g, aut Abschnitt 9 und 21 je ISO g, auf Abschnitt 33 120 g. Käse : Jgdl 104 g. auf Abschnitt 43 62,* g, aut Abschnitt 44 37.5 g. Jgd2 und E 125 g, auf Abschnitt 43 und 44 je 62.5 g. Schwerarbeiter: Gruppe II 50 g auf Abschn'tt 47. Gruppe HI 100 g, auf Abschnitt «7 Und 53 je 50 g. Ilülsenfrüchte : An Normalverbraucher. Karte Kl, K2, Jgdl, Jgd2, E 200 g auf Abschnitt HI (linke Kartenseite). Die Hülsenfrüchte werden zum Preis von RM 1-23 pro kg verkauft. Kindernährmittel : (Ausgabe erfolgt nach Eintreffen der Ware, welche von den nachstehend aufgeführten Geschäften durch Plakataushang bekanntgegeben wird). Kl 1000 g auf Abschnitt 14 und IS „Nährmittel“ je 500 g. K2 500 g auf Abschnitt > „Brot". Für die Gruppe Kl gelangen die Präparate Galak, Recordmalt, für die Gruppe K2 Engel-Nährkost (ungezuckert) zur Ausgabe. Zu beziehen bei: C. Billmann, Liehtentalerstr. 17, N. Brilmayr, Rheinstr. 11, Jockwig, Stefanienstr. 51, H. Flrnkes, Sinzheimerstr. 2, F Klein, Stefanienstr. 22, H. Lerch, Langcstr. 17, Reformhaus Kuhn-Schoch, Luisenhof, Reformhaus Müller-Baur, Liehtentalerstr. 42. Baden-Baden, den 19- Februar 1947. S 2975 Der Oberbürgermeister — Ernährungsamt Achtung Hühnerhalter! Unter Bezug auf die Verfügung des Bad. Staatskommissariats für Ernährung vom 5. 2. 1947 Im Bad. Tagblatt sind 5 Eier pro Huhn für den Monat Februar 1947 abzuliefern. S 2076 Ab Donnerstag, den 20. 2. 1947 werden die Eierablieferungsnachweise für das Eierwirtschaftsjahr 1946/47 gegen Unterschrift auf dem Ernährungsamt, Zimmer 11, ausgegeben, und zwar Buchstabengruppe A—H am Donnerstag, den 20. 2. 1947, vorm. 9.34—12 Uhr; Buchstabengruppe J—Q am Freitag, den 21. 2. 1947, vorm. 8.30—12 Uhr; Buchstabengruppe R—Z am Samstag, den 22. 2. 1947, vorm. 8.30—12 Uhr. Baden-Baden, den 19, Februar 1947. Ernährungsamt Öffentliche Mahnung 1 Am 15. Februar 1947 war fällig: S 2005 Grundsteuer: 4. Viertel 1946 (für die Monate Januar, Februar und März 1947). Schulgeld: für die Oberrealschule, Gymnasium Ho- henbaden, Rlchard-Wagner-Schule sowie Höhere Handelsschule. 2. Viertel. 1946 (für die Monate Dezember 1946, Januar und Februar 1947). Wie lange und in welchem Ausmaß die zeitbedingte Einschränkung des Schulbetriebes noch anhält, ist vorläufig nicht abzu- sehen. Es kann deshalb auch nicht beurteilt werden, wie hoch sieh die Ermäßigung des Schulgeldes endgültig beläuft. Es wird daher gebeten, die angemahnte 2. Rate in voller Höhe zu entrichten. Nachlaßbeträge werden mit der 3. und 4. Rate verrechnet. Stadtkasse Baden-Baden AVIS aux jeunes Fransais de la ctasse 1947 Les jeunes gens de la classe 1947 en rösidence en Allemagne seront convoquös devant des Conseils ds revisjon qui se tiendront ä METZ et STRASBOURG le 28 Mars 1947 . Tous les jeunes Francais de la classe 1947 r&idant i BADEN-BADEN et dont le chef de famille n’est mem- bre ni du Gouvernement Militatre, ni des Troupet d’occupation devront se präsenter au Gouvernement Militaire local, 4 Schillerstraße, Bureau No 1 avant k 23 »FEVRIER 1947. Heures de röception: 9» i 12» 14» 30 ä 18» (samedi excepte). S 1981 L’Administrateur de 3ere Classe MOUTENET Deleguö pour le G.M. du Distrlct de Baden-Baden GOTTESDIENSTE Evangelische Landeskirche. Mittwoch, den 19. Februar: Weststadt: 20.00 Uhr Frauenkreis im Gemeindehaus. Donnerstag, den 20. Februar : Altstadt: 20.00 Uhr Bibelstunde im Gemeindehaus. Oos: 18.30 Uhr Bibelstunde im Gemeindehaus. ... tl)miHHHHMMHHHHIHIHIMIM«l))HHH0«tWW9miHI7»H0l»H9H»IHHIMHMHMrt 81 l98M9«Wn99llM9>899S9«M9l Wir haben uns vermählt HORST BATZER MARGARETE BATZER geb. Brenner Baden-Baden S 2016 Galsbühlstr. 15 Frau Else von Bunker, geb. Freiin von Hammerstein, geb. 30. 3. 1875 ,gest. 12. 2. 1947. Im Namen aller Hinterbliebenen: Frau Malve Guyot, geb. von Dunker, Hausen/Wiesental, Kr. Lörrach/Baden. S 2006 Werner Klingele, Unteroffizier, geb. 23. 11. 1924, t 16. XI. 1947. In tiefer Trauer: Alfred Klingele und Frau Gertrud Klingele. Stefanienstraße 41. Beisetzung: Mittwoch, 19. Febr., nachm. 2 Uhr, Friedhofkapelle. Seelename: Donnerstag, 20. II. 1947, vorm. */«9 Uhr, in der Stiftskirche. S 2013 - . FONFUNOSIEBZIO JAHRE . Färberei und ciiem. Reinigung Friedrich Thomas • färbt • ro/>, fast: neu, mlttelh. 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