BADENER TAGBLATT Leitung für Politik, Wirtschaft und tfuitur FREITAG, 12. SEPTEMBER 1947 Ausgabe A PREIS 20 PFENNIG Beginn der Kohlenkonferenz in Berlin Harshall fflr sofortige Europahilfe BERLIN — Im Lancaster House, dem ehemaligen Gebäude der deutschen Arbeitsfront und augenblicklichen Sitz der britischen Militärregierung, begann die „Kohlenkonferenz". Die französische Delegation •?*tzt sich zusammen aus dem Chef der Wirtschafts- »>d Finanzdelegation* im Alliierten Kontrollrat, Rens Sergent, den Herren Valabregue und Ventura, und dem Sachverständigen beim französischen Oberkommando in Deutschland, Parziot. Die Franzosen als Fragesteller sitzen den Leitern der amerikanischen und englischen Wirtschaftsabteilung, Sir Cecil Weir und Wilkinson, gegenüber. Diese Verhandlungen bildeten die Fortsetzung der Londoner Dreierbesprechungen über das Industrieniveau der englisch-amerikanischen Doppelzone auf interalliierter Grundlage in Deutschland. Die französische Delegation schlägt eine Ausdehnung der beweglichen Spanne der in Moskau zwischen den drei Westmächten festgesetzten Kohlenexporte vor. Auf der Moskauer Konferenz war beschlossen worden, daß 21?/» der Kohle ausgeführt werden sollten, wenn die Tagesförderung 375 000 t erreichen würde. Die französische Delegation beantragt jetzt, daß der zum Export freigegebene Prozentsatz heraufgesetzt werde, wenn die Förderung über 375 000 t täglich ansteigt. Außerdem soll der Prozentsatz an Hüttenkoks, der in der Gesamtexportmenge enthalten ist, in gleichem Maße erhöht werden. Englische und amerikanische Kreise beton«, daß die Besprechungen zunächst lediglich den Charakter einer Sachverständigenbesprechung im Rahmen und entsprechend dem allgemeinen Stand der deutschen Angelegenheiten haben. Sie werden nur dann eine höhere Bedeutung erlangen, wenn ihre Entwicklung dies nötig macht In den Besprechungen über die deutsche Kohlenproduktion sind bisher gute Fortschritte zu verzeichnen. Bestimmte Nachrichten liegen noch nicht vor, doch glaubt der Kosmos-Pressedienst daß sich Frankreichs Forderungen in drei Punkten zusammenfassen lassen: Steigerung der deutschen Kohlenausfuhr nach Frankreich, eine gleitende Skala für die deutsche Kohlenausfuhr, und Zuspruch der gesamten Kohlenproduktion des Saargebietes. In Parts glaubt , man, annehmen zu können, daß die erste und zweite Forderung eine gewisse Aussicht auf Annahme hätten, während die Durchsetzung des Punktes drei schwieriger zu sein scheint. Nach den letzten Meldungen wurde inzwischen ein Abkommen getroffen, in dem Frankreich ein gesteigerter Anteil an der Ruhrkohlenproduktion zugestanden wird. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt geworden, doch sollen sich die Abmachungen auf die s. Zfc in Moskau vereinbarte Skala der Kohlenzuteilung beziehen. Wie in Paris weiter bekannt wird, findet am kommenden Montag, dem 15. September, die Schlußsitzung der Sechzehnerkonferenz statt. Der französische Außenminister Bidault und Außenminister Bevin werden an dieser Sitzung teilnehmen. In Washington prüfen offizielle Kreise des Staatsdepartements augenblicklich die Nachrichten aus Paris, denen zufolge die an den Verhandlungen für den Marshallplan teilnehmenden 16 europäischen Nationen ihren Bedarf mit 21 Milliarden 900 Millionen Dollar für die nächsten 4 Jahre zum Einkauf der notwendigen Lebensmittel, landwirtschaftlichen Ausrüstungen und Kunstdünger angegeben haben. Offizielle amerikanische Kreise betonen jetzt, daß in den für die Erleichterung der Nahrungsmittelversorgung notwendigen 21 Milliarden 900 Millionen Dollar, die zur Entwicklung der Hüttenindustrie, der Wasserkraftausnützung und des Transportwesens nötigen Summen nicht enthalten sind, die auf normal etwa 15 Milliarden geschätzt werden. Man befürchtet, daß sich der Bedarf Gesamteuropas im Rahmen des Marshallplanes auf 35 Milliarden oder mehr beläuft, also 50 Prozent höher ist, als Benjamin Cohen ursprünglich angenommen hatte. In der Zwischenzeit hat Staatssekretär Marshall auf einer Pressekonferenz betont, daß die Vereinigten Staaten sofort ein Hilfsprogramm aufstellen müßten, um den dringenden Bedürfnissen Europas vor Beginn des Jahres 1948 gerecht zu werden. Er fügte hinzu, daß die Regierung Truman seiner Ansicht nach nicht über die notwendige Vollmacht verfüge, um ein solches Programm auch nur provisorisch ohne vorherige Zustimmung des Kongresses in Gang zu setzen. Die Regierung hofft bis Ende Oktober die gesamten Unterlagen zu erhalten, die der Kongreßkommission einen Einblick ermöglichen, welcher zusätzlichen Lieferungen Europas außer seinen Hilfsquellen an Nahrungsmitteln und Brennstoffe für den nächsten Winter bedarf Der Staatssekretär erklärte, daß die Begriffsbestimmung der langfristigen Probleme des europäischen Wiederaufbaus und die amerikanische Haltung zu diesen Problemen unverändert blieben. Im Augenblick jedoch seien die „kurzfristigen Probleme“ vordringlich geworden. Er legte anschließend dar, daß die auf einen strengen Winter folgende Trockenheit sowie gewisse von einigen europäischen Regierungen getroffenen finanziellen Einschränkungsmaßnahmen „ernste Rückwirkungen gehabt und dringende Hilfe nötig gemacht hätten, um die Not im kommenden Winter zu lindem“. Marshall lehnte eine genauere Erklärung darüber ab, ob das provisorische HilfS- programm in der Hauptsache in einer finanziellen Unterstützung der europäischen Länder oder in der Lieferung von Nahrungsmitteln und Waren, die für unentbehrlich erachtet werden, bestehe. LONDON Der Bericht von den englisch-amerikanischen Besprechungen über eine Steigerung der Ruhrkohlenförderung wurde in Washington unterzeichnet wie aus amtlicher Londoner Quelle verlautet. Der Bericht soll in den kommenden Tagen in London und Washington gleichzeitig veröffentlicht werden. Staatskapitalismus als neue Wirtschaftsform? Kaiser vor dem Berliner CDU-Kongress als erster Vorsitzender bestätigt BERLIN — Auf dem Parteitag der Ostzonen-CDU wurde Jakob Kaiser mit 248 gegen eine Stimme zum ersten Vorsitzenden und Ernst Lemmer mit 247 bei einer Stimmenthaltung zum zweiten Vorsitzenden gewählt Der einzige konkrete Vorschlag Kaisers im Laufe des Kongresses bezog sich auf die Bildung eines gewählten Konsultativ-Rats, einer Art vorläufigen „Reichstags“, dessen vom Leiter der CDU vorsichtig umrissene Aufgabe es sein soll, so schnell als möglich wieder ein einheitliches Deutschland zu errichten und dieses zum Schiedsrichter im Konflikt der Alliierten zu machen. 3u der Besprechung, die Kaiser und Lemmer vor wenigen Tagen mit dem sowjetischen Oberkommandierenden hatten, wird nachträglich eine Version bekannt, nach der die SMA keineswegs beabsichtige, in ihrer Zone ein totalitäres Regime zu errichten, sondern daß sie die Absicht habe, den demokratischen Kräften alle Freiheit zu lassen. Sie verstünde also vollkommen die prinzipielle Opposition, die Jakob Kaiser gegen die SED betreibe. Die Wahrscheinlichkeit dieser von hochstehenden Persönlichkeiten der Partei der christlich-demokratischen Union vertretenen Ansicht wird bekräftigt durch die Zweifel, die bei den hervorragenden Vertretern der russischen Politik in Deutschland infolge der Unzulänglichkeit des leitenden Personals der SED aufgetaucht sind. Das Verschwinden des thüringischen Ministerpräsidenten Dr. Paul, eines bedeutenden Mitgliedes der SED, ist ein zu bemerkenswertes Ereignis, um nicht einen peinlichen Eindruck auf die sowjetische Militärverwaltung zu machen. „Thüringen kein Korruptionsherd“ Der Fall Paul zieht weite Kreise WEIMAR — Von dem vor über einer Woche spurlos verschwundenen thüringischen Ministerpräsidenten Dr. Paul ist bisher immer noch nichts bekannt geworden.. Der thüringische Justizminister Dr. Helmut Kuelz erklärte, die Untersuchung über das Verschwinden Dr. Pauls habe ergeben, daß es sich um eine vorbereitete Flucht gehandelt hat. Es sei festgestellt worden, daß die Frau des Ministerpräsidenten schon vorher Koffer nach Berlin geschickt und Dr. Paul selbst schon seit längerer Zeit Geldbeträge abgehoben und ebenfalls nach Berlin gebracht habe. Die Dienststellen, auch die Präsidialkanzlei, wären von seiner Abreise nicht informiert worden. Dr. Kuelz betonte, daß die bisherigen Ermittlungen des Justizministeriums keine strafbaren Handlungen von Dr. Paul ergeben haben. Er bezeichne- fce es als „unerhört“ daß im Zusammenhang mit dem VerscL' .aden des Ministerpräsidenten Thüringen als Korruptionsherd hingsA -»llt worden sei Diese Äußerung bezieht sich offensichtlich auf einen Artikel, den der „Telegraf“ veröffentlicht hatte. Es heißt dort, daß Paul durchaus darauf bedacht gewesen sei, für seinen persönlichen Vorteil zu sorgen. An dem Ergebnis der Riesenunterschlagungen von Schokolade aus der Fabrik A Berger in Pößneck sei sein Haushalt ebenso beteiligt gewesen wie an den Fleischschiebungen der Thüringer Kleischwerke in Weimar und den Schiebungen mit dem von Hessen gelieferten Sekt für die Thüringer Kranken, einer Lieferung von 18 000 Flaschen, von denen die Krankenhäuser nicht eine Flasche zu sehen bekommen hätten. Frau Paul, allgemein „Königin Luise“ genannt, hätte bei jeder Veranstaltung ein neues Kleid getragen, so daß sie im Jahre 1946 allein aus Gera 36 Gesellschaftskleider beziehen mußte. Frau Paul sei Protektorin des Deutsch- Russischen Clubs gewesen, dem als Hausdame die Witwe eines SS-Oberführers vorstehe. Diese kleinen Fehlgriffe, so schreibt der „Telegraf“, hätten ?aul wenig schaden können, da sie gerade in der SED-Führung Thüringens sehr häufig seien. Der .Telegraf“ führt dann unter der abschließenden Zpsammenfassuna. das sei das System Paul gewesen, eine ganze Reihe von weiteren Schiebungen an. Dr. Kuelz erklärte weiter, daß nach seiner Auf- ’ fassung auch kein politischer Anlaß für die Flucht Pauls zu erkennen sei. Er führt das Verschwinden Dr. Pauls vielmehr darauf zurück, daß dieser vielleicht die Nerven verloren habe. Der mehrmonatige Urlaub des Ministerpräsidenten sei auch nicht aus politischen Gründen erfolgt, sondern weil er tatsächlich leidend gewesen sei. Dr. Kuelz gab bekannt, daß er bestimmte Vermutungen" über den jetzigen Aufenthalt Dr. Pauls habe, diese jedoch nicht äußern könne. Zur Durchführung der Untersuchung stellte er . fest, daß die SMA in der ganzen Angelegenheit in keiner Weise eingegriffen habe. Der Agentur DPD zufolge sind die thüringischen Regierungskreise jetzt der Ansicht, daß der seit acht Tagen vermißte Dr. Paul sich nicht direkt in die Westzonen begeben hat, sondern sich noch im britischen oder amerikanischen Sektor Berlins aufhält. Der thüringjche Landtagspräsident August Fröhlich bezeichnete auf einer I nndeskonferenz der SED das Verschwinden des thüringischen Ministerpräsidenten Dr. Rudolf Paul als der Vergangenheit angehörig. „Wir haben keine Zeit, über den Fall zu diskutieren“, erklärte er, „ein Mann der innerlich nie zu uns gehörte, ist verschwunden, und daraus haben wir unsere Schlußfolgerungen zu ziehen.“ Landtagspräsident Fröhlich betonte, daß er seine Erklärung auf eigene Verantwortung abgegeben habe.' Wie dazu bekannt wird, ist von höchster Stelle verboten worden, diese Stellungnahme in thüringischen Zeitungen zu veröffentlichen. Wie von offiziellen Kreisen des SED-Landesvor- standes Thüringen verlautet, distanziert sich die SED vollkommen von Dr. Paul. Sie wird zu dem Fall erst Stellung nehmen, wenn über die wahren Gründe des Verschwindens Pauls näheres bekannt ist. Wie jetzt noch bekannt wird, ist auch der Oberbürgermeister von Jena, Mertens (LDP) seit einigen Tagen verschwunden. Auch von ihm fehlt bis. zur Stunde jede Spur. Im Rahmen des Kongresses sprach der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Karl Arnold, über die Wirtschaftslage in der Ostzone. Die veränderten wirtschaftlichen Ordnungen in der sowjetischen Zone, so sagte der Ministerpräsident, würden im Westen und Süden mit Erstaunen und mit Sorge verfolgt Die Wirtschaftsform in der Ostzone für Gewerbe-Industrie weiche völlig von der Ordnung im übrigen Deutschland ab. Der staatswirtschaftliche Sektor sei umso größer, als man auch den großen Block der sowjetischen Betriebe in deutscher.. Hand zu ihnen rechnen müsse. Auf die sowjetischen Gesellschaften und Kombinate entfielen in der Ostzone ein Anteil von 20 bis 30 Prozent der gesamten Produktion. Damit seien die Schlüsselbetriebe und Schlüsselgruppen der Industrie in öffentlicher Hand. Dieses Vorgehen in der Ostzone gehe weit über eine berechtigte Enteignungsaktion gegenüber Kriegsverbrechern und Naziaktivisten hinaus. Diese sei ausgeweitet worden zu einer bewußten Änderung der gesamten Wirtschaftsstruktur, zu einer Sozialisierung nicht aus sachlicher Notwendigkeit, sondern aus sozialistischem Dogmatismus einseitiger marxistischer Vorstellung. Während man auf der einen Seite nicht ohne Grund sich gegen die frühere Machtballung in privaten Konzernen und Trusten gewandt habe, habe man auf der anderen Seite noch mächtiger und dichter zusamengeschlossene Komplex^ geschaffen, deren einziger Unterschied darin bestehe, daß an der Spitze dieser Gebilde nicht eine mächtige private Bürokratie, sondern eine staatliche noch mächtigere Bürokratie stehe. Von einer wirklichen Selbständigkeit im rechtlichen und kaufmännischen Sinne könne man nicht sprechen. Hier sei in einer Weise sozialisiert worden, die wirklich nicht vorbildlich sei. Die Union sei allen sozialen und wirtschaftlichen Fragen gegenüber aufgeschlossen, aber diese Neuordnung dürfe nicht dazu führen, daß an der Stelle privater Macht nun einfach der Staat als mächtiger Arbeitgeber trete. Die Betriebe, die zu sozialisieren seien, müßten so umgestaltet werden, daß sie in wirklicher Selbständigkeit wirtschaften könnten und daß klar erkennbar sei, wie es bei ihnen um Gewinn und Verlust stehe. Nicht irgendein Kollektiv, sondern der einzelne Mensch, seine Freiheit und Würde bleibe auch in der Wirtschaft das Entscheidende. Englische Zone wird zu teuer WASHINGTON — Der britische Geschäftsträger in Washington, John Balfour, hat dem Unterstaatssekretär Lovett eine Note überreicht, in der di» Schwierigkeiten aufgezeigt sind, denen die britische Regierung angesichts der Übernahme von 5 W » der großen Dollarausgaben für die Besatzung eir Bizone begegnet. Der Anteil Englands an diesen Ausgaben habe sich seit Beginn des Jahres 1947 auf 380 Millionen Dollars belaufen, von denen 273 Millionen zum Ankauf von Brot, Getreide und verschiedenen Lebensmitteln verwendet worden wären. Die USA-Regierung soll daraufhin den britischen Beauftragten mitgeteilt haben, daß sie bereit sei, die für England bestehenden Möglichkeiten zi>r Herabsetzung seiner Unkosten und ?+ Verminderung seiner Dollarabgänge zu erwägen, indem es an Länder der „Sterling-Zone" appelliert, einen großen Teil der für die Bizone bestimmten Einfuhr zu übernehmen. In amtlichen Kreisen Washingtons glaubt man, daß eine endgültige Regelung der Frage auf der zur Besprechung dieses Themas im Oktober zusammentretenden englisch-amerikanischen Konferenz ausgearbeitet werden wird. Die USA im MittelmeeV ROM — Der Kommandant der amerikanischen Mittelmeerflotte, Admiral Bernhardt Bieri gab in einem Interview bekannt, daß die USA in den Mittelmeergewässem folgende Einheiten stationiert haben: 5 Kreuzer, 7 Torpedobootszerstörer, 1 Flugzeugträger und etwa 6 Hilfskreuzer. Diese Streitkräfte seien unter den augenblicklichen Umständen einwandfrei in der Lage, die ihnen zugedachte Rolle im Rahmen der amerikanischen Europapolitik zu spielen. Der Admiral betonte, daß die amerikanische Mittelmeerflotte auch weiterhin eng mit den britischen Streitkräften Zusammenarbeiten werden. Diese Schiffe würden auch nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages mit Deutschland die Gewässer Italiens und andere Mittelmeerzonen durchfahren, denn die Interessen der Vereinigten Staaten in Europa würden nicht zwangsläufig mit dieser politischen Handlung aufhören. Die Versorgung der griechischen Armee . ATHEN — Die amerikanische Militärmission hat mitgeteilt, daß sie ab I. September die ernährungsmäßige Versorgung der griechischen Armee übernommen hat. Die hierfür vorgesehenen Ausgaben belaufen sich auf 102 000 Dollars täglich für eine Tagesration von 3 700 Kalorien pro Kopf. Die griechische Armee besteht aus 196 000 Mann. Verfehlungen deutscher Treuhänder BERLIN — Die deutsche Treuhänderstelle, die das im sowjetischen Sektor Berlins beschlagnahmte Vermögen verwaltet, hat laut ADN bei einer Überprüfung der- Arbeit der einzelnen deutschen Treuhänder zahlreiche Vergehen größeren Ausmaßes aufgedeckt Besonders umfangreich sind nach den Angaben von ADN die Unterschlagungen in der Abteilung Grundstücksverwaltung, wo die Treuhänder Georg Kramer und Walter Schulze beschuldigt werden, ungefähr 125 000 beziehungsweise 54 000 Mark unterschlagen zu haben. Dem Treuhänder Kroesing wird vorgeworfen, Beträge in_ Höhe von 83 000 Mark veruntreut zu haben. In der Gruppe Handel und Handwerk wird unter anderem einigen Treuhändern vorgeworfen, Schwarzhandel mit unterschlagenen Lebensmitteln getrieben zu haben. Deutsche Zeitungen im Vierzonenverkehi BERLIN — Ab 15. September können deutsche Zeitungen in allen vier Besatzungszonen frei versandt werden. Der Post-Ausschuß des Kontrollrates hat der deutschen Post die Anordnung erteilt, Von diesem Zeitpunkt ab alle Zeitungs- und Zeitschriftensendungen anzunehmen. Bis jetzt waren die Zeitungen der Bizone von der Post der russischen Zone nicht angenommen worden, die erklärt hatte, sie müsse Richtlinien über die Ausführung dieser Entscheidung abwarten. Französisch-englische Allianz ratifiziert Der Vertrag soll bei den kommenden Besprechungen seine Wirksamkeit erweisen LONDON — Der am 4. März ds. Js. in Dünkirchen Unterzeichnete französisch-britische Allianzvertrag wurde heute in London durch den britischen Außenminister Bevin und den französischen Botschafter in Großbritannien Massigli ratifiziert Nach der Unterzeichnung hielten Außenminister Bevin und Botschafter Massigli kurze Ansprachen, in denen sie die Bedeutung des Vertrages hervorhoben und auf die immer enger werdenden Bande, die beide Nationen verbinden, hinwiesen. In der französisch-englischen Allianz verpflichten sich die beiden Mächte im Falle einer neuen deutschen Angriffsdrohung sich gegenseitig zu Rate zu ziehen und gemeinsam geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um dieser Drohung ein Ende zu machen. Sie verpflichten sich weiterhin, für den wirtschaftlichen Wiederaufbau ihrer beiden Länder zusammenzuarbeiten. Der englische Außenminister Bevin bezeichnete den Pakt als einen Höhepunkt der englisch-französischen Zusammenarbeit. Der Vertrag habe zwei Zigle: Das erste sei vorbeugender Natur. Den Deutschen würde vor Augen geführt, daß sie im Falle einer Wiedergeburt des militaristischen Geistes in ihrem Land Frankreich und Großbritannien Seite an Seite finden würden. Das zweite Ziel habe eine konstruktive Seite, so fuhr der Außenminister fort. Diese liefere den Rahmen für eine englisch-französische Zusammenarbeit, die sehr schnell in Angriff genommen werden müsse. Zu diesem Zweck müßte England und Frankreich jetzt auf der wirtschaftlichen Seite des Vertrages Zusammenarbeiten Der französische Botschafter in Großbritannier Massigli, gab seinerseits dem Wunsch Ausdruck 6>-8 die enge französi lh-englische Zusammenarbeit die in dem Vertrag vereinbart sei, beir «rkenswert, Ergebnisse zeitigen würde. „Der Vertrag von Dünkirchen, so sagte er u. a., setzt voraus, daß Großbritannien und Frankreich einen gemeinsamen Willen und eine gemeinsame Politik hinsichtlich Deutschlands haben. Dieser gemeinsame Wille, so fuhr Massigli fort, ist wesentlich, wenn jeder von uns die Schwierigkeiten und die Stellung des anderen besser zu verstehen wünscht. Dieser Tage werden in Berlin sehr wichtige Besprechungen geführt. Noch bedeutendere werden im Oktober zwischen den Stellvertretern der vier Außenminister, und am 3. 11. zwischen den Außenministern selber stattfinden. In diesen Verhandlungen wird man den Wert des Vertrages voll und ganz ermessen können.“ Massigli versicherte abschließend seine Überzeugung, daß dieser Vertrag der Ausgangspunkt für eine immer engere Zusammenarbeit zwischen 4tm beiden Ländern «sin werde. Nr. 73 BADENER TAGBLATT Freitag, den 13. September 1947 Skorzeny freigesprochen Vor Jahresende noch weitete Prozesse in NSrnberg Simpfendorfer Belasteter ? STUTTGART — In der weiteren Verhandlung gegen den ehemaligen württembergisch-badisch^n Kultusminister Wilhelm Simpfendorfer erklärte dieser, er habe durch das Verfahren den Eindruck gewonnen, di®' Welt sei ein „Narrenhaus“. Da man ihm im Dritten Reich mißtraut habe, sei es paradox, daß er heute seine antinationalsozialistische Haltung beweisen solle. Es sei schwer genug gewesen, als „Staatsbürger zweiten und dritten Grads“ betrachtet zu werden. Wenn er alle Verfolgungen, iie er erlitten habe, zusammenstelle, dann dürfe er sich ruhig als Verfolgter des Naziregimes betrachten. Im Verlauf der Verhandlung wurde ferner sin Schreiben des evangelischen Landesbischofs für Württemberg-Baden, Dr. Wurm, verlesen, in dem Simpfendörfer als „unentwegter Gegner“ des Nationalsozialismus bezeichnet wird. Der öffentliche Ankläger beantragte Einreihung ln die Gruppe der Belasteten. Simpfendörfer habe sich durch Wort und Tat und mit dem Einfluß seiner Person in politischer und kultureller Beziehung für den Nationalsozialismus eingesetzt. Der Vorsitzende setzte die Spruchverkündung auf Montag, den 22. September fest. Sprachkammervor sitzende treten zurück MÜNCHEN — 34 der 72 Münchner Spruchkammervorsitzenden und öffentlichen Kläger haben in einer Sitzung TECHNIK UND WISSENSCHAFT Atomkraft gegen den Krebs g. Präsident Tr um an hat in einem Telegramm •n den Präsidenten des 4. Internationalen Krebssongresses angekündigt, daß der Atomkraft-Ausschuß - der Vereinigten Staaten den ausländischen medizinischen und biologischen Laboratorien Ra- dio-Isotopen zur Verfügung stellen werden, damit sie ihre Arbeiten über die wirksame Bekämpfung des Krebses fortsetzen können. Überhaupt nimmt, wie Prof. Dr. John H. Lawrence von der Universität Kalifornien mitteilt, die Verwendung der Atomkraft für die Heilkunde einen breiten Raum im amerikanischen Atomprogramm ein. Bei bestimmten Fällen von Krebs an den Schilddrüsen wurde die Atomkraft schon mit bestem Erfolg verwendet., Mit Hilfe des vor kurzem gewonnenen radioaktiven Isotops ist es möglich, in der Krebsbeobachtung-auch geringste Reaktionen wahr zu nehmen. Bei den Isotopen handelt es sich um Zerfallsprodukte des Uraniums, die hoch radioaktiv sind. Ihr Herstellungspreis ist sehr hoch, daß er für die medizinischen Institute unerschwinglich ist Daher hat Präsident Truman jetzt diese Isotopen zu billigem Preis den ausländischen Forschem zur Verfügung stellen lassen. Neuer Süßstoff g. An der Technischen Hochschule in Delft (Holland) wurde ein neuer Süßstoff in Form kleinster orangefarbiger Kristalle entwickelt, der einen rqin süßen Geschmack hat und 4 OOOmal so süß ist als Rohrzucker. — Für S.a y e r n wird jetzt die Chemische Fabrik in Leverkusen den neuen Süßstoff „D u 1 c 1 n“ hersteilen, nachdem der Plan, in Bayern eins elgan a Süßstoffherstellung zu entwik- keln, gescheitert ist. Aulgangsstoff ist Alkohol, aus welchem Farapheriditin gewonnen wird, welches sich zu Dulcin verarbeitet läßt. Aus 10 000 Liter Alkohol gewinnt Leverkusen etwa die gleiche Menge Dulcin, womit der Bedarf Bayerns an Süßstoff zu decken wäre. Neuartige Erntemaschinen Wie das Kuratorium für Technik in der Landwirtschaft mitteilt, ist die Konstruktion einer Schmal - Schlagleisten - Dreschmaschine gelungen, die an Material nur etwa die Hälfte einer- Dreschmaschine üblicher Bauart bei gleicher Leistung benötigt. Die Maschine wird vielleicht schon im Herbst 1947 in die praktische Prüfung gehen können. — Im Rahmen der landtechnischen For- s.chungsaufgaben des Kuratoriums werden ferner eine fahrbare Getreide-Trocknungsanlage mit einer Leistung von 3 t in der Stunde und eine ebenfalls fahrbare Obst- und Gemüse-Trocknungseinrichtung mit einer stündlichen Leistungsfähigkeit von 100 kg entwickelt werden. Fenerzenge ohne Benzin g. Schon vor Jahren hatten Forscher das„e w i g e Zündholz“ erfunden, deren Patente die Zünd- holzkonzeme für große Summen gekauft haben, ohne sie jemals zu benutzen. Jetzt hat die Westing- house Electric Corporation (USA) in ihrem chemischen Laboratorium ein ewiges Zündholz entwickelt in Form einer kleinen Lampe, welche infrarote unsichtbare Strahlen aussendet Wo diese Strahlen auftreten, entsteht eine Temperatur von über 200' C, an der eine Zigarette entzündet werden kann. Das Gerät soll so verkleinert werden, daß es auch als Taschenfeuerzeug verwendet werden kann. — In Frankreich hat etwa gleichzeitig ein Fabrikant ein Feuerzeug ohne Docht und ohne Benzin auf den Markt gebracht. Es enthält in einem kleinen Stahltank etwas flüssiges Butangas, das beim öffnen des Feuerzeugs aus einer sehr feinen Düse dringt und durch den Funken eines -Feuersteins entzündet wird. Die im Tank unterbrachte Gasmenge reicht für 10 000 Entzündungen. Korrosionsschutz durch Elektrolyse und Kunststoffe New York — Amerikanischen Forschern sind neue wichtige Erfolge im Schutz von Werkstoffen gegen Rost und andere Korrosions-Wirkungen gelungen. So haben die Forscher der Mc Craw Electric Company, Chicago, welche Heißwasserbehälter herstellt, die erfahrungsgemäß in wenigen Jahren durch Korrosion zerstört werden, besonders wenn das Leitungswasser säurehaltig ist, in den Heißwasserbehälter einen 60 cm langen Magnesiumstab eingebaut, welcher zusammen mit dem inneren Stahlbehälter und dem heißen Wasser eine starke galvanische Batterie bildet Durch die elektrolytische Wirkung werden die Behälterwände mit Magnesium überzogen. Indem man den Magnesiumstab von seiner Stahlkappe isolierte und den Stromübergang durch einen Widerstand verringerte, erhielt man einen regulierbaren Strom von Magnesium-Tonen, wodurch ein vollkommener Korrosionsschutz erzielt wurde. Die chemische Abteilung der General Electric Co. hat ein Verfahren entwickelt, wonach Jeder Isoliergriffe für Zangen, Schutzüberzüge für Maschinenteile und Werkzeuge, lsoüermäaieL für Röhren und Drähte selbst aus Kunststoff hersteilen kann. Die Gesellschaft versendet die für diese Zwecke passenden Säckchen, Röllchen und Muffen durch die Post. Man legt sie 2 bis 4 Stunden in eine Lösung, welche sie weich macht und bis zu 50 vH dehnt und streift sie dann über die zu schützenden Werkstücke. Durch die Trocknung gehen sie bis auf geringeres als ihr ursprüngliches Maß ein und sitzen so unverrückbar fest, ohne brüchig zu werden oder zu reißen, Diese Kunststoffüberzüge isolieren und schützen die Maschinen, Werkzeuge und Installationen aller Art vor Rost,-Korrosion und mechanischen Beschädigungen. Vor allem können auch empfindliche Gewinde auf diese Art wirksam geschützt werden. Neuer Rußfeger für Lokomotiven bn. - Die Erfindung eines neuen Rußfegers, der in die Rauchkammer der Lokomotiven eingebaut wird und die Störungen bei Dampfmangel beseitigt, ist zwei Ingenieuren des Leuna werks gelungen. Der Dampf wird durch Heiz- und Rauchrohre durchgeblasen. Die Erfindung sichert eine Kohlen- erspamis von mindestens 10 vH. Hinei alogische Vereinigung in Bonn c g. BONN — Mineralogen aus allen 4 Zonen haben in Bonn die „Mineralogische Vereinigung“ gegründet. Vorsitzer ist Prof. Dr. Scheumann Bonn, seine Stellvertreter ist Prof. Dr F. von Wolff, Halle. Durch einen Notfonds und durch gegenseitige Arbeitshilfe sollen die der mineralogischen Wissenschaft im Krieg entsandenen Schäden, durch welche 19 Institute und viele Sammlungen und Bibliotheken zerstört oder verwüstet wurden, teilweise wieder gut gemacht werden. Persönliches: . Als erster Deutscher wurde nach dem Krieg Prof. Dr. Herbert Kühn als Ehrenmitglied in die Soctete Pröhistorique Francalse aufgenommen Prof. Kühn lehrt an der Universität Mainz Vor- und Frühgeschichte. Nr. 73 BADl !«ji TAGBLATT freitag, den 18 . fernher 1X7 eine 12 demokratische Republik September 1847 — 12. September 1947 Baden gehört zu den deutschen Ländern, in denen sich das parlamentarische Leben zuerst entwickelte. In Baden lebten schon damals nicht wenige Männer, die in vorbildlicher Weise für die menschlichen Rechte und Freiheiten eintraten, diese geltend machten und verteidigten. In diesen Tatsachen liegt die demokratische Tradition unseres Landes begründet. Offenburg kann sich rühmen, in diesem Sinne mit an der Spitze der badischen Städte zu stehen. In Offenburg wurzelte gewissermaßen die demokratische Volksbewegung, die mit der von aufrechten Männern in die Stadt an der Kinzig einberuf enen Versammlung vom 12. September 1847 begann. Hundert Jahre sind es, seit die „entschiedenen Verfassungsfreunde" zusammenkamen und in fünf Arti' iln die Wiederherstellung der Verfassung verlangte , in acht weiteren Forderungen für die Entwicklung der Verfassung aufstellten. Die Entschließung der von den Mannheimer Demokraten Hecker, Grohe, Struve, Eller, Streuber zusammen mit den Offenburgera Rehmann, R6e, Stigler, Anton und Johann Armbruster geleiteten Versammlung im .Salmen“ lautete : Art. 1: Wir verlangen, daß sich unsere Staatsregierung lossage von den Karlsbader Beschlüssen vom Jahre 1819 und von den Frankfurter Beschlüssen vom Jahre 1831 und 1832 und von den Wiener Beschlüssen vom Jahre 1834. Diese Beschlüsse verletzten gleichmäßig unsere unveräußerlichen Menschenrechte, wie die deutsche Bundesakte und unsere Landesverfassung. Art. 2: Wir verlangen Pressefreiheit; das unveräußerliche Recht des Menschen, seine Gedanken un- verstümmelt mitzuteilen, darf uns nicht länger vorenthalten werden. Art. 3: Wir verlangen Gewissens- u. Lehrfreiheit. Die Beziehungen des Menschen zu seinem Gotte gehören seinem innersten Wesen an, und keine äußere Gewalt darf sich anmaßen, sie nach ihrem Gutdünken zu bestimmen. Jedes Glaubensbekenntnis hat daher Anspruch auf gleiche Berechtigung im Staate. Keine Gewalt dränge sich mehr zwischen Lernende und Lehrer, der Unterricht scheide keine Konfession. Art. 4: Wir verlangen Beeidigung des Militärs auf die Verfassung. Der Bürger, welchem der Staat die Waffen in die Hand drückt, bekräftigt den übrigen Bürgern seine Verfassungstreue. Art 5: Wir verlangen persönliche Freiheit. Die Polizei höre auf, den Bürger zu bevormunden. Das Vereinsrecht, ein frisches Gemeindeleben, das Recht des einzelnen, sich zu ernähren, das liecht des Volkes, sich zu versammeln und zu reden, sich zu belegen auf dem Boden des deutschen Vaterlandes — seien hinfür, ungestört Art. 6: Wir verlangen Vertretung des deutschen Volkes beim Deutschen Bunde. Dem Deutschen werde ein Vaterland und eine Stimme in dessen Angelegenheiten. Gerechtigkeit und Freiheit im Innern, eine feste Stellung dem Auslande gegenüber gebühren uns als Nation. Art. 7: Wir verlangen eine volkstümliche Wehrverfassung. Der waffengeübte und bewaffnete Bürger kann allein den Staat schützen. Man gebe dem Volke Waffen und nehme von ihm die unerschwingliche Last, welche die stehenden Heere ihm auferlegen. Art. 8: Wir verlangen eine gerechte Besteuerung. Jeder trage zu den Lasten des Staates nach Kräften bei. An Stelle der bisherigen Steuer trete eine progressive Einkommensteuer. Art. S: Wir verlangen, daß die Bildung durch Unterricht allen zugleich zugänglich werde. Die Mittel dazu hat die Gesamtheit in gerechter Verteilung aufzubringen. , Art. 10: Wir verlangen Ausgleich des Mißverhältnisses zwischen Kapital und Arbeit. Die Gesellschaft ist schuldig, die Arbeit zu heben und zu schützen. Art. 11: Wir verlangen Gesetze, welche freier Bürger würdig sind und deren Anwendung durch Geschworenengerichte. Der Bürger werde vom Bürger gerichtet, die Gerecfitigkeitspflege sei Sache des Volkes. Art 12: Wir verlangen eine volkstümliche Staatsverwaltung. Das frische Leben eines Volkes bedarf freier Organe. Nicht aus der Schreibstube lassen sich seine Kräfte regeln und bestimmen. An die Stelle der Vielregierung trete die Selbstregierung des Volkes. Art. 13: Wir verlangen Abschaffung aller Vorrechte. Jedem sei die Achtung freier Mitbürger einziger Vorzug und Lohn. Niemand wird behaupten können, daß dieses Programm etwa anarchistischen Charakter hätte. Es galt nur, den Verfassungs Verletzungen, den Ausnahmegesetzen von Karlsbad und Wien entgegenzutreten. Dies geschah in durchaus loyalem Sinn, äußerlich noch besonders betont durch die Ausschmückung des Versammlungsraumes mit Büsten und Bildern badischer Landesfürsten. Dies soll im Gedenken der freisinnigen Männer gesagt sein, die von einer reaktionären Geschichtsschreibung mir allzu oft als Aufrührer und Meuterer schlimmster Art, als zuchtlose Insurgenten diffamiert worden sind. Gewiß, sie waren im Grunde ihres Herzens Republikaner, Demokraten. Das kann ihnen nur zur Ehre gereichen, nicht minder ihr rückhaltloser Kampf gegen den Absolutismus und für die Souveränität des Volkes. Tapfer und opferbereit waren sie im Sinne des politischen Fortschritts tätig, sie wollten nichts anderes als das Beste ihres Volkes; sie waren Idealisten und wenn man will, Revolutionäre in der Worte vornehmster Bedeutung. Noch zwei weitere Versammlungen von Wichtigkeit sah Offenburg im Verlaufe der damaligen Revolutionsjahre in seinen Mauern, am 19. März 1848 und am 13. Mai 1849. Die Forderungen, die dabei proklamiert wurden, gehen im Wesentlichen kaum über das Manifest vom 12. September 1847 hinaus; sie fanden aber, herausgehoben durch die Geschehnisse der Zeit weit größere Beachtung. Ihr Niederschlag ist auch in der von der Nationalversammlung in der Paulskirche geschaffenen Verfassung durchaus spürbar. Grundsätzlich konnte damals jedenfalls zum ersten Male festgestellt werden: Der Kampf der Volksherrschaft gegen den Absolutismus der Fürsten hat begonnen, und so kann man für unser Land die Tage vor 100 Jahren als Geburtsstunde der Demokratie und Offenburg als ihre Heimat ansprechen. In diesem Gedanken erinnern wir uns jener Zeit und ihrer Männer. Menschenrechte, Freiheit der Person und des Gewissens, Presse- und Lehrfreiheit, gleiche Bildungsmöglichkeit, Ausgleich des Mißverhältnisses zwischen Kapital und Arbeit, das sind republikanischdemokratische Grundsätze, die in jenen Tagen zum ersten Male mit solcher Offenheit auf deutschem und badischem Boden ausgesprochen wurden. Damit haben sich jene Männer ein Verdienst erworben, das uns zu dankbarem Gedenken veranlaßt und verpflichtet. . Gerade heute, da wir vor den Trümmern stehen, die ein letzter Versuch der Reaktion, der Despotie und des Terrors über uns Zusammenstürzen ließ, gerade heute, da schließlich auch der letzte erkennen muß, daß nicht Dynasten oder Tyrannen in dem ihnen ganz ursprünglich eigenen Drang zur Macht ein Volk zu Wohlstand und Glück führen können, sagt uns das Erinnern an jene Begebnisse besonders viel. Belehrt durch die Ereignisse den Geschichte der letzten hundert Jahre erhärtet die erinnernde Betrachtung jener Zeit in uns aufs neue die Überzeugung, daß nirgends sonst als in der Demokratie und ihren erhabenen Grundsätzen der Weg zu Frieden und Freiheit der Einzelnen und der Völker zu finden ist. K. H. Lembke. Im Frührot der deutschen Demokratie Die geschichtliche Erinnerung an den ersten, in seiner Konzeption und seinem politischen Elan ebenso großartigen wie in den fasch absinkenden Phasen seiner Verwirklichung tragischen Versuch einer deutschen Einigung auf demokratischer Grundlage pflegt zwei Ausgangspunkte der zweifellos elementaren Volksbewegung anzusetzen: Darmstadt und vor allem ‘Heidelberg. In der darmstädtischen Kammer brachte am 27. Februar 1848 auf die Nachricht vom Sturz des Julikönigtums in Frankreich der Abgeordnete Heinrich von Ga- gern den Antrag auf Errichtung einer deutschen Zentralgewalt mit Volksrepräsentation ein. In Heidelberg aber traf am 5. März 1948 eine spontan zusammengetretene Versammlung von 51 Männern, die als berufene Vertreter ihres heimatlichen oder beruflichen Kreises gelten konnten und überdies meist als Abgeordnete einen politischen Namen hatten, ein Übereinkommen, wonach sie die deutschen Regierungen dringend ersuchen wollten, alsbald eine parlamentarische Vertretung der .deutschen Nation zu schaffen. Die Besinnung auf ein weit früheres Treffen führender politischer Köpfe im Zeichen der Idee der demokratischen Freiheit und einer deutschen Volksvertretung, das in Offenburg stättfand und dessen Jahrhundert-Gedächtnis in diesen Tagen begangen wird, ergibt eine nicht unwesentliche Korrektur der herkömmlichen geschichtlichen Darstellung, die neben Darmstadt Heidelberg als die Wiege der im Frankfurter Parlament ihr politisches Medium findenden demokratischen Bewegung bezeichnet. In Offenburg hatten sich bereits am Sonntag, 12. September 1847 Demokraten von tH- entschlossener politischer Energie, die — wie der Mannheimer Anwalt und Abgeordnete Friedrich Hecker und der Journalist Gustav von Struve — im folgenden Frühjahr in den Mannheimer und Heidelberger Aktionen eine führende Rolle spielen sollten, mit angesehenen, demokratisch gesinnten Männern aus der Ortenau und dem Kinzigtal getroffen, um zu beraten, wie dem Volke, „in dem eine unermeßliche Summe von innerem Groll, Verbissenheit und Mißtrauen“ angesammelt war, geholfen und zugleich dem großen Gedanken der gesamtdeutschen Einigung gedient werden konnte. Diesem Treffen, das bis heute in der Geschichtsschreibung noch nicht den gebührenden Platz gefunden hat, ist die eigentliche Patenschaft der Frankfurter Paulskirche zuzusprechen. Dabei ist gegenüber der überkommenen nationalistischen historischen Darstellung des ersten Versuchs einer deutschen Demokratie, die mit, dem Blick auf die Pariser Februarrevolution internationale motorische Kräfte vorauszusetzen beliebt, von entscheidender Bedeutung, daß diese erste Auslösung der in den südwestdeutschen Ländern beheimateten Volksbewegung lange vor dem Pariser Ereignis erfolgte. Die Männer des Offenburger Treffens waren weder demokratische Theoretiker noch Repräsentanten hoher Wissenschaft, wie sie später in übergroßer Zahl die Paulskirche versammelt sah, sie waren echte und berufene Vertreter ihrer Heimat, die wußten, wo dem Volk der Schuh drückte. Es überrascht deshalb nicht, daß diese Männer sich nicht mit der Ausschließlichkeit, die dann den Tod des ganzen Frankfurter Versuchs herbeiführte, um das Problem „Volkssouveränität — monarchistische Staatsform“ bemühten, sondern den ganzen Umkreis uneingeschränkter demokratischer Freiheit als ihr Programm betrachteten und auch sozialpolitische Gedanken zur Diskussion stellten. Die Brandstiftung im Karlsruher Ministerium, das erste Fanal der badischen Revolution von 48 wie die Bauernaufstände im Kraichgau und Odenwald, auf dem Boden des Bauernkriegs von 1525, waren gleichermaßen Ausdruck politischen Wollens wie, nach dem Hungerwinter 1846/47, Ausbruch sozialer Unzufriedenheit. So rollte sich denn auch aus den badischen Volksversammlungen, mit denen die Ideen der Offenburger " und nachher der Heidelberger Versammlung in Nov. 45 Tschechosl. 480 — 205 °/» Juni 46 Türkei 359 — 221 V. „ Juni 46 Finnland 671 267 305 */. Dez. 45 Frankreich 263 1074 737 April 47 Italien 1848 — 5900 ”/. Mai 47 Es ist zu beachten, daß in Dänemark, Norwegen und der Tschechoslowakei in den Monaten Juli, September und November 1945 alte Banknoten in neue Noten umgetauscht wurden und daß dieser Umtausch, bei dem die Geldmenge verringert wurde, nach dem Stichtag für den Notenumlauf und vor dem Stichtag für die Lebenshaltungskosten stattfand. — Der Stichtag für den iran- z ö s i s c h e n Notenumlauf ist der 2. August 1945, ein Termin nach dem Notenumtausch in Frankreich, der Stichtag für die Aktienkurse in Frankreich ist der 30. Dezember 1946 und die Prozentzahl 737 gibt die Steigerung der Großhandelspreise in Frankreich an. Die vorstehende Übersicht zeigt, daß die Steigerungen der Aktienkurse und der Lebenshaltungskosten in den anglö-amerikanischen Ländern sowie in den nordischen und neutralen Staaten, sich in relativ erträglichen Grenzen hielten. Dagegen nahmen Notenvermehrung und Preissteigerung in Italien, Frankreich und Finnland und vor allem in den in dieser Übersicht nicht enthaltenen Ländern Ungarn, Rumänien, Griechenland und China einen mehr oder weniger starken inflationistischen Charakter an, und der endgültige Erfolg der Stabilisierungsversuche in Ungarn, Griechenland und China muß abgewartet werden. Die zahlenmäßigen Veränderungen des Notenumlaufs, der Aktienkurse und der Lebenshaltungskosten fanden mit den vorgenannten Stichtagen keineswegs ihren Abschluß; die Entwicklung ist vielmehr nach wie vor im Fluß und steht besonders in Frankreich, Italien und den Vereinigten Staaten im Zeichen des Widerstreits preisauf- bauender Tendenzen und preisabbauender Gegenmaßnahmen. So hat Sich der Notenumlauf der Bank von Frankreich in der Zeit vom 2. August 1945 bis zum 28." August 1947 von 445 auf 838 Milliarden Franken erhöht. Die Regierungen Blum und R a m a d i e r führen ja seit Januar einen regelrechten Kampf gegen die inflationistischen Preissymptome; und viele soziale und politische Spannungen in Frankreich, in Italien und in anderen Ländern haben ihre letzte Ursache in dem Wettrennen zwischen Preisen einerseits und Löhnen und Gehältern andererseits. Auch ln Italien verursachte die weitere Erhöhung des Notenumlaufs von 3Ö1 Milliarden Lire im Januar 1946 auf 504 Milliarden Lire Ende Februar 1947 weitere inflationistische Erscheinungen, die auch dort durch Preissenkungsmaßnahmen bekämpft werden sollen. In den Vereinigten Staaten stehen gegenwärtig die inflationistischen und deflationistischen Kräfte noch im Gleichgewicht; erwähnenswert, ist dabei der Preissenkungsfeldzug New Yorker Geschäfte, die im Frühjahr 1947 durch große Anzeigen verkünden ließen: „Wir wollen lieber jetzt eine bescheidene Preissenkung als später eine Krise!“. Und die Pelzgeschäfte ließen dort erklären: „Auch die Pelze schließen sich der Baisseparade an!“ In Deutschland endlich erhöhte sich der Notenumlauf von Ende Juni 1939 bis Februar '1945 um 521 vH; und die Aktienkurse wurden bereits während des Kriegs durcK zwangswirtschaftliche Maßnahmen, besonders durch Stopkurse, künstlich niedrig gehalten. Die Verteuerung der Lebenshaltungskosten besteht hier mehr in der Verschlechterung der Qualitäten und in den Schwarzmarktpreisen als in der Erhöhung der amtlichen Preise für die rationierten Waren; die amtlichen Lebenshaltungskosten einer vierköpfigen Angestelltenfamilie in Nordwürttemberg stiegen von 1938 bis September 1946 um 22,2 vH. Alle diese Zahlen ergeben, daß die Wirtschaft fast überall In der Welt das wesentliche Merkmal des Preisabbaus sowohl in der Kriegs- als auch in der Nachkriegszeit trug und trägt. Diese Steigerung der Preise aber ist gleichbedeutend mit einer Senkung des Geldwerts und einer entsprechenden Entlastung der Schuldner. Auch auf diese Weise werden also im Krieg entstandene Schulden nach dem Krieg getilgt, und die teilweise nur vorläufige Finanzierung der Rüstungen durch Kreditausweitung uhd Notenvermehrung während des Kriegs wird so noch nach dem Krieg endgültig vollendet. Ferdinand Rieck Erste Kölner Nacbbriegsmesse Bericht unseres Kölner Korrespondenten gi. KÖLN — Nach der Ausfuhr messe in Hannover und der Leipziger Herbstmesse findet vom 14. bis 16. September die Kölner Herbstmesse als ers+e Nachkriegsmesse statt. Köln, gehörte mit Königsberg, Breslau und Le.'"“g.zu den vier Messestädten, die bis 1941 läßig im Frühjahr und Herbst Messen vefa. ’.et haben. Die Kölnei Messe hatte früher als Fachmesse für fiaus- Küchen- und Wohnbedarf besondere Bedeutung. Die Umsätze auf diesen Gebieten waren größer als die Umsätze dieser Gruj-.oen auf der Leipziger Messe. Alle maßgeblichen •.'nternehmen der deutschen Verbrauchsgüterindustrie waren auf der Kölner Messe vertreten. Entsprechend der heutigen Zoneneinteilung waren rund 60 vH dei Aussteller in der britischen Zone, 12 vH in der amerikanischen Zone,' 8 vH in der französischen Zone und 20 vH in der russischen Zone beheimatet. Über die deutschen Grenzen hinaus ergab sich die Bedeutung der Kölnei Messe äus der Beteiligung der Nachbarländer Frankreich, Belgien, Luxemburg und Holland als Aussteller und Besucher. Wie sich die Kölner Messe in ■ Zukunft entwickeln wird, läßt sich noch nicht übersehen. Im nächsten Frühjahr wollen in den Westzonen neben Köln, Hannover, Frankfurt/Main und München Frühjahrsmessen veranstalten. Die erste Kölner Nachkriegsmesse soll zunächst auf die Binnenwirtschaft ausgerichtet sein, doch hofft die Messeleitung, in nicht allzu ferner Zeit, wie früher als Mittlerin zum westlichen Ausland auftreten und zum Wiederaufbau der wirtschaftlichen Beziehungen zu den Nachbarländern beitragen-zu können. Der Start der Messe ist nicht ungünstig. Für die erste Veranstaltung nach dem Krieg haben sich mehr Aussteller angemeldet als Ausstellungsraum zur Verfügung steht. Es beteiligen sich nicht nur die meiste alten Kölner Messe- Aussteller, sondern auch zahlreiche Firmen, die früher nur in Leipzig vertreten waren. Au» der sowjetischen Zone nehmen eine Reihe von Einzel- firmen und eine Thüringer Kollektiv-Ausstellung an der Kölner Messe teil. Wie vor dem Krieg werden auf der Messe vorwiegend Haus- und Küchengeräte, Wohnbedarf und Textilien gezeigt. Ein« Reihe früher in Breslau ansässiger Textilfirmen» die sich als „Neue Gelsenkirchener Bekleidungsindustrie" im Westen niedergelassen haben, tritt auf der Kölner Messe mit einer Gemeinschaftsschau in Erscheinung,’ Auf der Eröffnungskundgebung wird unter anderen der neue Direktor der Hauptverwaltung für Wirtschaft der britisch-amerikanischen Zone. Dr. Job. Semler, sprechen. Die Wirtschaftsvereinigung Groß- und Außenhandel hält im Rahmen der Messe eine Tagung ab Das Ergebnis von Leipzig LEIPZIG — Nach dem Bericht des Messeamts beläuft sich der Wert der erteilten Exportaufträge während der Herbstmesse auf 16,6 Mill. Dollar. Von dieser Summe entfallen 11,8 Mill. auf Aussteller aus der Sowjetzone und 4,3 Mill. auf die westlichen Zonen. Unter den Abnehmerländern stehen die Niederlande mit 5,31 Mill. an erster Stelle. Die Aufträge Großbritanniens belaufen sich auf 4,7 Mill. Dollar, während der Umsatz mit Dänemark, Finnland, der Schweiz und Schweden jeweils zwischen einer halben und dreiviertel Mill Dollar lag. Die ausländischen Einkäufer interessierten sich am stärksten für Textilerzeugnisse, für die Aufträge für 4,3 Mill. Dollar erteilt wurden. Ferner kaufte das Ausland Glas, Porzellan- und Steingutwaren fü,r fast 1,5 Mill. Dollar und Hausrat unc Metallwaren für 1,4 Mill. Die diesjährige Herbstmesse wurde von übei 142 000 Geschäftsleuten besucht. Etwa 1700 kamen aus der französischen Zone. Das Ausland war durch 2 647 Besucher vertreten. Von den 4 319 Ausstellern waren 3 015 in der Sowjetzone oder im sowjetischen Sektor Berlins ansässig. Die US-Zone war durch 700 Aussteller, die britische durch 478 und die französische durch 128 Firmen vertreten. Ferner haken 6 ausländische Firmen ausgestellt. Zunächst-zehn Fiscbdampfer hwg HAMBURG — Von den 100 vom Kontrollrat genehmigten neuen Fischdampfern werden zunächst zehn gebaut werden. Für die übrigen 90 sollen von deutschen Stellen neue Pläne eingereicht werden. Von den zehn Dampfern erhält Bremen vier, Hamburg vier und Schleswig-Holstein zwei. Die 100 Dampfer entfallen restlos auf die Westzonen, da hier der Schwerpunkt der Hochseefischerei liegt. Tolstoi Von Rainer Maria Rilke Zum 119. Geburtstag des russischen Dichters am 9. September Von Tolstoi hatte ich bei weitem den tiefsten Eindruck, den je ein Mensch auf mich gemacht hat. In seiner Art Fragen zu stellen, lag etwas Furchtbares, Unerbittliches, und ich erinnere mich, welche Angst ich hatte, er könnte mich plötzlich ins Gesicht hinein fragen: Womit beschäftigen Sie sich?, denn ich hätte antworten müssen: Mit Dichten! und wäre alsbald in Ungnade gefallen. Sein Scharfblick, und wie er mit Blick und Fragen sein Gegenüber durchdrang, hatte etwas Überwältigendes. An dem Tag. den ich in Jasnaja verbrachte, unterzog er uns am Vormittag einem strengen Verhör, dann überantwortete er uns seinen Söhnen mit der Bemerkung, er müsse arbeiten und würde uns zur Essenszeit Wiedersehen. Aber gegen '/»I Uhr vernahmen wir von weitem einen fürchterlichen Auftritt zwischen seiner Frau und ihm. Nichts Tragischeres übrigens (es war in jenen in der Geschichte ihrer Ehe so schwerwiegenden Jahren um 1900) als ihre Beziehungen zueinander: zwischen ihnen bestand jener unheilbare Riß, über den hinweg seine Wahrheit und ihre Wahrheit nicht mehr Zusammenkommen konnten; sie fuhr fort, und wollte fortfähren, ein normales Leben zu führen. Tolstoi war wütend, wenn man ihm sagte, Jetzt st Tischzeit, du mußt essen/ was für dich gekocht jvird.^ Als er in das Zimmer kam. in dem wir uns befanden. hatte er pinen phwaspnH°Ti Blick, eine gewisse Mühe, sich daran zu erinnern, wer wir waren; dann, mit heftiger Stimme „Wollen Sie mit den Anderen essen oder mit mir Spazierengehen?“ Unter anderen Umständen hätten wir um diese Tageszeit vielleicht für das Mittagessen gestimmt, in -diesem Falle aber zogen wir den Spaziergang vor. Welch außerordentlicher Mensch, von unbändiger Sinnlichkeit, wie ich sie bei keinem anderen Menschen angetroffen habe, wie er die Blumen auf den Feldern abbiß, sie an die Nase führte, die Gier, mit der er ihren Duft einzog. Ja — und daher die Größe des menschlichen Schauspiels, das er unablässig gab. Dieser Mensch war jeden Augenblick das lebendige Schlachtfest der Triebe, die sich um ihn stritten. Er konnte sagen, was er wollte — mochten es Torheiten, ja Dummheiten sein — immer spürte man dahinter die Gegenwart des Schutzengels, der über ihm wachte, der das Gepräge seiner eigenen Worte verwandelte, ihnen eine Art letzte .Gültigkeit verlieh. Und nichts merkwürdiger als sein Kampf gegen den künstlerischen Schaffensdrang, jedesmal, wenn er in ihm mächtig wurde. Um ihn zu töten, stürzte er sich dann voller Wucht auf irgendeine handwerkliche Arbeit, die Anfertigung von Schuhen, alles war ihm recht, um der Versuchung durch das Buch Widerstand zu leisten. Tagebuch ' ' 19. April 1847. Bin außerordentlich spät aufgestanden und habe erst um zwei Uhr festgesetzt, was ich im Laufe des Tages tun soll. 14. Juni Beinahe zwei Monate später-gehe ich daran, mein Tagebuch fortzusetzen Ach wie schwer es ist, sich zum Guten durchzuringen, wenn der Einfluß, dem •nan unterliegt ein «chipchter ist. De* Luten Einflusses könnte man noch entraten, wenn nur kein schlechter vorhanden wäre, denn dann würde in jedem Wesen der Geist die Oberhand über die Materie gewinnen. Aber das Geistige entwickelt sich verschieden, es kann sein, daß seine besondere Entwicklung in jedem Wesen einen Teil der allgemeinen Entwicklung bildet, es kann aber auch sein, daß sein Verfall im einzelnen Wesen seine Entwicklung im allgemeinen fördert. 15. Juni Gestern war ich in guter Gemütsverfassung und wäre wahrscheinlich bis zum Abend mit mir zufrieden gelbieben, wenn die Ankunft Dunitschkas mit ihrem Mann nicht einen so starken «influß auf mich ausgeübt hätte, daß ich mich des Glückes, mit mir zufrieden zu sein, beraubt habe. 16. Juni Werde ich jemals so weit kommen, daß ich von keinem fremden Einfluß mehr abhängig sein werde? Das wäre meiner Meinung von ungeheurem Nutzere denn in einem Menschen, der keinem fremden Einfluß unterworfen ist, muß der Geist, seiner Natur gemäß, ungedingt die Materie überflügeln, und erst dann wird der Mensch seine Bestimmung erfüllen. Ich fange an, mich an die erste Regel zu gewöhnen und gebe mir heute eine zweite, die nämlich: Betrachte die Gesellschaft der Frauen als ein notwendiges Übel des allgemeinen Lebens und meide sie so viel als möglich. In der Tat: wem verdanken wir die Wollust, di* Weichlichkeit, den Leichtsinn in allem und eine Menge anderer Laster, wenn nicht den Frauen? Wer ist schuld, daß wir uns die angeborenen Tugenden, die Kühnheit, die Standhaftigkeit, die Besonnenheit, den Gerechtigkeitssinn und andere Tugenden einbüßen, wenn nicht die Frauen. Die Frau ist empfäriglichgr als der Mann, darum waren in den Jahrhunderten der Tugend die Frauen besser als wir, in dem jetzigen ausschweifenden, lasterhaften Jahrhundert aber sind die Frauen schlimmer als wiri . . . 14. Juni 1850 Wieder habe ich das Tagebuch begonnen, wieder mit neuem Eifer und neuem Ziel. Zum wievielten Male schon? Ich entsinne mich nicht. Es ist einerlei, vielleicht lasse ich es wieder liegen, dafür ist es eine angenehme Beschäftigung, und es wird so angenehm sein, es durchzulesen, wie es angenehm war, das alte durchzulesen . . . Ferner, da Ich es für nötig erachtet habe, alle Beschäftigungen im voraus festzusetzen, so ist auch dazu ein Tagebuch nötig Ich möchte mir angewöhnen, meine Lebensweise im voraus festzusetzen, nicht bloß für einen Tag, sondern für ein Jahr, für einige Jahre, für das ganze Leben. Es Ist schwer, fast unmöglich ... Regeln für die Gesellschaft: Schwierige Lagen wählen, sich bemühen, immer das Gespräch zu beherrschen, kräftig, leise und präzis sprechen, bemüht sein, das Gespräch- selbst anzufangen und zu beenden. Die Gesellschaft von Leuten suchen, die in der Welt höher stehen wie du, auf den Umgang mit solchen Menschen bereite dich vor. Sich nicht genieren im Beisein Fremder. Nicht unaufhörlich aus dem Französischen in Russische und aus dem Russischen ins Französische fallen. Eingedenk sein, daß man auf Haltung sehen muß, zumal am Anfang, wenn man sich in einer Gesellschaft bewegt, in der man Schwierigkeiten findet. Auf dem Ball die wichtigsten Damen wählen. Wenn du konfus geworden bist, nicht aus der Fassung kommen, sondern das Gespräch fortsetzen. Soviel wie möglich kalt sein und keinen Eindruck zeigen. - Aus Tolstois Jueendtaeebüchsrn Nr. 73 Die Sammlung HäubHeh in Mannheim In der Reihe der großartigen Ausstellungen jüngster Zeit, die die tatkräftige Leitung der Mannheimer Kunsthalle veranstaltet, ist die Sammlung Haubrich von besonderem Interesse. Dr. Josef Haubrich hat als Sammler zeitgenössischer Kunst seit langem einen klangvollen Namen. Jetzt erhebt er seine Vaterstadt Köln durch eine großherzige Schenkung und dokumentiert dadurch der Stadt den Aufbauvillen wie ganz Deutschlands. Schließlich schenkt er die Sammlung der Allgemeinheit und wird dadurch in höherem Sinn wieder ihr Besitzer. Die eigentliche Liebe Haubrichs gehört den Künstlern seiner Generation, wie der derzeitige Leiter der Karlsruher Kunsthochschule, Prof. Dr. Dskar Gehr lg, in seinen Einführungsworten ausführte. Sie umfaßt den Osten und den Westen unseres Kontinents. Wir begegnen den Namen von Vlaminck und Utrillo in gleichem Maße wie denen von Chagall' und Ensor. Ihr natürliches Schwergewicht aber liegt in der deutschen Kunst. Di® Künstlergemeinschaft „Brücke" ist mit überragenden Werken vertreten. Heckeis „Kanallandschaft" gehört zum Besten, was aus diesem Kreis hervorgegangen ist. Die farbberauschten Naturschilderungen Noldes, des magischen Figurenmalens des Nordens, die Aquarell von Schmidt-Rotluff, Kirche- ner und Otto Müller stehen bedeutsam zur Seite. Es war ein besonders glücklicher Gedanke der Leitung der Kunsthalle, aus dem Besitz der Mannheimer Samiiüung diese Ausstellung zu erweitern und zu ergänzen. Da ist die „Themselandschaft“ von Kokoschka und sein feinnerviges Bild von Professor Forell, da begegnen wir den erschütternden Bildern Xaver Fuhrs in der „Stephansprozession“ und in seiner „Kathedrale“. Carl Hofer erweist sich BADENER TAGBLATT KUNST UND KULTUR mit seinen Bildern als der Klassiker der figürlichen lit s Komposition. Die Werke sprechen für sich eine beredte, deutliche Sprache. Es erübrigt sich^ für sie einzutreten. Sie stehen zwingend und weiterzeugend vor uns. Franz Huber. Handels „Messias“ im Kinzigtal Von unserem nachHausach entsandten Musikkritiker Am 13. April 1742 fand in der irischen Hauptstadt Dublin die Uraufführung des Oratoriums „Der Messias“ von Geörg Friedrich Händel statt, das ungeheuren Erfolg hatte. „Worte fehlen“, heißt es in einem zeitgenössischen Bericht über dieses Konzert, „um den erlesenen Genuß zu beschreiben, den das Werk der dicht gedrängten, bewundernden Hörerschaft machte. Das Erhabene, das Großartige und das Zarte, auf die erhebendsten und rührendsten Textworte gesetzt, wirkten Zusammen, das entzückte Herz und Ohr hinzureißen und zu bezaubern“. Ähnliche überschwengliche Ausdrücke fanden viele der begeisterten und ergriffenen Menschen, die am Sonntagnachmittag Händels „Messias“ in der katholischen Stadtpfarrkirche in Hausach zum erstenmal in ihrem Leben hörten. Die Anregung zu dieser ungewöhnlichen Veranstaltung hatte der neue, strebsame Dirigent des Hausacher Kirchenchors, Lambert Timmer, gegeben, der weltgesteckte Ziele verfolgt. Das für den kleinen Schwarzwaldort bedeutende Ereignis erregte in der ganzen Gegend großes Aufsehen und Interesse. Von nah und fern waren die Besucher herbeigeströmt, so daß die geräumige Kirche bis auf den letzten Platz besetzt war. • Unter Timmers Leitung kam eine sorgfältig vorbereitete Aufführung des Händelschen Oratoriums zustande, die selbst auf anspruchsvolle Zuhörer ihre Wirkung nicht verfehlte. Mit den zur Verfügung stehenden Mitteln konnte natürlich keine vollkommene künstlerische Leistung erreicht werden. Aber die Darbietung hatte im großen und ganzen ein beachtliches Niveau, das alle Gäste auf das angenehmste überraschte. Besonders erwähnenswert sind die vom Orchester überaus genau gespielten Verzierungen, die Sicherheit des Chors bei wechselnden Stimmeinsätzen, die dem Barockstil entsprechende Dynamik und der ausdrucksvolle, aber unpathetische Vortrag der Rezitative und der Arien. Zur Verstärkung des Gemeindechors war der Kirchenchor Sankt Dreifaltigkeit aus Offenburg verpflichtet worden. Das Orchester bestand aus Mitgliedern des Städtischen Sinfonieorchesters in Reutlingen. Als Solisten wirkten bewährte Kräfte und junge Talente aus Frankfurt, Freiburg und Tübingen mit. Außer dem bekannten Küntslerehepaar Susanne Hagen-Heilmann (Sopran) und Hans Heinrich Hagen (Tenor), das mit dem Oratorienstil gut vertraut ist, sangen die vielversprechende Altistin Helmtrude Kraft und der Bassist Hermann Achenbach, der ein schönes Material hat, aber durch die in der Höhe vorwiegend gestoßenen Töne noch viel verdirbt. An der Orgel saß der Hausacher Stadtpfarrer Ernst Wtirth. Es ist vorgesehen, die Aufführung ih Offenburg zu wiederholen. Gh. Bh. AUS DER WELT DER FRAU Die berufstätige Frau und ihr Haushalt Die Vereinigung von Haushalt und Beruf gehört unter den 1 Lebensverhälntissen im heutigen Deutschland wohl zu ' den schwierigsten Frauen- pröblemen. Geht doch die Haushaltführung allein oft schon über die Kräfte der Frau. Ob sieh nun Haushalt und Beruf vereinigen lassen, das hängt nicht nur von der Frau und ihren Fähigkeiten, sondern vor allem auch von der Art ihres Berufes ab. Je mehr die Frau an ihrem Beruf hängt, je mehr er sie zu erfüllen vermag, desto eher wird sie in der Lage sein, die von ihr verlangte Mehrarbeit zu leisten, ohne sich rasch zu verbrauchen. . Das trifft in erster Linie auf die freien Berufe zu, die nicht an bestimmte Stunden gebunden sind and zuhause ausgeübt werden können. Wir denken etwa an die Schneiderin, die Kunstgewerblerin, die Künstlerin, die Schriftstellerin oder die Journalistin, die Haushalt und Beruf unter einem Dach erledigen und sich ihre beste Arbeitszeit selbst äus- suchen kann. Für Sie ist der Haushalt oft eine Art Ausgleichssport,, bei dessen mechanischer Erledigung ihr die besten Gedanken für ihre Berufsarbeit ein- tallen. Sie hat es auch ganz in der Hand, wieviel sie arbeiten will und kann das Verhältnis zwischen Beruf und Haushalt ganz nach ihren persönlichen Bedürfnissen regulieren. Wir dürfen aber dabei nicht übersehen, daß es sich bei diesen Berufsgruppen zumeist um Ausnahmefälle, handelt, die man nicht verallgemeinern kann. Die Dinge liegen schon viel schwieriger, wenn, die Frau auch nur für wenige Stunden, die sie nicht selbst bestimmen kann, außerhalb des Hauses sein muß. Hier ist eine Haushalthilfe, namentlich, wenn Kinder zu versorgen sind, unerläßlich. Manchmal genügt auch eine Mutter oder Tante, die den Haushalt teilt, oder eine Bekannte, die wenigstens die Besorgungen miterledigt und sich hin und wieder der Kinder annimmt. An der Schwierigkeit, ja Unmöglichkeit, geeignete Haushaltkräfte zu bekommen, wird heute mancher Berufsplan scheitern. Aus früheren Jahren erinnere ich mich «n eine Bekannte, die als Forschungsärztin an einem wissenschaftlichen Institut arbeitete und deren Mann Assistenzarzt an einer Klinik war. Die Ankunft ihrer zwei Kinder bedeutete für sie jedesmal nur eine kurze Berufsunterbrechung. Für den Haushalt und die Kinder war immer ein erfahrenes Mädchen da. In den paar Stunden ihrer Freizeit tonnte sich die Mutter ihren Kindern besser widmen, als wenn sie den ganzen Tag unbefriedigt im Haushalt gearbeitet hätte. Ähnlich lagen die Verhältnisse bei einer mir bekannten Schauspielerin, deren Mann Dramaturg war. Solange ich die beiden Ehen beobachten konnte, war ihr Verlauf bei dieser Regelung ein durchaus harmonischer. Den idealfall, daß Mann und Frau denselben Beruf zuhause ausüben Und sich in Hausarbeit und Beruf teilen, trifft man sehr selten. Schon der Geschäftshaushalt des Handwerkers und Kaufmanns, in dem die Frau mitarbeitet, wird bei größerer Personenzahl nicht ohne Hilfe anskommen. Die Fähigkeiten der Frau werden darüber entscheiden, ob sie sich lieber eine Hilfe für den Haushalt oder eine für den Laden nehmen will. Vor derselben Frage steht die Bäuerin, die meist auch nicht ohne Magd auskommt, wenn sie gleichwertig neben dem Bauern bei der Feldarbeit mittätig sein will. Die Probleme wachsen, wenn es sich bei der Frauenarbeit um feste Stellungen außerhalb des Hauses, um eine Tätigkeit im Büro, im Laden oder in der Fabrik handelt, deren Bezahlung keine Haushalthilfe ermöglicht. Hier geht es meist nicht ohne eine hilfreiche Nachbarin für gelegentliche Besorgungen oder einen Kindergarten oder Hort, in dem die Kinder tagsüber aufgehoben sind. Vielleicht ist es auch möglich, nur halbtags zu arbeiten, obwohl gesagt werden muß, daß es viel zu wenig Halbtagsstellungen gibt. Hier müßten bedeutend mehr Möglichkeiten geschaffen werden, um der verheirateten oder alleinstehenden Frau mit Kind Gelegenheit zur Arbeit zu geben Ebenso Ist der Aufbau von Kindergärten und Horten eine Voraussetzung für einen stärkeren Arbeitswillen der Frauen. Die vielen Kriegerwitwen müssen überhaupt erst einmal in die Lage versetzt werden, für ihre Familie selbst sorgen oder wenigstens einen Teil Selbst verdienen zu können, wenn die Ersparnisse zu Ende gehen. Das ist ein Aufgabengebiet, dem sich besonders die Frauen verbände widmen müßten. . / Nur in günstig gelagerten Fällen lassen sich unter den augenblicklichen Lebensbedingungen Hausarbeit und Bäruf befriedigend vereinigen, Eines sollte sich jede Frau mit Haushalt auf alle Fälle gründlich überlegen, bevor sie eine Arbeit annimmt: ob sich die investierte Kraft lohnen wird, finanziell oder ideel. Die Gefahr, zuviel an häuslicher Harmonie aufzugeben und.dafür etwas Fragwürdiges einzutauschen, Ist groß und sollte nur gewagt Werden, wenn die äußeren Verhältnisse dazu zwingen oder aber, wenn man sich stark genug fühlt, diese Gefahr durch Leistung überwinden zu können. Dr. Ilse Fischer Hausgehilfinnen in Ausbildung \ Als Haus- und Familienhelferinnen will der Frauenausschuß Aachen junge Frauen zwischen 25 und 40 Jahren ausbilden, die in Krankheits- und anderen Notfällen für die fehlende Hausfrau ein- springen können. Shaw als Anwalt der Hausfrau Die wichtigste und unerläßlichste Arbeit der Frauen, Kinder zu gebären und aufzuziehen und für sie Haus zu führen, wurde niemals unmittelbar den Frauen bezahlt, sondern immer nur auf dem Umweg Über den Mann. Und so geschah es. daß viele Dummköpfe vergessen konnten, das überhaupt als Arbeit einzuschätzen, und vom Manne als dem Brotverdiener sprachen. Vielleicht ist das Aufziehen einer Familie die größte soziale Dienstleistung, die jemand dem Lande Und der Menschheit erweisen kann. Aber auch hier besteht allgemein die Neigung, die Arbeit der verheirateten Frau als gar keine Arbeit anzusehen und es als selbstverständlich zu betrachten, daß man sie dafür picht bezahlt. Ein Mann bekommt höheren Lohn als eine Frau, weil man annimmt, er hätte eine Familie zu erhalten. Gibt er jedoch den Überschuß in Trunk und Spiel aus, so steht der Frau, wenn sie mit ihm verheiratet ist. kein Rechtsmittel gegen ihn zu. Ist sie aber seine gedungene Haushälterin, so kann sie Ihren Lohn bei Gericht einklagen. Die Frau gehört ins Haus Die Ansicht: „eine Frau gehört ins Haus", hat etwas Bestechliches. Etwas, das sofort einleuchtet, nur deshalb aber, weil es mit suggestiver Kraft behauptet wird. Es läßt keinen Widerspruch zu, weil es kein weiteres Nachdenken zuläßt, denn Frau und Haus umschließen so eindeutig eine Begriffswelt, daß alles andere von vornherein unnatürlich erscheint. Die Frau gehört ins Haus! Diese festgäfl'Orene Meinung kann der Extrakt einer logischen Denkweise sein., sie kann als eine Begrenzung fraulicher Rechte aufgefaßt werden und — man kann eine Propagandaformel aus ihr machen Tut man das, ist ihre Lebenszeit abzusehen. Jede Propaganda wird banal, sobald sie dazu bestimmt Ist, .schlagwortartig Zeiten zu überdauern Im Gegensatz zur unbedingten Hausfrau steht die Forderung, die heute von einigen Frauenorganisationen aufgestellt wird „Frauen, auf Euch kommt es an im wirtschaftlichen Aufbau!“ Eine propagandistische Wortprägung, die weder gebührend beachtet Freitag, den 12. September 1947 428 Kandidaten für Gent Für den vom 22. September bis 5, Oktober 1941 im Genfer Konservatorium stattfindenden S. Internationalen Musikwettbewerb haben sich aus 30 Ländern nichts weniger als 428 Kandidaten angemeldet und zwar 225 Damen und 203 Herren. Davon sind 178 für Klavier (108 Damen und 70 Herren), 134 fth Gesang (90 Damen und 44 Herren), 83 für Violine - (27 Damen und 56 Herren), 24 für Klarinett und I für Trompete eingeschrieben. Nach Nationalitäten verteilen sich die Kandidaten wie folgt: 65 Ungarn, 58 Deutsche, 54 Franzosen 53 Italiener, 45 Österreicher, 31 Schweizer, 16 Belgier, 15 Tschechoslowakei,, 12 Bulgaren, 12 Polen, 10 Holländer, 9 Palästinenser, 7 Nordamerikaner, ( Griechen, 4 Engländer, 4 Spanier, 3 Littauer, 3 Rm mänen, 3 Türken, 2 Ägypter, 2 Armenier, 2 Kana-^ dier, und je einer aus Brasilien, Finnland, Kuba, Lettland, Libän, Rußland, Schweden und Ukraine 4 sind staatenlos. Die Pflichtstücke wurden von Heinrich Sutermeister für Klarinette und Arthur Honegger für Trompete komponiert. Unter dem Vorsitz von Paul Balmer, ehemaliger Genfer Staatspräsident, wurde abermals ein eigenes Empfangscomitö gebildet, dessen Aufgabe es ist, den jungen Musikern während Ihres Genfer Aufenthaltes au helfen, ihnen Unterkunft und Verpflegung zu billigen Preisen zu besorgen. IN a ch r i ch t e n FILM —r (N. de F.) In New York fand die Uraufführung deä Films „Das Leben Roosevelts“ statt — (SD) Noch "in diesem Monat sollen in Wien die Dreharbeiten zum ersten neuen Nachkriegsfilm mit Zarah Leander „Die Stimme aus dem Jenseits“ beginnen. (SD) Zwischen den FilmfeStspielen von Venedig und Cannes wird sich in der Zeit von 11. bis 20. September die Vierte internationale Filmwoche Basel einschalten. AUSSTELLUNG (SD) Die pfälzische Sezession eröffnete in Speyer ihre Ausstellung. Die badische Sezession eröffnet eine Ausstellung am 20. September im neuen Kollegiengehäude der Albert-Ludwig- Universität in Freiburg. (BT) Im Kurhaus Baden- Baden wird am 13. September, 11.30 Uhr anläßlich des 80. Geburtstags von Professor Rudolf Hellwag eine Gedächtnisausstellung mit Bildern des Künstlers eröffnet, Dauer der Ausstellung bis 5. Oktober, UNIVERSITÄTSLEBEN Von dem in Mainz durchgeführten internationalen Ferienkurs trafen 70 ausländische Studenten in Speyer ein. Ihr Besuch galt in erster Linie den historischen Sehenswürdig- < keiten der Stadt. (SD) Ein internationaler Ferien- 'S kurs wurde an der Universität Göttingen eröffnet. Sechs Dozenten aus Frankreich, Oxford und. Manchester sowie drei Schweizer Wissenschaftler haben Vorträge zugesagt. - (SD) Der Lehrkörper der Universität Mainz hat dem ehemaligen Oberregierungspräsidentei, von Hessen-Pfalz, Dr Otto Eichenlaub, in Würdigung seiner großen Verdienste um die Neugründung der Universität Mainz einstimmig zu ihrem testen Ehredoktor der Theologie ernannt. Dei Direktor des Pathologischen Instituts an der Universität in Freiburg, Prof. Dr. Franz Büchner hai den an ihn ergangenen ehrenvollen Ruf an die Universität Ankara abgelehnt. GEDENKTAGE (N. de F.) Der bekannte Romanist, Geheimrat Karl Voßler, feierte seinen 75. Geburtstag. Besondere Beachtung fand sein Werk „Frankreichs Kultur und Sprache“. (BT) Am U. September ist der 130. Geburtstag des Dichters Theodor Storm. (BT) Der Schriftsteller Wilhelm U h d e ist am 17. August in Paris im 72. Lebensjahr verstorben. ..... wird, noch überzeugen kann, über die man sich kaum Gedanken macht. Denn genau so wenig, wie weiß schwarz wird ohne durch eine graue Farbgebung zu gehen, genau so wenig wird aus einer Hausfrau unmittelbar eine hervorragende Arbeitskraft in einem Betrieb. Der Wunsch vieler Frauenorganisationen heute die Frau, die bisher nur ihren Haushalt führte, sofort ebenso für den wirtschaftlichen „Wiederauf- , bau“ ihres Landes zu begeistern, scheitert daran, daß ihm keine Zeit zu einem inneren Wachstum, zu einer natürlichen Loslösung von dem Bishir vorausging. Aus den kleinen Details aber lassen sich die Schlüsse für das Ganze gewinnen: Laßt den Frauen Zeit, in sich zu verarbeiten, was sie eines Tages erkennen werden. Seid wegweisend, ohne bestimmend zu werden! Helga Schneemann. Junge Dichter haben das Wort Der Stahlberg-Verlag rief sie zu einer Tagung nach Altenbeuern Wir greifen uns wahllos einen Stoß Zeitschriften, «Ad es müßte schon ein - bemerkenswerter Zufall sein, wenn wir nicht mindestens in jeder dritten einen wohlfundierten, brillant formulierten Aufsatz fänden über den Dichter und seine Zeit, die Mission des Dichters in der Gegenwart, die Verantwortung des Dichters vor dem Wort usw. Es wird viel geschrieben und viel geredet; und insbesondere um den jungen Dichter, den Herrn der Schublade, aus der die literarische Ernte der Epoche quillen soll, bemüht man sich mit Fleiß und Ausdauer. Es gibt auch Verlage, die nicht nur über die Jungen Dichter und zu ihnen reden, sondern die ihnen, jedwedem Risiko trotzend, selber das Wort geben. Der Stahlberg-Verlag ln Karlsruhe, ein von jungen Menschen geführtes Unternehmen, tut das ln seiner Schriftenreihe „Ruf der Jugend“ schon seit zwei Jahren und hat unlängst im sbhönen Oberbayrischen Altenbeuern auf drei Tage solche Junge Menschen zusammengeholt, von denen er glaubt, daß sie etwas Wesentliches zu sagen haben. Es war also eine „Tagung“ — aber ohne exakte Vortragsfolge und ohne grünen Tisch, ein heiteres, unkonventionelles Beisammensein, ein improvisiertes Gespräch. Man zählte etwa sechzig Teilnehmer — und picht alles „Dichter“ beileibe nicht!: sie, oder sagen wir vorsichtiger: die jungen Autoren waren wohl in dgr Überzahl, aber es waren auch Musiker, Maler, Studenten, Schauspieler und eine Reihe nur „Interessierter“ zugegen. Natürlich gab " es auch einen offiziellen Teil. Man wollte Ja hören, was eigentlich in den letzten Jahren und Monaten geschrieben worden ist man wollte sich kennenlernen, Form und Thematik des „Kollegen“ erspüren, diesem Zureden, jenem abraten und das vermutlich Wesentliche und Bleibende herausfiltrieren. Prosa, Lyrik und dramatische Proben wurden gelesen. Die zur ebener Erde gelegene große Bibliothek der Gräfin D., von wo man geradewegs in Wiesenland und Wald spazieren kann, war das Szenarium. Die noch-nicht 'und die kaum Gedruckten hatten das Wort. Mancher von ihnen war dem Kreis der Eingeweihten schon ein Begriff von Zeitschriften oder von schmalen papiersparenden Bändchen her. Namen wie Wolfgang Bächler (dessen Gedichte u. a. in der Münchener „Fähre" erschienen), Walter Hilsbecher (der eine glasklare, prägnante Prosa schreibt), Wolfgang Lohmeyer (sein erster Gedichtband erscheint nächstens bei Bühler Jr. in Baden-Baden), Paulheinz Quak (ein Lyriker von hohen Graden) und Hilde Quak-Menzel (die als Übersetzerin englischer Lyrik hervorgetreten ist) wird man behalten. In allen bebt noch ein Unterton des Krieges nach. Keiner Ist. Nihilist, man sollte dies Factum bedenken, falls man wieder vom „Nihilismus der deutschen Jugend“ flunkern wollte Im Mittelpunkt steht der Mensch, einfach, gerade, anständig. Auch gläubig! Heinz Freidrich (Darmstadt) forderte in seinem Referat eine neue Gläubigkeit. Er stieß auf Widerspruch, man fürchtete, daß hier „Haltung“ verlangt werde, ehe ein neues Fundament da sei. Außenstehende werden fragen: Warum treffen sich diese junge Leute in Oberbayern bei Mondschein und Grülengezlrp? Flucht ln die Idylle? Es war interessant, daß leichtes Unbehagen durch die Stuhlreihen kroch, als einer aufstand und von „unsäglichem Leid, von grenzenlos schweren Erlebnissen“ redete, die hinter uns lägen. Das miß viel nicht deshalb, weil man ein esoterischer Zirkel blasser Poetenjünglinge war, sondern eben, weil man das alles wußte. Alle waren im Krieg gewesen, hatten den Schlammassel mitgegemacht Jahr für Jahr und sieh die Bomben aufs Haus fallen lassen! Sie waren „dabei“ gewesen, und sie wollen es nicht ignorieren, aber sie betrachten das Elend, dessen tätige Opfer sie geworden sind, nicht als Verdienst oder Freibrief für künstlerische Sterilität. Sie kamen aus Mansarden und Kellerlöchern, sie alle haben „Brotberufe", sie sind - manchmal sogar eiender dran als Spitzwegs „Armer Poet“, der wenigstens einen Ofen in seiner Dachkammer hatte und einen halbwegs soliden Regenschirm. Deshalb durften sie sich jetzt auch guten Gewissens drei Tage in Licht. Luft und bei > vertrautem Gespräch erholen. Und deshalb werden sie auch befähigt sein,- zu den Brüdern und Schwestern im Leide zu reden, nicht „von hoher Warte“, sondern geschwisterlich: Ich habe das gleiche mitgemacht wie da es geht mir genau so dreckig wie dir — aber man könnte es überwinden, wenn .... Und was nach diesem „Wenn“ kommt, müssen die jungen Dichter sagen. Wenn ihnen nichts ein- fällt, sollen sie Heber schweigen.' Man darf die Hoffnung haben, daß ihnen etwas einfallen wird. — Der Repräsentant der alten Generation, der aufrechte, rüstige, Jedermann helfende und ratende Rudolf Alexander Schröder, hat in seiner Eröff nungsansprache den Propheten JesiaJS zitiert „Tröstet, tröstet mein Volk!“ Dies, so sagte er, geht den Dichter an. Die Jungen werden es zur kennt nis genommen haben. TiU JSyvind- Broschüren „Gespräche über Trier“ und ..Ein Briefwechsel um Ttvier“ erschienen in dei Trevirensia-Abteiiung der Stadt Trier Hinweise aui die Bedeutung dieser Grenzstadt und Gedanken zur Erweiterung seiner kulturellen Bedeutung „Zwei Jahre Kulturbund“ im Aufbau- Verlag, Berlin, Aufbau, Programm, Anschauungen und Ziele des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands „Das Schaffen des Künstlers allein und in Gemeinschaft mit Änderen“ vor A. v. Gi'olman, Verlag-Volk und Zelt, Karlsruhe Grundlage und Schaffensprozeß der künstlerischer Arbeit. Beispiele. / „Geist und Zeitgeist zwsierGeners- tionen“ von Prof Dr. A Wenzl, Drei-Fichten- Verlag, München. Umfassende Betrachtung der geistigen Situationen von 1890 bis heute „DasJudentuminEuropa“ von Ignaz vor Döllinger, Drei-Säulen-Verlag Wörishöfen. Ein« geschichtliche Darstellung. „Friedrich Sunflolf“ von Otto Heuscheie, Drei-Säulen-Verlag Leben und Werk des großen Heidelberger Gelehrten und Übersetzer« „Vom europäischen Geist“ von Karl Jaspers. Piper-Verlag, München. . Rin bedeutender Vortrag bei den Rencontres Internationales de GS- oeve im September 1946 ..Schriftsteller und Krieg' von David Luschnat, Schriftenreihe Zwei Welten, Baden- Baden. Deutsche Schriftsteller-Schicksale während der Naziherrschaft. & A. ' 'v r- i Nr. TS BADENER TAGBLATT Freitag, den 12. Septemner iw Die Sportweit Zweite Division erst 19 48/49 Der Plan, eine 2. Division im Süddeutschen Fußballsport (amerikanische Zone) einzuführen, ist für die kommende Spielzeit endgültig gescheitert, nachdem vor allem die Landessportverbände einen starken Widerstand gegen diesen Plan leisteten. Noch einmal fanden sich Vertreter der Süddeutschen Oberliga, der Landessportverbände gemeinsam mit dem Arbeitsauschuß für die in Aussicht genommene 2. Division zu einer Besprechung in Stuttgart-Fellbach zusammen. Dr. Walter, der Vorsitzende des Verbandsausschusses der Süddeutschen Oberliga, lehnte den Vorschlag des Arbeitsausschusses der 2. Division, schon im Spieljahr 1947/48 eine 2. Division einzuführen, ab und erklärte, daß die Süddeutsche Oberliga gemeinsam mit den Landessportverbänden einen Plan für die Einführung der 2. Division im Spieljahr 1948/49 ausarbeitete. Vorgesehen sind je 16 Vereine la der Oberliga und. der 2. DivisiQ. In zwei Monatei soll der Vorschlai der Süddeutschen Oberliga zuf Beschlußfassung einer Tagung der Vereine unterbreitet werden. Nun doch Beruhiußbatt t Der erste Vorsitzen« 1 ^ der „Interessengemeinschaft deutscher Berufs-Fußballklubs“, Alber? Bauer (München) erklärte, daP die lizenzierten 1 srufs-Fußball- vereine der US-Zoi in spätestens viel Wochen mit 'ner Pokalhmde ar. die Öffentlichkeit treten werden. ereits lizenziert unu für den „Probe-Aufgalopp“ be- .immt sind, bisher die Berufsfußbalivereine von München, Augsburg, Stuttgart, Mannheim, Frankfurt und Kassel, jedoch ist nach den Ausführungen Bauers damit zu rechnen, daß in Kürze weitere Pro- tiklubs hinzukommen. Eine Einbeziehung der Sowjettone in die Spielrunde dürfte vorerst nicht erfolgen. Internaiionates Tennisturnier in Baden-Baden Vom 12. bis 14. September veranstaltet der Tennis- Club Frangais de Baden-Baden auf den Tennisplätzen an der Lichtentaler Allee ein internationales Tennisturnier. Außer den Franzosen, die das größte Aufgebot stellen werden, liegen bislang noch Meldungen aus England und Luxemburg vor. Mit der Teilnahme anderer Nationen wird noch gerechnet. An der Spitze der französischen Tennisspieler stehen die schon älteren, weltbekannten Daviscupspieler Mrs. Borotra und Mrs. Boussus. Des weiteren werden noch die französischen Farben vertreten: der llnkshänder Brugnon, Journu, Feret, Colin, Glasser, welche alle zur Spitzenklasse Frankreichs gehören. Als vorerst einzigster Engländer wird Mr. Campion den Kampf aufnehmen. Für Luxemburg spielt der zur Zeit in Frankreich lebende Wampach. Unbestimmt ist bislang noch die Teilnahme der anderen französischen Spitzenspieler Destremau, Cochet und Marcel Bernard. Bei den Frauen werden die Madames Pannetier, Patorni, Barbier und Halff Um den Sieg kämpfen. HS Europas beste Schwimmer am Sfarl Bereits seit Sonntag befinden sich die meisten Teilnehmer an den mit Spannung erwarteten Meisterschaften in Monte Carlo und versuchen im Schlußtraining, sich in Höchstform zu bringen. Auch die führenden Persönlichkeiten des internationalen Schwimmsports darunter zahlreiche Amerikaner, sind zur Stellp und helfen mit, Monte Carlo für ' einige ’ Tage zur Weltmetropole des Schwimmsports zu machen. Der Präsident des europäischen Schwimmerverbandes. Drigny, hielt anläßlich der Eröffnung der internationalen Schwimmeisterschaften eine Bede. Er führte darin aus, daß nach achtjähriger Unterbrechung zum 6. Mal. Europameisterschaften im Schwimmen, Wasserbau und Kunstspringen durchgeführt werden. „Mögen sie zur Entwicklung einer vernünftigen sportlichen Erziehung der heutigen Jugend dienen“, sagte er "dabei. Er verwies auf den herrlichen Rahmen, den die Umgebung von Monte Carlo den Meisterschaften geben wird und sprach die Hoffnung aus, daß den Kämpfen der selbe schöne Erfolg zuteil werden möge, wie den vorhergegangenen Meisterschaften ln Budapest (1926), Bologna (1927), Paris (1931), Magdeburg (1934) und in London (1938). Für die Wasserballspiele der Europameisterschaften wurden drei Teilnehmergruppen ausgelost. In den ersten Kämpfen: Holland — Italien — Frankreich — Österreich, in der zweiten Ungarn! — Jugoslawien — Schweden und in der dritten Belgien, Großbritannien, Tschechoslowakei. Bezwinger des Aermelhanats Der Peruaner Daniel Carpio war am Donnerstag vormittag vergangener Woche um 9.84 Uhr von Kap Gris Nez aus gestartet. Die ziemlich, geringe Wassertemperatur störte den Peruaner, der in gleichmäßigem Tempo die Strecke hinter sich brachte, durchaus nicht. Acht Stunden lang hatte er gegen die Stömungen zu kämpfen, die ihn immer wieder etwas abtrieben. Bei Einbruch der Dunkelheit befand sich Caprio noch 6 km von der englischen Küste und Dover entfernt. Von England aus konnte man die Lichter der Begleitschiffe sehen. Der letzte Teil der Strecke war dann der Strudel wegen mit der schwerste. Wenn auch die Zeit von 14 Stunden 46 Miauten bemerkenswert ist, so kommt diese Leistung doch nicht an den Rekord, den der Franzose Geo Michel Im Jahre 1926 mit U Stunden 5 Minuten aufgestellt hat, heran. Seit Kriegsende ist dies jedoch der erste Versuch, der gelang. Wenige Stunden später mißlang ein anderer Vertuen. Die zur Durchquerung des Ärmelkanals von Kap Gris Nez aus gestarteten Schwimmer, die Dänin Elsa Andersen und der Ägypter Fahmy Attalah gaben nach etwa 2lstündlger Schwimmzeit auf. Fünf Meilen vor der Küste von Kent wurden sie von der Strömung in Richtung Dover abgetrieben und kamen darauf nur sehr langsam vorwärts. Seit der ersten Kanaldurchquerung des Engländers Matthew Webb vor 27 Jahren wurde der englische Kanal bisher 22mal durchschwommen. Der Engländer E. H. Terme durchquerte den Kanal als einziger Schwimmer in beiden Richtungen. Den Frauenrekord (bisher durchschwammen zehn Frauen den Kanal) hält GeTtrude Ederle, USA, mit 14:34 Stunden. Gisela Graß schwamm deutsche Ja^iresbestleistung Die frühere Weltrekordlerin Gisela Graß (Leipzig) durchschwamm bei einer Leipziger Veranstaltung die Hundert-Meter-Brust in der neuen deutschen Jahresbestzeit von 1:27,6 Minuten. Vor den Olympisdien Spielen Die USA haben die Einladung des Londoner Organisationsausschusses der Olympischen Spiele angenommen. Sie werden sich an allen Konkurrenzen beteiligen. Gleichzeitig mit dieser Bekanntgabe wandte sich der Präsident des Komitees, Lord Burghley, energisch gegen eine Nachricht, nach der die Stadt Chikago ihre Bereitschaft erklärt haben soll, die Durchführung e~jr olymptsche' Spiele zu übernel ,en, falls England w i- vqn abseheu wolle. Lord B--gh(ey erklärte da England in ledern Fall und tr- ~iz aller Einsc’”' — Äicungen die Spt-'.e durchführen >erde. Ir Portugal wu ie von der obersten portugie- si$»Tien Sportbehörde ,er olympische Gruß — Erheben d" rechten Armes — verboten. Bekanntlich hat auch d internationale olympische Komitee diese Grußart aus den Zeremonienbestimmungen für die olympischen Spiele gestriahen. Meisterschaften der Besatzungstruppen Im Olympia-Stadion in Berlin werden auch in diesem Jahr die Leichtathletik-Meisterschaften der in Europa stationierten Besatzungstruppen ausgetragen. Bisher liegen insgesamt 256 Nennungen von Sportlern aus USA, Großbritannien, Frankreich, Holland, Luxemburg, Belgien, Dänemark, Norwegen und der Tschechoslowakei vor. Vor weiteren internationalen Begegnungen Nach dem Leichtathletik-Wettkampf der englischen Oxford-Studenten gegen eine deutsche Studenten-Aus- wahl in Köln und dem Fußballkampf einer Auswahl der britischen Rhein-Armee gegen NordwestdeVtsch- land in Hannover dürften in nächster Zeit noch weitere deutsch-englische Sporttreffen vor sich gehen. Der Hamburger Sportverein hat die Fußball-Auswahl der Rhein-Armee zu einem Spiel in Hamburg anläßlich seines 60jährigen Vereinsjubiläums am 27. September in Hamburg eingeladen. In der Leichtathletik sind von deutscher Seite ebenfalls Bemühungen aufgenommen, um am 20. September in Hannover einen Vergleichskampf zwischen Auswahlmannschaften der britischen Rhein-Armee und der britischen Zone (Nordwestdeutschland) zur Austragung zu bringen. Neue Europa-Jahresbestzelt im 400 Meter Bürdenlaut Afrion (Frankreich) stellte bei dem in Paris durchgeführten Leichtathletik-Länderkampf Frankreich- England, den die Gastgeber mit 73:56 Punkten gewannen, im 400 Meter-Hürdenlauf mit 52,1 Sekunden eine neue Europa-Jahresbestzeit und gleiehzeitig einen neuen französischen Rekord auf. Im 200 Meter-Lauf siegte Wilkinson England in 21,3 Sekunden. Er belegt somit hinter Bailey den zweiten Platz in der Europa- J ahresbestliste. Sdtmeling ist Frankfurt — Hudis in Berlin Max Schmeling wird am 28. September im Rahmen einer Boxveranstaltung des amerikanischen Special Service in Frankfurt seinen ersten „Aufbaukampf“ über zehn Runden gegen den Magdeburger Werner Vpllmer austragen. Schmeling, der noch einmal in die Geschehnisse des deutschen Berufsboxsportes eingrei- fen will, hat bereits ein vierwöchiges Training in seiner alten Vorbereitungsstätte Friedrichsruh bei Hamburg hinter sich. Vollmer ist ein nicht zu unterschätzender Boxer, der mit seiner schweren rechten Hand Gegner wie Herbert Runge, Hein ten Hoff, Walter Nach der Sommerpause wird jetzt „König Fußball“ wieder regieren. Die Vereine haben an den letzten Sonntagen Gelegenheit gehabt, ihre Mannschaften in verschiedenen Aufstellungen auszuprobieren. Zumeist entwickelten sich typische Sommerspiele, die nunmehr von den ernsteren Begegnungen um die Punkte abgelöst werden. Nachdem die Süddeutsche Oberliga am vergangenen Wochenende bereits ihre ersten Pflichtspiele in der Mammutliga begann, folgt am Sonntag die Zonenliga Süd. Die Sportbehörde, hat es den neuen Zonenligisten sicherlich bewußt einfach gemacht, wenn sie ihnen zu den ersten Pflichtspielen den Platzvorteil eihräumte. So erwartet Trossingen als ersten Gegner um die Punkte die gefürchtete Offenburger Mannschaft. Der SV Rastatt, der bei der letzten Runde sich erst zum Schluß wieder auf seine alte Kraft besann, wird in Singen bei dem dortigen Zonenliganeuling zu Gast sein. Laupheim erwartet den VfL Freiburg, während Fortuna Freiburg auf eigenem Platz Reutlingen zum Gegner hat. In Biberach stehen sich mit Biberaeh und Konstanz zwei -»'e Zonenligisten gegenüber, genau so wie in Friedrichshafen, wo Schwenningen anzutreten hat. Die Landesliga Südbaden, die aus den Spitzenreitern der früheren Staffel West, Staffel Ost und Staffel Süd sowie aus dem ehemaligen Bezirksligaverein Gutach im Breisgau besteht, wird ebenfalls am Sonntag die Vorrundenspiele beginnen. Folgende Begegnungen sind vorgesehen: Rheinleiden— Baden-Baden: Villingen—Gutach; Ottenau—Emmendingen; Schopfheim—Stockach; Donauesehingen— Fahrnau; Lahr—Engen. Pokalbegegnungen werden nachgeholt Im Sportbezirk Baden-Baden werden am 'Sonntag lediglich die Fußball-Pokalspiele wiederholt, die vergangene Woche unentschieden ausgingen. Es spielen: Neusei, Richard Grupe und Faul Wallner zu Boden geschlagen hat. In den Rahmenkämpfen stehen sich amerikanische Amateure gegenüber. Der deutsche Exmeister im Mittelgewicht, Dietrich Bucks (Rheinhaus^n) traf in Berlin ein, um die letzten Vorbereitungen für den Revanchekampf am 12. September mit Fritz Gahrmeister, Berlin, zu treffen. Bei seiner Ankunft erklärte der Hufschmied vom Niederrhein, daß er sich mit seinen 148 Pfund noch nie in so guter Kondition befunden habe. Sein Tagespensum umfasse fünfzehn bis zwanzig Kilometer Waldlauf, drei Stunden Training an Geräten und mit Sparringspartnern und weitere zwei Stunden Arbeit am Amboß. Tragischer Ausgang des Meisterschaftskampfes Haefner gegen Oechsle Einen tragischen Ausgang nahm der Entscheidungskampf in der bayrischen Weltergewichtsmeisterschaft zwischen Titelverteidiger Hans Haefner (Bamberg) und dem Herausforderer Karl Oechsle (München). In der neunten Runde traf ein von Oechsle geschlagener linker Aufwärtshaken den Bamberger so tief, daß dieser brüllend vor Schmerzen zusammenbrach. Dt sonst durch faire K.Impf weise l~ka“,nU, Oechsle war Ihbt seist gr^ße: Mißgeschick oestürzt und zog sich weinend ,a seine Ecke zurück. Hans Haefner wurde wegen Disqualifikation Oechsles zum Sieger erklärt und bleibt damit weiterhin Doppelmeister. Ersatz für Wangener Kriterium Nachdem das für den 7. September geplante traditionelle Wangener Kriterium über 60 Runden infolge neuer Teilnahmebestimmungen abgesagt werden mußte, will die Radsportgemeinde der Allgäustadt einen ähnlichen Wettbewerb als Ersatz veranstalten. Es ist vorgesehen, am 28. September ein" Straßenrennen über 40 Runden durchzuführen, zu dem alle Spitzenfahrer der französischen Zone eingeladen werden. Rennen in Iffezheim Die nächsten zwei Rennen in Iffezheim am 14. und 21. September bringen wiederum hervorragenden Pferde-Rennsport. Bekannte Favoriten internationaler Klasse stehen am Start und versprechen spannende Kämpfe. Wie bisher ist Totalisator- und Büffetbetrieb eingerichtet. Auch die beliebt gewordenen Einlaufwetten können abgeschlossen werden. Wegen Sonderzügen, Kraftwagenverkehr und Vorverkauf siehe heutige Anzeige. Suchdienst .Arolsen T h e m a 1, Arthur, Jude, 77 Jahre, aus Berlin; Thronicke, Paul, Helmut," Walter, Brasilianer, 20 Jahre, aus Danzig; Tauber," Beryl, Jude, 6—8 Jahre, aus Litauen; Tauber, Ethel, Jüdin; Tauber Han- nah, Jüdin, 10—12 Jahre, aus Litauen; Tauber, Jos- sel, Jude, aus Litauen; T o m c z a k, Maria, Polin, aus Stern. Wasserburg; Tomowski, Edward, Pole, 32 Jahre, aus Österreich; Torz Aleksander, Pole, 7 Jahre, aus Hamburg; W e y 1, David, Deutscher, 77 Jahre, aus Theresienstadt. G 1 a d y s z Johann, Pole, 48 J., aus Deutschland. G l a d y s z Ryszard, Pole, 23 J., aus Deutschland. Gleich Dincia, Polin, 18 J., aus Litzmannstadt. G o e r g e 1 Henche, Polln, 58 J., aus Auschwitz. Goldes Henryk, Pole 18 J„ aus Poland. Goldfeld Chaim. Pole, aus Biala Podlaska. Goldblatt Izaak, Pole, 37 J., aus Rußland. Goldstein Schioma, 30 J„ aus Lublin. Gratklewicz Juljan, Pole, 48 J., aus Warschau. Gratkiewicz Ruszard, Pole, 22 J., aus Buchenwald. Cytrynski Franciszek, Pole 37 J., aus Sachsenhausen. Cywinska Janina, Polin, aus Deutschland. Czapiewski Juliusz, Pole, aus Magdenburg. Czaplinska Genowefa, Polin, 40 J., aus Liekiec, gm. Rogowo, Rypin. Czornienka Paulina. Polln, aus Gottingen D.F.- Lager. C z u d i a k Anna. Polin, aus Brzuchowice bei Lwow. C z u k o v Herman, Ungar. Jude, aus Auschwitz. Gaggenau—Iffezheim; Elchesheim—Rotenfels; Muggensturm-Plittersdorf. Die Handballbezirksliga nimmt ihren Punkte-Spielbetrieb mit folgenden Begegnungen auf: Baden-Baden—Rotenfels; Rastatt- Durmersheim; Steinbach—Kuppenheim; Bühl—Sandweier; Gaggenau—Niederbühl; Muggensturm ist spielfrei. Drei ehemalige Oberligavereine sind also nunmehr in der Handballbezirksliga vereinigt. Die Rastatter, die es bei den Rundenspielen im vergangenen Jahre nicht über den letzten Platz brachten, mußten in die Bezirksliga absteigen. Niederbühl und Steinbach verzichteten auf einen Verbleib bzw. auf eine Einreihung in die neue Landesliga Südbaden. Somit werden nur folgende Mannschaften der neuen Handball-Lande s 1 i g a am übernächsten Sonntag ihren Spielbetrieb aufnehmen: Lörrach, Schutterwald, Fortuna Freiburg, .Zähringen, Teningen, Offenburg, Brombach, Singen und Hofweier. Die Handball-Kreisklasse Staffel I beginnt mit folgenden Paarungen: Memprechtshofen — Ottenhofen; Ottersweier — Großweier; Greifern — Achern; Gamshurst — Keimlingen; Bühl II — Steinbach II. In der Handball-Kreisklasse H Nord, Staffel 2, finden am Sonntag folgende Verbandsspiele statt: Rastatt—Eisental; Ebersteinburg—Gausbach; Niederbühl—Ottenau; Iffezheim—Otigheim; Sinzheim spielfrei. Vorspiele bestreiten die Jugendmannschaften oder die II. Mannschaft, vorausgesetzt, daß die Vereine solche führen. Jugendsporttag in Gernsbach Auf Anregung des Landratsamtes Rastatt veranstaltet der SV Gernsbach ein großes Jugendsportfest, wobei am 13. und 14. September außer leichtathletischen Kämpfen Turnierspiele in Fußball und Handball vorgesehen sind. Gesetz Nr. 52 und das Arbeitseinkommen Arbeitsunfähige müssen neuen Antrag stellen FREIBURG/Br. — Die Sicherungsmaßnahmen des Gesetzes 52 erstrecken sich seit dem 1. 2. 1947 nicht mehr auf das Arbeitseinkommen der betroffenen Personen. Uber Gehalt und Lohn oder andere berufliche Einkünfte kann den Betreffende frei verfügen. Im Zug dieser Lockerung der Sperre ist dagegen die Vergünstigung der Allgemeinen Genehmigung Nr. 1 durch Verfügung der Militärregierung vom 21. April 1947 eingeschränkt worden. Der allgemeine Freibetrag (Mk. 200.— bis 300.—) steht nur noch denjenigen Personen zu, die wegen Arbeitsunfähigkeit über keine beruflichen Einkünfte verfügen. Um diese Vergünstigung weiterhin in Anspruch nehmen "*önnen, müssen, wi. uns von amtlicher Stelle mitgeteL. wird, diese Personen bei ihrer Kreisstelle des Landesamts für kontrollierte Vermögen einen schriftlichen Antrag nach dort vorliegendem Muster stellen, wobei sie den Nachweis über ihre Arbeitsunfähigkeit .durch Unterlagen des Arbeitsamts (in der Regel „Arbeitseinsatz-Meldekarte“) führen müssen. Hierbei haben sie auch die Zahl der von ihnen zu unterhaltenden Familienangehörigen nachzuweisen. Die Arbeitsunfähigkeit beurteilt das Badische Landesamt für kontrollierte Vermögen grundsätzlich genau so wie das Arbeitsamt, das bekanntlich nicht nur die körperliche Arbeitsunfähigkeit sondern auch die soziale Nicht-Einsatzfähigkeit anerkennt (Alter, Hausfrauen mit kleinen oder mehreren. Kindern). Sofern das Nettoarbeitseinkommen die Freigrenze nicht erreicht, wird zur Vermeidung von Härten übergangsweise ein Teilfreibetrag bis zur Höhe des allgemeinen Freibetrags genehmigt werden. Während Steuern, Sozialversicherungs- und Krankenkassenbeiträge grundsätzlich aus dem Arbeitseinkommen bezw. dem allgemeinen Freibetrag zu decken sind, besteht -v- wie bisher — die Möglichkeit, daß die vom Gesetz 52 betroffenen Personen für die Bezahlung von außerordentlichen — in der Regel einmaligen — Ausgaben, gegebenenfalls auch Lebensversicherungsprämien, einen • Antrag auf Erteilung einer besonderen Genehmigung stellen. Tagesneuigkeiten FRIEDRICHSHAFEN — Durch die langanhaitende Trockenheit ist der Wasserspiegel des Bodensees auf eiben Tiefpunkt gesunken, wie er seit 50 Jahren nicht mehr beobachtet wurde. Zusätzlich treibt der seit Wochen wehende Ostwind große Mengen Wasser aus dem See ab. Einender Folgen des Rückganges des Wasserspiegels ist, daß die Kursschiffe die Landestellen in Bad.Schachen und Nonnenhorn nicht mehr befahren können. Bei weißerem Absinken werden sich auch in Konstanz Landungsschwierigkeiten ergeben. BAD KREUZNACH — Der französischen Gendarmerie gelang es, einige Banden zu fassen, di« UNRRA-Lebensmittelzüge auf der Strecke Koblenz- Bingerbrück beraubten und wertvolle Lebensmittel stahlen. Etwa 50 Personen wurden festgenommen Bei den Lebensmitteln, die auf dem Schwarzen Markt verschoben wurden, handelt es sich in der Hauptsache um Bohnenkaffee, Zucker und Mehl, Nach den bisherigen Ermittlungen sind etwa 7 Tonnen Kaffee und 30 bis 40 Tonnen Mehl gestohlen worden. WIEN — Wenn man der Zeitung „Welt am Montag“ glauben kann, so hat ein österreichischer Ingenieur ein Mittel gefunden, um Menschen unsichtbar zu machen. Mittels eines Apparates, der mit verschiedenen Lampen, Transformatoren und Um- .Wandlern ausgestattet ist, ist dieser Ingenieur vor den Augen der Zuschauer, die der Demonstration beiwohnten, verschwunden. Er sucht gegenwärtig di« Konstruktionsprobleme eines transportablen Apparates zu lösen, der an eine Stromquelle angeschlossen wird, und erlauben würde, spazieren zu gehen, ohne gesehen zu werden. Wettervorhersage Weiterhin warm! Nach der für die Landwirtschaft unzureichenden Regenwelle hat sich über Mitteleuropa wieder hoher Druck aufgebaut. Neue Störungen entwickeln sich jetzt zunächst in nordwestlicher Richtung, so daß das Festland im allgemeinen im Hochdruckeinfluß verbleibt. Dabei kommt es jetzt im Kerngebiet über Frankreich zur Ausbildung einer flachen Tiefdruckfurche, so daß im unteren Gebiet bei südöstlicher Luftzufuhr einzelne örtliche Gewitter auftreten können. Wetteraussirh+en bis Wochenende: meist heiter, tagsüber hochsommerliche Wärme. Gegen Wochenende nachmittags Bildung einzelner örtlicher Gewitter; sonsl trocken. Die Verbandsspiele beginnen wieder Start der Zonenliga S&d und Landesliga Baden Von meinem Fenster aus Durch das Opernglas sah ich die eiligen Zurüstungen zum sontägliehen Ausgang. Welt offen ein Fenster, wo Leute sich fertigmachen, kommen und gehen. Die zu niedrige Hängelampe, an der sie auf ihren Gängen sich stoßen. (Der Tisch ist bereits beiseite gerückt, daß sie mehr Platz haben.) Die Lampe schwankt, einer bringt sie mH dem Daumen zum Stillstand. Vom Grund der Höhle blinkt mir ein Stückchen Himmel aus einem Spiegel entgegen. (Ich sehe ein weitaufgerissenes Auge im Finstern.) Ein Mann tritt auf die Straße, seinen Hut auszubürsten. * Die zur Strafe daheimbleiben müssen, machen sichs bequem und gähnen aus allen Stockwerken. Sie strecken den Kopf, wenden sich und verschwinden wieder, wie ein Kuckuck in seinem Uhrgehäuse. Die Frau da drüben benützt ihren Sonntag zum Scheuem, sie huscht umher wie eine Fledermaus. (Nun winkt sie mit einem Staubtuch dem Rücken eines Gendarmen ein letztes Lebewohl nach.) Der Angestellte nimmt sein Meisterwerk, eine mechanische Holzschnitzerei, wieder vor. (Ist es ein Rauchse-vice? Ein Likörtah’vtt?) Der pensionierte Herr bläst auf der Posaune. (Unsichtbar.) Ein anderer hat Sich damit abgefunden, seinen Sonntag in Hemdsärmeln vor dem Fenster zu verbringen. Er klopft seine Pfeife auf dem Stützgitter aus, stopft sie wieder, zündet sie an, gleicht einein Augenblick lang Eduard VII. und schreckt plötz- ich auf: Eine riesige Spinne, die vom Himmel herabfällt, kriecht durch seinen Bart! . Es ist .ein „Japanisches“ Tier, Jibrigens eip prächtiges Stück, das ein Kind am Ende eines Fadens ruckweise herunterläßt. Jetzt ist es unten auf dem Gesteig angelangt. Drei Passanten bleiben stehen, ziehen den Bauch ein und die Hose hoch, flüchten auf den Fahrdamm, blicken in die Luft, purzeln übereinander und platzen wie dürres Holz. Und man muß vor den Radlern auf der Hut sein, die Nudeln aufs staubige Pflaster zeichnän und ihre Geschwindigkeit ausschäufeln mit der Hast von Totengräbern, die plötzlich gewahr werden, daß der Tod ein Krokodil ist! Läo-Paul Fargue Urlaubshetiden 1.947 Rund acht Monate vor dem Urlaubstermin habe ich meine ganze freie Zeit damit verbracht, Adressen von Gasthöfen und Pensionen zu sammeln und Berge von Briefen zu schreiben. Auf den 231. Brief habe ich dann doch noch eine Zusage erhalten. Und als der Abreisetag da war, konnte kein Zweifel mehr darüber bestehen, daß ich hochgradig erholungsbedürftig war. Im Wachen uncT im Schlafen sah ich nur noch Absagen: „Und bedauern, Ihnen . mitteilen zu müssen, daß . . . und wird auch in absehbarer Zeit . . .“ usw. Das Martyrium der Bahnfahrt ertrug ich mit Fassung, der Urlaub sollte ja erst hinterher anfangen. Wäre ich allerdings noch nicht erholungsbedürftig gewesen, auf der Bahnfahrt wäre ich es bestimmt geworden. Schließlich erreichte der Zug wider Erwarten einigermaßen pünktlich die Station des Ortes, der dazu ausersehen war, mich zu beherbergen Der Auftakt war einfach überwältigend: Am Bahnhof stand sogar ein Fuhrwerk, dessen Besitzer sich freundlich erbot, die Koffer der Reisenden In den Ort zu bringen. Und er tat es gewissenhaft und mit Umsicht. Der Beförderungspreis war dann auch nicht weniger gewissenhaft auskalkuliert: elf Mark pro Koffer! Na ja, man soll sich im Urlaub nicht auf regen! Vielleicht hatte der Mann eine große Familie zu ernähren- In meinem Quartier wurde ich sehr freundlich empfangen. Mit unendlichem Bedauern wurde mir mitgeteilt, daß mein Zimmer noch belegt sei, daß man aber bereit sei, mir auf dem Küchenboden ein Nachtlager zu bereiten. Man müsse sich heute eben einriebten und bescheiden ... Als ich zwei Nächte lang auf dem Küchenboden geschlafen und von meinem häuslichen Bett geträumt habe, wurde ich wieder vorstellig. Mein Zimmer? Leider sei es noch nicht frei. Ein Triko- tagenfabrikant bewohne es. Man könne ihn doch nicht einfach . . . Und überdies seien die Zeiten schwer, man müsse sehen, wo man etwas herbekomme . . . Ob ich nicht auch eine Kleinigkeit für das schöne Nachtlager . . . Geld allein . . . Das müßte ich doch verstehen ... Ich verstand nur zu gut, und beschloß auszuziehen. Rannte den ganzen Tag von Gasthaus zu Gasthaus, von Pension zu Pension, von Haus zu Haus — vergeblich! Schließlich fragte ich einen im Fremdenverkahrsdienst ergrauten Hausdiener, ob denn tatsächlich alle Zimmer im ganzen Ort belegt seien. Der Gute lächelte überlegen. Natürlich nicht! Und dann kam es heraus. Wenn ich nur Geld bieten könnte, würde ich nie ein Zimmer bekommen. Ob ich nichts anderes hätte? Her" den, Unterhosen, Schuhe, Wein, Tabak, Suppenwürze ... Es sei alles gefragt — nur Geld nicht, oder nur nebenbei... Ich wankte zu meinem Küchenlager zurück. Der Trikotagenfabrikant briet sieb gerade auf dem Herd Eier (nit Speck und lächelte maiefiziös. Drei Tage hielt ich noch aus, dann mußte ich ab- reisen. Nicht wegen des harten Nachtlagers auf dem Küchenboden, ich hatte keine Lebensmittelmarken mehr. Die Gasthausbesitzei'' hatten es mi! weiser Überlegung so eingerichtet, daß es mittags und abends nur Fleischgerichte gab. Wer keine Fleischmarken hatte, konnte gehen. Andere Gerichte wurden nicht ausgegeben. 100 gr Fleischmarken pro Tag! Wer hatte denn das! Oh, es gab-eine ganze Menge Leute, die das hatten. Dpch ich gehörte leider nicht dazu. Als ich verzwöflungsvoll ausrechnete, wieviel Marken man hier bei sparsamstem Verbrauch haben muß, ergab sich eine glatte Rechnung: In acht Tagen die ganze Karte für vier Wochen! Ich fuhr ab. Mit fünf Pfund Gewichtsverlust und einer aufgebrauchten Lebensmittelkarte. Im Zuge habe ich mir geschworen, nie mehr in Urlaub zu fahren ... Wenn es sich irgendwie machen läßt, werde ich eine Pension für erholungsbedürftige Normalverbraucher aufmachen . . . Dann gehöre ich wenigstens nicht mehr zur Kategorie der Normalverbraucher . . . Ursel Heinrich. Aktuell Aus einer frürsorgeanstalt bei Düsseldorf ent wichen einige Zöglinge, die nach wenigen Tagen bei einer ' Razzia wieder festgenommen werden konnten. Einer der Zöglinge hatte in der kurzen Zeit der Freiheit seine Barschaft vor 2,50 Mark aui 20 000 Mark steigern können. Eine Sommerfrischlerin fragt eine Bäuerin: „Wieviel Milch gibt Ihre Kuh täglich?“ „Acht Liter!' antwortete die Bäuerin. „Und'wieviel liefern Si« ab?" „Zwöifl“ t - . Kr. n BADENER TAGBLATT Freitag, den 12. September 1947 Baden-Baden Es gibt Kohlen! In den Städten mit über 10 000 Einwohnern können dieses Jahr erstmals wieder für den Winter ln bescheidenen Umfang Kohlen tur Beheizung ein^ Wohnraume» oder der Küche ausgegeben werdet. Es Ist vorgesehen, daß ln Baden-Baden, Freiburg, Konstanz, Lahr, Lörrach, Offenburg, Rastatt, Singen und Villingen die Haushalte mit vier und mehr Personen fünf Zentner Kohlen (Briketts) erhalten. Darüber hinaus erhalten ln den Holzmangelgebieten die Schwerbeschädigten der Versehrtenstufe III und IV und die ihnen gleichstehenden, die einen eigenen Haushalt haben, ohne Rücksicht auf ihren Wohnsitz, gleichfalls fünf Zentner Kohlen für den Winter und auf Antrag nach Prüfung der Bedürftigkeit auch diejenigen, die ohne eigenen Haushalt Sicht anderweit genügend mit Beheizung versorgt lind. Ebenso erhalten dort für diesen Winter alle ärzte, Zahnärzte und Tierärzte für ihre Praxisräume zehn Zentner, die Apotheken für ihre Be- iriebsräume fünfzehn Zentner Kohlen. Auch die alten Leute von 70 Jahren und mehr, die nicht bereits sonst an einer Kohlenzuteilung teilnehmen, können fünf Zentner Kohlen beziehen. Die Wirtschaftsämter, in deren Händqp die Verteilung liegt, werden in der nächsten Zeit Bekanntmachungen erlassen über das bei der Zuteilung anzuwendende Verfahren. Vorher ist von Anträgen abzusehen, sie können auch nicht bearbeitet oder beantwortet werden. Es ist zu erwarten, daß im Laufe der kommenden Zeit weitere Kohlenkontingente verfügbar werden, und es möglich ist, noch andere Gruppen der Bevölkerung mit Heizkohlen für den Winter zu versorgen. Es ist ein schöner Lichtblick für die Winterzeit, besonders weil es sich nicht nur um ein Versprechen handelt. Die vorgesehenen Kohlen sind bereits im Anrollen, und wenn die Transportverhältnisse bei der Eisenbahn und auf dem Rhein nicht schlechter werden, ist damit zu rechnen, daß die vorgesehenen Kohlen alle zur Ausgabe gelangen. Caritas speiste 135 Kinder Mit Spenden, aus dem Ausland (amerikanischer Caritas, Staatsherold New York, Papstspende, Büro für Nachkriegshilfe in Genf) und der Unterstützung des Oberbürgermeisters hat der Caritasverband Baden-Baden vom 1. August bis 4. September eine Kinderspeiaung durchgeführt. An der Speisung haben 135 besonders ausgesuchte Kinder der Stadt Baden-Baden im Alter von S bis ,14 Jahren teilgenommen. Die Auswahl erfolgte aufgrund einer ärztlichen Untersuchung aus den erholungsbedürftigsten Volksschülern.' Im Gegensatz zu den bisher hier geübten Schulspeisungen wurden neue Wege gewählt insofern, als die Kinder jeweils den ganzen Tag über in zwei Gruppen zusammengefaßt und unter der Leitung von in der Jugenderziehung und Betreuung erfahrenen Hilfskräften bei Spiel und Unterhai- ■ tung vereint blieben. An zwei Stellen, an denen diese Gruppen zusammengefaßt wurden (Kloster Lichtental und Baden-Ooser Volksschule) erhielten die Kinder täglich drei warme Mahlzeiten. Abends kehrten die Kinder wieder nach Hause zurück. So wurde, in diesen dreieinhalb Ferienwochen aus den Kindern, die sich b^im Spiel auch innerlich näher kamen, eine vergnügte und frohe Schar, die nur ungern wieder auseinander ging. Nicht nur die Gewichtszunahmen, die in der verhältnismäßig kurzen Zeit erzielt wurden, sondern auch vor allem die glücklichen und leuchtenden Gesichter, die man täglich beim frohen Zusammensein bemerken konnte, rechtfertigen diesen Versuch mit der Speisung eine Art vereinfachtes Ferienlager zu verbinden, zur Befriedigung nicht bloß der Eltern, sondern auch aller bei dem Werke christlicher Liebe' beteiligten Helfer. Beginn der Sinfoniekonzerte Am 14. September werden die Sinfoniekonzerte fortgesetzt, die das Große Orchester des Südwest- tunks sonntags im Großen Bühnensaal des Kurhauses spielt. Für die bevorstehende Saison 1947/48 wurden namhafte deutsche und ausländische Solisten verpflichtet, bedeutende Gastdirigenten gewonnen und vielseitige Programme mit zahlreichen Ur- und Erstaufführungen zusammengestellt. Das Eröffnungskönzert wird Gotthold Ephraim Lessing dirigieren. Solist ist der französisch» Cellist Pierre Fournler, der zwei selten gehörte, in Baden-Baden noch unbekannte Werke gewählt hat: das Cellokonzert von Carl Philipp Ema- nuel Bach, dem zweiten Sohn des großen Meisters, und „Schelomo“, hebräische Rhapsodie für Cello und Orchester des in Genf geborenen, jetzt in Amerika lebenden Komponisten Emest Bloch. Das Konzert, das mit Beethovens I. Sinfonie beginnt und zue* Abschluß Hinden Iths Konzertmusik für Streicher und Blechbläser bringt, findet um 20.30 Uhr statt Bach-Händel-Abend In der ev. Stadl kirche In der evangelischen Stadtkirche fand unter Leitung von Kirchenmusikdirektor Fritz Gsch eidien ein Bach-Händel-Abend statt. Kantaten für Soli, Chor und Orchester von Bach: „Gott der Herr ist Sonn’ und Schild“ und „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ erfüllten mit ihrem Klang das Kirchenschiff. Die Altarie von „Gott der Herr“ sang W. Gscheidlen mit musikalischem Einfühlungsvermögen. Gut auch die als Ersatz eingesprungenen Solisten Thora Hauck -Innsbruck (Sopran) und Hugo Schäfer-Schuchardt - Heidelberg (Baß), die beide über große tragfähige Stimmen verfügen. Besonders erwähnt seien in „Gott der Herr . . .“ der fugenhafte Eingangschor und der Choral, in „Wachet auf . . .“, der mit ausgezeichnetem Stimm-Timbre gesungene Chor-Tenor und der zu hymnischer Wirkung gesteigerte Schlußchor. Beide Kantaten fanden eine ideale Begleitung und Untermalung durch Mitglieder dea großen Orchesters des Südwestfunka und die drei hinzugezogenen Solisten (E1 s i o Lughi (Flöte), Willi Plato (Oboe und Ernst Kiskemper (Violine). Zwischen beiden Kantaten wurde Händels Concerto grosse für Auszeichnungen für Streichorchester in g-moll gebracht, deren einzelnen Sätzen der Dirigent über alle Akkuratesse hinweg »in» mitteisende Not» gab: bald den Charakter eines bukolischen Liedes, eines Gebetes, blld spielerisch, bald energisch, aufrauschend im Klang, bald gefesselt in der Formstrenge, sehr gut im Zusammenklang der Streicher. An der Orgel bewährte sich Dr. Alois Meermann. I.K. Medet Urals Alexander f' nbH. Unter der Leitung von Hans Kaufmann wird in Baden-Baden im Februar 1948 eine Modeschule eröffnet werden. Die Schule hat die Aufgabe, Nachwuchskräfte für das Damenschneiderhandwerk auszubilden und dabei nicht nur gründliche, handwerklich-technische Kenntnisse zu vermitteln, sondern auch die schöpferischen Fähigkeiten der Schüler zu entwickeln, so daß sie im Berufsleben überdurchschnittliche Leistungen erreichen können. Auf dem Lehrplan stehen folgende Fächer: Modellieren, Schnittwesen, künstlerische und ■chmucktechnische Kleidgestaltung, werkstattmäßige Ausführung, Farblehre, Zeichentechnik, Figur-, Natur- und Kostümzeichnen, Aquarellieren, Modezeichnen, Stil-, Kunst- und Kostümgeschichte, Modeliteratur, Material- und Stoffkund», französisch» Sprache. Voraussetzung für die Aufnahme des Schülers ist sein« Begabung. Eine Aufnahmeprüfung wird darüber entscheiden. Mindestaufnahmealter für die Lehrlingsklasse ist 14 Jahre, für die Gesellenklasae 17 Jahre. Die Schüler, die während des ersten Semesters den Anforderungen nicht genügen, können vom weiteren Studium ausgeschlossen werden. Anfragen sind an das Sekretariat der Modeschule Alexander GmbH., Baden-Baden, Frankreichstraße 4 , Tel. 6 1236, zu richten. Kaufmannsgehilfen Abschlufi der Kanfmannsgehilfenprüfung 1947 9 Die Industrie- und Handelskammer Baden-Baden führte im Juli und August die Kaufmannsgehilfenprüfung 1947 durch. Das Gesamtergebnis zeigte beachtenswerte Fortschritte in der Ausbildung der Lehr- und Anlernlinge. 17 Prüflinge zeigten besonders gute Leistungen für die Auszeichnungen ausgegeben wurden. Zur feierlichen Lossprechung, die im Stadtratssaal des Rathauses stattfand, waren Vertreter der Lehrfirmen, der Gewerkschaften, der Schulen, des Prüfungsamtes und der Prüfungsausschüsse anwesend. Vizepäsident Fischer begrüßte die Anwesenden und wieä dann darauf hin, daß es besonders erfreulich sei, den Emst festzu- stellen, mit dem ein Großteil der Lehrbetriebe sich der Heranbildung eines zuverlässigen Nachwuchses hingebe. Die Auszeichnungen, die die Handelskammer verteilen könne, beweise, daß die Lehrbetriebs, die Lehrerschaft und die Prüflinge mit großer Liebe tätig gewesen seien. Der Redner umriß ausführlich die Notwendigkeit, den Nachwuchs intensiv zu bilden, damit er die Berufsbezeichnung „Kaufmann“ in Ehren trage und sich in allen Lebenslagen durchzusetzen vermöge. Nach -der feierlichen Lossprechung durch den Redner überreichte Direktor E. A. Ihle den jungen Kaufleuten den Gehilfenbrief mit der Auszeichnung. Direktor E. A. Ihle richtete dabei herzliche Worte an die Jugend, für die dieser Tag dar Start in einen neuen Lebensabschnitt bedeute, der sie verpflichte, sich in zäher Arbeit zu bemühen, Vollkaufmann in jeder Hinsicht zu werden. Kaum eine Generation habe Schwierigkeiten in einer solchen Fülle zu überwinden, wie die heran wachsende, der es Vorbehalten sei, an einem wichtigen Wendepunkt in der Entwicklung des Landes in das berufliche Leben einzutreten. Die Auszeichnungen erhielten: Heinz Trapp, 1. Fa. Rieh. Holder mann, Drogengroßhandlung B.-Baden; Hilde Hansmann, L Fa. Bezirkssparkasse Bühl; Karl Fuetterer, L Fa. Stef. Hertweök, Werkzeugfabrik, Gaggenau; Erich Prager, Herbert Klemm, Walter Roll, alle 1. Fa. Holtzmann & Cie. A. G., Weisenbachfabriken; Kurt Helm, Günther Herden, Kurt Grünwald, alle i. Fa. Daimler-Benz A.-G„ Gaggenau; Werner Erforth, L Fa. Medlnger & Co., Baden-Baden; Heinz Mayer, i. Fa. Hasberg-Schneider, Maschinenfabrik, Baden-Baden; Wilhelm Hammer, i. Fa. Emil Stöber, Baugeschäft; Alfons Wolf, i. Fa. B. Ludwig & Söhne, Sägewerk, Neuweier; Reiner Sontheimer, i. Fa. Rudolf Laule, Baugesch., Gernsbach; Alfons Meier, i. Fa. Konkordia A. G-, Druckerei u. Verlag, Bühl; Hubert Sambel L Fa. Bezirkssparkasse Gernsbach; Gustav Jourdan, i. Fa. E. Weisenburger, Lebensmittelhandlung, Rastatt. Mißlungene Kopenickiade in Rastatt • Dieser Tage tauchte in Rastatt ein gewisser Herr Löwenstein aus Berlin auf, der sich als politisch Verfolgter und ehemaliger Häftling des Arbeitslagers Niederbühl bezeichnete. Nach seinen Worten war er gekommen, um ein großes Wöhltätigkeits- fest zu veranstalten. Der Erlös des Festes sollte der Errichtung eines Denkmals für die Opfer von Niederbühl dienen. Das Amt für politische Verfolgte verhielt sich sehr reserviert, da der Herr aus Berlin keinerlei Ausweispapiere als politisch Verfolgter besaß und angab, sie verloren zu haben. Doch Löwensteins Absicht, den Rastattern eine Köpfe- nickiade vorzuführen, wäre beinahe gelungen, wenn Ja, wenn . ... In der Waggonfabrik, wo er seinen Erzählungen nach als früherer Häftling gearbeitet hatte, ersuchte er um einen Vorschuß von 1500 Mark, um das Wohltätigkeitsfest recht würdig gestalten zu können. Aber kenne einer die Kassierer! Wenn es ans Geld geht werden sie alle mißtrauisch. Doch Herr Löwenstein erzählte vertraulich, daß Bürgermeister Maier ihm bereits aus einem besonderen Fond 4 000 Mark ausgehändigt hätte. Die bürokratischen Bedenken schmolzen dahin, und der Veranstalter in Wohltätigkeit nahm mit einer wohltätigen Geste, die ihm als Weltmann zustand, den Betrag in Empfang. Aber irgendwie witterte man doch Unrat. Als der Herr das Zimmer verlassen hatte, begannen die Telefondrähte ln Richtung Rathaus zu summen; es ist nicht verbürgt, aber anzunehmen, daß das Oberhaupt der Stadt blaß wurde. Natürlich war kein Wort davon wahr. In einer Vorbesprechung wurde lediglich die Saalfrage behandelt. Unterdessen managte Herr Löwenstein weiter. Auch auf einen Eid kam es ihm nicht an. Dann schaltete sich plötzlich die Kriminalpolizei ein, denn Herr Löwenstein, dessen Interzonenpaß abgelaufen war, wollte zufrieden mit 1500 Mark verduften. Das Wohltätigkeitsfest sowie das Denkmal waren ihm gleichgültig geworden. Seine Reise zurück nach Berlin endete nun im Gefängnis in der Engelstraße ... Wie uns das Amt, für politische Verfolgte mitteilt, wird es sofort Herrn Löwenstein, wenn er wirklich politisch Verfolgter wat, aus der Vereinigung ausschließen, da er sich ihrer als nicht würdig erwies. Sprechzeiten des Staatspräsidenten Aus der Staatskanzlei wird mitgeteilt: Der Staatspräsident hat bisher auf Wunsch all» Besucher jederzeit in der Staatskanzlef empfangen Der Andrang der Besucher ist aber so groß geworden, daß die Erledigung wichtiger Staatsge- schäfte darunter leiden mußte. Im Interesse dei Allgemeinheit ist der Staatspräsident deshalb genötigt, Sprechzeiten f*lr die Staatskanzln einzuführen Jr bittet darum, daj die vorgesehenen Sprechzeiten eingehalten werden. Die Sprechzeiten der Staats- kruzlei (Colombischlößchen in Freiburg) sind aul D, pstag und Freitag vormittags 10 bi? t Uhr und na (mittags 3 bis 6 ihr festgelegt. Es wird aber dar uf hingewiesen, § \ß der Staatspm -ietit ausnah sweise auch zu d( i vorgesehenen 8) echzeiten dienstlich verhindert s» a kann. Besuche tu empfangen. Kritische Wasserversorgung Die Bevölkerung von Baden-Baden, so schreiben uns die Stadtwerke, muß erneut darauf hingewie- *en werden, daß die Wasserversorgungslage nach wie vor sehr ernst ist. Der Rückgang der Quellschüttungen ist so stark seit vielen Jahren nicht mehr beobachtet worden. Nach wie vor ist es erforderlich, den Wasserverbrauch zu beschränken. Auch bei Eintritt von Regenfällen ist keineswegs sofort mit einer Besserung zu rechnen. Selbst bei andauernden Regenfällen vergehen mindestens 4— 6 Wochen, bis die Quellschüttungen merklich zunehmen. Eine Sicherung der Wasserversorgung ist deshalb nur durch Einschränkung«» im Verbrauch möglich. Die Vorratsbehälter sind praktisch leer. Kartoffeltransporte nur mit Transportschein I Im Hinblick auf den bevorstehenden Herbstverkehr mit Kartoffeln wird vom Badischen Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung erneut darauf hingewiesen, daß nach den gesetzlichen Bestimmungen der Kartoffeltransport ohne amtlichen Transportschein verboten ist, und zwar für, jede Menge und ohne Unterschied, wer den Transport durchführt. Die Transportscheine müssen zwecks jederzeitiger Kontrollmöglichkeit mitgeführt werden. Die gegen diese Bestimmungen Zuwiderhandelnden haben neben der im Gesetz vorgesehenen Bestrafung die Beschlagnahme und die entschädigungslose Einziehung der widerrechtlich beförderten Waren, u. U. auch des Fahrzeuges, zu gewärtigen. Sladlseliws Beim Telefonieren entstehen täglich unliebsame Zwischenfälle dadurch, daß Anschlüsse an das deutsche Fernsprechamt unter Nennung der alten vierstelligen Anschlußnummern verlangt werden, statt mit den neuen fünfstelligen Nummern. Daraus entstehen Fehlvetbindungen mit Teilnehmern des französischen Fernsprechnetzes, Mißverständnisse und zeitraubende Erörterung«». In dem für 50 Rpf. am Schalter des Postamts und bei den Zweigpostämtern käuflichen „örtlichen Fernsprech- bdch von Baden-Baden" sind zahlreiche Neuanschlüsse enthalten und die Anschlußnummern richtig angegeben. Die Deutsehe Straßenverkehrsordnung wurde vom „Amtsblatt des französischer Oberkommandos in Deutschland“, Baden-Baden Lichtentaler Straße 65, als Broschüre mit 28 Seiten und Narbigen Tafeln herausgebracht. Diese Broschüre ist beim „Journal Offieiel“, Baden-Baden, Lichtentaler Straße 65, zun» Preise von Mark —.60 zu haben. Barzahlung, Briefmarken nicht zugelassen. Abgabe an Wiederverkäufer in größeren Mengen. Seinen 70. Geburtstag begebt am Sonntag Bernhard S t e i n 1 e, früherer Gastwirt und Küchenchef, Frühlingstraße 1. Auf »ine 60jährige Tätigkeit als Stückgutfuhrmann kann am 16. September Gustav Buck in der Speditionsfirma J. G. De- vant zurückblicken. Er begeht seinen Jubeltag in erstaunlicher körperlicher und geistiger Frische, denn es bedeutet viel, im Alter von 78 Jahren täglich die schwerer! Kisten, Ball«» und Fässer in der Güterhalle zu verladen und bei der Kundschaft abzuladen. Schauspiel „Ben Hur“ in Otigheim OTIGHEIM — Am Sonntag, 20.30 Uhr, findet di« Erstaufführung von Sebastian Wiesers „Ben Hur" auf der Freilichtbühne statt. Regie und Inszenierung: Geistlicher Rat Josef Saier und Otto Langen- dörfer. Bühnenmusik u. musikalische Leitung: Karl Schauder. Sonntag, den 28. September wird das Spiel wiederholt FELIX TIUMBRMAHS Bauernpsalm Roman Aus dem Flämischen übertragen von Peter Mertens 11. Fortsetzung Er bekam oft genug Prügel von unserem Vater, aber das nützte gar nichts. Er schlenderte meistens für sich allein im Walde umher, und wenn er dann nach Hause kam, erzählte er lauter Lügen. Er hätte eine Schlange gesehen, einen Riesen öder eine schöne Frau mit einer Krone auf dem Kopf, die in einer Kutsche durch den Wald fuhr. Er konnte das alles so lebendig schildern, daß man es glauben mußte. Glaubten wir ihm, dann lachte er uns aus. Glaubten wir ihm nicht, dann geriet er in maßlose Wut. Unser Vater schickte ihn zum Stellmacher in die Lehre, dann zürn Schmied, dann wieder half er zu Hause in der Landwirtschaft Zwölf Berufe und Unglücke, wie man bei uns zu sagen pflegt Ein-» Tages, er war erennals achtzehn Jsi_re alt brachte er den Nagel nach Hause, mit dem, wie er behauptete, die rechte Hand des Heilands ans Kreuz geschlagen worden sei. Er hätte ihn von einem Einsiedler bekommen. Es war ein gewöhn- fcher Hufnagel mit umgebogener Spitze. Ein paar Wochen», später kommt der Bischof ins Dorf zur Firmung. Da geht er wahrhaft zum Bischof und erklärt: „Hochwürdiger Herr, ich bringe euch den Nägel, mit dem Christus ans Kreuz geschlagen wurde, bitte“. Um ihn loszuwerden, meinte der Bischof: „Gut, mein Freund, behalte ihn nur noch »in» Weile“.' Von diesem Tage an war er dem Wahnsinn ganz und gar verfallen. Immer und immer erzählte er jedem beliebigen Menschen von diesem Nagel. Wer ihm nicht recht gab, den verprügelte er. Wir mußten ihn nach Geel bringen in die Heilanstalt Da gibt ihm jeder Recht Aber er kennt uns noch sehr gut und spricht gern über frühere Dinge. Es Ist nur diese dumme Nagelgeschichte, die ihm nicht aus dem Kopf will. Von morgens bis abends steht er mit dem Nagel in der Hand vor dem Rathaus in Geel. „Dort wohnt Hochwürdiger“, sagt er, „er wird gleich herauskommen, um den Nagel des Herrn zu holen“. So steht dieser armer Kerl nun schon Jahr und Tag, unentwegt, in Regen und Wind, Winter und Sommer, geduldig da und wartet, ohne Murren und Knurren, mit seinem Nagei auf den Bischof. Ich bin immer froh, wenn ich aus Geel wieder weg bin. Es wimmelt da von Wahnsinnigen. Die eine glaubt sie wäre Unsere Liebe Frau, eine andere macht immerzu: „Töff! töif!“ wie ein Zug, wieder ein anderer gibt sich für Napoleon aus. Wenn ich lange dort bleiben müßte, dann könnte es sein, daß ich auch eines Tages anfinge zu schauspielern. Und außerdem werde ich die Angst nicht los, daß eine Magd daherfc/-9 Oberbaurat Kuhn. Samstag; ‘/*7 Konstanze Döhner, 7 Walter Göhler, l /s9 Josef Hermann Gulienettl. Evangelische Landeskirche. Sonntag, den 14. September 1947: A11 Stadt: 9.30 Hauptgottesdienst, Brandl, Wahl des Kirchengemeinderates. 15.00 Btbelgemeinschaft im Gemeindehaus; 20.00 Evang. Woche, I. Vortrag „Waren unsere Opfer umsonst?", Pfarrer Dr. Biedermann. — Lichten • t a 1 : 9.30 Hauptgottesdienst, Gussmann, Wahl des Kirchengemeinderate-. 19.30 Bibelgemeinschaft im Kindergarten. — Weststadt: 9.30 Hauptgottesdienst, Boeckh, Wahl des Kirchengemeinderates. — Oos: 8.30 Hauptgottesdienst. Meythaler. — Sinzheim: 10.15 Gottesdienst, Meythalet. Wahl des Kirchengemeinderates. Evangel. Gemeinschaft, B.-Baden, Lichtentalerstr. 64. Sonntag, 14. Sept., abends 20 Uhr Gottesdienst mit Abendmahl, Superintendent MUrrle. ChristuskapeUe (Missionskirche). Sonntag, 14. September 1947: 10 Uhr Gottesdienst mit Predigt, Stadtmissionspfarrer Ippach; 11 Uhr Kindergottesdienst. Montag, 15. 9. 1947 : 20 Uhr Bibelstunde im Gemeindesaal, Gerns- bacher Straße 51. Russische Kirche, Llchtentalerstraße 76. Sonntag, Liturgie um 10 Uhr. Christi.-Wist~_wc ha ft. Vereinigt^,.. Christian Sei Albrecht Dürerstraße 4. Sonntag, 10 Uhr, Gottesdienst außerdem jeden zweiten und letzten Mittwoch im Monat abends 8 Uhr. VERANSTALTUNGEN DLR BNDER- UND KURVERWALTUNG B.-BADEN Sonntag, den 14. September 1947 SINFONIE-KONZERT des Großen Orchesters des Südwestfunks Baden-Baden. Leitung: Gotth. E. Lessing — Solist: Pierre Fonmier, Violoncello. Werke von Beethoven, C. Ph. E. Bach, Bloch und Hindemlth. Kurhaus, Gr. Bühnensaal (20.30—22.30 Uhr; 1-6 Mk,) Montag, den 15. September 1947 GROSS-VARIETE „Sensationen im Rampenlicht" — siehe Sonder- Anschlag. — Kurhaus, Gr. Bühnensaal (20—22 Uhr; 2-8 Mk.). Donnerstag, den 18. September 1947 Cello-Abend PIERRE FOUKNIER^- am Flügel: Jean-Claude Ambrosia!. Werke von Bach, Beethoven, Strawinsky, Faure, Paganini. Kleines Theater (21—23 Uhr; 1-6 Mk.). Freitag, den 19. September 1947 ERÖFFNUNG DER SPIELZEIT 1947/46 — Neuinszenierung: „IPHIGENIE AUF TAURIS“ -r Schauspiel in 5 Akten von Johann Wolfgang Goethe, ln Szene gesetzt von Franz Everth — Bühnenbild: Friedhelm Strenger a. G. Kleines Theater (20—22 Uhr; 1-8 Mk.). 1. Vorstellung der Mietgruppe A und Frei verkauf. Samstag, den 20. September 1947 „IPHIGENIE AUF TAURIS“ — Schauspiel in 5 Akten von Johann Wolfgang von Goethe. In Szene gesetzt von Franz Everth — Bühnenbild: Friedhelm Strenger a. G. Kleines Theater (20—22 Uhr: 1-8 Mk.)- Außer Miete. Sonntag, den 21. September 1947 Konzert des Kammerchores des französischen Rundfunks unter Leitung von Marcel Couraud. Kleines Theater (21—23 Uhr; 1-6 Mk.). Der Vorverkauf für den 14. September hat bereits begonnen; Vorverkauf für den 15. bis 21. September ab 14. September an der Kurhauskasse und der Kasse des Kleinen Theaters. Sämtliche Veranstaltungen mit Genehmigung der französischen Militärbesatzungbehörden. FAMILIEN-ÄNZEIGEN DANKSAGUNGEN Allen, welche beim zu frühen Heimgang unseres lieben, herzensguten Bruders, Schwagers und Onkels 18-82-S Dionis Schludecker Postbetriebsassistent (Geldbriefträger) ihre aufrichtige Teilnahme bekundeten, sei auf diesem Wege herzlich gedankt. Besondem Dank den Beamten des Postamts Baden- Baden, Herrn Postrat LUbke sowie allen jenen, welche»durch Gebet bei den Seelenämtern in Unzhurst und Baden-Baden ihre Anhänglichkeit bewiesen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Farn. Wilhelm Schludecker; Farn. Emil Schick, Baden-Baden, Seilerstr. 4. Breithurst, Krs. Bühl, im Aug. 47. Anläßlich der zahlreichen herzlichen Beileidsbezeugungen beim Tode meines Mannes und lb. Vaters Herrn Josef Metz danken auf diesem Wege Frau Fanny Metz und Tochter Gertrud. 12-105-8 Baden-Baden, September 1947. Allen, die Anteil genommen haben an dem großen Leid, das der Tod meines lieben, unvergeßlichen Mannes, unseres Heben Schwiegersohnes, gebracht hat, danken wir herzlich. Ein aufrichtiges Vergelts Gott Allen, die dem Seelenamt beiwohnten. In stiller Trauer: Annemarie Westermann, B.-Baden, Gernsbacher Str. 28. 23-61-S Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres herzensguten und unvergeßlichen 2-141-S Helmut sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. Insbesondere danken wir den Schwestern im Krankenhaus und Herrn Vikar Mai- thaler für seine trostreichen Worte am Grabe, sowie den Vorgesetzten und Angestellten der Int. FilmalUanz. Im Namen der Hinterbliebenen: Familie H. Blanck, B.-Baden, Kapellmattstr. 13. Für die warmen und liebevollen Beweise herzlicher Anteilnahme während der Krankheit, sowie für die Blumenspenden beim Tode meines herzensguten Mannes und Vaters Emil Constantin Thomassow Kunstdrechsler sagen wir allen unseren Freunden und Bekannten sowie Verwandten unseren herzlichsten Dank. Frau Emmy Thomassow und Sohn, KuriStdrechslerei, Baden - Baden, Hirsehstr. 12. 20-31-S Für erwiesene Anteilnahme anläßl. des so schnellen Todes unseres Kindes Kurt, sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank, besonders hochw. Herrn Dekan Höfler für seine lieben trostreichen Worte am Grabe. In tiefer Trauer; Ludwig Ziller, z. Zt. Kriegsgfseht. und Familie, nebst Verwandten. Baden-Baden, Sept. 1947. 25-17-S Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Hinscheiden meines lb. Mannes, unseres guten Vaters, Schwiegervaters u. Opas Adolf Blümel sowie für die schönen Bmmen- spenden sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank 'Frau Paula Blümel geh. Latureli ' und Angehörige. 2-147-S Baden-Baden. iSeg l eoa m t, zi. sept, 9'/: Uhr in der JeliKftttL Kir&he. Gernsbacher Str. VERANSTALTUNGEN Die glückliche Geburt eines kräftigen Jungen Werner Hermann zeigen hocherfreut an 8-128-S Frau Gertrud Heußler geh. Kurz Hermann Heußler Baden-Baden Josefinenheim Lange Str. 77. AURELIA - LICHTSPIELE Gusti Huber — Paul Hörbiger in Fiakerlied Jugendfrei. Li-21-g Für an größeres Kurbans angeglieder-. * ten kleinen landwirtschaftlichen Be-1 trieb wird fleißiges und williges ^ TAUSCH-ANGEBOTE WOHNUNGSMARKT VERSCHIEDENES Ehepaar in angenehme Stellung bei Biete 2 gut erhaltene Motorrad-Rei- Biete in Brannscbweig 2-Zimmerwoh- freier Kost und Wohnung gesucht. Off. u. 8-123-S an das BT. FOL,INO ° PALAST Jenny Jugo - Karl Ludwig Diehl in Ein hoffnungsloser Fall Jugendverbot bis 14 Jahre- Li-26-S Für größer, holzbearbeitenden Betrieb am Platze wird tüchtiger Werkzeug- und Sägenschärfer sofort gesucht. Schriftliche Bewerbungen erbeten u. 12-104-S an das BT. ferv Gr. 27X 350 Wulst. Suche Motorradreifen 19X350 Draht. W. Schmitt, Baden-Baden, Felsenweg 1. 18-84-S Biete Wohlmuth, Galv. Apparat. Suche Photo-Apparat 6X6 ‘Rolleiflex Automat. Off. unter 17-66-S an die Gesch. des BT. Baden-Baden. KINO DES WESTENS Täglich 17 Uhr, 19 Uhr u. 21 Uhr, Sonntags 15 Uhr, 17 Uhr, 19 Uhr und 21 Uhr Die Zaubergeige Will QuadfUeg, Gisela Uhlen Jugendfrei. Suche dringend eine zuverlässige Biete 2 Kieler Knaben-Anzüge für 10— ... --- - 12 Jahre, sehr gut erhalten. Suche guterhalt. Kinderwagen. Adresse zu erfragen unter 16-64-S an die Gesch. des BT. Baden-Baden. Waschfrau. Verpflegung und gute Bezahlung. Off. u. 11-56-S an d. BT. Wir suchen dringend: 1 Stenotypistin 1 jüngere Hilfskraft für Ersatzteillager, l Elektro-Monteur, Kraftfahrzeughandwerker, 2 Hilfsarbeiter, 1 Putzfrau (halbtags). Autohaus Baden-Baden, GmbH, Lange Str. 98-102 14-8-S nung, Küche, Keller, mittelgr. Räume. suche in Umg. 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