BAD IEM E R TAG BLATT Leitung für Politik, Wirtschaft und Multur PREIS 20 PFENNIG FREI I AG, 20 FEBRUAR 1948 Vor der Dreierkonferenz in London Vermutungen über neuerliche Vertagung als Gerüchte bezeichnet PARIS — Der offiziell angegebene Grund für den Aufschub der Londoner Dreier-Besprechungen, nämlich die Eiklärung, Botschafter Douglas sei bis Ende der Woche in Washington zurückgehalten, ist durch die Rückkehr Douglas am Mittwoch entfallen. Trot? des über angebliche amerikanisch-russische Geheimverhandlungen herausgegebenen Dementis ist marin London davon überzeugt, daß solche Besprechungen in Berlin tatsächlich stattgefunden haben und man glaubt, daß diese den wahren Grund für den Aufschub der Londoner Dreierbesprechungen bildet Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß die Mos kauer Regierung angesichts der Entschlossenhei’ der drei Westmächte, die Deutschlandfrage zu lö 6en, den Vereinigten Staaten neue Vorschläge gemacht hat. Politische Beobachter der Vereinigter Staaten führen jedoch die augenblicklich umlaufenden Gerüchte auf eine Kampagne von russischer Seite zurück, mit der bezweckt werde, den amerikanischen Parlamentariern den Eindruck einer Lösung der zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten bestehende Spannung zu vermitteln und eine Abstimmung über das E.R.P. (European Recovery Programm) oder die Bereitstellung vön größeren Krediten nicht eilig erscheinen lassen. Die Verschiebung der Konferenz hat weiter zu der Vermutung Anlaß gegeben, daß im Frühjahr eine neue Konferenz -der vier Außenminister stattfinden könne. Bevin soll der Auffassung sein, daß eine Dreier-Konferenz über Deutschland doch Gefahr laufen würde, in der ständigen Organisation des Vierer-Rates unterzutauchen. Darüber hinaus habe der Außenminister klar zu verstehen gegeben, daß er davon überzeugt sei, es müsse notwendigerweise noch einmal ein Versuch gemacht werden, um ein Vierer-Abkommen über Deutschland herzustellen, was nach Bevins Meinung jeder anderen Form eines Paktes über Deutschland vorzuziehen wäre. Der Aufschub der Londoner Konferenz dürfte der französischen, englischen und amerikanischen Regierung auch Gelegenheit geben, sich vorher über eine gemeinsame Antwort auf die russische Protestnote gegen die Abhaltung von Dreimächtebesprechungen über Deutschland zu verständige; Man nimmt jedoch an, daß die französische Antwort auf die russische Protestnote etwa auf der Linie dessen liegen wird, was Außenminister Bidault unlängst in seiner großen Rede vor der Nationalversammlung erklärte: Die Tür bleibt offen für alle diejenigen, die an der Neuorganisation Europas aufrichtig und loyal Mitarbeiten wollen. Die über eine weitere Vertagung der Dreierbesprechung umlaufenden Gerüchte entbehren nach der Ansicht maßgeblicher politischer Kreise der Begründung. Man rechnet demnach mit dem Beginn der Dreierkonferenz für den kommenden Montag. Konfetenz der Oststaaten PRAG — Die Außenminister Polens, der Tschechoslowakei und Jugoslawiens, die auf Initiative des polnischen Außenministers zu einer Konferenz zusammengekommen waren, haben sich mit der Deutschlandfrage und allen den Problemen beschäftigt, die in dieser Hinsicht die drei Länder gemeinsam interessieren. In Paris wird die Konferenz allgemein als ein Schachzug gegen die geplant« Londoner Dreier-Konferenz angesehen. In einer Erklärung der drei Außenminister wird die Politik der Westmächte in Deutschland verurteilt. Dabei wird festgestellt, daß die Entwicklung der Lage in Deutschland in einem Sinn erfolgt, der den Prinzipien von Yalta und Potsdam widerspricht Die drei Regierungen fordern, daß die Erklärun gen der vier Mächte vom 5. Juni 1945, die augenblicklich nicht beachtet werden, im vollen Umfang durchgeführt werden. Die Schaffung eines besonderen politischen Organs in Westdeutschland untergrabe die Grundlagen der Sicherheit in Europa die nur durch eine gemeinsame Kontrolle der vier Besatzungsmächte in Deutschland gewahrt werden könne. Das Entmilitarisierungspvogramm für Deutschland sei in den Westzonen aufgegeben worden und der Wiederaufbauplan Westdeutschlands stelle eine Bedrohung für die friedliche Wirtschaftsstruktur des Nachkriegseuropas dar. Die Außenminister verlangen, daß Deutschland die berechtigten Reparationsforderungen erfüllt Der tschechoslowakische Außenminister Masaryk erklärte u. a.: „Wir geben die Hoffnung nicht auf. daß sich die Großmächte schließlich doch noch übei die Deutschlandfrage einigen. Vorschläge für den Fünfer-Pakt LONDON — Die Verhandlungen über den Ab chluß eines Fünfer-Paktes zwischen England, ’rankreich und den drei Beuelux-Ländern machen seine Fortschritte. In englischen diplomatischen Kreisen beschränkt man sich darauf mitzuteilen das Paktprojekt werde von Belgien. Holland und Luxemburg zur Zeit geprüft. Die drei Länder wünschten, daß die zukünftige Allianz nicht genau dem Vertrag von Dünkirchen nachgebildet werden solle, d. h. nur gegen eine eventuelle deutsche Agression bestimmt wäre, sondern gegen jeden Angreifer. Die neue Formulierung würde sich an den unlängst zwischen Moskau und Bukarest geschlossenen Pakt anlehnen Nach den Bedingungen des russisch-rumänischen Bündnisses verpflichten sich beide Länder gemeinsam alles zu unternehmen, um eine Agression von seiten Deutschlands oder irgend eines mit Deutschland direkt oder auf eine andere Weise verbündeten Staates abzuwehren. Druck der neuen Banknoten in Berlin Sowjetisches Zugeständnis ei möglicht Notendrack für alle Zonen BERLIN — Die vier Besatzungsmächte haben, wie erst jetzt bekannt wird, bei der letzten Kon- trollratssitzung in Berlin den Druck neuer deutscher Bankndten für eine Viermächte-Währungs- reform beschlossen. Wie „New York Herald Tribüne“ dazu mitteilt, ist dieser Beschluß jedoch nocn nicht dahingehend auszulegen, daß nunmehr eine ganz Deutschland umfassende Währungsreform unmittelbar bevorstünde, denn es müßten noch verschiedene meist technische Angelegenheiten zwischen den Alliierten geregelt werden, so daß immerhin noch neue Schwierigkeiten in diesem vierseitigen Währungs-Reform-Programm auf treten könnten. Die Möglichkeit zum Druck der Noten wurde durch ein sowjetisches Zugeständnis erreicht. Die Sowjets haben sich nämlich damit einve»*tanden erklärt, die neuen Banknoten in der ebtftnaligen Reichsdruckerei in Berlin und unter Viermächteaufsicht drucken zu lassen. Bisher bestand die sowjetische Vertretung darauf, die Banknoten gleichzeitig in Berlin und Leipzig zu drucken. Gleichzeitig mit der Zustimmung zum Notendruck haben die Alliierten auch eine Ubereinstim- Röchling-Prozeß bis zum 8. März vertagt Die Verteidigung soll beschlagnahmte Dokumente studieren können BT RASTATT — Dem in unserem nachstehenden Bericht näher erläuterten Antrag der Verteidigung um Einsichtnahme in die von der Staatsanwaltschaft im Röchling-Prozeß beschlagnahmten Dokumente hat das Tribunal General zu Beginn der Donnerstagsitzung stattgegeben. Die Verteidigung wird die Möglichkeit haben, in eine Reihe von Schriftstücken, Briefen und Akten Einsicht zu nehmen, die bisher nur der Anklagebehörde bekannt waren. Um den Verteidigern Zeit zum Studieren dieser Akten zu geben, will das Gericht, wie der Präsident in der Donnerstag-Sitzung bekanntgab, den Prozeß bis zum 8 März vertagen. Das umfangreiche Anklageexposäe des Generalstaatsanwalts soll jedoch noch in dieser oder am Anfang der nächsten Woche zu Ende verlesen werden. * Der Am Montagnachmittag vor dem Tribunal General in Rastatt eröffnete Röchling- Prozeß, der bisher bedeutendste Prozeß in der französischen Besatzungszone, begann mit einem unerwarteten Ereignis. Kaum hatten die zahlreichen Pressevertreter, die Bildberichterstatter, die Kameraleute und Rundfunksprecher die ersten Eindrücke im Verhandlungssaal, dem Ahnensaal des Rastatter Schlosses geschildert, da stellte der französische Rechtsanwalt Pierre Leroy im Namen der Verteidigung den Antrag, das Tribunal General für inkompetent zu erklären. Er hatte für seinen Antrag zwei Gründe: 1. Die Vorschriften des Kontrollratgesetzes Nr. 10 widersprächen der Anwesenheit von Gerichtsbeisitzern anderer Nationen als der vier Hauptalliierten: 2. das Inkrafttreten einer eigenen saarländischen Verfassung mit dem 17. 12. 1947 der- zufolge „kein Saarländer einer ausländischen Macht ausgeliefert werden kann, außer dem Falle eines gegenseitigen Übereinkommens“. (Die Angeklagten wurden erst am 10. 1. 1947 von Saarbrücken nach Rastatt verbracht). So kam es, daß das Gericht sich schon wenige Minuten nach seiner Eröffnung vertagen mußte. Nach einer Beratung von einer halben Stunde verkündete dann Präsident Pihier den Beschluß des Gerichtes, daß es in der gegenwärtigen personellen Zusammensetzung voll zuständig sei. Er begründete diese Erklärung mit einer Erweiterung des Kontrollratgesetzes Nr. 10, die besagt, daß jeder alliierte Offizier in ein Militärgericht der vier alliierten Hauptmächte aufgenommen werden könne. Zu Punkt 2 des Antrages der Verteidiger stellte das Gericht fest, daß das Saarstatut noch nicht ratifiziert aei. mung in anderen wichtigen Punkten der Währungsreform, wie in der Zusammenlegung des alten Geldes und in der Festsetzung des Wechselkurses erzielt Ungelöst blieben den Meldungen zufolge Preisprobleme und bankpolitische Fragen Verteidignngsplan gegen die Kom nfoim? LONDON — Nach Meldungen vom Sitz des internationalen Komitees zum Studium der europäischen Fragen wird zur Zeit ein Bericht ausgearbeitet, in dem den Regierungschefs der meisten europäischen Staaten die Aufstellung eines Ver- tgidigungsplans gegen die Kominforro durch die Bildung einer internationalen dritten Kraft, eines einheitlichen Oberkommandos und eines gemeinsamen übergeordneten Parlaments empfohlen wird. Der bayrische Endsieg BAMBERG — „Wir Bayern wollen ans — soweit wii Nazis wafen — nur von bayrischen Richtern verurteilen lassen“, erklärte Dr. Jakob Fischbacher hier aut der ersten Versammlung der Bayernpartei. Die Erklärung Fischbachers, „daß nur Preußen das Verhängnis Deutschlands sei“, wurde mit ungeheurem Jubel der Anwesenden aufgenommen. Im weiteren Verlauf seiner Rede behauptete er, daß im bayrischen Landwirtschaftsministerium 1100 Nichtbayern säßen, und daß es bei den Landratsämtern und Spruchkammern ähnlich sei. Auch in den Redaktionen der bayrischen Presse arbeiteten nur „Norddeutsche“. Fiscbbacher erhob daun schwere Vorwürfe gegen das „Ober- bayrische Volksblatt“ in Rosenheim das er mit „Oberpreußisches Volksblatt" betitelte. Wenn es auch ein Kampf auf „Leben und Tod“ werde und die Bayernpartei mit „Märtyrern“ rechne, so sei der „Endsieg“ der .bayrischen Sache doch gewiß. De Valera nicht wiedergewählt DUBLIN — Nach der Bekanntgabe der Wahlniederlage der de Valera-Partei und der Verwerfung von de Valeras Kandidatur für den Posten des Ministerpräsidenten wurde John Costello (der Leiter der Opposition) vom Präsidenten von Irland in seinem neuen Amt als Regierungschef bestätigt Der neugewählte Regierungschef ist 57 Jahre alt, ein hervorragender Jurist und war Attorney General in der Regierung Oosgrave, die derjenigen von de Valera veranging. Die neue Regierung ist aus Vertretern der verschiedenen Parteien zusammengesetzt und bildet eine Koalition entsprechend ihrer Bedeutung. Republik Korea proklamiert SÖUL — Der nordkoreanische Rundfunk gab den Text der Verfassung der „Demokratischen Republik Korea mit der Hauptstadt Söul“ bekannt. Das Staatswappen des neuen Staates zeigt einen roten fünfzackigen Stern mit Sichel und Hammer. Die Verfassung, die nach sowjetischem Muster aufgebaut ist, soll im März einer Volksabstimmung unterbreitet werden. Das am 15. August 1945 ausgerufene „Volkskomitee von Nordkorea“ soll anschließend zur unabhängigen, beide Besatzungszonen vertretenden Regierung ausgebaut werden. Amerikanischen Kreisen zufolge wird nach der Veröffentlichung der Verfassung binnen einer Woche eine amtliche Anerkennung der in der sowjetischen Zone geschaffenen „Volksarmee“ erfolgen und, falls sich die amerikanische" Armee zurückzieht, auch eine militärische Invasion in Südkorea stattfinden. Einbeziehung Westdeutschlands in den Marshall-Plan Besprechung Dr. Seelos mit Vertretern des Zweimächtekontrollamtes Ein weiterer bedeutungsvoller Antrag der Verteidigung, eingebracht von dem Hauptverteidiger Otto Kranzbühler, den Prozeß um drei Monate zu vertagen, wurde da er nicht schriftlich eingereicht war, nicht erörtert. In der Dienstagssitzung legte Kranzbühler dann dem Gericht schriftlich den Antrag vor, die Staatsanwaltschaft möge alle von ihr beschlagnahmten Akten und Urkunden und alle aus dem Archiv der Familie Röchling beschlagnahmten Schriftstücke der Verteidigung zur Einsichtnahme überlassen Der Sprecher der Verteidigung berief sich bei seinem Antrag auf das Kontrollratgesetz Nr. 10 und erklärte, daß auch im Krupp-Prozeß alle beschlagnahmten Dokumente der Verteidigung ausgehändigt worden seien. Kranzbühler verwies darauf, daß ein Verfahren, das die Angeklagten ihrer Beweismittel beraubt, kein faires Verfahren darstelle. Die ersten drei Verhandlungstage im Röchling- Prozeß waren gekennzeichnet durch die Verlesung eines ausführlichen Anklageexpos&es durch Regierungskommissar Gerthoffer, den Vertreter der Anklage. Sechs Bände mit je 100—120 Seiten umfaßt diese Schrift, die die Kopien einer Fülle von Dokumenten enthält, in denen die Vorbereitungen des „Dritten Reiches“ zum Krieg, die Beweisführung über die Verantwortung der Wirtschaftsführer des „Dritten Reiches“ im allgemeinen und die besondere Rolle der Leiter der Firma Röchling zum Ausdruck kommt. Ein großer Teil der dem Gericht bisher vorgelegten Dokumente sind schon von Nürnberg het bekannt. Neu waren jedoch die Ausführungen, in denen sich die Anklagebehörde in der Mittwochsitzung mit der Verantwortlichkeit der Röchling- Werke für die Ausbeutung einiger französischer Werke und für die Massenverschickungen französischer Arbeiter nach Deutschland befaßte. Aus Dokumenten, die dem Gericht vorgelegt wurden, war ersichtlich, daß die Werkpolizei der Röchling-Werke damit beauftragt war, in Frankreich Wirtschaftsspionage zu betreiben. Bis Mittwochabend wurden dem Gericht insgesamt 140 Dokumente präsentiert, an Hand derer die Staatsanwaltschaft die Verantwortlichkeit der fünf Angeklagten in den drei erhobenen Anklagepunkten (Verbrechen gegen die Menschlichkeit) nachweisen will. (Den zweiten Teil eines Auszugs aus der Anklageschrift veröffentlichen wir auf Seite 2 dieser Ausgabe). FRANKFURT — Der Vorsitzende des Exekutivrates beim Wirtschaftsrat, Staatsrat Dr. Gebhard Seelos, führte mit Vertretern des anglo-amerikani- schen Zweimächtekontrollamtes Besprechungen, die die Einbeziehung Westdeutschlands in den Marshallplan zum Gegenstand hatten. An weiteren Besprechungen nahmen sämtliche Direktoren der Zweizonenverwaltungen teil. Wie von Seiten der Wirtschaftsverwaltung bekannt wird, sind die zuständigen deutschen Stellen in den Besprechungen, die von offizieller Seite als „hochwichtig“ bezeichnet werden, aufgefordert worden, Fachausschüsse zu bilden, die Listen über die im Rahmen des Marshall-Planes am dringendsten in der Bizone benötigten Lebensrnittel aufstellen sollen, ähnlich wie dies in den übrigen am Marshallplan beteiligten Ländern geschehen ist. In der ersten Besprechung haben die Vertreter des Zweimächtekontrollamtes Dr. Seelos ein Schreiben überreicht. dessen Inhalt geheimgehalten wird. Die Besprechungen zwischen den alliierten und den deutschen Behörden über die Beteiligung der Bizone am Marshallplan sollen laufend fortgesetzt werden. Das Zweimächtekontroltamt teilte dazu mit, daß die Besprechungen mehr klärenden Charakter hätten. Bis jetzt seien vom amerikanischen Kongreß noch keine Mittel für das europäische Wiederaufbauprogramm bereitgesteilt worden. Es sei die Notwendigkeit der Zusammenstellung genau spezifizierter Importlisten herausgestellt worden, die ge- gegebenenfalls einer zu errichtenden ERP- (Euro- pean-Recovery-Programm) Verwaltung für die Bizone vorgelegt werden sollen. Als Abgabetermin sei der 15. März festgelegt worden. Die Teilnehmer der Besprechungen seien übereingekommen, daß die Alliierten ebenfalls eine Liste über die deutschen Bedürfnisse vorlegen sollen. Das Antarktis-Problem wird aktuell Chile and Argentinien landen auf den Falklandinseln LONDON — Wie der britische Staatsminister Mac Neil im Unterhaus erklärte, setzten in den britischen Gewässern bei den Falklandinseln operierende argentinische und chilenische Marinestreitkräfte Truppen auf englischem Hoheitsgebiet an Land. Das Foreign Office bestätigt, daß der englische 8000-Tonnen-Kreuzer „Nigeria“ auf dem Wege nach den britischen Besitzungen in der Antarktis unterwegs ist. Zur selben Zeit demonstriert ein argentisnisch-chilenischer Kriegsschiff verband von 2 Kreuzern und 6 Zerstörern in den gleichen Gewässern, wobei eines der argentinischen Schiffe den Präsidenten der Republik an Bord hat. Hinzu kommt noch, daß weitere chilenische und argentinische Flottenstützpunkte an verschiedenen Plätzen eingerichtet werden, deren Gebiete als britischer Besitz angesehen wurde. In unterrichteten Kreisen, in denen man bis jetzt versicherte, es handele sich seitens Argentiniens um eine Aktion zwecks Erlangung möglichst großer Vorteile bei den englisch-argentinischen Wirtschaftsbesprechungen, spricht man jetzt von Uralt! um, das im Boden des Grahamslands und der Insel der Enttäuschung verborgen sein soll. Argentinien vertritt den Standpunkt, daß die Falklandinseln unter argentinischer Souveränität stehen und macht England den Vorwurf, es halte diese Inseln seit etwa einem Jahrhundert besetzt, ohne irgendwelchen Anspruch darauf zu haben. Staatsminister Mac Neil betonte dagegen, daß die britische Regierung ihre Ansprüche auf die Falklandinseln für durchaus begründet halte. Sie sei bereit, diese Angelegenheit der Entscheidung eines internationalen Schiedsgerichtes vorzulegen. Unbekannt ist im Rahmen der Probleme noch die Haltung, die die Vereinigten Staaten einnehmen werden, die bisher die Ansprüche anderer Staaten weder anerkannt noch bestritten haben, die aber durch ihre Teilnahme an zahlreichen Expeditionen das Interesse dargetan haben, das sie diesem Gebiet beimessen Staatssekretär Marshall hat lediglich erklärt, daß nach seiner Ansicht die antarkischen Gebiete nicht zur panamerikanischen Sicherheitszone gehörten. Meldungen in Kürze MÜNCHEN — Der bayrische Ministerpräsident Dr. Hans Ehardt und sein Stellvertreter Dr. Josef Müller sind nach Berlin geflogen, um dort mit General Lucius D. Clay zu konferieren. Der Gegenstand der Besprechung ist der bayrischen Staatsregierung nicht bekannt. MÜNCHEN — Die CSU-Fraktion d*s bayrischen Landtags beschloß, keinen neuen Vertreter für den neuen Wirtschaftsrat zu benennen, nachdem die Wahl Dr. Semlers von General Clay abgelehnt wurde NÜRNBERG — Der ehemalige Feldmarschall Wilhelm List wurde vom amerikanischen Kriegsgericht der Kriegsverbrechen, des Massenmordes und der Vergeltungsaktionen auf dem Balkan sowie der Verletzung der Kriegsrechte für schuldig befunden. General Walter Kuntze, der frühere Oberbefehlshaber der 12. deutschen Armee wurde der Verschleppung von Zivilpersonen für schuldig befunden. Die Generale Hermann Foertsehe, Befehlshaber der 1 . deutschen Armee, und von Geitner, Chef des deutschen Generalstabes in Serbien, wurden freigesprochen. MOSKAU — Nach Abschluß des ungarisch-sowjetischen Vertrages besitzt die Sowjetunion mit alle» Staaten an ihrer Westgrenze Bündnisverträge LONDON — Heute beginnt im Londoner Lancaster- House die Stellvertreter-Konferenz über den österreichischen Friedensvertrag. Nr. 14 BADENER TAGBLATT Freitag, den 20. Februar 1948 1 ^- Gewaltlosigkeit! Lieber freund, Sie haben in einem Nachruf für Gandhi gelesen, daß der große Inder deshalb an der Politik teilnahm. „weil die Politik uns heute umklammert. wie die Schlange ihr Opfer. Man kann rieh nicht davon befreien, was man auch tue“. Das hat auch Sie zu dem Entschluß gebracht, mit dieser „Schlange zu kämpfen“. Und jetzt wollen Sie dazu beraten sein. Nun zunächst wollen wir daran denken, daß die Schlange als ein kluges und dabei gefühlskaltes Tier gilt. Ob das richtig ist, wissen wir nicht, aber der Vergleich stimmt. Lassen Sie in der Beurteilung politischer Dinge alle Gefühle zur Seite und nur den nüchternen Verstand sprechen! Gewiß, das fällt uns Deutschen schwer und darum kommen wir auch in der Politik so schlecht weiter. Deshalb sind übrigens, so sehr wir an sich für die Gleichberechtigung der Frauen eintreten, diese in der großen Mehrzahl für Betätigung auf diesem Gebiet weniger geeignet. Wenn wir bloß die Vernunft walten lassen, werden wir auch ohne weiteres einsehen, daß wir die Dinge nicht nur von unserem Gesichtspunkt aus betrachten dürfen, sondern daß wir uns auch in die Lage unseres Partners versetzen müssen. Wir müssen alles in gleicher Weise zu uns wie zum Nachbarn, zum Partner, ja zu den Interessen der gesamten Welt in Bezug setzen. Erst dann sehen wir klar, erst dann können wir auch gerecht urteilen. Damit sind wir bei dem anderen Grundsatz, den allerdings auch heute viele Politiker noch keineswegs anerkennen wollen, nämlich daß die Gesetze der Ethik auch für alles politische Tun gelten. Das klingt sehr einfach, schließt aber doch nicht wenig Folgerungen in sich, so z. B. daß auch in der Politik die Wahrhaftigkeit Prinzip sein muß, damit natürlich auch die Einhaltung getroffener Vereinbarungen und Verträge und dergleichen mehr. Wir können uns denken, daß sich dabei Gefühle bemerkbar machen, die die Vernunft verdrängen wollen, die wir allerdings, auch dann zurückweisen müssen, selbst wenn sie sich etwa auf einen Bismarck beziehen, der doch, wie man sagt, die Lüge in der Diplomatie als durchaus angebracht und selbstverständlich be- zeichnete. Wenn Sie aber, lieber Freund, unter Zurückdrängung solch atavistischer Sentiments den Verstand allein sprechen lassen, wird er Ihnen unweigerlich bestätigen, daß schließlich auch in der Politik die Wahrhaftigkeit näher am Erfolg steht als die Lüge. Auch in dieser Hinsicht stimmt Gandhis Vergleich mit der Schlange, der man Lügenhaftigkeit und Doppelzüngigkeit nachsagt. Damit jedoch müssen wir eben kämpfen. Wenn wir uns nicht einigen können, obwohl wir den Gegenstand der Diskussion nicht allein auf uns, sondern auch auf den oder die Partner bezogen, so Wird wieder die Gefahr auftauchen, daß Gefühle dem Verstand die Herrschaft streitig machen wollen, Wir empören uns über die Engstirnigkeit, den Eigensinn des andern, werden leidenschaftlich, zornig und im schlimmsten Fall — was für uns gilt, gilt natürlich ebenso für den Partner — wollen wir das Gespräch, zu dessen Fortsetzung uns vernünftige Argumente fehlen, durch Anwendung von Zwang zu unseren Gunsten beenden. Wir werden unter Umständen vielleicht sogar tätlich. Damit, nun ist, gleichviel, ob es sich um die Diskussion zwischen Einzelindividuen oder zwischen Staaten und Völkern handelt, nicht nur der Grundsatz, allein den Verstand gelten zu lassen, ausgeschaltet, sondern ebenso das Prinzip auch in der Politik die Gesetze der Moral zu beachten. Aber vielleicht ist eben tuf diese Weise doch Erfolg zu erzielen ? Weder ein Zweikampf mit Fäusten oder Waffen noch ein Krieg mit Kanonen oder Atombomben gibt die geringste Gewähr dafür, daß der Ausgang der Gerechtigkeit zum Sieg verhilft Und noch niemals Wurde durch die Anwendung von Gewalt Wirklich ein Problem gelöst, noch niemals Wohlstand geschaffen, sondern immer nur Leid und Schaden, Trauer und Elend. Das sagt uns eindeutig der nüchterne Verstand. Die historische Wahrheit bestätigt es. Damit aber, lieber Freund, kommen wir zu der letzten großen These des Mahatma, wenn er sagt: „D as Gesetz der vollkommenen Liebe, ohne Ausnahme und ohne Einschränkung, ist das Gesetz meines Daseins ... Es wäre unvernünftig, su erwarten, daß sich die Massen heute schon diesem Gesetz unterwerfen würden. — Ich bin kein Utopist. Ich behaupte, ein praktischer Idealist zu Sein . . Auch wir wissen, daß sich weder bei uns noch bei anderen jetzt schon eine Mehrheit für den Grundsatz der Gewaltlosigkeit findet. Wir wissen, daß noch immer viele darüber lachen und spotten. Das geschah schon oft über Dinge, die ein halbes Jahrhundert später Allgemeingeltung hatten. Vernunft und Ethik müssen dazu führen, daß sich der Grundsatz der Nächstenliebe in seiner äußersten Konsequenz durchsetzt; es ist der einzige Weg in die Zukunft, die letzte Re ttuHgS- möglichkett für unser gesamtes Dasein. Die gutwilligen Menschen aller Nationen können kein anderes großes und letztes Ziel haben denn die Überwindung der Gewalt In diesem Zusammenhang ist es tröstlich und ermutigend, daß sich in allen Ländern immer mehr Von Lloyd George stammt der Ausspruch: „De Vaiera ist völlig einzigartig, und die arme gequälte Welt kann dankbar dafür sein, daß er einzigartig ist. Er ändert niemals seine Meinung.“ An das Wort wird man erinnert, wenn jetzt das irische Volk ’ gewählt hat Und die Fiänna Fall, die Partei de Va- leras zum ersten Mal ihre seit 15 Jahren bestehende Mehrheit im Dail (dem irischen Parlament) verloren hat. Sie hat immerhin noch 68 Sitze erhalten, denen 76 Mandate der allerdings keineswegs einigen Opposition gegenüberstehen. Und de Vaiera hat auch bereits erklärt, er sei gegen jede Koalition, das Land werde sich deshalb bald der Notwendigkeit neuer Wahlen gegenübersehen. Wer aber ist de Vaiera? Vom Rebellen alter Schule zum Staatsoberhaupt!, so könnte über dem Leben dieses Mannes stehen, der einmal ein gefeierter Mathematikprofessor war und dem seine Landsleute der grünen Insel zujubeln wie kaum jemandem zuvor. Er hieß ursprünglich Eduardo und wurde als Sohn eines Spanischen Künstlers und einer irischen Mutter im Oktober 1882 In Ney York geboren. Der Vater starb bald Die Mutter, einem alten irischen Geschlecht der Golls aus Limerick entstammend, selbst Lehrerin, gab den zweijährigen Jungen zu den Großeltern zur Erziehung. Und dort in dem einsamen Farmerhaus von Buree bei Limerick entschied sich Eduardo de Valeras künftiges Leben. Aus dem Mund der Großmutter und des Dorfschusters vernahm er die Sagen der Heimat. Hier lernte er die gaelische Sprache und machte sie zu seiner Muttersprache. Und dort wurde aus dem „Eduardo“ der keltische „Eamon“ de Vaiera, der Mann, der die Liebe zum grünen Eire als höchstes im Herzen trägt. 1916 ist Eamon de Vaiera Mathematikprofessor an einer höheren Schule, schon als Student aller- Wlr beschließen hier den ln der Nr. 3 begonnenen Auszug aus der Anklageschrift. D. R. Die Anklageschrift fährt in Ihren Ausführungen fort: „Hermann Röchling förderte nicht nur die wirtschaftliche Ausplünderung der besetzten Länder, er beteiligte sich auch an der wirtschaftlichen Führung der Angriffskriege und erteilte Hitler Ratschläge. Im Mai 1942 wurde er Vorsitzender der „Reichsvereinigung Eisen“, d. h. er bekam .Befehlsgewalt über die bedeutendsten deutschen Industriellen (Poensgen, Krupp, Flick usw.) und such über die der besetzten Länder. Die Eisenerzeugung sollte mit allen Mitteln gesteigert werden. Vor Drohungen gegen Franzosen schrak Hermann Röchling nicht zurück. Den Direktor der Firma Schneider, Stroh, ließ er nach Deutschland deportieren. Von diesem fehlt jede Nachricht. 1943 stellte er die wichtigsten französischen Eisenindustrien unter Patenschaft deutscher Gesellschaften. Hermann Röchling wollte die Bewohner des Moselle- Departements germanisieren und ließ die Leiter eisenverarbeitender Unternehmungen ausweisen und politisch unzuverlässige Arbeiter und deren Familien nach dem Reich verschleppen. Schlechte Behandlung des Personals der Karlshütte war zu verzeichnen. Eine Sonderpolizei und ein Sondergericht wurden eingesetzt, die Arbeiter für den geringsten Fehler bestraft und sogar ins KZ gebracht. Die übrigen Angeklagten stimmten allen Zwangsmaßnahmen zu und brachten solche sogar in Vorschlag. Hermann Röchling als Reichsbeauftragter für Eisen und Stahl zeichnete sich durch strenge Maßnahmen gegen verdächtige Arbeiter und durch Stillegungen von Betrieben aus. Letztere waren durch Abtransport des Materials nach Deutschland verursacht. Die arbeitslos Gewordenen wurden Gleichgesinnte zusammenfinden, die nicht in nationalistischem Stolz und Wahn, nicht in der unbedingten Ünantastbatkeit der Souveränität der einzelnen Staaten das oberste Gesetz sehen, sondern eben in der friedlichen Vereinigung aller Nationen in einem Weltstaat als der letzten Krönung des Prinzips der Gewaltlosigkeit und des echten Föderalismus der Menschheit. Der Weg ist weit, die Aufgabe schwer, gewaltig schwer. Das darf uns nicht verdrießen, lieber Freund, das Ziel ist der Mühen wert, das Ziel ist die Rettung und Wohlfahrt der gesamten Welt. „Wenn Ihr aber“, so sagt Gandhi, „nicht fähig seid zur Gewaltlosigkeit, so bekennt Euch doch offen zur Gewalt! Nur keine Heuchelei!“ K, H. Lembke. dinjts ln Komplotte verwickelt. Und als der blutige Osteräufstdnd 1918 die' Iren auf die Barrikaden rief, da vertauschte auch der Mathematikprofessor das Buch mit dem Gewehr, und er, der schon lange der irischen Freischar angehörte, verteidigte damals in Dublin Boland-Mühle bis zum Letzten, selbst als die anderen Freischärler bereits kapituliert hatten. Zum Tod verurteilt, wurde er Zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt, ein Jahr danach aber bereits freigelassen. Noch im gleichen Jahr eroberte er sich bei den Wahlen den Wahlkreis East Cläre, wurde von „Sinn Fein“ („Wir für uns allein“) zum „Präsidenten der irischen Freischaren“. Im Mai 1918 abermals verhaftet, glückte ihm eine abenteuerliche Flucht aus dem Gefängnis Lincoln. De Vgtera begab sich nun zunächst nach Amerika, kehrte tm Frühjahr 1921 nach Irland zurück und war nun der Abgott aller „Paddies“ geworden. Abermals begann er mit seiner Agitationsarbeit. Das Fahrrad sei seine Wohnung, bemerkten seine Freunde. Und abermals kam er ins Gefängnis, wurde freigelassen, wieder verhaftet und nach harten Kämpfen — zum Teil auch gegen die früheren Freunde — 1932 zum Präsidenten der irischen Republik gewählt. Der Weg des Anführers endete damit in der Arbeit des Staatsmannes. Der Mann, den man noch wenige Jahre vorher in einer Waldhütte im Hochmoor von Ballyduff umzingelt hatte, und dem damals nur die Aufopferung eines Kameraden die Flucht ermöglichte, stand nunmehr als der entschiedene Gegner Londons an der Spitze Irlands, das unter seiner Führung 1937 aufhörte, Glied des Empire zu sein. Mit seinem durchfurchten Gesicht, den blitzenden Augen hinter den runden Brillengläsern und dem schütteren Haar, hager und glattrasiert, gleicht de Vaiera eher einem spanischen Inquisitor denn nach den Völklinger Stahlwerken gebracht. Hermann Röchling war nur auf Steigerung der deutschen Kriegsproduktion bedacht Auf ihn Ist die Massenverschleppung ausländischer Arbeiter — rd. 200 000 nach Röchlings eigenem Geständnis — zurückzuführen. In Berichten an Hitler, Keitel, Sauckel und Speer forderte er Einführung der Arbeitsdienstpflicht in Frankreich, Belgien und Holland. Unter Mißachtung der internationalen Abmachungen und der Kriegsgesetze wurden die Kriegsgefangenen ohne Milde behandelt. Das Hauptmotiv, von dem die Leiter der Firma Röchling getrieben waren, war der Wunsch nach Bereicherung. Hermann Röchling ging soweit, bei Göring zu protestieren, daß seine Leistungen bei Entfesselung der Angriffskriege nicht gebührend belohnt wurden, Und er erhob Mehrforderungen. Er verlangte seinen Anteil an verschiedeneh in Frankreich beschlagnahmten Werken. Die Anklageschrift geht sodann auf das Verschulden jedes einzelnen der Angeklagten ein. Hermann Röchling wird vorgeworfen: Förderung und Vorbereitung bei der Führung der Angriffskriege, Erhöhung des Kriegspotentials des, „Dritten Reiches“. Teilnahme an der wirtschaftlichen Versklavung der besetzten Länder, Beteiligung an der systematischen Plünderung des privaten und öffentlichen Eigentums, zwangsweise Beschäftigung von Angehörigen der besetzten Länder, der Kriegsgefangenen und Verschleppten, die auf seinen Befehl oder mit seiner Zustimmung mißhandelt wurden, und schließlich Besitznahme von privatem oder öf fentl! ehern Vermögen in den besetzten Ländern Dieselben Anschuldigungen werden gegen die vier Mitangeklagten Hermann Röchlings erhoben. Die finnisclte Brüche Finnland scheint vor einer Regierungskrise, wenn nicht Sogar einer Staatskrise, zu stehen. In der jüngsten Vergangenheit fragte man sich immer wieder, warum sich Finnland, im Gegensatz zu anderen osteuropäischen Ländern, einer relativ großen Selbständigkeit erfreute, hatte es doch seit 1939 zwei Kriege gegen die Sowjetunion geführt. Hierfür gibt es verschiedene Gründe. Einmal ist Finnland nie von russischen Truppen besetzt worden, zum andern ist die Ostsee seit 1945 ein ausschließlich russisches Gebiet geworden, (mit der Tatsache, daß die Ostsee Sowjet-Domäne geworden war, waren die Anlieger-Länder automatisch in die Einflußsphäre der Sowjets gekommen), überdies hatte sich Finnland zu einem wesentlichen Lieferanten der Sowjetunion entwickelt. Das Land, mußte au» der eigenen Wirtschaft große Reparationslieferungen an die Sowjetunion abführen. Außerdem aber ließ Moskau Helsinki die Möglichkeit eines freien Handels mit der westlichen Welt offen. Auf diese Weise kamen Einfuhren von dort nach Finnland, die mittelbar auch der Sowjetunion Zugute kamen. Moskau hatte also alles Interesse daran, in Finnland stabile und ruhige Verhältnisse zu erhalten. Militärisch war die Nord-Ostflanke gesichert und wirtschaftlich konnte Finnland nicht nur direkt liefern, sondern für Moskau auch die Srücffe zur Welt schlagen helfen. Die einzig Unzufriedenen mit dieser Entwicklung waren die Kommunisten in Finnland selbst. Die jüngste Entwicklung im Lande deutet darauf hin, daß sich der kommunistische Kurs jetzt durchzusetzen scheint und daß auch Finnland den Druck der Kommform zu spüren bekommen wird. einem ründschädeligen Paddy. Und doch ist dieser mitreißende Redner und unerschrockene Kämpfer, der gläubige Katholik und alte Rebell ihr Nationalheiliger, worüber auch das jetzige Wahlergebnis nicht hinwegtäuschen kann. Denn: wer heute Irland sagt, meint, politisch gesehen, Eamon de Vaiera. W M. „Irrlehren“ In Moskau In Söwjetrußland hatten sich In letzter Zelt eine Reihe innerpolitischer Ereignisse zugetragen, deren Bedeutung nicht immer gleich hoch zu bewerten ist, die jedoch nicht über die Tatsache hirrwegtäu- 'schen können, daß der Machtkampf zwischen den Verteidigern der reinen lenistischen Ideologie, als deren Führer der Außenminister Molotow angesehen wird und den Fürsprechern einer fortschrittlichen, auch äußeren Einflüssen nicht vollkommen abgeschlossenen Lebensauffassung, noch in vollem Gang ist, aber, wie in der Vergangenheit, auch jetzt wieder mit dem Siege des unversöhnlichen und in dgr Innenpolitik keine Kompromisse duldenden Führers der sowjetrussischen Diplomatie geendet hat. Ein deutliches Symtom dieses Kampfes Ist die öffentliche Desavouierung und Entlassung des bisherigen Leiters des Moskauer Instituts für Wirtschaftspolitik. Professors Varga, von seinem Posten. Varga war einer der intimsten Ratgeber Statins, und seiner Kaltstellung wegen Verbreitung „wirt- schafispo.'itischer Irrlehren“ kommt daher besondere Bedeutung zu. Varga hat in seinem vor einigen Wochen herausgegebenen Buch über die „Wandlungen der kapitalistischen Wirtschaft durch den 2. Weltkrieg" behauptet, daß selbst in den kapitalistischen Ländern der Staat seit dem Kriege seinen Einfluß über die Privatwirtschaft ausgedehnt hat und zu behalten scheint, der Ausbruch einer Wirtschaftskrise in den westlichen Demokratien nicht vor 10 Jahren zu erwarten sei, die unter sowjetischem Einfluß stehenden westlichen Volksdemokratien immer noch kapitalistische Wirtschaftskörper besäßen und daß die Kommunisten in den kapitalistischen Staaten in die Regierungen in diesen Ländern eintreten sollten. 20 der bedeutendsten Wirtschaftspolitiken Sowjetrußlands sind berufen worden, um Vargas Behauptungen zu widerlegen, aber es geschah etwas, was man in Sowjetrußland bisher noch kaum erlebt hatte - Eine Anzahl dieser improvisierten Richter erklärten sich mit Vargas Behauptungen einverstanden, Varga selbst hielt gleichfalls an seine Ansichten fest. Sowjetrußlands bekanntester Wirtschaftspolitik« ist damit ebenso in Ungnade gefallen, wie im August letzten Jahres der damalige Chef des Propagandabüros der kommunistischen Partei und Leitartikler der gleichen Prawda, Georges Alexandroff. De Vaiera - der Revolutionär Irlands Die Anklage gegen Röchling KULTURSPIEGEL Amerikanische Neget Studentin Eine junge amerikanische Negerstudentin hat gegen alle bisher entgegenstehende Widerstände mit Hilfe eines Schiedsspruches des Obersten Amerikanischen Gerichtshofes ihre Aufnahme an der Universität von Oklahoma durchgesetzt. Sie ist damit die erste ihrer Rasse, die seit der Gründung der Universität im Jahre 1892 dort diesen Versuch unternommen hat. Der Richterspruch entschied, daß notfalls für sie eine eigene juristische Fakultät in Oklahoma geschaffen werden müsse. „Die Kultur verteidigen " „Die Kultur vertritt man nicht, Kultur macht man“, sagte sich der junge Dichter und erkannte, daß er mit seinem Selbstbekenntnis die Kultur vor sieh selbst verteidigte. „Kulturträger! verteidigt die Kultur!“ sagten der erste, zweite, dritte und x-ste Redner der 7. Kulturtagung ln Y. „Der technisierte Höhlenmensch ist der Menschentyp der Zukunft", sagte sich der Verfasser der kultiviertesten Kunstzeitschrift ohne Nachgedanken. Die allgemeine Auflockerung und Belebung des Geistes- und Kulturlebens der ganzen Welt durch den 2. Weltkrieg hat dazu geführt, daß sich heute weit mehr Menschen mit den Grundfragen des Lebens und der Kirnst befassen, als es vordem der Fall gewesen war. Der bittere Mangel an normalen Lebens- und Genußgütern macht selbst die geistig Schwerfälligsten vorübergehend nachdenklich und auf eigentümliche Weise originell. Das Streitgespräch, das seit Schul-Zeiten nicht mehr geführt worden war, ist unversehens Mode geworden; die Alltagsluft hat einen revolutionären Beigeschmack angenommen: Die Werte und Masse sind wieder fragwürdig wie „am ersten Tag“ geworden! — Und insgesamt kann diese Situation, wie mittelmäßig sie auch im Grunde sein muß, froh begrüßt werden! Was sie für uns Deutsche zeitigen wird, liegt in dem gegenwärtigen Ausmaß unserer schöpferischen Kraft beschlossen. Innerhalb der Grenzen des Sagbaren aber herrscht die natürliche Klarheit der Grundbegriffe nach wie vor. So wahr wie Schwarz nicht als Weiß begriffen wird, Ist auch heute unter Kultur nicht das zu verstehen, was man an Kultur vermissen oder erstreben zu müssen glaubt. Vielmehr kann nur hingegebene nüchterne Wahrhaftigkeit heute zu der Feststellung unserer tatsächlichen Kulturkapazität führen. Mögen also die jungen und alten Dichter nach guter Willenslust tagen und Worten, mögen die Dramatiker unverdrossen Bilder auf Schnüre ziehen und ihre Halsschmucke für Stücke verkaufen, mögen unsere Denker getrost Broschüren statt Überzeugungen und Praxis stiften — unsere wirkliche Kultur lebt, abgesehen von Ihrer Pauschal- existenz ln jedem Menschen, bei den selbstverständlichen Dichtern, bei den selbstverständlichen Malern, bei den selbstverständlichen Musikern und bei den selbstverständlichen Menschen! Die lebendige Kultur kann nicht verteidigt werden. Der Illustrator Staudinger In der Mappe „Aquarelle und Zeichnungen von Karl Staudinger" des Verlages Gerd Hatje. Stuttgart und Calw lernen wir den vorzüglichen Illustrator von H. Heines „Das Buch Le Grand“ von seiner schwachen Seite her kennen: Die „Dame Zeit” ist immer wieder so verführerisch, daß ihr selbst bewährte Talente zum Opfer fallen müssen Die Herausforderung, die in beinahe jedem Straßen- und Lebensbild unserer Nachkriegs-Besat- zungs-Welt für ein satirisches Auge vorherrscht, veranlaßte Feder und Pinsel Staudingers zu zer- stückten Illustrationen, zu denen spürbar die Literatur fehlt Hat ein Blatt wie z. B. „In der Eisenbahn“ graphische Selbständigkeit, so verdankt es dieselbe vergangene Erfahrungswerten; ln diesem Falle: Daumler. Auch der Geist von George Grosz, ja sogar von Max Klinger („Kreuzaufrichtung“) streitet noch mit dem gegenwärtigen Staudinger. Hoffentlich ist das aber nur eine Frage der Zeit und der „Dame Zeit“: Staudinger sollte gewiß in den Zwinger unseres Alltags hinabspringen, seinen handschuhleichten Gehalt der Not künstlerisch streitig machen, aber dann auch nicht vergessen, die „Sache“ wieder dahin zurückzubefördern, wohin sie gehört, mit den Worten: „Den Dank, Dame, begehr ich nicht!“ Kleine Prosa Der Baden-Badener Hebel-Verlag bringt in einer Reihe, die Heinrich Bert herausgibt, Perlen volkstümlicher schwäbischer und französischer Erzählkunst. Aus dem Nachwort des Bändchens „Charles Perrault: „Der gestiefelte Kater und andere Märchen“ (in der Übersetzung von Prof. Kurt Koch) erfahren wir, daß uns Deutschen so vertraute und liebe Märchen wie die von Rotkäppchen, Dornröschen und Aschenputtel französischen Ursprungs Sind. Auch „Die schönsten Fabeln von Lafontaine“ in Prof. Kochs Übersetzung und eine Auswahl aus Johann Peter Hebels „Schatzkästlein“, das der Serie den Namen gegeben hat, „Der Zundelfrieder und andere wahre Begebenheiten“ erfreuen Herz und Gemüt. — Eine „Schwäbische Herzensreise“ unternehmen wir mit Albrecht Goes, der den Schwaben wirklichkeitsgetreu schildert: herb wie die ihn umgebende Landschaft, aber gutmütig und mit Sinn für Humor. Das von Gottlieb Ruth mit Zeichnungen und Aquarellen geschmückte Buch erschien Im Verlag Gerd Hatje. — Freunde guter Prosa beschenkt auch das Verlagshaus Christian Wolff. Flensburg, mit einem Bändchen Erzählungen von Eberhard Monorby: „Einen Tag sollst du reich Min“, und mit einem Büchlein nach Salzwasser und Seewind riechender. GeschiChtchen von Hans Leip. — Der Verlag H. Ullstefn-H. Kindier, Berlin, bietet uns Arnold Bauers „Kindheit im Zwielicht“, die sehr zartsinnig geschriebene Geschichte eines Jungen, der in der letzten Weltkriegs- und Inflationszeit auf- wächst und vorübergehend sein Augenlicht verliert Der Verfasser hat sich vortrefflich in die Kinder* psyche eingefühlt. * Zur wirksamen VERMINDERUNG DES AKADEMT- KERNACHWUCHSES wpraen ln Kürze an a'len stld- badlschen Schulen einschließlich Fach- und Gewerbeschulen das Eins- bis Zwanzig-Punktbew iriungssysten» und verschärfte Versetzung»- und Abschlußprüfung*- maßnahmen eingeführt. Der bedeutende deutsche Historiker Geheimrat Professor Dr. Friedrich MEtNECKE Ist von der amerikanischen historischen Gesellschaft zum lebenslängliches» Ehrenmitglied ernannt worden. Die Bildung einer Arbeitsgemeinschaft zur Erörterung der Philosophie des EXISTENZIALISMUS plan« die Gesellschaft für christliche Kultur ln Düsseldorf. im Verleg Emlle-Paul, Paris erscheinen ft. M. RILKES „Malte Laurlds Brlgge“ und „Weise von Lieb« und Tod des Cornets Christoph Rilke” In der französischen Übersetzung von Maurice Bet. Ebenda erscheint eine Gesamtausgabe der Werke von HUGO VON HOFFMANN8THAL in der von Claude Ducellte* besorgten französischen Übersetzung. Zum WO. GEBURTSTAG GOETHES wird in Rußland ein Auswahlband vorbereitet, der den „Faust“ und „die Leiden des Jungen Weriher” ln neuen Übersetzungen enthalten wird Eine Gesamtausgabe In dreizehn Bänden wird noch ln diesem Jahre erscheinen. Die INTERNATIONALE FILM AL t IANZ UFA, ist at sofort ermächtigt, Zweigstellen In Frankfurt Düsseldorf, Hamburg und München einzurichten Die praktische Verleihtätigkeit von französischen Filmen ln dl» amerikanische und englische Besatzungszone beginnt mit dem 1. April. Der große Marika Rökk Farbfilm „FRAU MEINER TRAUME - lief ln Moskau monatelang vor ausverkauften Häusern Die ungarische Filmindustrie bereitet Irr Augenblick mehrere Rökk-Filme vor, von denen m sich große Devisenerträge erhofft. i Nr. 14 BADENER TAGBLATT SO. Februar 1948 Baden-Baden Der Mars wird bedeckt Am Morgenhimmel des 24. Februar kann eine verhältnismäßig seltene Himmelserscheinung beobachtet werden, eine Bedeckung des Planeten Mars durch den Mond. Die Mondscheibe bedeckt bei ihrem Umlauf fortlaufend Sterne, meist natürlich schwache Sterne, seltener helle Sterne und ziemlich selten auch Planeten. Leider erfolgt die Marsbedeckung bei Vollmond (24. 2. um IS Uhr ) und (*t daher nicht so eindrucksvoll, als wenn sie bei einer Viertelstellung stattfinden würde. Die Opposition des Mars zur Sonne (17. 2. vm 17 Uhr) und die damit zusammen* tlnoende. größte Erdnähe des Planeten (17. 2. um 21 Uhr ) bringt aber andererseits eine große Helligkeit des roten Planeten (—0 9 Größe) daß die Bedeckung auch bei Vollmond beobachtet werden kann. Die Bedeckung beginnt in Baden- Baden utn S Uhr 12 Minuten am Unken oberen Band des Mondes. Um 3 Uhr St Minuten erscheint Mars wieder in der Nähe des höchsten Punktes der Mondscheibe. Der Mond hat um diese Zeit eine Entfernung von 300 000 km. der Mars eine Entfernung von 101 Millionen km von der Erde. Fa'scber Gmßbesfe’ler Das Landeskrltn'nainoHretamt R=den ln Fräbtrrg gibt bekannt: In letzter Zeit taucht. hauptsächlich bei alleinstehenden Frauen, die A" gehör!ge in Amerika haben, ein Mann im Alter 28—35 Jahren etwa 1.75 m groß. dunkelbraunes, linkseescheiteltes Haar und längliches Gesicht auf. Bekle'det ist er mit zweireihigem Mantel, bräunlichem Anzug, spricht hochdeutsch und führt Aktentasche bei sich. Der Unbekannte erzählt, daß Angehörige der Verwandten in Amerika unterwegs seien und würden im Flugzeug in Stuttgart landen. Während der Unterhaltung schützt er ein Unwohlsein vor und verlangt Getränke. Die Zeit der Herbeischaffung der Getränke benützt er zu Diebstählen, insbesondere von Schmuck. Er fordert d'e Frauen auch auf. sich umzukleiden, damit er sie in seinem Kraftwagen den Verwandten entgegenfahren könne, wobei er ebenfalls Diebstähle begeht. F-in badischer Waler Sein 65. Lebenslahr vollendet dieser Tage der badische Landschaftsmaler Arthur Grimm, der eigenwilligste Schüler Trübners. Nach Studienjahren in Paris, Berlin und Italien lebte er viele Jahre in Baden-Baden, wo er sich u. a. durch den Bildband „Baden-Baden in hundert Zeichnungen", zu dem Reinhold Schneider Sonetten beisteuerte, einen Namen machte. An Trübners früher Malweise anknüpfend, bevorzugt Grimm satte dunkle Farbenharmonien, die seinen Werken einen scharf ausgeprägten Charakter verleihen. Schon als junger Künstler wurde eine Säk- kinger Landschaft Grimms mit dem Preis der Kunstfreunde in den .Landen am Rhein ausgezeichnet. Seit längerer Zeit wohnt Grimm in seiner Ödenwälder Heimat, in Mudau bei Buchen. Bekämpfung der Milbenseuche bei Sienen Das Badische Ministerium der Landwirtschaft und Ernährung teilt mit: Der Kampf gegen die Milbenseuche ist auch in Baden eine der wichtigsten Aufgaben der Bienenzucht. Das beste Mittel, um die Verbreitung der Milbenseuche und den Erfolg der Behandlung festzustellen, Ist die Untersuchung der Winterbienen, der sog. „Wintertoten". Deshalb müssen jeweils m den ersten Monaten des Jahres bis spätestens zum Reinigungsausflug von allen milbenverseuchten und milbenverdächtigen Ständen die über Winter verendeten Bienen vom Kastenboden entnommen und — nach Völkern getrennt — in Streichholzschachteln an das Institut für Bienenkunde, Freiburg, Stefan-Maier-Str. 26, eingesandt werden. Auch von allen im Winter verendeten oder stark geschwächten Völkern müssen Bienenproben eingeschickt werden. Die Einsendung kann durch den Imker selbst oder den Bienensachverständigen des Ortes erfolgen. Streichholzschachteln können vom Institut bezogen werden. Es ist zu hoffen, daß dieser Hinweis viel Imker veranlaßt, der systematischen Bekämpfung der Milbenseuche mehr Aufmerksamkeit zu widmen als bisher. Bis Mai hat jeder Aafscblufireicbe SladtratssHzung Zu Beginn der letzten öffentlichen Stadtrats- eitzung wurde des verstorbenen Erzbischofs Gröber gedacht. Anschließend berichtete der Oberbürgermeister über den Empfang bei dem französischen Staatssekretär für deutsche und österreichische Angelegenheiten, Schneite r Die Vertreter der Stadt nahmen, wie der Oberbürgermeister ausführte, davon die feste Zuversicht mit nach Hause, daß Baden-Baden in nicht allzuferner Zeit wieder seiner ursprünglichen Bestimmung als Kurstadt zugeführt wird. Sodann wurde über einen Antrag der Stadtrats Schmidt (KP) dahingehend entschieden, daß keine offiziellen Feierlichkeiten zum Jahrestag der Revolution von 1848 stattfinden werden. Im Anschluß hieran referierte der neue Leiter der Städtischen Volksbücherei, Janke, Über die gegenwärtige Lage dieser Einrichtung. Eine Bestandsaufnahme ergab, daß zur Zeit etwa 8000 Bücher vorhanden sind, die jedoch kaum durch neue Bände ergänzt werden können. Vor allem mangelt es daher an Büchern für die Jugend, weil die aus der Nazizeit stammenden Jugendbücher fast restlos ausgeschieden werden mußten Die Bücherei zählt 1750 Leser, davon sind 60 vH Frauen. Im Jahr werden etwa 40 000 Bücher ausgeliehen, so daß jeder Eingetragene durchschnittlich 23 Bücher bezieht und jedes Buch fünf mal in Umlauf kommt. Die Bibliothek ist überparteilich und überkonfessionell. Für die Stadtgeschichtlichen Sammlungen wurde ein Ausschuß gebildet, dem unter anderen Professor Linden und Heinrich Berl angehören. Man hat Aussicht, die behelfsmäßig untergebrachten Kostbarkeiten in Kürze in entsprechende Räume überführen zu können. Der Stadtrat hatte sich dann mit den unhaltbar gewordenen Zuständen beim Wirtschaftsamt zu befassen. Das Wirtschaftsamt ist nicht mehr in der Lage, dem steigenden Ansturm von 6—800 Gesuchstellern, an den für die Annahme bestimmten Tagen mit seinen 20 Angestellten gerecht zu wer- Wieder Badisches Rotes Kreuz! Das Aufrufverfahren für die Textilpunkte Zur Erläuterung des in der Stadtratssitzung bekannt- gegebenen neuen Punkteverteilungssystems teilt das Wirtschaftsamt Baden-Baden mit: im Jahre 1947 wurden für die Bevölkerung des Stadtkreise* Baden-Baden etwa 25 ooo Textileinzelbezug- Seheine ausgegeben. Da für 1943 mit einem Anhalten der Zulieferungen zu rechnen ist, auf Jeden Fall aber nicht angenommen werden muß, daß ein Rückschlag •intritt, geht das Wirtschaftsamt Baden-Baden ab sofort zu einer Neuregelung in der Zuweisung von Tex- tilbezugsrechten über. tm Einvernehmen mit dem Stadtrat hat die Leitung Ces Amtes einen Verteiiungsplan ausgearbeitet, der drei Gruppen von Versorgungsberechtigten unterscheidet, die nacheinander im alphabetischen Aufruf ihre Textilpunktmarken erhalten sollen, zum Aufruf gelangt zuerst der Personenkreis A, der die Totalausgebombten seit 1944, die Schwerkriegsbeschädigten III und IV, die politisch Verfolgten mit gelbem Ausweis sowie die Flüchtlinge mit Flü-Ausweis umfaßt. Danach werden die in der Gruppe B zusammengefaßten Versorgungsberechtigten, nämlich die Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bedacht. An dritter Stelle stehen die Normalverbraucher als Gruppe C, die also erstmals ebenfalls einheitlich bedient Werden. In den vergangenen drei Wochen sind die Schwerkriegsbeschädigten II! und IV, die politisch Verfolgten und die Flüchtlinge mit Flü-Auswels auf- gerufen worden, in der kommenden Woche werden nun mit Rücksicht auf den heranrückenden Weißen Sonntag die Kommunikanten und Konfirmanden einheitlich bedacht. Danach werden die Totalausgebombten, schließlich die übrigen Versorgungsgruppen zum Wirtschaftsamt gebeten. Das Ausgabeverfahren ist so einfach Wie möglich gehalten. Sämtliche Antragsteller erhalten ihre Punkte sofort ausgehändigt, so daß alle Wartezeiten ln Wegfall kommen. Das Wirtschaftsamt weist mit besonderem Nachdruck daraufhin, daß dieses Zuteilungsverfahren nur dann aufrecht erhalten werden kann, wenn die Bevölkerung Disziplin für die Abwicklung aufbringt. Besonders hervorgehoben wird, daß mit Rücksicht auf eine einheitliche Belieferung aller Versorgungsberechtigten die Zuteilungen des Jahres 1947 in Anrechnung gebracht werden. Versorgungsberechtigte, die 1947 Zuweisungen ln Höhe ihrer Punktezahl erhalten haben, erhalten 1949 also keine Zuweisungen. Der Aufruf erfolgt durch amtliche Bekanntmachung in den Tageszeitungen. Außerhalb dieses Aufrufvef- fahrens können Anträge nicht angenommen und bearbeitet werden. Insbesondere bittet das Wirtschaftsamt, von schriftlichen Anträgen grundsätzlich absehen zu wollen. Das Wirtschaftsamt Ist gehalten, den Grundsatz der Gerechtigkeit mit allen Mitteln aufrecht zu erhalten und ist deshalb nicht in der Lage, einzelne Bevorzugungen zu genehmigen. Der Vorsitzende des Badischen Roten Kreuzes, Kreisverein Baden-Baden. Dr. Bayer, wendet sich mit nachstehenden Ausführungen an die Öffentlichkeit: Mit Genehmigung der französischen Militärregierung ist das Badische Rote Kreuz auf demokratischer, überparteilicher und überkonfessioneller Grundlage gegründet worden und hat seine Tätigkeit aufgenommen. Als Nachfolgeorganisation des Badischen Hilfs- Werkes wird es in einem den Zeitverhältnissen entsprechend erweiterten Umfang seine vielseitigen Aufgaben durchführen, von denen hier einige wesentliche genannt seien: Sanitäre und pflegerische Ausbildung von Schwestern, Helferinnen und Helfern, Gewährung von ersten Hilfe bei Unfällen und Notständen, Durchführung des Transportes von Kranken und Verletzten, Betreuung von Kriegsgefangenen und Heimkehrern, Pflege von gebrech- seine Textil-Punkte — Viel kritisieites Wirtschaftsamt den. Die Referenten betonten, daß hauptsächlich das von Freiburg angeordnete Bewirtschaftungssystem zur Beunruhigung der Baden-Badener Bevölkerung beitrug. Dieses System macht beispielsweise die Bearbeitung eines einzigen Antrages durch vier verschiedene Abteilungen erforderlich.- Die Verteilung der neu eingeführten Textilpunktmarken erschwert eine gerechte Verteilung nur noch mehr. Der Wirtschaftsausschuß legte deshalb dem Stadtrat bei der Sitzung den Entwurf zu einem Punkteverteilungssystem vor. Bis Mai soll diese Verteilung beendet sein. Verschiedene Stadträte waren allerdings der Auffassung, daß man es trotz gewisser Schwierigkeiten erreichen müsse, die Verteilung auch in den Außenbezirken in Oos und Lichtental durchzuführen. Bei der Diskussion um die Bewirtschaftung wurde auch verlangt, daß man Haushaltwaren (u. a. Kochtöpfe) eigentlich freigeben könne, da hiervon so viel vorhanden seien, daß kein Ausverkauf zu befürchten ist. Stadtrat Hering (SP) wies aber darauf hin daß hunderte von Familien in der Stadt schon monatelang auf einen Kochtopf oder andere Dinge des Haushaltsbedarfs warten. Schließlich wurde in der Aussprache über das Wirtschaftsamt auf die wegen der Wichtigkeit und Arbeitsbelastung des Wirtschaftsamtes nicht zweckmäßigen Personalunion des Leiters mit der Industrie- und Handelskammer hingewiesen. Zur Brennstoffversorgung wurde bekannt gegeben, daß für das kommende Wirtschaftsjahr weniger Holz zur Verfügung steht. Wer letztes Jahr drei Ster erhielt, wird in diesem zwei Ster erhalten. Man glaubt aber, daß ein gewisser Ausgleich durch Kohle möglich sein wird. 10 000 Mark wurden für die Errichtung einer Versuchsanlage für Kompostbildung aus Müll und Klärschlamm bewilligt. Der Bau einer neuen Kläranlage im Bruch muß als in absehbarer Zeit nicht durchführbares Zukunftsprojekt betrachtet werden. In Oos will marfdie Brückenwaage beim „Adler“ wieder in Stand setzen. Außerdem sollen dort Erkundigungen über die genauen Besitzverhältnisse der „Telekin" eingezogen werden. Gegebenenfalls bestünde die Möglichkeit, in dem zerfallenden Gebäude einige Wohnungen einzurichten. Außerdem wurde bekannt gegeben, daß das Schwimmbad bei der Gönneranlage im näch- »ten Sommer nicht mehr benutzt werden kann. Man will zwar versuchen, das ehemalige Schwimmbad in der Weststadt wieder einzurichten, doch dürften sich diesem Unternehmen Schwierigkeiten entgegenstellen. Das vielumstrittene Haus der Jugend soll übrigens auch in der Nähe des West- atadt-Schwimmbades erstellt werden. — Es wurde noch beschlossen, eine umfassende Aktion zur Bekämpfung der Rattenplage durchzuführen. Zum Abschluß der öffentlichen Stadtratssitzung teilte Dr. Schlapper mit, daß die Gerüchte über weitere Beschlagnahmungen durch die Besatzungsmacht jeder Grundlage entbehren, Er stellte diesen Gerüchten die Erklärung und Zusicherung des Staatssekretärs für deutsche Angelegenheiten, Pierre Schneller, gegenüber, daß künftighin keine Beschlagnahmungen mehr durchgeführt werden tollen. liehen und kranken Personen, Erholung von gesundheitlich gefährdeten Kindern, Durchführung von Kinderspeisungen, Mithilfe bei der Nachforschung nach Vermißten und Verschollenen, Fürsorge für Hilfsbedürftige aller Art; Einrichtung und Unterhaltung von Unfallhilfsstellen, Rettungsstationen, Anstalten, Heilstätten, Heimen. Volksküchen usw. „Hilf Deinen Nächsten" ist für alle aktiven Kräfte des Badischen Roten Kreuzes Losung und Verpflichtung. < Um unsere Arbeit zum Nutzen der Allgemeinheit durchführen zu können, bedürfen wir aber nicht nur der selbstlosen aktiven Mitarbeit der hierzc willigen und fähigen Männer und Frauen, sondern auch der tatkräftigen Unterstützung durch dis breitesten Schichten des Volkes. Das dramatische Geschehen unserer Zeit rührt an alle Herzen! Je umfangreicher die Unterstützung, desto wirksamer die Hilfe! Unseren Ruf und unsere Bitte richten wir auch an Sie: Werden Sie Mitglied des Badischen Boten Kreuzes! Unsere Helferinnen und Helfer werden demnächst von Haus au Haus gehen um Beitrittserklärungen entgegenzunehmen. Tagesgeschehen - kurz berichtet Das Theater bringt am heutigen Freitag eine Wiederholung von Shaws Komödie „Helden". Sonnabend findet eine Aufführung von Andre Gides Schauspiel „König Kandaules“ und Sonntag um IS Uhr eine Wiederholung der bunten Stunden „Theater etwas verrückt“ statt. Am Abend Ist die 16 Vorstellung de* musikalischen Lustspiels „Das Ministerium ist beleidigt". Am Montag ist die letzte Wiederholung des Bunten Abends. — In der Bearbeitung von Helmut Weiß werden die Theater der*Stadt Baden-Baden die' wenig bekannte Übersetzung Georg Büchners von Victor Hugos Drama „MARIA TUDOR“ zur Erstaufführung bringen. Die Katholische Arbeitsgemeinschaft beginnt am Montag, den 23. Februar, 29 Uhr, im Kloster zum Hl. Grab den neuen, von Stadtpfarrer H. Heiler geleiteten Arbeitskreis über „Soziale Fragen“, Gedanken zu einer christlichen Gesellschaftsordnung. Die Konsumgenossenschaft führt zur Zelt eine Werbung durch. Schon lm Jahre 1911 haben Verbraucher Baden-Badens sich In der Konsumgenossenschaft zusammengeschlossen, die nach 1933 ihrer eigentlichen Aufgabe beraubt wurde. Nach dem Zusammenbruch fanden sich die alten Genossenschafter zusammen, um ihre Genossenschaft wieder zu gründen. Sie wenden sieh jetzt an die Bevölkerung der Stadt und rufen die Verbraucher auf, der wiedergegründeten Genossenschaft beizutreten. Empfänger von Telegrammen aus dem Ausland mit vorausbezahlter Antwort können den Ihnen ausgehändigten Antwortschein für die Auflieferung eines Telegramms nach dem Ausland benutzen, auch wenn sie nicht tm Besitze einer Auslandsgenehmigüng mit einer Telegramm-Zulassungsnummer sind. Das Telegramm muß bei dem Postamt aufgeliefert werden, das den Antwortschein ausgestellt hat und nach dem Land gerichtet sein, ln dem die vorausgezahlte Antwortgebühr entrichtet wurde. Weitere Auskunft erteilen die Postanstalten. 13 Geburten und S Eheschließungen verzetchnete die Standesamtsstatistik für die Zeit vom I. bis 14. Februar. Im gleichen Zeitraum wurden 9 Todesfälle (darunter zwei nachträglich gemeldete Kriegssterbefälle) verzeichnet. Zum Jahrestag der Revolution von 1948 findet am Sonntag von 17 bis 19 Uhr im Vincentius-Haus eine Georg-Büchner-Feier mit Rezitationen und Darstellungen aus seinen Werken statt. Ihren 75. Geburtstag feiert am Sonntag Frau Babette Schmitt, Sonnenplatz 2 , die noch heute wie schon vor 10 Jahren ihren Beruf als Perserteppichstopferin ln voller Rüstigkeit.ausübt. — Seinen 79. Geburtstag feiert heute Maler Franz Schlee, Balg. Er zählt zu den ältesten ‘Einwohnern der Gemeinde. — Frau Luise Kautz, Ludwig Wilhelm-Stift. Staufenbergstraße 49, feiert Sonntag ihren 85. Geburtstag. Sie wurde durch ihre Tätigkeit im Badischen Frauenverein in Karlsruhe in weiten Kreisen bekannt. Nachbarorte melden In Rastatt wurde die Tumabteilung de» Sportvereins Wieder gegründet. Sie will Mitte April mit einem Schauturnen an die Öffentlichkeit treten. — 130 Entwürfe für den Neubau der Gewerbeschule Gag- genau gingen beim Landratsamt Rastatt bei einem Preisausschreiben ein. — Gernsbach bereitet eine Jahrhundertfeier zur Erinnerung an die badische Freischarenrevolution vor. — In Karlsruhe wird dem Trinkwasser ab sofort eine bestimmte Clormenge beigefügt, um einer Ausbreitung von Seuchen entgegenzuwirken. — Die Gemeindesparkasse Grötzingen konnte auf ein 80Jährigcs Bestehen zurückblicken. — In Pforzheim bereicherte ein Brautpaar seine Hochzeitstafel dadurch, daß es sich als Blutspender zur Verfügung stellte, um In den Besitz von Sonderzuweisungen zu kommen. — Wie die Stadtverwaltung Pforzheim mitteilte, sind von den Todesopfern des Angriffs am 23. Februar 1945 bis heute 6 470 Personen standesamtlich erfaßt. Die Gesamtzahl der Opfer wird auf 15—16 ooo geschätzt. Beerdigt wurden bis jetzt 8 000, so daß die gleiche Anzahl noch unter den Trümmern begraben sein dürfte. Dracbe, Kobold und Könipsklnt-er Eine Herzensfreude ’für große und kleine Kinder waren die Vorstellungen der „Compagnie de le Petit« Ourse" im Kleinen Theater, die uns die „Posse vom Drachenhaupt“ von Valie Inclan (aus dem Spanischen übersetzt von P. Darmangeat) spielte. Es war jenes auch uns Deutschen wohlbekannte Märchen von der schönen Königstochter, Oie einem Drachen geopfert werden soll, aber von einem tapferen Prinzen befreit wird. Klugerweise schneidet dieser dem Drachen die Zunge heraus, so daß der finstere Raufbold Espandiän der sich selbst als Drachentöter ausgibt, sehr schnell als Lügner entlarvt wird. In der Inszenierung von J. M. Ser- reau, mit der stimmungsvollen Musik von Claude Arrieu, wurde das mit gelöster Grazie und komö- diantentischem Frohsinn, mit Verve und Schalkhaftigkeit vorgeführt, vorge'anzt. Marie-Theröse Molsei war die lieblich-kindhafte Prinzessin, Pierre Vxala ihr Herzensprinz. Pfiffig und gutmütg war Soubeyrands Kobold, grobschlächtig und protzen- haft Charles Nissar als Lügenmaul. Auch alle übrigen tanzten nicht aus dem Reigen, der durch Jaaques Noöls geschmackvoll improvisierte Bühnenbilder purzelte. H. Eggers schaltete sich als deutscher Sprecher mit kindlich erstaunter Stimme erklärend in die Handlung ein. / Einleitend spielte das Duis-Quartett aus Frei- burg auf alten Instrumenten Musik aus dem 17 und 18. Jahrhundert; mit dem temperamentvollen Vortrag der Carmagnole und des Prisonnier de Nantes holte sich Solange Demoliere! Sonderapplaus. —loh— .Die goldene Treppe' „Die goldene Treppe“, ein Hörspiel von Bruno Wellenkamp, brachte, der Südwestfunk am Dienstag Ein junges Mädchen aus der norddeutsenen lloorlandschaft (Annemarie RotAe) entflieht ihrem heimatlichen Hof. wo die vergrämte Mutter (Ruth Baidor), die zwei Söhne und den Mann im Felde verlor, Ihr, ohne es zu wollen, jede Freude am Leben nahm. Sie kann nicht vergessen, „sie hat sich mit dem Kriege verheiratet“. Ihr alter Lehrer (Hans Goguel), den Christine lm Krankenhaus besucht, tröstet und ermuntert sie, ebenso ihre glücklichere Freundin (Ursula Zache). Aber auch die Naturgewalten wirken und werben: das geheimnisträchtige Moor (dem Ernst Sladeck in einer sehr starken Szene die menschliche Stimme lieh) und das in die Ferne und in die Freiheit verlockende Meer, von dem der Matrose (Hanns Bernhardt) erzählt. In weiteren Rollen erwiesen sich als ausgezeichnete Sprecher u. a.: Wolfgang Golisch, Rainer Geldern und Rupert Ritzl. Die geglückte Besetzung, die kundige Regie von C. P. Blitz (die lediglich den Traum aus dem realen Geschehen hätte mehr hervorheben müssen) und die Musik von Karl Szuka, auch F. Basang als Toningenieur, konnte über einige Schwächen de« Manuskripts nicht hinwegtäuschen. So war es sprachlich uneinheitlich gestaltet, teils in jambischen Rhythmen, teils in naturalistischer, teils in manirlerter Prosa, und euch die recht dürftigen Trostworte des Lehrer* und der Freundin nach dem Selbstmord der Mutter befriedigten als „Moral von der 'Geschieht“ nur wenig. Einzelne Szenen dagegen hatten dramatir sehen Atem und ermunterten die Phantasie des Hörers zu schöpferischer Hingabe. —loh— Gewandte Konversation Erstaufführung der Cello-Fantasie von Francaix Das Programm des Sinfoniekonzerts, das am Sonntag nachmittag unter Leitung von Gotthold Ephraim Leasing stattfand, enthielt als Erstaufführung ein Werk von Jean Fran?alx, dem in Deuschland meistgespielten Komponisten der jungen französischen Generation, »eine geistreiche, elegante, melodiöse Musik bester gallischer Trad'’*on hatte ln den dreißiger Jahren die Gunst des Put -ns erlangt und die Aufmerksamkeit jener Kreise au. oh gezogen, die auch im Ausland auf der suche nach einer für ihr Kunstideal geeigneten Begabung waren: frei von allem Problematischen und Spekulativen, modern im Sinne eines rücksichtsvollen Fortschritts, der kein Ohr stört oder verwirrt. Die begeisterte Zustimmung, die das „Concertino für Klavier und Orchester“ auf dem nationalen Baden-Badener Musikfest 1937 fand, war der Auftakt zu den überraschenden Erfolgen, die Francaix in deutschen Konzertsälen erzielt hat. Die „Fantasie für Violoncello und Orchester“ (1934). die Jacques Serres mit dem Großen Orchester des Südwestfunks spielte, gehört nicht zu den beachtenswerten Werken von Francaix. Das kurze viersätzige Stück ist ganz amüsant und zeigt den Komponisten als Meister farbenfrohen Fabulterens, aber ohne scharf geschliffene Redewendungen. Die Unterhaltung, die das Solotnstrumer.t mit dem Orchester führt, plätschert leicht und munter dahin: es ist Musik, die wenig sagt, und über die daher auch nicht viel zu sagen ist, wenn das Werk nicht ein Spiel der schöpferischen Phantasie poetisch veranlagter Zuhörer werden soll. ÜDer die Leistung des französischen Cellisten und die Wiedergabe der drei anderen Programmnummern konnte ich mir leider kein richtiges Urteil bilden, weil Wegen der Einladung zu einem philharmonischen Konzen ln Ludwigshafen nur der Besuch der Generalprobe möglich war. Nach übereinstimmenden Berichten Wurden der Solist sowie die Aufführung der Sinfonie Nr. 93 von Joseph Haydn, der symbolischen Dichtung „Don Juan“ von Richard Strauß und der zweiten Beethoven-Sinfonie sehr beifällig aufgenommen. Ch. Bh, Christentum — Atheismus Francois Albert Viallet im Roten Saal Rn Roten Saal des Kurhauses sprach der französische Schriftsteller Francois Albert Viallet über die extremen Probleme des heutigen französischen Denkens. Er wies einleitend auf die tiefgreifende Umschichtung der geistigen Frankreich hin Und zeigte dann in sehr präziser Form die Strömungen auf, die eine ganz bestimmte Lebenshaltung bewirken. Im Großen betrachtet sind es heute dieselben wie seit einigen Jahrhunderten ln Frankreich: auf der einen Sette dogmatische bis fortschrittliche katholische Denkart und auf der anderen Seite materialistische-sozlalistische-marxlstl- sche. Es ist dabei interessant, daß die Katholiken der atheistischen Gruppe der Existenzialisten um Sartre Vorwerfen, sie seien marxistisch, während die Mate- rialisten behaupten, Sartre sei bürgerlich-reaktionär. In Wirklichkeit ist es so, daß er weder das eine noch das andere ist, seine Lehre ist keine Gesellschaftslehre, sondern sie beschäftigt sich einzig und allein mit dem Individuum. Sehr eingehend befaßte sich der Vortragende vo» allem mit dem christlichen Existenzialismus, der gerade ln jüngster Zeit stetig an Boden gewonnen hat. Interessant war auch die Aufzeigung der Mittel, die die geistige Avant-garde zur Verfügung hat, breitere Schichten mit den Ergebnissen Ihrer Gedankenarbeit vertraut zu machen. Es sind dies in erster Linie die Zeitschrift, das Buch, sodann der Rundfunk und endlich das Theater. Im Film macht sich die emerike- nlsche Konkurrenz störend bemerkbar. —Us— Gedenkfeier für Ricard» Huck Dcf Frauenring Baden Baden gedachte in einer Feierstunde im Roten Saal des Kurhauses der verstorbenen Dichterin Ricarda Huch. Elisabeth von Glasenapp versuchte mit kurzen Erlebnissen, die sie mit der Dichterin hatte, ein Bild von Ricarda Huch zu entwerfen, das den Hauch der Persönlichkeit dieser Frau atmet. Leider waren ihre Ausführungen etwas zu lange und somit für den Zuhörer ermüdend. Nach den einleitenden Worten Elisabeth von Gla- »enapps las Annl Mewes mit warmer fraulicher stimme Gedichte von Ricarda Huch Sie setzte die ganze Skala ihrer Stimmodulation ein, Um dem Hörer ein plastisches Bild der einzelnen Gedichte tu geben. Selbst die Auszüge aus dem Roman der Dichterin über den 30.1ährigen Krieg, die durch ihren harten kriegerischen Anstrich Frau Mewes rein stimmlich weniger lagen sprach sie mit konzentrierter Eindringlichkeit. Damit klang die Feierstunde zu Ehren der großen „deutschen Weltbürgerin" aus. H. E. Opernabend im „Sndwestfanb* Französische und deutsche Solisten Wirken mit Die Reihe der sonntäglichen Sinfoniekonzerte des „Südwestfunk“ wird am 2 *. Februar durch einen Opernabend bereichert, an dem namhafte französische und deutsche Künstler Mitwirken Von der Pariser Oper kommep die Sopranistin Mado Robin Und der Bassist Paul Cambon: an deutschen Künstlern sind vertreten die Altistin Irmgard Barth von der Staatsoper München, der Tenor Heinrich Bensing Von den Städtischen Bühnen Frankfurt und der Baß-Bariton Alexander Welitseh vom Staatstheater Stuttgart. Das reichhaltige Programm führt von der klassischen Welt Händel» und Mozarts bis zu beliebten Melodien au» Opern von Verdi und Pucclni. Das Konzert wird la zwei Aufführungen gegeben, die um 18 M und 38 3, Izhr im Großen Saal des Kurhauses Baden-Baden stattfinden: die Nachmittagsveranstaltung wird auf sämtliche Sender des »Südwestfunk“ Übertragen« i Kr. 14 BADENER TAGBLATT Freitag, den 20. Februar 194§ Der Sportbericht Eli Ren en in Ihezheim In diesem Jahr werden die französische Zone und das Saarland stärker als im Vorjahr in das Geschehen auf den süddeutschen Turfplätzen ein- greifen. 11 Renntage für Baden-Baden (Iffezheim), mit gemischten französischen und deutschen Rennen, 6 Tage für Haßloch und deren je 3 in Wiebelskirchen und Bad Kreuznach, die Haßloch am 11. April bereits eröffnet, stellen einen schönen Fortschritt gegenüber dem Vorjahr dar. Iffezheim wird am 16. Mai den ersten Renntag haben Sthwarzwälder SUisportler in Bayern An den in Mittenwald durchgeführten bayrischen Skimeisterschaften beteiligten sich vier Konkurrenten aus der französischen Zone. Der in der Altersklasse 1 startende Richard Moorath (Freiburg) belegte in der nordischen Kombination mit der Gesamtwertungsnote von 381,5 den. zweiten Platz (Kombinationslanglauf 1:11:00, 196 Punkte, Kombinationssprunglauf 47,44 Meter und 165,5 Punkte. Im Spezialsprunglauf kam in der Altersklasse 1 Josef Hättig (St. Märgen) mit 52,58 Meter, 157,5 Punkte auf den Platz 4a. Wolf Kara (Neustadt) wurde in Klasse 2 vierzehnter mit 55,53 Meter, Note 163,5, während Ludwig Boghard (St. Georgen) gleichfalls in Klasse 2 mit 53,59 Meter (Sturz) und der Note 113,5 den 33. Platz belegte. lisdilennis - Einzetmeistersd-ailen Am 6. und 7. März finden in Freiburg die badischen Tischtennismeisterschaften statt, die vom TTC Schwarz-Weiß Freiburg durchgeführt werden. Folgende Klassen werden ausgespielt: 1. Männer-Einzel A, 2. Frauen-Einzel A, 3. Männer-Doppel A, 4. Gem.-Doppel A, 5. Junioren-Einzel (Stichtag 1. 1. 30), 6. Männer-Einzel B, 7. Männer-Doppel B, 8. Männer-Einzel C. Gespielt wird nach k. o.-System. Spielberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler Südbadens, die einem Tischtennisverein oder -Abteilung angehören. Europameister im Leichtgewicht wurde der Engländer Billy Thompson. Er besiegte am Dienstagabend Roberto Proietti (Italien) in einem 15-Rundenkampf nach Punkten. Ein Städtewettkampf im Schwimmen findet am Bonntag im Hallenbad Pirmasens zwischen Pirmasens, Konstanz und Freiburg statt. Nachdem der SVP kürzlich in einer Begegnung gegen die stärksten Vereine der französischen Nordzone siegreich hervorging, kommt dieser Begegnung gegen die beiden stärksten Vereine der Südzone die Bedeutung einer inoffiziellen Städtemeisterschaft der Zone zu. Weltmeister Walz starb im Alter von 67 Jahren in Balzthal im Kanton Solothurn, wo er seit 25 Jahren berufstätig war. Er war mehrfacher deutscher Meister und Europameister im Kunstspringen und machte um die Jahrhundertwende die Stuttgarter Schwaben- Springerschule berühmt. Bei den Olympischen Spielen 1906 in Athen wurde er Sieger im Kunstspringen. Der Kampf um die Punkte Süddeutsche Oberliga: (Sa) VfB Stuttgart—VfL Nek- karau: Rot-Weiß Frankfurt—Wacker München. (So: FC 05 Schweinfurt—Sportfr. Stuttgart, 1. FC Nürnberg —SV Waldhof: Schwaben Augsburg—1860 München: VfR Mannheim—FSV Frankfurt: Eintracht Frankfurt— Spvgg. Fürth; VfB Mühlburg—Vikt. Aschaffenburg: Stuttgarter Kickers—FSG Ulm 46: Bayern München- Kickers Offenbach. Norddeutsche Oberliga: Werder Bremen—TSV Braunschweig; Vikt. Hamburg—Hannover 96; Conk. Hamburg-Holstein Kiel; Arminia Hannover—Bremer SV: VfL Osnabrück—VfB Lübeck. Westdeutsche Oberliga: Spvgg. Erkenschwick—Borussia Dortmund; Schalke 04—Vohwinkel 80; Alemannia Aachen—Preußen Dellbrück; Rot-Weiß Oberhausen— VfL Witten; Fortuna Düsseldorf—Hamborn 07; VfR Köln—TSV Horst-Emscher. Freundschaftsspiel: Arminia Bielefeld—Hamburger SV. Der Olympia-Teilnehmer 1936, achter 12-Kampfsieger 1938 und Gewinner der deutschen Meisterschaft 1941 mit einer Rekord-Punktzahl, Willi Stadel (Konstanz) hat den Krieg ohne Verletzung überlebt. 1947 schlug er, wenn auch knapp, den erfolgreichsten deutschen Turner des Jahres, Inno Stangl (München). Zur Zeit ist Stadel Fußballtrainer in Konstanz. Konrad Frey (Bad Kreuznach), ebenfalls Olympia-Teilnehmer 1936 und Gewinner von drei Goldmedaillen, eine in Silber und drei in Bronze, ist mit seinen 39 Jahren immer noch unerreicht in der Meisterschaft des Pflichtturnens und muß dem etwas schwieriger turnenden Willi Stadel gleichgestellt werden. Barren und Seitpferd sind seine Domänen. Zur Zeit turnt Frey beim SV Bad Homburg-Kirdorf und erzielte zuletzt eine hohe Punktzahl als Sieger über Anna (Mannheim), Nordbadens Spitzenturner. Wie sein großes Vorbild Konrad Frey, ist Jak o b Kiefer (Bad Kreuznach) Meisterschüler des Franzosen Aubry, des früh verstorbenen Olympioniken. Der heute 26jährige Jakob Kiefer /Wurde 1947 Zweiter im Kürturnen, hinter Stangl. Er ist neben den Zwillingen Wied der beste Kunstturner der jüngeren Garde. Seine Spezialgeräte sind Barren und Seitpferd. Auch im Pferdsprung, im Bodenturnen und mit seinem „Stangl-Sälto“ aus der Riesenfelge begeisterte er bei Schauturnen. Sebastian Quierbacb (Koblenz-Moselweiß) springt die schönste Brücke aller deutschen Kunstturner übers Langpferd und turnt eine olympiareife Reck-Kür. Der noch Jugendliche hatte bisher wenig Zonenliga Nord: Spvgg Neuendorf—1. F C. Kaisers- autern; VfB Neunkirche;'.—FK 03 Pirmasens, 1. FC Saarbrücken— FSV Trier-Kürenz. SG Gonsenheim—SV Saarbrücken; VfL Neustadt—SG Völklingen. Zonenliga Süd: VfL Konstanz—SG Friedrichshafen; Offenburger Spvgg.—SV Rastatt: Fortuna Freiburg— SSV Trossingen: Eintracht Singen—VfL Freiburg; spvgg. Biberach—SSV Reutlingen. Südbadische Fußball-Landesliga: SV Schopfheim— SC B.-Baden; Spvgg. Donaueschingen—SV Gutach; Sportfr. Lahr—SV Emmendingen; Spvgg. Rheinfelden —VfR Stockach; Spvgg. Ottenau—VfR Engen; ASV. Villingen—Sportfreunde Fahmau. Aas dem Sporlbezirlt Baden-Baden im Sportbezirk Baden-Baden finden am Sonntag folgende Punktspiele statt: Bezirksklasse Staffel Süd: Sinzheim—Achem; Schwarzach—Bühl: Iffezheim—Kappelrodeck; Oos- Leiberstung; Bühlertal—Söllingen. Staffel Nord: Au a. Rhein—Bischweier (Au gesperrt); Kuppenheim— Gelegenheit zu Wettkampf und Schauturnen, er zählt aber zu den größten Hoffnungen im Kunstturnen. Heinz schnepf, der Jüngste aus der Kreuz- p.acher Schule nimmt es im Pferdsprung schon mit den Besten der Welt auf. Das Seitpferd ist noch seine schwache Seite. Bei dem erst 22 Lenze zählenden Schnepf zeigen sich aber gute Ansätze. 1948 müßte ihm der Sprung in die erste Klasse gelingen — und dann hat er noch mehr als 10 Erfolgsjahre vor sich. Seit Eugen Kopp heimgekehrt ist, geht es in der Schwarzwälder Turnerhochburg Villingen aufwärts, zumal sein Schützling P1 u d r a, der international erfolgreiche Oberschlesier sich nicht zu den Alten zählt. D i 1 g, ebenfalls ein Villinger Spitzenturner, gehörte auch schon zur Deutschlandriege. Der auch schon international erprobte Georg Göbig (Mainz), ein hervorragender Reckturner ist trotz seiner 36 Jahre noch in guter Form. Von ihm wird es abhängen, ob Mainz wieder eine „Stadt der Kunstturner" wird, was sie vor 20 Jahren war, als Höflich, Krammling, Kretz, Müller glänzten. Richard Reuther (Oppau) heute 38jährig, zählt auch zu den Internationalen. Er ist der Konstrukteur des Reutber-Bretts, mit dem in Deutschland die Sprünge am Langpferd gesprungen werden. Ob sich Ludwig Lüttinger (Ludwigshafen) nochmals die Mühe machen wird, um in Fahrt zu kommen, nachdem dem 1906 Geborenen schon zwei Jahre ungenützt verstrichen sind, ist fraglich. Im August rechnet die größte Hoffnung im Kunstturnen, Helmut Bantz (Speyer) aus englischer Bietigheim; Durmersheim—Sandweier (Sandweier gesperrt): Muggensturm—Illingen: Gaggenau—Otigheim. Kreisklasse Staffel Rastatt: Elchesheim—Rastatt II; Plittersdorf—Steinmauern; Hügelsheim—Ottersdorf; Scherzheim—Stollhofen. Kreisklasse Staffel Murg: Forbach—Rotenfels: Ottenau II—Michelbach; Gernsbach—Niederbühl (Niederbühl gesperrt): Haueneberstein—Rauental; Waldprechtsweier —B.-Baden II. Kreisklasse Staffel Bühl: Faulenbach—Varnhalt; Vimbuch—Lauf (in Lauf); Sasbach—Oberachern; Weitenung—önsbach. Wie der Sportbeauftragte der Militärregierung für den Bezirk I (B.-Baden) mitteilt, wurden folgende Vereine vorläufig gesperrt: Au a. Rhein. Gausbach. Sandweier. Sulzbach, Niederbühl und Ski-Club Forbach. Der SV Vimbuch erhielt eine vorläufige Platz* sperre. Jugendspiele: Sinzheim—Achern; Fautenbach—Varnhalt: Vimbuch—Lauf (in Lauf); Au a. Rhein—Bischweier (Au gesperrt). Jagend - Pokalspiele Auf einer Bezirkstagung der Handballer des Bezirks Baden-Baden wurde beschlossen, mit den Jugend-Pokalspielen bereits am 29. Februar zu beginnen Spiel- berechtigt sind alle Jugendlichen, d*e zwischen dem 1. 1. 1929 und 31. 12. 1933 geboren sind. Staffel Nord: Durmersheim— Niederbühl; Rastatt- Sandweier; Kuppenheim—Ebersteinburg: Gaggenau— Muggensturm. Staffel Süd: Sinzheim-SR Yburg I: Großweier—SR Yburg II; Ottersweier—Eisentai; Ottenhofen—Bühl; Lichtenau—Gamshurst. Gefangenschaft heimzukehren, wo er sich in Ermangelung von Turngeräten in der Fußball-Lagermänn- schaft und beim Sleaforder Schwimmklub betätigt, wo seine Sprungkünste vom Brandsten-Brett Ortsgespräch wurden. Bantz ist heute 26 Jahre alt. Schwerer hat es Franzi Beckert (Neustadt i. Schw.), der sich in russischer Kriegsgefangenschaft befindet. Mit seinen 39 Jahren wird er auch bei baldiger Heimkehr kaum noch Lust verspüren, *s’h den Mühen eines Kunstturn-Trainings zu unterziehen aber als Mitglied der Olympia-Riege 1936 könnte er lehrmäßig noch viel nützen. Das gilt auch von dem Villinger Wilhelm Kipper t, der in französischer Gefangenschaft ist und auf baldige Heimkehr rechnet. Er war einer der elegantesten Geräteturner Badens, wie auch sein Vereinskamerad Ernst Roser, der seit Jahren vermißt ist. Eine „französische Zonenriege“ mit Stadel, Frey Kiefer, Quierbach, Schnepf, Pludra Dilg, Göbig brauchte jetzt schon den Vergleich mit den Besten der US- und britischen Zone nicht scheuen. Es ist zt erwarten, daß der Sport in der französischen Zone durch das Wirken der Kunstturner neuen Aufschwung erhalten wird. Verlag und Chefredaktton: Karl Heinz Lembke Stellvertretender Chefredakteur: Hermann I eopold Mayer. Politik und Wirtschaft: Erich Peter Feuilleton Albert Wallat Spott u l okalteil Baden Baden Theo Kemper. Anschrift der Redaktion: Baden Baden Stefantenstr 1. Telef. 6 2120 — Druck: E. Koelblin K G Baden Baden Die TutneteMie in der französischen Zone Ehemalige Olymp 'a Teilnehmer.und beadilensioerte Nadiwadisktälle Das „Sport-Echo" (Saarbrücken) gab in seiner Ausgabe vom 19.1. 1948 unter der Überschrift „Parade der Kunstturner“ einen Überblick über die derzeit tüchtigsten Meisterturner der französischen Zone. Das Geräteturnen ist in der Zone seit dem 1. Januar wieder gestattet, und es dürfte deshalb von Interesse sein, zu erfahren, in welchen Turnern die französische Zone ihre besten Vertreter hat, wie sie bei einem Vergleichskampf mit anderen Zonen abschneiden würden, und auch mit den Schicksalen anderer, ebenfalls bekannter Turner bekannt zu werden. Auszugsweise veröffentlichen wir nachstehend den Artikel der saarländischen Sportzeitung: AMTLICHE BEKANNTMACHUNGEN Ubergangsregelung zur Durchführung des Kontrollratsgesetzes Nr. 61 bei der Lohnsteuer. Das Kontrollratsgesetz Nr. 61 (KG 61) vom 19. 12. 1947, veröffentlicht Im Journal Officiel S. 1329, das am l. Januar 1*48 in Kraft getreten ist, hat die Grundtabelle B des KG 12 durch eine neue Grundtabelle B ersetzt. Diese unterscheidet sich von der bisherigen Grundtabelle B dadurch, daß anstelle des bisher in der Tabelle berücksichtigten Pauschbetrags für Werbungskosten und Sonderausgaben von monatlich 39 Mk erhöhte, nach der Lohnhöhe abgestufte Pauschbeträge eingearbeitet sind. Die abgestufte Erhöhung des Pauschsatzes für Werbungskosten und Sonderausgaben führt ln den Lohnstufen bis zu 425 Mk monatlich, bis zu 98 Mk wöchentlich und bis zu 16.30 Mk täglich zu einer Ermäßigung der Lohnsteuer. Die neuen auf dieser Grundlage beruhenden Lohnsteuertabellen befinden sich in Vorbereitung. Bis zur Veröffentlichung der neuen Lohnsteuertabellen wird zur Durchführung des Lohnsteuerabzugs übergangsweise folgendes bestimmt: Die Arbeitgeber sind verpflichtet, den Steuerabzug vom Arbeitslohn wie folgt vorzunehmen: Vom Arbeitslohn sind außer den auf der Lohnsteuer- karte etwa besonders vermerkten steuerfreien Lohnbeträge folgende Beträge abzusetzen: 1. Bei einem steuerpflichtigen Arbeitslohn bis zu 300 Mk monatlich <- bis 69.20 Mk wöchentlich, bis 11.50 täglich), a) bei Monatslohnempfängern ein Betrag von 26 Mk, b) bei Wochenlohnempfängern ein Betrag von 6 Mk, c) bei Tageslohnempfängern ein Betrag von 1 Mk. 2) Bei einem steuerpflichtigen Arbeitslohn von mehr als 300—425 Mk monatlich, (- mehr als 69.20—96 Mk wöchentlich, mehr als 11.50—16.30 Mk täglich) bei einem frtehr als bis mehr als bis mehr als bis Monatslohn Abzug Wochenlohn Abzug Tageslohn Abzug Mk Mk Mk Ml< Mk Mk 300 305 36 69.20 70.35 5.80 11.50 11.70 0.96 305 310 24 70.35 71.50 5.50 11.70 11.90 0.92 310 315 22 71.50 72.63 5.30 11.90 12.10 0.88 315 320 22 72.65 73.80 5.10 12.10 12.30 0.84 320 32.5 21 \ 73.80 74.95 4.90 12.30 12.50 0.89 325 330 20 74.95 76.10 4.60 12.50 12.70 076 330 335 19 76.10 77.25 4.40 12.70 12.90 0.72 335 *340 i ft 77.25 73.40 4.20 12.90 13.10 0.68 340 343 r* 78.40 79.55 3.90 13.10 13.30 0.64 345 350 16 79.55 80.70 3.70 13.30 13.50 0.86 350 355 15 80.70 81.85 3.50 13.50 13.70 0.56 355 360 14 81.85 83.00 3.20 13.70 13.90 0.52 360 365 I? 33.00 84.15 3.00 13.90 14.10 0.48 365 370 12 84.13 85.30 2.80 14.10 14.30 0.44 370 375 li 85.30 86.45 2.60 14.30 14.50 0.40 375 380 10 86.45 87.60 2.30 14.50 14.70 0.36 380 385 9 87.60 88.75 2.10 14.70 14.90 0.32 385 390 K 88.75 89.90 1.90 14.90 15.10 0.28 390 395 7 89.90 91.05 1.60 15.10 15.30 0.24 395 400 6 91.05 92.20 1.40 15.30 15.50 0.20 400 405 92.20 93.35 1.20 15.50 15.70 0.16 405 410 i 93.35 94.50 0.90 15.70 15.90 0.12 410 415 94.50 95.63 0.70 15.90 16.10 0.08 415 420 95.65 96.80 9.50 16.10 16.30 0.04 420 425 96.80 98.00 0.25 16.30 0 425 98.00 0 Von dem hiernach verbleibenden Restbetrag ist die Lohnsteuer unter Berücksichtigung der sich aus der Lohnsteuerkarte ergebenden Steuerklasse aufgrund der bisherigen Lohnsteuertabelle zu errechnen. Bei einem steuerpflichtigen Arbeitslohn von mehr als 425 Mk monatlich, *8 Mk wöchentlich, 16.30 Mk täglich veroleibt es vorerst bei der bisherigen Berechnung der Lohnsteuer. Soweit hiernach seit dem 1. Januar 1948 zu viel Lohnsteuer einbehalten und abgeführt Ist, ist der Arbeitgeber berechtigt, einen Lohnsteuerausgleich bei der nächstfolgenden Lohnzahlung vorzunehmen Ist dieser Ausgleich nicht möglich, weil für den betr. Arbeitnehmer künftig Lohnsteuer nicht mehr einzubehalten ist, so kann der Arbeitgeber die Erstattung für Rechnung des Finanzamts aus dem von anderen Arbeitnehmern einbehaltenen Lohnsteuerbeträgen vornehmen. Die Erstattung ist auf dem Lohnkonto des Arbeitnehmers zu vermerken. Führt der Arbeitgeber den Lohnsteuerausgleich nicht durch, so erfolgt auf Antrag Erstattung durch das Finanzamt. Diese Regelung gilt für die nach dem 31. Dezember 1947 endenden Lohnzahlungszeiträume bis zur Veröffentlichung der aufgrund des KG 61 aufgestellten neuen amtlichen Lohnsteuertabellen. _Freiburg, 31. 1 . 4 8. — Bad. Ministerium der Finanzen, I. v. Dr. Bund Ab Montag, 23. 2. gibt das Wirtschaftsamt an~kommunikanten und Konfirmanden die ihnen zustehenden Textilpunktmarken aus. Vorzulegen ist die Bescheinigung d. zuständigen Pfarramtes. Die Ausgabe d. Punktmarken erf. nach Buchstaben, u. zw.: Mo., 23. 2. A—E: Mi., 25. 2. F—K; ® !•* -7. 2. L—R: Mo., 1. 3. S—Z Gleichzeitig wird dar. aufmerksam gemacht, daß mit diesem Aufruf den Schwerkriegsbeschädigten (Stufe III und IV) u. d_ Flüchtlingen m. FIü.-Ausweis eine letzte Möglichkeit gegeben wird, ihre Punkte abzuholen. Da Textilpunktmarken nur noch in alphabet. Aufruf abgegeben werden, können Antragsteller aus einem anderen, als dem aufgeführten Personenkreis gundsätzlich nicht bedient werden B.-Baden. den 18. 2. 1948. Das Wirtschaftsamt FAMILIEN-ANZEIGEN Gebarten: Verlobungen: Wilma Falk — Hubert Krebs, Baden- Baden, Triberg ._ 6-I56-S Fritz Rainer, geh. 13. 2. 48. Gerds Ruth Emma Gang, geh. 11 . 2. 48. resia Gang, z. Zt. Josefinenl: Josef Gang, Balg-B.-Baden, Feb Mathilde Späth - B.-Baden, Ebersteinburg ■■■—, Dr. Paul Bilz. Zahnarzt Herbert Bettendorf, 13 . 2 . 48 . I7-158-S Vermählungen: Emst Tchierske - Adelheid Tchlerske geb. Falk, B.-Baden, 21. Febr. 1948. Herber» Kolnzer - Irene Koinzer geb. Rührig, B.-Baden, den 21. 2 . 1948, Marktplatz 13. Trauung Samstag, 2t. 2. 48, 12.30 Uhr in der Evangelischen Stadtkirche. 10-238-s Heinz Dannhäuser — Paula Dannhäuser, verw. Fehringer, geb. Schienbein. Heidelberg, Rohrbacherstr. 75, den 21 . Februar 1948. 4-72-S Roswieta-Hella-Monika, geb. 14. 2 . 48. | Irmi nter geb Grohnert, Erich II- I ter, B.-Baden, Eichstr. 14. 9-88-8 - 1 - Franz Seite, Bäckermeister, i. R., t am 16. 2 . 48 im 71. Lebenjahr. In tiefer Trauer: Frau Walburga Seitz geb. Schindler, Sohn Franz Seitz nebst Familie, B.-Baden-Lichtental. Lebensmittelaufruf. 1. ) Brot (3. Dekade der 34. Zut.-Periode), Karte E, Jgd 2, Jgd 1 -- 1800 g auf Abschnitt 7, 207. 307, 607 -- je 1000 g, 8, 208, 308, 608 = je 800 g. Karte K 2 = 1125 g auf Abschnitt 7, 207. 307, 607 -- je 1000 g, 8, £03, 308, 608 -- je 125 g. Karte K 1, Sgl. -- 675 g auf Abschnitt 7, 207, 307, 807 -- je 500 g, 8, 208, 308 , 608 --- je 175 g. Schwerarbeiter: Gruppe I -- 225 g auf Abschnitt 175, Gruppe II - 675 g auf Abschnitt 275, Gruppe III -- 1125 g auf Abschnitt 375 -- 1000 g, 376 = 125 g. Zulagekarte A --- 350 g auf Abschnitt 55 -- 500 g, 50 ■= 450 g. Brotkarte für Vollselbstversorger: 3000 g auf Abschnitt 805, 806, 807 -- je. 1000 g. 2. ) Fleisch. (3. Dekade der 34. Zut.-Periode). Karte E ** 140 g auf Abschnitt 20, 120, 220, 520, 21. 121, 221, 521 --- je 50 g, auf Abschnitt 22, 122, 222, 522 — je 40 g. Karte Jgd 2 = 150 g auf Abschnitt 22, 122, 222, 522 = je 50 g, 23, 123, 223 , 523 -- je 100 g. Karte Jgd 1 * 100 g auf Abschnitt 18, 118. 213, 518, 19, 119 , 219, 519 = je 50 g. Karte K 2 = 50 g auf Abschnitt 17, 117, 217, 517 -- je 50 g. Karte K I, Sgl. = 50 g auf Abschnitt 15, 115, 215. 515 --- je 50 g. Schwerarbeiter: Gruppe II * 260 g auf Abschnitt 279 und 280 ■= 106 g, 281 = 60 g. Gruppe III " 260 g auf Abschnitt 379 -- 60 g, 380, 381 ■= je 100 g. Es wird heute schon darauf aufmerksam gemacht, daß die Fleischmarken des Monats Februar m’t dem 29. Februar verfallen sind. 3. ) Hülsenfrüch.te (für Normalverbraucher, 34 Zut.-Periode). Karte E, Jgd 2, Jgd 1 = 500 g auf Abschnitt 30. Karte K 2 = 250 g auf Abschnitt 30. Verkauf ab Montag, 23. 2. 48. 4. ) Teigwaren (an Normalverbraucher und Schwerarbeiter, 34. Zut.-Per.) Karte E, Jgd 2, Jgd 1, K 2, K 1, Sgl. “,750 g auf Abschnitt 36 --- 500 g, 37 --- 250 g. Schwerarbeiter: Gruppe I =' 250 g auf Abschnitt 191 und 195 = je 125 g, Gruppe II = 250 g auf Abschnitt 291, 295 -°- je 125 g, Gruppe Hl — 500 g auf Abschnitt 337 -- 200 g, 391 und 395 -- je 150 g. Verkauf der Teigwaren ab Samstag, den 25. Februar 1948. Baden-Baden, den 18. Februar 1948. Emährungsamt Baden-Baden. Veranstalfungen der Bäder-’ und Kurverwaltung Baden - Baden Montag, den 23. 2., „THEATER ETWAS VERRÜCKT“ — zwei bunte Stunden. Kl. Theater (20—22 Uhr; 1—8 M) Außer Miete! Dienstag, den 24. 2., „TANZABEND ROLF ARCO - RUTH PETERS“ — Kl. Theater (20.30—22.30 Uhr; 1—6 M). Mittwoch, den 25. 2., „KÖNIG KANDAULES“ — Schauspiel in drei Akter. von Andre Gide. Kl. Theater (20—21.45 Uhr; 1—8 M) 9. Vorstellung de: Mietgruppe D und Freiverkauf. Donnerstag, den 26. 2., „DAS MINISTERIUM IST BELEIDIGT" — musikal Lustspiel in fünf Bildern. Kl. Theater (20—22.30 Uhr: 1—8 M). Außer Miete! „DAS FRANZÖSISCHE VOLKSLIED“ — Vortrag von Prof. Beaufils (ir deutscher Sprache). Kurhaus, Roter Saal. (20.30—22 Uhr; 2 und 3 M.). Freitag, den 27. 2 ., „DIE KOMÖDIE DER IRRUNGEN“ — Lustspiel in 5 Aufzügen von William Shakesspeare. KI. Theater (20—22 Uhr; 1—8 M.). 9. Vor Stellung d. Mietgr. A u. Freiverkauf. Kammerspiele im Kl. Bühnensaal „ORPHEUS IST AN ALLEM SCHULD* — Komödie ln 4 Bildern von Helene Longoni. (20—22 Uhr; 2—6 M.). Außer Miete. Samstag, den 28 . 2 ., Erstaufführung „EIN INSPEKTOR KOMMT“ — Schauspiel in 3 Akten von John B. Priestley. Inszenierung: Helmut Wies — Bühnenbild: Heinz Küpferle. Kl. Theater (20—22 Uhr; 1—8 M.). 9. Vorstellung d. Mietgr. C u. Freiverkauf. Sonntag, 28. 2., „SINFONIEKONZERT“ des Gr. Orchesters a. SWF B.- Baden. Leitung: Rudolf Albert, Rundfunk Frankfurt a. G. — Sol’stin: Margot Pinter, Klavier, USA., Kurh., Gr. Bühnensaal (17—19 Uhr; 1—6 M.) „DIE KOMÖDIE DER IRRUNGEN“ — KI. Theater (20—22 Uhr; 1-8 M.) Außer Miete! Der Vorverkauf f. d. 22. 2. hat begonnen. Vorverkauf f. d. 23.—29. 2. ab 22. 2. a. d. Kurhauskasse u. d. Kasse d„ KI. Theaters. Hotels, Popots und Fremdenheime reichen bis zum 24. Februar d. Heushaltslisten m. d. Meldekarten ein. Die Verlängerungen der befristeten Aufenthaltsgenehmigungen sind geschlossen mit vörzulegen. Milch- und Schwerarbeiferzulage. Die Milchigsten sind bis zum 24. Febr. einzureichen. Ausgabe: 28. Febr., Ernährungsamt, Zlmm. 1. Anforderungslisten für Schwerarbeiterkarten bis zum 28. 2. vorlegen. Ausgabe wird besonders bekanntgegeben. Baden-Baden, den 17. Februar 1948. Emährungsamt. Lebensmittelkarten-Ausgabc für Monat März 1948. Ausgabezeiten jeweils von 8.30 bis 11.30 u. von 14.30 bis 16.30 Uhr. 1. Tiergarten, Bez. 218—246, Montag, 23. 2. Inhalatorium. 2. Falkenhalde Bez. 248—283, Montag, 23. 2. Inhalatorium. 3. Merkur, Bez. 167—216, Dienstag, 24. 2. Inhalatorium. 4. Mitte, Bez. 121—164, Mittwoch, 25. 2. Inhalatorium. 5. Balg, Bez. 77—86, Mittwoch, 25. 2., nur nachmittags, Schule Balg. 6. Lichtental, Bez. 285—339, Donnerstag, 26. 2. Grüner Baum, Beuernerstr. 9. 7. Geroldsau, Bez. 340—360, Donnerstag, 26. 2. Grüner Baum, Bauernerstr. 9. 8. Hardberg, Bez. 37—76, Freitag, 27. 2. Gemeindehaus St. Bernhard. 9. Hphenbaden, Bez. 86—120, Freitag, 27. 2. Gemeindehaus St. Bernhard. 10. Oos, Bez. 1—34, Freitag. 27 2. Schule Oos. 11. Popots - Hotels u. Fremdenheime, Samstag, 28. 2., nur vormittags bis 11.30 Uhr Zimmer 1. 12. Nachzügler. Dienstag, 2. 3. u. Mittwoch, 3. 3„ nur vormittags, Z mmer 4. 13. Nachzügler mit befr. Aufenthaltsgenehmigung, Dienstag, 2. 3. u. Mittwoch 3. 3., n. vorm., Zimmer I. Haushaltausweise u. Meldekarte d. Arbeitsamts sind z. Empfang d. Lebensmittelkarten vorzulegen. Inhaber befristeter Aufenthaltsgenehmigungen erhalten d. Lebensmittelkarten in allen Kartenausgabestellen, m. Ausnahme von Oos und Balg u. werden erneut dringend gebeten, die Lebensmittelkarten in den Ausgabestellen abzuholen. Verbraucher mit Abzügen auf Grund von Ersatzanträgen erhalten die Karten am Dienstag, 3. 3. beim Ernährungsamt, Zlmm. 4. Die Zlmm. 1 —4 d. Ernährungsamts bleiben für den Publikumsverkehr in d. Zeit v. 23. 2 . bis einschl. 1 . 3 . geschlossen. _Baden- Baden, den 17. Februar 19 48_Ernährungsamt. Städtische Schlachthofdirektion. Am Samstag, den 21. 2. 48, von 8 Uhr ab, wird auf der Städtischen Freibank für die noch nicht belieferten Buchstaben L—Z (neue Haushaltskarte) Fleisch ausgehauen. Bereits abgestempelte Haushailskarten werden nicht beliefert und zurückgewiesen. Auf Anordnung des Ernährungsamtes müssen für 1 kg Fleisch 500 g Marken abgegeben werden. Betr.: Hausbrandversorgung. Die weitere Ausgabe d. Bezugskarten 1 Hausbrandversorgung für 1948 -19 ( 1 . 4. 48—31. 3. 49 ) erfolgt am Mo , 23 2 Fre-Fz und G: Di.. 24. 2. 48 Ha-He; Mi., 25. 2. 48 Hi-Hz und I; Do., 26 Fr " 27 - 2 - 48 Kr — Kz und L- Sa., 28. 2. 48 Ma; <8—>/-I2 Uhr 14—17 Uhr). Vorzuiegen sind die Bezugskarte 1946 47 u. die Haushaltuni karte. Es wird nochm. geb., obige Buchstabenordnung u. d Ausgabezeit einzuhalten. Eine Abfertigung zu anderen Zeiten kann der reibungslos Abwicklung wegen nicht erfolgen. Weiter wird darauf aufmerksam ger daß diejenigen, die ihre Bezugskarte nicht rechtzeitig abgeholt haben , nen neuen Aufruf abwarten müssen u. sol. auch keinen Antrag auf Seih: schlag von Holz stellen können. Abt, Hausbrand versorge Wegen Verlegung einer Gasleitung wird die Lessingstraße ab soi für jegl. Fahrverkeb». gesperrt. Dauer der Sperre etwa 4 Wochen. Stadtwerke Baden-Baden AURELIA-LICIITSPIELE. Tägl. 14.30 u. 17.00 Uhr. Donnerstag auch 19.00 u. 21.00 Uhr. Sonntags keine Vorst. Albrecht Schönhals — Olga Tschechowa in „ROTE ORCHIDEEN“, Jugendverbot 16 Jahre. FILM-PALAST. Tägl. 35.30 u. 17 30 Uhr, außer Sonntag u. . Donnerstag Karin Hardt — Carl Ludwig Diehl in „LIEBE GEHT SELTSAME WEGE“ Jugendverbot bis 14 Jahre. KINO DES WESTENS. Vom 20. — 26. 2. 48, Hans Albers in dem großen Farbfilm ..MÜNCHHAUSEN“ mit Brigitte Horney, Ilse Werner, Leo Sie- zak, Ferdinand Marian. Jugendfrei. Wochentags: 17, 19 und 21 Uhr. Sonntags 15, 17, 19 und 21 Uhr. GOTTESDIENSTE Stiftskirche. 2. Fastensonntag, 22. 2. 6 hl. Messe, 7 hl. Messe u. Gemeinschaftskomm. d Hausangestellten, */<8 Schülergottesd. m. Predigt 10 Hochamt m. Pred., II Singm. m. Pred. i. d. Klosterk. z. Hl. Grab, »'<12 Christenl. f. d. weibl Jugend i. d. Klosterk. z. Hl. Grab, nachm. »M Versammlung d. beiden Kongregationen i. d. Kapelle d. Vinzentiushauses, abends ’/s6 Singmesse, 6 Fastenpred. m. Litanei u. Segen. Tägl. hl. Messe um V<7, 7 u. V«9 Uhr. Di u. Fr. um V-8 Schülergottesd , Mi. 7 Gemein- schaftsm. d. Jugend, um >/-9 Feierl. lev. Requiem f. d. H. H. Erzbischof Dr. Conrad Gröber. 18 Uhr Andacht zur Todesangst Christi am Olberg Samstag abends 6 Uhr Salve-Andacht Kloster zum Hl. Grab. Sonntag, Vr9 Uhr, Betsingmesse mit Predigt. Alt-kath. Kirche, Gernsbacherstr. Sonntag, ‘/»10 Uhr feiert, hl. Amt mit Ev. Landeskirche. Sonntag, 22. 2., Kollekte f. d. Theolog. Nachwuchs uns. Landeskirche; Altstadt: 8.30 Christen!., 9.So Hptgtsd., Brand! II 0t Jgdglsd. im Gemeinden., 15.00 Bi hei gern. i. Gemeinden. Lichtental: 10.00 Hptgtsd. i. d. geheizten Kirche, Pastor H. Bender, 11.15 Jgdgtsd. 1. d. Kirche, 16.00 Bibelst. i. Kindergarten, 20.00 Vortrag v. Pastor Bender I -d Kirche. Weststadt: 10.00 Hptgtsd.. Boeckh, 11.00 Jgdgtsd. Oos: 10 4k Jgdgtsd., 14.30 Hptgtsd., Boeckh. Sinzheim: 15.00 Gtsd. Pfr. Keller Mittwoch, 25. 2.. Altstadt: 17 00 Bibelst. Lichtental: 16.00 Bibelst. 20.00 Vortrag v. Pastor Bender. Donnerstag, 26. 2, Weststadt: 20.00 Bi- belst. Oos: 19.45 Bibelstunde. Ev. luther. Gemeinde (im Pfarramt, Fremersbergstr. 41). Sonntag, 22 ®‘« Andacht, Mittwoch, 25. 2 ., 15 V» Bibelstunde (Pf. v. Oertzen). Predigt und allgemeiner hl. Kommunion. 1 . Ev. Gemeinschaft. Sonntag, 22. 2 ., vormittags 10 Uhr, Predigt-Gottesdienst in der Christuskapelle (Pred. K. Theurer). Christuskapclie (Missionskirche). Sonntag, 22. 2 . 1948, 10 Uhr, Predigteot tesdienst Prediger Theurer, 11 Uhr Kindergottesdienst. Adventsgemrinde, Langestr. 55. Mittwoch — 20 Ou Uhr- Vortrag Frei tag - 20.00 Uhr: Gebetsstunde. Samstag - 9.00 Uhr. Bibelschuie; 10 00 Uhr- Predigt. Christi..Wissenschaft!. Vereinigung. Christian Science Albrecht Dürer- Straße 4 Sonntag 10 Uhr. Gottesdienst, außerdem Jeden zweiten und letzter Mittwoch im Monat abends 0 Uhr Frau Veronika Bergmann geb. Reichert, Arztwitwe, gest. 17. 2 . 48 im 73. Lebensjahre In tiefer Trauer: Familie Ludwig Viktoriastr. 47. Einäscherung Freitag , 20. 2., 11 Uhr. 2-225-S Anna Kupferer geb. Peter, 31. 1. 1948 im Alter von 60 Jahren. Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme unseren herzlichsten Dan e. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Kupferer, Sinzheim, Kreis Bühl / Vormberg, Nr^IJ, im Febr. 48. tO-239-S Frau Emm; Baur, gest. 7. 2. 48, Dr. phil. Karl Baur, Badedirektor a. D. und Ldla Baur. Schapbach, Dipl. Ing. Herbert Baur und Frau, Baden-Baden, Hardbergstr. 26. Schapbach. den 7. Februar 1948. . 2-220-S VERSCHIEDENES ■ Alle Mitglieder des bisherigen Badi- I sehen Hilfswerkes laden wir zu der am 21. Februar ds. Js im großen Rathaussaal um 17.30 Uhr stattfindenden Privat-Praxis geschlossen vom 23. Februar bis 20. März. Dr. med. Otto- hemz Ertl, prakt. Arzt, B.-Baden, _ .. . . , . _ . _ Gemsb acher str. 47 5-72-s GrdndnnesfeierdesBad.RotenXreiizes I höflichst ein. Gäste herzlich willkommen. <_Der V orsitzende: Dr. Hc h. Bayer. Französ. Familie sucht Mädchen. Essen I und Wohnung im Hause. Comman- I dant Frederic. 53 Maria-Viktoriastr., I B.-Baden. 6-151-S «1 yiuerueuern, nacn der Stra ßenbahnnaltest. Biete leeies Zimmer Frühlingstraße. Offerten unter 7-169-S a. d. Gesch d. BT B.-Baden Spörtclub e. V. — Abtl. Turnen — B.- Baden, Turnhalle an den Hardstaf- feln. Wiederbeginn des Turnens am 20. 2. 48. Übungstunden: Frauen: Dienstags 20—22 Uhr; Männer: Freitags 20—22 Uhr. Interessenten sind herzlichst willkommen. Der Vorstand Jehovas Zeugen, Gruppe B -Baden. Sonntag 17.30 Uhr in der Mädchenschule, Zähriagerstr. Biblische Betrachtung. Thema: Eine königliche Theokratie. Zuverlässige Stundenhiife für einige Tage in der Woche in franz. Haushalt gesucht. Verpflegung und Be Zahlung. Off. u. 12-218-S an das BT. Franzos. Familie mit 2 Kindern sucht geprüfte Kinderschwester. Angebote an Mademoiselle Faufingue, Assi- stante Medico Sociale, Katser-Wil- helmstr. 5, B.-Baden, von 10—12 Uhr. 6-154-S Junge Frau mit 3jährigem Kind sucht selbständig. Wirkungskreis im Haushalt mit Wohngelegenheit Offerter unter 12 229 S an das BT. Am 18. Februar zwischen 19.45 Uhl grau-beiger Wollbandschuh (mit Stulpe) verloren. Filmpalast bis Brahmsplatz. Abzugeben gegen entsprechende Belohnung Metzger» Maier. Baden Baden Hauptstraße 72 Brauner Kinderstieiel gefunden. Abzuholen im Vertag „Badener Tag- blatt' 2 * t»7«e 16-176-8 Roter Geldbeutel mit Inhalt zwischen Leopoldsplatz und Goldenes Krem gefunden. Adresse zu erfragen unt 5-73-S im BT.